Die Erfindung betrifft eine Salzmasse für die Verwendung in oder als
Salzlecken für Vieh oder Wild.
Salzlecken werden in der Vieh- und Forstwirtschaft sowie von Jägern
zur Salz- und Mineralversorgung des Viehs bzw. des Wildes oder auch als Lockmittel
eingesetzt. Handelsüblich werden Steinsalz- und Mineralsalzlecksteine in verschiedenen
Formen und Größen angeboten. Die Herstellung der Lecksteine erfolgt durch Vermischen
und Kompaktieren entsprechender Salzgemische oder durch mechanische Bearbeitung
von natürlichem Salzgestein oder Salzablagerungen in Eindampfanlagen oder -becken,
z.B. aus Salzpfannen. Aufgrund dieser Herstellungsverfahren sind die Lecksteine
immer feste, steinharte Salzkörper. Beispielsweise werden Lecksteine in der Form
von Würfeln mit Kantenlängen von etwa 20–30 cm hergestellt. Häufig besitzen
solche Lecksteine eine Durchgangsbohrung zum Hindurchführen einer Schnur oder eines
Drahtes für das Befestigen des Lecksteins an einem Baum, einem Weidezaun oder an
einem Stallgitter. Alternativ werden auch andere Darreichungsformen hergestellt,
wie Salzpellets mit geringerer Größe, die sich als Schüttgut einsetzen lassen. Solche
Salzpellets können den Tieren nicht direkt angeboten werden, sondern werden beispielsweise
in eine nach oben offene Aushöhlung eines Baumstumpfes oder eines senkrecht stehenden
Pfahls eingefüllt, wo sich das Salz durch Witterung und Regen im Laufe der Zeit
auflöst und den Baumstumpf oder Pfahl durchtränkt und so beispielsweise von Wild
durch Ablecken aufgenommen werden kann. Aufgrund der vorgegebenen Formgebung der
harten Salzkörper sind die Einsatzgebiete und vor allem die Darreichungsformen an
bestimmte äußere Bedingungen gebunden und damit stark eingeschränkt. Zudem ist man
bei der Darreichung auf die Salz- und Mineralzusammensetzungen der im Handel erhältlichen
Lecksteine gebunden. Eine Änderung oder Ergänzung der Zusammensetzung, z.B. eine
ergänzende Darreichung von Vitaminen, Arzneimitteln, Lockstoffen usw., ist über
die handelsüblichen Lecksteine nicht möglich.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Salzmasse
für die Verwendung in oder als Salzlecken für Vieh oder Wild bereitzustellen, durch
welche die vorgenannten Nachteile bekannter Salzlecksteine überwunden werden, die
sich einfach und flexibel darreichen und dosieren läßt und mit der gegebenenfalls
auf einfache Weise vom Benutzer ergänzende Zusätze dargereicht werden können.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Salzmasse für die Verwendung
in oder als Salzlecken für Vieh oder Wild gelöst, welche Steinsalz und/oder Mineralsalz
und ein Bindemittel enthält und in pastöser oder gelartiger Form vorliegt.
Die erfindungsgemäße Salzmasse wird zweckmäßigerweise in Eimern, Tuben
oder Gebinden angeboten. Die pastöse oder gelartige Form bzw. Konsistenz der Salzmasse
bietet eine Reihe von Vorteilen. Die Salzmasse läßt sich so beispielsweise an Bäumen,
Baumstümpfen usw. aufstreichen bzw. aufspachteln, um so eine Salzlecke einzurichten.
Der Benutzer kann Menge, Form und Ort der Salzlecke so sehr individuell und flexibel
bestimmen. Besonders vorteilhaft läßt sich auf diese Weise in der Forstwirtschaft
der Wildverbiß an Bäumen lenken und somit Wildschaden durch Wildverbiß verringern.
Ein weiterer ganz besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Salzmasse
in pastöser oder gelartiger Form besteht darin, daß sich zusätzlich zu der Grundzusammensetzung,
wie sie der Benutzer im Handel erwirbt, weitere Zusätze in beliebiger Menge und
von beliebiger Art auf sehr einfache Weise durch Einrühren einarbeiten lassen. Alternativ
können auch bereits in der Handelsform solche Zusatzstoffe eingearbeitet sein. Auch
die Herstellung solcher durch Zusatzstoffe ergänzter Handelsformen der erfindungsgemäßen
Salzmasse ist durch die pastöse oder gelartige Form der Masse erheblich einfacher
und weniger aufwendig als bei den derzeitig erhältlichen Lecksteinen. Gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Salzmasse daher
zusätzlich Lockstoffe, Geruchsstoffe, Geschmacksstoffe, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel
und/oder Vitamine. So lassen sich beispielsweise für die Forstwirtschaft oder für
die Wildhege durch Jagdrevierinhaber Salzmassen für Salzlecken herstellen und anbieten,
die bestimmte Wildlockstoffe enthalten, durch die das Wild angezogen und damit in
der Forstwirtschaft beispielsweise von empfindlichen Neuanpflanzungen abgelenkt
werden kann. Auch Arzneimittel, wie Impfstoffe oder Antibiotika, Aufbaupräparate
usw. lassen sich individuell in die Salzmasse einarbeiten und dem Vieh oder Wild
über die Salzlecken darreichen. Besonders bevorzugt enthält die erfindungsgemäße
Salzmasse solche Zusatzstoffe in einer auf das Gesamtgewicht der Salzmasse bezogenen
Menge von insgesamt bis zu 10 Gew.-%, ganz besonders zweckmäßig in einer Menge bis
zu 1 Gew.-%.
Festigkeit und Form der erfindungsgemäßen Salzmasse für Salzlecken
wird durch die Gesamtzusammensetzung bestimmt, wobei jedoch Art und Menge des verwendeten
Bindemittels und die Menge an Steinsalz oder Mineralsalz sowie der Wassergehalt
die wesentlichen Faktoren für die Konsistenz der Salzmasse sind.
Zweckmäßigerweise sollte der Bindemittelanteil zugunsten des Anteils an Steinsalz,
Mineralsalz und anderen Nährstoffen möglichst gering sein.
Besonders bevorzugt ist die Zusammensetzung der erfindungsgemäßen
Salzmasse so ausgewählt, daß die Salzmasse nach dem Ausbringen als Salzlecke nicht
aushärtet und ihre ursprüngliche oder pastöse gelartige Konsistenz beibehält oder
bei Trockenheit an der Oberfläche eine Konsistenz einnimmt, die irgendwo zwischen
der ursprünglichen pastösen oder gelartigen Form und einer vollständig ausgehärteten
Masse liegt. Für bestimmte Anwendungen kann es jedoch von Vorteil sein, wenn die
Zusammensetzung der Salzmasse nach dem Ausbringen als Salzlecke innerhalb eines
Zeitraums von einigen Stunden oder gegebenenfalls auch Tagen an der Umgebungsatmosphäre
aushärtet und fest wird. Dies gewährleistet, daß sich die Salzmasse nach dem Ausbringen
und Aushärten wie bekannte Salzsteinlecken verhält. Für die Aufnahme des Salzes
und der weiteren enthaltenen Stoffe muß das Vieh oder Wild die Masse erst durch
Lecken auflösen. Hierdurch wird verhindert, daß mit einem Mal zu große Mengen der
Salzmasse aufgenommen werden. Zudem hält eine ausgehärtete Salzmasse länger den
Witterungsbedingungen und einem Auswaschen durch Regen stand und besitzt eine bessere
Haftung auf dem Untergrund als die pastöse oder gelartige Form.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Salzmasse
als Bindemittel einen wäßrigen Stärkebrei. Als stärkehaltiges Mittel verwendet man
vorzugsweise Mehl, ganz besonders bevorzugt Weizenmehl, aus dem man den wäßrigen
Brei herstellt. Es eignen sich jedoch auch andere Stärken, wie Kartoffelstärke,
Maisstärke usw. Wenn nachfolgend von Mehl oder Mehlbrei die Rede ist, so sind darunter
im Sinne der Erfindung auch alle vorgenannten anderen Arten von Stärken und stärkehaltigen
Mitteln zu verstehen.
Zur Herstellung einer Salzmasse mit Mehlbrei als Bindemittel wird
zweckmäßigerweise zunächst Mehl mit Wasser gemischt und für eine Zeit zu einem Mehlbrei
gekocht. Anschließend wird der Mehlbrei mit Steinsalz und/oder Mineralsalz und gegebenenfalls
weiteren Zusatzstoffen gründlich gemischt und abgefüllt. Eine erfindungsgemäße Salzmasse
mit Mehlbrei als Bindemittel, die eine gut zu verarbeitende pastöse Konsistenz besitzt,
enthält zweckmäßigerweise, bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse, 0,5–5,0
Gew.-% Mehl, vorzugsweise 1,0–2,5 Gew.-% Mehl.
In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält
die Salzmasse für Salzlecken ein mineralisches Bindemittel, das durch vorherige
Vergelung von MgCl2 Lösung mit mindestens 200 g/l MgCl2 Gehalt
durch intensives Verrühren mit CaO, Ca(OH)2, MgO oder Mg(OH)2
oder Gemischen davon hergestellt wird. Besonders bevorzugt ist das mineralische
Bindemittel unter Brandkalk, Kalkhydrat, Branddolomit, Dolomitkalkhydrat und kaustisch
gebranntem Magnesiumoxid ausgewählt. Bevor der zeitlich über bis zu 72 h verzögert
ablaufende Vergelungsprozess einsetzt, wird das Bindemittel/MgCl2-Lösungsgemisch
mit feinem Steinsalz und/oder Minaralsalz vermischt. Bei Verwendung eines oder mehrerer
der vorgenannten mineralischen Bindemittel, MgCl2 Lösung und beispielsweise
feinem NaCl-Kristallisat erhält man nach einer Zeitspanne von einigen Minuten bis
zu 72 h eine Salzmasse mit gelartig spachtelbarer Konsistenz. Zweckmäßigerweise
enthält die erfindungsgemäße Salzmasse das oder die mineralischen Bindemittel und
MgCl2 in einer auf das Gesamtgewicht der Salzmasse bezogenen Menge von
0,5–10 Gew.-%, vorzugsweise 0,5–5,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 1,0–3,0
Gew.-%.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Salzmasse werden der vorgenannte Mehlbrei und das mineralische Bindemittel (einschließlich
MgCl2) im Gemisch eingesetzt. Hierbei sind Mischungsverhältnisse von
Mehlbrei zu mineralischem Bindemittel von 1:5 bis 5:1, vorzugsweise 1:2 bis 2:1
geeignet. Besonders bevorzugt ist ein Mischungsverhältnis von etwa 1:1. Der Gesamtfeststoffgehalt
an Mehl und mineralischem Bindemittel in der Salzmasse sollte 10 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht der Salzmasse, nicht überschreiten. Bevorzugt ist ein Feststoffanteil
des Bindemittels bis etwa 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse.
Die Erfindung wird nun weiter anhand von Beispielen und bevorzugten
Ausführungsformen beschrieben.
Beispiel 1: Herstellung von Salzmassen mit Mehlbrei als
Bindemittel
Von 1 l Wasser wurden 100 ml abgenommen und mit unterschiedlichen
Mengen Mehl verrührt. Die restlichen 900 ml Wasser wurden zum Kochen gebracht und
das angerührte Mehl unter Rühren zugegeben. Dieser Mehlbrei wurde für 15 Min. gekocht.
Anschließend wurde der Mehlbrei mit angefeuchtetem, feinem NaCl-Kristallisat in
einem Mischer sorgfältig vermengt.
In einer ersten Reihe von Rezepturen a1) bis a4) wurden jeweils 250
ml Mehlbrei (MB) mit 100 g Mehl pro Liter Wasser mit verschiedenen Mengen NaCl-Kristallisat
gemischt und bewertet. Die Mischungsverhältnisse und entsprechenden Bewertungen
sind in der nachfolgenden Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1: Salzmasse mit Mehlbrei als Bindemittel und variierender
Menge an NaCl-Kristallisat
In einer weiteren Reihe von Rezepturen b1) bis b6) wurden jeweils
250 ml Mehlbrei mit 1250 g NaCl-Kristallisat gemischt und bewertet, wobei die Menge
an Mehl im Mehlbrei von 25 g/l bis 200 g/l Mehl variiert wurde. Die Ergebnisse sind
in der nachfolgenden Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2: Salzmasse mit Mehlbrei als Bindemittel und variierender
MehlmengeBeispiel 2: Herstellung von Salzmassen mit mineralischem
Bindemittel
Zunächst wurde ein Gelbrei aus MgCl2-Lösung, die weitere
Salze enthielt, und Dolomitkalkhydrat (DKH) hergestellt.
Zur Herstellung des Gelbreis wurden MgCl2-Lösung und Dolomitkalkhydrat
(DKH) und gegebenenfalls Magnesia (MgO) für 2–5 Min. bei 1000 U.p.M. in einem
Rotor-Mixer gemischt. Diesem Gelbrei wurde feines NaCl-Kristallisat zugegeben und
die Masse sorgfältig gemischt.
In einer Reihe von Rezepturen wurden 1 Liter Gelbrei mit 3500 g NaCl-Kristallisat
gemischt, wobei die Zusammensetzung des Gelbreies entsprechend Tabelle 3 variierte.
Tabelle 3: Salzmasse mit Gelbrei als Bindemittel und variierender
Gelzusammensetzung
Anspruch[de]
Salzmasse für die Verwendung in oder als Salzlecken für Vieh oder Wild,
welche Steinsalz und/oder Mineralsalz und ein Bindemittel enthält, dadurch gekennzeichnet,
daß die Masse in pastöser oder gelartiger Form vorliegt.
Salzmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Bindemittel
einen wäßrigen Stärkebrei, vorzugsweise Mehlbrei, besonders bevorzugt Weizenmehlbrei,
enthält.
Salzmasse nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß sie – bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse – 0,5 bis 5,0
Gew.-% Stärke bzw. Mehl, vorzugsweise 1,0 bis 3,0 Gew.-% Stärke bzw. Mehl, enthält.
Salzmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß sie ein mineralisches Bindemittel enthält.
Salzmasse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das mineralische
Bindemittel CaO, Ca(OH)2, MgO, Mg(OH)2 oder Gemische davon
enthält.
Salzmasse nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das mineralische Bindemittel unter Brandkalk, Kalkhydrat, Branddolomit, Dolomitkalkhydrat
und kaustisch gebranntem Magnesiumoxid ausgewählt ist.
Salzmasse nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß sie weiterhin MgCl2 enthält.
Salzmasse nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß sie durch Mischen und Vergelen des mineralischen Bindemittels mit einer wässrigen
MgCl2-Lösung, vorzugsweise mit wenigstens 200 g/l MgCl2, und
anschließendes Mischen mit feuchtem, gemahlenem oder feinkristallinem Steinsalz
und/oder Mineralsalz und gegebenenfalls weiteren Zusatzstoffen hergestellt ist.
Salzmasse nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß sie – bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse – 0,5 bis 10 Gew.-%,
vorzugsweise 0,5 bis 5,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 1,0 bis 3,0 Gew.-% des mineralischen
Bindemittels enthält.
Salzmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß sie zusätzlich Lockstoffe, Geruchsstoffe, Geschmacksstoffe, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel
und/oder Vitamine, vorzugsweise in einer auf das Gesamtgewicht der Salzmasse bezogenen
Menge von insgesamt bis zu 10 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 5 Gew.-%, besonders bevorzugt
bis zu 1 Gew.-%, enthält.