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Dokumentenidentifikation DE102005015528A1 05.10.2006
Titel Vorrichtung, insbesondere zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten
Anmelder Soller, Josef, 85290 Geisenfeld, DE;
Soller, Anton, 84048 Mainburg, DE
Erfinder Soller, Josef, 85290 Geisenfeld, DE;
Soller, Anton, 84048 Mainburg, DE
Vertreter Seifert, T., Dipl.-Phys.Univ., Pat.-Anw., 85107 Baar-Ebenhausen
DE-Anmeldedatum 04.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005015528
Offenlegungstag 05.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.10.2006
IPC-Hauptklasse A01G 17/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A01G 17/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 49/18(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 51/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung (37), insbesondere zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht (49) in Hopfengärten, mit einer Drahtvorratsrolle (40) und einer Drahtvorschubeinrichtung (45) soll dahingehend verbessert werden, daß hohe Vorschubgeschwindigkeiten des Drahtes (12) möglich sind.
Dazu wird vorgeschlagen, daß zwischen der Drahtvorratsrolle (40) und der Drahtvorschubeinrichtung (45) ein Drahtzwischenspeicher (1) vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung, insbesondere zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten, mit einer Drahtvorratsrolle und einer Drahtvorschubeinrichtung.

Derartige Vorrichtungen können überall dort Verwendung finden, wo ein Draht von einer Drahtvorratsrolle abgezogen und vorgeschoben wird. Wenn dabei vorliegend von einem Draht gesprochen wird, so umfaßt dies alle entsprechend vergleichbaren Produkte, die auf Vorratsrollen zur Verfügung gestellt werden können, wie etwa Kabel, Seile oder dergleichen.

In der DE 100 09 292 C2, auf die Bezug genommen wird und deren Inhalt auch zum Gegenstand der vorliegenden Anmeldung gemacht wird, ist eine Vorrichtung zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten beschrieben. Eine solche Vorrichtung ist an einem landwirtschaftlichen Fahrzeug oder dergleichen angeordnet und weist neben einer Drahtvorratsrolle eine eigentliche Befestigungseinrichtung mit einer Drahtvorschubeinrichtung, einer Wickeleinrichtung und einer Schneideeinrichtung auf, wobei der Drahtvorschub durch die Drehachse der Wickeleinrichtung verläuft und ein klappbarer Umlegebügel vorgesehen ist. Dabei ist das freie Ende des Steigdrahts am Spanndraht vorbei etwa senkrecht nach oben schiebbar und der klappbare Umlegebügel greift beim Umklappen an dem am Spanndraht vorbei nach oben geschobenen freien Ende des Steigdrahts an und legt dieses über den Spanndraht hinweg nach unten um. Mit einer solchen Vorrichtung ist ein sicheres und zuverlässiges Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten ohne hohen Personalaufwand möglich.

Zum Befestigen eines Steigdrahtes am Spanndraht wird durch die Drahtvorschubeinrichtung das Steigdrahtmaterial von der Drahtvorratsrolle abgezogen und das freie Ende am Spanndraht vorbei nach oben geführt. Mit dem klappbaren Umlegebügel erfolgt dann das Umlegen des Steigdrahtendes über den Spanndraht hinweg nach unten. Anschließend wird die Wickeleinrichtung in Betrieb gesetzt, die zum Befestigen das freie Steigdrahtende um den Steigdraht wickelt. Die Drahtvorschubeinrichtung schiebt nun die benötigte Steigdrahtlänge vor, bevor die Schneideeinrichtung den Steigdraht schließlich ablängt. Um unerwünschte Schlaufenbildungen oder dergleichen zu vermeiden wurde vorgeschlagen, das Steigdrahtmaterial nach dem Abzug von der Vorratsrolle gerade zu richten, indem zwischen Drahtvorratsrolle und eigentlicher Befestigungseinrichtung mehrere Drahtbiegerollen angeordnet sind.

Für ein rationelles Arbeiten der Vorrichtung ist eine hbohe Vorschubgeschwindigkeit des Drahtes durch die Drahtvorschubeinrichtung erforderlich. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, daß sich das Steigdrahtmaterial beim schnellen Abziehen von der Vorratsrolle verheddert, verhakt oder dergleichen und häufige Ausfälle und Stillstände der Vorrichtung auftreten. Es ist daher erforderlich, die Geschwindigkeit der Drahtvorschubeinrichtung so weit zu verringern, daß ein rationeller Einsatz der Vorrichtung nicht mehr möglich ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung anzugeben, mit der hohe Vorschubgeschwindigkeiten des Drahtes möglich sind.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Indem zwischen der Drahtvorratsrolle und der Drahtvorschubeinrichtung ein Drahtzwischenspeicher vorgesehen ist, werden hohe Vorschubgeschwindigkeiten ermöglicht, da der Draht nicht unmittelbar von der Drahtvorratsrolle mit der hohen Geschwindgkeit abgezogen wird, sondern dem Drahtzwischenspeicher entnommen werden kann. Das Auffüllen des Drahtzwischenspeichers kann dann mit einer niedrigeren Abzugsgeschwindigkeit erfolgen, bei der ein Verheddern, Verhaken oder dergleichen im Bereich der Drahtvorratsrolle ausgeschlossen ist.

Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Zur vorteilhaften Ausgestaltung des Drahtzwischenspeichers wird vorgeschlagen, daß der Drahtzwischenspeicher eine Drahtabzugseinrichtung und mindestens eine bewegliche Umlenkrolle, die gegenüber der Drahtabzugseinrichtung beweglich gelagert ist und unter einer von der Drahtabzugseinrichtung weg gerichteten Vorspannkraft steht, umfaßt. Der Draht ist dabei zwischen Drahtvorratsrolle und Drahtvorschubeinrichtung durch die Drahtabzugseinrichtung hindurch und über die bewegliche Umlenkrolle geführt. Die Drahtabzugseinrichtung zieht einen Drahtvorrat von der Drahtvorratsrolle mit geeigneter Abzugsgeschwindigkeit ab. Aufgrund der Vorspankraft bewegt sich die bewegliche Umlenkrolle von der Drahtabzugseinrichtung so weit weg, wie es der abgezogene Drahtvorrat zuläßt, wobei der Draht gespannt bleibt. Wenn der Draht mit hoher Vorschubgeschwindigkeit von der Drahtvorschubeinrichtung vorgeschoben wird, wird die bewegliche Umlenkrolle entgegen ihrer Vorspankraft in Richtung der Drahtabzugseinrichtung bewegt. Es kann daher ein Drahtvorschub mit hoher Geschwindigkeit erfolgen, ohne daß der Draht mit der hohen Geschwindigkeit von der Drahtvorratsrolle abgezogen werden muß. Der zur Verfügung stehende Drahtvorrat beträgt dabei in etwa das Doppelte des maximal möglichen Abstands zwischen Drahtabzugseinrichtung und beweglicher Umlenkrolle.

Zur Vergrößerung des Drahtzwischenspeichers wird vorgeschlagen, daß der Drahtzwischenspeicher mindestens eine weitere bewegliche Umlenkrolle und mindestens eine feste Umlenkrolle aufweist. Dabei ist es günstig, wenn die beweglichen Umlenkrollen eine gemeinsame Drehachse aufweisen.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind die bewegliche(n) Umlenkrolle(n) auf einem Schlitten angeordnet, der auf einer Schiene verschiebbar ist und unter der Vorspannkraft steht.

Die Vorspannkraft kann von der Schwerkraft und/oder einem Federelement erzeugt werden.

Gemäß weiterer Ausgestaltungen der Erfindung kann die Drahtabzugseinrichtung zwei gegenläufig angetriebene und federnd gegeneinander gedrückte Rollen aufweisen und mit einem Endschalter verbunden sein, der in Abhängigkeit von der Position der beweglichen Umlenkrolle betätigbar ist.

In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

1 einen Drahtzwischenspeicher einer Vorrichtung zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten,

2 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles II der 1,

3 einen Schnitt entlang der Linie III-III der 2 und

4 eine Vorrichtung zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten.

Der in den 1, 2 und 3 dargestellte Drahtzwischenspeicher 1 umfaßt einen Rahmen 2, der von Längsstreben 3, 4 und Querstreben 5, 6, 7 gebildet ist. Der Drahtzwischenspeicher 1 ist dabei für die Verwendung mit einer Vorrichtung zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten vorgesehen, könnte aber auch mit jeder anderen Vorrichtung Verwendung finden, bei der ein Draht, ein Kabel, ein Seil oder dergleichen von einer Vorratsrolle abgezogen wird.

Über Befestigungsflansche 8, 9, 10, 11 ist der Drahtzwischenspeicher 1 mit der Vorrichtung verbunden, wie dies weiter unten noch genauer beschrieben ist.

Ein Draht 12 wird von einer Drahtabzugseinrichtung 13 von einer Drahtvorratsrolle abgezogen. Die Drahtabzugseinrichtung 13 besteht dabei aus zwei gegenläufig angetriebenen und federnd gegeneinander gedrückten Rollen 14, 15, die an einer Strebe 16 angebracht sind und von einem Motor 17 angetrieben werden. Bei dem Motor 17 kann es sich dabei um einen Hydraulikmotor, Elektromotor oder dergleichen handeln.

Von der Drahtabzugseinrichtung 13 läuft der Draht 12 zunächst über eine erste bewegliche Umlenkrolle 18, über eine feste Umlenkrolle 19 und über eine zweite bewegliche Umlenkrolle 20, bevor der Draht 12 bei 21 zu einer in den 1 bis 3 nicht dargestellten Drahtvorschubeinrichtung geführt wird.

Die feste Umlenkrolle 19 ist um eine Achse 22 drehbar mit Lagern 23 an den Längsstreben 3, 4 des Rahmens 2 fest angebracht.

Die beiden beweglichen Umlenkrollen 18, 20 sind um eine gemeinsame Drehachse 24 drehbar, deren Lager 25 auf einem beweglichen Schlitten 26 angebracht ist. Der Schlitten 26 ist mit Führungsrollen 27 versehen und auf einer profilierten Schiene 28 in Richtung des Doppelpfeiles 29 verschiebbar. Die Schiene 28 ist dabei mit dem Rahmen 2 fest verbunden. Die beweglichen Umlenkrollen 18, 20 sind somit gegenüber der Drahtabzugseinrichtung 13 beweglich gelagert.

Da die Längsstreben 3, 4 im Betrieb des Drahtzwischenspeichers 1 nach dem vorliegenden Ausführungsbeispiel im wesentlichen senkrecht stehen, wird der Schlitten 26 von der Schwerkraft nach unten gezogen. Die beiden beweglichen Umlenkrollen 18, 20 stehen daher unter einer von der Drahtabzugseinrichtung 13 weg gerichteten Vorspannkraft.

Ergänzend oder alternativ zur Bildung der Vorspannkraft durch die Schwerkraft kann ein lediglich angedeutetes Federelement 30 vorgesehen werden. Das eine Ende des Federelements 30 ist dazu über eine Strebe 31 mit dem Schlitten 26 verbunden und das andere Ende über eine Strebe 32 mit dem Rahmen 2. Die Federkraft des Federelements 30 gewährleistet damit die von der Drahtabzugseinrichtung 13 weg gerichtete Vorspannkraft, selbst wenn der Drahtzwischenspeicher nicht im wesentlichen senkrecht, sondern waggerecht angeordnet werden sollte.

Die Drahtabzugseinrichtung 13 bzw. deren Motor 17 ist mit einem Endschalter 33 verbunden, der in der Nähe des Endes 34 der Schiene 28 angeordnet ist. Zur Betätigung des Schaltelements 35 ist an dem Schlitten 26 ein Betätigungselement 36 vorgesehen.

Wenn der Schlitten 26 und damit die beweglichen Umlenkrollen 18, 20 sich dem Ende 34 der Schiene 28 nähern, betätigt das Betätigungselement 36 das Schaltelement 35 des Endschalters 33 und die Drahtabzugseinrichtung 13 bzw. deren Motor 17 wird vorübergehend abgeschaltet. Damit wird verhindert, daß zu viel Drahtvorrat von der Drahtvorratsrolle abgezogen wird. Wird der Draht 12 von der Drahtvorschubeinrichtung vorgeschoben, bewegt sich der Schlitten 26 wieder von dem Endschalter 33 weg, so daß die Drahtabzugseinrichtugn 13 bzw. deren Motor 17 wieder zu arbeiten beginnt, so daß ein ausreichender Drahtvorrat in dem Drahtzwischenspeicher 1 zur Verfügung steht.

Anstelle der beiden beweglichen Umlenkrollen 18, 20 könnte auch lediglich eine einzige bewegliche Umlenkrolle 18 vorgesehen sein. In diesem Fall würde der Draht 12 von der beweglichen Umlenkrolle 18 unmittelbar zu der Stelle 21 und der Drahtvorschubeinrichtung geführt. Auf der anderen Seite könnten auch noch weitere bewegliche und feste Umlenkrollen verwendet werden. Durch die Anzahl der festen und beweglichen Umlenkrollen und durch die Länge der Schiene 28 läßt sich die Länge des zur Verfügung stehenden Drahtvorrats anpassen.

In der 4 ist eine Vorrichtung 37 zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten dargestellt, die mit dem Drahtzwischenspeicher 1 der 1 bis 3 ausgestattet ist.

Die Vorrichtung 37 umfaßt ein lediglich angedeutetes landwirtschaftliches Fahrzeug 38 oder dergleichen. An dem landwirtschaftlichen Fahrzeug 38 ist eine Plattform 39 angebracht, auf der sich eine Drahtvorratsrolle 40 befindet.

An der Plattform 39 ist über ein Gestänge 41 eine Umlenkrolle 42 angebracht. Über die Umlenkrolle 42 wird der Draht 12 von der Drahtvorratsrolle 40 zu der Drahtabzugseinrichtung 13 des Drahtzwischenspeichers 1 geführt.

Der Drahtzwischenspeicher 1 ist über die Befestigungsflansche 8, 9, 10, 11 mit einer an dem landwirtschaftlichen Fahrzeug 38 angebrachten Halterung 43 verbunden. An der Halterung 43 ist auch eine eigentliche Befestigungseinrichtung 44 zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht in Hopfengärten angebracht. Die eigentliche Befestigungseinrichtung 44 und deren Funktion sind ausführlich in der DE 100 09 292 C2 beschrieben, deren Inhalt auch zum Gegenstand der vorliegenden Anmeldung gemacht wird.

Von dem Drahtzwischenspeicher 1 läuft der Draht 12 bei 21 zu der Drahtvorschubeinrichtung 45 der eigentlichen Befestigungseinrichtung 44.

Die eigentliche Befestigungseinrichtung 44 ist an der Halterung 43 um die Achse 46 entgegen der durch den Pfeil 47 angedeuteten Fahrtrichtung klappbar. Zur Bewegung der eigentlichen Befestigungseinrichtung 44 ist ein angedeutetes Hydraulikelement 48 vorgesehen, das, wie die übrigen Antriebs- und Bewegungsmittel der Vorrichtung 37 auch, mit einer nicht dargestellten Steuereinheit verbunden ist.

An der Halterung 43 kann eine nicht dargestellte Nachführeinrichtung mit einer Querseilführung angeordnet sein, die zur Steuerung der Nachführung an dem Spanndraht 49 dient. Die Halterung 43 kann auch durch ein nicht dargestelltes Teleskopelement höhenverstellbar und um eine Achse seitlich schwenkbar befestigt sein, wobei die Bewegung wieder durch Hydraulikelemente erfolgt. Mit dem landwirtschaftlichen Fahrzeug 38 wird die Vorrichtung an den Spanndrähten 49 entlang durch einen Hopfengarten bewegt. An dem landwirtschaftlichen Fahrzeug 38 oder dergleichen kann ein nicht dargestelltes, mit einer Wegmeßeinrichtung versehenes und mit der Steuereinheit verbundenes Laufrad angeordnet sein, mit dem die Steuereinheit den entlang dem Spanndraht zurückgelegten Weg und damit die Abstände zwischen den einzelnen zu befestigenden Steigdrähten bestimmt.

Statt der genannten Hydraulikelemente können selbstverständlich auch beliebige andere Antriebsmittel Verwendung finden.

Die eigentliche Befestigungseinrichtung 44 weist eine Drahtvorschubeinrichtung 45 auf, die aus zwei gegenläufig angetriebenen und federnd gegeneinandergedrückten Rollen 50, 51 besteht, von denen die eine Rolle 50 mit einer mit der Steuereinheit verbundenen Meßeinrichtung für die abgezogene bzw. vorgeschobene Länge des Steigdrahtes 12 ausgestattet ist, wobei die Messung beispielsweise durch Impulszählung einer Lichtschranke erfolgt.

Der Draht 12 wird bei im wesentlichen senkrecht stehender eigentlicher Befestigungseinrichtung 44 von der Drahtvorschubeinrichtung 45 aus dem Drahtzwischenspeicher 1 heraus vorgeschoben und durch einen Führungstrichter, durch eine Bohrung in der Grundplatte 52 und durch eine in der Drehachse der Wickeleinrichtung 53 vorgesehene Bohrung am Spanndraht 49 vorbei nach oben geschoben. Die Wickeleinrichtung 53 besteht dabei aus einem mit dem Führungstrichter drehfest verbundenen drehbaren Teil, an dem ein Mitnehmer 54 mit Fänger angeordnet ist. Das drehbare Teil wird beispielsweise von einem – nicht dargestellten – Hydraulikmotor angetrieben, an dessen Ausgangswelle ein Kegelrad sitzt, das mit einem nicht dargestellten, an der Unterseite des drehbaren Teiles vorgesehenen kegeligen Zahnrad kämmt. Denkbar ist hier auch die Verwendung eines Elektromotors oder dergleichen.

Oberhalb der Wickeleinrichtung 53 ist eine mit einer Abscherkante versehene und hydraulisch betätigbare Schubstange angeordnet. Daneben ist auf der Grundplatte 52 ein klappbarer Umlegebügel 55 vorgesehen.

Der Ablauf des Befestigungsvorgangs wird im folgenden kurz beschrieben.

Zunächst befindet sich das freie Ende des Steigdrahtes 12 nach dem letzten Befestigungsvorgang noch im Inneren des drehbaren Teiles und wird von der Drahtvorschubeinrichtung 45 bei im wesentlichen senkrecht stehender eigentlicher Befestigungseinrichtung 44 am Spanndraht 49 vorbei nach oben geführt. Sobald die für die Befestigung erforderliche Steigdrahtlänge nach oben steht, endet der Drahtvorschub und der klappbare Umlegebügel 55 legt den Steigdraht 12 über den Spanndraht 49 hinweg nach unten um. Der Umlegebügel 55 ist dabei so geformt, daß er das freie Ende des Steigdrahtes 12 über den Spanndraht 49 hinweg nach unten umlegen kann, und weist beispielsweise einen den Steigdraht 12 führenden Quersteg 56 auf.

Der drehbare Teil der Wickeleinrichtung 53 wird nun in Bewegung gesetzt, wobei der in einen Fänger übergehende Mitnehmer 54 das freie Ende des Steigdrahtes 12 greift und es während der Drehbewegung des drehbaren Teiles mitführt, so daß das freie Ende des Steigdrahtes 12 um den Steigdraht 12 gewickelt wird. Wenn der Steigdraht 12 an dem Spanndraht 49 sicher befestigt ist, wird die Drehbewegung des drehbaren Teiles beendet und der Umlegebügel 55 schwenkt dann wieder in seine Ausgangsposition zurück.

Nun wird die eigentliche Befestigungseinrichtung 44, wie in 4 dargestellt, entgegen der Fahrtrichtung um einen Winkel von etwa 45 ° geklappt und die Drahtvorschubeinrichtung 45 wieder in Betrieb gesetzt. Alternativ ist es auch möglich, die eigentliche Befestigungseinrichtung 44 quer zur Fahrtrichtung zu klappen.

Da die Vorrichtung 37 während des gesamten Befestigungsvorganges von dem landwirtschaftlichen Fahrzeug 38 an dem Spanndraht 49 entlang bewegt wird, kann der vorgeschobene Steigdraht 12 nach hinten herabhängen, ohne sich am Spanndraht zu verfangen oder Schlaufen zu bilden. Die Meßeinrichtung der Drahtvorschubeinrichtung 45 registriert dabei die Länge des vorgeschobenen Steigdrahtes 12. Ist die entsprechend der Höhe des Spanndrahtes 49 erforderliche Länge des Steigdrahtes 12 erreicht, wird der Drahtvorschub beendet und der Steigdraht 12 mit der Schubstange oberhalb der Wickeleinrichtung 53 abgeschert. Die eigentliche Befestigungseinrichtung 44 wird anschließend wieder senkrecht gestellt und befindet sich wieder in der Ausgangslage für die Befestigung.

Aufgrund des Drahtzwischenspeichers 1, in dem vorzugsweise in etwa die zweifache Länge für einen Steigdraht vorgehalten wird, kann der Drahtvorschub von der Drahtvorschubeinrichtung 45 so schnell erfolgen, daß ein rationeller Einsatz der Vorrichtung 37 möglich ist, ohne daß Ausfälle oder Stillstände durch Verheddern oder Verhaken des Drahtes 12 zu befürchten sind. Beim schnellen Vorschieben durch die Drahtvorschubeinrichtung 45 bewegen sich die beweglichen Umlenkrollen 18, 20 entgegen der Schwerkraft und der Federkraft des Federelements 30 nach oben. Gleichzeitig wird durch die Drahtabzugseinrichtung 13 ständig Draht 12 von der Drahtvorratsrolle 40 in geeigneter Geschwindigkeit abgezogen, um den Drahtzwischenspeicher wieder aufzufüllen, bis der Endschalter 33 betätigt wird.

Mit dem an dem landwirtschaftlichen Fahrzeug 38 angeordneten Laufrad wird der zurückgelegte Weg gemessen und nach Erreichen des gewünschten Steigdrahtabstandes von der Steuereinheit der nächste Befestigungsvorgang gestartet. Aufgrund des zeitlichen Abstands zwischen den einzelnen Befestigungsvorgängen ist sichergestellt, daß der Drahtzwischenspeicher 1 zu Beginn jeden Befestigungsvorgangs ausreichend gefüllt ist und die erforderliche Steigdrahtlänge zur Verfügung steht.

Da das landwirtschaftliche Fahrzeug 38 die Vorrichtung 37 in dem Hopfengarten oft auf unebenem Gelände bewegt und auch Unterschiede in der Höhe des Spanndrahtes 49 auftreten können, ist es empfehlenswert, die Vorrichtung 37 mit einer Höhen- und Seitenverstellung und einer Nachführeinrichtung auszustatten. Damit ist während der Fahrt durch den Hopfengarten gewährleistet, daß der Spanndraht 49 relativ zu der eigentlichen Befestigungseinrichtung 44 eine weitgehend gleiche Lage aufweist.

Da in einem Hopfengarten entlang der Spanndrähte 49 auch zahlreiche, die Spanndrähte 49 tragende Querseile vorkommen, an denen die Vorrichtung sich keinesfalls verfangen darf, ist es darüber hinaus ratsam, eine Querseilführung vorzusehen.

Die gesamte Vorrichtung 37 kann von einer einzigen, das landwirtschaftliche Fahrzeug 38 durch den Hopfengarten steuernden Person bedient werden. Dabei läuft der Befestigungsvorgang durch die Steuereinheit weitgehend vollautomatisch ab. Lediglich am Anfang und Ende eines Spanndrahtes 49 beim Wechsel der Bifangreihen kann ein manueller Eingriff in die Steuerung erforderlich sein, wobei auch hier eine automatisch gesteuerte Lösung denkbar ist.

Anstelle der beschriebenen eigentlichen Befestigungseinrichtung 44 können auch andere Befestigunsgeinrichtungen verwendet werden, bei denen der Draht 12 durch eine Drahtvorschubeinrichtung 45 vorgeschoben wird.

1
Drahtzwischenspeicher
2
Rahmen
3, 4
Längsstreben
5, 6, 7
Querstreben
8, 9, 10, 11
Befestigungsflansche
12
Draht
13
Drahtabzugseinrichtung
14, 15
Rollen
16
Strebe
17
Motor
18
erste bewegliche Umlenkrolle
19
feste Umlenkrolle
20
zweite bewegliche Umlenkrolle
21
zur Drahtvorschubeinrichtung
22
Achse von 19
23
Lager
24
Drehachse
25
Lager
26
Schlitten
27
Führungsrollen
28
Schiene
29
Doppelpfeil
30
Federelement
31, 32
Streben
33
Endschalter
34
Ende von 28
35
Schaltelement
36
Betätigungselement
37
Vorrichtung
38
landwirtschaftliches Fahrzeug
39
Plattform
40
Drahtvorratsrolle
41
Gestänge
42
Umlenkrolle
43
Halterung
44
eigentliche Befestigungseinrichtung
45
Drahtvorschubeinrichtung
46
Achse
47
Pfeil
48
Hydraulikelement
49
Spanndraht
50, 51
Rollen
52
Grundplatte
53
Wickeleinrichtung
54
Mitnehmer
55
Umlegebügel
56
Quersteg


Anspruch[de]
Vorrichtung (37), insbesondere zum Befestigen von Steigdrähten am Spanndraht (49) in Hopfengärten, mit einer Drahtvorratsrolle (40) und einer Drahtvorschubeinrichtung (45), dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Drahtvorratsrolle (40) und der Drahtvorschubeinrichtung (45) ein Drahtzwischenspeicher (1) vorgesehen ist. Vorrichtung (37) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Drahtzwischenspeicher (1) eine Drahtabzugseinrichtung (13) und mindestens eine bewegliche Umlenkrolle (18), die gegenüber der Drahtabzugseinrichtung (13) beweglich gelagert ist und unter einer von der Drahtabzugseinrichtung (13) weg gerichteten Vorspannkraft steht, umfaßt. Vorrichtung (37) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drahtzwischenspeicher (1) mindestens eine weitere bewegliche Umlenkrolle (20) und mindestens eine feste Umlenkrolle (19) aufweist. Vorrichtung (37) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beweglichen Umlenkrollen (18, 20) eine gemeinsame Drehachse (24) aufweisen. Vorrichtung (37) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche(n) Umlenkrolle(n) (18, 20) auf einem Schlitten (26) angeordnet sind, der auf einer Schiene (28) verschiebbar ist und unter der Vorspannkraft steht. Vorrichtung (37) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspannkraft von der Schwerkraft und/oder einem Federelement (30) erzeugt wird. Vorrichtung (37) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtabzugseinrichtung (13) zwei gegenläufig angetriebene und federnd gegeneinander gedrückte Rollen (14, 15) aufweist. Vorrichtung (37) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Drahtabzugseinrichtung (13) mit einem Endschalter (33) verbunden ist, der in Abhängigkeit von der Position der beweglichen Umlenkrolle(n) (18, 20) betätigbar ist.






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