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Dokumentenidentifikation DE102004009464B4 12.10.2006
Titel Montagehilfe für ein an eine Lippendichtung anzusetzendes Bauteil
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Bürklen, Heinz, 72218 Wildberg, DE;
Schneider, Hermann, 71134 Aidlingen, DE
DE-Anmeldedatum 27.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004009464
Offenlegungstag 15.09.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2006
IPC-Hauptklasse B23P 19/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B62D 65/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Montagehilfe für ein an eine Lippendichtung eines ersten Bauteils anzusetzendes zweites Bauteil nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Die Montagehilfe bezieht sich auf Einbausituationen, bei denen die gestreckte Lippe der Lippendichtung beim Anlegen eines Bauteiles sich nur dann in die gebogene Dichtfunktionslage verlagern kann, wenn das anzusetzende Bauteil in einer von der angesetzten Endlage abweichenden, das heißt geschwenkten Lage angesetzt wird. Dies liegt daran, dass die gestreckte Lippe nur auf diese Weise beim Ansetzen des Bauteils von diesem derart erfasst wird, dass sie sich in die Dichtfunktion in gebogener Form verlagern kann.

Die vorstehende Problematik tritt beispielsweise bei der Montage einer fahrzeugseitig im Dachbereich anzubringenden Blende auf. Dabei handelt es sich um eine streifenförmige Blende, die sich vom Bereich der Windschutzscheibe bis an die Heckscheibe erstreckt, wobei die kritische Lippendichtung zwischen der Heckscheibe und der Blende an der Heckscheibe befestigt vorgesehen ist. Gerade bei diesem Anwendungsfall bereitet es dem Montagepersonal erhebliche Schwierigkeiten, die Blende derart bei der Montage zu schwenken, dass die erforderliche Verlagerung der Dichtlippe möglich ist. Bei der Montage einer derartigen Blende wird diese Blende zunächst an die Lippendichtung der Heckscheibe angesetzt und anschließend über Befestigungsmittel an der Karosserie in üblicher Weise befestigt.

Aus der DE 196 16 674 C2 sind ein Verfahren zur Montage eines biegeschlaffen länglichen Konstruktionselementes und ein Werkzeug zur Durchführung des Verfahrens bekannt. Als längliches Konstruktionselement ist dabei ein Dichtprofil vorgesehen, das auf einen Schweißflansch eines Karosserierahmens in Schalenbauweise aufgesteckt werden kann, der an eine Heckklappenöffnung angrenzt. Vom als Hohlkammerprofil ausgebildeten Dichtprofil ragt seitlich eine Dichtlippe ab, die zunächst seitlich am Befestigungsschenkel des Dichtprofils anliegt. Um mittels der Dichtlippe einen angrenzenden Spalt zu einer den Karosserierahmen teilweise überdeckenden Blende schließen zu können und dabei einen Dichtabschluss sicherzustellen, wird die Dichtlippe mittels eines rotierenden Montagefingers nach oben gedrückt und legt sich nach dem Passieren desselben auf einem benachbarten Randstreifen der Blende dichtend an. Aufgrund des rotierenden Montagefingers kann die Dichtlippe dabei relativ in ihre überlappende Dichtstellung zum Randstreifen der Blende überführt werden. Das Montageverfahren ist insgesamt jedoch recht umständlich und zudem ist bei der Montage ein Zusatzwerkzeug als Montagehilfe erforderlich.

Aus der DE 43 21 710 A1 ist ein Verfahren zum Verbinden von zwei leistenartigen Teilen mittels einer Einknöpfverbindung bekannt. Hierbei lässt sich ein kederartig verdickter Befestigungsschenkel einer Dichtlippe der Länge nach in eine korrespondierende Nut eines Rahmenprofils hineinziehen, wozu ein schnurartiges Zugmittel in den Befestigungsschenkel integriert ist. Das Zugmittel endet in einer Schlaufe, die aus dem Stirnende des Befestigungsschenkels heraussteht. Diese bekannte Verbindungstechnik setzt somit voraus, dass die Stirnseiten des Rahmenprofils beim Einziehen der Dichtlippe zugänglich angeordnet sind. Ferner muss ausreichend Platz zum Einhaken eines Zugwerkzeugs in die Schlaufe des Zugmittels und zum anschließenden Ziehen an der Schnur mit dem Zugwerkzeug vorhanden sein. Solche Einbaubedingungen können jedoch nicht bei allen Konstruktionen geschaffen werden.

Aus der US 5 036 571 A schließlich ist ein Verfahren zum Verbinden von zwei leistenartigen Teilen bekannt. Die Teile sind über Rastmittel miteinander zu verbinden, wobei seitlich von der Oberleiste abstehende Rasthaken umgreifend mit korrespondierenden Randzonen der Unterleiste zusammenwirken. Um die Teile problemlos durch die Rastmittel miteinander verbinden oder voneinander lösen zu können, ist in die Oberleiste ein höckerförmiger Querschnittsbereich integriert. Durch Druckbeaufschlagung dieses Querschnittsbereichs wird die Oberleiste im Sinne von deren Verbreiterung aufgespreizt. Dieser Effekt wird genutzt, um die Oberleiste über einen Schraubenvorschub in einem Aufnahmeteil zu verspannen, wonach die Rasthaken einen die Breite der Unterleiste überschreitende Abstand voneinander aufweisen. Somit kann die Oberleiste mittels des von einem Aufnahmeteil gebildeten Hilfswerkzeugs problemlos im ausgerasteten Zustand von der Unterleiste abgenommen oder auf diese aufgesetzt und durch weiteres Herausdrehen der Schraube in die verrastete Stellung mit der Unterleiste gebracht werden. Aufgrund des Platzbedarfs des Aufnahmeteils ist ein problemloses Verrasten und Lösen der Oberleiste aber nur möglich, die Unterleiste erhaben angeordnet ist. Das Prinzip lässt sich somit nicht ohne weiteres bei flächenbündig in die Umgebung einzufügenden Leisten anwenden.

Die Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, eine praktische, das heißt einfach zu handhabende sowie gleichzeitig preisgünstige gattungsgemäße Montagehilfe zu schaffen.

Gelöst wird dieses Problem mit einer gattungsgemäßen Montagehilfe nach den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

Vorteilhafte und zweckmäßige Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, ein Verlagerungshilfsmittel an einem an ein mit einer Lippendichtung versehenes Bauteil anzusetzendes Bauteil derart vorzusehen, dass das anzusetzende Bauteil auf einfache und unkomplizierte Weise unter Verlagerung einer in der Lippendichtung gestreckten Dichtlippe in deren gebogene Dichtfunktion angesetzt werden kann. Dabei ist das Verlagerungshilfsmittel direkt an dem anzusetzenden Bauteil bleibend angebracht oder angeformt. Das Verlagerungshilfsmittel ist lediglich in einem solchen Längenbereich der Lippendichtung vorgesehen, in dem ein solches Hilfsmittel für ein Verlagern der gestreckten Dichtlippe in deren gebogene Funktionsform tatsächlich unbedingt notwendig ist. Soweit die Dichtlippe in einem längenmäßigen Randbereich im Wesentlichen bereits bei noch nicht angesetztem Bauteil die gebogene Dichtfunktionsform besitzt, ist an dem anzusetzenden Bauteil in diesem Bereich kein Verlagerungshilfsmittel vorzusehen, das heißt dieser Bereich kann an dem anzusetzenden Bauteil ohne ein solches Hilfsmittel verbleiben.

Vorteilhafte, nachstehend noch näher erläuterte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt.

In dieser zeigen:

1 eine Draufsicht auf über eine Lippendichtung aneinanderliegende zwei Bauteile,

2 einen Schnitt durch einen aneinanderliegenden Bereich der beiden Bauteile nach Linie II-II in 1,

3 einen Schnitt wie in 2 mit einer alternativen Ausführung des Verlagerungshilfsmittels an einem anzusetzenden Bauteil.

1 zeigt einen Ausschnitt einer Draufsicht auf einen hinteren Dachbereich eines Personenkraftfahrzeuges. In diesem Bereich liegt am Übergang zwischen Fahrzeugdach und Fahrzeugseitenbereich eine streifenförmige Blende 1 als zweites Bauteil über eine Lippendichtung 2 an einer Heckscheibe 3 als erstem Bauteil an. Zum Dachzentrum hin schließt sich an die Blende 1 ein eingesetztes Dachteil 4 an, das gegenüber der Heckscheibe 3 ebenfalls mit der Lippendichtung 2 gedichtet ist.

Die Form der Lippendichtung 2 in Wirk- und Nichtwirkfunktion zeigt 2. Die Lage der Dichtlippe 5 in ungebogenem, gestrecktem Ausgangszustand ist in dieser Figur in gestrichelter Linie angedeutet. Die Wirkstellung, in der die Dichtlippe 5 eine gebogene Form aufweist, ist in durchgezogener Linie gezeichnet.

An eine an die Blende 1 als zweites Bauteil, das an die Heckscheibe 3 als erstes Bauteil über die Lippendichtung 2 anzusetzen ist, ist ein Verlagerungshilfsmittel 6 in der Form eines Kunststoffteiles angefügt. Die Form und Anordnung dieses Verlagerungshilfsmittels ist derart, dass die Blende 1 praktisch parallel zu dem Karosseriebereich, auf den sie insgesamt aufzubringen ist, aufgeschoben werden kann und zwar unter dem Gesichtspunkt, dass die Vorderkante des Verlagerungshilfsmittels 6 bei einer solchen Art eines Ansetzens der Blende 1 unter die Dichtlippe 5 greift und diese in deren gebogene Wirkform verlagern kann.

Wie der 1 entnommen werden kann, ragt das Verlagerungshilfsmittel 6 über dessen Länge unterschiedlich weit von dem anzusetzenden Bauteil, nämlich der Blende 1, nach außen ab. Der Grund hierfür ist, dass ein Verlagern der Dichtlippe 5 hauptsächlich lediglich in demjenigen Bereich erforderlich ist, in dem diese beim Ansetzen der Blende 1 besonders stark nach unten hängt, das heißt gestreckt und ungebogen ist. In Bereichen, in denen die Dichtlippe 5 in der Ausgangslage durch ihre Einbausituation an der Heckscheibe 3 bereits schon eine wesentliche Krümmung in Richtung ihrer gebogenen Wirkform aufweist, muss das Verlagerungshilfsmittel 6 nur noch äußerst geringfügig über die Blende 1 überstehen. Aus dem aus der 1 ersichtlichen Überstand des Verlagerungshilfsmittels 6 über den Rand der Blende 1 lässt sich erkennen, in welchen Längenbereichen die Lippendichtung 2 besonders montagefreundlich bzw. unfreundlich vorliegt.

Bei der Ausführung nach 3 ist das Verlagerungshilfsmittel 6 direkt aus dem Material der Blende 1 ausgeformt.

Mit dem erfindungsgemäßen Verlagerungshilfsmittel kann die Blende 1, die sich längenmäßig bis in den Windschutzbereich des Fahrzeuges erstreckt, praktisch durch eine Parallelverschiebung längs der Karosserie an die Heckscheibe 3 derart angesetzt werden, dass die Dichtlippe 5 der Lippendichtung 2 automatisch ihre gewünschte Wirkfunktionsform absolut sicher annehmen kann.


Anspruch[de]
Montagehilfe für ein an eine Lippendichtung (2) eines ersten Bauteiles (3) anzusetzendes zweites Bauteil (1) mit einer Lippendichtung (2) des ersten Bauteiles (3), deren gegenüber dem zweiten Bauteil (1) dichtende Dichtlippe (5) beim Ansetzen des zweiten Bauteiles (1) aus einer gestreckten Ausgangs- in eine gebogene Wirkform verlagert werden muss, wobei das vollständige Ansetzen des zweiten Bauteiles (1) an die Lippendichtung (2) durch ein Längsverschieben entlang der Lippendichtung (2) ausgehend von einem Ende dieser Lippendichtung (2) erfolgt,

gekennzeichnet durch die Merkmale,

– an dem anzusetzenden zweiten Bauteil (1) ist ein ausschließlich zum erforderlichen Verlagern der Dichtlippe (5) der Lippendichtung (2) aus der gestreckten Ausgangs- in die gebogene Wirkform dienendes Verlagerungs-Hilfsmittel (6) bleibend angesetzt oder angeformt,

– das Verlagerungs-Hilfsmittel (6) ist nur auf einer Teillänge der zwischen erstem und zweitem Bauteil (3, 1) liegenden Lippendichtung (2) vorgesehen, innerhalb der das zweite Bauteil (1) zu Beginn des Montagevorganges an die Lippendichtung (2) angesetzt wird.
Montagehilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bauteil (3) eine Heckscheibe eines Personenwagens und das zweite Bauteil (1) eine fahrzeugseitige, auf die Fahrzeugkarosserie aufgesetzte, sich von der Heckscheibe (3) bis in den Bereich der Windschutzscheibe des Fahrzeuges erstreckende, streifenförmige Blende ist.






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