PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004052414B3 28.09.2006
Titel Verfahren zum Herstellen einer eine biaxiale Gitterstruktur aufweisenden Kettenwirkware mit großen Gitteröffnungen
Anmelder LIBA Maschinenfabrik GmbH, 95119 Naila, DE
Erfinder Wunner, Roland, 95131 Schwarzenbach a Wald, DE
Vertreter FROHWITTER Patent- und Rechtsanwälte, 81679 München
DE-Anmeldedatum 28.10.2004
DE-Aktenzeichen 102004052414
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.09.2006
IPC-Hauptklasse D04B 21/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Herstellung einer Kettenwirkware, die eine biaxiale Gitterstruktur nach Art eines Geogitters 1 mit großen Gitteröffnungen aufweist, werden die Schussfäden 3 einzeln oder gruppenweise unter die einzeln oder gruppenweise abgelegten Kettfäden 2 geschoben und einer Wirkstation 8 zugeführt. Dort werden die Kett- und Schussfäden 2, 3 in den Kreuzungsbereichen der Gitterstruktur mittels Fixierfäden 4 verwirkt. Die Fixierfäden 4 bilden Trikot-Maschen in einer gegenläufigen Doppel-Trikot-Legung. Die Kettfäden 2, die eine erhebliche Dicke aufweisen können, laufen ohne seitlichen Versatz durch die Wirkwerkzeuge hindurch. Die Abzugsgeschwindigkeit der Gitterstruktur ist in den Kreuzungsbereichen geringer als in den Bereichen der Gitteröffnungen. Die Kettfäden 2 bleiben auf ihrer gesamten Länge umhüllungsfrei, durchsetzen also nicht die Maschen der Fixierfäden 4. Die Verbindung von Kett- und Schussfäden 2, 3 erfolgt dadurch, dass diese in den Kreuzungsbereichen zwischen den Unterlegungen und den Maschenstäbchen der Fixierfäden eingeschlossen werden. Das Verfahren führt zu einer beträchtlichen Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer eine biaxiale Gitterstruktur aufweisenden Kettenwirkware mit großen Gitteröffnungen, wie es beispielsweise aus der DE 199 57 019 A1 hervorgeht und besonders für die Herstellung von sogenannten Geogittern (auch Geo-Grid-Ware genannt) geeignet ist. Derartige Geogitter weisen eine kreuzweise Anordnung von Kettfäden und Schussfäden auf, die an ihren Kreuzungsstellen durch Maschen aus Fixierfäden verbunden sind.

Geogitter werden im Landschaftsbau, im Straßenbau und im Hochbau verwendet. Dabei werden große Mengen großflächiger Geogitter gebraucht, die somit eine Massenware sind und daher robust und dennoch preiswert sein müssen. Für viele Anwendungszwecke werden die in der DE 199 57 019 A1 beschriebenen Geogitter noch weiter ausgestaltet, indem sie eine Kunststoff-Beschichtung erhalten, mit einem Vlies verbunden werden und ähnliches mehr. Die Kettenwirkware nach Art der Geogitter wird nicht nur für den engeren Verwendungszweck des Landschafts- und Straßenbaus verwendet. Ein bekanntes Einsatzgebiet dieser Gitter sind auch Förderbänder für spezielle Verwendungszwecke, zum Beispiel in der Textilindustrie (US 44 33 493). Die Erfindung zielt besonders darauf ab, das eingangs genannte Verfahren zum Herstellen von Gittern nach Art der Geogitter noch wirtschaftlicher zu gestalten.

In allen Ansprüchen und in der Beschreibung dieser Anmeldung ist die folgende Sprachregelung getroffen: Der Ausdruck „große Gitteröffnungen", bedeutet, dass der Abstand der einzelnen Schussfäden oder der Gruppen von Schussfäden voneinander ein Mehrfaches der Maschengröße der Fixierfäden beträgt. Für den Abstand der Kettfäden oder der Gruppen der Kettfäden voneinander kann diese Vorschrift gleichfalls erfüllt sein. Der Abstand beträgt dann ein Mehrfaches der Maschinenteilung. Die „Kettfäden" sind die in der Verarbeitungs- und Abzugsrichtung der biaxialen Gitterstruktur verlaufenden Fäden, die in anderen Druckschriften auch als Stehfäden bezeichnet werden; sie können eine Dicke haben, die über die umgangssprachliche Bedeutung des Wortes Fadens hinausgeht. Wenn die Maschen der Fixierfäden entlang den Kettfäden verlaufen, so ist damit die in der Fachsprache übliche, aber weniger allgemein geläufige Bildung eines „Maschenstäbchens" gemeint. Eine „Maschenreihe" ohne nähere Angabe verläuft entsprechend der Fachsprache stets in Schussrichtung. Eine Trikot-Bindung oder -Legung ist diejenige, wie sie in dem Buch von K.-P. Weber, „Wirkerei und Strickerei", Heidelberg 1992, auf den Seiten 167/168 als Grundprinzip dargestellt und beschrieben ist.

Gemäß der DE 199 57 019 A1 ist vorgesehen, die Abzugsgeschwindigkeit der fertigen biaxialen Gitterstruktur periodisch derart zu ändern, dass sie in den Kreuzungsbereichen der biaxialen Gitterstruktur geringer ist als im Bereich der Gitteröffnungen. Damit wird bereits eine erhebliche Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit erreicht. Dieser Maßnahme liegt die Überlegung zugrunde, dass das Verwirken von Kett- und Schussfäden mittels der Fixierfäden nur im Bereich der Kreuzungsstellen erforderlich ist, die Wirkwerkzeuge somit eigentlich abgestellt werden könnten, während die Bereiche der Gitterlücken die Wirkstation durchlaufen. Ein periodisches An- und Abstellen der Wirkwerkzeuge wäre jedoch steuerungstechnisch sehr aufwändig und hat auch wegen der zu bewegenden Massen der Wirkwerkzeuge und ihres Antriebs beim vollständigen Stillsetzen und erneuten Beschleunigen aus dem Stillstand besondere Probleme. Daher lässt man die Maschenbildung der Fixierfäden auch in den Bereichen der Gitterlücken zu und nimmt den dadurch bedingten höheren Verbrauch an Fadenmaterial in Kauf. Jedoch kann im Bereich der Gitterlücken die Maschenweite der Fixierfäden größer, die Anzahl der Maschen somit geringer sein als im Bereich der Kreuzungsstellen, wo die Maschendichte höher sein muss.

Gemäß der DE 199 57 019 A1 wird diese veränderliche Maschenweite vornehmlich dadurch erzielt, dass die Abzugsgeschwindigkeit der Gitterstruktur periodisch geändert wird und geringer ist, wenn ihre Kreuzungsbereiche die Wirkstation durchlaufen, jedoch höher ist, wenn die Bereiche der Gitterlücken die Wirkstation durchlaufen. Die Arbeitsgeschwindigkeit der Wirkwerkzeuge kann dabei konstant bleiben. In der DE 199 57 019 A1 werden auch schon Hinweise darauf gegeben, dass man umgekehrt bei gleich bleibender Abzugsgeschwindigkeit der Gitterstruktur auch die Arbeitsgeschwindigkeit der Wirkwerkzeuge periodisch verändern kann, wobei die Wirkwerkzeuge schneller arbeiten, wenn die Kreuzungsbereiche der Gitterstruktur die Wirkstation durchlaufen, und langsamer, wenn die Bereiche der Gitterlücken die Wirkstation durchlaufen. Grundsätzlich ist damit zum Erzielen einer veränderlichen Maschenweite das Prinzip aufgezeigt, die Arbeitsgeschwindigkeit der Wirkwerkzeuge und die Abzugsgeschwindigkeit der biaxialen Gitterstruktur unabhängig voneinander betrieblich zu verändern, wobei die beiden Maßnahmen auch gleichzeitig erfolgen können. Welcher der beiden Möglichkeiten man den Vorzug gibt, wird davon abhängen, wie hoch die Ausgangsgeschwindigkeiten sind. Zwar erfolgt dabei gleichfalls ein periodisches Abbremsen und Beschleunigen der Gitterstruktur oder der Wirkwerkzeuge; das ist aber zumindest derzeit leichter zu bewältigen, als wenn die Wirkwerkzeuge periodisch vollständig stillgesetzt und wieder angetrieben werden müssen.

Die Vorgehensweise gemäß der DE 199 57 019 A1 setzt voraus, dass die Wirkwerkzeuge unabhängig von den Transportvorgängen der Kettenwirkmaschine angetrieben und gesteuert werden können. Diese Ausbildung von Kettenwirkmaschinen gehört zum Stand der Technik, wie die DE 198 16 440 C1 belegt, die ein Verfahren und eine Kettenwirkmaschine mit frei wählbarem Schussfaden-Musterrapport betrifft. Aus dieser Druckschrift ist auch der Hinweis bekannt, zur Erhöhung der Mustervielfalt die Anzahl der bei einem Maschenbildungsvorgang eingewirkten Schussfäden durch geänderte Bewegungsabläufe der Wirkwerkzeuge zu beeinflussen (a.a.O. Spalte 1, Zeilen 17 bis 20). Damit ist ein Stand der Technik gemäß der DE-OS 21 14 700 angesprochen, wonach durch das Bilden von Henkeln in die Maschen der Fixierfäden die Maschendichte an den Wirkstellen erhöht werden kann.

In der DE 199 15 722 A1 werden Möglichkeiten zur Verbesserung von Geogittern angegeben. Dabei wird vor allem eine bessere Verbindung von Kettfäden und Schussfäden angestrebt, ohne zusätzliche Fixierfäden oder stärkere Fixierfäden zu benötigen. Hierzu ist vorgesehen, dass in den Bereichen, in denen die Schussfäden die Kettfäden kreuzen, die Längen der Maschen der Fixierfäden deutlich kürzer sind als in den dazwischen liegenden Bereichen der Gitterstruktur. Dabei werden keine Angaben gemacht, wie ein derartiges Geogitter hergestellt werden soll. Als Vorteil wird für Geogitter gemäß der DE 199 15 722 A1 hervorgehoben, dass eine erhebliche Ersparnis an Fixierfäden und eine vergrößerte Herstellungsgeschwindigkeit erreicht wird; jedoch wird das im einzelnen nicht näher ausgeführt.

Für die Fixierfäden werden in der DE 199 15 722 A1 allgemein Kettmaschen vorgeschrieben, die aufgewirkt oder aufgeraschelt sein können (a.a.O. Ansprüche 4 und 7). Beispielhaft ist auch in allgemeiner Form eine Trikot-Legung erwähnt (a.a.O. Beschreibung Spalte 1, Zeilen 19/20 und Spalte 2, Zeile 20). Bevorzugt wird aber offensichtlich die Fransen-Legung der Fixierfäden, wie das die 2 und 3 des Ausführungsbeispiels in der DE 199 15 722 A1 zeigen. Die Reihe der aus einem einzigen Fixierfaden gebildeten Maschen – in der Fachsprache auch Maschenstäbchen genannt – verläuft längs eines Kettfadens und umhüllt diesen sowohl in den Kreuzungsbereichen als auch in den Bereichen der Gitterlücken, wobei in den Kreuzungsbereichen auch die Schussfäden mit umhüllt und mit den Kettfäden verbunden werden. Der Ausdruck „Umhüllen" bedeutet, dass die Kettfäden die Maschen der Fixierfäden durchsetzen. Da die Legungsart der geschlossenen Franse vorliegt, werden die einzelnen Maschenstäbchen in bekannter Weise durch die Legung allein nicht miteinander verbunden, und es müssen zusätzlich Verbindungsfäden angeordnet werden. Diese werden gesondert eingewirkt und sollen die Kettfäden gegen seitliches Verschieben sichern.

Die Fransen-Legung gemäß der DE 199 15 722 A1 ist daher grundsätzlich schon aufwändig. Hinzu kommt im Falle der Geogitter noch die Besonderheit, dass diese im Zuge ihrer zunehmenden Verbreitung mit immer dickeren Kett- und Schussfäden hergestellt werden. Die Kett- und Schussfäden bestehen vielfach aus hochfesten Polyester- oder Polyamidgarnen; aber auch Carbon-, Aramid- und Glasgarne sind einsetzbar. Dabei sind Kettfäden mit einer Dicke von bis zu 50.000 tex (Kettfädenbündel) keine Seltenheit. Derartig dicke Fäden müssen seitlich versetzt werden, wenn sie mit den Maschen der Fixierfäden in der Fransen-Legung umhüllt werden sollen. Das seitliche Versetzen erfolgt mit Stehfadenplatinen, und zwar um mindestens eine Teilung. Dieser Vorgang setzt die mögliche Wirkgeschwindigkeit noch weiter herab.

In der US 44 72 086 ist gleichfalls ein Geogitter beschrieben und dargestellt, bei dem Kettfäden und Schussfäden durch Fixierfäden miteinander verbunden werden. Die Fixierfäden werden durch Kettenwirken in Form von Maschen aufgebracht. Dieses bekannte Geogitter ist mit denjenigen gemäß der DE 199 57 019 A1 und der DE 199 15 722 A1 nur bedingt zu vergleichen, weil es sehr engmaschig ist. Jede Masche der Fixierfäden ist dabei einer Kreuzungsstelle von Kett- und Schussfäden zugeordnet; es gibt keine Bereiche, in denen die Maschen der Fixierfäden entlang der Kettfäden verlaufen, ohne auch Schussfäden einzuschließen. In der US 44 72 086 ist beispielhaft und ohne Unterscheidung neben anderen Legungsarten auch die Trikot-Legung erwähnt.

Schließlich geht auch aus der DE 198 02 135 A1 eine Gitterstruktur hervor, die dort als Flächengebilde bezeichnet und ähnlich aufgebaut ist wie das Geogitter gemäß der US 44 72 086, aber zur Verwendung im Bereich der Ballistik bestimmt ist, wobei sie als Splitterschutz, Stichschutz, Hitzeschutz sowie Vandalismusschutz und dergleichen dienen soll. Gemäß der DE 198 02 135 A1 werden Kettfäden und Schussfäden kreuzweise einzeln aufeinander gelegt und an den Kreuzungsstellen durch Fixierfäden verbunden, wobei eine Maschenbindung erfolgt, so dass ein Kettengewirk entsteht. Diese besondere Ausführungsform ist in den 6 und 7 der DE 198 02 135 A1 dargestellt.

Die Gitterstruktur gemäß der DE 198 02 135 A1 ist regelmäßig aus einzelnen sich kreuzenden Kettfäden und Schussfäden aufgebaut; die Gitteröffnungen sind verhältnismäßig klein; ihre Abmessung liegt nach der zeichnerischen Darstellung im Bereich der Fadendicke und der Maschenweite der Fixierfäden. Dabei ist auch jedem Kreuzungsbereich von Kett- und Schussfäden eine Masche der Fixierfäden zugeordnet; im Bereich der Gitteröffnungen befinden sich keine zusätzlichen Maschen. Damit ist die besondere, beim Geogitter gemäß der eingangs genannten DE 199 57 019 A1 aufgezeigte Problematik nicht angesprochen.

Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, das eingangs genannte bekannte Verfahren so zu gestalten, dass bei gleich bleibender Qualität der hergestellten Kettenwirkware die Produktivität und dabei die Herstellgeschwindigkeit noch weiter gesteigert werden. Dabei sollen insbesondere Geogitter und vergleichbare axiale Gitterstrukturen hergestellt werden.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Gesamtheit der Merkmale des Anspruchs 1.

Das Verfahren gemäß Anspruch 1 vereinigt in einer vorteilhaften Kombination eine Reihe von Maßnahmen, die einander unterstützen und ergänzen und insgesamt zu dem angestrebten Erfolg einer höheren Produktionsgeschwindigkeit führen.

Indem auch im Bereich der voraussetzungsgemäß großen Gitteröffnungen eine Maschenbildung der Fixierfäden zugelassen, jedoch die Maschengröße dort größer gehalten wird als in den Kreuzungsstellen, wird von einem günstigen Kompromiss zwischen einer schnellen, kontinuierlichen Herstellung einerseits und einem möglichst geringen Verbrauch an Fixierfäden andererseits ausgegangen. Indem die Maschen der Fixierfäden in der Trikot-Legung aufgebracht werden und die Kettfäden die Wirkwerkzeuge ohne seitlichen Versatz durchlaufen, bleiben die Kettfäden auf ihrer gesamten Länge umhüllungsfrei; damit ist gemeint, dass die Kettfäden nicht mehr die Maschen der Fixierfäden durchsetzen, wie das bei der Fransen-Legung nach der DE 199 15 722 A1 der Fall ist. Es ergibt sich also ein vollständig neues Legungsbild. Das Fixieren von Kett- und Schussfäden erfolgt dadurch, dass diese zwischen den Maschen, die an den Schussfäden anliegen, und Unterlegungen der Fixierfäden, die über die Kettfäden verlaufen, eingeschlossen werden. Hinzu kommt noch der Vorteil, dass die Wirkwerkzeuge der Kettfäden nicht mehr seitlich versetzt werden müssen. Der Wirkvorgang kann daher mit einer besonders hohen Geschwindigkeit durchgeführt werden. Dieser Vorteil wird weiter ausgenutzt, indem in den Bereichen der Gitteröffnungen die Abzugsgeschwindigkeit der fertigen Gitterstruktur erhöht und nicht etwa die Arbeitsgeschwindigkeit der Wirkwerkzeuge herabgesetzt wird. Denn ein periodisches Ändern der Wirkgeschwindigkeit wird um so komplizierter, je höher die dabei vorkommenden Spitzenwerte der Wirkgeschwindigkeit sind.

In den Unteransprüchen sind Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens aufgeführt. Die Vorgehensweise gemäß Anspruch 2 ist für die kontinuierliche Massenfertigung besonders geeignet, und die Legung der Fixierfäden gemäß Anspruch 3 gewährleistet eine exakte Lage der Maschen der Fixierfäden auf den Kett- und Schussfäden. Anspruch 4 eröffnet weitere Anwendungsmöglichkeiten der erfindungsgemäß hergestellten Kettenwirkware.

Die Erfindung wird anschließend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen noch näher erläutert. In den Figuren ist das Folgende dargestellt:

1 ist eine schematische Ansicht auf eine erfindungsgemäß hergestellte Kettenwirkware (Geogitter) von oben.

2 zeigt schematisch eine Kettenwirkmaschine, mit der das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt wird.

3 stellt die Wirkstation der Kettenwirkmaschine aus 2 in einer vergrößerten Seitenansicht dar.

4a ist eine vergrößerte Draufsicht (linke Seite) auf einen Ausschnitt aus der erfindungsgemäß hergestellten Kettenwirkware gemäß l.

4b ist die der 4a entsprechende Unteransicht (rechte Seite).

In 1 ist eine Kettenwirkware in Form eines Geogitters schematisch in einer Ansicht von oben dargestellt. Das Geogitter 1 besteht aus Gruppen von Kettfäden 2, die auf gleichfalls gruppenweise angeordneten Schussfäden 3 aufliegen.

Längs der Kettfäden 2 erstrecken sich Maschen von Fixierfäden 4, die in 1 als leicht zickzack-förmige Linien und kleine Kreise angedeutet sind.

Ersichtlich ist die Maschengröße der Fixierfäden 4 längs der Kettfäden 2 unterschiedlich. Die Maschengröße ist in den Kreuzungsbereichen 5 der Kett- und Schussfäden 2, 3 geringer als in den Bereichen der Gitteröffnungen 6. Der Sinn dieser Ausbildung besteht darin, dass in den Kreuzungsbereichen 5, welche die Verbindungsstellen bilden, eine geringere Maschengröße benötigt wird als in den Bereichen der Gitteröffnungen 6, um jeden Kett- und Stehfaden miteinander zu fixieren.

Die Maschengrößen der Fixierfäden 4 bilden zugleich ein Maß für die Ausbildung des gesamten Geogitters 1. Die Gitteröffnung des Geogitters wird als groß bezeichnet, weil der Abstand der Gruppen der einzelnen Schussfäden 3 voneinander ein Mehrfaches der Maschengröße der Fixierfäden 4 beträgt. Dasselbe kann für den Abstand der einzelnen Kettfäden oder der Gruppen von Kettfäden gelten.

In 2 ist das Prinzip einer Kettenwirkmaschine dargestellt, auf der das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden kann. Dabei werden zunächst die Schussfäden 3 gruppenweise im Abstand voneinander auf einer Transporteinrichtung angeordnet. Auf die Gruppen der Schussfäden 3 werden sodann die Kettfäden 2 abgelegt, die mittels Lieferwalzen 7 kontinuierlich – aber gleichfalls mit wechselnder Geschwindigkeit – zugeführt werden. Kettfäden 2 und Schussfäden 3 werden in der Wirkstation 8 zusammengeführt. Gleichzeitig werden dort die Fixierfäden 4, die von Teilkettbäumen 9 abgezogen werden, hinzugefügt und zu Maschen nach dem Prinzip der Trikot-Legung verwirkt. Abzugswalzen 10 dienen dazu, dass nunmehr fertige Geogitter kontinuierlich aus der Wirkstation 8 in Richtung des Pfeiles 18 abzuziehen.

Der Abzug des fertigen Geogitters 1 erfolgt mit periodisch wechselnder Abzugsgeschwindigkeit, wobei der Abzug schneller erfolgt, wenn die Bereiche der Gitteröffnungen die Wirkstation 8 durchlaufen, und langsamer, wenn die Kreuzungsbereiche 5 die Wirkstation 8 durchlaufen. Auf diese Weise kommt das in 1 prinzipiell dargestellte Maschenbild zustande.

In 3 sind Einzelheiten der Wirkstation 8 in einem vergrößertem Maßstab dargestellt. Mit 3 sind Schussfaden bezeichnet, die an der Wirkstelle unter die gruppenweise herangeführten Kettfäden 2 geschoben werden. Mit 4 ist wieder der über Lochnadeln 11 eingebrachte Fixierfaden bezeichnet. Eine Schussfaden-Vorbringerplatine 12 bewegt die Schussfaden 3 an die Wirkstelle 13, wo mittels der Schiebernadel 14 und des Schiebers 15 die Maschenbildung erfolgt, wie das dem Fachmann geläufig ist. Die Bezugsziffer 16 bezeichnet eine Abschlagplatine und 17 eine Steh- bzw. Kettfadenplatine.

Auch wenn Kettfäden 2 von erheblicher Dicke zum Einsatz kommen, werden die Kettfäden 2 beim Durchlaufen der Wirkwerkzeuge seitlich nicht versetzt. Es trägt entscheidend zur Beschleunigung des Produktionsvorganges bei, wenn die Wirkwerkzeuge der Kettfäden 2 nicht mehr bei jeder Maschenreihe um mindestens eine Nadelteilung seitlich versetzt werden müssen. Da bei der Trikot-Bindung die Maschenbildung abwechselnd auf zwei benachbarten Nadeln erfolgt, entstehen schräg liegende Unterlegungen 19, die die Kettfäden 2 zwischen sich einschließen können. Die Kettfäden 2 bleiben auf ihrer gesamten Länge umhüllungsfrei. Die Verbindung von Kettfäden 2 und Schussfaden 3 erfolgt dadurch, dass die Schussfaden 3 unter sich die Maschen der Fixierfaden und über sich die Kettfäden mit den darauf liegenden Unterlegungen 19 haben.

Beim praktischen Vorgehen in der großtechnischen Produktionsweise werden grundsätzlich in kontinuierlichen Fördervorgängen die Schussfäden 3 gruppenweise im Abstand voneinander unter die in der Abzugsrichtung des fertigen Geogitters 1 verlaufenden Kettfäden 2 geschoben. Das Prinzip der Legung ist in den 4a und 4b dargestellt. Diese Figuren zeigen das besondere Beispiel der gegenläufigen Doppel-Trikot-Legung, wobei in 4a eine Ansicht von oben (fachsprachlich die linke Seite) und in 4b die Ansicht von unten (fachsprachlich die rechte Seite) dargestellt ist. Die 4a und 4b lassen besonders deutlich die Unterlegungen 19 und Maschen 20 der Fixierfäden 4 und deren Zuordnung zu den Kettfäden 2 und Schussfäden 3 erkennen.

Mit der Vorgehensweise gemäß der Erfindung ist somit in einem glücklichen Griff eine Auswahl aus vielfältigen, im Stand der Technik angebotenen Möglichkeiten getroffen und zu einer besonders vorteilhaften Kombination zusammengeführt.

1Geogitter 2Kettfäden 3Schussfäden 4Fixierfäden 5Kreuzungsbereich 6Gitteröffnung 7Lieferwalzen 8Wirkstation 9Teilkettenbaum 10Abzugswalzen 11Lochnadeln 12Schussfaden-Vorbringer-Platine 13Wirkstelle 14Schiebernadel 15Schieber 16Abschlagplatine 17Steh- bzw. Kettfadenplatine 18Richtungspfeil 19Unterlegung 20Maschen der Fixierfäden

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Herstellen einer eine biaxiale Gitterstruktur aufweisenden Kettenwirkware mit großen Gitteröffnungen, mit den folgenden Verfahrensmerkmalen:

    a) die Kettfäden (2) und Schussfäden (3) werden kreuzweise einzeln oder in Gruppen angeordnet und den Wirkwerkzeugen einer Wirkstation (8) zugeführt;

    b) in der Wirkstation (8) werden entlang den Kettfäden (2) sowohl in den Kreuzungsbereichen (5) von Kett- und Schussfäden (2, 3) als auch im Bereich der Gitteröffnungen (6) Maschen (20) von Fixierfäden (4) gebildet;

    c) die Maschen (20) der Fixierfäden (4) werden in der Trikot-Legung gebildet;

    d) die Kettfäden (2) durchlaufen die Wirkwerkzeuge versatzfrei;

    e) die Maschen (20) der Fixierfäden (4) werden in der Weise gebildet, dass die Kettfäden (2) umschlingungsfrei bleiben;

    f) in den Kreuzungsbereichen (5) werden die Kettfäden (2) und die Schussfäden (3) durch die Fixierfäden (4) verbunden;

    g) die Gitterstruktur wird aus der Wirkstation (8) abgezogen;

    h) die Abzugsgeschwindigkeit der Gitterstruktur wird periodisch geändert und ist geringer, wenn die Kreuzungsbereiche (5) die Wirkstation (8) durchlaufen, und höher, wenn die Bereiche der Gitteröffnungen (6) die Wirkstation (8) durchlaufen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Schussfäden (3) unter die Kettfäden (2) geschoben und in den Kreuzungsbereichen (5) auf den durch die Maschen (20) der Fixierfäden (4) gebildeten Maschenstäbchen abgelegt werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die Trikot-Legung der Fixierfäden (4) als gegenläufige Doppel-Trikot-Legung erfolgt, deren Unterlegung (19) über den Kettfäden (2) verläuft.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem mittels der Fixierfäden zusätzlich ein Vlies mit der Gitterstruktur verbunden wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com