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Dokumentenidentifikation DE102005010471A1 14.09.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Blasfolien
Anmelder Plamex Maschinenbau GmbH, 53539 Kelberg, DE
Erfinder Schlier, Heinz, 53773 Hennef, DE;
Herchenbach, Heinz-Joachim, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, DE
Vertreter Brandenburg, T., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 53113 Bonn
DE-Anmeldedatum 08.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005010471
Offenlegungstag 14.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.09.2006
IPC-Hauptklasse B29C 47/88(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29C 47/90(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B29D 7/01(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Vorrichtung zur Herstellung ein- oder mehrschichtiger Blasfolien, umfassend wenigstens einen Extruder zur Extrusion wenigstens eines Thermoplasten sowie eine flüssigkeitsbetriebene Außenkühleinrichtung sowie Einrichtungen zum Abquetschen und/oder Querlegen des Blasfolienschlauches, wobei die Vorrichtung weiterhin eine flüssigkeitsbetriebene Temperiereinrichtung aufweist, wobei die Temperiereinrichtung in der Förderrichtung des Blasfolienschlauches zwischen der Außenabkühleinrichtung und den Einrichtungen zum Abquetschen und/oder Flachlegen des Blasfolienschlauches angeordnet ist und wobei die Temperatur der Temperierflüssigkeit um wenigstens 20 Grad höher ist als die Temperatur der Kühlflüssigkeit.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Blasfolien mit einer äußeren Abkühleinrichtung sowie einer Temperiereinrichtung für den extrudierten Folienschlauch sowie Verfahren zur Herstellung solcher Folien unter Einsatz der zweistufigen Kalibriereinrichtung.

Bekannte Verfahren zur Herstellung bi-axial verstreckbarer Folien mittels Blasformen umfassen im Allgemeinen die grundlegenden Arbeitsschritte des Bereitstellens geeigneter thermoplastischer Kunststoffe oder Kunststoffgemische, Extrudierens dieser Kunststoffe durch eine Ringdüse zur Formung eines Schlauches sowie Abkühlen zur Verfestigung des Schlauches unter Bildung einer Schlauchblase, gegebenenfalls einschließlich eines Kalibrierens des Schlauches, gefolgt von einer Bearbeitung des gebildeten Schlauches auf einer Streckvorrichtung, insbesondere bi-axialen Streckvorrichtung, unter Wiedererwärmen des Schlauchmaterials.

Bei dem zuvor genannten Arbeitsschritt der Schlauchbildung mittels Extrusion tritt die heiße Schmelze aus der Ringdüse aus und wird unmittelbar nach dem Austreten aus dem Düsenspalt mit geeigneten Mitteln gekühlt, um das plastische Kunststoffmaterial abzukühlen und zu verfestigen. Dabei kann in der plastischen Phase das Material gestreckt werden, um gewünschte Eigenschaften wie z.B. Foliendicke einzustellen. Des Weiteren wird in den gebildeten oder sich bildenden Schlauch ein geeignetes Gas, üblicherweise Luft, eingebracht, um eine Blase zu bilden. Der Punkt hinter der Düse an dem die Blasfolie ausreichend abgekühlt ist, um von einem nichtstabilisierten Zustand, d.h. plastischen Zustand, in einen stabilisierten Zustand übergeht, wird üblicherweise als Erstarrungsgrenze bezeichnet.

Eine bekannte nachteilige Eigenschaft der zur Herstellung von Blasfolien geeigneten thermoplastischen Kunststoffe ist deren Neigung zur Kristallisation bei der Verfestigung. So zeigen sich Blasfolien bzw. Folienschäuche mit hohem kristallinen Anteil als weniger geeignet für die nachfolgende Verstreckung. Umgekehrt werden Folien mit geringer werdendem Kristallisationsanteil deutlich streckfähiger. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Blasfolien mit wachsendem Kristallisationsanteil zu einer deutlichen milchig-trüben Verfärbung neigen.

Ein bekanntes Mittel zur Verringerung des Kristallisationsgrades ist die schnelle, möglichst schockartige, Abkühlung des aufgeschmolzenen Polymers nach dem Austritt aus der Extrusionsdüse. So beschreibt die US-6,068462 Vorrichtungen und Verfahren zur kontinuierlichen Extrusion von Blasfolien, bei dem die Blasfolie nach Austritt aus dem Düsenspalt sowohl von außen als auch aus dem Innenraum der Blase mit Kaltluft angeblasen wird. Das aus dem Düsenspalt austretende weiche thermoplastische Material soll durch die zuvorgenannte Maßnahme hinreichend schnell abgekühlt werden, um in einen verfestigten Zustand überzugehen. Ebenfalls sind weitere Kühlluftzufuhreinrichtungen innerhalb der Blase vorgesehen, um die fortlaufende Folie durchzukühlen.

Die DE 197 28 522 der gleichen Anmelderin wie die vorliegende Erfindung betrifft eine Blasfolieneinrichtung, aufweisend eine innerhalb der Blase angeordnete Kühleinrichtung, wobei die Kühleinrichtung ein geeignetes flüssiges Kühlmittel, vorzugsweise Wasser, zerstäubt und auf die Innenseite der Schlauchblase sprüht. Die offenbarte Vorrichtung extrudiert den Schlauch über Kopf, so daß die Laufrichtung des Schlauches von oben nach unten ist, wobei die gebildete Schlauchblase am unteren Ende abgequetscht wird. Das Kondensat des eingesprühten Kühlmittels sammelt sich innerhalb der Schlauchblase oberhalb der Abquetschung und wird dort abgesaugt. Weiterhin weist die Vorrichtung eine Außenkühlung mit Kalibrierscheiben auf. Die Außenkühlung ist in Form von Außensprühkörpern für eine geeignete Kühlflüssigkeit, insbesondere Wasser, ausgeführt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Blasfolien bereitzustellen, wobei das Folienmaterial eine verbesserte amorphe Struktur aufweist. Weitere Teilaufgabe der Erfindung ist es Verfahren und Vorrichtungen der zuvor genannten Art bereitzustellen, wobei das erzeugte Folienmaterial verbesserte Streckeigenschaften aufweist. Ferner ist es Teilaufgabe der vorliegenden Erfindung Verfahren und Vorrichtungen der genannten Art bereitzustellen, bei dem das Folienmaterial mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit erzeugt werden kann.

Gelöst werden die Aufgaben nach den technischen Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen dargestellt.

Allgemeine Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung geht von Vorrichtungen zum Herstellen von ein- oder mehrschichtigen Schlauchfolien aus thermoplastischem Kunststoff mit einer Wasser-Außenkühlung aus. Dabei liegt der Erfindung die überraschende Erkenntnis zugrunde, daß die Eigenschaften der gebildeten Schlauchfolie deutlich verbessert werden können, wenn der flüssigkeitsgekühlten Kühlstufe eine flüssigkeitstemperierte Temperierstufe nachgeschaltet wird, wobei die Temperatur der Flüssigkeit der Temperierstufe um wenigstens 20° Celsius höher ist, als die Temperatur der Kühlflüssigkeit der Kühlstufe.

Erfindungsgemäß wird eine thermoplastische Kunststoffmasse ein- oder mehrlagig durch eine Ringdüse extrudiert, bildend eine Folienblase und durch die Innenseite einer flüssigkeitsgekühlten Außenkühleinrichtung geführt, dabei abgekühlt und verfestigt. Der verfestigte Folienschlauch wird unmittelbar anschließend durch eine flüssigkeitstemperierte Temperiereinrichtung geführt, wobei die Temperatur in der Temperiereinrichtung um mindestens 20° Celsius gegenüber der Kühleinrichtung erhöht ist. Der verfestigte Folienschlauch wird dabei im Wesentlichen um die genannte Temperaturdifferenz gegenüber der Kühleinrichtung aufgeheizt. Erfindungswesentlich ist dabei, daß der Folienschlauch unmittelbar nach der Abkühlung durch die Kühleinrichtung durch die Temperiereinrichtung erwärmt wird.

Die Temperatur des extrudierten Kunststoffmaterials beim Austritt aus dem Ringspalt ist abhängig von dem jeweils eingesetzten Kunststoffmaterial. Übliche Temperaturen betragen bis zu 300° Celsius oder mehr. Zur Verfestigung des austretenden Kunststoffmaterials wird erfindungsgemäß eine Außenkühlung eingesetzt, verwendend eine Kühlflüssigkeit. Die Kühlflüssigkeit wird dabei auf die Außenseite des Schlauchmaterials gespritzt oder gesprüht um die Verfestigung des Materials zu bewirken sowie ein Durchkühlen des so gebildeten Schlauches. Eine besonders geeignete Kühlflüssigkeit ist Wasser. Wasser zeichnet sich nicht nur durch eine erhebliche Wärmetransportkapazität aus, sondern weist eine hohe Verdampfungsenthalpie auf. Insbesondere im Bereich des extrudierten Schlauches mit Temperaturen über 100° Celsius wird die Kühlung nicht nur durch unmittelbare Wärmeabfuhr durch flüssiges Wasser sondern auch durch Verdampfung abgeführt. Eine schnelle Verfestigung und Durchkühlung des Schlauches ist die Folge mit vorteilhaften Auswirkungen im Hinblick auf eine möglichst amorphe Struktur.

Geeigneter Weise umfaßt die Blaseinrichtung eine Innenkühleinrichtung zur Innenkühlung innerhalb der Blase, vorzugsweise eine Flüssigkeitsinnenkühlung gemäß der DE 197 28 522.

Nach Durchlaufen der Temperiereinrichtung schließt sich ein Temperieren der Folien auf Raumtemperatur und/oder bei Raumtemperatur an. Gegebenenfalls kann die zuvorgenannte nachfolgende Abkühlung auch auf tiefere Temperaturen stattfinden. Insbesondere soweit von einer flüssigkeitsgestützen Innenkühlung Gebrauch gemacht wird. Abschließend wird die Folie flach gelegt und bekannten Verstreckeinrichtungen zugeführt.

Wie ausgeführt eignet sich das Verfahren zur Extrusion von ein- oder mehrschichtigen Schläuchen unter Verwendung von einem oder mehreren Extrudern.. Als Rohmaterialien können alle im Extrusionsverfahren verarbeitbare thermoplastische Kunststoffe verwendet werden, insbesondere Polyolefine, Polyamide, Polyester, Polyvinylalkohole, Polyvinylidenchlorid, Ethylen-Vinylalkohol-Copolymerisate, Copolymere des Ethylens und Abmischungen thermoplastischer Kunststoffe, bevorzugt Poly E-Caprolactam und Copolyamide auf Basis von E-Caprolactam.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich grundsätzlich für Schlauchfolien mit allen üblichen Wanddicken. Besonders bevorzugt sind Schlauchfolien mit Wandstärken von 20 &mgr;m–400 &mgr;m.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Die Erfindung wird im nachfolgenden anhand der einzigen Figur erläutert. Die 1 stellt eine bevorzugte Ausführungsform dar und beschränkt die Erfindung nicht auf diese.

1 zeigt eine Blasformeinrichtung zur Herstellung von Blasfolien. Das Extrusionswerkzeug 10 zeigt die ringförmige Extrusionsdüse 11 mittels der der Schlauch 1 extrudiert wird. Die dargestellte Ausführungsform weist eine Innenkühlung zur Kühlung des Schlauchinneren auf. Dargestellt ist eine Innenkühlung unter Verwendung von Kühlflüssigkeiten. Grundsätzlich ist die Erfindung nicht auf die Anwendung einer Innenkühlung beschränkt. Bevorzugt ist jedoch eine geeignete Innenkühlung, insbesondere die dargestellte Ausführungsform. Die dargestellte Innenkühlung umfaßt einen Kanal 12 der durch das Werkzeug 10 hindurch geführt und konzentrisch in der Ringdüse 11 angeordnet ist. Durch den Kanal 12 ist das Rohr 13 hindurchgeführt, bildend den Ringkanal 14. Stützluft 15 wird durch den Ringkanal 14 zum Füllen des Schlauches 1 zugeführt. Am unteren Ende des Rohres 13 ist ein Sprühkopf 16 angeordnet, der mit der Kühlflüssigkeit 18, vorzugsweise Wasser beschickt wird. Innerhalb des Rohres 13 ist ein Absaugrohr 17 konzentrisch geführt, wobei das Absaugrohr 17 durch den Sprühkopf 16 hindurch verlängert in Richtung Quetschwalzenpaar 24 geführt ist.

Im Extrusionsbetrieb sprüht der Sprühkopf 16 die Kühlflüssigkeit 18 auf die Innenseiten des gebildeten Schlauches, wobei diese teilweise verdampfen kann. Kondensierte oder abgelaufene Kühlflüssigkeit sammelt sich vor dem Quetschwalzenpaar 24 im Sumpf 18a. Die im Sumpf 18a gesammelte Kühlflüssigkeit wird dann mittels Absaugrohr 17 abgefördert.

Die Außenkühleinrichtung 30 umfaßt eine oder mehrere Sprüheinrichtungen 32, die ringförmig um den Schlauch 1 angeordnet sind. Die Sprüheinrichtung 32 sprüht Kühlflüssigkeit auf die Außenseite des Schlauches 1. Als Kühlmittel können entsprechend der Innenkühleinrichtung alle geeigneten innerten Kühlflüssigkeiten eingesetzt werden. Besonders bevorzugt wird Wasser verwendet. Die Außenkühleinrichtung 30 ist so eingerichtet, daß die Schlauchfolie beim Austritt aus der Abkühleinrichtung eine Temperatur im Bereich von 5 bis 40° Celsius, bevorzugt 10 bis 25° Celsius aufweist.

Geeigneter Weise ist die Außenkühleinrichtung 30 in ihrer Längserstreckung, d.h. in Durchlaufrichtung des Schlauches 1, so dimensioniert, daß die Verweilzeit des Schlaues 1 in der Außenkühleinrichtung 30 lang genug ist, damit der Schlauch 1 im Wesentlichen die Temperatur der Kühlflüssigkeit annehmen kann. Dieser Kunstgriff vereinfacht die Einstellung der Austrittstemperatur der Schlauchfolie 1 beim Austritt aus der Abkühleinrichtung. Die Austrittstemperatur entspricht dann im Wesentlichen der Temperatur der verwendeten Kühlflüssigkeit.

Die Sprüheinrichtungen 32 umfassen jeweils wenigstens einen Sprühkopf 33, der die Kühlflüssigkeit auf den Schlauch 1 sprüht. Erfindungsgemäß kann die Außenkühleinrichtung mit mehreren Sprüheinrichtungen 32 mit jeweils einem Sprühkopf 33 oder mit einer oder zwei Sprüheinrichtungen 32 mit mehreren Sprühköpfen 33 ausgeführt sein.

Unabhängig von der Anordnung der Sprühköpfe 33 zur Sprüheinrichtung 32 sind die jeweiligen Sprühköpfe in Laufrichtung des Schlauches 1 beabstandet, um Kalibrierhülsen 31 dazwischen anzuordnen. Die Wirkung der Kalibrierhülsen 31 wird nachfolgend noch erläutert.

Die Außenkühleinrichtung 30 umfaßt weiterhin ein Gehäuse 34. Das Gehäuse 34 nimmt die versprühte Kühlflüssigkeit auf. Die Austrittsöffnung des Schlauches 1 ist mit geeigneten Dichtmitteln, z.B. einer Labyrintdichtung versehen, um ein Ablaufen der versprühten Kühlflüssigkeit nach unten, d.h. in Laufrichtung des Schlauches 1 zu verhindern. Im Betrieb sammelt sich die versprühte Kühlflüssigkeit am Boden des Gehäuses 34 und wird von dort abgepumpt sowie gegebenenfalls einer Temperierung und Aufbereitung zur abermaligen Verwendung zugeführt.

In Laufrichtung des Schlauches 1 schließt sich der Außenkühleinrichtung 30 eine Temperiereinrichtung 40 an. Die Temperiereinrichtung 40 ist im Wesentlichen entsprechend der Außenkühleinrichtung 30 aufgebaut und umfaßt Sprüheinrichtungen 42 aufweisend Sprühköpfe 43 sowie gegebenenfalls dazwischen angeordnete Kalibrierscheiben 41. Die Temperiereinrichtung 40 kann ein gesondertes Gehäuse 44 zur Aufnahme der versprühten Temperierflüssigkeit aufweisen. In einer geeigneten Ausführungsform sind die Gehäuse 34 der Außenkühleinrichtung 30 sowie das Gehäuse 44 der Temperiereinrichtung 40 zu einer Baugruppe zusammengefaßt. Erfindungswesentlich ist dabei alleine, daß die Flüssigkeitsströme der Kühlflüssigkeit sowie der Temperierflüssigkeit getrennt bleiben. Hierzu weist das gemeinsame Gehäuse einen Zwischenboden auf, der zwischen der Außenkühleinrichtung 30 sowie der Temperiereinrichtung 40 angeordnet und mit geeigneten Dichtungseinrichtungen versehen ist.

In der Temperiereinrichtung 40 wird mittels Sprühköpfen 43 eine Temperierflüssigkeit auf den durchlaufenden Schlauch 1 von außen gesprüht. Als Temperierflüssigkeit sind alle Flüssigkeiten geeignet, die als Kühlflüssigkeit in der Außenkühleinrichtung 30 Einsatz finden, bevorzugt ist Wasser. Besonders bevorzugt werden sowohl als Kühlflüssigkeit als auch Temperierflüssigkeit Wasser verwendet.

Erfindungswesentlich ist, daß die Temperatur der Temperierflüssigkeit um wenigstens 20° Celsius gegenüber der Temperatur der Kühlflüssigkeit angehoben ist. Die Temperatur der Temperierflüssigkeit liegt erfindungsgemäß im Bereich von 40 bis 85° Celsius, bevorzugt 50 bis 70° Celsius. Die Temperiereinrichtung 40 ist so dimensioniert, insbesondere hinsichtlich der Durchgangslänge für den durchlaufenden Schlauch 1, daß das Schlauchmaterial beim Austritt aus der Temperiereinrichtung 40 eine solche Temperatur angenommen hat, dass das Schlauchmaterial eine erhöhte Flexibilität zum leichteren Aufblasen des Schlauches aufweist und weiterhin dass dessen Durchmessergleichheit unter Wirkung des Innendruckes verbessert wird. Durch die zuvor genannten Maßnahmen wird bei der anschließenden Flachlegung eine leichtere, faltenfreie Flachlegung bewirkt. Weiterhin kann durch die zuvor genannte Temperierung das Nachkristallisieren insbesondere der Außenschicht, z.B. aus Polyamid, beschleunigt werden, ohne daß es zur Bildung von Materialsphäroloiden kommt.. Geeigneter Weise kann das Schlauchmaterial beim Austritt aus der Temperiereinrichtung 40 die Temperatur der Temperierflüssigkeit angenommen haben.

Die Temperiereinrichtung 40 kann nach unten ebenfalls einen Boden aufweisen, zum Auffangen der ablaufenden Temperierflüssigkeit. Die aufgefangene Temperierflüssigkeit wird dann abgesaugt und kann zur abermaligen Verwendung neu temperiert und aufgearbeitet werden.

Geeigneter Weise weisen die Außenkühleinrichtung 30 und optional die Temperiereinrichtung 40 Kalibrierhülsen 31 und 41 auf. Die Kalibrierhülsen 31, 41 sind jeweils zwischen den Sprühköpfen 33, 43 angeordnet. Kalibrierhülsen und deren Funktionsweise bei der Blasfolienherstellung sind im Grundsatz bekannt.

Bei der Herstellung von Blasfolienschläuchen durchläuft die Blasfolienblase die Kalibrierhülsen, dabei kontaktierend den inneren Rand der Kalibrierhülse.

Die Gasphase in der Schlauchblase weist dabei gegenüber der Gasphase auf der Schlauchaußenseite einen Überdruck auf. Die Druckdifferenz kann durch Anlegen eines Überdruckes innerhalb der Schlauchblase gegenüber Atmosphärendruck auf der Außenseite der Schlauchblase erzeugt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, innerhalb der Schlauchblase Atmosphärendruck anzulegen und außerhalb der Schlauchblase einen Unterdruck zu erzeugen. Eine Kombination der Maßnahmen ist ebenfalls möglich. Geeigneter Weise liegt die Druckdifferenz von 1 bis 50 mbar, bevorzugt 20 bis 30 mbar.

Nach dem Durchlauf durch die Temperiereinrichtung 40 wird die Blasfolie unter Wirkung der Quetschrollen 24 abgequetscht und flachgelegt. Es schließen sich bekannte Verfahrensschritte zur Herstellung von Blasfolien an, nämlich die Verstreckung des Folienschlauches, Schneiden des Folienschlauches zu Folien sowie Abziehen und Wickeln der Folie.

Zur mono-axialen oder bi-axialen Dehnung oder Verstreckung muß der Folienschlauch in bekannter Weise auf 60 bis 150° Celsius, bevorzugt 75 bis 120° Celsius erwärmt werden. Geeignete Mittel hierzu sind das Erwärmen im Wasserbad mit Infrarot-Strahlung, durch Heißluft sowie überhitzten Wasserdampf. Die Verstreckung in Längs- und/oder Querrichtung kann jeweils bis zu 30 %, bevorzugt 10 % betragen.

Beispiel 1

Mit einer Drei-Schicht Extrusionsanlage wurde eine Mehrschichtfolie bestehend aus LDPE (Handelsname Lupolen 2426 F der Firma Basell), einem Haftvermittler (Handelsname Bynel CXA 41 E 687 der Firma DuPont) sowie einem Polyamid 6 (Handelsname Ultramid B 40F der Firma BASF). Die Schichtdicken der Folie betrugen nach dem Abzug 60 &mgr;m LDPE, 7 &mgr;m Haftvermittler sowie 30 &mgr;m Polyamid. Das Polyamid bildet die Schlauchaußenseite.

Die dreischichtige Masse wurde mit einem Durchsatz von 100 kg/h nach unten in die Außenkühleinrichtung extrudiert. Die Außenkühleinrichtung wies Kalibrierscheiben mit einem Innendurchmesser von 200 mm auf und hatte eine Gesamtlänge von 500 mm. Die Außenkühleinrichtung wurde von kaltem Wasser mit einer Temperatur von 12° Celsius in einer Menge von 1000 l/h durchströmt. Gleichzeitig wurde die Folieninnenseite im Bereich der Außenkühleinrichtung mit einer Innenkühleinrichtung mit Wasser besprüht. Das Kühlwasser der Innenkühleinrichtung hatte eine Temperatur von 12° Celsius. Die Sprühleistung betrug 500 l/h Wasser. Im Inneren der Schlauchblase wurde ein Überdruck gegenüber dem aktuellen Atmosphärendruck von 1 mbar angelegt. Auf der Außenseite des Schlauches wurde ein Unterdruck von 15 mbar gegenüber dem aktuellen Atmosphärendruck angelegt.

Nach dem Austreten aus der Abkühleinrichtung durchlief die Schlauchfolie einen Freiraum von 200 mm bis zum Eintritt in die Temperiereinrichtung. Die Temperiereinrichtung hatte eine Länge von 500 mm und wurde mit warmem Wasser mit einer Temperatur von 70° Celsius beschickt. Der Wasserdurchsatz betrug 1000 l/h. Die Temperiereinrichtung war mit Kalibrierscheiben mit einem Innendurchmesser von 196 mm versehen. Die Druckverhältnisse in der Schlauchblase sowie außerhalb der Schlauchblase waren identisch mit denen der Außenkühleinrichtung.

Nach Durchlaufen der Temperiereinrichtung wurde die 100 &mgr;m starke Folie flachgelegt, abgequetscht und mit einer Geschwindigkeit von 27 m/min zu einer zweilagigen Folie von 307 mm Flachbreite aufgewickelt. Die Folie war faltenfrei. Ebenfalls war der Wickelaufbau einwandfrei und ohne Ringe. Der Curl betrug in Längsrichtung 200 mm sowie in Querrichtung 250 mm jeweils zur Polyamidseite der Folie.

Beispiel 2

Eine Drei-Schicht-Folie wurde identisch zu Beispiel 1 extrudiert. Nach Flachlegung wurde die Folie wieder durch Druckluft aufgeblasen, wobei der Folienschlauch in Quer-Richtung um 10 expandierte. Die Blase wurde durch ein weiteres Walzenpaar abgequetscht, welches gegenüber dem vorgelagerten Abzug um 10 % schneller lief. Es wurde eine Folie von einer Breite von 340 mm und einer Stärke von 80 &mgr;m erhalten. Die Aufwickelgeschwindigkeit betrug 30 m/min. Die Aufwicklung war faltenfrei.

Die Rollneigung wurde an einem 100 × 100 mm großen Folienstück bestimmt, das frei auf eine Platte gelegt wurde. Das ausgelegte Folienstück konnte sich zu einer Rolle zusammenrollen, dessen Durchmesser in mm gemessen wurde. Der genannte Durchmesser durch Einrollen jeweils in Längs- und/oder Quer-Richtung wurde als Maß für die Rollneigung verwendet.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Herstellung ein- oder mehrschichtiger Blasfolien, umfassend wenigstens einen Extruder zur Extrusion wenigstens eines Thermoplasten sowie eine flüssigkeitsbetriebene Außenkühleinrichtung sowie Einrichtungen zum Abquetschen und/oder Querlegen des Blasfolienschlauches, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung weiterhin eine flüssigkeitsbetriebene Temperiereinrichtung aufweist, wobei die Temperiereinrichtung in der Förderrichtung des Blasfolienschlauches zwischen der Außenabkühleinrichtung und den Einrichtungen zum Abquetschen und/oder Flachlegen des Blasfolienschlauches angeordnet ist, und wobei die Temperatur der Temperierflüssigkeit um wenigsten 20 Grad höher ist als die Temperatur der Kühlflüssigkeit.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlflüssigkeit und/oder Temperierflüssigkeit Wasser ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Kühlflüssigkeit im Bereich von 5–40°C, bevorzugt von 1 0–25°C, liegt.
  4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Temperierflüssigkeit im Bereich von 40–85°C, bevorzugt von 50–70°C, liegt.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkühleinrichtung weiterhin wenigstens eine Kalibrierhülse umfasst.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperiereinrichtung wenigstens eine Kalibrierhülse umfasst.
  7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Schlauchblase ein Innendruck herrscht der 1 bis 50 mbar, bevorzugt 10 bis 30 mbar, höher ist als der Außendruck.
  8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung mit einer flüssigkeitsbetriebenen Innenkühlung versehen ist, wobei der Sprühkopf der Innenkühlung im Bereich innerhalb der Außenkühlung angeordnet ist.
  9. Verfahren zur Herstellung von ein- oder mehrschichtiger Blasfolie aus wenigstens einem thermoplastischen Kunststoffmaterial, umfassend die Schritte:

    a) Extrudieren des Kunststoffmaterials durch eine Ringdüse und Formen eines Schlauches;

    b) Abkühlen des Schlauches auf eine Temperatur im Bereich von 5–40°C, bevorzugt von 10–25°C;

    gekennzeichnet durch die weiteren Schritte:

    c) Temperieren des Schlauches auf eine Temperatur im Bereich von 40–85°C, bevorzugt von 50–70°C, wobei die Temperatur des Schrittes c) um wenigsten 20°C über der Temperatur des Schrittes b) liegt;

    d) Abquetschen und/oder Flachlegen des Schlauches;

    e) Verstrecken des Schlauches.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) der Schlauch durch äußeres Besprühen mit einer Kühlflüssigkeit, bevorzugt mit Wasser, abgekühlt wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) der Schlauch durch äußeres Besprühen mit einer Temperierflüssigkeit, bevorzugt mit Wasser, temperiert wird.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) der Schlauch weiterhin durch inneres Besprühen mit einer Kühlflüssigkeit, bevorzugt mit Wasser, abgekühlt wird.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) und optional in Schritt c) der Schlauch jeweils durch wenigstens eine Kalibrierhülse geleitet wird.
  14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in der Schlauchblase ein Innendruck angelegt wird der 1 bis 50 mbar, bevorzugt 10 bis 30 mbar, höher ist als der Außendruck.
  15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet dass, in der Schlauchblase Atmosphärendruck und außerhalb der Schlauchblase Unterdruck herrscht.
  16. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl in der Schlauchblase als auch außerhalb der Schlauchblase ein Druck angelegt wird, der geringer ist als der Atmosphärendruck, wobei der Innendruck innerhalb der Schlauchblase höher ist als der Außendruck.
  17. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Schichten der Blasschlauchfolie aus wenigstens einem thermoplastischen Kunststoffmaterial gebildet wird, ausgewählt aus der Gruppe umfassend Polyolefine, Polyamide, Polyester, Polyvinylalkohole, Polyvinylidenchlorid.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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