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Dokumentenidentifikation DE102005006738A1 14.09.2006
Titel Verfahren zur Erzeugung eines topografischen Musters
Anmelder Voith Fabrics Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Payne, Justin, Blackburn, GB;
Ponton, David, Blackburn, GB;
Jeffery, John, Blackburn, GB;
Westerkamp, Arved, 72581 Dettingen, DE;
Morton, Antony, Haley, GB
DE-Anmeldedatum 15.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005006738
Offenlegungstag 14.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.09.2006
IPC-Hauptklasse D21F 1/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Erzeugung eines topographischen Musters auf oder in einer Papiermaschinenbespannung wird mittels eines Rotationssiebes ein topographisches Polymermuster erzeugt. Es wird ferner eine Papiermaschinenbespannung beschrieben, die als äußeres oder inneres Merkmal ein vorzugsweise mittels eines Rotationssiebes erzeugtes topographisches Polymermuster umfasst.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung eines topografischen Musters auf oder in einer Papiermaschinenbespannung. Sie betrifft ferner eine entsprechende Papiermaschinenbespannung.

Der Einsatz von Rotationssiebdruck in der Textilindustrie ist gut bekannt. Typische Beispiele von Rotationssiebdruck sind in den Patentschriften US 2511511 (Murphy) und US 3420167 (Van der Winden) dargestellt. Einschränkungen in der Gestaltung und Herstellung von Rotationssieben bestimmen zum Beispiel, welche Bespannungsbreiten verarbeitet werden können.

Rotationssiebe, welche durch Stork NV geliefert werden, sind normalerweise in der sich aus der 1 ergebenden Konfiguration ausgeführt. End- oder Abschlussringe 10, welche einen größeren Durchmesser als die Siebe 12 selbst aufweisen, stellen das Mittel bereit, durch welches das Sieb 12 befestigt und auf der Maschine gedreht wird. Während des Druckens muss die Bespannung in einer Breite vorliegen, welche es dieser erlaubt, zwischen den beiden Abschlussringen 10 hindurchzulaufen, und welche ihr den direkten Kontakt mit dem Sieb 12 gestattet. Die tatsächliche Anwendungsbreite 14 eines Rotationssiebs ist daher immer schmaler als seine gesamte "Maschinenbreiten"-Abmessung 16.

Stork NV liefert Rotationssiebe in den folgenden Maschinenbreiten: 1410, 1750, 1980, 2650, 3050, 3500 und 3800 mm.

Saxon Screens ist ein weiterer Hersteller von Rotationssieben, wobei die maximal verfügbare Breite dieser Siebe 2080 mm beträgt.

Bespannungen, welche in den verschiedenen Abschnitten einer Papiermaschine verwendet werden, können nun aber bis zu 10 m Breite aufweisen. Da dies der Fall ist, können Standardrotationssiebe nicht eingesetzt werden, um topographische Merkmale über die gesamte Breite der Papiermaschinenbespannungen zu übertragen, und zwar aufgrund der Siebgestaltungseinschränkungen, wie oben beschrieben.

Die Herstellung von topographischen Bespannungen für die Herstellung von Schmuckpapierprodukten ist bekannt. Zum Beispiel lehrt die US 6203663 (Kamps) ein Verfahren zum Einbringen eines Schmuckmusters auf einem Formiersieb durch Einsatz von entweder Sticken, Schablonendrucken, Drucken oder Webtechniken. Die letztere Technik des Webens erlaubt nicht das Erzeugen von komplexen topographischen Mustern und ist besser geeignet für "Punktbemusterung", wobei erhabene Gewebehöcker verwendet werden, um kleine Löcher im Papierprodukt zu erzeugen. Während komplexe topographische Muster durch das Verwenden von Sticktechniken erzielt werden können, ist das Muster anfällig dafür, durch die Wirkung von Abrieb schlechter zu werden. Schablonendrucken weist ähnliche Probleme wie jene auf, die mit dem Rotationssiebdruck in Bezug auf die begrenzten Siebbreiten in Verbindung gebracht werden. Um daher topographische Merkmale auf breite Papiermaschinenbespannungen durch dieses Verfahren zu übertragen, wäre es erforderlich, dass die Bespannung Abschnitt für Abschnitt über ihre gesamte Breite bedruckt wird. Die diesem Verfahren innewohnenden Probleme bestehen darin, dass es einerseits äußerst zeitraubend ist und dass es andererseits erforderlich ist, das Schablonensieb relativ zu einem zuvor bedruckten Abschnitt zu positionieren, so dass das topographische Muster ausgerichtet und dementsprechend abgeglichen ist.

US 452980 (Trokhan) lehrt ein Verfahren zum Herstellen einer gewebten Bespannung, welche ein UV-gehärtetes Polymer-Musternetz mit Ablenkungskanälen aufweist. Das Musternetz und die Ablenkungskanäle erstrecken sich über die gesamte Breite des Papierherstellungssiebs und werden als endlos bezeichnet, da es sich im Wesentlichen um ein ungebrochenes netzartiges Muster handelt. Jedoch aufgrund von Einschränkungen des Vorgangs muss das UV-gehärtete Musternetz auf das Sieb in schubartiger Weise oder Abschnitt für Abschnitt aufgebracht werden. Außerdem erfordert die Aufbringung eines UV-gehärteten Abschnitts eine Anzahl von unterschiedlichen und definierten Schritten, welche aufeinander folgend ausgeführt werden müssen. Dieser im Besonderen komplexe Vorgang weist die Nachteile auf, dass er sowohl zeitaufwändig ist als auch große Aufmerksamkeit beim Ausrichten und Abgleichen des topographischen Musters während der abschnittsweisen Aufbringung erfordert.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches und schnelles Verfahren zur Herstellung einer haltbaren Musterstruktur vorzuschlagen, mit der Papier verbesserter Qualität hergestellt werden kann. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren soll es möglich sein, die Musterstruktur über die gesamte Breite der Papiermaschinenbespannung aufzubringen. Es ist des weiteren Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Papiermaschinenbespannung zu schaffen, die eine Musterstruktur mit verbesserter Haltbarkeit hat und mit der Papier verbesserter Qualität hergestellt werden kann.

Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass mittels eines Rotationssiebs ein topographisches Polymermuster erzeugt wird.

Bevorzugte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.

Hierbei erstreckt sich das Rotationssieb nur über eine Teilbreite einer Trägerstruktur der Bespannung. Zur Ausbildung des topographischen Polymermusters auf einer Trägerstruktur wird das Rotationssieb relativ zur Trägerstruktur bewegt, wodurch, bezüglich der Breite der Trägerstruktur, mehrere neben einander angeordnete topographische Musterabschnitte aus Polymermaterial auf der Trägerstruktur erzeugt werden. Die Bewegung des Rotationssiebs relativ zur Trägerstruktur erfolgt hierbei derart, dass der Versatz zwischen neben einander angeordneten Musterabschnitten, zumindest in der Ebene der Trägerstruktur, 0,1 mm oder weniger beträgt.

Die erfindungsgemäße Papiermaschinenbespannung zeichnet sich dadurch aus, dass sie als äußeres oder inneres Merkmal vorzugsweise ein mittels eines Rotationssiebes erzeugtes topographisches Polymermuster umfasst.

Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Papiermaschinenbespannung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.

Vorzugsweise wird das topographische Polymermuster durch, bezüglich der Breite der Trägerstruktur, mehrere neben einander auf einer Trägerstruktur angeordnete topographische Musterabschnitte erzeugt, welche, insbesondere in der Ebene der Trägerstruktur, zueinander einen Versatz von 0,1 mm oder weniger haben.

Mit der Erfindung wird also eine mittels eines Rotationssiebausbringungskopfes einfach und genau aufbringbare topographische Musterstruktur auf einer Papiermaschinenbespannung geschaffen. Der Aufbringungsvorgang kann entweder auf ununterbrochene Art oder Abschnitt für Abschnitt erfolgen, aber in jedem Fall wird genaue Ausrichtung und Abgleich des topographischen Musters unabhängig von der Siebbreite erzielt.

Die Erfindung dient somit dem genauen Auftragen und Anbringungen von topographischen Polymermustern auf die Trägerstruktur eine Papiermaschinenbespannung. Die Trägerstruktur kann gewebt sein, wie es für Formier- und Trockensiebanwendungen eingesetzt wird, oder es könnte ein Vlies sein, wie in verbundenen Bespannungen oder Nadelfilzen für Pressfilze.

Die Trägerstruktur dient hierbei dazu das polymere topographische Muster zu tragen. Die Trägerstruktur kann in der Papiermaschinenbespannung last aufnehmende Funktion haben, wie bspw. eine Gewebe. Alternativ dazu kann die Trägerstruktur keine last aufnehmende Funktion haben, wie bspw. ein Vlies.

Das topographische Muster kann zum Beispiel die Form eines einmaligen Motivs oder eines symmetrischen Gitters von Polymerpunkten annehmen. In jedem Fall wird das Polymer auf die Papiermaschinenbespannung mittels eines Rotationssiebs zugeführt, welches das Motiv oder das Punktmuster in sich eingraviert aufweist. Das Volumen des Polymers, welches auf die Papiermaschinenbespannung zugeführt wird, wird durch die Abmessungen des Siebmotivs und auch durch das Polymerpumpsystem geregelt. Die Polymereindringung in die Bespannung wird durch Kraft von hinten bestimmt, welche durch die Pumpe erzeugt wird.

Das topographische Muster kann als ein äußeres oder inneres Merkmal der Papiermaschinenbespannung verwendet werden. Als ein äußeres Merkmal bildet das topographische Muster einen Teil der Papier berührenden Seite der Bespannung. Im Gegensatz dazu wird das topographische Muster als ein inneres Merkmal auf der Oberfläche einer in einem Pressfilz angeordneten Trägerstruktur, wie bspw. einem Vlies, angewendet. Daher wird das Muster innerhalb der Verbundstruktur des Pressfilzes liegen und folglich die Papierformierung während des Nasspressens beeinflussen.

Die Erfindung bietet einen größeren Grad an Regelung und verringert die Schwierigkeiten anderer solcher Vorgänge, beschrieben im Stand der Technik.

Die Erfindung ist gekennzeichnet durch ihre genaue technologische Steuerung und Wiederholbarkeit und kann durch eines oder mehrere der folgenden Merkmale definiert werden:

  • – Eine einsetzbare Polymerviskosität von >70000 cP, vorzugsweise 100 K–150 K.
  • – Eine Musterhöhe über der Bespannung von 0,05 mm–1,0 mm.
  • – Ein Breite-zu-Höhe-Verhältnis von bis zu 1 : 0,7 (Silikon), 1 : 0,5 (Polyurethan).
  • – Rotationssiebbreite von bis zu 2 m breit.
  • – Eine topographische Musterabgleichgenauigkeit bzw. einen Versatz, zumindest in der Ebene der Trägerstruktur, von 0,1 mm oder weniger.
  • – Totale topographische Mustersynchronisation in Bezug auf den Bespannungsumfang.
  • – Das Polymer kann aus Polyurethan, Silikon, Polyharnstoffen oder jeder Verbindung davon bestehen.
  • – Gewebte Papiermaschinenbespannungen können von jeder Webgestaltung sein und Garne aus jeder Polymerart (Polyester, Polyamid usw.) umfassen.
  • – Vliespapierherstellungsbespannungen können von jedem Typ (vernadelt, spunbonded, vernetzt usw.) sein und Fasern oder Garne aus jeder Polymerart (Polyester, Polyamid usw.) umfassen.

Ein Vorteil des Systems besteht in der Fähigkeit auszuwählen, ob das topographische Muster in entweder halbfortlaufender (d.h. Abschnitt-für-Abschnitt) oder fortlaufender (spiraler) Art angewendet wird. In jeder Art wird das Polymer ununterbrochen dem Rotationssieb zugeführt, welches es seinerseits auf die Bespannung überträgt.

  • – Im halbfortlaufenden Betrieb muss die erste Stufe einen anfänglichen Abschnitt auf den gesamten Umfang der Bespannung aufbringen. Das Rotationssieb wird dann über eine Position mit einem Index versehen, wo es den zweiten Abschnitt aufbringen wird. Die Steuerung und der Grad der Siebbewegung sind derartig, dass der genaue Musterabgleich in Bezug auf den anfänglichen Abschnitt innerhalb einer Toleranz von 0,1 mm oder weniger auftritt. Der Vorgang setzt sich auf diese Weise fort, bis die gesamte Breite der Papiermaschinenbespannung mit dem topographischen Muster bedeckt ist. Ein zusätzlicher Vorteil des halbfortlaufenden Betriebs besteht darin, dass das Rotationssieb vor dem Abschnittsauftrag gewechselt werden kann. Daher ist es möglich, eine Vielzahl von topographischen Mustern auf einer Papiermaschinenbespannung aufzuweisen.
  • – In der fortlaufenden Betriebsart wird die gesamte Breite der Papiermaschinenbespannung mit dem topographischen Muster in einem Vorgang bedeckt. Die fortlaufende Betriebsart wird durch langsames Queren des Rotationssiebs relativ zur Bespannung erzielt, so dass das Muster auf eine spiralförmige Weise aufgebracht wird. Die Spiralwinkelbewegung des Siebs wird durch eine Anzahl von miteinander verbundenen Vorgangsparametern bestimmt, welche den Bespannungsumfang, die Bespannungsbreite, die Bespannungsgeschwindigkeit, den Siebumfang, die Siebmusterteilung und die Siebgeschwindigkeit umfassen. Der hohe Grad an Vorgangssteuerung während des fortlaufenden (Spiral-)Betriebs erlaubt genauen Musterabgleich, welcher nur innerhalb einer Toleranz von 0,1 mm auftreten kann.

Topographischer Musterabgleich ist ein wichtiges und einzigartiges Merkmal dieser Erfindung und ist wesentlich für das Einhalten von Qualitätsstandards während des Papierherstellungsvorgangs. Topographischer Musterabgleich betrifft sowohl die fortlaufenden als auch die nicht fortlaufenden Motiv- und Punktgestaltungsformen.

  • – Bei den fortlaufenden Gestaltungsformen wird die Betonung auf Beibehalten eines netzartigen Musters gelegt.
  • – Bei den nicht fortlaufenden Gestaltungsformen wird die Betonung auf Beibehalten des Siebteilungsabstands zwischen den Motiven oder Punkten gelegt.

Im Folgenden werden konkrete Ausführungsbeispiele bzw. bevorzugte Ausführungsformen wiedergegeben.

Ein genaues topographisches Musteraufbringungs- und Musterabgleichsystem, wie hierin offenkundig:

  • 1) Eine fortlaufende oder nicht fortlaufende Musteraufbringung auf eine Papiermaschinenbespannung für den Einsatz in der Herstellung von Schmucktissue oder Schmuckpapier.
  • 2) Genauer Abgleich des topographischen Musters, um die Qualität des Schmucktissues oder Schmuckpapiers sicherzustellen und aufrechtzuerhalten.
  • 3) Anwendung auf der Papierseite einer Formierbespannung, um Wasserzeicheneffekte durch Neuverteilung von Papierfaserausrichtung während der Blattformierung bzw. Blattbildung zu erzeugen.
  • 4) Anwendung auf der Papierseite oder innerhalb einen(s) Pressfilz(es), um Schmuckpapiereffekte während des Nasspressvorgangs zu erzeugen.
  • 5) Anwendung von unterschiedlichen topographischen Mustern auf eine Bespannung, um mehrere Schmuckeffekte in einem Papierprodukt zu erzeugen.

Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnung; in dieser zeigen:

1 eine herkömmliche Konfiguration eines Rotationssiebes,

2 zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung mit einem topographischen Muster in Form eines Punktmusters bzw. einem topographischen Muster in Form eines Motivmusters,

3 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem topographischen Muster auf der Oberfläche einer gewebten Papiermaschinenbespannung,

4 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem topographischen Muster auf der Oberfläche einer gewebten Grundbespannung und in der Struktur eines Nassfilzes,

5 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung bezüglich des Aufbringens des topographischen Musters durch das halbfortlaufende Verfahren, d.h. Abschnitt für Abschnitt,

6 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung bezüglich des Aufbringens des topographischen Musters durch das fortlaufende Verfahren, d.h. in Form einer Spirale,

7 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung für eine fortlaufende Gestaltungsform in Draufsicht auf die Ebene einer Trägerstruktur und

8 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung für eine nicht fortlaufende Gestaltungsform in Draufsicht auf die Ebene einer Trägerstruktur.

2 zeigt zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung mit einem topographischen Muster in Form eines Punktmusters 18 bzw. einem topographischen Muster in Form eines Motivmusters 20.

Das topographische Muster 18, 20 kann also z.B. die Form eines einmaligen Motivs oder eines symmetrischen Gitters von Polymerpunkten annehmen. Das Polymer wird der Trägerstruktur durch ein Rotationssiebes zugeführt, das das Motiv oder das Punktmuster in sich eingraviert aufweist. Das Volumen das Polymers, welches auf die Papiermaschinenbespannung zugeführt wird, wird durch die Abmessungen des Siebmotivs und auch durch das Polymerpumpsystem geregelt. Die Polymereindringtiefe in die Trägerstruktur der Bespannung wird durch die durch die Pumpe erzeugte Kraft mit beeinflusst, welche as Polymer durch das Rotationssieb drückt.

Das topographische Muster kann als ein äußeres oder inneres Merkmal der Papiermaschinenbespannung verwendet werden. Als ein äußeres Merkmal wird das topographische Muster verwendet, um die Papierformierung auf der Papierseite der Bespannung zu beeinflussen. Im Gegensatz dazu wird das topographische Muster bspw. als ein inneres Merkmal auf der Oberfläche der Trägerstruktur eines Pressfilzes angewendet, wobei die Trägerstruktur innerhalb der Verbundstruktur des Pressfilzes liegt und folglich die Papierformierung anhand des Nasspressens beeinflusst.

3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem topographischen Muster 22 auf der Papierseite einer gewebten Papiermaschinenbespannung, wie bspw. einem Formiersieb.

4 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem topographischen Muster 24 auf der Oberfläche einer gewebten und somit last aufnehmenden Trägerstruktur und in der Struktur eines Nassfilzes.

5 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung bezüglich des Aufbringens des topographischen Musters durch das halbfortlaufende Verfahren, bei dem jeweils nebeneinander angeordnete Musterabschnitte gebildet werden, welche jeweils für sich eine in Umfangrichtung der Trägerstruktur geschlossene Endlosschleife bilden. Nach der Bildung jedes Abschnitt wird das Rotationssieb 28 um die Breite dieses Abschnitts verschoben, bevor der nächste Abschnitt auf die Trägerstruktur 26 aufgebracht wird.

In der 5 ist ein Anfangsabschnitt mit "30" und ein zweiter Abschnitt mit "32" bezeichnet.

6 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung bezüglich des Aufbringens des topographischen Musters durch das fortlaufende Verfahren, d.h. in Form einer Spirale.

In der fortlaufenden Betriebsart wird die gesamte Breite der Papiermaschinenbespannung 26 mit dem topographischen Muster in einem Vorgang bedeckt. Die fortlaufende Betriebsart wird durch langsames Queren des Rotationssiebes 28 relativ zur Bespannung erzielt, so dass das Muster auf eine spiralförmige Weise aufgebracht wird. Die Spiralwinkelbewegung des Siebes wird durch eine Anzahl von miteinander verbundenen Vorgangsparametern bestimmt, welche den Bespannungsumfang, die Bespannungsbreite, die Bespannungsgeschwindigkeit, den Siebumfang, die Siebmusterteilung und die Siebgeschwindigkeit umfassen. Der hohe Grad an Vorgangssteuerung während des fortlaufenden spiralförmigen Betriebs erlaubt einen genauen Mustervergleich, der nur innerhalb einer Toleranz von 0,1 mm auftreten kann.

In dieser 6 ist die Papiermaschinenbespannung 26 sowie das Rotationssieb 28 zu erkennen, das eine Spiralwinkelbewegung vollzieht.

Der topographische Musterabgleich ist ein wichtiges und einzigartiges Merkmal der Erfindung und ist wesentlich für das Einhalten von Qualitätsstandards während des Papierherstellungsvorgangs. Der topographische Musterabgleich betrifft sowohl die fortlaufenden als auch die nicht fortlaufenden Motiv- und Punktgestaltungsformen.

7 zeigt eine Draufsicht auf die Ebene einer Trägerstruktur für eine fortlaufende Gestaltungsform. Dabei sind ein erster Musterabschnitt und ein zweiter Musterabschnitt sowie der Musterabgleichpunkt zu erkennen. Der Versatz der beiden Musterabschnitte in der Ebene der Trägerstruktur beträgt 0,1 mm oder weniger.

Des weiteren beträgt der vertikale Versatz der beiden Musterabschnitte, d.h. der Versatz senkrecht zur Ebene der Trägerstruktur, 0,1 mm oder weniger.

Bei den fortlaufenden Gestaltungsformen wird die Betonung auf Beibehalten eines netzartigen Musters gelegt.

8 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung für eine nicht fortlaufende Gestaltungsform.

Dabei ist in dieser 8 ein erster Musterabschnitt und ein zweiter Musterabschnitt sowie ein Siebteilungsabstand zu erkennen.

Bei den nicht fortlaufenden Gestaltungsformen wird die Betonung auf Beibehalten des Siebteilungsabstands zwischen den Motiven oder Punkten gelegt.

Auch bei diesem Beispiel beträgt der Versatz der beiden Musterabschnitte in der Ebene der Trägerstruktur 0,1 mm oder weniger.

10Endring, Abschlussring 12Sieb 14Anwendungsbreite 16Maschinenbreite 18Punktmuster, topographisches Muster 20Motivmuster, topographisches Muster 22topographisches Muster 24topographisches Muster 26Papiermaschinenbespannung 28Rotationssieb 30Anfangsabschnitt 32zweiter Abschnitt

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Erzeugung eines topographischen Musters auf oder in einer Papiermaschinenbespannung (26), dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Rotationssiebes (28) ein topographisches Polymermuster (1824) erzeugt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Rotationssieb (28) nur über eine Teilbreite einer Trägerstruktur der Bespannung erstreckt und dass das Rotationssieb (28) zur Ausbildung des topographischen Polymermusters (1824) auf der Trägerstruktur, relativ zur Trägerstruktur derart bewegt wird, dass das topographische Polymermuster bezüglich der Breite der Trägerstruktur, durch mehrere neben einander angeordnete topographische Musterabschnitte gebildet wird, die zueinander, zumindest in der Ebene der Trägerstruktur, einen Versatz von 0,1 mm oder weniger haben.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer der Papiermaschinenbespannung (26) über das Rotationssieb (28) zugeführt wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rotationssieb (28) mit eingraviertem topographischem Muster verwendet wird.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen des der Papiermaschinenbespannung (26) zugeführten Polymers durch die Abmessungen des Rotationssiebmusters und durch das Polymerpumpensystem regelbar ist.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) in Form eines einzigen Motivs erzeugt wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) in Form eines symmetrischen Gitters von Polymerpunkten erzeugt wird.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) fortlaufend erzeugt wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) auf spiralförmige Weise erzeugt wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) unter Beibehaltung eines netzartigen Musters erzeugt wird.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) Abschnitt für Abschnitt erzeugt wird.
  12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer dem Rotationssieb (28) kontinuierlich zugeführt wird.
  13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerviskosität > 70 000 cP gewählt wird.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerviskosität in einem Bereich von etwa 100 000 bis etwa 150 000 cP liegt.
  15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Musterhöhe über der Papiermaschinenbespannung (26) in einem Bereich von 0,05 mm bis 1,0 mm liegt.
  16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung des topographischen Polymermusters (1824) ein Polymer verwendet wird, das zumindest einen der folgenden Bestandteile oder eine beliebige Verbindung daraus umfasst: Polyurethan, Silikon Polyharnstoffe.
  17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis Musterbreite zu Musterhöhe bei der Verwendung von Silikon in einem Bereich bis zu 1 : 0,7 liegt.
  18. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis Musterbreite zu Musterhöhe bei der Verwendung von Polyurethan in einem Bereich bis zu 1 : 0,5 liegt.
  19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rotationssieb (28) mit einer Breite bis zu 2 m verwendet wird.
  20. Papiermaschinenbespannung, dadurch gekennzeichnet, dass sie als äußeres oder inneres Merkmal ein vorzugsweise mittels eines Rotationssiebes (28) erzeugtes topographisches Polymermuster (1824) umfasst.
  21. Papiermaschinenbespannung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster bezüglich der Breite der Trägerstruktur, durch mehrere neben einander auf einer Trägerstruktur angeordnete topographische Musterabschnitte gebildet wird, welche, zumindest in der Ebene der Trägerstruktur, zueinander einen Versatz von 0,1 mm oder weniger haben.
  22. Papiermaschinenbespannung nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) in Form eines einzigen Motivs erzeugt ist.
  23. Papiermaschinenbespannung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) in Form eines symmetri schen Gitters von Polymerpunkten erzeugt ist.
  24. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) in Form eines netzartigen Musters vorgesehen ist.
  25. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerviskosität > 70 000 cP ist.
  26. Papiermaschinenbespannung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerviskosität in einem Bereich von etwa 100 000 bis etwa 150 000 cP liegt.
  27. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Musterhöhe über der Papiermaschinenbespannung (26) in einem Bereich von 0,05 mm bis 1,0 mm liegt.
  28. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) aus einem Polymer besteht, das zumindest einen der folgenden Bestandteile oder eine beliebige Verbindung daraus umfasst: Polyurethan, Silikon Polyharnstoffe.
  29. Papiermaschinenbespannung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis Musterbreite zu Musterhöhe bei einem aus Silikon bestehenden topographischen Polymermuster (1824) in einem Bereich bis zu 1 : 0,7 liegt.
  30. Papiermaschinenbespannung nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis Musterbreite zu Musterhöhe bei einem aus Polyurethan bestehenden topographischen Polymermuster (1824) in einem Bereich bis zu 1 : 0,5 liegt.
  31. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Gewebe umfasst.
  32. Papiermaschinenbespannung nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, dass sie Garne auf Polymerbasis umfasst.
  33. Papiermaschinenbespannung nach Anspruch 31 oder 32, dadurch gekennzeichnet, dass das topographische Polymermuster (1824) als äußeres Merkmal vorgesehen ist.
  34. Papiermaschinenbespannung nach einem der Ansprüche 20 bis 32, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Vlies umfasst.
  35. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Nassfilz bildet und das topographische Polymermuster (1824) auf der Oberfläche einer Grundbespannung sowie innerhalb der Struktur des Nassfilzes vorgesehen ist.
  36. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen vernadelten, einen spunbonded oder einen vernetzten Aufbau besitzt.
  37. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie Fasern oder Garne auf Polymerbasis umfasst.
  38. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Formierbespannung bildet.
  39. Papiermaschinenbespannung nach einem der Ansprüche 20 bis 37, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Pressfilz bildet.
  40. Papiermaschinenbespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit unterschiedlichen topographischen Polymermustern (1824) versehen ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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