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Dokumentenidentifikation DE102005010175A1 14.09.2006
Titel Maschinenteil, insbesondere Umlenkhebel für Weblitzenrahmen einer Webmaschine
Anmelder Lindauer DORNIER Gesellschaft mit beschränkter Haftung, 88131 Lindau, DE
Erfinder Zwehl, Dietmar von, Dr., 88147 Achberg, DE;
Schiller, Peter, 88131 Lindau, DE;
Laukamp, Thomas, 88131 Lindau, DE
DE-Anmeldedatum 05.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005010175
Offenlegungstag 14.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.09.2006
IPC-Hauptklasse D03C 1/14(2006.01)A, F, I, 20060621, B, H, DE
Zusammenfassung Ein Maschinenteil, insbesondere ein Umlenkhebel für Weblitzenrahmen einer Webmaschine soll eine geringe Masse besitzen, niedrigen Fertigungs- und Montageaufwand erfordern, auf nennenswerte Aufwendungen zur Ausbildung von Schmiermittelkanälen innerhalb des Umlenkhebels verzichten und im Hinblick auf die Kraft- und Bewegungsübertragung von einer Fachbildemaschine auf den Weblitzenrahmen eine optimale Gestaltung besitzen.
Diese Forderungen werden gemäß der Erfindung dadurch erfüllt, dass das Maschinenteil äußere Einzelteile (2, 3) und wenigstens ein zwischen den äußeren Einzelteilen angeordnetes inneres Einzelteil (4) besitzt, wobei wenigstens eines der Einzelteile (2, 3, 4) Ausnehmungen (12, 13, 14) und/oder Ausformungen aufweist, die bei Stapelung und nachfolgender Verbindung der Einzelteile (2, 3, 4) dem Maschinenteil (1) funktionale Eigenschaften verleihen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Maschinenteil, insbesondere einen Umlenkhebel für Weblitzenrahmen einer Webmaschine mit einer frei gestalteten äußeren und inneren Form.

Aus EP 0 595 380 B1 ist ein Hebel für die Übertragung von Bewegungen auf Weblitzenrahmen in Textilmaschinen bekannt.

Dieser Hebel besteht aus zwei miteinander verbundenen kongruenten Platten, von denen wenigstens eine Platte eine erste Oberfläche besitzt, in die mehrere Leitungen, die einander kreuzen können, eingearbeitet sind.

Jeweils ein Ende der Leitungen endet in einem entsprechenden Aufnahmesitz für ein Lager.

Ein Lager des Hebels bildet eine Umlenkstelle während andere Lager Anlenkstellen für z.B. Zug-/Schubstangen bilden.

Ein Nachteil im Hinblick auf den Aufbau derartiger Hebel besteht darin, dass eine Optimierung von Masse und Belastung wegen des erforderlichen Querschnitts der Leitungen nahezu ausgeschlossen ist. Ferner ist das Einarbeiten von Leitungen in die Oberfläche der Platten relativ kostenaufwendig. Darüber hinaus ist ein solcher aus zwei Platten bestehender Hebel nicht hinreichend verwindungssteif.

Aus EP 1 420 147 A1 ist des weiteren bekannt, aus gestapelten miteinander verbundenen Lamellen, die zu einem Lamellenstapel gleicher Außenkonfiguration zusammengefügt sind, ein Werkstück herzustellen.

Damit können in vorteilhafter Weise kompakte und verwindungssteife Bauteile mit Hinterschneidungen und Hohlräumen geschaffen werden.

Des weiteren ist aus DE 32 43 377 bekannt, in einem Werkstück aus Stahl-, Grau- oder Sphäroguß oder einer Gusslegierung einen hydraulischen Strömungskanal einzubringen. Dabei wird vor dem Gießprozess in die Form ein den Strömungskanal ausbildendes metallisches, im Querschnitt rohrförmiges, zwei- oder mehrteiliges Bauteil eingelegt, das mit dem Werkstück vergossen wird.

Das mit wenigstens einem integralen Strömungskanal ausgerüstete Werkstück kann dabei, obwohl nicht explizit erwähnt, auch ein Maschinenteil für eine Webmaschine sein. Nachteil hierbei ist, dass derartige Werkstücke nicht massearm sind und einen relativ hohen Fertigungsaufwand verursachen.

Vor dem Hintergrund des vorstehend genannten Standes der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Maschinenteil, insbesondere einen Umlenkhebel für Weblitzenrahmen einer Webmaschine zu schaffen, der folgenden Anforderungen genügt:

  • – geringe Masse,
  • – niedrigen Fertigungs- und Montageaufwand,
  • – Verzicht von nennenswerten Aufwendungen zur Ausbildung von Schmiermittelkanälen innerhalb des Umlenkhebels und
  • – optimale Gestaltung des Umlenkhebels im Hinblick auf die Kraft- und Bewegungsübertragung von einer Fachbildemaschine auf den Weblitzenrahmen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Danach besteht das Maschinenteil, insbesondere der Umlenkhebel, aus äußeren Einzelteilen und aus wenigstens einem zwischen den äußeren Einzelteilen angeordneten inneren Einzelteil, wobei wenigstens eines der Einzelteile Ausnehmungen und/oder Ausformungen besitzt, die bei Stapelung und nachfolgender Verbindung der Einzelteile im Sinne eines Stapelpaketes dem Maschinenteil funktionale Eigenschaften verleihen.

Bei Ausbildung des Maschinenteils als Umlenkhebel für Weblitzenrahmen einer Webmaschine besitzt der Umlenkhebel wenigstens eine Umlenkstelle mit Lager und mehrere Anlenkstellen mit Lager und die Ausnehmungen und/oder Ausformungen bilden bei Stapelung der äußeren Einzelteile und des wenigstens einen inneren Einzelteils Schmiermittelkanäle in dem Maschinenteil aus.

In Ausgestaltung der zuvor offenbarten Lösungen können die Einzelteile aus einem Stapelpaket mehrerer lamellenartig ausgebildeter und gestapelt miteinander verbundener Teile bestehen, wie dies unter anderem aus EP 1 420 147 A1 bekannt ist. So können insbesondere zur optimalen Gestaltung, im Hinblick auf die durch den Umlenkhebel zu übertragenden Kräfte von der Fachbildemaschine zum Weblitzenrahmen, die äußeren Einzelteile des Umlenkhebels aus einem Stapelpaket zusammengefügter Lamellen bestehen. Ebenso kann das innere Einzelteil dann mit den Ausnehmungen aus einem Stapelpaket zusammengefügter Lamellen bestehen, wenn eine solche Ausbildung den Transport des Schmiermittels zu der betreffenden Lagerstelle erleichtert.

Ein niedriger Fertigungsaufwand des erfindungsgemäßen Maschinenteils wird dadurch erreicht, wenn die äußeren Einzelteile und das innere Einzelteil plattenartiger Gestalt und einstückig sind oder die Einzelteile aus lamellenartigen Einzelelementen bestehen.

In beiden Fällen können die Einzelteile bzw. die Einzelelemente durch Stanzen aus Blechstreifen hergestellt und zu sogenannten Stanzpaketen, wie diese bei der Fertigung von Rotoren, Statoren im Elektromotorenbau oder aus der Transformatorentechnik bekannt sind, zusammengefügt werden.

Um Paare von Schmiermittelkanälen in dem Maschinenteil zu erhalten, ist es denkbar, die äußeren Einzelteile im Stanzverfahren herzustellen und dabei den Verlauf der Schmiermittelkanäle in der Innenfläche, d.h. in der mit dem inneren Einzelteil zusammenstoßenden Fläche des betreffenden Außenteils, einzuprägen. Beim Zusammenfügen der beiden äußeren Einzelteile mit dem inneren Einzelteil, als sogenanntes trennendes Bauteil, entstehen in dem Maschinenteil erfindungsgemäß paarweise verlaufende Schmiermittelkanäle.

In diesem Zusammenhang scheint es auch naheliegend zu sein, in die äußeren Einzelteile und in das innere Einzelteil zusammen mit dem Stanzvorgang Vertiefungen als Montagehilfen einzuprägen.

Diese Montagehilfen können nicht nur dann vorhanden sein, wenn das Maschinenteil aus lediglich drei einstückigen Einzelteilen besteht, sondern auch dann, wenn jedes Einzelteil aus einem Stanzpaket lamellenartiger Einzelteile hergestellt wird.

Des weiteren können zum selben Zweck vorzugsweise auf den Stoßflächen des inneren Einzelteils mehrere Verbindungsmittel vorhanden sein, denen Ausnehmungen in den äußeren Einzelteilen fluchtend zugeordnet sind.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können die äußeren Einzelteile und das innere Einzelteil gleicher oder unterschiedlicher Materialbeschaffenheit sein, um eine unlösbare und zugleich gegen Leckage abgedichtete Verbindung zwischen den Einzelteilen zu erhalten.

Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In den anliegenden Zeichnungen zeigen:

1 die perspektivische Darstellung eines Umlenkhebels für Weblitzenrahmen einer Webmaschine in der Ausführung eines aus Einzelteilen bestehenden Stapelpaketes,

2 das mit Ausnehmungen zur Ausbildung von Schmiermittelkanälen versehene innere Einzelteil des Umlenkhebels in perspektivischer Darstellung und

3 die äußeren Einzelteile mit dem inneren Einzelteil des Umlenkhebels in perspektivischer Darstellung.

Der in 1 dargestellte Umlenkhebel besteht aus einem ersten äußeren Einzelteil 2, einem zweiten äußeren Einzelteil 3 und aus einem zwischen dem ersten äußeren und zweiten äußeren Einzelteil 2, 3 eingeordneten inneren Einzelteil 4.

Ein in einer Ausnehmung 5 des Umlenkhebels 1 aufgenommenes Lager 6 bildet die Umlenkstelle des Umlenkhebels 1. Das Lager 6 wird von einer hier nicht dargestellten Welle aufgenommen, die durch deren Längsmittenachse 7 symbolisch angedeutet ist.

Der Umlenkhebel 1 verfügt an der Umlenkstelle über wenigstens eine Schmiermittelzuführung 8, um das Lager 6 und des weiteren die mit Lagern 9, 10, 11 ausgerüsteten Anlenkstellen des Umlenkhebels mit Schmiermittel zu versorgen.

Die Versorgung der Lager 9, 10, 11 mit Schmiermittel erfolgt über Schmiermittelkanäle 12, 13, 14, wie in 2 dargestellt, die bei Zusammenfügen der in 3 gezeigten, plattenartigen äußeren Einzelteile 2, 3 mit dem plattenartigen inneren Einzelteil 4 des Umlenkhebels 1 entstehen.

In dem inneren Einzelteil 4 sind also die im Umlenkhebel 1 integrierten Schmiermittelkanäle 12, 13, 14 als im wesentlichen linear geführte Ausnehmungen dargestellt, die von den im Bereich der Ausnehmung 5 für das Lager 6 vorhandenen Schmiermittelzuführungen 8 zu den Ausnehmungen 15, 16, 17 für die Lager 9, 10, 11 geführt sind. Die Lager 9, 10, 11 bilden Anlenkstellen des Umlenkhebels 1 aus.

Zur einfachen Montage und zur sicheren gegenseitigen Fixierung der Einzelteile 2, 3, 4 weist vorzugsweise das Einzelteil 4 an beiden Stoßflächen 4a Zentriermittel in Art von Stiften 18 auf, die in Zentrierbohrungen 19 der äußeren Einzelteile 2, 3 eingreifen.

Auf die Art der Verbindung der zugesammengefügten Einzelteile 2, 3, 4 wird an dieser Stelle nicht eingegangen, weil deren Auswahl im Ermessen des Fachmannes liegt.

1Maschinenteil 2Einzelteil 3Einzelteil 4Einzelteil 4aStoßfläche 5Ausnehmung 6Lager 7Längsmittenachse 8Schmiermittelzuführung 9Lager 10Lager 11Lager 12Schmiermittelkanal 13Schmiermittelkanal 14Schmiermittelkanal 15Ausnehmung 16Ausnehmung 17Ausnehmung 18Stift 19Zentrierbohrung

Anspruch[de]
  1. Maschinenteil mit einer frei gestalteten äußeren und inneren Form für eine Webmaschine, gekennzeichnet durch äußere Einzelteile (2, 3) und wenigstens ein zwischen den äußeren Einzelteilen angeordnetes inneres Einzelteil (4), wobei wenigstens eines der Einzelteile (2, 3, 4) Ausnehmungen (12, 13, 14) und/oder Ausformungen aufweist, die bei Stapelung und nachfolgender Verbindung der Einzelteile (2, 3, 4) dem Maschinenteil (1) funktionale Eigenschaften verleihen.
  2. Maschinenteil nach Anspruch 1, gekennzeichnet als Umlenkhebel für Weblitzenrahmen einer Webmaschine, der wenigstens eine Umlenkstelle mit Lager (6) und mehrere Anlenkstellen mit Lager (9, 10. 11) besitzt, und dass die Ausnehmungen und/oder Ausformungen zu den Lagern (9, 10, 11) führende Schmiermittelkanäle (12, 13, 24) innerhalb des Umlenkhebels bilden.
  3. Maschinenteil nach Anspruch 1, gekennzeichnet als ein Kraft und Bewegung übertragendes Bauteil und dass die Ausnehmungen und/oder Ausformungen der Masseerleichterung und/oder der gezielten Lenkung des Kraftflusses innerhalb des Maschinenteils dienen.
  4. Maschinenteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Einzelteil (2, 3, 4) aus einem Paket gestapelter lamellenartig ausgebildeter und miteinander verbundener Teile gleicher Außenkonfiguration besteht.
  5. Maschinenteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass lediglich die äußeren Einzelteile (2, 3) aus einem Paket gestapelter, lamellenartig ausgebildeter und miteinander verbundener Teile gleicher Außenkonfiguration bestehen.
  6. Maschinenteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass lediglich das innere Einzelteil (4) aus einem Paket gestapelter, lamellenartig ausgebildeter und miteinander verbundener Teile gleicher Außenkonfiguration besteht,
  7. Maschinenteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das innere Einzelteil (4) quer zu den Außenflächen, die mit den Innenflächen der äußeren Einzelteile (2,3,) verbunden sind, durchgehende Ausnehmungen (12, 13, 14) und (5, 15, 16, 17) aufweist.
  8. Maschinenteil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen (5, 15, 16, 17) bei Verbindung der Einzelteile (2, 3, 4) die Lager (6, 9, 10, 11) aufnehmen.
  9. Maschinenteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenfläche der äußeren Einzelteile (2, 3) Ausformungen aufweist, die bei Verbindung der betreffenden Außenflächen des inneren Einzelteils (4) mit der Innenfläche des betreffenden äußeren Einzelteils (2, 3) einzelne, individuell verlaufende Kanäle bilden.
  10. Maschinenteil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausformungen Paare von individuell verlaufenden Kanälen bilden.
  11. Maschinenteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelteile (2, 3, 4) gleicher Materialbeschaffenheit sind.
  12. Maschinenteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelteile (2, 3, 4) ungleicher Materialbeschaffenheit sind
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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