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Dokumentenidentifikation DE60303377T2 26.10.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001516447
Titel VERFAHREN ZUR ÜBERPRÜFUNG DER RUNDFUNKBEDIGUNGEN VON INHALTEN DIE AUS ANDERER QUELLE ÜBERTRAGEN WERDEN
Anmelder Nagravision S.A., Cheseaux-sur-Lausanne, CH
Erfinder MELLIER, Pierre, CH-1024 Ecublens, CH;
RAPIN, Gilles, CH-2027 Fresens, CH
Vertreter Becker, Kurig, Straus, 80336 München
DE-Aktenzeichen 60303377
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 24.06.2003
EP-Aktenzeichen 037329679
WO-Anmeldetag 24.06.2003
PCT-Aktenzeichen PCT/IB03/02705
WO-Veröffentlichungsnummer 2004004179
WO-Veröffentlichungsdatum 08.01.2004
EP-Offenlegungsdatum 23.03.2005
EP date of grant 25.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.10.2006
IPC-Hauptklasse H04H 9/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse H04H 7/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Anmeldung betrifft ein Verfahren zur Überwachung und und Ermittlung spezifischer Bedingungen und insbesondere ein Verfahren zur Verifizierung vertraglicher Bedingungen. Ein solches Verfahren wird im Dokument US 6 388 712 B1 offenbart.

Die Sendung von Informatikinhalten führt unmittelbar zur Frage von Urheberrechten. Der Lieferant dieser Daten möchte sich davon überzeugen, dass der Sender die Bedingungen einhält, die festgelegt und von den beiden Parteien ordnungsgemäss angenommen worden sind.

Diese Bedingungen betreffen sehr unterschiedliche Bereiche, darunter:

  • – Tag und Stunde der Sendung
  • – Art des Sendenetzes (Kabel, Satellit, Internet usw.)
  • – Art der Datenverschlüsselung
  • – Sprache
  • – maximale und minimale Anzahl der Sendungen
  • – gebietsweise Ausblendung (Blackout)
  • – Vertragsdauer
  • – Werbetätigkeit (Ankündigungen, Werbung)
  • – Fakturierungsart (Abonnement, Pay-per-View usw.)
  • – Kopierschutz (innerhalb/ausserhalb)
  • – Art der Empfangseinrichtung (STB, VPR, PDA, TV usw.)
  • – Dauer des Verbleibs im Speicher des Abonnenten
  • – erlaubte Werbeunterbrechungen
  • – Tonspurqualität.

Dies ist nur ein Teil der einen Gegenstand betreffenden Bedingungen. Weiter gibt es mehr pauschale Bedingungen, die eine Gruppe von Gegenständen betreffen, zum Beispiel eine Garantie von 10 % der Sendezeit für einen Lieferanten.

Diese Kriterien greifen zu verschiedenen Zeiten während der Vorbereitung einer Sendung. Wenn die Sendezeit näher rückt, werden die Parameter der Konfiguration immer zuverlässiger und die Verifizierungen zahlreicher.

Ausserdem findet eine vorgesehene Sendung nicht unbedingt statt, so dass auch dies bei der Abrechnung der Sendungen berücksichtigt werden muss. Eine Sendung wird möglicherweise verschoben oder abgesagt oder nur zum Teil ausgeführt, wodurch eine Vertragsbedingung verletzt werden kann.

Daher haben in der Praxis die Sender darauf verzichtet, systematisch alle Vertragsbedingungen zu verifizieren, und verletzen oft bestimmte Bedingungen, ohne es zu wissen. Dies führt unausbleiblich zu Problemen zwischen dem Sender und dem Lieferanten des digitalen Inhalts und kann einen Vertragsbruch, Geldstrafen oder einen Konzessionsverlust herbeiführen.

Unter „digitalem Inhalt" versteht man einen Börsen-, Wetter- oder allgemeinen Fernsehinformatiensdienst, einen Film, ein Sportereignis, ein Spiel oder dergleichen. Diese Definition kann sich auch auf eine Gruppe von Produkten wie ein Fernsehprogramm oder eine Serie von Produkten (Folge oder Rückblende) beziehen. Diese Inhalte können zu Peripheriegeräten wie einem Gebührenfernsehdekoder, einem Computer oder auch einem Mobiltelefon, einem Palmtop, einem PDA, einem Radio, einem Fernsehgerät oder einem Multimedienanschluss gesendet werden.

Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, ein Verfahren sowie Mittel vorzuschlagen, um während der Vorbereitung der Sendung eines Inhalts durch einen Sender seitens des Lieferanten die vertraglichen Bedingungen für diesen Inhalt zu empfangen, zu verifizieren und zu validieren.

Dieses Ziel wird erreicht durch ein Verfahren zur Prüfung der Gültigkeit der Bedingungen für die Sendung eines digitalen Inhalts durch einen Sender (D), der über einen ersten Datensatz (T3), der die strukturelle Konfiguration beschreibt, einen zweiten Datensatz (T2), der die Betriebsbedingungen des Senders (D) beschreibt, sowie einen dritten Datensatz (T1) verfügt, der die durch den Lieferanten (F) definierten Bedingungen beschreibt, wobei dieses Verfahren die folgenden Schritte umfasst:

  • • Empfang der durch den Lieferanten für zumindest einen digitalen Inhalt definierten Bedingungen (T1) sowie Speicherung dieser Bedingungen in einer Datenbank des Senders,
  • • Einführung der für die Sendung des digitalen Inhalts vorgesehenen Parameter während der Vorbereitung der Planung dieses digitalen Inhalts, wobei diese Parameter die Merkmale der für die Sendung vorgesehenen, verschiedenen Hardwaremoduln umfassen,
  • • Ersuchen an die Datenbank, den ersten, zweiten und dritten Datensatz herauszuziehen,
  • • Validierung der vorgesehenen Sendung durch Verifizierung der zweiten und dritten Bedingungen anhand der vorgesehenen Sendeparameter und des ersten Datensatzes sowie Ausgabe eines entsprechenden Berichts (RP).

Der Sender speichert also in seiner Datenbank für jeden digitalen Inhalt die vom Lieferanten kommenden Bedingungsdaten sowie die diesen Inhalt definierenden Daten. Dieser zweite Teil wird benutzt, um diesen Inhalt mit den Betriebsbedingungen des Senders zu verknüpfen, zum Beispiel bezüglich der Einhaltung seiner Konzessionsbedingungen.

Ein Ereignis wie zum Beispiel ein Film, die Wiederholung einer Sportsendung, eine Serie, Nachrichten oder eine Reportage wird durch eine eindeutige Kennzeichnung identifiziert. Diese Kennzeichnung dient als Zugangsschlüssel für die Speicherung von Daten für die durch den Sender definierten Bedingungen und von Daten, die den Inhalt beschreiben.

Bei der Vorbereitung einer Sendung führt der Betreiber die verschiedenen Parameter der geplanten Sendung wie zum Beispiel die Kennzeichnungen, die Zeit oder den Verteilkanal ein.

Dieser Prozess wird nicht zu einem einzelnen Zeitpunkt ausgeführt, sondern kann sich in mehreren der Sendung vorausgehenden Schritten abspielen. Wenn man sich einen Monat vor der Sendung befindet, werden bestimmte unbekannte Parameter nicht berücksichtigt werden. Dies könnte bei der Werbung vor und nach dem Ereignis der Fall sein, die erst später definiert wird.

Somit greift dieser Prozess der Verifizierung bei jedem Schritt während der Vorbereitung der Sendung. Mit dem Heranrücken der Sendung steigt die Anzahl der Parameter, und die Verifizierung wird daher immer wichtiger.

Die in der Datenbank vorhandenen Parameter genügen nicht, um die Bedingungen für die Gültigkeit einer solchen Sendung festzulegen. Das System der Erfindung umfasst Mittel, um unter Berücksichtigung der installierten Einrichtungen die materiellen Sendebedingungen festzulegen. Diese Mittel lesen zum Beispiel die Parameter für die Verschlüsselung oder die Qualität der Übertragung ein.

Das System umfasst ausserdem Mittel, um die Geschichte eines Ereignisses zusammenzustellen, zum Beispiel indem die Anzahl früherer Sendungen dieses Ereignisses oder einer Familie von Ereignissen zurückverfolgt wird. So können Bedingungen bezüglich der maximalen oder minimalen Anzahl von Sendungen bei der Verifizierung zu berücksichtigen sein. Diese Daten werden in der Datenbank der Sendungen gespeichert.

Die Auflistung dieser Parameter liefert uns Hinweise auf die Bedeutung, die jedem Kriterium beizumessen ist.

Einer Variante der Erfindung zufolge umfasst das System drei Warnstufen, die dem mit jedem Kriterium definierten Niveau der Einschränkung entsprechen:

  • – Verbot der Planung oder Sendung (Fehler),
  • – Ausdruck einer Meldung (Warnung),
  • – inaktiv (keine Verifizierung bezüglich dieses Kriteriums).

Nach diesen Verifizierungen wird somit ein Bericht ausgegeben, der als „vor Sendung" bezeichnet wird.

Das System der Erfindung ist nicht auf die Erstellung dieses Berichts beschränkt, sondern überwacht auch die tatsächlichen Sendungen. Es kann nämlich verschiedene Gründe dafür geben, dass eine vorgesehene Sendung ausfällt.

Daher ist es wichtig, dass die die früheren Sendungen betreffenden Daten auf der Grundlage der tatsächlichen Sendungen zusammengestellt werden. Das System der Erfindung sammelt alle gesendeten Ereignisse zusammen mit den jeder Sendung eigenen Bedingungen, um diese Daten in seiner Sendungsdatenbank zu speichern.

Daher ist es möglich, einen Bericht zu erzeugen, der als „nach Sendung" bezeichnet wird. Dieser Bericht beruht auf den wirklichen Sendeparametern und nicht mehr auf Simulationen. Dieser Bericht zeigt ebenfalls auf, welche Einschränkungen nicht beachtet worden sind.

Die Erfindung wird sich besser durch die eingehende Beschreibung verstehen lassen, die folgt und auf die beigefügte Zeichnung Bezug nimmt, die als keineswegs beschränkendes Beispiel geliefert wird und die Gesamtheit der Elemente veranschaulicht, die in der Behandlung der Sendebedingungen mitwirken.

In 1 befindet sich der Lieferant F der digitalen Daten auf der linken Seite. Diese Daten werden allgemein in Gestalt von Datenträgern hoher Kapazität zur Verfügung gestellt. Der Lieferant F legt die Bedingungen T1 fest, die anfänglich schriftlich abgefasst werden.

Diese Daten und Bedingungen werden an den Sender D übermittelt. Die Daten werden in einem Videoserver VS gespeichert, der eine grosse Anzahl von digitalen Inhalten enthält, die sendebereit sind. Der Vertrag T1 und insbesondere die für die elektronische Verifizierung relevanten Elemente werden im Verarbeitungszentrum CP erfasst. Diese Daten werden dann in seiner Datenbank DB gespeichert. In dieser Datenbank befinden sich die dem Sender eigenen, allgemeinen Sendebedingungen T2. Diese Bedingungen T2 ergeben sich allgemein aus der Konzession, die den Sender mit einem verifizierenden Organismus verbindet.

Bei der Validierung eines gegebenen Ereignisses legt also das Verarbeitungszentrum CP die Bedingungen für diese Sendung fest. Dazu verfügt das Zentrum über mehrere Informationsquellen:

  • – die manuell durch den Betreiber eingeführten Parameter, die zum Beispiel die Zeit dieser Sendung und den vorgesehenen KanaL definieren;
  • – die in einem Speicher gespeicherten Systemparameter des Senders, die Beschreibungen seiner physischen Konfiguration enthalten,
  • – die direkt von den Einrichtungen des Senders gesammelten Parameter, die zum Beispiel vom benutzten KanaL abhängen,
  • – die historischen Parameter vorangehender Sendungen.

Es ist aus dem obigen Beispiel ersichtlich, dass die in diese Verifizierung einfliessenden Parameter ganz unterschiedlicher Natur sind.

Nach beendeter Verarbeitung kann das Verarbeitungszentrum also einen Bericht anzeigen, der erkennen lässt, ob die Sendung im vertraglichen Rahmen liegt. Es ist möglich, dass bestimmte Bedingungen nicht automatisch kontrolliert werden können und daher dem Betreiber in Erinnerung gebracht werden.

Die Kriterien der Verifizierung werden ihrer Bedeutung nach unterteilt. Der dem Betreiber gelieferte Bericht umfasst Warnungen, wenn das eine oder andere Kriterium nicht erfüllt wurde, oder Fehlermeldungen, wenn ein wichtiges Kriterium nicht beachtet worden ist.

Das erfindungsgemässe Verfahren hat auch während der Sendung bei der Erfassung von gesendeten Ereignissen seinen Platz. Das System verzeichnet die gesendeten Ereignisse zusammen mit den Sendebedingungen. Daher ist es möglich, einen Bericht RP zu erzeugen, der den Betreiber über die tatsächliche Situation der Sendung hinsichtlich der definierten Bedingungen unterrichtet. Dieser Schritt ist deshalb wichtig, weil bei der Vorbereitung bestimmte Parameter verwendet werden, die auf die Geschichte zurückgreifen. Dieser Schritt der Überwachung dient dazu, statistische Daten über vorausgegangene Sendungen zu erfassen. Er dient ebenfalls dazu, dem Lieferanten die tatsächlichen Sendungen zu melden.

Das wichtigste Ziel dieses Verfahrens besteht nicht darin, die Sendung zu sperren, wenn eines dieser Kriterien nicht beachtet wurde, sondern darin, dies dem Betreiber in Vorbereitung der Sendung zum frühest möglichen Zeitpunkt zu melden.

In einer anderen Variante dieser Erfindung ist es möglich, die Bedingungen der Verifizierung zwingend zu machen.

In dieser letzten Version ist vorgesehen, dass die Erfassung der ersten Bedingungen T1 direkt durch den Lieferanten F erfolgt. Diese Bedingungen werden auf einem beliebigen Träger gespeichert, der hier als Chipkarte S1 dargestellt ist. Diese Bedingungen können auf einer Diskette gespeichert und das Ganze durch einen Verschlüsselungsschlüssel gesichert werden.

Dieser Träger wird dann an den Sender D übermittelt, der ihn in sein Verifizierprogramm lädt. Es ist zu beachten, dass Manipulationen dieser ersten Bedingungen T1 beschränkt sind. Zum Beispiel ist es nicht möglich, das Datum zu verändern, ab dem eine Sendung autorisiert ist.

Bei Erstellung des Sendeberichts RP, wie er vorstehend beschrieben wurde, kann der ein Ereignis betreffende Teil auf den Datenträger S1 überschrieben werden, der dazu gedient hatte, die ersten Bedingungen zu laden. Er kann auch auf einen anderen Träger geladen oder elektronisch übermittelt werden. Die für ein Ereignis erfassten Sendedaten werden durch einem dem Lieferanten F eigenen Schlüssel (zum Beispiel einen öffentlichen Schlüssel) signiert.


Anspruch[de]
Verfahren zur Prüfung der Gültigkeit der Bedingungen für die Sendung eines digitalen Inhalts durch einen Sender (D), der über einen ersten Datensatz (T3), der die strukturelle Konfiguration beschreibt, einen zweiten Datensatz (T2), der die Betriebsbedingungen des Senders (D) beschreibt, sowie einen dritten Datensatz (T1) verfügt, der die durch den Lieferanten (F) definierten Bedingungen beschreibt, wobei dieses Verfahren die folgenden Schritte umfasst:

• Empfang der durch den Lieferanten für zumindest einen digitalen Inhalt definierten Bedingungen (T1) sowie Speicherung dieser Bedingungen in einer Datenbank des Senders,

• Einführung der für die Sendung des digitalen Inhalts vorgesehenen Parameter während der Vorbereitung der Planung dieses digitalen Inhalts, wobei diese Parameter die Merkmale der für die Sendung vorgesehenen, verschiedenen Hardwaremoduln umfassen,

• Ersuchen an die Datenbank, den ersten, zweiten und dritten Datensatz herauszuziehen,

• Validierung der vorgesehenen Sendung durch Verifizierung der zweiten und dritten Bedingungen anhand der vorgesehenen Sendeparameter und des ersten Datensatzes sowie Ausgabe eines entsprechenden Berichts (RP).
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Schritt der Überwachung der tatsächlichen Sendung und der Speicherung der Parameter der tatsächlichen Sendung umfasst. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Schritt der Verifizierung der Sendung eines digitalen Inhalts anhand der tatsächlichen Sendeparameter umfasst. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dritten Bedingungen beim Lieferanten (F) erfasst und auf einem gesicherten Träger (S1) gesichert werden, wobei dieser Träger dann an den Sender (D) übermittelt wird, um elektronisch in seine Datenbank (DB) übertragen zu werden. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Bericht (RP) in elektronischer Form gesichert und an den Lieferanten (F) übermittelt wird. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sender (D) über eine elektronische Signatur verfügt, und dadurch, dass der elektronische Bericht mit dieser Signatur signiert wird.






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