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Dokumentenidentifikation DE102005010937A1 14.09.2006
Titel Verfahren zur Erzeugung selbsthaftender, rieselfähiger Gewürze und Gewürzmischungen, damit hergestellte Produkte und deren Verwendung
Anmelder Wiberg GmbH, Salzburg, AT
Erfinder Distler, Martina, 83451 Piding, DE;
Loidl, Anton, Bad Ischl, AT
Vertreter WUESTHOFF & WUESTHOFF Patent- und Rechtsanwälte, 81541 München
DE-Anmeldedatum 09.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005010937
Offenlegungstag 14.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.09.2006
IPC-Hauptklasse A23L 1/226(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A23L 1/221(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   A23P 1/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   A23P 1/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen selbsthaftender Gewürze und Gewürzmischungen, damit hergestellte Produkte sowie deren Verwendung. Das Verfahren umfasst die Schritte des Bereitstellens des gewünschten Gewürzes oder der Gewürzmischung in frischer Form, des Zerkleiners des Gewürzes oder der Gewürzmischung bis zur Rieselfähigkeit und des feinverteilten Aufbringens eines Bestäubungsmittels, dessen wesentliche Bestandteile ein Verdickungsmittel, ein Zuckerstoff und ein Emulgator sind, auf das zerkleinerte Gewürz oder die zerkleinerte Gewürzmischung.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen selbsthaftender Gewürze und Gewürzmischungen und damit versehene Produkte.

Es ist grundsätzlich bekannt, bestimmte Lebensmittel wie z.B. Käse, Salami, Schinken oder auch Teigwaren auf ihrer Oberfläche mit einer auch als Dekorwürzung bezeichneten Schicht aus Gewürz oder Gewürzen zu versehen. Beispielsweise werden Salamistangen in eine Gelatinelösung getaucht und anschließend in dem gewünschten Gewürz oder der Gewürzmischung gewälzt, so dass sich auf der Oberfläche der Salamistange eine Gewürzschicht bildet. Danach muss die Salamistange allerdings getrocknet werden.

Aus dem europäischen Patent 0 408 164 sind Folien bekannt, mit denen Gewürze auf rohe Fleischwaren übertragen werden können. Hierbei dient die Folie als Trägermaterial, auf die eine Leimschicht aufgebracht wird, auf die dann die gewünschten Gewürze aufgetragen werden, um an der Folie zu haften. Die zu würzende Fleischware wird mit der solchermaßen vorbereiteten Folie umwickelt, um die Gewürze auf die Fleischware zu übertragen. Dieses Verfahren funktioniert nur bei rohem Fleisch, denn zur Erzeugung der notwendigen Bindung zwischen dem Gewürz und der Fleischware wird natives, d.h. nicht denaturiertes Fleischeiweiß benötigt.

Aus dem europäischen Patent 0 788 319 ist eine Lösung ähnlich dem zuvor beschriebenen Verfahren bekannt, jedoch werden hier die Gewürze und ein geeigneter "Klebstoff" vermischt und dann auf ein folienartiges Trägermaterial aufgebracht. In die solchermaßen vorbereitete Folie wird dann rohes Fleisch oder roher Fisch gewickelt, um dass Fleisch bzw. den Fisch bei Kühlschranktemperatur zu marinieren. Eine Erwärmung wie bei der im vorherigen Absatz beschriebenen Folie ist dabei nicht erforderlich.

Alle bekannten Lösungen zur Aufbringung einer Gewürzschicht auf Lebensmittel sind relativ aufwendig, da sie Folien als Trägermaterial benötigen und/oder eine Erwärmung oder Trocknung des mit dem Gewürz versehenen Lebensmittels erfordern.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine einfachere Möglichkeit anzugeben, die es erlaubt, die Oberfläche von Lebensmitteln mit Gewürzen zu versehen, wobei diese Gewürze gut an der Oberfläche des Lebensmittels anhaften und sich durch übliche mechanische Beanspruchungen nicht von der Oberfläche lösen sollen.

Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Erzeugen selbsthaftender Gewürze und Gewürzmischungen gelöst, bei welchem zunächst das gewünschte Gewürz oder die gewünschte Gewürzmischung in frischer Form bereitgestellt wird, dann das Gewürz oder die Gewürzmischung bis zur Rieselfähigkeit zerkleinert wird und schließlich ein Bestäubungsmittel, dessen wesentliche Bestandteile ein Verdickungsmittel, ein Zuckerstoff und ein Emulgator sind, fein verteilt auf das zerkleinerte Gewürz oder die Gewürzmischung aufgebracht wird. Das erfindungsgemäß verwendete Bestäubungsmittel nutzt die Tatsache, dass frische Gewürze, z.B. frische Kräuter, eine ausreichend hohe eigene Feuchtigkeit haben, die mit dem Bestäubungsmittel derart "reagiert", dass das Bestäubungsmittel, in Fachkreisen auch als Dusting bezeichnet, an dem frischen Gewürz anhaftet und darüber hinaus eine eigene Klebfähigkeit behält, die es dem mit dem Bestäubungsmittel versehenen frischen Gewürz später erlaubt, auf einem gewünschten Lebensmittel zu haften. Versuche haben ergeben, dass der sogenannte Aw-Wert des Lebensmittels, der den Anteil an in einem Lebensmittel zur Verfügung stehenden freien Wassers bezeichnet (auch als Wasseraktivität bezeichnet), im Bereich von 0,4 bis 0,8 liegen sollte, damit die vorgenannte Eigenschaftskombination erhalten wird. Wenn die im frischen Gewürz vorhandene Feuchtigkeit zu gering ist, haftet das Bestäubungsmittel nicht gut genug am Gewürz. Ein zu hoher Feuchtigkeitsgehalt kann unter Umständen zu einem Verklumpen des Bestäubungsmittels nach dem Aufbringen auf das frische Gewürz führen.

Das im Bestäubungsmittel enthaltene Verdickungsmittel ist vorzugsweise eine Kombination verschiedener Verdickungsmittel und enthält gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel Alginat, Pektin und Mehl. Jedoch kann statt des Alginats beispielsweise Carragen zum Einsatz kommen, statt des Pektins kann Gelatine verwendet werden und statt des Mehls kann Stärke, auch in modifizierter Form, eingesetzt werden. Kombinationen der vorgenannten Stoffe sind ebenfalls möglich.

Der im Bestäubungsmittel enthaltene Zuckerstoff ist vorzugsweise Maltodextrin, jedoch können auch Zuckeralkohole sowie Mono-, Di- oder Polysaccharide oder eine Kombination dieser Stoffe verwendet werden.

Der im Bestäubungsmittel enthaltene Emulgator ist vorzugsweise ein Eiweiß, z.B. Caseinat, jedoch können andere Emulgatoren ebenfalls verwendet werden.

Wie ausgeführt, basiert die zuvor beschriebene Alternative des erfindungsgemäßen Verfahrens auf dem Vorhandensein eines gewissen Feuchtigkeitsgehaltes in dem Gewürz oder der Gewürzmischung. Sollen hingegen trockene Gewürze oder Gewürzmischungen selbsthaftend gemacht werden, wird gemäß einer Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgeschlagen, das gewünschte (trockene) Gewürz oder die gewünschte (trockene) Gewürzmischung in rieselfähiger Form bereitrustellen, sodann das bereitgestellte Gewürz oder die Gewürzmischung mit einer Beschichtungsmasse zu beschichten und schließlich ein Bestäubungsmittel, dessen wesentliche Bestandteile ein Verdickungsmittel, ein Zuckerstoff und ein Emulgator sind, fein verteilt auf das beschichtete Gewürz oder die beschichtete Gewürzmischung aufzubringen. Die erfindungsgemäß verwendete Beschichtungsmasse verkapselt trockene Gewürze und Gewürzmischungen und sorgt dafür, dass das erfindungsgemäß verwendete Bestäubungsmittel an dem Gewürz oder der Gewürzmischung anhaften kann, d.h. es stellt eine Bindungsfähigkeit für das Gewürz oder die Gewürzmischung bereit.

Gemäß einer Ausführungsform des zuletzt genannten erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Beschichtungsmasse ein wasserbasierendes, d.h. freies Wasser enthaltendes Beschichtungsmittel. Nach dem beispielsweise durch Aufsprühen erfolgenden Beschichten des Gewürzes oder der Gewürzmischung mit einem solchen wasserbasierenden Beschichtungsmittel wird das beschichtete Gewürz oder die beschichtete Gewürzmischung dann bis auf einen vorbestimmten Restwasserhalt getrocknet, der maximal 20 Gew.-% beträgt und vorzugsweise im Bereich von 5 bis 20 Gew.-% liegt (bezogen auf das bereits beschichtete Gewürz bzw. die beschichtete Gewürzmischung). Auf diese Weise wird mit dem erfindungsgemäß verwendeten wasserbasierenden Beschichtungsmittel, in Fachkreisen auch als Coating bezeichnet, dem trockenen Gewürz bzw. der trockenen Gewürzmischung derjenige Wassergehalt gegeben, der notwendig ist, um das Bestäubungsmittel zum einen am Gewürz bzw. der Gewürzmischung anhaften zu lassen und zum anderen die Klebefähigkeit zu erzielen, die das beschichtete und bestäubte Gewürz/Gewürzmischung braucht, um später an der Lebensmitteloberfläche zu haften.

Vorzugsweise enthält das wasserbasierende Beschichtungsmittel Maltodextrin, Mehl, Sojalecithin, Gummi Arabicum und Wasser. Jedoch kann statt des Maltodextrins auch ein anderer Zuckerstoff zum Einsatz kommen, beispielsweise ein Zuckeralkohol oder auch ein Mono-, Di- oder Polysaccharid. Ebenso kann statt des Mehls Stärke, auch in modifizierter Form, verwendet werden. Schließlich kann anstelle des Sojalecithins ein anderer Emulgator eingesetzt werden. Die Beschichtungsmenge des wasserbasierenden Beschichtungsmittels beträgt vorzugsweise 11 bis 24 Gew.-% des zu beschichtenden Gewürzes oder der zu beschichtenden Gewürzmischung.

Gemäß einer abgewandelten Ausführungsform des erfindungsgemäßen, eine Beschichtungsmasse verwendenden Verfahrens ist die Beschichtungsmasse ein gehärtetes Fett. Auch mit einer solchen Beschichtungsmasse kann erreicht werden, dass das Bestäubungsmittel sowohl am beschichteten Gewürz bzw. der Gewürzmischung haftet und später auch an der Oberfläche des Lebensmittels anhaftet. Hierzu wird das Bestäubungsmittel aufgebracht, solange die zuvor aufgebrachte Fettschicht noch nicht wieder hart geworden ist. Das Bestäubungsmittel stellt dann die Klebkraft bereit, die zum späteren Anhaften an dem Lebensmittel erforderlich ist. Wenn die Beschichtungsmasse ein gehärtetes Fett ist, beträgt die Beschichtungsmenge vorzugsweise 0,5 bis 2 Gew.-% des zu beschichtenden Gewürzes oder der zu beschichtenden Gewürzmischung.

Unabhängig davon, ob das Gewürz bzw. die Gewürzmischung beschichtet ist und unabhängig davon, ob eine gegebenenfalls verwendete Beschichtungsmasse ein gehärtetes Fett oder ein wasserbasierendes Beschichtungsmittel ist, beträgt die Menge des Bestäubungsmittels, die fein verteilt auf das Gewürz oder die Gewürzmischung aufgebracht wird, 10 bis 22 Gew.-%. des Gewürzes oder der Gewürzmischung.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es demnach möglich, ohne Verwendung einer Folie, die nach Gebrauch entsorgt werden muss, selbsthaftende Gewürze und Gewürzmischungen mit überlegenen Eigenschaften bereitzustellen: Die erfindungsgemäß erzeugten selbsthaftenden Gewürze und Gewürzmischungen zeichnen sich durch eine schnelle Anfangshaftung nach dem Auftrag auf ein Lebensmittel und eine sehr gute Dauerhaftung an dem Lebensmittel aus. Ferner führen erfindungsgemäß erzeugte selbsthaftende Gewürze und Gewürzmischungen zu einer guten "Abschlussbildung", d.h. zur Bildung einer zusammenhängenden Oberfläche auf dem Lebensmittel, die das Lebensmittel schützt und zugleich für eine gute mechanische Abriebbeständigkeit (bezogen auf die üblichen mechanischen Beanspruchungsarten eines Lebensmittels) sorgt. Gemäß einer modifizierten Form des erfindungsgemäßen Verfahrens kann das Bestäubungsmittel zusätzlich Gelatine enthalten, wodurch die genannte Abschlussbildung weiter verbessert wird.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugte selbsthaftende Gewürze und Gewürzmischungen eignen sich besonders zum Auftrag auf Teigprodukte, Hartkäse, Schnittkäse, Weichkäse, Rohschinken, Salami und ähnliche Lebensmittel. Bei sehr trockenen Lebensmitteln, z.B. bei ausgereiften Salamis, empfiehlt es sich, die Oberfläche des Lebensmittels vor dem Aufbringen des erfindungsgemäßen selbsthaftenden Gewürzes etwas anzufeuchten, z.B. mit einer Eiweißlösung oder einer anderen wasserlöslichen Emulgatorlösung.

Wenn mit selbsthaftenden Gewürzen oder Gewürzmischungen, die mittels des zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens erhalten worden sind, Lebensmittel auf der Oberfläche mit einer Würzschicht versehen werden sollen, kann dies durch einfaches Aufstreuen des selbsthaftenden Gewürzes oder der selbsthaftenden Gewürzmischung auf das Lebensmittel geschehen. Das Aufstreuen auf das Lebensmittel kann durch Bemehlen oder Aufsieben erfolgen, beispielsweise in einer Panierstraße.

Nach dem Aufstreuen des selbsthaftenden Gewürzes oder der selbsthaftenden Gewürzmischung auf das Lebensmittel wird das Lebensmittel vorzugsweise in einer Folie vakuumverpackt. Die Vakuumverpackung mit einer Folie presst das aufgestreute selbsthaftende Gewürz oder die Gewürzmischung fest gegen die Oberfläche des Lebensmittels und unterstützt somit die Ausbildung einer gleichmäßigen und gut an der Oberfläche des Lebensmittels anhaftenden Gewürzschicht.

Wenn es sich bei dem Lebensmittel, das mit einer Würzschicht versehen werden soll, um ein insbesondere wurstförmiges Lebensmittel handelt, dann besteht eine andere Art des Aufbringens der Würzschicht auf das Lebensmittel darin, das erfindungsgemäße selbsthaftende Gewürz oder die selbsthaftende Gewürzmischung mit der inneren Oberfläche einer schlauchförmigen Wursthülle in Kontakt zu bringen, dann die Wursthülle mit dem Lebensmittel zu füllen und das Lebensmittel fertig zu produzieren. Ganz allgemein kann das erfindungsgemäße selbsthaftende Gewürz oder die selbsthaftende Gewürzmischung in Kontakt mit der inneren Oberfläche einer als Trägermaterial dienenden Folie gebracht werden, mit der dann das Lebensmittel umgeben und anschließend fertig produziert wird. Die vorzugsweise schlauchförmige Folie kann aus Polyamid oder anderen geeigneten Materialien bestehen. Ist die Folie ein Schlauch, so kann dieser Schlauch ein Polyamiddarm, ein Faserdarm oder ein Textildarm sein. Eine schlauchförmige Folie wird vorzugsweise durch ein- oder mehrlagiges Extrudieren hergestellt und ist dann nahtlos. Das selbsthaftende Gewürz oder die selbsthaftende Gewürzmischung wird vorzugsweise durch Schütten oder Einblasen in die Folie mit der inneren Oberfläche der Folie in Kontakt gebracht.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung wird auf die innere Oberfläche der Folie ein sogenannter Primer aufgetragen, der bei kritischen Bedingungen, also dann, wenn das Maß der Anhaftung des selbsthaftenden Gewürzes an der inneren Oberfläche der Folie gering ist, die gegenseitige Haftungsfähigkeit durch Bereitstellen von mehr Feuchtigkeit erhöht. Der Primer ist also quasi ein Feuchtungsmittel, das ferner noch die Funktion eines Trennmittels haben kann, um das Abziehen der Folie von dem fertig produzierten Lebensmittel zu erleichtern. Auf der inneren Oberfläche der Folie können gewürzfreie Stellen definiert werden, indem diese Stellen nicht mit Primer versehen werden. Solche gewürzfreien Stellen in einer Wursthülle sind beispielsweise an den Enden einer Wurst erwünscht, um die Clipbarkeit zu verbessern, d.h. das Verschließen der Wurstenden zu vereinfachen. Der Primer besteht aus Wasser und wird nach Bedarf mit Proteinen, Emulgatoren oder Kohlehydraten angereichert und mit einem zugelassenen Antischimmelmittel geschützt. Gemäß einem Ausführungsbeispiel besteht ein Liter Primer aus 950g Wasser, 50g Caseinat und 0,048 Kaliumsorbat.

Nachfolgend werden Beispiele für Zusammensetzungen erfindungsgemäßer Beschichtungsmassen und Bestäubungsmittel gegeben, die in Versuchen erfolgreich ausprobiert worden sind. Alle im Folgenden gemachten Prozentangaben sind Gew.-%.

In einem Versuch wurde ein wasserbasierendes Beschichtungsmittel bestehend aus 4,8% Maltodextrin, 9,6% Mehl, 0,7% Sojalecithin, 1,2% Gummi Arabicum Instant und 83,7% Wasser hergestellt und auf Pfeffergrieß aufgesprüht. Nach Trocknung des solchermaßen beschichteten Pfeffergrießes auf einen Restwassergehalt von 13% wurde ein Bestäubungsmittel bestehend aus 17,5% Alginat, 52,6% Maltodextrin, 17,5% Pektin, 8,8% Mehl und 3,6% Caseinat fein verteilt auf den beschichteten Pfeffergrieß aufgetragen. Pro 10 Gramm Pfeffergrieß wurden 2,7 Gramm wasserbasierendes Beschichtungsmittel und 2 Gramm Bestäubungsmittel verwendet.

Bei einem weiteren Versuch wurden 1.831 Gramm eines ähnlichen wasserbasierenden Beschichtungsmittels auf 8.330 Gramm Pfeffergrieß aufgesprüht, auf den gewünschten Restwassergehalt getrocknet und dann mit 1.663 Gramm eines ähnlich wie zuvor zusammengesetzten Bestäubungsmittels bemehlt.

Bei einem anderen Versuch wurden 5.000 Gramm zerkleinerte und getrocknete Petersilie mit 1.831 Gramm des im vorhergehenden Versuch verwendeten wasserbasierenden Beschichtungsmittels besprüht, auf den gewünschten Restwassergehalt getrocknet und dann mit 1.884 Gramm Bestäubungsmittel bemehlt.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Erzeugen selbsthaftender Gewürze und Gewürzmischungen, mit den Schritten:

    – Bereitstellen des gewünschten Gewürzes oder der Gewürzmischung in frischer Form,

    – Zerkleinern des Gewürzes oder der Gewürzmischung bis zur Rieselfähigkeit, und

    – fein verteiltes Aufbringen eines Bestäubungsmittels, dessen wesentliche Bestandteile ein Verdickungsmittel, ein Zuckerstoff und ein Emulgator sind, auf das zerkleinerte Gewürz oder die zerkleinerte Gewürzmischung.
  2. Verfahren zum Erzeugen selbsthaftender Gewürze und Gewürzmischungen, mit den Schritten:

    – Bereitstellen des gewünschten Gewürzes oder der Gewürzmischung in rieselfähiger Form,

    – Beschichten des bereit gestellten Gewürzes oder der Gewürzmischung mit einer bindungsfähigen, verkapselnden Beschichtungsmasse, und

    – fein verteiltes Aufbringen eines Bestäubungsmittels, dessen wesentliche Bestandteile ein Verdickungsmittel, ein Zuckerstoff und ein Emulgator sind, auf das beschichtete Gewürz oder die beschichtete Gewürzmischung.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsmasse ein wasserbasierendes Beschichtungsmittel ist und dass nach dem Beschichten des Gewürzes oder der Gewürzmischung das beschichtete Gewürz oder die beschichtete Gewürzmischung bis auf einen vorbestimmten Restwassergehalt getrocknet wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der vorbestimmte Restwassergehalt im Bereich maximal 20% beträgt.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das wasserbasierende Beschichtungsmittel Maltodextrin, Mehl, Sojalecithin, Gummi Arabicum und Wasser enthält.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsmenge des wasserbasierenden Beschichtungsmittels 11 bis 24 Gewichtsprozent des zu beschichtenden Gewürzes oder der zu beschichtenden Gewürzmischung beträgt.
  7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsmasse ein gehärtetes Fett ist und dass das Bestäubungsmittel aufgebracht wird, solange die Beschichtungsmasse noch nicht ausgehärtet ist.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsmenge der Beschichtungsmasse 0,5 bis 2 Gewichtsprozent des zu beschichtenden Gewürzes oder der zu beschichtenden Gewürzmischung beträgt.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des Bestäubungsmittels, die fein verteilt auf das Gewürz oder die Gewürzmischung aufgebracht wird, 10 bis 22 Gewichtsprozent des Gewürzes oder der Gewürzmischung beträgt.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das im Bestäubungsmittel enthaltene Verdickungsmittel eine Kombination verschiedener Verdickungsmittel ist.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdickungsmittelkombination a) Alginat oder Carragen, b) Pektin oder Gelatine und c) Mehl oder Stärke enthält.
  12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der im Bestäubungsmittel enthaltene Zuckerstoff Maltodextrin, ein Zuckeralkohol, ein Mono-, Di- oder Polysaccharid oder eine Kombination dieser Stoffe ist.
  13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der im Bestäubungsmittel enthaltene Emulgator ein Eiweiß ist, insbesondere Caseinat.
  14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bestäubungsmittel ferner Gelatine enthält.
  15. Verwendung eines Gewürzes oder einer Gewürzmischung, das bzw. die durch ein Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche erzeugt worden ist, zum Herstellen eines Lebensmittels mit einer Dekorwürzschicht, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewürz oder die Gewürzmischung auf das Lebensmittel aufgestreut wird.
  16. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufstreuen auf das Lebensmittel durch Bemehlen oder Aufsieben erfolgt.
  17. Verwendung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufstreuen in einer Panierstrasse erfolgt.
  18. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Lebensmittel ein Teigprodukt, ein Hartkäse, ein Schnittkäse, ein Rohschinken, eine Salami oder eine Käsestange ist.
  19. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Lebensmittel vor dem Aufstreuen des Gewürzes oder der Gewürzmischung etwas angefeuchtet wird.
  20. Verwendung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass zum Anfeuchten des Lebensmittels eine Eiweißlösung oder eine andere wasserlösliche Emulgatorlösung verwendet wird.
  21. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass das mit der Dekorwürzung versehene Lebensmittel in einer Folie vakuumverpackt wird.
  22. Verwendung eines Gewürzes oder einer Gewürzmischung, das bzw. die durch ein Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 erzeugt worden ist, zum Herstellen eines insbesondere wurstförmigen Lebensmittels mit einer Dekorwürzschicht, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewürz oder die Gewürzmischung mit der inneren Oberfläche einer als Trägermaterial dienenden Folie in Kontakt gebracht wird und dass dann das Lebensmittel mit der Folie umgeben und das Lebensmittel fertig produziert wird.
  23. Verwendung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie ein Schlauch ist, insbesondere ein einlagig oder mehrlagig extrudierter Schlauch.
  24. Verwendung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch ein Polyamiddarm ist.
  25. Verwendung nach einem der Ansprüche 22 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewürz oder die Gewürzmischung durch Schütten oder Einblasen mit der inneren Oberfläche des Schlauches in Kontakt gebracht wird.
  26. Verwendung nach einem der Ansprüche 22 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass auf die innere Oberfläche der Folie vor dem in Kontakt bringen mit dem Gewürz oder der Gewürzmischung ein Primer aufgetragen wird.
  27. Verwendung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass auf der inneren Oberfläche der Folie gewürzfreie Stellen definiert werden.
  28. Selbsthaftendes Gewürz oder selbsthaftende Gewürzmischung hergestellt nach einem der Ansprüche 1 bis 14.
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