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Dokumentenidentifikation DE102004043355B4 21.09.2006
Titel Imprägnat
Anmelder Kronotec AG, Luzern, CH
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER GbR, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 08.09.2004
DE-Aktenzeichen 102004043355
Offenlegungstag 23.03.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.09.2006
IPC-Hauptklasse D21H 27/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D06N 7/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Imprägnat, bestehend aus einem mit Aminoplastharz gefüllten Dekorpapier und einer auf der Oberseite aufgebrachten, abriebfesten Schicht aus Korundpartikeln und einem Aminoplastharz, sowie eine darüber angeordnete Abdeckschicht aus einem Aminoplastharz.

Dekorpapiere mit Flächengewichten von ca. 70 bis 80 g/m2 werden mit Melaminharz gefüllt und anschließend in Kombination mit einem separat hergestellten Overlay als zweilagiger Aufbau auf eine Holzwerkstoffplatte aufgepresst. Die eingesetzten korundgefüllten Overlay-Papiere sind verhältnismäßig teure Spezialprodukte der Papierindustrie und erfüllen in diesem Aufbau folgende Funktionen.

Overlays stellen nach erfolgter Imprägnierung und Aushärtung des duroplastischen Melaminharzes eine hochtransparente und hochabriebfeste Schutzschicht für das darunter liegende Dekor dar, welche dem Laminatfußboden die bekannten hochwertigen Gebrauchseigenschaften vermitteln. Da die hohe Abriebbeständigkeit der Beschichtung auf den im Overlay-Papier eingebetteten Korundpartikeln beruht, müssen alle Maschinenteile, die bei der Weiterverarbeitung mit dem Overlay in Kontakt kommen, vor der zerstörenden abrasiven Wirkung der Korundpartikel geschützt werden. Insbesondere die hochwertigen, verchromten Pressbleche, die in den Kurztaktpressen bei der Oberflächenausbildung ihren Glanz und ihre Oberflächenstrukturierung auf das Substrat übertragen, sollten unter den gegebenen Verfahrensbedingungen mindestens eine Lebensdauer von ca. 10.000 Presszyklen aufweisen, damit der Laminatboden mit vertretbaren Kosten produziert werden kann.

Eine Lebensdauer der Pressbleche von ca. 10.000 Presszyklen wird bei den derzeit eingesetzten Overlays dadurch erzielt, dass die Korundpartikel durch spezielle Verfahrenstechniken in den unteren, der Pressblechseite abgewandten Schichten des Trägerpapiers eingelagert werden.

Bei einem anderen bekannten Verfahren wird eine Mischung aus Korundpartikeln, Melaminharz und viskositätserhöhenden Additiven in der Imprägniermaschine auf das zuvor mit Melaminharz gefüllte Dekorpapier aufgetragen. Bei der nachfolgenden Verpressung in der Pressenanlage wird das abriebbeständig ausgerüstete Dekorpapier zusammen mit einem Schutz-Overlay auf der Basis eines Trägerpapiers mit einem Flächengewicht von ca. 25 g/m2 verarbeitet, welches die Pressblechoberflächen wirksam vor dem Angriff der abrasiven Korundpartikel schützt.

Mit beiden Verfahrenstechniken lassen sich mit Hilfe doppellagiger Produktaufbauten dekorative Fußbodenbeschichtungen mit marktüblichen Abriebwerten in der Größenordnung von 1.800 bis ca. 4.000 Umdrehungen (Taber-Abraser) produzieren und dabei den Angriff der Pressbleche soweit einschränken, dass mindestens 10.000 Presszyklen erreicht werden können.

Die DE 694 15 970 T2 beschreibt einen Dekorbogen zur Herstellung eines dekorativen Laminates aus einem mit einem warm härtbaren Harz imprägnierten Papierbogen, der einen transparenten, schützenden Überzug besitzt, der aus vorgehärteten Harzteilchen und gegebenenfalls aus mineralischen Teilchen, z.B. Korundteilchen, mit einer Partikelgröße von 1–30 &mgr;m bestehen kann, die in die Harzmatrix eingebettet sind. Der Brechungsindex der vorgehärteten Harzteilchen entspricht dabei dem Brechungsindex des warm härtbaren Harzes und der Dekorbogen kann gegebenenfalls Bindematerial aus mikrokristalliner Zellulose aufweisen.

Die DE 16 29 426 B offenbart einen abriebfesten, dekorativen Schichtpressstoff aus einer Kernschicht und einer Oberflächenschicht, der mit einem Überzug aus einer Harzmasse versehen ist. Die Harzmasse enthält ein thermisch härtbares Harz sowie außerdem bezogen auf 100 Gewichtsteile des Harzes mehr als 10 Gewichtsteile feinteiliger Zellulose mit einem Brechungsindex, der etwa dem des gehärteten Harzes entspricht, und ein fein verteiltes, feinteiliges, hartes Material enthalten kann. Der Zelluloseanteil aus mikrokristalliner Zellulose beträgt höchstens 50 Gewichtsteile und der Anteil des feinteiligen, harten Materials beträgt 1 bis 20 Gewichtsteile und besteht beispielsweise aus Aluminumoxid (Korund).

Die DE 102 22 237 A1 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines mit einem Harzfilm beschichteten Trägermaterials, insbesondere einer Schichtstoff-, HDF-, MDF- und/oder Spanplatte, bei dem ein Schaum auf Basis eines wässrigen Harzsystems mit darin fixierten Füllstoffen auf ein bevorzugt bahnförmiges Substratmaterial aufgetragen und anschließend getrocknet wird. Das getrocknete Substratmaterial wird anschließend mit dem Trägermaterial verpresst. Als Substratmaterial kann auch ein vorimprägniertes Papier eingesetzt werden.

In der DE 29 23 608 A1 wird ein Verfahren zur Herstellung eines abriebfesten Dekorationsschichtstoffes aus zumindest einer Unterschicht und einem mit einem hitzehärtbaren Harz imprägnierten Dekorationsverkleidungsblatts beschrieben, bei dem das Laminat eine erhöhte Abriebfestigkeit ohne eine Auflageschicht besitzt. Auf das Dekorpapier kann ein ultradünner Überzug eines geeigneten Bindemittels, z.B. mikrokristalline Zellulose, aufgebracht werden, der anschließend mit einem ultradünnen Überzug, der kleine Mineralteilchen, z.B. aus Tonerde (Korund) enthält, die vorzugsweise durch das gleiche Bindemittel unbeweglich gemacht worden sind, überzogen und dann mit einem Melaminharz imprägniert wird. Weiterhin wird offenbart, auf ein Dekorpapier eine ultradünne, abriebfeste Hauptschicht aus Korundpartikeln und mikrokristalliner Zellulose aufzubringen, die anschließend mit einer zweiten, 0 ultradünnen Bindemittelschicht, die aus mikrokristalliner Zellulose bestehen kann, versehen wird und anschließend mit einem Aminoplastharz imprägniert wird.

Die DE 196 04 907 A1 beschreibt ein Verfahren zur Bildung einer hoch-abriebfesten Auftragsschicht, bei der auf einer Bahn aus Zellulosefasern ein Grobstaubbrei, der Korundpartikel enthalten kann, zusammen mit einem Bindemittel aus beispielsweise mikrokristalliner Zellulose und Melamin-Formaldehydharz auf die Oberfläche der Bahn mittels eines Schlitzmündungs-Beschichtungskopfes aufgebracht wird.

Aus der DE 195 08 797 C1 ist bekannt, eine Abmischung aus Korundpartikeln in einer Korngröße von 15 bis 50 &mgr;m und Zellulosefasern mit Melaminharz in Auftragswerken wie Drahtrakel, Reverse Rollcoater oder Rasterwalzen auf das Dekorpapier aufzubringen, um dadurch das zusätzliche Overlay einzusparen. Diese Verfahrenstechnik hat sich nicht durchgesetzt, da innerhalb weniger Tage die Auftragsaggregate der Imprägniermaschine und die Pressbleche aufgrund der unzureichenden Abdeckung der Korundpartikel angegriffen wurden.

Die EP 1 068 394 B1 beschreibt den Auftrag korundhaltiger Melaminharze auf Dekorpapiere im Aufdüsverfahren. Durch den Einsatz von Korund in Korngrößen zwischen 60 und 160 &mgr;m werden zwar gute Abriebswerte bei guter Transparenz der Beschichtung erreicht, aber ein Schutz der Pressbleche bei der Weiterverarbeitung wird nicht erreicht.

Die WO 00/44576 A1 offenbart ein Verfahren, bei dem Korundpartikel einer Größe von 125 &mgr;m auf das feuchte Melaminimprägnat aufgestreut werden. Nach Zwischentrocknung wird zur Abdeckung der Korundpartikel ein Faservlies aus 80% Melaminharz und 20% Zellulosefasern aufgebracht.

Die WO 02/066265 A1 beschreibt ein Verfahren, bei dem in einem ersten Schritt auf das mit einem Aminoharz, beispielsweise einem Melaminharz, getränkte Dekorpapier eine Schicht aus abriebfesten Partikel, beispielsweise Korund, aufgetragen wird und in einem zweiten Schritt hierauf Fasern und/oder Kugeln aufgebracht werden. Dadurch wird erreicht, dass die Fasern und/oder Kugeln eine schützende Abdeckschicht oberhalb der abriebfesten Partikel ausbilden. Die Fasern oder Kugeln bestehen aus Polyester, Polyamid oder Glas. Die typische Faserlänge beträgt 0,5–5 mm.

Die Verwendung von faserartigem Material, insbesondere Zellulosefasern, in der Aminoharzmischung führt zu einem deutlichen Anstieg der Viskosität, da sich die Fasern in der Harzmischung aneinanderlagern und Faserknäuel bilden. Die Verarbeitung einer solchen Faserharzmischung ist problematisch, da die Auftragsmaschinen den gleichmäßigen Auftrag einer Faser-Harzmischung mit Faserknäueln nicht mehr gewährleisten können.

Von dieser Problemstellung ausgehend, soll ein eingangs beschriebenes Imprägnat dahingehend verbessert werden, dass sowohl die Funktion des Dekorpapiers als auch eines separat gefertigten Overlays in einem einzigen Imprägnat vereint werden und die Anforderungen nach hoher Transparenz und ausreichender Abriebbeständigkeit bei gleichzeitig hohen Standzeiten der bei der Weiterverarbeitung des Imprägnats engesetzten Werkzeuge und Maschinen gegeben ist.

Zur Problemlösung zeichnet sich ein gattungsgemäßes Imprägnat dadurch aus, dass in der abriebfesten Schicht grobkörnige Zellulosepartikel mit einem Durchmesser von 70 bis 150 &mgr;m und in dem Aminoplastharz der Abdeckschicht feinkörnige Zellulosepartikel mit einem Durchmesser von 10 bis 25 &mgr;m eingelagert sind.

Unterseitig wird ein Balancestrich aus reinem Melaminharz zur Verhinderung des Schüsselungsverhaltens des fertiggestellten Imprägnates aufgetragen.

Durch den Einsatz von Zellulosepartikeln kann der Anstieg der Viskosität der Harzmischung verhindert werden, da sich in der Harzmischung keine Faserknäuel mehr bilden. Die einmal eingestellte Viskosität der Harzmischung bleibt auch über einen längeren Zeitraum erhalten und gewährleistet einen gleichmäßigen Auftrag der Harzmischung und somit eine vereinfachte Herstellung eines Imprägnates.

Als Aminoplastharze werden Melamin- oder Harnstoffharze verwendet.

Vorteilhafterweise kann die Dosierung der aufgetragenen Harzmenge zur Imprägnierung des Dekorpapieres mit Hilfe von Dosierwalzen oder Abstreifern erfolgen, wobei die aufgetragene Harzmenge ca. 60 bis 100% bezogen auf das Gewicht des eingesetzten Dekorpapieres beträgt. Zur Produktion heller Dekore kann anstelle des Melaminharzes auch Harnstoffharz eingesetzt werden.

Das gefüllte Dekorpapier wird ohne weitere Zwischentrocknung mit einer Mischung aus Melaminharz, Korundpartikeln und grobkörnigen Zellulosepartikeln beschichtet. Die vorgenannte Mischung besteht aus 100 Gewichtsteilen des Melaminharzes, 20 bis 50 Gewichtsteilen Korund und 4 bis 20 Gewichtsteilen der Zellulosepartikel. Vorzugsweise weisen die Korundpartikel einen Durchmesser von 40 bis 60 &mgr;m und die Zellulosepartikel einen Durchmesser von 80 bis 110 &mgr;m auf.

In einer Ausgestaltung der Erfindung können grobkörnige mikrokristalline Zellulosepartikel eingesetzt werden.

Zur Erreichung einer optimalen Transparenz der endgültigen Beschichtung wird ein silanisierter Korund verwendet. Nach einer Ausgestaltung der Erfindung kann die Silanisierung auch unmittelbar vor dem Einsatz der Harzmischung durch Zugabe von Silanisierungsmitteln in die korundhaltige Harzmischung erfolgen.

Für den Auftrag der korund- und zellulosepartikelhaltigen Harzmischung kann ein Walzenauftragswerk oder ein Düsenauftragswerk eingesetzt werden.

Beim Einsatz eines Walzenauftragswerks wird zur Verhinderung der Sedimentation von Korundpartikeln mit Hilfe üblicher Verdickungsmittel wie zum Beispiel Xanthan eine Viskosität mit einer Auslaufzeit von vorzugsweise 120 bis 140 sec. (DIN EN ISO 2431: 1996) eingestellt. Die Auftragsmengen des Walzenauftragswerkes liegen zwischen 40 und 80 g/m2 (atro). Wird die korund- und zellulosepartikelhaltige Harzmischung über ein Düsenauftragswerk aufgetragen, muss der Anteil des Verdickungsmittels soweit reduziert werden, dass eine Viskosität mit einer Auslaufzeit von 25 bis 80 sec. resultiert.

Im Anschluss an die Beschichtung des gefüllten Papieres mit der Melaminharz-Korund- und der grobkörnigen Zellulosepartikelmischung erfolgt eine Zwischentrocknung. Nach Beendigung der Zwischentrocknung wird zur Abdeckung der Korundpartikel ein Schutzüberzug aus Melaminharz und feinkörnigen Zellulosepartikeln aufgetragen.

Vorteilhafterweise werden dabei auf 100 Gewichtsteile Melaminharz 5 bis 20 Gewichtsteile Zellulosepartikel dosiert. Der mittlere Durchmesser der Zellulosepartikel beträgt hierbei 10 bis 25 &mgr;m. Der Auftrag der Abdeckschicht erfolgt mittels eines Rasterauftragswerkes. Dazu wird die Viskosität der Harz-Zellulosemischung auf eine Auslaufzeit von 15 bis 25 sec. eingestellt.

In einer Ausgestaltung der Erfindung können anstelle der feinkörnigen Zellulose-Partikel auch feinkörnige mikrokristalline Zellulosepartikel eingesetzt werden.

Zur Sicherstellung einer guten Planlage bzw. zur Verhinderung von Schlüsselungen des Imprägnates bei der Weiterverarbeitung wird auf der Unterseite des Imprägnates ein Balancestrich aus einem Aminoplastharz aufgebracht.

Nach Auftrag der oberseitigen Abdeckschicht und des unterseitigen Balancestriches wird das Imprägnat im Schwebetrockner auf eine Restfeuchte von 6 bis 7 % heruntergetrocknet.

Erfindungsgemäß ist der Teilchendurchmesser der Korundpartikel in der ersten Schicht kleiner als der Partikeldurchmesser der Zellulosepartikel.

Das erfindungsgemäße Imprägnat kann als einlagiger dekorativer Beschichtungswerkstoff beispielsweise für Fußbodenpaneele eingesetzt werden, der Abriebwerte von 1.500 bis 2.000 Umdrehungen (Taber-Abraser) ermöglicht und gleichzeitig eine ausreichende Schutzwirkung für die Pressbleche sicherstellt, so dass 10.000 bis zu 20.000 Presszyklen mit diesen Imprägnaten erzielt werden können, bevor ein merklicher Verschleiß der Pressbleche zu erkennen ist.

Die Prüfung der Abriebsfestigkeit von Fußbodenpaneelen erfolgt mit dem sogenannten Taber-Abraser. Dazu wird ein Fußbodenpaneel unter eine rotierende Schleifeinrichtung gelegt. Die Schleifeinrichtung besteht aus zwei senkrecht stehenden Schleifscheiben, vergleichbar mit einer mit Schleifpapier beschichteten Stuhlrolle. Als Messwert dient der Mittelwert der Umdrehungszahlen, die benötigt werden, vom ersten Angriff des Druckbildes bis zum Verschwinden des Druckdekores.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden zweilagige Filmaufbauten durch einlagige Aufbauten mit integriertem Overlay ersetzt und somit der Materialeinsatz erheblich reduziert. Ein zusätzlicher Imprägniervorgang für ein separat hergestelltes Overlay entfällt. Da die separate Legung eines Overlays entfällt, kann die Zeitspanne für die Beschickung einer Kurztaktpresse um ca. 30% reduziert werden. Auf Grund der geringen Schichtdicke des Imprägnates können die Schrumpfspannungen an der Plattenoberseite erheblich reduziert und die Grammatur des Gegenzugfilmes abgesenkt werden.

Die Grammatur des imprägnierten Dekorpapieres beträgt ca. 140 g/m2 (atro). Die Grammatur der korundhaltigen Aminoplastschicht mit Zellulosepartikeln beträgt 30–80 m2 (atro). Die Grammatur der Abdeckschicht aus Zellulosepartikeln beträgt 20–40 g/m2 (atro). Der Balancestrich aus Aminoplastharz weist ein Flächengewicht von 20–40 g/m2 (atro) auf (die Bezeichnung atro beschreibt das Flächengewicht im darrtrockenen Zustand).

Das Endgewicht des Imprägnates beträgt 210–300 g/m2 (atro).

Nachfolgend wird anhand der einzigen Figur, die den Schichtenaufbau des Imprägnates zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert:

Wie aus der Figur zu ersehen ist, besteht das erfindungsgemäße Imprägnat 1 aus einem Dekorpapier 2, das an seiner Oberfläche bedruckt sein kann und beispielsweise mit einem Melaminharz imprägniert ist, wobei die aufgetragene Harzmenge zwischen 60% bis 100% des Gewichtes des eingesetzten Dekorpapieres beträgt. Die Imprägnierung des Dekorpapieres 2 kann in einem üblichen Imprägnierwerk erfolgen.

Auf die Oberseite des gefüllten Dekorpapieres 2 wird ohne Zwischentrocknung das erfindungsgemäße, abriebfeste Gemisch aus Melaminharz, Korundpartikeln 6 und grobkörnigen Cellulosepartikeln 7 aufgebracht.

Die korundhaltige Melaminschicht mit grobkörnigen Zellulosepartikeln 3 besteht aus 20 bis 50 Gewichtsteilen Korund 6, 4 bis 20 Gewichtsteilen grobkörnigen Cellulosepartikeln 7, bezogen auf 100 Gewichtsteile Melaminharz. Die mittlere Korngröße der Korundpartikel 6 beträgt 40 bis 60 &mgr;m. Die mittlere Korngröße der Zellulosepartikel 7 beträgt 80 bis 110 &mgr;m. Der Festkörperanteil des Melaminharzes bewegt sich in einem Bereich von 56 bis 62%.

Zur Erzielung einer optimalen Transparenz der späteren Beschichtung wird ein silanisiertes Korund verwendet. Es können handelsübliche silanisierte Korundtypen verwendet werden oder die Silanisierung kann unmittelbar vor dem Einsatz der Harzmischung durch Zugabe von Silanisierungsmitteln in die korundhaltige Harzmischung erfolgen.

Zum Auftrag der korundhaltigen Melaminschicht mit grobkörnigen Zellulosepartikeln 3 auf das imprägnierte Dekorpapier 2 kann ein Walzenauftragswerk verwendet werden. Zur Verhinderung der Sedimentation der Korundpartikel wird durch Zugabe von Verdickungsmitteln wie zum Beispiel Xanthan eine Viskosität der Mischung mit einer Auslaufzeit von 120 bis 140 sec eingestellt.

Es ist ebenso möglich, zum Auftrag der korundhaltigen Harzmischung mit grobkörnigen Zellulosepartikeln 3 ein Düsenauftragswerk zu verwenden. In diesem Fall muss das Verdickungsmittel soweit reduziert werden, dass eine Harzviskosität mit einer Auslaufzeit von 25 bis 80 sec resultiert. Die Auftragsmengen liegen zwischen 40 und 80 g/m2 bezogen auf das Trockengewicht.

Vorteilhafterweise werden Korundpartikel in einer Menge von 20 Gewichtsteilen bezogen auf 100 Gewichtsteile Melamin mit einer mittleren Korngröße von 50 &mgr;m eingesetzt. Die grobkörnigen Zellulosepartikel werden vorteilhafterweise in einer Menge von 10 Gewichtsteilen bezogen auf 100 Gewichtsteile Melaminharz und einer mittleren Korngröße von 100 &mgr;m eingesetzt.

Vor dem Aufbringen der Abdeckschicht wird der Film, bestehend aus der korundhaltigen Melaminschicht 3 und dem imprägnierten Dekorpapier 2, zwischen-getrocknet.

Im nächsten Verfahrensschritt erfolgt der Auftrag der Abdeckschicht aus feinkörnigen Zellulosepartikeln und Melaminharz 4. Das erfindungsgemäße Gemisch besteht aus 10 bis 20 Gewichtsteilen feinkörniger Zellulosepartikel bezogen auf 100 Gewichtsteile Melaminharz. Der Durchmesser der feinkörnigen Zellulosepartikel 8 beträgt 10 bis 25 &mgr;m. Zum Auftrag der Mischung sollte die Viskosität der Abmischung aus Melaminharz und Zellulosepartikeln auf eine Auslaufzeit 15 bis 25 sec eingestellt werden. Zum Auftrag dieser Harzmischung wird ein Rasterauftragswerk verwendet.

In einem weiteren Verfahrensschritt wird auf der Unterseite des Dekorpapieres 2, zur Gewährleistung einer guten Planlage des Filmbogens bei der Weiterverarbeitung, ein Melamin-Balancestrich aufgebracht 5. Dieser Melamin-Balancestrich kann aus der gleichen Rezepturzusammensetzung wie die Abdeckschicht 4 oder alternativ aus reinem Melaminharz bestehen.

Im Anschluss an den unterseitigen Balancestrich wird in einem nächsten Verfahrensschritt das Imprägnat 1 in einem Schwebetrockner auf eine Restfeuchte von 6 bis 7% getrocknet. Das Flächengewicht des trockenen Imprägnates 1 bewegt sich in einem Bereich von 210 bis 300 g/m2 (atro).

Durch die Einstellung einer Harzreaktivität von 220 bis 270 sec (Trübungszeiten bei 100°C) kann das erfindungsgemäße Imprägnat 1 bei Temperaturen von 165 bis 170 °C am Imprägnat mit Presszeiten von 12 bis 18 sec weiterverarbeitet werden.

Die Verpressung des Imprägnates 1 mit einer Holzwerkstoffplatte erfolgt üblicherweise in einer Kurztaktpresse.

Die erfindungsgemäß eingesetzten Zellulosepartikel 7, 8 können vorteilhafterweise auch aus mikrokristalliner Zellulose bestehen.

1Imprägnat 2Dekorpapier imprägniert 3korundhaltige Melaminschicht mit grobkörnigen Zellulosepartikeln 4Abdeckschicht aus feinkörnigen Zellulosepartikeln und Melamin 5Balancestrich 6Korundpartikel 7Zellulosepartikel 8Zellulosepartikel

Anspruch[de]
  1. Imprägnat (1), aufweisend ein mit Aminoplastharz gefülltes Dekorpapier (2), eine auf der Oberseite des Dekorpapieres (2) aufgebrachte abriebfeste Schicht (3) aus Korundpartikeln (6) und einem Aminoplastharz, sowie eine darüber angeordnete Abdeckschicht (4) aus einem Aminoplastharz, dadurch gekennzeichnet, dass in der abriebfesten Schicht (3) grobkörnige Zellulosepartikel (7) mit einem Durchmesser von 70 bis 150 &mgr;m und in dem Aminoplastharz der Abdeckschicht (4) feinkörnige Zellulosepartikel (8) mit einem Durchmesser von 10 bis 25 &mgr;m eingelagert sind.
  2. Imprägnat (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der grobkörnigen Zellulosepartikel (7) 4 bis 20 Gew.% beträgt.
  3. Imprägnat (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der feinkörnigen Zellulosepartikel (8) 5 bis 20 Gew.% beträgt.
  4. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zellulosepartikel (7, 8) aus mikrokristalliner Zellulose bestehen.
  5. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Unterseite des Dekorpapiers (2) ein Balancestrich (5) aus einem Aminoplastharz aufgebracht ist.
  6. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Unterseite des Dekorpapiers (2) ein Balancestrich (5) aus einer Mischung aus einem Aminoplastharz und Zellulosepartikeln aufgebracht ist.
  7. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der Korundpartikel (6) 40 bis 60 &mgr;m beträgt.
  8. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Korundpartikel (6) 20 bis 50 Gew.% beträgt.
  9. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trockengewicht des imprägnierten Dekorpapiers (2) 140 g pro m2 beträgt.
  10. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trockengewicht der abriebfesten Schicht (3) 30 bis 80 g pro m2 beträgt.
  11. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trockengewicht der Abdeckschicht (4) 20 bis 40 g pro m2 beträgt.
  12. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trockengewicht des Balancestrichs (5) 20 bis 40 g pro m2 beträgt.
  13. Imprägnat (1) nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trockengewicht des Imprägnats (1) 210 bis 300 g pro m2 beträgt.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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