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Dokumentenidentifikation DE102006006123A1 07.09.2006
Titel Verwendung von Alk-2-en-4-insäureamiden als Aromastoffe
Anmelder Symrise GmbH & Co. KG, 37603 Holzminden, DE
Erfinder Ley, Jakob, 37603 Holzminden, DE;
Kindel, Günter, 37671 Höxter, DE
Vertreter Eisenführ, Speiser & Partner, 28195 Bremen
DE-Anmeldedatum 10.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006006123
Offenlegungstag 07.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.09.2006
IPC-Hauptklasse A23L 1/221(2006.01)A, F, I, 20060210, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61K 31/16(2006.01)A, L, I, 20060210, B, H, DE   A61K 31/40(2006.01)A, L, I, 20060210, B, H, DE   A61K 31/445(2006.01)A, L, I, 20060210, B, H, DE   
Zusammenfassung Beschrieben wird die Verwendung bestimmter Alk-2-en-4-insäureamide als (i) Aromastoff und/oder (ii) zur Erzeugung eines Gefühls von Kribbeln und/oder (iii) zur Erzeugung eines Gefühls von Kälte und/oder (iv) zur Anregung des Speichelflusses im Mund.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung bestimmter Alk-2-en-4-insäureamide als (i) Aromastoff und/oder (ii) zur Erzeugung eines Gefühls von Kribbeln und/oder (iii) zur Erzeugung eines Gefühls von Kälte und/oder (iv) zur Anregung des Speichelflusses im Mund, bevorzugt in der Ernährung, der Mundhygiene oder dem Genuss dienenden Zubereitungen oder oralen pharmazeutischen Zubereitungen. Die Erfindung betrifft auch neue Alk-2-en-4-insäureamide sowie Zubereitungen, welche die erfindungsgemäß zu verwendenden Alk-2-en-4-insäureamide umfassen.

Capsaicin [N-(4-Hydroxy-3-methoxybenzyl)-8-methyl-(6E)-nonensäureamid, Formel (1)] und andere Capsaicinoide sind als scharf schmeckende und wärmeerzeugende Aromastoffe aus verschiedenen Capsicum-Arten, insbesondere Chili, schon seit 1871 bekannt. Unter wärmeerzeugenden entsprechend geringer Dosierung der Capsaicinoide (der Schwellenwert liegt bei einer Verdünnung von ca. 1:105) wird nur eine angenehme, neutrale Schärfe und ein Wärmegefühl im Mund wahrgenommen, die aber lange anhält. Problematisch ist bei Capsaicin die hohe akute Toxizität (LD50 (Maus oral) 47 mg), die die Anwendbarkeit bei der Zubereitung erschwert, sowie die bei häufiger Anwendung und Überdosierung auftretende chronische Gastritis, Nieren- und Leberschädigung (Römpp Lexikon Naturstoffchemie, Thieme 1997, S. 109). Somit besteht trotz der guten sensorischen Eigenschaften ein Bedarf an weniger problematischen Scharfstoffen. Das im weißen Pfeffer vorkommende Piperin (1-Piperoylpiperidin, Formel (2),) verursacht zwar auch einen scharfen Eindruck (Römpp Lexikon Naturstoffchemie, Thieme 1997, S. 500), zeigt aber im Vergleich zu Capsaicin eine relative Schärfe von nur ca. 1 %. Darüber hinaus besitzt Piperin einen intensiven Eigengeschmack, der an Pfeffer erinnert, so dass die Anwendung in vielen Zubereitungen nur beschränkt erfolgen kann.

Ein vor allem in Mundpflegeprodukten zusätzlich zu den scharfen Eindrücken erwünschter Effekt eines erhöhten Speichelflusses wird durch die vorgenannten Substanzen nachteiligerweise nicht verursacht.

Die natürlich vorkommenden Alkamide Spilanthol (Formel (3)) und Pellitorin (Formel (4)) zeigen zwar eine speichelanregende und kribbelnde Wirkung, haben daneben aber nachteiligerweise einen langanhaltenden und betäubenden Effekt im Mundraum, der nicht für alle Anwendungen erwünscht ist (vgl. H.C.F. Su und R. Horvat, J. Agric. Food Chem. Jhrg. 1981, Bd. 29, Seiten 115–118). Zudem sind sie auf Grund ihrer stark ungesättigten Struktur synthetisch schwer zugänglich.

Primäre Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, Stoffe anzugeben, die zur Erzeugung eines Gefühls von Kribbeln und/oder zur Erzeugung eines Gefühls von Kälte und/oder zur Anregung des Speichelflusses im Mund (mundwässernder Effekt) geeignet sind. Zudem sollten diese Stoffe dabei vorzugsweise ein relativ neutrales Geruch- und Geschmacksprofil besitzen, synthetisch leicht zugänglich und stabil sein. Die anzugebenden Stoffe sollten zudem bedenkenlos in der Ernährung, der Mundhygiene oder dem Genuss dienenden Zubereitungen oder oralen pharmazeutischen Zubereitungen eingesetzt werden können.

Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch Angabe eines Alk-2-en-4-insäureamids der Formel (5)

wobei

R1 einen Alkylrest (wie nachfolgend definiert) darstellt,

und

R2 einen gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest (wie nachfolgend definiert) darstellt,

und

R3 ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest (wie nachfolgend definiert) darstellt,

oder

R2, R3 zusammen einen gegebenenfalls substituierten Alkylenrest (wie nachfolgend definiert) bilden,

oder

einer Mischung aus zwei oder mehr Verbindungen der Formel (5)

zur Verwendung als (i) Aromastoff und/oder (ii) zur Erzeugung eines Gefühls von Kribbeln und/oder (iii) zur Erzeugung eines Gefühls von Kälte und/oder (iv) zur Anregung des Speichelfusses im Mund, insbesondere zur Verwendung in der Ernährung, der Mundhygiene oder dem Genuss dienenden Zubereitungen oder oralen pharmazeutischen Zubereitungen.

Die Verbindungen der Formeln (5) können hinsichtlich der Doppelbindung zwischen C2 und C3 als E- oder Z-Isomere und im Falle des Vorhandenseins asymetrischer Kohlenstoffatome als reine Enantiomere und/oder Diastereomere oder als Mischungen aller möglicher Verhältnisse derselben vorliegen.

Hinsichtlich der Verbindungen der Formeln (5) gilt:

Alkylreste im Sinne der Erfindung sind lineare, verzweigte oder cyclische Alkylgruppen mit 1 bis 9 Kohlenstoffatomen, wobei die folgenden Gruppen bevorzugt sind: Methyl, Ethyl, n-Propyl, n-Butyl, n-Pentyl, n-Hexyl, n-Heptyl, n-Octyl und n-Nonyl.

Niederalkylreste im Sinne der Erfindung sind lineare, verzweigte oder cyclische Alkylgruppen mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen, die gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen, bevorzugt genau einer Hydroxygruppe substituiert sind, wobei die folgenden Gruppen bevorzugt sind: Methyl, Ethyl, 2-Hydroxyethyl, Propyl, 3-Hydroxypropyl, 2-Propyl, Cyclopropyl, Butyl, 2-Butyl, 3-Methylpropyl (d.h. Isobutyl), 2-Hydroxy-2-methylpropyl, Cyclobutyl, 1- oder 2-Methylcylopropyl, 2-Methylpropyl, Pentyl, 2-Pentyl, 3-Pentyl, 2-Methylbutyl, 3-Methylbutyl, Cyclopentyl und 1-, 2- oder 3-Methylcyclobutyl, insbesondere aber 2-Hydroxyethyl, Isobutyl (vgl. Verbindung 6 weiter unten) oder 2-Methylbutyl (vgl. Verbindung 7).

Ein gegebenenfalls substituierter Alkylenrest im Sinne der Erfindung ist eine Alkylengruppe mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, die ihrerseits gegebenenfalls durch ein oder mehrere Niederalkylreste (Definition weiter oben) oder einen oder mehrere Hydroxy-, Oxo- und/oder Carboxylrest substituiert ist, wobei folgende Gruppen bevorzugt sind: Ethylen, Propylen, Butylen, Pentylen, 1-Oxobutylen, 1-Oxopentylen, 1-Oxo-4-carboxybutylen, 3-Hydroxy-1-carboxybutylen oder 2-Hydroxy-1-carboxybutylen.

Die Alk-2-en-4-insäureamide der Formeln (5) können mit an sich bekannten Methoden zur Amidsynthese (vgl. z.B. Lehrbücher der praktischen organischen Chemie) aus den korrespondierenden Alk-2-en-4-insäuren oder deren Alkylestern hergestellt werden. Beispielsweise können die Alk-2-en-4-insäuren in die entsprechenden Säurechloride überführt und mit dem entsprechenden Alkylamin allein oder unter Zuhilfenahme einer Hilfsbase mit oder ohne Lösungsmittel einfach in die erfindungsgemäßen Alk-2-en-4-insäureamide überführt und mit den üblichen Methoden (z.B. Destillation, Kristallisation, Chromatographie) aufgereinigt werden.

Einige Alk-2-en-4-insäureamide der Formel 5 sind schon beschrieben worden. So wurden 2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid (Beilstein-Registrier-Nr. 1709677) von L. Crombie in J. Chem. Soc., Jahrg. 1955, Seiten 1007–1025 (insbesondere Seite 1024) und 2E-Hexadecen-4-insäure-N-isobutylamid von P.C. Wailes in Austr. J. Chem., Jhrg. 1959, Band 12, Seiten 173–189 als Synthesezwischenprodukte beschrieben. Eine Verwendung der Alk-2-en-4-insäureamide (5) für die oben angegebenen Verwendungszwecke war jedoch bislang nicht bekannt.

Überraschend und für den Fachmann nicht voraussehbar war insbesondere, dass die erfindungsgemäß einzusetzenden Alk-2-en-4-insäureamide bei der sensorischen Untersuchung einen kribbelnden (englisch: Tingling) und vor allem zusätzlich einen als kühlend beschriebenen Geschmackseindruck hervorrufen und zudem speichelfördernd wirken. Ferner überraschend war, dass die sensorischen Eindrücke bei höheren Einsatzkonzentrationen relativ stark sind und relativ lange anhalten, so dass die Verbindung der Formel (5) (sowie Mischungen unterschiedlicher Verbindungen der Formel (5)) hervorragend für die genannten Zwecke eingesetzt werden kann (können).

Insbesondere vorteilhaft ist, dass die Alk-2-en-4-insäureamide der Formel (5) einen kribbelnden oder als Tingling beschriebenen Geschmackseindruck verursachen und stark speichelfördernd sind, ohne dabei eine Schärfe und/oder Wärme (im Unterschied zu den Capsaicinoiden) und/oder ein ausgesprochen betäubendes Gefühl (im Unterschied zu Pellitorin und Spilanthol) zu vermitteln.

Besonders bevorzugt sind die folgenden erfindungsgemäß einzusetzenden Alk-2-en-4-insäureamide

2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid (6)

2E-Decen-4-insäure-N-(2-methylbutyl)amid (7)

2E-Decen-4-insäure-N-piperidinid (8)

2E-Decen-4-insäure-N-pyrrolidinid (9)

und deren 2Z-Isomere sowie im Falle von asymetrischen Kohlenstoffatomen wie in Verbindung 7 deren Enantiomere, sowie Mischungen, die zwei oder mehr dieser Verbindungen umfassen.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Zubereitungen, Halbfertigwaren und Riech-, Aroma- und Geschmackstoffkompositionen, welche ein oder mehrere erfindungsgemäß zu verwendende Alk-2-en-4-insäureamide enthalten. Vergleiche dazu die nachfolgende Beschreibung sowie die beigefügten Ansprüche.

Die erfindungsgemäß einzusetzenden Alk-2-en-4-insäureamide der Formel (5) (oder deren Mischungen) können auch in kosmetischen oder dermatologischen Zubereitungen zur Erzeugung eines Gefühls von Kälte auf der Haut verwendet werden.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Alk-2-en-4-insäureamide der Formel (5) (oder deren Mischungen) in Kombination mit einer oder mehreren scharf schmeckenden und/oder ein Gefühl von Wärme erzeugenden Substanzen oder (insbesondere) scharf schmeckenden pflanzlichen Extrakten verwendet, wobei gezielt äußerst interessante sensorische Effekte in Richtung Tingling, Schärfe, und/oder Wärme-Kühlung-Irritation erzielt werden können. Insbesondere die Kombination der erfindungsgemäß einzusetzenden Alk-2-en-4-insäureamide mit einem scharf schmeckenden pflanzlichen Extrakt in einem Verhältnis von 0,01 zu 1 bis 100 zu 1, bevorzugt 0,1 zu 1 bis 10 zu 1 erzeugt ein angenehmes sensorisches Profil.

Zur Kombination geeignete scharf schmeckende und/oder ein Gefühl von Wärme erzeugende Substanzen sind insbesondere: Capsaicin, Dihydrocapsaicin, Gingerole, Paradole, Shogaole, Piperin, Alkansäure-N-vanillylamide, insbesondere Nonansäure-N-vanillylamid, Pellitorin oder Spilanthol, 2-Nonensäure-N-4-hydroxy-3-methoxyphenylamid, Alkylether von 4-Hydroxy-3-methoxybenzylalkohol, insbesonders 4-Hydroxy-3-methoxybenzyl-n-butylether, Alkylether von 4-Acyloxy-3-methoxybenzylalkohol, insbesondere 4-Acetyloxy-3-methoxybenzyl-n-butylether und 4-Acetyloxy-3-methoxybenzyl-n-hexylether, Alkylether von 3-Hydroxy-4-methoxybenzylalkohol, Alkylether von 3,4-Dimethoxybenzylalkohol, Alkylether von 3-Ethoxy-4-hydroxybenzylalkohol, Alkylether von 3,4-Methylendioxybenzylalkohol, (4-Hydroxy-3-methoxyphenyl)essigsäureamide, insbesondere (4-Hydroxy-3-methoxyphenyl)essigsäure-N-n-octylamid, Vanillomandelsäurealkylamide nach WO 2003/106404, Ferulasäurephenethylamide nach EP 1,323,356, Alkensäure-N-alkylamide, Nicotinaldehyd, Methylnicotinat, Propylnicotinat, 2-Butoxyethylnicotinat, Benzylnicotinat, 1-Acetoxychavicol, Polygodial und Isodrimeninol.

Zur Kombination geeignete scharf schmeckende pflanzliche Extrakte sind alle für die Ernährung geeigneten pflanzlichen Extrakte, die einen scharfen und/oder warmen sensorischen Eindruck hervorrufen. Bevorzugt als pflanzliche Extrakte sind insoweit beispielsweise Pfefferextrakt (Piper ssp., insbesondere Piper nigrum), Wasserpfefferextrakt (Polygonum ssp., insbesondere Polygonum hydropiper), Extrakte aus Allium ssp. (insbesondere Zwiebel und Knoblauchextrakte), Extrakte aus Rettich (Raphanus ssp.), Meerrettichextrakte (Cochlearia armoracia), Extrakte aus schwarzem (Brassica nigra), wildem oder gelbem Senf (Sinapis ssp., insbesondere Sinapis arvensis und Sinapis alba), Bertramwurzel-Extrakte (Ancyclus ssp., insbesondere Anacylcus pyrethrum L.), Sonnenhutextrakte (Echinaceae ssp.), Extrakte aus Szechuan-Pfeffer (Zanthoxylum ssp., insbesondere Zanthoxylum piperitum), Spilanthesextrakt (Spilanthes ssp., insbesondere Spilanthes acmella), Chiliextrakt (Capsicum ssp., insbesondere Capsicum frutescens), Paradieskörner-Extrakt (Aframomum ssp., insbesondere Aframomum melegueta [Rose] K. Schum.), Ingwerextrakt (Zingiber ssp., insbesondere Zingiber officinale), Galangaextrakt (Kaempferia galanga oder Alpinia galanga) und Jaborandi-Extrakt (Pilocarpus-Spezies, insbesondere Pilocarpus jaborandi).

Die pflanzlichen Extrakte im Sinne der Erfindung können häufig aus den entsprechenden frischen oder getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen, insbesondere aber aus weißen, grünen oder schwarzen Pfefferkörnern, Wasserpfefferkörnern, Zwiebeln und Knoblauch, Rettichwurzel, Meerrettich, Senfkörnern, Sonnenhutwurzeln, Bertramwurzel, Pflanzenteilen der Zanthoxylum-Arten, Pflanzenteilen der Spilanthes-Arten, Chilischoten, Paradieskörnern oder Ingwer- oder Galangawurzeln gewonnen werden. Dabei werden die getrockneten Pflanzenteile, die vorzugsweise vorher zerkleinert wurden, üblicherweise mit einem für Nahrungs- und Genussmittel geeigneten Lösungsmittel, bei einer Temperatur im Bereich von 0°C bis zum Siedepunkt des jeweiligen Lösungsmittels extrahiert, anschließend filtriert und das Filtrat ganz oder teilweise einengt, vorzugsweise durch Destillation, Gefrier- oder Sprühtrocknung. Der so erhaltene Rohextrakt kann dann noch weiter aufgearbeitet werden, beispielsweise mit Wasserdampf bei Drücken von 0,01 mbar bis Normaldruck behandelt und/oder in einem für Nahrungs- und Genussmittel geeigneten Lösungsmittel aufgenommen werden. Für Nahrungs- und Genussmittel geeignete Lösungsmittel sind beispielsweise: Wasser, Ethanol, Methanol, Propylenglycol, Glycerin, Aceton, Dichlormethan, Diethylether, Hexan, Heptan, Triacetin, ein pflanzliches Öl oder Fett, superkritisches Kohlendioxid oder ein Gemisch der vorgenannten Lösungsmittel.

In einer besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Alk-2-en-4-insäureamide (oder deren Mischungen) in Kombination mit anderen Tingling und/oder Speichelanregung verursachenden Substanzen oder Pflanzenextrakten oder biologische Produkte, enhaltend diese Substanzen verwendet.

Als Tingling oder Speichelanregung verursachende Substanzen können beispielsweise bestimmte andere ungesättigte Alkamide (z.B. Pellitorine, Spilanthole, Shogaoole), Alkaloide (z.B. Pilocappin), speichelflussfördernde Peptide (z.B. Substanz P, Tachykinine, Physalaemin), aber auch einfache Fruchtsäuren (z.B. Citronensäure, Weinsäure) verwendet werden.

Auch die Kombination mit scharf schmeckenden und Speichelanregung verursachenden Alkencarbonsäure-N-alkylamiden (vgl. z.B. DE 103 51 422) oder nur Speichelanregung verursachenden Alkoxyalkansäure-N-alkylamiden ist bevorzugt.

Pflanzenextrakte oder biologische Produkte, enhaltend Tingling und/oder Speichelanregung verursachende Substanzen sind z.B. spezielle Pfefferextrakte (Piper ssp., insbesondere Piper tuberculatum), Bertramwurzel-Extrakte (Anacyclus ssp., insbesondere Anacylcus pyrethrum L.), Sonnenhutextrakte (Echinaceae ssp.), Extrakte aus Szechuan-Pfeffer (Zanthoxylum ssp., insbesondere Zanthoxylum piperitum), Spilanthesextrakt (Spilanthes ssp., insbesondere Spilanthes acmella), Jaborandi-Extrakt (Pilocarpus-Spezies, insbesondere Pilocarpus jaborandi), saure Früchte oder Fruchtzubereitungen (z.B. Zitronensaft, Sauerdornsaft).

In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung werden die erfindungsgemäßen Alk-2-en-4-insäureamide (oder deren Mischungen) in Kombination mit einer oder mehreren eine physiologische Kühlwirkung verursachenden Substanzen oder Pflanzenextrakte oder biologische Produkte, enhaltend diese Substanzen, verwendet.

Als physiologische Kühlwirkung verursachende Substanzen können beispielsweise Menthol und Mentholderivate (z.B. L-Menthol, rac. Menthol) Menthylether (z.B. (I-Menthoxy)-1,2-propandiol, (I-Menthoxy)-2-methyl-1,2-propandiol, Menthylmethylether), Menthylester (z.B. Menthylacetat, Menthylisobutyrat, Menthyllactat, Menthyl-(2-methoxy)acetat, Menthyl-(2-methoxyethoxy)acetat, Menthylpyroglutamat), Menthylcarbonate (z.B. Menthylpropylenglycolcarbonat, Menthylethylenglycolcarbonat, Menthylglycerincarbonat), die Halbester von Mentholen mit Dicarbonsäure (z.B. Menthylsuccinat, Menthylglutarat), Menthancarbonsäureamide (z.B. Menthancarbonsäure-N-ethylamid), Menthon und Menthonderivate (z.B. Menthonglycerinketal), 2,3-Dimethyl-2-(2-propyl)-butansäurederivate (z.B. 2,3-Dimethyl-2-(2-propyl)-butansäure-N-methylamid), Isopulegol oder seine Ester (I-(-)-Isopulegol, I-(-)-Isopulegolacetat), Menthanderivate (z.B. p-Menthan-3,8-diol), Cubebol, alpha-Ketoenamine (z.B. 3-Methyl-2(1-pyrrolidinyl)-2-cyclopenten-1-on) nach US 2004 52,828 oder Icilin oder andere Pyrimidinonderivate nach WO 04 026,840 dienen.

Als Pflanzenextrakte oder biologische Produkte, die eine oder mehrere physiologische Kühlwirkung verursachende Substanzen umfassen, können insbesondere Menthol-haltige Produkte (z.B. div. Mentha ssp., vor allem M. piperita und M. arvensis sowie Lycium ssp. und Litchi ssp.) eingesetzt werden.

Die Erfindung betrifft auch der Ernährung, der Mundhygiene oder dem Genuss dienende Zubereitungen, enthaltend eine zum Erreichen eines Gefühls des Kribbelns und/oder der Kälte und/oder eine zur Erzeugung des Speichelflusses wirksame Menge eines Alk-2-en-4-insäureamids der Formel (5) oder einer Mischung aus zwei oder mehr Verbindungen der Formel (5)

wobei jeweils

R1, R2 und R3 die oben genannten Bedeutungen haben. Die obigen Bemerkungen zu bevorzugten Verbindungen der Formel (5) gelten auch insoweit.

Die gegebenenfalls von L. Crombie in J. Chem. Soc., a. a. O., oder von P. C. Wailes in Austr. J. Chem, a. a. O., beschriebenen Mischungen, die ein Alk-2-en-4-insäureamid der Formel (5) umfassen, sind nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung und sind insbesondere keine erfindungsgemäßen Zubereitungen.

Die genannten erfindungsgemäßen Zubereitungen umfassen gegebenenfalls andere übliche Grund-, Hilfs- und Zusatzstoffe für Nahrungs- oder Genussmittel oder der Mundhygiene dienende Zubereitungen. Die Zubereitungen enthalten in der Regel 0,0000001 Gew.-% bis 10 Gew.-%, bevorzugt 0,00001 bis 1 Gew.-%, besonders bevorzugt aber 0,00001 Gew.-% bis 0,1 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, an einem oder mehreren der Alk-2-en-4-insäureamide der Formel (5). Weitere übliche Grund-, Hilfs- und Zusatzstoffe für Nahrungs- oder Genussmittel oder der Mundhygiene dienende Zubereitungen können in Mengen von 0,0000001 bis 99,9999999 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 80 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, enthalten sein. Ferner können die Zubereitungen Wasser in einer Menge bis zu 99,9999999 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 80 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, enthalten.

Der Ernährung oder dem Genuss dienende Zubereitungen sind z.B. Backwaren (z.B. Brot, Trockenkekse, Kuchen, sonstiges Gebäck), Süßwaren (z.B. Schokoladen, Schokoladenriegelprodukte, sonstige Riegelprodukte, Fruchtgummi, Hart- und Weichkaramellen, Kaugummi), alkoholische oder nichtalkoholische Getränke (z.B. Kaffee, Tee, Wein, weinhaltige Getränke, Bier, bierhaltige Getränke, Liköre, Schnäpse, Weinbrände, fruchthaltige Limonaden, isotonische Getränke, Erfrischungsgetränke, Nektare, Obst- und Gemüsesäfte, Frucht- oder Gemüsesaftzubereitungen), Instantgetränke (z.B. Instant-Kakao-Getränke, Instant-Tee-Getränke, Instant-Kaffeegetränke), Fleischprodukte (z.B. Schinken, Frischwurst- oder Rohwurstzubereitungen, gewürzte oder marinierte Frisch- oder Pökelfleischprodukte), Eier oder Eiprodukte (Trockenei, Eiweiß, Eigelb), Getreideprodukte (z.B. Frühstückscerealien, Müsliriegel, vorgegarte Fertigreis-Produkte), Milchprodukte (z.B. Milchgetränke, Milcheis, Joghurt, Kefir, Frischkäse, Weichkäse, Hartkäse, Trockenmilchpulver, Molke, Butter, Buttermilch), Fruchtzubereitungen (z.B. Konfitüren, Fruchteis, Fruchtsoßen, Fruchtfüllungen), Gemüsezubereitungen (z.B. Ketchup, Soßen, Trockengemüse, Tiefkühlgemüse, vorgegarte Gemüse, eingekochte Gemüse), Knabberartikel (z.B. gebackene oder frittierte Kartoffelchips oder Kartoffelteigprodukte, Extrudate auf Mais- oder Erdnussbasis), Produkte auf Fett- und Ölbasis oder Emulsionen derselben (z.B. Mayonnaise, Remoulade, Dressings), sonstige Fertiggerichte und Suppen (z.B. Trockensuppen, Instant-Suppen, vorgegarte Suppen), Gewürze, Würzmischungen sowie insbesondere Aufstreuwürzungen (englisch: Seasonings), die beispielsweise im Snackbereich Anwendung finden. Die Zubereitungen im Sinne der Erfindung können auch als Halbfertigware zur Herstellung weiterer der Ernährung oder dem Genuss dienenden Zubereitungen dienen. Die Zubereitungen im Sinne der Erfindung können auch in Form von Kapseln, Tabletten (nicht überzogene sowie überzogene Tabletten, z.B. magensaftresistente Überzüge), Dragees, Granulaten, Pellets, Feststoffmischungen, Dispersionen in flüssigen Phasen, als Emulsionen, als Pulver, als Lösungen, als Pasten oder als andere schluck- oder kaubare Zubereitungen als Nahrungsergänzungsmittel vorliegen.

Vorzugsweise liegen die erfindungsgemäßen Zubereitungen in Form von Riech-, Aroma- oder Geschmacksstoffkompositionen oder Würzmischungen vor.

Bevorzugt wird das bzw. werden die Alk-2-en-4-insäureamide der Formel (5) oder werden erfindungsgemäße Zubereitungen in Aufstreuwürzungen, sogenannten (englisch) Seasonings, eingesetzt, um das trockene Mundgefühl, das beim Verzehr von Mais-, Kartoffel- oder Reismehl-Chips und -Snacks entsteht, zu vermeiden und den sensorischen Gesamteindruck zu verbessern.

Bevorzugte Aufstreuwürzungen enthalten z.B. neben erfindungsgemäß einzusetzenden Alk-2-en-4-insäureamide synthetische, natürliche oder naturidentische Aromastoffe sowie Trägerstoffe wie z.B. Maltodextrin, Salze wie z.B. Kochsalz, Gewürze wie z.B. Paprika und Pfeffer, Zuckerstoffe wie z.B. Saccharin und Geschmacksverstärker wie z.B. Mononatriumglutamat und/oder Inosinmonophosphat.

Der Mundhygiene dienende Zubereitungen sind insbesondere Zahnpflegemittel wie Zahnpasten, Zahngele, Zahnpulver, Mundwässer, Kaugummis und andere Mundpflegemittel.

Zahnpflegemittel, die erfindungsgemäß einzusetzende Alk-2-en-4-insäureamide enthalten, umfassen im allgemeinen ein abrasives System (Schleif- oder Poliermittel), wie z.B. Kieselsäuren, Calciumcarbonaten, Calciumphosphaten, Alumiuniumoxiden und/oder Hydroxylapatiten, oberflächenaktive Substanzen, wie z.B. Natriumlaurylsulfat, Natriumlaurylsarcosinat und/oder Cocamidopropylbetain, Feuchthaltemittel, wie z.B. Glycerin und/oder Sorbit, Verdickungsmittel, wie z.B. Carboxymethylcellulose, Polyethylenglycolen, Carrageenanen und/oder Laponiten®, Süßstoffe, wie z.B. Saccharin, Geschmacksmodifizierer, wie z.B. Lactisol, Maskierungsmittel, wie z.B Hydroxyflavanonen, Kühlwirkstoffe, wie z.B. Menthol oder Mentholderivaten, Stabilisatoren und aktive Wirkstoffen, wie z.B. Natriumfluorid, Natriummonofluorphosphat, Zinndifluorid, quartären Ammoniumfluoriden, Zinkcitrat, Zinksulfat, Zinnpyrophosphat, Zinndichlorid, Mischungen verschiedener Pyrophosphate, Triclosan, Cetylpyridiniumchlorid, Aluminiumlactat, Kaliumcitrat, Kaliumnitrat, Kaliumchlorid, Strontiumchlorid, Wasserstoffperoxid, Aromen und/oder Natriumbicarbonat.

Kaugummis, die erfindungsgemäß einzusetzende Alk-2-en-4-insäureamide enthalten, umfassen im allgemeinen eine Kaugummibase, d.h. eine beim Kauen plastisch werdenden Kaumasse, Zucker verschiedener Arten, Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe, Zuckeralkohole, Feuchthaltemittel, Verdicker, Emulgatoren, Aromen und Stabilisatoren.

Die Erfindung betrifft auch orale pharmazeutische Zubereitungen, enthaltend eine zum Erreichen eines trigeminalen Effektes (Reizes) wirksame Menge, vorzugsweise eine zum Erreichen eines Gefühls von Kribbeln oder Kälte oder zur Erzeugung von Speichelfluss wirksame Menge eines Alk-2-en-4-insäureamids der Formel (5) oder einer Mischung aus zwei oder mehr Verbindungen der Formel (5).

Orale pharmazeutische Zubereitungen im Sinne der Erfindung sind Zubereitungen, die z.B. in Form von Kapseln, Tabletten (nichtüberzogene sowie überzogene Tabletten, z.B. magensaftresistente Überzüge), Dragees, Granulaten, Pellets, Feststoffmischungen, Dispersionen in flüssigen Phasen, als Emulsionen, als Pulver, als Lösungen, als Pasten oder als andere schluck- oder kaubare Zubereitungen vorliegen, die neben erfindungsgemäß einzusetzenden Alkyloxyalkansäureamide auch andere pharmazeutische Wirkstoffe oder für Nahrungsmittelergänzungsmittel geeignete Wirkstoffe enthalten, und als verschreibungspflichtige, apothekenpflichtige oder sonstige Arzneimittel oder als Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden.

Andere pharmazeutische Wirkstoffe oder für Nahrungsmittelergänzungsmittel geeignete Wirkstoffe können z.B. sein: Vitamine, Mineralien, Antibiotika, bakterizide, fungizide, antivirale, antihelmintische, antifungische oder anderweitig antimikrobiell wirksame Wirkstoffe, Mittel gegen Alterung, Mittel gegen innerer Krankheiten, z.B. Herz-Kreislauf-Krankheiten, Mittel gegen gut- oder bösartige Tumoren (z.B. Cytostatica), Mittel zur Vorbeugung gegen Krebs, zur Vorbeugung oder Heilung von Demenzerkrankungen, Mittel zur Verbesserung der kognitiven Leistungen, Wirkstoffe zur Erniedrigung der Koagulation des Blutes, Mittel gegen Augenerkrankungen, Wirkstoffe zur Senkung des Fiebers, und Wirkstoffe zur Reduzierung entzündlicher Krankheiten.

Die Zubereitungen im Sinne der Erfindung können auch in Form von Kapseln, Tabletten (nichtüberzogene sowie überzogene Tabletten, z.B. magensaftresistente Überzüge), Dragees, Granulaten, Pellets, Feststoffmischungen, Dispersionen in flüssigen Phasen, als Emulsionen, als Pulver, als Lösungen, als Pasten oder als andere schluck- oder kaubare Zubereitungen als Nahrungsergänzungsmittel vorliegen.

Erfindungsgemäße Zubereitungen, welche ein oder mehrere Alk-2-en-4-insäureamide der Formel (5) umfassen, können hergestellt werden, indem das (die) Alk-2-en-4-insäureamid(e) als Substanz, als Lösung oder in Form eines Gemisches mit einem festen oder flüssigen Trägerstoff in eine der Ernährung, der Mundhygiene oder dem Genuss dienende Basis-Zubereitung eingearbeitet wird (werden). Vorteilhafterweise werden als Lösung vorliegende erfindungsgemäße Zubereitungen durch Sprühtrocknung in eine feste Zubereitung überführt.

Zur Herstellung erfindungsgemäßer Zubereitungen können gemäß einer alternativen bevorzugten Ausführungsform die Alk-2-en-4-insäureamide und gegebenenfalls andere Bestandteile der erfindungsgemäßen Zubereitung zunächst in Emulsionen, in Liposomen, z.B. ausgehend von Phosphatidylcholin, in Microsphären, in Nanosphären oder auch in Kapseln, Granulaten oder Extrudaten aus einer z.B. für Lebens- und Genussmittel geeigneten Matrix, z.B. aus Stärke, Stärkederivaten, Cellulose oder Cellulosederivaten (z.B. Hydroxypropylcellulose), anderen Polysacchariden (z.B. Alginat), natürlichen Fetten, natürlichen Wachsen (z.B. Bienenwachs, Carnaubawachs) oder aus Proteinen, z.B. Gelatine, eingearbeitet werden.

In einem weiteren alternativen bevorzugten Herstellungsverfahren werden die Alk-2-en-4-insäureamide zunächst mit einem oder mehreren geeigneten Komplexbildnern, beispielsweise mit Cyclodextrinen oder Cyclodextrinderivaten, bevorzugt &bgr;-Cyclodextrin, komplexiert und in dieser komplexierten Form eingesetzt.

Besonders bevorzugt ist eine erfindungsgemäße Zubereitung, bei der die Matrix so gewählt wird, dass die Alk-2-en-4-insäureamide verzögert von der Matrix freigegeben werden, so dass man eine langanhaltende Aromawirkung erhält.

Vorzugsweise umfasst eine erfindungsgemäße Zubereitung zusätzlich mindestens eine weitere Tingling oder Speichelanregung oder einen physiologischen Kühlwirkung verursachende Substanz oder mindestens einen pflanzlichen Extrakt enthaltend diese Substanz(en).

Als andere Bestandteile für erfindungsgemäße, der Ernährung oder dem Genuss dienenden Zubereitungen können weitere übliche Grund-, Hilfs- und Zusatzstoffe für Nahrungs- oder Genussmittel verwendet werden, z.B. Wasser, Gemische frischer oder prozessierter, pflanzlicher oder tierischer Grund- oder Rohstoffe (z.B. rohes, gebratenes, getrocknetes, fermentiertes, geräuchertes und/oder gekochtes Fleisch, Ei, Knochen, Knorpel, Fisch, Krusten- und Schalentiere, Gemüse, Früchte, Kräuter, Nüsse, Gemüse- oder Fruchtsäfte oder -pasten oder deren Gemische), verdauliche oder nicht verdauliche Kohlenhydrate (z.B. Saccharose, Maltose, Fructose, Glucose, Dextrine, Amylose, Amylopektin, Inulin, Xylane, Cellulose), Zuckeralkohole (z.B. Sorbit, Mannitol, Xylitol), natürliche oder gehärtete Fette (z.B. Talg, Schmalz, Palmfett, Kokosfett, gehärtetes Pflanzenfett), fette Öle (z.B. Sonnenblumenöl, Erdnussöl, Maiskeimöl, Distelöl, Olivenöl, Walnussöl, Fischöl, Sojaöl, Sesamöl), Fettsäuren oder deren Salze (z.B. Kaliumstearat, Kaliumpalmitat), proteinogene oder nichtproteinogene Aminosäuren und verwandte Verbindungen (z.B. Taurin, Kreatin, Kreatinin), Peptide, native oder prozessierte Proteine (z.B. Gelatine), Enzyme (z.B. Peptidasen, Glucosidasen, Lipasen), Nukleinsäuren, Nucleotide (Inositolphosphat), geschmacksmodulierende Stoffe (z.B. Natriumglutamat, 2-Phenoxypropionsäure, Hydroxyflavanone gemäß EP 1,258,200), Emulgatoren (z.B. Lecithine, Diacylglycerole), Stabilisatoren (z.B. Carageenan, Alginat, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl), Konservierungsstoffe (z.B. Benzoesäure, Sorbinsäure), Antioxidantien (z.B. Tocopherol oder dessen Derivate, Ascorbinsäure oder deren Derivate), Chelatoren (z.B. Citronensäure), organische oder anorganische Säuerungsmittel (z.B. Äpfelsäure, Essigsäure, Citronensäure, Weinsäure, Phosphorsäure), Bitterstoffe (z.B. Chinin, Coffein, Limonin), Süßstoffe (z.B. Saccharin, Cyclamat, Aspartam, Neotam, Neohesperidind-hydrochalkon, Tagatose, Sucralose), mineralische Salze (z.B. Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Magnesiumchlorid, Natriumphosphate), die enzymatische Bräunung verhindernde Stoffe (z.B. Sulfit, Ascorbinsäure), etherische Öle, Pflanzenextrakte, natürliche oder synthetische Farbstoffe oder Farbpigmente (z.B. Carotinoide, Flavonoide, Anthocyane, Chlorophyll und deren Derivate), Gewürze, sowie Riechstoffe, synthetische, natürliche oder naturidentische Aroma- und Geschmackstoffe.

Als andere Bestandteile für die erfindungsgemäßen oralen pharmazeutischen Zubereitungen können alle üblicherweise weiteren Wirk-, Grund-, Hilfs- und Zusatzstoffe für orale pharmazeutische Zubereitungen verwendet werden. Die Wirk-, Grund-, Hilfs- und Zusatzstoffe können in an sich bekannter Weise in die oralen Applikationsformen überführt werden. Dies geschieht unter Verwendung inerter, nichttoxischer, pharmazeutisch geeigneter Hilfsstoffe. Hierzu zählen u.a. Trägerstoffe (z.B. mikrokristalline Cellulose), Lösungsmittel (z.B. flüssige Polyethylenglycole), Emulgatoren (z.B. Natriumdodecylsulfat), Dispergiermittel (z.B. Polyvinylpyrrolidon), synthetische und natürliche Biopolymere (z.B. Albumin), Stabilisatoren (z.B. Antioxidantien wie Ascorbinsäure), Farbstoffe (z.B. anorganische Pigmente wie Eisenoxide) oder Geruchskorrigentien sowie Geschmackskorrigentien.

Bevorzugt enthalten erfindungsgemäße Zubereitungen eine Aromakomposition, um den Geschmack und/oder Geruch der Zubereitung abzurunden und zu verfeinern. Geeignete Aromakompositionen enthalten z.B. synthetische, natürliche oder naturidentische Aromastoffe sowie Riechstoffe, insbesondere aber auch andere scharf schmeckende und/oder wärmeerzeugende Substanzen oder Pflanzenextrakte.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft den Einsatz der erfindungsgemäßen Zubereitungen als Halbfertigwaren, insbesondere mit dem Ziel der Aromatisierung von aus den Halbfertigwaren gefertigten Fertigwaren.

Die erfindungsgemäßen Zubereitungen, die als Halbfertigwaren dienen, enthalten in der Regel 0,0001 Gew.-% bis 95 Gew.-%, bevorzugt 0,001 bis 80 Gew.-%, insbesondere aber 0,01 Gew.-% bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, der erfindungsgemäß zu verwendenden Alk-2-en-4-insäureamide und ggfs. einen oder mehrere andere Geschmacks- und Aromastoffe, ggfs. auch verschiedene Träger- und Hilfsstoffe oder verschiedene Lösungsmittel.

Als Lösungsmittel für die vorgenannten erfindungsgemäßen Zubereitungen, die als Halbfertigwaren dienen, können alle in dem jeweiligen Einsatzgebiet zugelassenen Lösungsmittel oder deren Gemische verwendet werden, z.B. Ethanol, Propylenglycole, Triacetin, Pflanzenöltriglyceride, bestimmte etherische Öle, Diethylmalonat, Wasser, Benzylbenzoat.

Insbesondere sind Halbfertigwaren zur Aromatisierung von Fertigwaren bevorzugt, die die erfindungsgemäß zu verwendenden Alk-2-en-4-insäureamide (oder deren Mischungen) in Kombination enthalten mit einer oder mehreren weiteren eine physiologische Kühlwirkung verursachenden Substanzen oder entsprechenden pflanzlichen Extrakten, enthaltend diese Substanzen und/oder in Kombination mit anderen Tingling und/oder Speichelanregung verursachenden Substanzen oder Pflanzenextrakten, enhaltend diese Substanzen, wobei die Halbfertigwaren auch verschiedene Träger- und Hilfsstoffe und/oder verschiedene oben genannte Lösungsmittel beinhalten können.

Darstellung der Alk-2-en-4-insäureamide Beispiel 1: 2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid (6) 2-Decen-4-insäureethylester (vorwiegend 2E)

Triethylphosphonoacetat (43 g, 0,19 mol) wurde in einer K2CO3-Lösung (125 ml, 50 % in Wasser) zusammen mit einer Tetrabutylammoniumbromid-Lösung (3,75 ml, 50 % in Wasser) vorgelegt und 2-Octinal (25 g, 0,2 mol) zudosiert. Die Mischung wurde über Nacht bei Raumtemperatur gerührt und dann mit n-Hexan extrahiert. Die gesammelten organischen Phasen wurden mit Wasser gewaschen, über Na2SO4 getrocknet, filtriert und im Vakuum eingeengt. Der Rückstand (31,7 g) wurde unter Vakuum fraktioniert destilliert. Es wurde ein Isomerengemisch (2E 93,7 % 2Z 5,7 %, Bestimmung per GC) des 2-Decen-4-insäureethylesters als klares farbloses Öl erhalten.

2-Decen-4-insäure (vorwiegend 2E)

2-Decen-4-insäureethylester (20 g, 0,10 mol) wurde mit einer KOH-Lösung (10,3 g KOH und 25 ml Wasser) versetzt und 1 h bei 70°C gerührt, bis die Lösung klar wurde. Nach dem Abkühlen wurde mit verd. HCl die Mischung auf pH 2 gebracht und mit tert-Butylmethylether extrahiert. Die organischen Phasen wurden mit Wasser gewaschen, über Na2SO4 getrocknet, filtriert und das Filtrat im Vakuum eingeengt. Ausbeute 19,1 g der 2-Decen-4-insäure in Form eines klaren, farblosen Öls (Isomerengemisch 2E 95,3 % 2Z 2,4 %, Bestimmung per GC).

2-Decen-4-insäurechlorid (vorwiegend 2E)

2-Decen-4-insäure (15 g, 0,09 mol) wurde in Toluol (20 ml) vorgelegt und Oxalylchlorid (10,4 ml) vorsichtig unter Stickstoff zudosiert. Die Mischung wurde über Nacht bei Raumtemperatur gerührt, 1 h auf ca. 60°C erwärmt im im Wasserstrahvakuum die überschüssigen Lösungsmittel abdestilliert. Ausbeute 16,2 g eines hellgelben Öls, das direkt weiter verwendet wurde.

2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid

Isobutylamin (2,08 g, 0,028 mol) wurde in Aceton (4 ml) und Natronlauge (1 g/10 ml Wasser) vorgelegt und unter Stickstoff eine Lösung von 2-Decen-4-insäurechlorid (4,02, 0,022 mol) in Aceton (4 ml) zudosiert. Das Gemisch wurde 5 Tage bei Raumtemperatur gerührt, mit etwas Wasser versetzt und mit Ethylacetat extrahiert. Die organischen Phasen wurden mit Wasser gewaschen, über Na2SO4 getrocknet, filtriert und das Filtrat im Vakuum bis auf ca. 10–15 ml eingeengt. Nach Versetzen mit n-Hexan fiel das Produkt aus. (2,31 g Ausbeute schwach gelbliche Kristalle, GC 99,9 Flächen-% 2E).

1H-NMR (CDCl3, 400 MHz): &dgr; = 6,71 (1H, dt, J = 15,4 Hz, J = 2,3 Hz, H-3), 6,14 (1H, dt, J = 15,4 Hz, J = 0,6 Hz, H-2), 5,49 (1H, bs, NH), 3,16 (2H, dd, J = J = 6,8 Hz, J = 6,2 Hz, H-1'), 2,35 (2H, tdd, J = 7,2 Hz, J = 2,3 Hz, J = 0,6 Hz, H-6), 1,80 (1H, septulett, J = 6,7 Hz, H-2'), 1,60–1,51 (2H, m, J = 7,2 Hz, H-7), 1,42–1,20 (4H, m, H-8 und H-9), 0,92 (6H, d, J = 6,7 Hz, H-4'), 0,91 (3H, t, J = 7,1 Hz, H-10) ppm.

13C-NMR (CDCl3, 100 MHz): &dgr; = 165,01 (C, C-1), 131,51 (CH, C-2), 122,52 (CH, C-3), 98,77 (C, C-5), 78,11 (C, C-4), 47,01 (CH2, C-1'), 31,06 (CH2, C-8), 28,58 (CH, C-2'), 28,13 (CH2, C-7), 22,18 (CH2, C-9), 20,09 (2 × CH3, C-3'), 19,68 (CH2, C-6), 13,96 (CH3, C-10) ppm.

HRMS: berechnet für C14H23ON 221,1780, gefunden 221,1782.

Beispiel 2: 2E-Decen-4-insäure-N-(2-methylbutyl)amid (7)

2-Decen-4-insäurechlorid wurde analog dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren hergestellt. 2-Methylbutylamin (2,18 g, 25 mmol) wurde in Aceton (4 ml) und Natronlauge (1 g/10 ml Wasser) vorgelegt und unter Stickstoff eine Lösung von 2-Decen-4-insäurechlorid (4,03, 0,023 mol) in Aceton (4 ml) zudosiert. Das Gemisch wurde über Nacht gerührt, mit 20 g Wasser versetzt und mit Ethylacetat extrahiert. Nach Einengen im Vakuum bis auf ca. 10–15 ml und Versetzen mit n-Hexan fiel das Produkt aus. (1,8 g Ausbeute schwach gelbliche Kristalle, GC 99,0 Flächen % 2E).

1H-NMR (CDCl3, 400 MHz): &dgr; = 6,71 (1H, dt, J = 15,4 Hz, J = 2,3 Hz, H-3), 6,13 (1H, dt, J = 15,4 Hz, J = 0,7 Hz, H-2), 5,48 (1H, bs, NH), 3,28 (1H, ddd, J = 13,4 Hz, J = 6,2 Hz, J = 6,2 Hz, H-1'), 3,14 (1H, ddd, J = 13,5 Hz, J = 6,1 Hz, J = 7,0 Hz, H-1'), 2,35 (2H, tdd, J = 7,1 Hz, J = 2,3 Hz, J = 0,6 Hz, H-6), 1,60–1,51 (3H, m, H-2' und H-7), 1,46–1,10 (5H, m, H-8, H-9 und H-3'), 0,91 (6H, 2t, J = 7,3 Hz, H-10 und H-4'), 0,90 (3H, d, J = 6,7 Hz, H5') ppm.

13C-NMR (CDCl3, 100 MHz): &dgr; = 165,05 (C, C-1), 131,54 (CH, C-2), 122,47 (CH, C-3), 98,75 (C, C-5), 78,12 (C, C-4), 45,29 (CH2, C-1'), 34,98 (CH, C-2'), 31,06 (CH2, C-8), 28,14 (CH2, C-7), 27,01 (CH2, C-3'), 22,18 (CH2, C-9), 19,68 (CH2, C-6), 17,16 (CH3, C-5'), 13,96 (CH3, C-10), 11,26 (CH3, C-4') ppm.

Beispiel 3: Darstellung von 2E-Decen-4-insäure-N-piperidinid (8)

2-Decen-4-insäurechlorid wurde analog dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren hergestellt. Piperidin (2,13 g, 25 mmol) wurde in Aceton (4 ml) und Natronlauge (1 g/10 ml Wasser) vorgelegt und unter Stickstoff eine Lösung von 2-Decen-4-insäurechlorid (4,08, 0,022 mol) in Aceton (4 ml) zudosiert. Das Gemisch wurde über Nacht gerührt, mit 20 g Wasser versetzt und mit Ethylacetat extrahiert. Nach Einengen im Vakuum wurde der Rückstand an Kieselgel mit dem Eluenten n-Hexan/Ethylacetat 3:1 (v/v) chromatografisch gereinigt. (ca. 1,5 g Ausbeute eines klaren gelben Öls, GC 98,0 Flächen-% 2E).

1H-NMR (CDCl3, 400 MHz): &dgr; = 6,73 (1H, dt, J = 15,3 Hz, J = 2 Hz, H-3), 6,67 (1H, d, J = 15,4 Hz, H-2), 3,61 (1H, bm, H-1' oder H-5'), 3,48 (1H, bm, H-5' oder H-1'), 2,36 (2H, td, J = 7,2 Hz, J = 2 Hz, H-6), 1,69–1,51 (8H, m, H-3', H-2', H-4' und H-7), 1,43–1,28 (4H, m, H-8 und H-9), 0,91 (3H, t, J = 7,1 Hz, H-10) ppm.

13C-NMR (CDCl3, 100 MHz): &dgr; = 164,33 (C, C-1), 128,50 (CH, C-2), 123,48 (CH, C-3), 98,32 (C, C-5), 78,68 (C, C-4), 46,85 (CH2, C-1'), 43,29 (CH2, C-5'), 31,03 (CH2, C-8), 28,18 (CH2, C-7), 26,72 (CH2, C-2'), 25,58 (CH2, C-4'), 24,59 (CH2, C-3'), 22,20 (CH2, C-9), 19,68 (CH2, C-6), 13,97 (CH3, C-10) ppm.

MS (EI): m/z = 233 (6,4 %), 232 (15,5 %), 216 (100 %), 177 (46,3 %), 176 (61,0 %), 134 (40,2 %), 121 (41,4 %), 84 (65,9 %).

Beispiel 4: Darstellung von 2E-Decen-4-insäure-N-pyrrolidinid (9)

2-Decen-4-insäurechlorid wurde analog dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren hergestellt. Pyrrolidin (2,02 g, 28 mmol) wurde in Aceton (4 ml) und Natronlauge (1 g/10 ml Wasser) vorgelegt und unter Stickstoff eine Lösung von 2-Decen-4-insäurechlorid (4,01, 0,021 mol) in Aceton (4 ml) zudosiert. Das Gemisch wurde über Nacht gerührt, mit 20 g Wasser versetzt, mit Ethylacetat extrahiert und die organische Phase nach Trocknen über Na2SO4 vollständig eingeengt (2,81 g Ausbeute eines klaren hellgelben Öls, GC 94,1 Flächen-% 2E).

1H-NMR (CDCl3, 400 MHz): &dgr; = 6,77 (1H, dt, J = 15,3 Hz, J = 2,3 Hz, H-3), 6,50 (1H, dt, J = 15,3 Hz, J = 0,6 Hz, H-2), 3,53 (2H, bm, H-1' und H-4'), 2,36 (2H, tdd, J = 7,1 Hz, J = 2,3 Hz, J = 0,7 Hz, H-6), 1,96 (2H, bm, J = 6,6 Hz, H-2' oder H-3'), 1,88 (2H, bm, J = 6,6 Hz, H-3' oder H-2'), 1,56 (2H, m, H-7), 1,43–1,28 (4H, m, H-8 und H-9), 0,91 (3H, t, J = 7,1 Hz, H-10) ppm.

13C-NMR (CDCl3, 100 MHz): &dgr; = 163,86 (C, C-1), 129,71 (CH, C-2), 123,02 (CH, C-3), 98,67 (C, C-5), 78,69 (C, C-4), 46,46 (CH2, C-1'), 45,97 (CH2, C-4'), 31,09 (CH2, C-8), 28,18 (CH2, C-7), 26,10 (CH2, C-2'), 24,31 (CH2, C-4'), 22,19 (CH2, C-9), 19,73 (CH2, C-6), 13,96 (CH3, C-10) ppm.

MS (EI): m/z = 219 (71,6 %), 218 (78,0 %), 163 (81,9 %), 162 (88,7 %), 148 (94,3 %), 70 (86,7 %), 55 (100 %).

Anwendungsbeispiel 1: Sensorische Bewertung

Die zu verkostende Substanz (siehe unten) wurde in Ethanol gelöst und die resultierende ethanolische Lösung dann mit 11 %iger Zuckerlösung verdünnt (Endkonzentration: c). Zur Verkostung wurden jeweils ca. 5 ml der Zuckerlösung heruntergeschluckt. Wenn der Schwellenwert der Substanz bekannt war, wurde für die Verkostung ein Wert knapp über dem Schwellenwert gewählt. Eine Gruppe von 6–8 Prüfern hat die Lösungen verkostet.

  • a) Profil 2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid (Beispiel 1, Verbindung 6):

    c = 10 ppm: mundwässernd, leicht metallisch, kühlend, tingling, leicht betäubend
  • b) Profil 2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid (Beispiel 5, Verbindung 10):

    c = 10 ppm: mundwässernd, kühlend, tingling, neutral, leicht betäubend

Vergleichsbeispiele
  • c) Profil Dihydrocapsaicin:

    c = 100 ppb: leicht verzögert einsetzende Wirkung im Rachenraum, aggressiv, brennende Schärfe (Chili, leichte Wärmeentwicklung), langanhaltend
  • d) Profil 2E,4E-Decadiensäure-N-isobutylamid (trans-Pellitorin)

    c = 10 ppm: mundwässernd, starkes Tingling, im Nachgeschmack stark betäubend
Anwendungsbeispiel 2: Anwendung in einer Zahnpasta als Aromastoff

Die Inhaltsstoffe der Teile A und B wurden jeweils für sich vorgemischt und zusammen unter Vakuum bei 25–30°C 30 min gut verrührt. Teil C wurde vorgemischt und zu A und B gegeben; D wurde hinzugefügt und die Mischung unter Vakuum bei 25–30°C 30 min gut verrührt. Nach Entspannung war die Zahnpasta fertig und konnte abgefüllt werden.

Anwendungsbeispiel 3: Anwendung in einem zuckerfreien Kaugummi als Aromastoff

Teile A bis D wurden gemischt und intensiv geknetet. Die Rohmasse wurde z.B. in Form von dünnen Streifen zu verzehrsfertigen Kaugummis verarbeitet.

Anwendungsbeispiel 4: Anwendung in einem Mundwasser als Aromastoff

Die Inhaltsstoffe der Teile A und B wurden jeweils für sich gemischt. Teil B wurde langsam in Teil A eingerührt, bis die Mischung homogen war.

Anwendungsbeispiel 5: Anwendung in einer zuckerfreien Hartkaramelle als Aromastoff

Palatinit wurde in Wasser bei 165°C gelöst und die Mischung auf 115°C abkühlen gelassen. Das Aroma und die ethanolische Lösung wurden zugegeben und nach dem Durchmischen in Formen gegossen und darin erstarren gelassen.

Anwendungsbeispiel 6: Anwendung in einer Hartkaramelle als Aromastoff

Saccharose wurde in Wasser bei 115°C gelöst. Das Glucosesirup wurde zugegeben und die Mischung auf 140°C gebracht. Das Aroma und die ethanolische Lösung wurden zugegeben und nach dem Durchmischen mit einer Temperatur von 130–135°C in Formen gegossen und darin erstarren gelassen.

Anwendungsbeispiel 7: Anwendung in einer Aufstreuwürze für frittiertes Knabbergebäck

100 g nicht gewürzte Tortilla Chips wurden mit einer Mischung aus 7 g Käse-Trockenaroma für Snacks und 0,07 g 2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid (Beispiel 1) überstreut.

Anwendungsbeispiel 8: Anwendung in einer Kekscremefüllung

100 g Standard-Cremefüllung wurden mit 0,4 g Erdbeer-Aroma und 0,1 g 3-2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid (Beispiel 1) intensiv vermischt.


Anspruch[de]
  1. Verwendung eines Alk-2-en-4-insäureamids der Formel (5)
    wobei

    R1 einen Alkylrest darstellt,

    und

    R2 einen gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest darstellt,

    und

    R3 ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest darstellt,

    oder

    R2, R3 zusammen einen gegebenenfalls substituierten Alkylenrest bilden,

    oder

    einer Mischung aus zwei oder mehr Verbindungen der Formel (5) als (i) Aromastoff und/oder (ii) zur Erzeugung eines Gefühls von Kribbeln und/oder (iii) zur Erzeugung eines Gefühls von Kälte und/oder (iv) zur Anregung des Speichelflusses im Mund, insbesondere zur Verwendung in der Ernährung, der Mundhygiene oder dem Genuss dienenden Zubereitungen oder oralen pharmazeutischen Zubereitungen.
  2. Verwendung nach Anspruch 1 in einer der Ernährung, dem Genuss oder der Mundhygiene dienenden Zubereitung.
  3. Verwendung nach Anspruch 1 in einer oralen pharmazeutischen Zubereitung.
  4. Der Ernährung, der Mundhygiene oder dem Genuss dienende Zubereitung, umfassend eine zum Erreichen eines Gefühls des Kribbelns und/oder der Kälte und/oder eine zur Erzeugung des Speichelflusses wirksame Menge eines Alk-2-en-4-insäureamids der Formel
    wobei

    R1 einen Alkylrest darstellt,

    und

    R2 einen gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest darstellt,

    und

    R3 ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls mit ein oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest darstellt,

    oder

    R2, R3 zusammen einen gegebenenfalls substituierten Alkylenrest bilden,

    oder

    einer Mischung aus zwei oder mehr Verbindungen der Formel (5).
  5. Orale pharmazeutische Zubereitung, umfassend eine zum Erreichen eines Gefühls des Kribbelns und/oder der Kälte und/oder zur Erzeugung des Speichelfluss wirksame Menge eines Alk-2-en-4-insäureamids der Formel
    wobei

    R1 einen Alkylrest darstellt,

    und

    R2 einen gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest darstellt,

    und

    R3 ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls mit ein oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest darstellt,

    oder

    R2, R3 zusammen einen gegebenenfalls substituierten Alkylenrest bilden,

    oder

    einer Mischung aus zwei oder mehr Verbindungen der Formel (5).
  6. Zubereitung nach Anspruch 4 oder 5, umfassend zusätzlich eine oder mehrere scharf schmeckende und/oder ein Gefühl von Wärme erzeugende Substanzen oder scharf schmeckende pflanzliche Extrakte.
  7. Zubereitung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, umfassend eine oder mehrere weitere ein Kribbeln (Tingling) oder eine Speichelanregung verursachende Substanz.
  8. Zubereitung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, umfassend mindestens eine weitere eine physiologische Kühlwirkung verursachende Substanz.
  9. Als Halbfertigware vorliegende Zubereitung nach einem der Ansprüche 4 bis 8.
  10. Als Riech-, Aroma- oder Geschmacksstoffkompositionen oder Würzmischung vorliegende Zubereitung nach mindestens einem der Ansprüche 4 bis 9.
  11. Alk-2-en-4-insäureamid der Formel (5)
    wobei

    R1 einen Alkylrest darstellt,

    und

    R2 einen gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest darstellt,

    und

    R3 ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxygruppen substituierten Niederalkylrest darstellt,

    oder

    R2, R3 zusammen einen gegebenenfalls substituierten Alkylenrest bilden,

    oder

    einer Mischung aus zwei oder mehr Verbindungen der Formel (5),

    jedoch nicht 2E-Decen-4-insäure-N-isobutylamid und 2E-Hexadecen-4-insäure-N-isobutylamid.
  12. Verbindung aus der Gruppe bestehend aus:

    2E-Decen-4-insäure-N-(2-methylbutyl)amid,

    2E-Decen-4-insäure-N-piperidinid und

    2E-Decen-4-insäure-N-pyrrolidinid.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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