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Dokumentenidentifikation DE102005008166A1 31.08.2006
Titel Farbwerk einer Druckmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Aichele, Michael, 86169 Augsburg, DE
DE-Anmeldedatum 23.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005008166
Offenlegungstag 31.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.08.2006
IPC-Hauptklasse B41F 31/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Farbwerk einer Druckmaschine, mit einer Einfärbeeinheit aus einem Farbkasten und einer Duktorwalze, mit einer der Einfärbeeinheit nachgeordneten Filmwalze oder Heberwalze und mit mindestens einer der Filmwalze oder Heberwalze nachgeordneten Farbwerkwalze. Das erfindungsgemäße Farbwerk umfasst mindestens zwei Einfärbeeinheiten (11, 12), wobei jede Einfärbeeinheit (11, 12) einen Farbkasten (13, 14) und eine Duktorwalze (15, 16) aufweist, wobei jede der Einfärbeeinheiten (11, 12) bei unveränderter Relativposition zwischen der Duktorwalze (15, 16) und der Farbkasten (13, 14) der jeweiligen Einfärbeeinheit gegenüber der Filmwalze (17) oder Heberwalze verstellbar ist, um eine Einfärbeeinheit (11, 12) von einer Arbeitsposition bzw. einer an die Filmwalze oder Heberwalze angestellten Position in eine Wartungsposition bzw. in eine von der Filmwalze oder Heberwalze abgestellte Position zu überführen und durch eine andere Einfärbeeinheit (12, 11) auszutauschen, die hierzu von einer Wartungsposition bzw. einer von der Filmwalze oder Heberwalze abgestellten Position in eine Arbeitsposition bzw. in eine an die Filmwalze oder Heberwalze angestellte Position überführbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Farbwerk einer Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Farbwerke von Druckmaschinen verfügen über einen Farbkasten, in welchem Druckfarbe bereitgehalten wird. In dem Farbkasten bereitgehaltene Druckfarbe gelangt auf eine sogenannten Duktorwalze, wobei der Duktorwalze entweder eine Filmwalze oder eine Heberwalze nachgeordnet ist, welche die Druckfarbe von der Duktorwalze aufnimmt und auf mindestens eine der Filmwalze oder Heberwalze nachgeordnete Farbwerkwalze überträgt. Über die oder jede der Filmwalze oder Heberwalze nachgeordnete Farbwerkwalze gelangt die Druckfarbe letztendlich auf eine Druckform, die auf einem Formzylinder positioniert ist. Farbkasten und Duktorwalze bilden eine funktionale Einheit, die auch als Einfärbeinheit bezeichnet wird. Bei aus dem Stand der Technik bekannten Farbwerken wird zur Durchführung eines Farbwechsels am Farbwerk oder zur Durchführung von Reinigungsarbeiten bzw. Wartungsarbeiten der Farbkasten von der Duktorwalze abgestellt. Bei der Trennung des Farbkastens von der Duktorwalze kann im Farbkasten befindliche Druckfarbe in das Farbwerk auslaufen. Um dies zu vermeiden, muss bei aus dem Stand der Technik bekannten Farbwerken zur Durchführung eines Farbwechsels oder zur Durchführung von Reinigungsarbeiten der Farbkasten vor Abstellung desselben von der Duktorwalze entleert werden. Hierbei im Farbkasten befindliche Druckfarbe wird verworfen. Erst anschließend kann das Farbwerk zum Beispiel auf das Drucken einer anderen Druckfarbe umgestellt bzw. umgerüstet werden. Hieraus folgt, dass bei aus dem Stand der Technik bekannten Farbwerken ein Farbwechsel sowie die Durchführung von Reinigungsarbeiten mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist. Dies ist insbesondere dann von Nachteil, wenn Druckaufträge in geringer Druckauflagenhöhe gedruckt werden und somit häufige Farbwechsel an den Farbwerken einer Druckmaschine erforderlich sind.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde ein neuartiges Farbwerk einer Druckmaschine zu schaffen.

Dieses Problem wird durch ein Farbwerk einer Druckmaschine gemäß Anspruch 1 gelöst. Das erfindungsgemäße Farbwerk umfasst mindestens zwei Einfärbeeinheiten, wobei jede Einfärbeeinheit einen Farbkasten und eine Duktorwalze aufweist, wobei jede der Einfärbeinheiten bei unveränderter Relativposition zwischen der Duktorwalze und dem Farbkasten der jeweiligen Einfärbeeinheit gegenüber der Filmwalze oder Heberwalze verstellbar ist, um eine Einfärbeinheit von einer Arbeitsposition bzw. einer an die Filmwalze oder Heberwalze angestellten Position in eine Wartungsposition bzw. in eine von der Filmwalze oder Heberwalze abgestellte Position zu überführen und durch eine andere Einfärbeinheit auszutauschen, die hierzu von einer Wartungsposition bzw. einer von der Filmwalze oder Heberwalze abgestellten Position in eine Arbeitsposition bzw. in eine an die Filmwalze oder Heberwalze angestellte Position überführbar ist.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, einem Farbwerk mehrere Einfärbeeinheiten zuzuordnen, wobei jede dieser Einfärbeeinheiten einen Farbkasten und eine Duktorwalze umfasst. Jede der Einfärbeeinheiten des Farbwerks ist bei unveränderter Relativposition zwischen dem Farbkasten und der Duktorwalze der jeweiligen Einfärbeeinheit relativ zur Filmwalze oder Heberwalze des Farbwerks verstellbar. Hierdurch wird es möglich, an einem Farbwerk innerhalb kürzester Zeit einen Farbwechsel durchzuführen. Des weiteren können an einem Farbkasten bzw. an einer Duktorwalze Reinigungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt werden, ohne dass der Fortdruck an einer Druckmaschine unterbrochen werden muss. Des weiteren kann bei einem Farbwechsel sowie bei sonstigen Wartungsarbeiten Druckfarbe im Farbkasten verbleiben. Hierdurch kann teure Druckfarbe eingespart werden.

Vorzugsweise umfasst das erfindungsgemäße Farbwerk eine Wechseleinrichtung, um eine Einfärbeinheit von der Arbeitsposition in die Wartungsposition und um eine andere Einfärbeinheit von der Wartungsposition in die Arbeitsposition zu überführen.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:

1: einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Farbwerk in stark schematisierter Darstellung, Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf 1 in größerem Detail beschrieben.

1 zeigt schematisiert ein Farbwerk 10 einer Druckmaschine, wobei das Farbwerk 10 der 1 zwei Einfärbeeinheiten 11, 12 umfasst, die jeweils einen Farbkasten 13 bzw. 14 und eine Duktorwalze 15 bzw. 16 aufweisen. In 1 ist die Einfärbeeinheit 11 in einer Arbeitsposition und die Einfärbeeinheit 12 in einer Wartungsposition gezeigt. In der Arbeitsposition schließt sich an die Duktorwalze 15 eine Heberwalze oder Filmwalze 17 an. Aus dem Farbkasten 13 der Einfärbeeinheit 11 auf die Duktorwalze 15 derselben gelangende Druckfarbe wird über die Filmwalze 17 von der Duktorwalze 15 entnommen und über mehrere der Filmwalze nachgeschaltete Farbwerkwalzen 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28 und 29 auf mindestens eine auf einem Formzylinder 30 positionierte Druckform übertragen. Auf der oder jeder Druckform rollen die Farbwerkwalzen 26, 27, 28 und 29 ab, weshalb diese Farbwerkwalzen auch als Farbauftragwalzen bezeichnet werden.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung sind die beiden Einfärbeeinheiten 11 und 12 des Farbwerks 10 bei unveränderter Relativposition zwischen dem Farbkasten 13 bzw. 14 und der Duktorwalze 15 bzw. 16 der jeweiligen Einfärbeeinheit 11 bzw. 12 gegenüber der Filmwalze 17 und den anderen Farbwerkwalzen 19 bis 29 des Farbwerks 10 verstellbar. So ist die Einfärbeeinheit 11 im gezeigten Ausführungsbeispiel in Richtung des Doppelpfeils 31 und die Einfärbeeinheit 12 in Richtung des Doppelpfeils 32 relativ zur Filmwalze 17 sowie den übrigen Farbwerkwalzen 18 bis 29 des Farbwerks 10 verstellbar. Hierdurch ist es möglich, die Einfärbeeinheit 11 gegenüber der Filmwalze 17 bei fester Relativposition zwischen dem Farbkasten 13 und der Duktorwalze 15 von der in 1 gezeigten Arbeitsposition, in welcher die Duktorwalze 15 der Einfärbeeinheit 11 an die Filmwalze 17 angestellt ist, in eine Wartungsposition zu überführen, in welcher die Duktorwalze 15 der Einfärbeeinheit 11 von der Filmwalze 17 abgestellt ist. Im Gegenzug ist die Einfärbeeinheit 12 aus der in 1 dargestellten Wartungsposition, in welcher die Duktorwalze 16 derselben von der Filmwalze 17 des Farbwerks 10 abgestellt ist, in eine Arbeitsposition überführbar, in welcher dann die Duktorwalze 16 der Einfärbeeinheit 12 an die Filmwalze 17 des Farbwerks 10 angestellt ist, und zwar wiederum bei fester Relativposition zwischen dem Farbkasten 14 und der Duktorwalze 16 der Einfärbeeinheit 12. Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung können demnach die Einfärbeeinheiten 11 und 12 in ihrer Arbeitsposition gegeneinander ausgetauscht werden, um zum Beispiel am erfindungsgemäßen Farbwerk 10 einen Farbwechsel auszuführen.

Zur Überführung der Einfärbeeinheiten 11 und 12 zwischen ihren Arbeitspositionen und Wartungspositionen verfügt das erfindungsgemäße Farbwerk 10 über eine nicht-dargestellte Wechseleinrichtung. Mit Hilfe der Wechseleinrichtung erfolgt das Überführen der Einfärbeeinheiten 11 und 12 zwischen ihren Arbeitspositionen und Wartungspositionen, vorzugsweise automatisiert. Es sei darauf hingewiesen, dass das Überführen der Einfärbeeinheiten 11 und 12 zwischen den Arbeitspositionen und Wartungspositionen auch manuell erfolgen kann.

Es liegt im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, dass dann, wenn zum Beispiel die Einfärbeeinheit 11 aus ihrer in 1 gezeigten Arbeitsposition in eine Wartungsposition und die Einfärbeeinheit 12 aus ihrer Wartungsposition in die Arbeitsposition überführt wird, die übrigen Walzen 17 bis 29 des Farbwerks 10 automatisiert zu reinigen, nämlich zu waschen. Hierdurch kann dann voll automatisiert ein Farbwechsel an dem erfindungsgemäßen Farbwerk 10 realisiert werden.

In der Wartungsposition, in welcher eine Einfärbeeinheit 11 bzw. 12 von der Filmwalze 17 des Farbwerks 10 abgestellt ist, ist der Farbkasten 13 bzw. 14 von der Duktorwalze 15 bzw. 16 der jeweiligen Einfärbeeinheit 11 bzw. 12 abstellbar. In dieser Wartungsposition kann dann eine Reinigung der jeweiligen Einfärbeeinheit 11 bzw. 12 durchgeführt werden. Alternativ kann in der Wartungsposition auch die Relativposition zwischen Farbkasten und Duktorwalze der jeweiligen Einfärbeeinheit unverändert bleiben. Hierdurch ist es möglich, Druckfarbe im Farbkasten zu belassen und demnach für einen nachgeschalteten Druckauftrag zu verwenden. Dies ist insbesondere bei teuren Sonderfarben von Vorteil. Die Erfindung ermöglicht einen schnellen Farbwechsel an einem Farbwerk, wodurch Stillstandszeiten an einer Druckmaschine reduziert werden können. Insgesamt steigt hierdurch die Wirtschaftlichkeit.

10Farbwerk 11Einfärbeeinheit 12Einfärbeeinheit 13Farbkasten 14Farbkasten 15Duktorwalze 16Duktorwalze 17Filmwalze 18Farbwerkwalze 19Farbwerkwalze 20Farbwerkwalze 21Farbwerkwalze 22Farbwerkwalze 23Farbwerkwalze 24Farbwerkwalze 25Farbwerkwalze 26Farbwerkwalze 27Farbwerkwalze 28Farbwerkwalze 29Farbwerkwalze 30Formzylinder 31Doppelpfeil 32Doppelpfeil

Anspruch[de]
  1. Farbwerk einer Druckmaschine, mit einer Einfärbeeinheit aus einem Farbkasten und einer Duktorwalze, mit einer der Einfärbeeinheit nachgeordneten Filmwalze oder Heberwalze, und mit mindestens einer der Filmwalze oder Heberwalze nachgeordnete Farbwerkwalze, gekennzeichnet durch mindestens zwei Einfärbeeinheiten (11, 12), wobei jede Einfärbeeinheit (11, 12) einen Farbkasten (13, 14) und eine Duktorwalze (15, 16) aufweist, wobei jede der Einfärbeinheiten (11, 12) bei unveränderter Relativposition zwischen der Duktorwalze (15, 16) und der Farbkasten (13, 14) der jeweiligen Einfärbeeinheit gegenüber der Filmwalze (17) oder Heberwalze verstellbar ist, um eine Einfärbeinheit (11, 12) von einer Arbeitsposition bzw. einer an die Filmwalze oder Heberwalze angestellten Position in eine Wartungsposition bzw. in eine von der Filmwalze oder Heberwalze abgestellte Position zu überführen und durch eine andere Einfärbeinheit (12, 11) auszutauschen, die hierzu von einer Wartungsposition bzw. einer von der Filmwalze oder Heberwalze abgestellten Position in eine Arbeitsposition bzw. in eine an die Filmwalze oder Heberwalze angestellte Position überführbar ist.
  2. Farbwerk nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Wechseleinrichtung, um eine Einfärbeinheit (11, 12) von der Arbeitsposition in die Wartungsposition und/oder um eine andere Einfärbeinheit (12, 11) von der Wartungsposition in die Arbeitsposition zu überführen.
  3. Farbwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wechseleinrichtung die Einfärbeinheiten (11, 12) automatisiert von der Arbeitsposition in die Wartungsposition und von der Wartungsposition in die jeweilige Arbeitsposition überführt.
  4. Farbwerk nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn die Wechseleinrichtung eine Einfärbeinheit (11, 12) von der Arbeitsposition in die Wartungsposition und/oder eine andere Einfärbeinheit (12, 11) von der Wartungsposition in die Arbeitsposition überführt, die übrigen Walzen (18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29) des Farbwerks automatisiert waschbar sind.
  5. Farbwerk einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn eine Einfärbeinheit (11, 12) in eine Wartungsposition überführt bzw. von der Filmwalze oder Heberwalze abgestellt ist, der Farbkasten (13, 14) der jeweiligen Einfärbeinheit (11, 12) gegenüber der Duktorwalze (15, 16) derselben verstellbar ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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