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Dokumentenidentifikation DE102004054527B4 12.10.2006
Titel Verfahren zur Herstellung einer von einer Isolierung freizuhaltenden Stelle eines isolierten Leiters und Trennmittel
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Atanasova-Höhlein, Ivanka, 90762 Fürth, DE;
Düllberg, Ulrich, 69493 Hirschberg, DE;
Heinzig, Peter, 90530 Wendelstein, DE;
Kokotowski, Bogdan, 90522 Oberasbach, DE;
Unterlugauer, Konrad, 91186 Büchenbach, DE
DE-Anmeldedatum 05.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004054527
Offenlegungstag 18.05.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2006
IPC-Hauptklasse H01B 7/38(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H01R 12/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   H01B 13/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   H02K 3/30(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   H02G 1/12(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines mit einer Isolierung versehenen elektrischen Leiters mit mindestens einer von der Isolierung freizuhaltenden Stelle, wobei der Leiter einschließlich der freizuhaltenden Stellen anfangs mit einem flüssigen, elektrisch-nichtleitenden Verbindungsmittel, insbesondere ein Epoxydharz, umgeben ist und das flüssige, elektrisch-nichtleitende Verbindungsmittel nach seiner Verfestigung die Isolierung bildet. Weiterhin betrifft die Erfindung ein flüssiges Zusatzmittel für ein zur elektrischen Isolierung von Leitern und/oder zum Verbinden von Einzelleitern zu einem Leiter dienendes Verbindungsmittel, insbesondere Epoxydharz, zur selektiven und räumlich definierten Verhinderung der Verbindungswirkung des Verbindungsmittels auf den Leiter.

Bei der Herstellung von elektrischen Maschinen mit Wicklungsanordnungen, insbesondere Transformatoren im Hochspannungsbereich, müssen bei der Konfiguration und Herstellung der Wicklungsanordnungen die elektrischen und wärmepysikalischen Bedingungen während des Betriebes der elektrischen Maschinen mit berücksichtigt werden. Aus diesem Grunde bieten sich Gießharztransformatoren aufgrund der guten Wärmeleitfähigkeit des ausgehärteten Gießharzes zur Verwendung in den unterschiedlichen industriellen und klimatischen Bedingungen an. Weiterhin werden zur Herstellung dieser Wicklungsanordnungen sehr häufig so genannte Drillleiter verwendet, die aus mehreren gestapelten, sich miteinander kreuzenden Einzelleitern bestehen, wobei die Einzelleiter gegeneinander zusätzlich elektrisch isoliert sind. Zur Stabilisierung der Einzelleiter werden diese miteinander verklebt, z.B. mit Epoxydharz, und gewährleisten in Verbindung mit dem stapelweisen, gekreuzten Aufbau der Einzelleiter eine hohe Formstabilität des Leiters. Gleichzeitig eröffnet Epoxydharz bei Drilleitern die Möglichkeit, zwischen den Einzelleitern aufgrund seiner elektrischen Eigenschaften nach der Aushärtung eine ausreichende elektrische Isolierschicht zwischen den Einzelleitern zu bilden. Die Verwendung von aus mehreren Einzelleitern bestehenden Drillleitern für die Wicklungsanordnung einer elektrischen Maschine ist daher vorteilhaft, da der Aufbau der Drillleiter die Streufeldverluste während des Betriebs des Transformators wesentlich reduziert.

So beschreibt z. B. die DE 34 19 336 A1 ein Verfahren zur Herstellung von Drillleitern für elektrische Maschinen, wobei während des Verdrillens der Einzelleiter zu einem einzigen Leiter eine pastöse Masse auf den Leiter aufgebracht wird und diese sich in die Zwischenräume zwischen die Einzelleiter ausbreitet, so dass nach der Trocknung und damit Aushärtung der pastösen Masse eine stabile Verbindung zwischen den Einzelleitern einerseits existiert und andererseits die Einzelleiter gegeneinander elektrisch isoliert sind. Die dabei verwendeten Epoxydharze werden zumeist durch zusätzliche chemische Komponenten oder feste Füllstoffe angereichert, um somit die Verbindungs- und/oder Isoliereigenschaften des Epoxydharzes zwischen den Einzelleiter zu erhöhen. Beispielhaft beschreibt die DE 102 24 587 A1 eine Vergussmasse, die aus einer Grundkomponente und wenigstens zwei Zusatzstoffen besteht, wobei es sich bei den Zusatzstoffen um Quarzgutmehl als ersten Zusatzstoff handelt. Als zweiten Zusatzstoff werden kurzfasrige Glasfasermaterialien und/oder mineralischen Fasern oder Quarzmehl verwendet.

Die DE 868 015 C offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines mit einer Isolierung versehene elektrischen Leiters mit mindestens einer von der Isolierung frei zu haltenden Stelle, wobei zur Entfernung der Isolation an der frei zuhaltenden Stelle mittels organischer Sulfonsäure die Isolierung der frei zuhaltenden Stelle chemisch verändert und anschließend abgebrannt wird.

Des Weiteren offenbart die Druckschrift DE 24 29 642 A1 ein Verfahren zum Abisolieren von Flachleiter-Bandleitungen, wobei durch die Steuerung des Sprühwerkes ortsabhängig ein flüssiges Trennmittel zwischen zwei Isolierfolien gesprüht wird.

Des Weiteren offenbart das Wirtschaftspatent DD 272 745 A1 ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abisolieren von Kabelenden, in dem das Isoliermantelstück oberhalb der frei zu haltenden Stelle durch Unterkühlung versprödet und anschließend durch Schlag-, Druck- oder Walzkräfte zerstört wird.

Ebenfalls offenbart die DE 100 23 208 A1 ein Verfahren zum Aufbringen der Hauptisolierung von Leiterstäben, wobei die Leiterstäbe einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Im dort genannten Verfahren wird der Leiterstab in einer Spritzgussform zentriert und der zwischen Leiterstab und Spritzgussform bestehende Hohlraum mit einem Elastomer ausgefüllt, der anschließend die Hauptisolierung bildet.

Die DE 284 569 A1 offenbart Blendpoymere zur Herstellung von Formenkörpern.

Nachteilig bei allen bisherigen Verfahren im Stand der Technik ist jedoch, dass nach der Aushärtung des Epoxydharzes – und damit der Formversteifung des Leiters – bestimmte Teile der Wicklungsanordnungen nicht mehr gebogen werden können. Eine nach dem Aushärten des Gießharzes notwendige Formveränderung der Wicklungsanordnung bzw. von bestimmten Stellen des Leiters der Wicklungsanordnung ist gemäß dem Stand der Technik nicht mehr möglich. Weiterhin verhindert das zwischen den Einzelleitern ausgehärtete Epoxydharz als Isolator ebenfalls die Möglichkeit eine elektrische Kontaktierung zwischen den Einzelleitern für bestimmte Stelle der Wicklungsanordnungen bzw. der verwendeten Leiter, welche nur nach der Aushärtung des Epoxydharzes wieder durch ein aufwendiges Entfernen des ausgehärteten, isolierenden Verbindungsmittels von dem Leiter hergestellt werden kann. Insbesondere die Herstellung einer Anschlusskontaktierung der elektrischen Maschine mit den äußeren elektrischen Versorgungsspannungsleitungen erfordert eine vollständige Kontaktierung aller Einzelleiter mit dem äußeren Versorgungsanschluss. Dies erfolgt bisher nur mit einem hohen Aufwand entsprechend dem Stand der Technik.

Gemäß dem Stand der Technik werden vor der Aufbringung des Epoxydharzes auf einen Drillleiter im Bereich der Anschlusskontakte die Einzelleiter entflechtet und diese voneinander separiert. Nach der Aufbringung und der anschließenden Aushärtung des Epoxydharzes auf den Leiter der Wicklungsanordnung werden die Einzelleiter im Bereich der Anschlusskontakte wieder miteinander verdrillt und manuell verflochten. Diese Arbeiten können jedoch nur mit hohem Aufwand von Hand vorgenommen werden und führen zuweilen zu einer nicht immer reproduzierbaren elektrischen Kontaktierung der so hergestellten Leiter.

Weiterhin ist es entsprechend dem Stand der Technik bekannt, die ausgehärtete Epoxydharzschicht durch geeignete Lösungsmittel, insbesondere durch organische Kohlenwasserstoffe, von dem Leiter im Bereich der vorzunehmenden Anschlusskontaktierungen abzulösen. Nachteilig ist hierbei, dass die hierzu geeigneten Lösungsmittel zum Teil brennbar und/oder gesundheitsschädlich sind. Darüber hinaus muss für die verwendeten Lösungsmittel gewährleistet sein, dass diese weder kurz- noch langfristig einen chemisch-physikalischen Einfluss auf die Bestandteile des Leiters oder der Wicklungsanordnung haben.

Eine weitere Alternative gemäß dem Stand der Technik ist das Abbrennen der ausgehärteten Epoxydharzbeschichtung von der zu kontaktierenden Stelle des Leiters der Wicklungsanordnung und den zugehörigen Zwischenräumen zwischen den Einzelleitern der zu kontaktierenden Stelle des Leiters. Die durch die Verdampfung des Epoxydharzes entstehenden giftigen Gase und toxischen Dämpfe müssen aufgefangen und anschließend mit hohem Kostenaufwand entsorgt werden. Weiterhin kommt es aufgrund der hierzu notwendigen hohen Temperaturen zu einem Abbrennen der Epoxydharzschicht nicht nur im Bereich der gewünschten Anschlusskontaktierungsstelle, sondern auch in den Umgebungsbereichen, die anschließend dann wieder aufwendig per Hand beschichtet und damit nachisoliert werden müssen. Weiterhin können die hohen Temperaturen auch die elektrischen und mechanischen Eigenschaften der Einzelleiter – und damit des Leiters – aufgrund der hohen Temperaturen beim Abbrennen nachteilig beeinflussen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine schnelle und einfache Möglichkeit zur Herstellung eines mit einer Isolierung versehenen elektrischen Leiters mit mindestens einer von der Isolierung freizuhaltende Stelle, wobei der Leiter anfangs mit einem flüssigen, elektrisch-nichtleitendem Verbindungsmittel umgeben ist, bereitzustellen, die die oben genannten Nachteile des Standes der Technik nicht aufweist.

Gelöst wird die Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass nach dem Aufbringung des flüssigen Verbindungsmittels auf den Leiter ein flüssiges Zusatzmittel an die freizuhaltenden Stelle des Leiters aufgetragen wird. Das auf dem Leiter schon aufgetragene, nicht ausgehärtete Verbindungsmittel, insbesondere ein Epoxydharz, befindet sich noch in einem nicht ausgehärteten Zustand – so genannter B-Zustand- und liegt noch in einer hochviskosen Form vor. Mit der Erwärmung des nichtausgehärteten Verbindungsmittels ohne die Zugabe des flüssigen Zusatzmittels würde die Viskosität abnehmen und das Verbindungsmittel zerfließen bzw. bei einem Drilleiter in die Zwischenräume der Einzelleiter des Leiters fließen, wodurch die Einzelleiter miteinander verkleben und gegeneinander isoliert sind. Im Laufe des Erwärmungsprozesses würde ohne das Zusatzmittel dann das Verbindungsmittel verkleben und zu einer festen Formstruktur aushärten. Das flüssige Verbindungsmittel dient zum Isolieren und/oder Verbinden von Einzelleitern.

Flüssiges Zusatzmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst einen großen Viskositätsbereich von sehr niedrigen Viskositäten bis hin zu Viskositäten die eine nahezu pastöse Masse definieren.

Die von der Isolierung freizuhaltende Stelle umfasst im Sinne der Erfindung alle Stellen eines Leiters, auf denen eine Verbindung und/oder elektrische Isolierung des Leiters oder von Einzelleiter nach dem Auftragen des Verbindungsmittels nicht gewünscht ist, z.B. da die freizuhaltenden Stellen noch gebogen oder mechanisch bearbeitet werden müssen. Nach der Aufbringung des flüssigen Zusatzmittels auf das Verbindungsmittel im B-Zustand wird der gesamten Leiter anschließend erwärmt und damit das Verbindungsmittel und das aus Verbindungsmittel und Zusatzmittel bestehende Gemisch verfestigt. An den von der Isolierung freizuhaltenden Stellen des Leiters, auf denen das flüssige Zusatzmittel aufgebracht wurde, ist zwischen den einzelnen Leitern keine Verbindungswirkung eingetreten, da das entstandene Gemisch dies verhindert hat. Das flüssige Zusatzmittel diffundiert durch das nicht ausgehärtete Verbindungsmittel und bildet ein Gemisch mit veränderten chemisch-physikalischen Eigenschaften im Vergleich zum ausschließlichen nicht ausgehärteten Verbindungsmittel. An einer von der Isolierung freizuhaltenden Stelle auf die das flüssige Zusatzmittel aufgetragen wurde, hat sich nach der Aushärtung des Verbindungsmittels eine ausschließliche Ummantelung aus dem Gemisch um den Leiter gebildet. Bei der Anwendung des Verfahrens auf Drillleiter sind die Einzelleiter nach diesem erfindungsgemäßen Verfahren nicht miteinander verklebt und/oder gegeneinander isoliert. Das im B-Zustand befindliche Verbindungsmittel kann bei dieser Vorgehensweise während des Erwärmungsvorganges nicht in die Zwischenräume der Einzelleiter eindringen und diese miteinander verbinden und/oder gegeneinander isolieren. Das flüssige Zusatzmittel verhindert durch die Bildung des Gemisches einen Übergang des flüssigen Verbindungsmittels als dem hochviskosen B-Zustand bis zur Aushärtung und damit Fixierung dieses Stoffzustandes des Verbindungsmittels.

Bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist, dass das flüssige Zusatzmittel im Bereich der von der Isolierung freizuhaltenden Stelle auf den Leiter aufgestrichen, aufgesprüht und/oder die von der Isolierung freizuhaltenden Stelle des Leiters in das flüssige Zusatzmittel getaucht wird. Für großflächig freizuhaltende Stellen des Leiters bietet sich das Eintauchen der entsprechenden Stellen des Leiters in das flüssige Zusatzmittel an. Für lokal sehr begrenzte Anwendungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Aufsprühen oder Bestreichen auf das flüssige Zusatzmittel der von der Isolierung freizuhaltenden Stelle des Leiters vorzuziehen. Auch das Einpressen des flüssigen Zusatzmittels unter Hochdruck zwischen die Einzelleiter bietet sich als Auftragungsart an, wobei das flüssige Zusatzmittel hierbei in Form einer pastösen Masse vorliegt und unter Hochdruck eingepresst wird.

Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens besteht darin, dass das flüssige Zusatzmittel nach dem Aufbringen auf das noch nicht ausgehärtete Verbindungsmittels angetrocknet wird. Durch diesen Verfahrensschritt ist gewährleistet, dass das auf das flüssige Verbindungsmittel aufgebrachte flüssige Zusatzmittel den Stoffzustand des so entstandenen Gemisches vorfixiert. Die Gefahr eine Entmischung des so entstandenen Gemisches ist damit verhindert und bei der anschließenden eigentlichen Erwärmung und Aushärtung kommt es nicht zu einem Zerfließen von nicht mehr gemischten Verbindungsmittelanteilen. Insbesondere bei Drilleitern besteht die Gefahr, dass ohne Vortrocknung des entstandenen Gemisches das Gemisch in die Zwischenräume zwischen den Einzelleitern fließen und diese verkleben könnte.

Bevorzugt enthält das flüssige Zusatzmittel Polyvinylalkohol. Alternativ enthält das Zusatzmittel als Basisverbindung langkettige Kohlenwasserstoffgemische. Vorteilhafterweise werden als langkettige Kohlenwasserstoffgemische alle im Transformatorbau verwendeten Öle und Ölgemische verwendet, da diese bereits hinsichtlich ihrer chemisch-physikalischen Verträglichkeit im Transformatorbau seit Jahrzehnten im Einsatz sind und daher unbedenklich im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens eingesetzt werden können.

Weiterhin ist zur Beeinflussung des Viskositätsgrades des flüssigen Zusatzmittels dem flüssigen Zusatzmittel ebenfalls Wasser zugesetzt. Darüber hinaus enthält das flüssige Zusatzmittel Alkoholanteile in Form eines primären, sekundären oder tertiären Alkohols bzw. eines Alkoholgemisches.

Vorzugsweise enthält das flüssige Zusatzmittel einen Füllstoff auf der Basis eines Polysaccharides, der in einer Körnung von 1&mgr;m bis 500&mgr;m, bevorzugt von 30&mgr;m bis 90 &mgr;m, vorliegt.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht innerhalb des flüssigen Zusatzmittels ein bevorzugtes Mischungsverhältnis von Polyvinylalkohol oder langkettigen Kohlenwasserstoffgemischen und Wasser von 1:5 bis 1:20. Alkohol wird dem Zusatzmittel als Lösungsmittel hinzugefügt, wobei entsprechend den gewünschten Lösungsmitteleigenschaften der Alkoholanteil an dem Mischungsverhältnis Polyvinylalkohol/Wasser stark variieren kann. Bevorzugt wird Alkohol in Anteilen von 1:1 bis 5:1 relativ. zur Basisverbindung aus Polyvinylalkohol oder langkettigen Kohlenwasserstoffgemischen dem Polyvinylalkohol/Wasser-Gemisch bzw. dem langkettigen Kohlenwasserstoffgemisch/Wasser-Gemisch hinzugefügt. Erfindungsgemäß liegt ein Verhältnis der flüssigen Mischung zum festen Füllstoff von 10 Volumen% bis 70 Volumen% vor.

Die Aufgabe wird ebenfalls erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Patentanspruchs 12 oder 14. Erfindungsgemäß ist ein flüssiges Zusatzmittel für ein Verbindungsmittel zur elektrischen Isolierung von Leitern. Insbesondere bei Drilleitern werden die Einzelleiter durch das Verbindungsmittel miteinander verbunden und elektrisch gegeneinander isoliert. Das Zusatzmittel enthält dabei die folgenden Komponenten: Polyvinylalkohol, Wasser, Alkohol und einen Füllstoff auf der Basis eines Polysaccharides. Erfindungsgemäß ist ein Mischungsverhältnis des Polyvinylalkohols und des Wasser von 1:1 bis 1:20 bevorzugt. Alkohol wird in Anteilen von 1:1 bis 5:1 relativ zum Polyvinylalkohol dem Polyvinylalkohol/Wasser-Gemisch beigegeben. Ebenfalls liegt der Füllstoff in einer bevorzugten Körnung von 1&mgr;m bis 500&mgr;m, bevorzugt von 30&mgr;m–90 &mgr;m, vor. Das Verhältnis der flüssigen Mischung zum festen Füllstoff beträgt bevorzugt 10%–70%.

Alternativ besteht das flüssige Zusatzmittel aus langekettigen Kohlenwasserstoffgemischen mit einem Siedepunkt zwischen 80°C und 300°C, Wasser, Alkohol und einen Füllstoff auf der Basis eines Polysaccharides. Bevorzugt werden als langkettige Kohlenwasserstoffgemische alle im Transformatorbau verwendeten Öle und Ölgemische verwendet, da diese unbedenklich als Grundlage für das erfindungsgemäße Zusatzmittel genutzt werden können. Erfindungsgemäß ist ein Mischungsverhältnis des Kohlenwasserstoffgemisches und des Wasser von 1:1 bis 1:20 bevorzugt. Alkohol wird in Anteilen von 1:1 bis 5:1 relativ zum Kohlenwasserstoffgemisch dem Kohlenwasserstoff/Wasser-Gemisch hinzugefügt. Ebenfalls liegt der Füllstoff in einer bevorzugten Körnung von 1&mgr;m bis 500&mgr;m, bevorzugt von 30&mgr;m–90 &mgr;m vor. Das Verhältnis der flüssigen Mischung zum festen Füllstoff beträgt bevorzugt 10 Volumen% bis 70 Volumen%.

Im Folgenden wird ein Beispiel für eine erfindungsgemäße Zusammensetzung des Zusatzmittels beschrieben. Das Zusatzmittel besteht dabei aus Polyvinylalkohol, das mit 40 Volumen% des primären Alkohols Ethanol versetzt ist. Zur Beeinflussung der viskosen Eigenschaften des Zusatzmittels wird diesem Wasser mit 50 Volumen% zugesetzt. Diesem Gemisch wird ein Füllstoff aus Zellulose beigefügt, wobei die Körnung der Zellulose 250 &mgr;m aufweist und in einem Volumenprozentanteil bezüglich des Zusatzmittels 50 Volumen% vorliegt. Als Alkohol können sämtliche Formen von primären, sekundären und tertiären Alkoholen verwendet werden. Weiterhin können alle möglichen Formen von Zellulose in reiner oder modifizierter Form verwendet werden, die über einen entsprechenden Körnungsgrad verfügen. Vorteil dieses Verfahrens ist insbesondere, dass organische Lösungsmittel zur Entfernung des Epoxydharzes vermieden werden. Weiterhin ist bei der vorliegenden Erfindung vorteilhaft, dass alle verwendeten Stoffe im Transformatorbau üblich und seit Jahren bzw. Jahrzehnten zugelassen sind, so dass evtl. verbleibende Rückstände des Zusatzmittels bzw. von Bestandteilen des Zusatzmittels zu keiner Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit, des Betriebsverhaltens und/oder der Lebenslaufzeit des Transformators führen.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines mit einer Isolierung versehenen elektrischen Leiters mit mindestens einer von der Isolierung freizuhaltenden Stelle, wobei der Leiter einschließlich der freizuhaltenden Stellen anfangs mit einem flüssigen, elektrisch-nichtleitenden Verbindungsmittel umgeben ist und das flüssige, elektrisch-nichtleitende Verbindungsmittel nach seiner Verfestigung die Isolierung bildet und ein Zusatzmittel dazu verwendet wird, die mechanische Entfernung der Isolierung auf der frei zuhaltenden Stelle zu erleichtern, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Zusatzmittel auf die freizuhaltende Stelle auf das flüssige Verbindungsmittel aufgetragen wird und sich ein Gemisch aus Verbindungsmittel und Zusatzmittel bildet, anschließend das flüssige Verbindungsmittel mit dem Gemisch einem Verfestigungsprozess unterworfen wird und danach das Gemisch von der freizuhaltenden Stelle des Leiters mechanisch entfernt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiter aus mehreren Einzelleitern besteht, wobei die Einzelleiter durch das Verbindungsmittel miteinander verklebt und gegeneinander elektrisch isoliert werden. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Zusatzmittel im Bereich der von der Isolierung freizuhaltenden Stelle auf das noch nicht ausgehärtete Verbindungsmittel aufgestrichen, aufgesprüht, die von der Isolierung freizuhaltende Stelle des Leiters in das flüssige Zusatzmittel getaucht und/der das flüssige Zusatzmittel unter Hochdruck eingepresst wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufbringen des flüssigen Zusatzmittels auf das noch nicht ausgehärtete Verbindungsmittel das Gemisch angetrocknet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Zusatzmittel Polyvinylalkohol enthält. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Zusatzmittel langkettige Kohlenwasserstoffgemische enthält. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Zusatzmittel neben Polyvinylalkohol oder langkettige Kohlenwasserstoffgemische ebenfalls Wasser und Alkohol enthält. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Zusatzmittel einen Füllstoff auf der Basis eines Polysaccharides enthält. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff eine bevorzugte Körnung von 1&mgr;m bis 500&mgr;m, bevorzugt von 30&mgr;m bis 90 &mgr;m, aufweist. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Zusatzmittel ein bevorzugtes Mischungsverhältnis von Polyvinylalkohol oder langkettigen Kohlenwasserstoffgemischen und Wasser von 1:5 bis 1:20 aufweist, sowie Alkohol in Anteilen von 1:1 bis 5:1 relativ zum Polyvinylalkohol oder zum langkettigen Kohlenwasserstoffgemisch beigegeben wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der flüssigen Mischung zum festen Füllstoff zwischen 10 Volumen% und 70 Volumen% beträgt. Flüssiges Zusatzmittel für ein zur elektrischen Isolierung von Leitern und/oder zum Verbinden von Einzelleitern zu einem Leiter dienendes Verbindungsmittel, die durch das Verbindungsmittel miteinander verbunden und/oder elektrisch gegeneinander isoliert werden mit folgenden Komponenten:

– Polyvinylalkohol

– Wassser

– Alkohol

– Füllstoff auf der Basis eines Polysaccharides.
Flüssiges Zusatzmittel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Polyvinylalkohol und das Wasser in einem bevorzugten Mischungsverhältnis von 1:5 bis 1:20 vorliegen, sowie Alkohol in Anteilen von 1:1 bis 5:1 relativ zum Polyvinylalkohol hinzugefügt wird, und der Füllstoff eine bevorzugte Körnung von 1&mgr;m bis 500&mgr;m, bevorzugt von 30&mgr;m bis 90 &mgr;m, aufweist, wobei das Verhältnis der flüssigen Gesamtmischung zum Füllstoff bevorzugt 10 Volumen% bis 70 Volumen% beträgt. Flüssiges Zusatzmittel für ein zur elektrischen Isolierung von Leitern und/oder zum Verbinden von Einzelleitern zu einem Leiter dienendes Verbindungsmittel, die durch das Verbindungsmittel miteinander verbunden und/oder elektrisch gegeneinander isoliert werden mit folgenden Komponenten:

– langekettige Kohlenwasserstoffgemische

– Wassser

– Alkohol

– Füllstoff auf der Basis eines Polysaccharides.
Flüssiges Zusatzmittel nach Anspruch 14,

dadurch gekennzeichnet, dass

das langekettige Kohlenwasserstoffgemisch und das Wasser in einem bevorzugten Mischungsverhältnis von 1:5 bis 1:20 vorliegen und der Füllstoff eine bevorzugte Körnung von 1&mgr;m bis 500&mgr;m, bevorzugt von 30&mgr;m bis 90 &mgr;m, aufweist, sowie Alkohol in Anteilen von 1:1 bis 5:1 relativ zum langekettigen Kohlenwasserstoffgemisch beigegeben wird,

wobei das Verhältnis der flüssigen Gesamtmischung zum Füllstoff bevorzugt 10 Volumen% bis 70 Volumen% beträgt.






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