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Dokumentenidentifikation DE202006007018U1 19.10.2006
Titel Flexibler schallabsorbierender Raumteiler
Anmelder Maier Neuberger Projekte GmbH, 82008 Unterhaching, DE
Vertreter Kaufmann Lutz Stück Abel v.Lojewski, 80333 München
DE-Aktenzeichen 202006007018
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.10.2006
Registration date 14.09.2006
Application date from patent application 03.05.2006
IPC-Hauptklasse E04B 2/00(2006.01)A, F, I, 20060503, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04B 2/72(2006.01)A, L, I, 20060503, B, H, DE   E04B 2/76(2006.01)A, L, I, 20060503, B, H, DE   

Beschreibung[de]
1. Ausgangssituation

Aus Gründen von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit werden moderne Bürogebäude immer seltener mit flächendeckenden Abhangdecken ausgestattet. Die Installationsführung erfolgt weitgehend im Bodenaufbau, selbst die Arbeitsplatzbeleuchtung erfolgt häufig mit Stehleuchten. And den Decken verbleiben Grundbeleuchtung, Sicherheitsinstallationen und Sprinklerleitungen, die sichtbar verlegt werden. Zudem kommt immer häufiger eine Bauteilaktivierung der Decken zum Einsatz, indem durch in die Deckenkonstruktion integrierte Kühl- und Heizleitungen eine wirtschaftliche Raumkühlung bzw. Grundbeheizung erreicht wird. Diese Art der Temperaturregulierung setzt ebenfalls eine Konstruktion ohne Abhangdecken voraus. Eine weitere Entwicklung ist, dass aus Gründen von Optik und Langlebigkeit immer öfter der bisher im Bürobau übliche Teppichbelag durch harte Beläge wie Parkett, Linoleum oder Beschichtungen ersetzt wird.

In der Summe führt dies zu einer weitgehend mit schallharten Materialien ausgestatteten Arbeitsumgebung mit einem häufig nahezu vollständigen Entfall schallabsorbierender Flächen.

Gleichzeitig wird die Sensibilität der Nutzer von Bürogebäuden im Hinblick auf eine auch akustisch optimale Arbeitssituation immer höher. Die rechtlichen Grundlagen für die akustische Beurteilung von Büroarbeitsplätzen sind durch die VDI-Richtlinie 25693 und durch die DIN 18 0414 beschrieben. Hieraus lassen sich bezogen auf die Grundfläche des Raumes Flächenwerte für erforderliche Absorptionsflächen ableiten.

Wenn, aus den oben beschriebenen Gründen, immer weniger Absorptionsflächen an Boden und Decke zur Verfügung stehen, verbleiben folgende Optionen:

  • – abgehängte Deckensegel in Teilbereichen
  • – Möbel
  • – Wände

Nachdem die meisten Bürogebäude als Investitionsobjekte ohne konkreten Nutzer gebaut werden, scheidet die Option „schallabsorbierende Möbel" meist aus. Der Mieter erwartet ein akustisch funktionierendes Büro, ohne dass er selbst neue Möbel kaufen oder teure Nachrüstungen an seinen Bestandsmöbeln vornehmen muss. Als realistische Option stehen damit Wandflächen zur Verfügung.

Das Belegen von Wandflächen zum Erzielen ausreichender Absorptionsflächen ist bei Zellenbüros mit Einzel- oder Mehrpersonenbelegung häufig möglich. In der aktuell immer häufiger verwendeten Organisationsform des „open-plan", d.h. einer Mischform („Team Office") aus Gruppenbüro und Großraumbüro, ist das Verhältnis von baulich zur Verfügung stehenden Wandflächen zur erforderlichen Absorptionsflächen meist sehr ungünstig. Gleichzeitig gibt es ein Bedürfnis nach räumlicher Gliederung der offenen Bürobereiche.

2. Problemlösung durch die Erfindung

Durch die flexiblen schallabsorbierenden Raumteiler werden zwei Probleme gelöst:

  • – räumliche Gliederung der offenen Bürobereiche
  • – Schaffung schallabsorbierender Flächen

Konstruktionsbeschreibung

An zwischen Decke und Fußboden eingespreizten Pfostenelementen (1) werden Absorptionselemente (2) eingehängt, die unterschiedliche Frequenzbereiche absorbieren.

Die Pfostenelemente bestehen aus Aluminiumrundrohren mit verstellbaren Fußteilen (1a) und Kopfteilen (1b). Die Elemente können dadurch an unterschiedliche Raumhöhen angepasst werden und gleichen Schwankungen in der Raumhöhe aus. Durch eine Federbelastung werden zudem dynamische Verformungen des Gebäudes durch Setzung oder Durchbiegung aufgenommen, ohne dass dies zu einer Durchbiegung der Pfosten führt. Die Pfosten (1) werden mit den verstellbaren Fußteilen (1a) und Kopfteilen (1b) ohne Verdübelung so zwischen Decke und Boden verspreizt, dass die einschlägigen Vorschriften zur Standfestigkeit eingehalten werden. Die flexiblen schallabsorbierenden Raumteiler können damit ohne Eingriffe in den Baukörper flexibel versetzt und unterschiedlichen Bedürfnissen angepasst werden.

Zwischen die Pfostenelemente (1) werden Absorptionselemente (2) eingehängt. Breite und Höhe der Absorptionselemente sind variabel und können unterschiedlichen Einbausituationen angepasst werden. Die Absorptionselemente (2) können mit unterschiedlichen Oberflächen und Lochungen (2a, 2b) versehen werden. Durch die Kombination von Dämmmaterial, Oberfläche und Lochung entstehen als Höhen-, Mittel- und Tiefenabsorber Absorptionsflächen für unterschiedliche Frequenzbereiche, deren Flächenverhältnisse auf die Raumsituation abgestimmt werden können.

Die Absorptionselemente (2) können in unterschiedlichen Höhen an den Pfostenelementen befestigt werden. Je nach Wunsch kann damit einer eher offener oder ein stärker unterteilter Raumeindruck erreicht werden.


Anspruch[de]
Der flexible schallabsorbierende Raumteiler ist dadurch gekennzeichnet, dass an zwischen Decke und Fußboden eingespreizten Pfostenelementen (1) Absorptionselemente (2) eingehängt, die unterschiedliche Frequenzbereiche absorbieren. Der flexible schallabsorbierende Raumteiler nach Anspruch 1 ist dadurch gekennzeichnet, dass die Pfostenelemente (1) mit verstellbaren Fuß- (1a) und Kopfteilen (1b) ausgestattet sind, wodurch die Pfostenelemente (1) an unterschiedliche Raumhöhen angepasst werden können und Schwankungen in der Raumhöhe ausgeglichen werden können. Der flexible schallabsorbierende Raumteiler nach einem der vorhergehenden Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass in das Kopfteil (1b) eine Feder integriert ist, durch die die Spreizleistung der Pfostenelmente (1) auch bei plastischen oder dynamischen Verformungen des Gebäudes durch Schwindung, Setzung oder Durchbiegung gewährleistet bleibt. Der flexible schallabsorbierende Raumteiler nach einem der vorhergehenden Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass die Boden bzw. Decke berührenden Oberflächen der Fuß- (1a) und Kopfteile (1b) abhängig vom Boden- bzw. Deckenmaterial rutschhemmend jeweils in der Art ausgebildet sind, dass eine Verrutschen wirkungsvoll verhindert wird und keine zusätzlichen Befestigungsmittel erforderlich sind. Der flexible schallabsorbierende Raumteiler nach einem der vorhergehenden Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Pfostenelemente (1) Absorptionselemente (2) eingehängt werden können. Der flexible schallabsorbierende Raumteiler nach einem der Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass Breite und Höhe der Absorptionselemente (2) variabel sind und somit unterschiedlichen Einbausituationen angepasst werden können. Der flexible schallabsorbierende Raumteiler nach einem der Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionselemente (2) mit unterschiedlichen Oberflächen und Lochungen (2a, 2b) versehen werden können. Durch die Kombination von Dämmmaterial, Oberfläche und Lochung entstehen als Höhen-, Mittel- und Tiefenabsorber Absorptionsflächen für unterschiedliche Frequenzbereiche, deren Flächenverhältnisse auf die Raumsituation abgestimmt werden können.






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