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Dokumentenidentifikation DE102005010823A1 14.09.2006
Titel Glasplatten-Wandbausystem
Anmelder Joh. Sprinz GmbH & Co. KG, 88214 Ravensburg, DE
Erfinder Kolleth, Robert, 88376 Königseggwald, DE
Vertreter Patentanwälte Eisele, Dr. Otten, Dr. Roth & Dr. Dobler, 88212 Ravensburg
DE-Anmeldedatum 07.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005010823
Offenlegungstag 14.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.09.2006
IPC-Hauptklasse E04B 2/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Glasplatten-Wandbausystem zur Gestaltung eines Gebäudeinnenraums. Es zeichnet sich durch eine einfache Montageweise aus, wobei das gesamte Gewicht der Glasplatte auf einem unteren von zwei übereinander angeordneten Befestigungs-Profilpaaren abgestützt ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Glasplatten-Wandbausystem zur Gestaltung von Gebäudeinnenräumen.

Es ist bekannt, zur Gestaltung von Gebäudeinnenräumen Wandplatten zu verwenden, die mit entsprechend geeigneten Mitteln mit dem Gebäude verbunden werden. In der DE 90 04 059 U1 ist dazu ein Beschlagteilesatz zur Befestigung von Wandplatten beschrieben. Damit können beispielsweise Vollkernplatten aus getränktem Papier, Kunststoffplatten, Gipskartonplatten, Holzplatten und dergleichen an einer Wand befestigt werden.

Nachteilig an diesem Befestigungssystem ist, dass zumindest Teile der Profilschienen im Gebäude montiert werden müssen, bevor die Decke des entsprechenden Raumes fertiggestellt werden kann. Weiterhin nachteilig ist die Vielzahl erforderlicher Befestigungsschienen, die entsprechend genau aufeinander ausgerichtet montiert werden müssen, sowie die Einschränkung in der Anwendbarkeit auf Plattenmaterialien, bei denen problemlos stirnseitig entsprechend tiefe Befestigungsnuten eingebracht werden können, ohne dass die Gefahr einer Beschädigung der Platte besteht, wie dies beispielsweise bei Glasplatten der Fall ist.

Zur Raumgestaltung mittels Glasplatten wird in der schwedischen Druckschrift SE 510 762 C2 ein System vorgeschlagen, das, ähnlich wie beim Aufbau von Wintergärten aus Glas, Rahmen für jede einzelne Glasplatte erfordert. Hierzu sind bodenseitig und deckenseitig entlang des zu gestaltenden Wandverlaufs hohe, sichtbare Grundkörper angeordnet, zwischen denen im Abstand der Platten senkrecht Schienen zur Aufnahme der Glasplatten angeordnet sind. Dabei wird es als nachteilig empfunden, dass das gesamte Befestigungssystem in der Form sichtbarer Elemente gestaltet ist.

Demgegenüber liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Glasplatten-Wandbausystem vorzuschlagen, das im fertig montierten Zustand bei nicht sichtbarem Befestigungssystem eine einfache und jederzeit mögliche Wandgestaltung für Gebäudeinnenräume gewährleistet.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1. Durch die in den Unteransprüchen genannten Maßnahmen sind vorteilhafte Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung möglich.

Das Glasplatten-Wandbausystem zur Gestaltung eines Gebäudeinnenraums zeichnet sich dadurch aus, dass mindestens eine Glasplatte, zwei mit dem Gebäude zu verbindende Glasprofile und zwei mit diesen zusammenwirkende, an der Glasplatte zu befestigende Glasprofile vorhanden sind, wobei je ein Gebäude- und Glasplattenprofil zusammenwirkend eines von zwei Profilpaaren bilden, welche bei montierter Glasplatte im Wesentlichen waagrecht und übereinander angeordnet sind, wobei das gesamte Gewicht der Glasplatte auf dem unteren Profilpaar abgestützt ist.

Diesem Aufbau des Glasplatten-Wandbausystem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine Glasplatte aufgrund ihres hohen Gewichts allein durch Abstellen auf ihrer Unterkante bereits eine sehr große Fixierwirkung erfährt. Das Verschieben der Glasplatte auf dem Boden erfordert eine entsprechend große Krafteinwirkung, die bei üblicherweise auftretenden Einwirkungen auf die Glasplatte, z.B. bei Reinigungsarbeiten nie erreicht werden können. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Glasplatte auch noch mit einem entsprechend ausgebildeten Profilpaar mit dem Gebäude verbunden ist.

Die Verwendung eines solchen Profilpaares erhöht durch die Abstimmung der Profilierung des Glasplattenprofils auf das Gebäudeprofil die Montageeffizienz, und schützt gleichzeitig die Glasplatte beim Transport und bei der Montage gegen eventuelle Beschädigungen, insbesondere im Kantenbereich. Zur Montage der Glasplatte müssen lediglich das untere und das obere Gebäudeprofil an dem Gebäude angebracht und anschließend die Glasplatte mit den daran befestigten Glasplattenprofilen mit den beiden Gebäudeprofilen verbunden werden, wobei in vorteilhafter Weise die Glasplatte lediglich mit ihrem unteren Rand auf dem unteren Glasplattenprofil abgestützt ist, und dieses seinerseits auf dem Gebäudeprofil. Dazu genügt es, das Gebäudeprofil in einer Ecke zwischen einem Boden und einer Wand, vorzugsweise fixiert, anzuordnen und die vor dem Gebäudeprofil am Boden positionierte Glasplatte minimal anzuheben, geringfügig nach hinten zu schieben und wieder abzulassen. Es muss dabei lediglich die Profilhöhe des Gebäudeprofils von einigen Millimetern überwunden werden.

An Stelle einer zu verkleidenden Wand kann ggf. auch ein Zwischenwandgrundelement, z. B. Holzbalken, eine Blechkonstruktion oder dgl. mehr an Boden und Decke angebracht sein, an welches das Gebäudeprofil angeschlagen werden kann. Zwingend erforderlich für eine einwandfreie Systemmontage ist eine Wand oder ein solches Grundelement jedoch nicht, da die Gebäudeschienen notfalls auch direkt an Boden und Decke befestigt sein können.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird das untere Gebäudeprofil bei der Montage in der Kante zwischen dem Boden und der Wand aufgelegt und vorzugsweise mit der Wand fest verschraubt, so dass es eine stabile und fixierte Auflagefläche bildet. Zur Wandgestaltung einer gegenüber einer Mauerfläche abgesetzten Wandfläche, beispielsweise einer Ausnehmung in einer Mauer oder in einem Mauervorsprung ist bei der Montage des unteren Gebäudeprofils entsprechend vorzugehen, so dass die Glasplatte gegenüber anderen Wandelementen in der Tiefe gegebenenfalls versetzt angeordnet werden kann.

Zur oberen Befestigung der Glasplatte ist an deren oberen, rückseitigen Randbereich das zweite, obere Profilpaar entsprechend angeordnet. Um eine möglichst elegante Gestaltung der Wandfläche zu erreichen, ist es vorzugsweise vorgesehen, dass die Glasplatte sich einteilig über die gesamte Höhe des zu gestaltenden Raums oder einer Raumaussparung erstreckt, abzüglich der erforderlichen Einbautoleranzen. Diese Einbautoleranzen sind aber im Wesentlichen von der Schenkelhöhe des unteren Gebäudeprofils bestimmt, auf welchem die Glasplatte über das Glasplattenprofil stirnseitig abgestützt ist. Somit ergeben sich bei der Wandgestaltung durch das erfindungsgemäße Glasplatten-Wandbausystem lediglich ganz feine Schattenfugen in der Höhe von wenigen Millimetern. Die Frontseite der Glasplatte ist im montierten Zustand frei von jeglichen verdeckenden Befestigungselementen, und zwar sowohl der Gebäude- als auch der Glasplattenprofile.

Die fertig gestaltete Wand wird lediglich durch eine oder gegebenenfalls auch mehrere nebeneinander in entsprechender Weise angeordneten Glasplatten bestimmt. Diese können dazu mit beliebigem Dekor versehen sein, welches auch blickdicht ausgestaltet sein kann, so dass die rückwärtige, ggf. unverputzte Wand nach der Montage der Glasplatten nicht mehr sichtbar ist.

Als weitere Gestaltungsmöglichkeiten dieses Glasplatten-Wandbausystems bieten sich beispielsweise auch eine Hinterleuchtung der Glasplatten, die Anbringung von ggf. ebenfalls beleuchteten Spiegelflächen oder die Anordnung von Ausnehmungen in den Glasplatten zur weiteren Gestaltung der Wand bzw. des betreffenden Raumes an. Hierbei können in der Tiefe des Wandbausystems in beiden Richtungen an- bzw. abgesetzte Raumgestaltungselemente angeordnet werden, wie z. B. sanitäre Einrichtungen.

Zur Steigerung der unteren Fixier- und/oder Positionierwirkung der Glasplatte kann in einer bevorzugten Ausführungsform des Glasplatten-Wandbausystems zwischen dem Gebäudeprofil und dem Glasplattenprofil ein Fixier- und/oder Positioniermittel angeordnet oder auch ausgebildet sein. Hierzu bieten sich insbesondere formschlüssige Verbindungen an, z.B. die Ausbildung einer Nut und eines darin eingreifenden Steges, wobei es für die Funktion grundsätzlich unerheblich ist, an welchem Profil welches Element ausgebildet ist.

Vorteilhafterweise ist dabei jedoch darauf zu achten, dass diese Fixier- und/oder Positioniermittel weder beim Transport noch bei der Montage eine besonders vorsichtige Handhabung erfordern. Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform liegt dabei in der Ausbildung des Profils mit mehreren, in Verschieberichtung hintereinander liegenden welligen Erhebungen und Vertiefungen, die in den beiden einander zugewandten Profilflächen des Gebäudeprofils und des Glasplattenprofils ineinander eingreifend ausgebildet sind. Damit ergibt sich einerseits eine höhere Unempfindlichkeit des Fixier- und/oder Positioniermittels und eine zusätzliche erweiterte Positioniermöglichkeit für die senkrechte Ausrichtung der Glasplatte bei deren Montage durch die Möglichkeit, die beiden welligen Konturen in unterschiedlichen Positionen ineinander einrasten zu lassen. Damit ist eine zusätzliche, feine Justierung des Glasplatten-Wandbausystems gegeben.

Neben einer formschlüssigen Verbindung als Fixier- und/oder Positioniermittel ist aber auch die Verwendung eines Materials möglich, welches eine rutschmindernde Eigenschaft aufweist. So können z.B. ein oder auch beide Profile mit einem entsprechenden Material versehen sein, beispielsweise als Beschichtung, oder auch zusätzlich zwischen den beiden Profilen angeordnet, z.B. als ein Kunststoff- und/oder Gummielement.

Selbstverständlich wäre es auch möglich, anstelle des unteren Glasplattenprofils lediglich ein solches rutschminderndes Element einzusetzen, welches ebenfalls in bevorzugter Weise bereits an der Stirnseite der Glasplatte, diese dadurch schützend, befestigt mitgeliefert wird.

Bezüglich der formschlüssigen Verbindung erfüllt natürlich auch die Einprägung eines entsprechend welligen Profils in die Stirnseite der Glasplatte eine Fixier- und/oder Positionierhilfe, so dass gegebenenfalls auch durch eine solche Konturierung des unteren Glasplattenrandes auf das untere Glasplattenprofil verzichtet werden könnte.

Eine besonders gute Wirkung des unteren Fixier- und/oder Positioniermittels wird auf jeden Fall dadurch erreicht, dass diese am unteren Rand der Glasplatte angeordnet oder an diesem ausgebildet ist.

Der am oberen Glasplattenprofil ausgebildete Teil des oberen Fixier- und/oder Positioniermittels ist demgegenüber so geformt, dass ein gegenseitiger Eingriff der beiden oberen Profile lediglich durch geringfügiges Anheben der Glasplatte und des damit verbundenen Glasplattenprofils erreicht wird. Dazu weist das obere Glasplattenprofil ein erstes, nach oben weisendes Verbindungselement auf. Dieses greift seinerseits beim Anheben der Glasplatte in ein zweites, am Gebäudeprofil angeordnetes und nach unten weisendes Verbindungselement ein. In einer Minimalausführung handelt es sich hierbei ebenfalls um eine Nut und einen darin eingreifenden Steg. Dabei ist es für die Funktion jedoch ebenfalls unerheblich, an welchem Profil der Steg und an welchem Profil die Nut ausgebildet sind.

Besonders bevorzugt ist jedoch in der als Nut ausbildenden Aufnahme des Steges im Querschnitt eine Verjüngung ausgebildet, so dass der Steg gerade noch durch den verbleibenden, freien Querschnitt hindurchgreifen kann. Dies hat einerseits den Vorteil, dass das Glasplattenprofil durch leichtes schräges nach oben Führen der Glasplatte in Eingriff mit dem Gebäudeprofil kommt, wobei hinter der Verjüngung ausreichend Platz für eine freie Schwenkbewegung des Steges beim bodenseitigen nach hinten Rücken der Glasplatte gewährleistet ist. Das Glasplatten-Wandbausystem weist damit auch im oberen Bereich eine Verbindung auf, die eine vollkommen exakte Positionierung und Fixierung der Glasplatte ermöglicht.

Zusätzlich bietet diese Verbindung aufgrund der engen, berührenden oder zumindest nahezu berührenden Verbindung durch die zwischen dem Steg und der in der Aufnahme ausgebildeten Verjüngung aber auch eine hohe Feuchtigkeitsdichtwirkung. Diese kann durch die doppelte Ausbildung jeweils eines Steges und einer Aufnahme, sowohl am Gebäudeprofil als auch am Glasplattenprofil, noch erhöht werden. Dadurch eignet sich diese Befestigungsart auch insbesondere gut für feuchte Räume, wie Badezimmer oder dergleichen. Die Abdichtung zwischen dem Glasplattenprofil und der Glasplatte selbst kann durch eine Klebeverbindung realisiert werden. Eine solche Befestigung des Glasplattenprofils an der Glasplatte bietet sich insbesondere auch deshalb an, da die Klebeverbindung nur seitliche Kräfte aufnehmen muss und in keiner Weise mit den Gewichtskräften der Glasplatte belastet wird.

Zur weiteren Abdichtung des hinter den Glasplatten liegenden Raumes kann zwischen zwei nebeneinander angeordneten Glasplatten eine Dichtung angeordnet werden.

Zur Vermeidung, dass sich gegebenenfalls dennoch hinter den Glasplatten niederschlagende Feuchtigkeit auf dem Glasplattenprofil ansammelt, kann dieses mit einer in schrägem Winkel geneigt wegführenden Profilfläche versehen werden. Um diese kondensierte Feuchtigkeit aus dem ansonsten abgeschlossenen Raum abführen zu können, kann das Glasplatten-Wandbausystem im Weiteren noch ein Drainagemittel aufweisen. Dazu können in einem oder auch in beiden unteren Profilen entsprechende Bohrungen oder Schlitze angeordnet werden, die eine einwandfreie Ableitung des sich sammelnden Wassers gewährleisten. Zusätzlich ist es auch noch möglich, die zwischen den Glasplatten angeordneten Dichtungen im unteren Bereich beispielsweise 1 bis 2 cm zu verkürzen, so dass sich zwischen den Glasplatten ebenfalls eines eine Drainagewirkung hervorrufender Schlitz ergibt.

Zur seitlichen Abdeckung, beispielsweise im Fenster- und Türbereich weist das Glasplatten-Wandbausystem in vorteilhafter Weise noch eine Seitenverblendung auf.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den beigefügten Zeichnungen dargestellt und wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert.

Im Einzelnen zeigen

1 eine Schnittdarstellung durch ein Glasplatten-Wandbausystem in einer Anordnung an einer Wand zwischen Decke und Boden;

2 eine Schnittdarstellung eines unteren Gebäudeprofiles;

3 eine Schnittdarstellung eines Glasplattenprofiles;

4 eine Schnittdarstellung eines oberen Glasplattenprofiles; und

5 eine schräge perspektivische Draufsicht auf ein explosionsartig auseinandergezogen dargestelltes Glasplatten-Wandbausystem.

Im Einzelnen zeigt nun die 1 ein Glasplatten-Wandbausystem 1, welches aus einer Glasplatte 2, zwei mit dem Gebäude zu verbindende Gebäudeprofilen 3, 7 und zwei mit diesen zusammenwirkenden, an der Glasplatte 2 befestigten Glasplattenprofilen 5, 9 besteht.

Das Glasplatten-Wandbausystem 1 ist zwischen einem Boden 15, einer Wand 16 und einer Decke 17 eingepasst angeordnet. Die Glasplatte 2 ist dazu im unteren Bereich über ein unteres Profilpaar 13 fixiert und im oberen Bereich über ein oberes Profilpaar 14. Das untere Profilpaar 13 besteht aus dem auf dem Boden 15 aufliegenden und an der Wand 16 mittels einer Schraube 4 befestigten unteren Gebäudeprofil 3 und dem mittels einer Klebeverbindung 6 an der Glasplatte 2 befestigten unteren Glasplattenprofil 5.

Erfindungsgemäß liegt die Glasplatte 2 mit dem gesamten Gewicht auf dem unteren Profilpaar 13 auf. Dazu stützt sich der untere Rand 11 der Glasplatte 2 auf dem unteren Glasplattenprofil 5 ab, und dieses seinerseits auf den auf dem Boden 15 aufliegenden Gebäudeprofil 3.

Es wäre zwar denkbar, dass das untere Gebäudeprofil 3 nicht auf dem Boden 15 aufliegt, sondern nur an der Wand befestigt ist. Damit könnte zwar ein gegebenenfalls gewünschter Abstand zwischen dem unteren Rand 11 der Platte 2 und dem Boden 15 realisiert werden. In einem solchen Fall müsste jedoch das untere Gebäudeprofil 3 entsprechend massiv ausgebildet werden, so dass die gesamte Last der Glasplatte über dieses Gebäudeprofil in die Wand eingeleitet werden kann.

Zur oberen Fixierung und/oder Positionierung der Glasplatte 2 dient das obere Profilpaar 14. Dieses wird aus dem oberen Gebäudeprofil 7 und dem oberen Glasplattenprofil 9 gebildet. Um die Wandgestaltung mittels des erfindungsgemäßen Glasplatten-Wandbausystems über die gesamte Raumhöhe mit einer einzigen Glasplatte realisieren zu können, ist das obere Gebäudeprofil 7 in der Kante zwischen der Wand 16 und der Decke 17 angeordnet und mittels der Schraube 8 befestigt.

Die Frontseite 18 der Glasplatte 2 ist dabei in keiner Weise von Elementen der Gebäude- und Glasplattenprofile 3, 5; 7, 9 verdeckt. Somit ergibt sich für die Ansicht der montierten Glasplatten eine vollkommen frei gestaltbare Sichtfläche über die gesamte Frontseite 18. Dies gilt für alle Glasplatten 2, die mit dem erfindungsgemäßen Glasplatten-Wandbausystem 1 befestigt werden.

Die in der 1 gezeigte, bevorzugte Ausführungsform weist zwischen dem Gebäudeprofil 3 und dem Glasplattenprofil 5 ein unteres Fixier- und/oder Positioniermittel 19 auf. Dazu ist an beiden Profilen 3, 5 eine entsprechende Kontur ausgebildet. Das obere Profilpaar 14 ist mittels eines oberen Fixier- und/oder Positioniermittels 20 miteinander verbunden.

Beide Fixier- und/oder Positioniermittel 19, 20 sind in diesem Ausführungsbeispiel als formschlüssige Verbindungen ausgebildet, die verzahnend ineinander greifen. Das untere Fixier- und/oder Positioniermittel 19 ist dabei durch zwei zueinander passende, wellenförmige Konturen der einander zugeordneten Flächen des unteren Gebäudeprofils 3 und des unteren Glasplattenprofils 5 gekennzeichnet. Sie wirken also in der Funktion einer Nut und eines darin eingreifenden Stegs in mehrfacher hintereinander angeordneter Ausführung zusammen. Die einzelnen Details der beiden Fixier- und/oder Positioniermittel 19, 20 sind aus den 2 bis 4 besser entnehmbar.

Die 2 zeigt in diesem Zusammenhang einen Querschnitt des unteren Gebäudeprofils 3. An der Oberseite des im montierten Zustand bodenseitigen Schenkels 25 sind aneinander angereiht Nuten und Stege 21, 22 ausgebildet. Sie greifen in die komplementäre Kontur des Schenkels 26 des unteren Glasplattenprofiles 5 ein, welches in 3 dargestellt ist. Dazu sind an diesem Schenkel 26 ebenfalls Nuten und Stege 21, 22 ausgebildet. Die gezeigte, etwa rechtwinklige Kontur der Schenkel und Nuten 21, 22 mit den abgerundeten Kanten ist jedoch nur beispielhaft.

Das Glasplattenprofil in der 3 ist so ausgebildet, dass es sowohl als unteres Glasplattenprofil 5 als auch als oberes Glasplattenprofil 9 Glasplattenprofil verwendet werden kann. Bei der Verwendung als oberes Glasplattenprofil 9 greift der Steg 24 in die Nut 23 des oberen Gebäudeprofils 7 ein. Beide sind je ein Teil der beiden Verbindungselemente 27, 28, die jeweils eine Aufnahme für einen ihm zugeordneten Steg des jeweils anderen Profiles aufweisen. Die Nut 23 des oberen Gebäudeprofils 7 weist zusätzlich eine Verjüngung 29 auf, in welche der Steg 24 in überwiegend dichtender Weise berührend oder zumindest nahezu berührend eingreift.

Eine im schrägen Winkel geneigt zur Glasplatte 2 ausgerichtete Profilfläche 30 sorgt dafür, dass gegebenenfalls sich sammelnde Feuchtigkeit von der Glasplatte weg ablaufen kann. Zur Ableitung dieser Feuchtigkeitsansammlung nach außen weist das Glasplatten-Wandbausystem ein Drainagemittel 31 auf. In 2 ist dies durch eine im Schenkel 25 angebrachte Bohrung und einem parallel zum Boden verlaufenden Kanal realisiert. In der 1 ist dagegen lediglich eine Bohrung nach unten gezeigt. Zusätzlich ist in der 2 auch im Schenkel 24 ein nach unten gerichteter Kanal als Drainagemittel 31 dargestellt.

In der 5 ist die schematische Anordnung der einzelnen Elemente des Glasplatten-Wandbausystems 1 in explosionsartig auseinandergezogener Darstellung gezeigt. Es handelt sich dabei um die Glasplatte 2, das untere und das obere Gebäudeprofil 3, 7, das untere und das obere Glasplattenprofil 5, 9 und die Seitenblende 32.

1Glasplatten-Wandbausystem 2Glasplatte 3Unteres Gebäudeprofil 4Schraube 5Unteres Glasplattenprofil 6Klebeverbindung 7Oberes Gebäudeprofil 8Schraube 9Oberes Glasplattenprofil 10Klebeverbindung 11Unterer Rand 12Oberer rückseitiger Randbereich 13Unteres Profilpaar 14Oberes Profilpaar 15Boden 16Wand 17Decke 18Frontseite 19Unteres Fixier- und/oder Positioniermittel 20Oberes Fixier- und/oder Positioniermittel 21Nut 22Steg 23Nut 24Steg 25Schenkel 26Schenkel 27Verbindungselement 28Verbindungselement 29Verjüngung 30Profilfläche 31Drainagemittel 32Seitenblende

Anspruch[de]
  1. Glasplatten-Wandbausystem (1) zur Gestaltung eines Gebäudeinnenraums, umfassend mindestens eine Glasplatte (2), zwei mit dem Gebäude zu verbindende Gebäudeprofile (3; 7) und zwei mit diesen zusammenwirkende, an der Glasplatte (2) zu befestigende Glasplattenprofile (5; 9), wobei je ein Gebäude- und Glasplattenprofil (3, 5; 7, 9) eines von zwei zusammenwirkenden Profilpaaren (13; 14) bilden, welche bei montierter Glasplatte (2) im Wesentlichen waagrecht und übereinander angeordnet sind, wobei das gesamte Gewicht der Glasplatte (2) auf dem unteren Profilpaar (13) abgestützt ist.
  2. Glasplatten-Wandbausystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasplatte (2) mit ihrem unteren Rand (11) auf dem unteren Glasplattenprofil (5) abgestützt ist, und dieses seinerseits auf dem Gebäudeprofil (3).
  3. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das untere Gebäudeprofil (3) auf einem Boden (15), einem Mauervorsprung und/oder an einer Wand (16) abgestützt ist.
  4. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das obere Profilpaar (14) im oberen, rückseitigen Randbereich (12) der Glasplatte (2) angeordnet ist.
  5. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Glasplatte (2) im montierten Zustand einteilig über die gesamte Höhe eines zu gestaltenden Raumes oder einer Raumaussparung, von dessen unterem Niveau, Boden (15), Mauervorsprung oder dgl. bis zu dessen oberen Niveau, Decke (17), Mauervorsprung oder dgl., abzüglich der erforderlichen Einbautoleranzen erstreckt.
  6. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Frontseite (18) der Glasplatte (2) bei montierter Glasplatte frei von Elementen der Gebäude- oder Glasplattenprofile (3, 5; 7, 9) ist.
  7. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem Gebäudeprofil (3; 7) und einem Glasplattenprofil (5; 8) ein Fixier- und/oder Positioniermittel (19; 20) angeordnet oder ausgebildet ist.
  8. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixier- und/oder Positioniermittel (19; 20) als formschlüssige Verbindung ausgebildet ist.
  9. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixier- und/oder Positioniermittel (19; 20) eine Nut (21; 23) und einen darin eingreifenden Steg (22; 24) aufweist.
  10. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixier- und/oder Positioniermittel (19) aus einem, eine rutschmindernde Eigenschaft aufweisendem Material besteht.
  11. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil des unteren Fixier- und/oder Positioniermittels (19) am unteren Rand (11) der Glasplatte (2) angeordnet oder an diesem ausgebildet ist.
  12. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der am oberen Glasplattenprofil (9) ausgebildete Teil des oberen Fixier- und/oder Positioniermittels (20) ein erstes, nach oben weisendes Verbindungselement (27) aufweist, und das obere Gebäudeprofil (7) ein mit dem ersten Verbindungselement (27) zusammenwirkendes, nach unten weisendes, zweites Verbindungselement (28) aufweist.
  13. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Verbindungselement (28) eine Verjüngung (29) im freien Querschnittsverlauf einer Aufnahme (23) aufweist, in welche ein Steg (24) des ersten Verbindungselementes (27) berührend oder nahezu berührend eingreift.
  14. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Glasplattenprofil (5; 9) durch eine Klebverbindung (6; 10) mit der Glasplatte (2) verbunden ist.
  15. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Glasplattenprofil (5) eine von der Glasplatte (2) in schrägem Winkel geneigt wegführende Profilfläche (30) aufweist.
  16. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Glasplatten-Wandbausystem (1) ein Drainagemittel (31) aufweist.
  17. Glasplatten-Wandbausystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Glasplatten-Wandbausystem (1) eine Seitenverblendung (32) aufweist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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