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Dokumentenidentifikation DE20321264U1 31.08.2006
Titel Salzmasse zur Verwendung in oder als Salzlecken
Anmelder Deusa International GmbH, 99752 Bleicherode, DE
Vertreter Dr. Weber, Dipl.-Phys. Seiffert, Dr. Lieke, 65183 Wiesbaden
DE-Aktenzeichen 20321264
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.08.2006
Registration date 27.07.2006
Application date from patent application 13.01.2003
File number of patent application claimed 103 01 039.4
IPC-Hauptklasse A23K 1/175(2006.01)A, F, I, 20060517, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A23K 1/18(2006.01)A, L, I, 20060517, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Salzmasse für die Verwendung in oder als Salzlecken für Vieh oder Wild.

Salzlecken werden in der Vieh- und Forstwirtschaft sowie von Jägern zur Salz- und Mineralversorgung des Viehs bzw. des Wildes oder auch als Lockmittel eingesetzt. Handelsüblich werden Steinsalz- und Mineralsalzlecksteine in verschiedenen Formen und Größen angeboten. Die Herstellung der Lecksteine erfolgt durch Vermischen und Kompaktieren entsprechender Salzgemische oder durch mechanische Bearbeitung von natürlichem Salzgestein oder Salzablagerungen in Eindampfanlagen oder -becken, z.B. aus Salzpfannen. Aufgrund dieser Herstellungsverfahren sind die Lecksteine immer feste, steinharte Salzkörper. Beispielsweise werden Lecksteine in der Form von Würfeln mit Kantenlängen von etwa 20–30 cm hergestellt. Häufig besitzen solche Lecksteine eine Durchgangsbohrung zum Hindurchführen einer Schnur oder eines Drahtes für das Befestigen des Lecksteins an einem Baum, einem Weidezaun oder an einem Stallgitter. Alternativ werden auch andere Darreichungsformen hergestellt, wie Salzpellets mit geringerer Größe, die sich als Schüttgut einsetzen lassen. Solche Salzpellets können den Tieren nicht direkt angeboten werden, sondern werden beispielsweise in eine nach oben offene Aushöhlung eines Baumstumpfes oder eines senkrecht stehenden Pfahls eingefüllt, wo sich das Salz durch Witterung und Regen im Laufe der Zeit auflöst und den Baumstumpf oder Pfahl durchtränkt und so beispielsweise von Wild durch Ablecken aufgenommen werden kann. Aufgrund der vorgegebenen Formgebung der harten Salzkörper sind die Einsatzgebiete und vor allem die Darreichungsformen an bestimmte äußere Bedingungen gebunden und damit stark eingeschränkt. Zudem ist man bei der Darreichung auf die Salz- und Mineralzusammensetzungen der im Handel erhältlichen Lecksteine gebunden. Eine Änderung oder Ergänzung der Zusammensetzung, z.B. eine ergänzende Darreichung von Vitaminen, Arzneimitteln, Lockstoffen usw., ist über die handelsüblichen Lecksteine nicht möglich.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Salzmasse für die Verwendung in oder als Salzlecken für Vieh oder Wild bereitzustellen, durch welche die vorgenannten Nachteile bekannter Salzlecksteine überwunden werden, die sich einfach und flexibel darreichen und dosieren läßt und mit der gegebenenfalls auf einfache Weise vom Benutzer ergänzende Zusätze dargereicht werden können.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Salzmasse für die Verwendung in oder als Salzlecken für Vieh oder Wild gelöst, welche Steinsalz und/oder Mineralsalz und ein Bindemittel enthält und in pastöser oder gelartiger Form vorliegt.

Die erfindungsgemäße Salzmasse wird zweckmäßigerweise in Eimern, Tuben oder Gebinden angeboten. Die pastöse oder gelartige Form bzw. Konsistenz der Salzmasse bietet eine Reihe von Vorteilen. Die Salzmasse läßt sich so beispielsweise an Bäumen, Baumstümpfen usw. aufstreichen bzw. aufspachteln, um so eine Salzlecke einzurichten. Der Benutzer kann Menge, Form und Ort der Salzlecke so sehr individuell und flexibel bestimmen. Besonders vorteilhaft läßt sich auf diese Weise in der Forstwirtschaft der Wildverbiß an Bäumen lenken und somit Wildschaden durch Wildverbiß verringern.

Ein weiterer ganz besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Salzmasse in pastöser oder gelartiger Form besteht darin, daß sich zusätzlich zu der Grundzusammensetzung, wie sie der Benutzer im Handel erwirbt, weitere Zusätze in beliebiger Menge und von beliebiger Art auf sehr einfache Weise durch Einrühren einarbeiten lassen. Alternativ können auch bereits in der Handelsform solche Zusatzstoffe eingearbeitet sein. Auch die Herstellung solcher durch Zusatzstoffe ergänzter Handelsformen der erfindungsgemäßen Salzmasse ist durch die pastöse oder gelartige Form der Masse erheblich einfacher und weniger aufwendig als bei den derzeitig erhältlichen Lecksteinen. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Salzmasse daher zusätzlich Lockstoffe, Geruchsstoffe, Geschmacksstoffe, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und/oder Vitamine. So lassen sich beispielsweise für die Forstwirtschaft oder für die Wildhege durch Jagdrevierinhaber Salzmassen für Salzlecken herstellen und anbieten, die bestimmte Wildlockstoffe enthalten, durch die das Wild angezogen und damit in der Forstwirtschaft beispielsweise von empfindlichen Neuanpflanzungen abgelenkt werden kann. Auch Arzneimittel, wie Impfstoffe oder Antibiotika, Aufbaupräparate usw. lassen sich individuell in die Salzmasse einarbeiten und dem Vieh oder Wild über die Salzlecken darreichen. Besonders bevorzugt enthält die erfindungsgemäße Salzmasse solche Zusatzstoffe in einer auf das Gesamtgewicht der Salzmasse bezogenen Menge von insgesamt bis zu 10 Gew.-%, ganz besonders zweckmäßig in einer Menge bis zu 1 Gew.-%.

Festigkeit und Form der erfindungsgemäßen Salzmasse für Salzlecken wird durch die Gesamtzusammensetzung bestimmt, wobei jedoch Art und Menge des verwendeten Bindemittels und die Menge an Steinsalz oder Mineralsalz sowie der Wassergehalt die wesentlichen Faktoren für die Konsistenz der Salzmasse sind. Zweckmäßigerweise sollte der Bindemittelanteil zugunsten des Anteils an Steinsalz, Mineralsalz und anderen Nährstoffen möglichst gering sein.

Besonders bevorzugt ist die Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Salzmasse so ausgewählt, daß die Salzmasse nach dem Ausbringen als Salzlecke nicht aushärtet und ihre ursprüngliche oder pastöse gelartige Konsistenz beibehält oder bei Trockenheit an der Oberfläche eine Konsistenz einnimmt, die irgendwo zwischen der ursprünglichen pastösen oder gelartigen Form und einer vollständig ausgehärteten Masse liegt. Für bestimmte Anwendungen kann es jedoch von Vorteil sein, wenn die Zusammensetzung der Salzmasse nach dem Ausbringen als Salzlecke innerhalb eines Zeitraums von einigen Stunden oder gegebenenfalls auch Tagen an der Umgebungsatmosphäre aushärtet und fest wird. Dies gewährleistet, daß sich die Salzmasse nach dem Ausbringen und Aushärten wie bekannte Salzsteinlecken verhält. Für die Aufnahme des Salzes und der weiteren enthaltenen Stoffe muß das Vieh oder Wild die Masse erst durch Lecken auflösen. Hierdurch wird verhindert, daß mit einem Mal zu große Mengen der Salzmasse aufgenommen werden. Zudem hält eine ausgehärtete Salzmasse länger den Witterungsbedingungen und einem Auswaschen durch Regen stand und besitzt eine bessere Haftung auf dem Untergrund als die pastöse oder gelartige Form.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Salzmasse als Bindemittel einen wäßrigen Stärkebrei. Als stärkehaltiges Mittel verwendet man vorzugsweise Mehl, ganz besonders bevorzugt Weizenmehl, aus dem man den wäßrigen Brei herstellt. Es eignen sich jedoch auch andere Stärken, wie Kartoffelstärke, Maisstärke usw. Wenn nachfolgend von Mehl oder Mehlbrei die Rede ist, so sind darunter im Sinne der Erfindung auch alle vorgenannten anderen Arten von Stärken und stärkehaltigen Mitteln zu verstehen.

Zur Herstellung einer Salzmasse mit Mehlbrei als Bindemittel wird zweckmäßigerweise zunächst Mehl mit Wasser gemischt und für eine Zeit zu einem Mehlbrei gekocht. Anschließend wird der Mehlbrei mit Steinsalz und/oder Mineralsalz und gegebenenfalls weiteren Zusatzstoffen gründlich gemischt und abgefüllt. Eine erfindungsgemäße Salzmasse mit Mehlbrei als Bindemittel, die eine gut zu verarbeitende pastöse Konsistenz besitzt, enthält zweckmäßigerweise, bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse, 0,5–5,0 Gew.-% Mehl, vorzugsweise 1,0–2,5 Gew.-% Mehl.

In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Salzmasse für Salzlecken ein mineralisches Bindemittel, das durch vorherige Vergelung von MgCl2 Lösung mit mindestens 200 g/l MgCl2 Gehalt durch intensives Verrühren mit CaO, Ca(OH)2, MgO oder Mg(OH)2 oder Gemischen davon hergestellt wird. Besonders bevorzugt ist das mineralische Bindemittel unter Brandkalk, Kalkhydrat, Branddolomit, Dolomitkalkhydrat und kaustisch gebranntem Magnesiumoxid ausgewählt. Bevor der zeitlich über bis zu 72 h verzögert ablaufende Vergelungsprozess einsetzt, wird das Bindemittel/MgCl2-Lösungsgemisch mit feinem Steinsalz und/oder Minaralsalz vermischt. Bei Verwendung eines oder mehrerer der vorgenannten mineralischen Bindemittel, MgCl2 Lösung und beispielsweise feinem NaCl-Kristallisat erhält man nach einer Zeitspanne von einigen Minuten bis zu 72 h eine Salzmasse mit gelartig spachtelbarer Konsistenz. Zweckmäßigerweise enthält die erfindungsgemäße Salzmasse das oder die mineralischen Bindemittel und MgCl2 in einer auf das Gesamtgewicht der Salzmasse bezogenen Menge von 0,5–10 Gew.-%, vorzugsweise 0,5–5,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 1,0–3,0 Gew.-%.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Salzmasse werden der vorgenannte Mehlbrei und das mineralische Bindemittel (einschließlich MgCl2) im Gemisch eingesetzt. Hierbei sind Mischungsverhältnisse von Mehlbrei zu mineralischem Bindemittel von 1:5 bis 5:1, vorzugsweise 1:2 bis 2:1 geeignet. Besonders bevorzugt ist ein Mischungsverhältnis von etwa 1:1. Der Gesamtfeststoffgehalt an Mehl und mineralischem Bindemittel in der Salzmasse sollte 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse, nicht überschreiten. Bevorzugt ist ein Feststoffanteil des Bindemittels bis etwa 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse.

Die Erfindung wird nun weiter anhand von Beispielen und bevorzugten Ausführungsformen beschrieben.

Beispiel 1: Herstellung von Salzmassen mit Mehlbrei als Bindemittel

Von 1 l Wasser wurden 100 ml abgenommen und mit unterschiedlichen Mengen Mehl verrührt. Die restlichen 900 ml Wasser wurden zum Kochen gebracht und das angerührte Mehl unter Rühren zugegeben. Dieser Mehlbrei wurde für 15 Min. gekocht. Anschließend wurde der Mehlbrei mit angefeuchtetem, feinem NaCl-Kristallisat in einem Mischer sorgfältig vermengt.

In einer ersten Reihe von Rezepturen a1) bis a4) wurden jeweils 250 ml Mehlbrei (MB) mit 100 g Mehl pro Liter Wasser mit verschiedenen Mengen NaCl-Kristallisat gemischt und bewertet. Die Mischungsverhältnisse und entsprechenden Bewertungen sind in der nachfolgenden Tabelle 1 angegeben.

Tabelle 1: Salzmasse mit Mehlbrei als Bindemittel und variierender Menge an NaCl-Kristallisat

In einer weiteren Reihe von Rezepturen b1) bis b6) wurden jeweils 250 ml Mehlbrei mit 1250 g NaCl-Kristallisat gemischt und bewertet, wobei die Menge an Mehl im Mehlbrei von 25 g/l bis 200 g/l Mehl variiert wurde. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 2 angegeben.

Tabelle 2: Salzmasse mit Mehlbrei als Bindemittel und variierender Mehlmenge
Beispiel 2: Herstellung von Salzmassen mit mineralischem Bindemittel

Zunächst wurde ein Gelbrei aus MgCl2-Lösung, die weitere Salze enthielt, und Dolomitkalkhydrat (DKH) hergestellt. MgCl2-Lösung: 30 g/l MgSO4, 315 g/l MgCl2, 42 g/l KCl, 24 g/l NaCl, 877 g/l H2O; Dolomitkalkhydrat: (nach DIN1060) 55,6% Ca(OH)2 + 28,0% MgO + 6,2% Mg(OH)2 + 6,1% CaCO3

Zur Herstellung des Gelbreis wurden MgCl2-Lösung und Dolomitkalkhydrat (DKH) und gegebenenfalls Magnesia (MgO) für 2–5 Min. bei 1000 U.p.M. in einem Rotor-Mixer gemischt. Diesem Gelbrei wurde feines NaCl-Kristallisat zugegeben und die Masse sorgfältig gemischt.

In einer Reihe von Rezepturen wurden 1 Liter Gelbrei mit 3500 g NaCl-Kristallisat gemischt, wobei die Zusammensetzung des Gelbreies entsprechend Tabelle 3 variierte.

Tabelle 3: Salzmasse mit Gelbrei als Bindemittel und variierender Gelzusammensetzung

Anspruch[de]
  1. Salzmasse für die Verwendung in oder als Salzlecken für Vieh oder Wild, welche Steinsalz und/oder Mineralsalz und ein Bindemittel enthält, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse in pastöser oder gelartiger Form vorliegt.
  2. Salzmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Bindemittel einen wäßrigen Stärkebrei, vorzugsweise Mehlbrei, besonders bevorzugt Weizenmehlbrei, enthält.
  3. Salzmasse nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie – bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse – 0,5 bis 5,0 Gew.-% Stärke bzw. Mehl, vorzugsweise 1,0 bis 3,0 Gew.-% Stärke bzw. Mehl, enthält.
  4. Salzmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein mineralisches Bindemittel enthält.
  5. Salzmasse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das mineralische Bindemittel CaO, Ca(OH)2, MgO, Mg(OH)2 oder Gemische davon enthält.
  6. Salzmasse nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das mineralische Bindemittel unter Brandkalk, Kalkhydrat, Branddolomit, Dolomitkalkhydrat und kaustisch gebranntem Magnesiumoxid ausgewählt ist.
  7. Salzmasse nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie weiterhin MgCl2 enthält.
  8. Salzmasse nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß sie durch Mischen und Vergelen des mineralischen Bindemittels mit einer wässrigen MgCl2-Lösung, vorzugsweise mit wenigstens 200 g/l MgCl2, und anschließendes Mischen mit feuchtem, gemahlenem oder feinkristallinem Steinsalz und/oder Mineralsalz und gegebenenfalls weiteren Zusatzstoffen hergestellt ist.
  9. Salzmasse nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß sie – bezogen auf das Gesamtgewicht der Salzmasse – 0,5 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 5,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 1,0 bis 3,0 Gew.-% des mineralischen Bindemittels enthält.
  10. Salzmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich Lockstoffe, Geruchsstoffe, Geschmacksstoffe, Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und/oder Vitamine, vorzugsweise in einer auf das Gesamtgewicht der Salzmasse bezogenen Menge von insgesamt bis zu 10 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 5 Gew.-%, besonders bevorzugt bis zu 1 Gew.-%, enthält.
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