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Dokumentenidentifikation DE102004060266B4 12.10.2006
Titel Deckshaus
Anmelder IMAWIS Maritime Wirtschafts- und Schiffbauforschung GmbH, 23966 Wismar, DE
Erfinder Bibow, Marian, Dipl.-Ing., 23936 Grevesmühlen, DE;
Merkel, Stephan, Dipl.-Ing., 23968 Zierow, DE;
Lemke, Detlef, Dr.-Ing., 23968 Barnekow, DE
DE-Anmeldedatum 15.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004060266
Offenlegungstag 06.07.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2006
IPC-Hauptklasse B63B 15/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Deckshaus für Schiffe und andere schwimmende Einrichtungen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Deckshäuser von Schiffen werden konventionell überwiegend derart gebaut, daß zunächst ein äußeres Gehäuse mit einer entsprechenden Anzahl von innenliegenden Zwischendecks vorgefertigt und entweder leer oder teilweise ausgerüstet auf das Schiffsdeck montiert wird.

Eine weitere konventionelle Bauart besteht darin, das Deckshaus aus modulartigen Grundelementen an Land vorzufertigen und auf dem Schiff zu einem geschlossenen komplexen Deckshaus zusammenzusetzen.

Aus der DE 195 17 235 C2 ist bereits ein Deckshaus für Schiffe bekannt bei dem die modulartigen Grundelemente von einem gemeinsamen Gehäuse umgeben sind und die notwendige Steifigkeit des Deckshauses erst nach der Einbringung der modulartigen Grundelemente in das Gehäuse erreicht wird.

In der DE 196 37 549 C1 ist weiterhin ein modulares Deckshaus beschrieben bei dem die Grundmodule wie Rumpf, Raumzelle, Schornstein, Brücke und Anbauten in der Werkstatt hergestellt, vormontiert und zu einem kompletten Deckshaus zusammengebaut werden.

Weiterhin ist durch die GM 299 07 386 U1 ein modulares Deckshaus offenbart, welches mehrere gleiche Rastermaße aufweist bei dem die Boxen, bestehend aus Wänden, Decken und Böden aus einem Mehr-Sorten-Sandwichmaterial bestehen und diese für globale örtliche Lasten sowie Feuer-, Schall -, und Wärmeschutz ausgelegt sind.

Ein weiteres Deckshaus für Schiffe ist in der GM 78 09 105 dargestellt. Bei diesem Deckshaus werden die Räume aus einzelnen miteinander verbundenen selbsttragenden Zellen gebildet, die sich gegenseitig abstützen und damit weitere tragende Bauteile nicht mehr erforderlich sind.

In der DE 197 07 217 A1 werden die Aufbauten für Schiffe sowie das Montageverfahren beschrieben, bei der das Deckshaus aus einer Mehrzahl von modulartig miteinander verbindbaren Funktionsblöcken zusammengesetzt ist, die jeweils mit einem tragenden Rahmen in Rohrbauweise versehen und im Bereich des Schiffes von einer schachtartigen Hüllkonstruktion umschlossen sind.

Alle bekannten Systeme haben die Zielstellung durch einen hohen Vorfertigungsgrad von Modulen an Land, den hohen Montage- und Ausrüstungsaufwand beim Ausbau des Deckshauses auf dem Schiff zu senken und damit Zeit und Kosten zu minimieren. Dadurch bedingt, daß alle Funktionen eines konventionellen Deckshauses in nur einem einzigen komplexen Raummodul vereint sind und bei der Fertigung und Montage auf dem Schiff mit einer hohen Parallelität bei Einhaltung der technologischen Reihenfolge der zu verrichtenden Arbeitsgänge zusammengeführt werden müssen, kann ein bestimmter Vorfertigungsgrad nicht überschritten werden, und damit können auch Zeit und Kosten nicht wesentlich weiter gesenkt werden.

Zielsetzung der Erfindung ist es, die Parallelität der Arbeitsverrichtungen und damit den Vorfertigungsgrad während der Herstellung und Ausrüstung des Deckshauses durch eine räumliche und zeitliche Entflechtung des gesamten Fertigungs- und Ausrüstungsprozesses wesentlich zu erhöhen und damit Zeit und Kosten drastisch zu senken.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die gesamten Funktionen der konventionellen Deckshäuser für Schiffe die durch nur ein komplexes, modulartig zusammengesetztes Deckshaus technisch realisiert werden, in mehrere Funktionseinheiten zu teilen und diese dann einzeln und unabhängig voneinander technisch zu realisieren und auf dem Schiffsdeck anzuordnen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die funktionsrealisierenden Elemente der Schiffsausrüstung, der Schiffsführung sowie der Elemente zur Unterbringung und Versorgung des Personals, zu einzelnen, separaten räumlichen Funktionseinheiten gefertigt, zusammengebaut und ausgerüstet und auf dem Schiffsdeck angeordnet werden.

Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine perspektivische Darstellung von nebeneinander angeordneten separaten räumlichen Funktionseinheiten die aneinander anliegen, sich berühren

2 eine perspektivische Darstellung von räumlich freistehenden separaten Funktionseinheiten

3 eine perspektivische Darstellung von hintereinander angeordneten separaten räumlichen Funktionseinheiten

4 eine perspektivische Darstellung der Anordnung von vier separaten räumlichen Funktionseinheiten

In 1 sind die separaten räumlichen Funktionseinheiten 1, 2 und 3 dargestellt die die gesamten Funktionen eines Deckshauses wie die der Schiffsausrüstung, der Schiffsführung sowie der Unterbringung und Versorgung des Personals realisieren. Die Anordnung der einzelnen Funktionseinheiten 1, 2 und 3 auf dem Schiffsdeck 4 ist hier nebeneinander und anliegend. Die Verbindung der nebeneinander liegenden Funktionseinheiten 1, 2 und 3 erfolgt vorzugsweise stoffschlüssig, durch eine Schweißverbindung. Bei dieser Anordnung, nebeneinander anliegend, sind nicht alle Funktionseinheiten 1, 2 und 3 geschlossen ausgebildet, sodaß damit eine Doppelwand zwischen den anliegenden Funktionseinheiten ausgeschlossen wird.

Die in 2 dargestellten Funktionseinheiten 1, 2 und 3 sind nebeneinander freistehend mit Zwischenräumen auf dem Schiffsdeck 4 angeordnet, sodaß diese Funktionseinheiten 1, 2 und 3 geschlossen und selbsttragend ausgebildet sind.

In 3 sind zwei Funktionseinheiten 5 und 6 die die gesamten Funktionen der Schiffsausrüstung, der Schiffsführung sowie der Unterbringung und Versorgung des Personals übernehmen, hintereinander angeordnet. Bei dieser Variante werden nochmals sinnvolle Funktionen in nur einer Funktionseinheit 6 integriert, vorzugsweise die der Unterbringung und Versorgung des Personals.

4 zeigt eine weitere Variante der Funktionsteilung bei der die Funktionseinheit 1 sich nochmals teilt und die Brücke 1.1 mit ihrer Hauptfunktion der Schiffsführung, einzeln, als eine separate räumliche Funktionseinheit ausgebildet und über den Funktionseinheiten 2 und 3 sowie vor der Funktionseinheit 1 angeordnet ist.

Bei der Funktionsteilung der Gesamtfunktion des Deckshauses werden vorzugsweise einzelne separate Funktionseinheiten, z. B. nur der Schiffsausrüstung, nur der Schiffsführung sowie nur der Unterbringung und Versorgung des Personals technisch realisiert. Im Regelfall und in der Praxis werden aber überwiegend Funktionseinheiten mit kombinierten Funktionen der Schiffsausrüstung, der Schiffsführung sowie der Unterbringung und Versorgung des Personals realisiert und eingesetzt werden.


Anspruch[de]
Deckshaus, bestehend aus Elementen der Schiffsausrüstung, der Schiffsführung sowie zur Unterbringung und Versorgung des Personals, dadurch gekennzeichnet, daß einzelne, separate räumliche Funktionseinheiten (1, 2, 3), ausgerüstet mit ihren funktionsrealisierenden Elementen, auf dem Schiffsdeck (4) angeordnet sind. Deckshaus nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die separaten Funktionseinheiten (1, 2, 3), aus Kombinationen mit funktionsrealisierenden Elementen der Schiffsausrüstung, der Schiffsführung sowie der Unterbringung und Versorgung des Personals bestehen. Deckshaus nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Funktionseinheiten (1, 2, 3), freistehend auf dem Schiffsdeck (4) angeordnet sind. Deckshaus nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die separaten räumlichen Funktionseinheiten (1, 2, 3), nebeneinander angeordnet sind. Deckshaus nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die räumlichen Funktionseinheiten (1, 2, 3) hintereinander angeordnet sind. Deckshaus nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die separaten räumlichen Funktionseinheiten (1, 2, 3) gefertigt und komplett ausgerüstet auf das Schiffsdeck (4) montiert werden. Deckshaus nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest zwei separate Funktionseinheiten (5, 6) auf dem Schiffsdeck (4) angeordnet sind. Deckshaus nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß einzelne, separate räumliche Funktionseinheiten (1, 2, 3) geschlossen ausgebildet sind. Deckshaus nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die aneinander anliegenden separaten räumlichen Funktionseinheiten (1, 2, 3) sowie (5) und (6) stoffschlüssig miteinander verbunden sind. Deckshaus nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Brücke (1.1) einzeln ausgebildet und einzeln angeordnet ist.






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