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Dokumentenidentifikation DE102005034580B3 12.10.2006
Titel Vorrichtung zum Trocknen und Krumpfen einer Stoffbahn
Anmelder A. Monforts Textilmaschinen GmbH & Co. KG, 41238 Mönchengladbach, DE
Erfinder Hampel, Roland, 52531 Übach-Palenberg, DE;
Klas, Ernst, 41065 Mönchengladbach, DE;
Bischof, Ralf, 52525 Waldfeucht, DE
Vertreter von Creytz, D., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 41844 Wegberg
DE-Anmeldedatum 25.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005034580
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2006
IPC-Hauptklasse F26B 13/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F26B 13/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D06C 7/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Es wird eine Vorrichtung zum Trocknen und gleichzeitigen Krumpfen einer in Bahntransportrichtung bewegten textilen Stoffbahn mit längs deren Bahntransportweg angeordneten Blasmitteln zum Erzeugen einer durch die Bahn laufenden wellenartigen Bahngrundbewegung mit vorgegebenem Wellenfrequenzbereich beschrieben. Um zu erreichen, daß die Vorrichtung zugleich einen Tumble-Effekt, vergleichbar mit demjenigen eines diskontinuierlich arbeitenden Tumblers, liefert, wird der wellenartigen Bahngrundbewegung mittels zusätzlicher Stauchmittel eine Stauchbewegung überlagert, deren Stauchfrequenz groß gegen die Wellenfrequenz der Bahngrundbewegung ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum kontinuierlichen Trocknen und gleichzeitigen Krumpfen einer in Bahntransportrichtung bewegten textilen Stoffbahn mit längs deren Bahntransportweg angeordneten Blasmitteln zum Erzeugen einer entgegen der Bahntransportrichtung durch die Bahn laufenden wellenartigen Bahngrundbewegung mit vorgegebener Wellenlänge und damit vorgegebenem Wellenfrequenzbereich. Für den Wellenfrequenzbereich läßt sich eine durchschnittliche bzw. mittlere Wellenfrequenz definieren. In diesem Rahmen betrifft die Erfindung vorzugsweise einen Relaxiertrockner zum fortlaufenden spannungslosen Trocknen bei gleichzeitigem relaxierenden Krumpfen einer ausgebreiteten, textilen Stoffbahn aus Web- oder Maschenware oder Vliesstoff auf einem annähernd sinusförmigen Weg.

In einem aus DE 43 38 620 A1 bekannten Relaxiertrockner wird die Stoffbahn kontinuierlich durch einen Relaxierkanal – allgemein: Behandlungskanal – transportiert, der zwischen zwei luftdurchlässigen, annähernd horizontal angeordneten Transportbändern aufgespannt ist. Maschinen dieser Art werden von der Anmelderin unter der Bezeichnung „DynAir" hergestellt und vertrieben. Der auf diese Weise bekannt gewordene Relaxiertrockner wird gleichermaßen für Web- und Maschenware als (offene) Bahn oder in Schlauchform eingesetzt. Mit Hilfe dieser Maschine sollen von Vorbehandlungen herrührende unterschiedliche Quer- und Längsspannungen bzw. -dehnungen beseitigt werden. In dem aus der genannten DE 43 38 620 A1 bekannten Relaxiertrockner wird die Stoffbahn von oben und unten aus Düsenreihen beblasen, die sich versetzt gegenüberstehen. Dadurch wird die Stoffbahn auf ihrem Transportweg ständig senkrecht zu ihrer (mittleren) Längsrichtung hin und her bewegt. Diese relativ gleichmäßig alternierende Bewegung der Stoffbahn in annähernd sinusförmigen, räumlich stehenden Wellen hat ein relaxierendes Schrumpfen der Stoffbahn zur Folge.

Um neben der Relaxations-Trocknung einen Tumble-Effekt auf die Stoffbahn auszuüben, soll nach DE 100 20 387 C1 die beschriebene Sinusform der kontinuierlich, vorzugsweise mit 30 bis 50 m/min., transportierten Stoffbahnbewegung gestört werden. Die Störung kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß auf einem oder beiden der zusammen mit der Stoffbahn bewegten Transportbändern luftdurchlässige Bereiche vorgesehen werden, die momentan mindestens je eine der auf die Bahn gerichteten Düsen teilweise oder ganz abschirmen und dadurch den gewünschten Tumble-Effekt erzeugen. Alternativ kann den Blasdüsen auch ein Schieber zugeordnet werden, welcher periodisch geöffnet und geschlossen wird (vergl. DE 29 42 030 A1).

DE 100 36 058 A1 offenbart einen Relaxiertrockner, bei dem die Luftzufuhr zu den Blaskästen verstellbar ist. Dabei können auch benachbarte Düsenfinger unabhängig voneinander mit mehr oder weniger Luft beaufschlagt werden. Der Tumble-Erfolg lässt sich nicht nur durch die Stärke der Veränderung der Luftzufuhr, sondern auch durch die Änderungsgeschwindigkeit beeinflussen. Dazu ist eine mit einer vorgegebenen Frequenz oder von einem Zufallsgenerator gesteuerte Veränderung des von dem jeweiligen Ventilator gelieferten Volumenluftstroms vorgesehen. Schließlich ist aus EP 0137 065 A1 bekannt, dass bei einer Vorrichtung zum kontinuierlichen und spannungslosen Behandeln von textilen Warenbahnen die Frequenz von mit Ober- und Unterdüsen erzeugten Luftstößen zwischen 1 und 8 Hz betragen kann. Diese Ober- und Unterdüsen werden durch Schieber geschlossen bzw. freigegeben und geben gegeneinander gerichtete Luftstöße ab.

Tatsächlich kann mit bekannten Anlagen der beschriebenen Art eine Tumble-Wirkung, also vor allem ein sogenannter „weicher Griff" und ein größeres Volumen der Stoffbahn, erreicht werden, wenn nur die Behandlungsstrecke lang genug ist. Dieser Tumble-Effekt ist aber im Ergebnis keineswegs vergleichbar mit demjenigen eines diskontinuierlich arbeitenden Tumblers. Einer solchen, auch im Haushalt bekannten, Maschine steht für die Bearbeitung ca. eine Stunde zur Verfügung. In dieser Zeit werden Hunderte von Tumble-Schlägen auf die behandelten Textilien ausgeübt. Wenn man mit den aus den vorgenannten Druckschriften bekannten kontinuierlichen Relaxiertrocknern bzw. -tumblern ein ähnliches Tumble-Ergebnis (weicher Griff, großes Volumen) erreichen wollte, müßte die wirtschaftlich mit ca. 30 bis 50 m/min. kontinuierlich fördernde Maschine weit über hundert Meter lang sein.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Trocknen und gleichzeitigen Krumpfen einer in Bahntransportrichtung bewegten textilen Stoffbahn zu schaffen, mit der auf wenigen Metern Transportweg bei üblicher Transportgeschwindigkeit in der Größenordnung von dreißig bis fünfzig Metern pro Minute ein Tumble-Effekt, d.h., Krumpf, Griff und Volumen wie bei einem diskontinuierlich arbeitenden Tumbler (Trockner) zu erreichen ist.

Die erfindungsgemäße Lösung besteht für die eingangs genannte Vorrichtung, in der die zu behandelnde Stoffbahn durch Beblasen aus Düsen in eine wellenartige Bahngrundbewegung mit vorgegebenem Wellenfrequenzbereich versetzt wird, darin, daß der wellenartigen Bahngrundbewegung mittels zusätzlicher Stauchmittel, deren Stauchfrequenz groß gegen eine mittlere Wellenfrequenz des Frequenzbereichs der Bahngrundbewegung ist, eine Stauchbewegung überlagert ist. Die mittlere Wellenfrequenz kann auch – dem Begriff „Bahngrundbewegung" entsprechend – als „Grundfrequenz" bezeichnet werden. Mit anderen Worten, erfindungsgemäß sollen der Stoffbahn zusätzlich (zu der Düsenbeblasung) mechanisch wirkende Stauchmittel, deren Stauchfrequenz groß gegen die mittlere Wellenfrequenz ist, zugeordnet werden. Die zusätzlichen, mechanisch wirkenden Stauchmittel können im Rahmen der Erfindung als mechanische Klopfer bzw. Schläger oder als aerodynamisch arbeitende Blasmittel ausgebildet werden. Einige Verbesserungen und weitere Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen angegeben.

Während die herkömmlichen Relaxieranlagen nur einen (im Vergleich zu diskontinuerlich arbeitenden Tumblern) ungenügenden Tumbler-Effekt – Weichheit, Volumen, Krumpf – in der Praxis erreichen konnten, läßt sich erfindungsgemäß die Zahl der Tumble-Stöße durch die Überlagerung der hochfrequenten Stauchung über die wellenartige Bahngrundbewegung so verstärken, daß auf wenigen Metern Transportweg, z.B. drei Metern, bei dreißig Meter pro Minute Transportgeschwindigkeit der Bahn, ein Tumble-Effekt in der Bahn zu erzeugen ist, der qualitativ mit demjenigen einer herkömmlichen diskontinuierlich arbeitenden Tumble-Maschine vergleichbar ist.

Gemäß weiterer Erfindung soll jedes erfindungsgemäße Stauchmittel einem Wellenberg der überlagerten wellenartigen Bahngrundbewegung zugeordnet werden. Die Stauchmittel können dabei als mechanisch wirkende Klopfer, die translatorisch oder rotierend arbeiten, oder als Blasmittel mit mit der Stauchfrequenz variabler Ausblasrichtung und/oder -frequenz ausgebildet werden. Auf die Art der Erzeugung der erfindunsgemäßen überlagerten Stauchbewegung kommt es nicht so sehr an, wie auf die Frequenz der Stauchung, die groß gegen die mittlere Frequenz der herkömmlich erzeugten Wellengrundbewegung sein soll. Während die wellenartige Bahngrundbewegung zum relaxierenden Krumpfen im Wesentlichen ausreichen mag, kann sie allein den weichen Griff und das Volumen einer diskontinuierlich getumbleten Stoffbahn nicht erreichen. Das gilt auch für die im Stand der Technik vorgeschlagenen zusätzlichen Tumblemittel, deren Frequenz annähernd in der Größenordnung der Grundfrequenz bzw. der mittleren Wellenfrequenz der Bahngrundbewegung ist. Wenn dagegen ein erfindungsgemäßes Stauchmittel mit z.B. fünfzig Hz arbeitet, kann es auf eine mit dreißig Meter/Minute bewegte Stoffbahn auf einer Behandlungsstrecke von drei Metern dreihundert Stauchstöße ausüben. Diese Zahl steigt proportional zur Stauchfrequenz.

Als erfindungsgemäßes Stauchmittel kommt bevorzugt ein translatorisch, insbesondere annähernd senkrecht zur Bahnfläche bzw. Bahntransportrichtung, arbeitender Klopfer in Frage. Ein solcher Klopfer kann durch, bevorzugt elektromagnetische oder mechanische, Schwingungserzeuger, insbesondere gegen eine elastischere Rückstellkraft, angetrieben werden. Als erfindungsgemäße Stauchmittel können auch rotierende Klopfer vorgesehen werden. Ein solcher rotierender Klopfer kann als Tumblerrad mit einzelnen an dessen Umfang bei räumlich fester Gitterebene gelagerten Prallgittern ausgebildet werden. Ferner kommen als rotierende Klopfer paarweise gegenläufig rotierende Schlägerwalzen in Frage. Die Schlägerwalzen können bevorzugt beim Rotieren fingerartig ineinander greifende Arme besitzen. Im Allgemeinen sollen die Klopfflächen der jeweiligen Stauchmittel luftdurchlässig sein, damit sich vor den Klopfflächen bzw. -armen kein Luftpolster ausbilden kann.

Gemäß weiterer Erfindung können die Stauchmittel als Blasmittel, vorzugsweise mit einer mit der Stauchfrequenz variablen Ausblasrichtung, ausgebildet werden. Beispielsweise kann hiernach ein Düsenpaar vorgesehen werden, aus dem Luft abwechselnd in eine erste Richtung und in eine schräg dazu geneigte zweite Richtung erfolgt. Für den Betrieb einer erfindungsgemäß geeigneten Ausblaseinrichtung ist es sehr vorteilhaft, wenn zwar in wechselnde Richtungen geblasen wird, aber der Blasstrom beim zugeordneten Druckluftlieferteil praktisch kontinuierlich abgenommen wird. Beispielsweise kann jedes Blasmittel mindestens zwei auf die Stoffbahn gerichtete und abwechselnd aktivierte Ausblasöffnungen besitzen. Ferner kann jedes Blasmittel als drehbare Düse mit mindestens zwei Ausblasöffnungen ausgebildet werden und mit in einer in Richtung Stoffbahn für eine Ausblasöffnung geöffneten Düsenabschirmung ausgestattet werden.

Im Prinzip wird erfindungsgemäß eine Stauchfrequenz vorgesehen, die groß gegen die mittlere bzw. durchschnittliche Wellenfrequenz der Wellengrundbewegung der Stoffbahn sein soll. Ein im Rahmen der Erfindung besonders guter Tumble-Effekt läßt sich erreichen, wenn die Stauchfrequenz auf die Größenordnung der Eigenfrequenz der jeweils behandelten Stoffbahn oder der Stauchmittel einzustellen ist. Wenn die Stauchfrequenz gleich einer Eigenfrequenz der behandelten Stoffbahn, insbesondere auch bei der gleichzeitigen Wellenbewegung, ist, erfolgt das erfindungsgemäß überlagerte Stauchen besonders wirkungsvoll und mit brillantem Tumble-Effekt (Weichheit, Volumen usw.).

Anhand der schematischen Darstellung einiger Ausführungsbeispiele werden Einzelheiten der Erfindung erläutert. Es zeigen

1 eine Vorrichtung, deren Stauchmittel als mechanisch wirken der Klopfer ausgebildet ist;

2 eine Vorrichtung mit rotierendem Klopfer als Tumblerrad und daran befestigten Prallgittern;

3 einen rotierenden Klopfer mit paarweise gegenläufig drehenden Schlägerwalzen;

4 Stauchmittel, die als Blasmittel mit hoher Stauchfrequenz ausgebildet sind; und

5 andere als Blasmittel ausgebildete Stauchmittel.

In den 1 bis 4 wird eine textile Stoffbahn 1 in Bahntransportrichtung 2 bewegt. Längs des Bahntransportwegs 3 werden Blasmittel 4 (für ein Behandlungsgas, insbesondere Luft) mit jeweils dazwischen liegenden Rückströmkanälen 5 (für die über Blasmittel 4 angeförderte Luft) positioniert, um in der Stoffbahn 1 eine entgegen der Bahntransportrichtung 2 durch die Bahn laufende wellenartige Bahngrundbewegung 6 mit vorgegebenem Wellenfrequenzbereich zu erzeugen. Die wellenartige Bahngrundbewegung entsteht beispielsweise dadurch, daß auf die Stoffbahn 1 in Streifen (gesehen quer zur Transportrichtung 2 und zur Zeichnungsebene) auf die Bahn 1 abwechselnd Blasluft 7 von unten und Blasluft 8 von oben auftrifft. Die Blasluft 7 von unten kann aus Lochdüsen oder Schlitzdüsen auf die Bahn 1 gerichtet werden. Die Blasluft 8 von oben kann im Wesentlichen durch die zurückströmende Blasluft 7 dargestellt werden. Während die Stoffbahn 1 sich kontinuierlich in Richtung 2 bewegt, bleiben die Blasmittel 4 räumlich stehen. Dadurch bildet sich in der kontinuierlich bewegten Bahn 1 eine stehende Grundwelle mit Wellenbergen und -tälern, annähernd ähnlich einer Sinus-Welle, welche in der Richtung 2 von der Stoffbahn durchlaufen wird.

Im Ausführungsbeispiel nach 1 bis 3 kann der textilen Stoffbahn 1 ein in der Bahntransportrichtung 2 kontinuierlich vorwärts bewegtes Siebband 9 zugeordnet werden, auf das sich die Bahn 1 in den „Tälern" auflegt. Das Siebband 9 kann endlos sein und an den Längsenden der jeweiligen Maschine über Umlenkrollen zurückgeleitet werden. Es soll gegebenenfalls die Bahn 1 auf deren ganzer Breite tragen können. Durch den Einfluß der von unten kommenden Blasluft 7 und der von oben kommenden Blasluft 8 wird in der Stoffbahn 1 längs deren Transportweg 2 eine annähernd stehende Welle mit Wellenbergen 11 und Wellentälern 12 erzeugt.

1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines insgesamt mit 13 bezeichneten Stauchmittels, das wie ein translatorisch arbeitender Klopfer mit Klopf-Teller 14 arbeitet. Die Richtung der Klopfbewegung 15 wird in 1 durch Doppelpfeile gekennzeichnet. Im Ausführungsbeispiel wird der Teller 14, der bevorzugt luftdurchlässig, z.B. gitterförmig, sein soll, in Richtung annähernd senkrecht zur Fläche der Stoffbahn 1 bewegt. Erfindungsgemäß wird eine, z.B. durch einen elektromagnetischen Schwingungserzeuger 16 gegen eine magnetische oder mechanische (elastische) Rückstellkraft 17 herbeigeführte hochfrequente Bearbeitung der Stoffbahn 1 angestrebt. Anstelle eines elektromagnetischen Antriebs kann auch ein magnetischer oder mechanischer Antrieb, letzterer z.B. mit Exzenter 18, vorgesehen werden.

Die Frequenz der Bewegung hin und her in Richtung der Doppelpfeile 15 soll erfindungsgemäß groß gegen die Grundfrequenz der durch die Wellenberge und -täler beschriebenen Sinus-Kurve oder dergleichen sein. Die durch die einzelnen Berge und Täler 11, 12 hindurchwandernde Stoffbahn 1 wird also im dargestellten Ausführungsbeispiel an jedem Berg mehrfach bzw. vielfach mit Hilfe des Tellers 14 gestaucht bzw. geschlagen.

2 zeigt ein Stauchmittel 13 mit einem rotierenden Klopfer 2i. Im Gegensatz zum translatorischen Klopfer 19, der in Pfeilrichtung 15 hin und her bewegt wird, ist der rotierende Klopfer 21 nach 2 um eine Achse 22 drehbar gelagert. Im Ausführungsbeispiel nach 2 wird der rotierende Klopfer 21 als Tumblerrad mit einzelnen an dessen Umfang 23 bei räumlich fester Gitterebene gelagerten Prallgittern 24 ausgebildet. Jedes Prallgitter 24 wird mit einer Achse 25 am Umfang 23 so befestigt, daß die Gitterebene 26 beim Rotieren des Klopfers 21 (Drehen in Pfeilrichtung 27) räumlich feststehend bleibt. Mit Hilfe des rotierenden Klopfers 21 kann wiederum jeder Wellenberg 12 der Bahngrundbewegung mit der erfindungsgemäß hohen Frequenz geklopft bzw. gestaucht werden.

3 zeigt ein erfindungsgemäßes Stauchmittel 13 mit rotierenden Klopfern 31, die aus paarweise gegenläufig rotierenden Schlägerwalzen 32 gebildet werden. Die Schlägerwalzen 32 besitzen mehrere, z.B. vier, Arme 33, die beim Rotieren ineinander greifen, etwa wie die Finger von zwei Händen. Die Schlägerwalzen 32 besitzen Drehachsen 34, die sich quer zur Bahntransportrichtung 2 (parallel zur Bahnebene) sowie parallel zueinander erstrecken. Die Drehung erfolgt gemäß Ausführungsbeispiel nach 3 gegenläufig in Richtung der dargestellten Pfeile 35 und 36. Um zu erreichen, daß die Arme 33 der Schlägerwalzen 32 fingerartig ineinandergreifen können, werden die Arme als Bügel oder Scheiben ausgebildet, die sich jeweils senkrecht zu den Drehachsen 34 erstrecken, aber gemeinsam beim Auftreffen auf die Stoffbahn 1 wie ein Gitter eine im Wesentlichen flächige Bearbeitung der Bahn leisten. – Ganz ähnlich wie die Arm 33 der Schlägerwalzen 32 können auch die Prallgitter 24 nach 2 ausgebildet werden. Im letzteren Fall ist es im Rahmen der Erfindung möglich, die einzelnen rotierenden Klopfer (in Bahntransportrichtung 2) so nahe zusammenzurücken, daß die Prallgitter 24 benachbarter Klopfer 21 bei dem Umlauf um ihre jeweilige Achse 22 sich fingerartig durchdringen.

Die 4 zeigt ein Beispiel erfindungsgemäßer Stauchmittel, die als Blasmittel abhängig von der Stauchfrequenz variabler Ausblasrichtung ausgebildet sein sollen. Das Ausführungsbeispiel zeigt eine drehbare Düse 41, die über ihre Welle (Achse) 42 mit Druckluft versorgt wird. Die Düse wird in der als Pfeil dargestellten Umlaufrichtung 43 rotiert. Sie besteht aus einem Zylinder 44 mit (im gezeichneten Beispiel) vier Ausströmöffnungen 45. Innerhalb der Düse 41 befindet sich ein räumlich feststehendes im wesentlichen zylindrisch geformtes Abschirmblech 46, das den Luftaustritt 47 momentan nur aus einer der Ausströmöffnungen 45 zuläßt. Wenn sich der Zylinder 44 in der Umlaufrichtung 43 weiterdreht, gelangt eine andere Ausströmöffnung in den Bereich des Durchtrittschlitz 48, während die bisher arbeitende Ausströmöffnung 45 durch das Abschirmblech 46 gesperrt wird. Der Durchtrittsschlitz 48 ist aber breiter als die Ausströmöffnung 45 selbst, so daß der in 4 dargestellte Wellenbereich 11 auf dem ganzen Umfangswinkel 49 des Durchtrittschlitzes 48 (wie dargestellt) bearbeitet wird. 4 zeigt nebenbei ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Stoffbahn 1 nicht nur ein Transportband 9a auf der Unterseite sondern zusätzlich ein Transportband 9b auf der Oberseite besitzt, so daß zwischen den beiden Transportbändern ein Behandlungskanal 50 aufgespannt wird. Im Prinzip ist jedoch das obere Transportband 9b für die Funktion der dargestellten drehbaren Düse 41 nicht unbedingt erforderlich.

5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel mit als Blasmittel ausgebildeten Stauchmitteln, nämlich eine erfindungsgemäße Tumble-Vorrichtung zum kontinuierlichen Trocknen und gleichzeitigen Krumpfen einer durch einen zwischen zwei luftdurchlässigen, horizontal angeordneten Transportbändern 9a und 9b aufgespannten Behandlungskanal 50 in Bahntransportrichtung 2 bewegten textilen Stoffbahn 1 mit längs deren Bahntransportweg (in Richtung 2) angeordneten, auf die Bahn gerichteten Blasmitteln. Als Blasmittel werden untere und obere Düsenanordnungen 51 bzw. 52 mit mindestens je zwei abwechselnd mit Behandlungsluft zu beaufschlagenden Düsen bzw. Auslaßöffnungen 53, 54 vorgesehen, deren Düsenstrahlen 55 und 56 die Bahn 1 räumlich mit Abstand voneinander treffen. Die dargestellten Düsenanordnungen 51, 52 besitzen rotierende Druckluftverteiler 57 und 58 nach Art eines Zwei-Wege-Hahns bzw. -Ventils. Der Druck der auf diese Weise auf die Bahn 1 geblasenen Luft, also der Druck der Düsenstrahlen 55 und 56, soll größer als die Längsspannung der Bahn sein, so daß die Bahn 1 durch die Wirkung der Düsenstrahlen gegen die Transportbänder 9a und 9b geschlagen wird.

Im gezeichneten Ausführungsbeispiel wird den Auslaßöffnungen bzw. Düsen 53, 54 je ein Blaskasten 59, 60 (in Richtung der zuströmenden Luft) vorgeschaltet. Die Blaskästen 59, 60 sollen abwechselnd über die rotierenden Druckluftverteiler 57, 58 auf ein Druckluftreservoir 61, 62 zu schalten sein.

Um zu erreichen, daß die Druckluftverteiler 57, 58 einen im Wesentlichen kontinuierlichen Luftdurchlaß zwischen Reservoir 61, 62 und den Düsen 55, 56 ermöglichen, wird der rotierende Druckluftverteiler 57, 58 vorgesehen. Er besteht gemäß Zeichnung aus einer hohlen Walze 63, deren Mantel 64 in Umfangsrichtung (der Walze) zwei diametral gegenüberliegende Durchlaßschlitze 65 besitzt. Die Walze 63 soll in einem Zylindermantel 66 drehbar gelagert werden, welche einen der Breite der Durchlaßschlitze 65 entsprechend breiten, dem Druckluftreservoir 61, 62 zugewandten Einlaßschlitz 67 und als Verbindung zu den Blaskästen 59, 60 je einen etwa der Größe der zugehörigen Auslaßöffnung bzw. Düse 53, 54 entsprechend breiten Auslaßschlitz 68 besitzt.

Vorzugsweise besitzen die rotierenden Druckluftverteiler 57, 58 bzw. Walzen 63 unterschiedliche Antriebe, so daß die Walzen 63 der (in 5) unteren Düsenanordnung 51 mit einer die durchschnittliche Wellenfrequenz der Bahngrundbewegung, also die Grundfrequenz, vorgebenden Umdrehungsgeschwindigkeit so zu rotieren sind, daß die unteren Düsen 53, 54 abwechselnd mit Behandlungsluft beaufschlagt werden und – wie in der Zeichnung dargestellt – abwechselnd auf die Stoffbahn 1 blasen, so daß sich ein mäanderförmiger Weg der Stoffbahn 5 im Kanal 3 zwischen den Transportbändern 9a und 9b mit einer der Grundfrequenz entsprechenden Grundwellenlänge einstellt, wobei die Mäanderbogen mit der Grundfrequenz zwischen den beiden Transportbändern 9a und 9b hin und her geschlagen werden.

Der von den unteren Düsenanordnungen 51 erzeugten Wellengrundbewegung wird nach 5 mit Hilfe der oberen Düsenanwendungen 52 eine Stauchbewegung mit einer Stauchfrequenz überlagert, welche groß gegen die Grundfrequenz ist. Zu diesem Zweck werden den rotierenden Druckluftverteilern 58 der oberen Düsenanordnungen 52 Antriebe zugewendet, welche die dortigen (oberen) Walzen 63 viel schneller (z.B. 20 bis 50fach) als die unteren Walzen 63 rotieren lassen. Der Wechsel der Düsenstrahlen 55, 56 an den oberen Düsenanordnungen 52 erfolgt daher mit der Stauchfrequenz. Mit dieser hohen Frequenz wird die Stauchbewegung auf die im Wesentlichen sinusförmige Bahngrundbewegung moduliert.

In 5 werden nur zwei Elemente der Stauch-Blas-Vorrichtung gezeichnet. Tatsächlich können mehrere solcher Elemente aneinander gereiht werden. Oft genügt aber auch ein einziges Element. Nach einer Abwandlung der Erfindung kann es vorteilhaft sein, die Walzen 63 der oberen und unteren Düsenanwendungen 51, 52 annähernd gleich schnell rotieren zu lassen.

1
Stoffbahn
2
Bahntransportrichtung
3
Bahntransportweg
4
Blasmittel
5
Rückströmkanal
6
Bahnbewegung
7
Blasluft von unten
8
Blasluft von oben
9
Transportband
11
Wellenberg
12
Wellental
13
Stauchmittel bzw. Klopfer
14
Teller
15
Doppelpfeil
16
elektromagnetischer Antrieb
17
elastische Rückstellkraft
18
Exzenter
19
translatorischer Klopfer
21
rotierender Klopfer
22
Achse
23
Umfang
24
Prallgitter
25
Achse
26
Gitterebene
27
Pfeilrichtung
31
Klopfer (3)
32
Schlägerwalze
33
Arm
34
Drehachse
35, 36
Drehrichtung
41
drehbare Düse (4)
42
Welle
43
Umlaufrichtung
44
Zylinder
45
Ausströmöffnung
46
Abschirmblech
47
Luftaustritt
48
Durchtrittsschlitz
49
Umfangswinkel
50
Behandlungskanal
51, 52
Düsenanordnung
53, 54
Auslaßöffnung, Düse
55, 56
Düsenstrahlen
57, 58
Druckluftverteiler
59, 60
Blaskästen
61, 62
Druckluftreservoir
63
hohle Walze
64
Mantel
65
Durchlaßschlitz
66
Zylindermantel
67
Einlaßschlitz
68
Auslaßschlitz


Anspruch[de]
Vorrichtung zum kontinuierlichen Trocknen und gleichzeitigen Krumpfen einer in Bahntransportrichtung bewegten textilen Stoffbahn (1) mit längs deren Bahntransportweg (3) angeordneten Blasmitteln (4) zum Erzeugen einer entgegen der Bahntransportrichtung (2) durch die Bahn laufenden wellenartigen Bahngrundbewegung (6) mit vorgegebener Wellenfrequenz, dadurch gekennzeichnet, daß der wellenartigen Bahngrundbewegung (6) mittels zusätzlicher Stauchmittel (13), deren Stauchfrequenz groß gegen eine mittlere Wellenfrequenz der Bahngrundbewegung ist, eine Stauchbewegung überlagert ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Stauchmittel (13) einem Wellenberg (11) der wellenartigen Bahnbewegung (6) zugeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stauchmittel (13) als mechanisch wirkende Klopfer ausgebildet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Stauchmittel (13) ein translatorisch, bevorzugt annähernd senkrecht zur Bahnfläche bzw. Bahntransportrichtung (2), arbeitender Klopfer (19) vorgesehen ist (1). Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Klopfer (19) durch, bevorzugt elektromagnetische (16) oder mechanische (18) oder magnetische, Schwingungserzeuger (16), insbesondere gegen eine, bevorzugt magnetisch oder mechanisch, elastische Rückstellkraft (17), angetrieben ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Stauchmittel (13) ein rotierender Klopfer (21) vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der rotierende Klopfer (21) als Tumblerrad mit einzelnen an dessen Umfang (23) bei räumlich fester Gitterebene (26) gelagerten Prallgittern (24) ausgebildet ist (2). Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als rotierender Klopfer (31) paarweise gegenläufig rotierende Schlägerwalzen (32) vorgesehen sind (3). Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlägerwalzen (32) beim Rotieren fingerartig ineinander greifende Arme (33) besitzen. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Klopfflächen der Stauchmittel (13) luftdurchlässig sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stauchmittel (13) als Blasmittel (4i) mit mit der Stauchfrequenz variabler Ausblasrichtung ausgebildet sind. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Blasmittel (51, 52) mindestens zwei auf die Stoffbahn (1) gerichtete und abwechselnd aktivierte Ausblasöffnungen (53, 54) besitzt. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Blasmittel als drehbare Düse (41) mit mindestens zwei Ausblasöffnungen (45) ausgebildet und mit in einer in Richtung Stoffbahn (1) für eine Ausblasöffnung geöffneten Düsenabschirmung (46) ausgestattet ist (4). Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Stauchfrequenz eine Eigenfrequenz der bearbeiteten Stoffbahn (1) oder des Stauchmittels (13) vorgesehen ist. Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der wellenartigen Bahngrundbewegung (6) mittels zusätzlicher Stauchmittel (13), deren Stauchfrequenz groß gegen eine mittlere Wellenfrequenz der Bahngrundbewegung ist, eine Stauchbewegung überlagert wird.






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