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Dokumentenidentifikation DE102005000680B3 28.09.2006
Titel Stanzvorrichtung zur Bearbeitung von Bandmaterial
Anmelder Fritz Stepper GmbH & Co KG, 75180 Pforzheim, DE
Erfinder Stepper, Fritz, 75173 Pforzheim, DE
Vertreter Patentanwälte Reinhardt & Pohlmann Partnerschaft, 75172 Pforzheim
DE-Anmeldedatum 04.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005000680
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.09.2006
IPC-Hauptklasse B21D 28/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Eine Stanzvorrichtung zur Bearbeitung von Bandmaterial, insbesondere für ein Metallband zur Herstellung von Kontakt- oder Schaltelementen, weist wenigstens eine an einer Oberfläche (12) der Stanzvorrichtung lösbar befestigte Führungs- und/oder Halteleiste (13) auf. Dadurch, dass der Festlegung der Führungs- und/oder Halteleiste (13) mehrere in die Oberfläche der Stanzvorrichtung einsetzbare und aus dieser Oberfläche (12) hervorragende Klemmelemente (14) vorgesehen sind, die in erste Ausnehmungen (15) der Führungsleisten (13) zur Fixierung derselben eingreifen, und dass die Führungs- und/oder Halteleisten in ihrer Stellung unter der Kraft eines elastischen Elements (16) gehalten sind, wird eine äußerst präzise und dennoch leicht veränderbare Anordnung von Führungs- und/oder Halteleisten an einer Stanzvorrichtung geschaffen.

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft eine Stanzvorrichtung, insbesondere zur Bearbeitung von bandmaterial zur Herstellung von Kontakt- oder Schaltelementen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Stanzvorrichtungen gehören zum Bereich der klassischen Blechbearbeitung, wobei der Begriff „Stanzen" ein Trennverfahren bezeichnet, bei dem durch einen Hub einer Stanzmaschine oder Presse ein Blech durchtrennt wird. Das Stanzen kann ein Lochen oder Ausstanzen im Sinne von Scherschneiden umfassen, bei dem sich das Blech zwischen zwei Werkzeugschneiden befindet, die sich parallel aneinander vorbeibewegen und dabei das Blech durchtrennen. Das Oberwerkzeug (Stanzstempel) taucht dabei soweit in das Unterwerkzeug (Stanzeinsatz oder Matrize) ein, dass es das Blech durchstanzt. Zum Stanzen gehört je nach Werkzeug aber auch ein Umformen, bei dem das Werkstück plastisch verformt wird.

Die Stanzvorrichtung stanzt in schneller Hubfolge die gewünschten Teile aus dem Material. Nicht nur, aber insbesondere dann wenn es sich bei den gestanzten Teilen um Teile zur Herstellung von Kontakt- oder Schaltelementen handelt, werden die Kosten für den Herstellungsaufwand der Teile wesentlich durch die Ausnutzung der verwendeten Stanzvorrichtung und Pressen bestimmt, die einen erheblichen Anschaffungswert haben. Folglich wird das fertig gestellte Bauteil, üblicherweise ein Schalt- oder Kontaktelement, insbesondere für die Automobilindustrie umso günstiger, je höher die Taktrate ist, mit der die zur Herstellung verwendeten Maschinen arbeiten können.

Die erzielbare Taktrate oder der Durchsatz wird unter anderem auch durch die Rüstzeiten der Maschine mitbestimmt. Immer wieder müssen insbesondere bei der Bearbeitung von bandförmigem Material auch Führungs- und Halteleisten angebracht oder bei Verschleiß ausgetauscht werden, was die Rüst- und Wartungszeiten beeinflusst. Die beim Betrieb erwünschten hohen Taktraten machen zudem eine äußerst hohe Präzision auch bei den Verschleißteilen erforderlich, um den gewünschten, zunehmend steigenden Durchsatz zu verwirklichen.

Bekannte Führungs- bzw. Halteleisten sind mit der Stanzvorrichtung verschraubt und baubedingt schwer zugänglich. Zur Montage bzw. Demontage solcher Leisten, die insbesondere zur Führung von Metallbändern bei der Herstellung von Kontakt- und Schaltelementen benötigt werden, müssen diese außerhalb des eigentlichen Stanzsystems angebracht werden. Dies erfolgt bisher durch einen Schraubvorgang, der auch selbst relativ zeitaufwendig ist. Aufgrund der für das Schrauben erforderlichen Gewinde ist zudem die Positionsgenauigkeit der verschraubten Leiste maximal so exakt wie das dazu erforderliche Gewinde bzw. dessen Gewindespiel, also selbst bei Passverschraubungen im Bereich von +/– 0,2 mm.

Eine derartige Stanzvorrichtung ist z.B. aus der DE 23 46 573 A1 bekannt, bei der quer zueinander verschiebliche Führungsleisten als ein mit dem Werkzeug kuppelbarer Bausatz ausgebildet sind.

Zusammenfassung der Erfindung

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine äußerst präzise und dennoch leicht veränderbare Anordnung von Führungs- und/oder Halteleisten an einer Stanzvorrichtung zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch eine Stanzvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.

Verwendet wird eine durch ein elastisches Mittel wie eine Feder belastete Führungsleiste, die sehr exakt positioniert kann, Sie wird in ihrer Position durch die Kraft des elastischen Elements gehalten und ansonsten in Klemmelemente verrastet, die erheblich präziser hergestellt bzw. positioniert werden können als die vorbekannten Verschraubungen. Damit ist eine Schnellmontage als auch Demontagemöglichkeit auf kleinstem Raum möglich, wobei eine Positionsgenauigkeit bis zu +/– 0,01 mm möglich ist.

Zur Erhöhung der Positionsgenauigkeit können die Klemmelemente nach den Ansprüchen 2 und 3 auf Anschlag eingeklebt werden. Für eine Positionierung ist die Führungsleiste mit dementsprechend ausgestatteten Ausnehmungen versehen, die mit den Klemmelementen zusammenwirken. Die Verriegelung kann gemäß Anspruch 6 über einen Federrastbolzen, grundsätzlich jedoch auch über ein beliebiges anderes elastisches Element erfolgen.

Weitere Vorteile ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.

Kurzbeschreibung der Figuren

Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beigefügten Figuren näher erläutert. Es zeigen

1 eine Draufsicht auf eine an einer Stanzvorrichtung angeordnete Führungsleiste mit daran entlang geführtem Metallband,

2 einen Schnitt durch die Stanzvorrichtung nach Linie 2-2 von 1,

3 eine Darstellung gemäß 2 nach dem Stand der Technik und als Schnitt nach Linie 3-3 von 4,

4 eine Draufsicht auf eine Führungsleiste nach dem Stand der Technik.

Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele

Die 3 und 4 zeigen die Befestigung von Führungs- und Halteleisten nach dem Stand der Technik, wie sie insbesondere an Stanzvorrichtungen eingesetzt werden. Die Stanzvorrichtung dient zur Bearbeitung von bandförmigen Material, insbesondere zur Bearbeitung eines Metallbands 10 zur Herstellung von Kontakt- und Schaltelementen 11. Diese Kontakt- und Schaltelemente sollen bedarfsweise vor, während oder nach der Bearbeitung entlang dieser Führungsleisten geführt werden. Führungs- und/oder Halteleisten 13 sind bisher an einer Oberfläche 12 der Stanzvorrichtung durch Verschraubungen 20 gemäß 3 und 4 befestigt.

Bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform gemäß den 1 und 2 sind für die Festlegung der Führungs- und/oder Halteleiste 13 mehrere in die Oberfläche 12 der Stanzvorrichtung einsetzbare und aus dieser Oberfläche 12 herausragende Klemmelemente 14 vorgesehen, die in erste Ausnehmungen 15 der Führungsleiste 13 zur Fixierung derselben eingreifen. Diese Klemmelemente wirken mit einem elastischen Element 16 zusammen, unter dessen Wirkung die Führungs- und Halteleisten in der jeweiligen Stellung fixiert ist, sobald der Eingriff von Klemmelementen 14 und Führungsleiste 15 statt findet. Das elastische Element ist im Ausführungsbeispiel ein Federrastbolzen, es können jedoch auch andere elastische Elemente, z.B. auch gummiartige Elemente oder Silikon eingesetzt werden sofern, eine von der Oberfläche 12 weg wirkende Kraft auf die Führungs- und/oder Halteleiste aufgebracht werden kann.

Gemäß 2 sind die jeweiligen Klemmelemente 14 in Bohrungen 17 oder Öffnungen der Oberfläche 12 der Stanzvorrichtung eingeklebt, und zwar auf Anschlag eingeklebt. Eine andere Befestigung als durch Kleben ist denkbar, solange eine – bedarfsweise auch lösbare – Fixierung der Klemmelemente bei entsprechend hoch präziser Positionierung gewährleistet ist. Bei entsprechenden Reibkräften ist auch eine bloße Steckverbindung möglich. Die Klebeverbindung erlaubt eine erheblich höhere Präzision im Bereich von +/– 0,01 mm in Vergleich zu den vorbekannten Verschraubungen, bei denen Präzisionen im Bereich von +/– 0,2 mm möglich sind. Diese Präzision ist erforderlich, um auch bei hohen Taktraten noch zuverlässig entsprechende Kontakt- und Schaltelemente oder auch sonstige mit hohen Taktraten herzustellende Bauteile zu erzeugen.

Die Klemmelemente 14 weisen gemäß 2 Haltenasen 14a auf, die mit entsprechenden Untergriffen 13a der Führungsleisten 13 zusammenwirken. Dazu sind die Ausnehmungen 15 so ausgebildet, dass das Klemmelement mit Haltenase beim Befestigen der Führungsleiste zunächst durch die Öffnung hindurch treten kann, dann jedoch die Führungsleiste mit ihrem Untergriff 13a unter die Haltenase 14a geschoben werden kann. Die Vorrichtung ist so ausgebildet, dass bei der dabei erfolgenden Montagebewegung in 2 also nach rechts, bei der der Untergriff 13a an dem Klemmelement 14 vorzugsweise zur Anlage kommt, gleichzeitig das elastische Element, im Ausführungsbeispiel der mit der Feder 16 belastete Federrastbolzen 18 in die weitere Ausnehmung 19 eingreift und damit die Führungs- und/oder Halteleiste 13 auch in Montagerichtung positioniert.

Die Untergriffe 13a der Führungsleiste 13 sind so von der Oberseite der Führungsleiste 13 zurückgesetzt, dass die in den ersten Ausnehmungen 15 angeordneten Klemmelemente 14 bündig mit oder in der Oberseite der Führungsleiste versenkt sind. Vorzugsweise sind, wie in 1 ersichtlich, die ersten Ausnehmungen 15 für die Klemmelemente 14 mit der weiteren Ausnehmung 19 für den Eingriff des elastischen Elements 16 auf einer Linie angeordnet. Dies ermöglicht eine Bewegung in einer Richtung, bei der die Klemmelemente zum Beispiel in die vorzugsweise schlüssellochförmigen ersten Ausnehmungen 15 eingreifen, wobei bei der Montagebewegung dann das Einrasten stattfindet.

Die neue Befestigung zeichnet sich deutlich durch eine Schnellstmontage und Demontagemöglichkeit auf kleinstem Raum bei zusätzlicher höchster Positionierungsgenauigkeit im Vergleich zum Stand der Technik aus. Für die Montage ist die Führungsleiste auf die Klemmstücke zu setzen und dabei der Federbolzen nach unten zu drücken. Dann wird die Führungsleiste unter die Haltenase der Klemmelemente geschoben, bis der Federrastbolzen 18 hörbar einrastet. Zur Demontage ist der Federrastbolzen 18 mittels eines Imbusschlüssels oder einem anderen Werkzeug in der weiteren Ausnehmung 19 so weit nach unten zu drücken, dass die Demontagebewegung in 2 nach links ausgeführt werden kann. Die Führungsleiste wird dann den Haltenasen 14a entgegengesetzt verschoben, bis die Leiste heraus genommen werden kann.

10Metallband 11Kontaktelement 12Oberfläche der Stanzvorrichtung 13Führungs- und/oder Halteleiste 14Klemmelement 15erste Ausnehmung 16elastisches Element 17Bohrung 18Federrastbolzen 19weitere Ausnehmung 20Verschraubung

Anspruch[de]
  1. Stanzvorrichtung zur Bearbeitung von Bandmaterial, insbesondere für ein Metallband (10) zur Herstellung von Kontakt- oder Schaltelementen (11), mit wenigstens einer an einer Oberfläche (12) der Stanzvorrichtung lösbar befestigten Führungs- und/oder Halteleiste (13), insbesondere zur Führung des Bandmaterials vor, während oder nach der Bearbeitung desselben, dadurch gekennzeichnet, dass zur Festlegung der Führungs- und/oder Halteleiste (13) mehrere in die Oberfläche (12) der Stanzvorrichtung einsetzbare und aus dieser Oberfläche (12) hervorragende Klemmelemente (14) vorgesehen sind, die in erste Ausnehmungen (15) der Führungsleisten (13) zur Fixierung derselben eingreifen, und dass die Führungs- und/oder Halteleiste in ihrer Stellung unter der Kraft eines elastischen Elements (16) gehalten ist.
  2. Stanzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmelemente (14) in Bohrungen (17) oder Öffnungen der Oberfläche (12) der Stanzvorrichtung eingeklemmt sind.
  3. Stanzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmelemente (14) auf Anschlag eingeklebt sind.
  4. Stanzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmelemente (14) Haltenasen (14a) aufweisen, die mit entsprechenden Untergriffen (13a) der Führungsleisten (13) zusammenwirken.
  5. Stanzvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Untergriffe (13a) der Führungsleisten (13) so von der Oberseite der Führungsleiste (13) zurückgesetzt sind, dass die in den ersten Ausnehmungen (15) bei Festlegung der Führungsleiste an der Oberfläche der Stanzvorrichtung angeordneten Klemmelemente (14) bündig mit der Oberseite der Führungsleiste (13) sind oder in der Oberseite der Führungsleiste (13) versenkt sind.
  6. Stanzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element ein Federrastbolzen (18) ist, der zur Verriegelung der Führungs- und/oder Halteleiste (13) in eine weitere Ausnehmung (19) der Führungsleiste (13) eingreift, wenn die Klemmelemente (14) in die ersten Ausnehmungen (15) eingreifen.
  7. Stanzvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Ausnehmungen (15) für die Klemmelemente (14) mit der weiteren Ausnehmung (19) für den Eingriff des elastischen Elements (16) auf einer Linie liegen.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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