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Dokumentenidentifikation DE102005000030A1 12.10.2006
Titel Doppeltragwalzen-Wickelmaschine
Anmelder Voith Paper Patent GmbH, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Klupp, Alexander, 41812 Erkelenz, DE
DE-Anmeldedatum 07.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005000030
Offenlegungstag 12.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2006
IPC-Hauptklasse B65H 19/30(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 19/22(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Doppeltragwalzen-Wickelmaschine zum Aufwickeln mehrerer nebeneinander laufender Materialbahnen, insbesondere Papier- oder Kartonbahnen, auf in einem von zwei Tragwalzen gebildeten Wickelbett (1) Stoß an Stoß nebeneinander liegenden Wickelhülsen (2, 3) zu Wickelrollen mit einer Vorrichtung zum aufeinander folgenden Hineinschieben der Wickelhülsen (2, 3) in das Wickelbett ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung wenigstens einen Sensor (6) zum Erkennen einer stirnseitigen Kante einer Wickelhülse (2, 3) umfasst.

Beschreibung[de]

Doppeltragwalzen-Wickelmaschinen werden zum Aufwickeln von Materialbahnen, insbesondere von Papier- oder Kartonbahnen, zu Wickelrollen eingesetzt. Die Doppeltragwalzen-Wickelmaschinen weisen eine erste und eine zweite Tragwalze auf, die nebeneinanderliegen und ein Wickelbett zur Aufnahme von Wickelhülsen bilden, auf die die Materialbahnen nebeneinander aufgewickelt werden. Dabei werden in der Regel die Materialbahnen als Teilbahnen aus einer einzigen, auf einem Volltambour aufgewickelten Materialbahn erzeugt, indem die auf dem Volltambour aufgewickelte Materialbahn während des Abwickelns Längsschneideinrichtungen zur Erzeugung der Teilbahnen durchläuft und die Teilbahnen dann nebeneinander auf die Wickelhülsen aufgewickelt werden.

Aus der EP 0 792 245 B1 sind eine Doppeltragwalzen-Wickelmaschine zum Aufwickeln mehrerer nebeneinander laufender Materialbahnen, insbesondere Papier- oder Kartonbahnen, auf in einem von zwei Tragwalzen gebildeten Wickelbett Stoß an Stoß nebeneinanderliegenden Wickelhülsen zu Wickelrollen und ein Wickelverfahren für nebeneinanderliegende Wickelrollen bekannt.

In einer Doppeltragwalzen-Wickelmaschine werden die Wickelhülsen entweder einzeln oder in Gruppen eingeschoben. Bei der Anwicklung einer Faserstoffbahn erweist es sich als vorteilhaft, Klebstoff unmittelbar auf die Wickelhülse aufzutragen. Dabei muss der Randbereich der Wickelhülse frei von Klebstoff sein, damit dieser sich nicht auf die Tragwalzen überträgt.

Da man nicht davon ausgehen darf, dass immer die richtige Hülsenlänge in der Wickelmaschine liegt, welche der Wickelmaschine bekannt ist, ist es erforderlich, diese zu vermessen. In einem Satz von Wickelhülsen stellt sich nun das Problem, die Hülsenkanten stets sicher zu erkennen. Zur Zeit ist dies nur bei einzelnen Wickelhülsen ohne größeren Aufwand möglich.

Aufgabe der Erfindung

Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Wickelmaschine der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass die Kanten der Wickelhülsen leicht erkannt werden können.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Wickelmaschine der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Vorrichtung wenigstens einen Sensor zum Erkennen einer stirnseitigen Kante einer Wickelhülse umfasst. Hierdurch werden die Hülsenkanten sicher erkannt, so dass die Wickelhülsen anschließend beleimt oder mit einem anderen Klebemittel versehen werden.

Gemäß der Erfindung wird der Hülsensatz über eine Kante geschoben, die quer zur Maschinenlaufrichtung die seitliche Begrenzung des Bereichs zwischen den Tragwalzen, in dem während des Wickelvorgangs die Wickelhülsen liegen, und dem von Wickelhülsen freibleibenden Bereich bildet. In der Regel wird der die Wickelhülsen aufnehmende Bereich niedriger liegen als der freie Bereich, so dass die Wickelhülsen beim Hineinschieben in den Wickelbereich über die Kante ein wenig nach unten rutschen; es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass der Wickelbereich ein wenig höher liegt als der freibleibende Bereich. In jedem Fall besteht ein Höhenunterschied, der beim Rutschen oder Verschieben der Wickelhülsen überwunden werden muss, so dass die Wickelhülsen eine schräge Lage einnehmen, so dass ein Abstand zwischen einer waagrecht liegenden Wickelhülse und einer Wickelhülse in geneigter Position entsteht, der mittels des Detektors oder Sensors leicht erkannt werden kann.

Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.

Von Vorteil ist eine Ausführungsform der Erfindung, in der der Sensor im Bereich eines Sprungs in der Höhe der Auflagefläche der Wickelhülsen angeordnet ist.

Ebenso ist es vorteilhaft, wenn der Sensor ein mechanischer, ein elektrischer, ein akustischer oder ein optischer Sensor ist. Der Sensor umfasst dabei beispielsweise einen ohmschen, einen kapazitiven oder einen induktiven Widerstand.

Vorzugsweise ist ein mechanischer Sensor dadurch ausgebildet, dass der Sensor ein schwenkbares, oberhalb der Wickelhülsen angeordnetes Element umfasst, das sich in senkrechter Position befindet, wenn die Wickelhülse mit ihrer vorderen Kante an dem Element ansteht, und das schwenkbar ist, wenn eine Wickelhülse durch den Sprung in der Höhe nach unten hinabgleitet oder über eine schiefe Ebene von der Zuführanordnung zum Wickelbett in eine geneigte Lage angehoben wird. Ebenso ist vorgesehen, dass in der Nähe des Sensors oberhalb der Wickelhülse ein die Wickelhülse von oben belastendes Element vorgesehen ist, um zu verhindern, dass die Wickelhülse aus ihrer Lage heraushüpft, insbesondere, wenn diese sich in geneigter Lage befindet.

Ebenso betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Einbringen von Wickelhülsen in das Wickelbett einer Doppeltragwalzen-Wickelmaschine.

Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelhülsen quer zur Maschinenlaufrichtung aus einem Vorratsbereich in das Wickelbett hineingeschoben werden, dass die Wickelhülsen beim Hineinschieben nacheinander in das Wickelbett über eine Kante nach unten geschoben werden und dass, während die Wickelhülsen über die Kante geschoben werden, der Sensor das vordere und/oder das hintere stirnseitige Ende einer Wickelhülse detektiert.

In vorteilhafter Weiterbildung des Verfahrens ist vorgesehen, dass ein zu dem Sensor gehöriges schwenkbares Bauelement an der Oberseite der Wickelhülsen entlangstreift, dass das Bauelement durch die Wickelhülse, wenn sich diese über die Kante hinwegbewegt, verschwenkt wird und dass die Bewegung und/oder die geänderte Position des Bauelements von dem Sensor detektiert wird.

Von Vorteil ist es außerdem, wenn die Wickelhülsen, während sie über den Sprung in der Höhe bewegt werden, von oben durch ein nach unten drückendes Element, das insbesondere federnd gelagert ist, insbesondere durch eine Belastungsrolle, nach unten gedrückt werden.

Nachstehend wird die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen

1 bis 3 den Vorgang des Hineinschiebens der Wickelhülsen in den Wickelbereich zu drei verschiedenen Zeitpunkten.

Ein Wickelbett 1 (1) zwischen zwei Tragwalzen einer Doppeltragwalzen-Wickelmaschine wird quer zur Maschinenrichtung mit Wickelhülsen 2, 3 beschickt, die durch die Wickelmaschine nebeneinander mit Materialbahnen bewickelt werden sollen. Dabei werden die Wickelhülsen 2, 3, die sich zunächst in Verlängerung der Längsachse des Wickelbetts 1 in einer seitlichen Zuführanordnung 4 befinden, in Richtung eines Pfeils A in das Wickelbett 1 hineingeschoben.

Dabei überwinden die Wickelhülsen 2, 3 eine Stufe 5, über die sie nach unten gleiten. Im Bereich der Stufe 5 ist ein mechanischer Fühler 6 angeordnet, der um eine Drehachse 7 schwenkbar ist. Aufgrund der jeweiligen Schwenkposition des Fühlers 6 erkennt ein von dem Fühler 6 betätigter (hier nicht dargestellter) Sensor das Vorhandensein einer vorderseitigen Kante 8 einer Wickelhülse, im vorliegenden Fall die der Wickelhülse 3 (2). Dabei befindet sich der Fühler 6 genau in der senkrechten Position, wenn die Kante 8 am Rand des Wickelbetts 1 anliegt.

Aufgrund der Zeit, die beim gleichmäßigen Verschieben der Wickelhülsen 2, 3 in Richtung des Pfeils A zwischen dem Erkennen zweier nacheinanderfolgend auftretender Vorderkanten von Wickelhülsen verstreicht, lässt sich in einem der Doppeltragwalzen-Wickelmaschine oder der Vorrichtung zum Einführen der Wickelhülsen in das Wickelbett zugeordneten Rechner ermitteln, welche Länge jede der Wickelhülsen hat.

Um ein möglichst gleichmäßiges Gleiten der Wickelhülsen 2, 3 über die Stufe 5 hinweg zu erreichen, ist oberhalb der Wickelhülse 2 ein gegen diese drückendes Belastungselement, beispielsweise in Form einer Belastungsrolle 9, vorgesehen, die vorzugsweise elastisch federnd aufgehängt ist und somit nachgiebig gegen die Wickelhülse 2 drückt und dadurch ein erschütterungsfreies Einschieben der Wickelhülsen 2, 3 in das Wickelbett 1 ermöglicht. Es versteht sich, dass ein Höhenunterschied zwischen dem Wickelbett 1 und der Zuführanordnung 4 auch umgekehrt realisiert werden kann, indem die Wickelhülsen 2, 3 über eine schiefe Ebene nach oben geschoben werden.

1
Wickelbett
2
Zuführanordnung
3
Wickelhülse
4
Wickelhülse
5
Stufe
6
Fühler
7
Drehachse
8
Vorderkante
9
Belastungsrolle


Anspruch[de]
Doppeltragwalzen-Wickelmaschine zum Aufwickeln mehrerer nebeneinander laufender Materialbahnen, insbesondere Papier- oder Kartonbahnen, auf in einem von zwei Tragwalzen gebildeten Wickelbett (1) Stoß an Stoß nebeneinanderliegenden Wickelhülsen (2, 3) zu Wickelrollen mit einer Vorrichtung zum aufeinanderfolgenden Hineinschieben der Wickelhülsen (2, 3) in das Wickelbett, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung wenigstens einen Sensor (6) zum Erkennen einer stirnseitigen Kante einer Wickelhülse (2, 3) umfasst. Doppeltragwalzen-Wickelmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6) im Bereich eines Sprungs (5) in der Höhe der Auflagefläche der Wickelhülsen (2, 3) angeordnet ist. Doppeltragwalzen-Wickelmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6) ein mechanischer, ein elektrischer, ein akustischer oder ein optischer Sensor ist. Doppeltragwalzen-Wickelmaschine nach 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor ein schwenkbares, oberhalb der Wickelhülsen angeordnetes Element (6) umfasst, das sich in senkrechter Position befindet, wenn die Wickelhülse (2, 3) mit ihrer vorderen Kante (8) an dem Element (6) ansteht, und das schwenkbar ist, wenn eine Wickelhülse (2, 3) beim Hinabgleiten über die Kante (5) in eine geneigte Lage geschwenkt wird. Verfahren zum Einbringen von Wickelhülsen (2, 3) in das Wickelbett (1) einer Doppeltragwalzen-Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelhülsen (2, 3) quer zur Maschinenlaufrichtung aus einem Vorratsbereich in das Wickelbett hineingeschoben werden, dass die Wickelhülsen (2, 3) beim Hineinschieben nacheinander in das Wickelbett über eine Kante nach unten geschoben werden und dass, während die Wickelhülsen (2, 3) über die Kante (5) geschoben werden, der Sensor (6) das vordere (8) und/oder das hintere stirnseitige Ende einer Wickelhülse (2, 3) detektiert. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein zu dem Sensor gehöriges schwenkbares Bauelement (6) an der Oberseite der Wickelhülsen (2, 3) entlangstreift, dass das Bauelement (6) durch die Wickelhülse (2, 3), wenn sich diese über die Kante (5) hinwegbewegt, verschwenkt wird und dass die Bewegung und/oder die geänderte Position des Bauelements (6) von dem Sensor detektiert wird. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickelhülsen (2, 3), während sie über den Sprung in der Höhe bewegt werden, von oben durch ein nach unten drückendes Element, das insbesondere federnd gelagert ist, insbesondere durch eine Belastungsrolle (9), nach unten gedrückt werden.






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