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Dokumentenidentifikation DE102005020782A1 09.11.2006
Titel Wälzlager
Anmelder Schaeffler KG, 91074 Herzogenaurach, DE
Erfinder Spielfeld, Jörg, Dr., 97422 Schweinfurt, DE;
Glück, Stefan, 97424 Schweinfurt, DE
DE-Anmeldedatum 04.05.2005
DE-Aktenzeichen 102005020782
Offenlegungstag 09.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.11.2006
IPC-Hauptklasse F16C 33/46(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Wälzlager (1), mit einem Innenlaufring, einem Außenlaufring, mehreren zwischen den Laufringen angeordneten und in einem Lagerkäfig (3) geführten Wälzkörpern (9), wobei der Lagerkäfig (3) zur Aufnahme der Wälzkörper (9) umfangsseitig gleich verteilt angeordnete Lagertaschen (8) aufweist, die axial und umfangsseitig weitgehend geschlossen sind und jeweils einen der Wälzkörper (9) enthalten.
zur Verbesserung der Betriebseigenschaften des Wälzlagers (1) weist der Lagerkäfig (3) an jeder der Lagertaschen (8) mindestens ein passives Stellelement (14) auf, durch das die Taschenluft (16, 17) des zugeordneten Wälzkörpers (9) durch eine temperaturabhängige Formänderung des Stellelementes (14) veränderbar ist.

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Wälzlager, mit einem Innenlaufring, einem Außenlaufring, mehreren zwischen den Laufringen angeordneten und in einem Lagerkäfig geführten Wälzkörpern, wobei der Lagerkäfig zur Aufnahme der Wälzkörper umfangsseitig gleichverteilt angeordnete Lagertaschen aufweist, die axial und umfangsseitig weitgehend geschlossen sind und jeweils einen der Wälzkörper enthalten.

Hintergrund der Erfindung

Ein Wälzlager besteht in einer einfachen Ausführungsform aus zwei Laufringen, dem Innenlaufring und dem Außenlaufring, zwischen denen Wälzkörper in einem Lagerkäfig angeordnet sind. Bei einer relativen Drehung des Innenlaufrings gegenüber dem Außenlaufring wälzen sich die Wälzkörper auf den Laufbahnen der Laufringe ab. Dabei setzt sich die Wälzbewegung der Wälzkörper aus einer Abrollbewegung und einer Gleitbewegung auf den Laufbahnen der Laufringe zusammen, wobei die Abrollbewegung überwiegt und im Vergleich zu einer reinen Gleitbewegung für einen sehr viel geringeren Reibungswiderstand sorgt. Durch den Lagerkäfig werden die Wälzkörper zwischen den Laufringen über den Umfang gleichverteilt und beabstandet voneinander geführt, wodurch eine gleichmäßige Belastung der Lagerbauteile über den Umfang, ein runder und ruhiger Lauf, ein geringer Verschleiß bzw. eine hohe Lebensdauer sowie ein kleiner Drehwiderstand des Wälzlagers erzielt wird.

Ein mit weitgehend geschlossenen Lagertaschen versehener Lagerkäfig kann aus unterschiedlichen Materialien und Halbzeugen, wie Stahlblech, Metalldraht oder Kunststoff, hergestellt und in verschiedenen Bauformen ausgeführt sein.

In der DE 197 26 825 A1 ist beispielsweise ein Lagerkäfig eines Wälzlagers beschrieben, der aus einem Käfigring mit axial einseitig offenen Lagertaschen und einer ringscheibenförmigen Endkappe gebildet ist, die nach dem Einsetzen der Wälzkörper auf die offene Seite des Käfigrings aufgesetzt und mittels selbstschneidenden Schrauben mit diesem verbunden wird.

Aus der DE 21 50 982 A1 ist dagegen ein Lagerkäfig eines Wälzlagers bekannt, der vollständig aus einem Metalldraht hergestellt ist. Der Metalldraht ist zur Aufnahme der Wälzkörper jeweils zu zwei U-förmigen Drahtbügeln geformt, deren Abstand voneinander kleiner ist als der Durchmesser der Wälzkörper, deren Schenkel jeweils oberhalb und unterhalb des Äquators der Wälzkörper angeordnet sind und deren Abstand voneinander kleiner als der Durchmesser der Wälzkörper ist, wobei jeweils die beiden einen der Wälzkörper aufnehmenden Bügel an ihrem einen Ende miteinander und an ihren anderen Ende mit den Bügeln der benachbarten Wälzkörper verbunden sind.

In einer anderen bekannten Bauform besteht ein Lagerkäfig aus zwei symmetrischen Käfigringen aus Stahlblech mit halbring- oder halbschalenförmigen nach innen axial offenen Halbtaschen, die axial mittig und umfangsseitig jeweils beidseitig der Lagertaschen aneinander anliegen und miteinander vernietet sind. Außerdem sind Wälzlager mit Lagerkäfigen bekannt, die einteilig mit geschlossenen Lagertaschen als Spritzgussteile aus einem Kunststoff, wie z.B. Polyamid, hergestellt sind.

Ein aus Kunststoff bestehender Lagerkäfig weist zwar in den Lagertaschen im Vergleich zu Ausführungen aus Stahlblech oder Metalldraht eine geringere Reibung mit den Wälzkörpern auf. Nachteilig ist aber der größere Verschleiß des Kunststoffs im Reibkontakt mit den Wälzkörpern sowie die geringere Wärmebeständigkeit bzw. eine relativ niedrige höchstzulässige Betriebstemperatur des Käfigmaterials. Daher sind mechanisch und thermisch hoch belastete Wälzlager vorwiegend mit Lagerkäfigen versehen, die aus Metallkomponenten hergestellt sind.

Grundsätzlich haben jedoch alle aus Metall bestehenden Lagerkäfige den Nachteil, dass die Taschenluft in den Lagertaschen, also der umfangsseitige und axiale Abstand der Wälzkörper zu den Steg- und Ringelementen des Wälzkörperkäfigs, bislang nicht gezielt beeinflusst werden kann, welches z. B. zur Anpassung an bestimmte mechanische und thermische Belastungen wünschenswert wäre. So ist beispielsweise zur Erzielung eines geringen Anfahrwiderstandes zu Beginn der Betriebsphase einer Maschine oder eines Fahrzeugs eine große Taschenluft vorteilhaft. Diese sollte dann aber mit zunehmender Drehzahl und Belastung des Wälzlagers schnell kleiner werden, und mit weiter steigender mechanischer und thermischer Belastung konstant bleiben, um einerseits schwingende Bewegungen der Wälzkörper in den Lagertaschen und damit einen erhöhten Verschleiß sowie Geräusche des Wälzlagers und andererseits eine zu hohe Reibung zwischen den Wälzkörpern und dem Lagerkäfig zu vermeiden. Tatsächlich ist es aber bei vielen Wälzlagern so, dass die Taschenluft aufgrund unterschiedlicher Wärmedehnungen der Laufringe, der Wälzkörper und des Lagerkäfigs mit zunehmender Betriebstemperatur kleiner wird, was zu einem erhöhten Lagerwiderstand, zu verstärktem Verschleiß und zu einer verringerten Lebensdauer der betreffenden Wälzlager führt.

Aufgabe der Erfindung

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Wälzlager der eingangs genannten Art auf möglichst einfache und kostengünstige Weise im Hinblick auf verbesserte Betriebseigenschaften weiterzubilden.

Zusammenfassung der Erfindung

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch die Anordnung temperaturabhängig wirksamer passiver Stellelemente an den Lagertaschen des Lagerkäfigs eine selbsttätige belastungsabhängige Veränderung bzw. Einstellung der Taschenluft der Wälzkörper und damit eine Anpassung des betreffenden Wälzlagers an die momentane Belastung möglich ist. Dabei kann zur passiven Steuerung der Stellelemente die Tatsache ausgenutzt werden, dass die Betriebstemperatur des Wälzlagers mit zunehmender Belastung reibungsbedingt ansteigt. Darüber hinaus ist es aber auch möglich, durch eine Anordnung eines Heiz- oder Kühlelementes in der Nähe des Einbauortes eines Wälzlagers die Einstellung der Taschenluft und damit des Lagerwiderstands des Wälzlagers aktiv zu beeinflussen.

Die Aufgabe an die Erfindung ist daher erfindungsgemäß in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass der Lagerkäfig an jeder der Lagertaschen mindestens ein passives Stellelement aufweist, mit dessen Hilfe die Taschenluft des zugeordneten Wälzkörpers durch eine temperaturabhängige Formänderung des jeweiligen Stellelementes veränderbar ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Wälzlagers sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 7.

Durch die Anordnung der passiven Stellelemente an den Lagertaschen des Lagerkäfigs kann die Taschenluft der Wälzkörper mit zunehmender Belastung, die mit einer ansteigenden Temperatur verbunden ist, ohne eine äußere Steuerungseinwirkung, abhängig von der konkreten Anwendung und dem gewünschten Wirkzusammenhang, durch eine entsprechende geometrische Ausbildung und Anordnung der Stellelemente vergrößert, verkleinert oder konstant gehalten werden. Durch eine entsprechende Ausgestaltung des Stellelementes kann die temperaturabhängige Formänderung in einer Dehnung des Stellelementes, einer Biegung des Stellelementes oder einer Kombination aus beidem bestehen. Als Material für die Stellelemente wird bevorzugt eine Formgedächtnislegierung, insbesondere eine Nickel-Titan-Legierung verwendet, aus der die Stellelemente je nach Ausführung zumindest teilweise bestehen. Formgedächtnislegierungen weisen bei hoher mechanischer und thermischer Belastbarkeit deutlich größere Formänderungen, also Dehnungen und/oder Biegungen, auf als andere bekannte Materialien für passive Stellelemente, die bei Dehnung- und Bimetallelementen zur Anwendung kommen.

Die Formänderungen der Formgedächtnislegierungen werden durch innere Gefügeumwandlungen zwischen Martensit und Austenit hervorgerufen, die in einem relativ kleinen Temperaturbereich auftreten. Daher sind Formänderungslegierungen besonders für eine Verwendung in passiven Stellelementen bei Anwendungen mit temperaturabhängigen Funktionen geeignet.

So sind beispielsweise schon Anwendungen bei Thermostatventilen von Motorkühlungen und bei Lüfterkupplungen von Bremsanlagen von Kraftfahrzeugen bekannt. Ebenso sind, beispielsweise aus der JP 06200933 A, der JP 63009720 A und der JP 01060243 A auch Bauteile aus Formgedächtnislegierungen zur temperaturabhängigen Beeinflussung des axialen oder radialen Einbauspiels von Wälzlagern bekannt. Für derartige Anwendungen sind Nickel-Titan-Legierungen besonders gut geeignet, da deren Gefügeumwandlung in dem im praktischen Betriebseinsatz häufig betroffenen Temperaturbereich von -35° C bis +85° C stattfindet. Nickel-Titan-Legierungen weisen zudem gute Dämpfungseigenschaften auf, welches bei einer Anwendung in Wälzlagern zu einer Verbesserung der Laufruhe führt.

In einer ersten Ausführungsform eines Wälzlagers gemäß der Erfindung ist das Stellelement als ein Drahtbügel ausgebildet, der jeweils in einer zugeordneten im Wesentlichen umfangsseitig ausgerichteten Innennut einer axialen Seitenwand der Lagertasche angeordnet ist. Der Drahtbügel kann an seinen Enden in der Innennut verankert sein und tritt dazwischen temperaturabhängig mehr oder weniger weit aus der Innennut hervor, wodurch im Wesentlichen die axiale Taschenluft reguliert wird.

Ebenso kann der Drahtbügel mittig in der Innennut verankert sein und tritt dann mit seinen Enden temperaturabhängig mehr oder weniger weit aus der Innennut hervor, wodurch im Wesentlichen die umfangsseitige Taschenluft reguliert wird.

Des weiteren kann der Drahtbügel bei einer biegeweichen axialen Seitenwand der Lagertasche auch vollständig in der Innennut verankert sein und verformt dann die Seitenwand elastisch abhängig von der Betriebstemperatur, wodurch sowohl die axiale als auch die umfangsseitige Taschenluft regulierbar ist.

In einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wälzlagers ist das Stellelement als ein Drahtbügel ausgebildet ist, der jeweils innerhalb der Lagertasche in Drehrichtung vor und/oder nach dem Wälzkörper zwischen den axialen Seitenwänden der Lagertasche aufgespannt ist. Wenn der Drahtbügel beispielsweise bei einem als Kugel ausgebildeten Wälzkörper entsprechend der Kontur der Kugel bogenförmig ausgebildet ist, wird im Wesentlichen die umfangsseitige Taschenluft durch eine temperaturabhängige Verkürzung und Begradigung des Drahtbügels verringert und durch eine Verlängerung und weitere Verwölbung des Drahtbügels vergrößert.

In einer dritten Ausführungsform, die bei einem Wälzlager anwendbar ist, dessen Lagerkäfig genietet ist und aus zwei mittels Nietelementen verbundenen Käfigringen besteht, sind die Nietelemente als Stellelemente ausgebildet. Dabei können die Nietelemente als reine Dehnelemente wirksam sein, welches durch einen veränderlichen axialen Abstand der beiden Käfigringe zu einer temperaturabhängigen Veränderung der axialen Taschenluft führt. Es ist aber auch möglich, dass die Nietelemente zusätzlich oder alternativ als Biegungselemente ausgebildet sind, welches einen veränderlichen radialen und/oder umfangsseitigen Versatz der beiden Käfigringe und somit eine temperaturabhängigen Veränderung der umfangsseitigen Taschenluft ermöglicht.

Die vorgenannten Ausführungsformen zur temperaturabhängigen Steuerung der Taschenluft eines Wälzlagers können jeweils einzeln oder in Kombination miteinander zur Anwendung kommen.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen an einigen Ausführungsformen näher erläutert. Im Einzelnen zeigen dabei:

1 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wälzlagers anhand eines Ausschnitts eines genieteten Lagerkäfigs eines Kugellagers;

2 eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wälzlagers anhand eines Ausschnitts eines Lagerkäfigs eines Kugellagers;

3 die Ausführungsform gemäß 2 anhand eines Ausschnitts eines Lagerkäfigs eines Zylinderrollenlagers;

4 eine dritte Ausführungsform in einem Ausschnitts eines genieteten Lagerkäfigs eines Kugellagers.

Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen

Ein als Kugellager 2 ausgebildetes Wälzlager 1, das in 1 jeweils ausschnittweise in Teilbild 1a in einer Radialansicht A und in Teilbild 1b in einer Axialansicht B dargestellt ist, weist einen genieteten Lagerkäfig 3 auf, der aus zwei mittels Nietelementen 5 verbundenen symmetrischen Käfigringen 4 besteht. Die Käfigringe 4 weisen über den Umfang gleichmäßig verteilt jeweils zwischen zwei Verbindungsstegen 6 einen axial bogenförmig ausgebuchteten Taschenabschnitt 7 auf. Im montierten Zustand des Lagerkäfigs 3 bilden die Taschenabschnitte 7 der miteinander vernieteten Käfigringe 4 über den Umfang gleichmäßig verteilt angeordnete geschlossene Lagertaschen 8, in denen jeweils ein vorliegend als Kugel 10 ausgebildeter Wälzkörper 9 angeordnet ist.

Erfindungsgemäß weisen die im Wesentlichen als axiale Seitenwände 11 der Lagertaschen 8 wirksamen Taschenabschnitte 7 auf ihrer Innenseite jeweils eine umfangsseitig, also in Drehrichtung 12 des Wälzlagers 1 ausgerichtete Innennut 13 auf, in der jeweils ein als Drahtbügel 15 ausgebildetes temperatursensitives passives Stellelement 14 angeordnet ist. Die Stellelemente 14 bestehen bevorzugt zumindest teilweise aus einer Formgedächtnislegierung, insbesondere einer Nickel-Titan-Legierung, und weisen daher eine temperaturabhängige Formänderung bzw. eine temperaturabhängige Dehnung und/oder eine Biegung auf, durch welche die axiale und/oder die umfangsseitige Taschenluft 16, 17 mit steigender Betriebstemperatur selbsttätig verringert, erhöht oder konstant gehalten wird.

Durch eine geeignete Ausbildung der Stellelemente 14 ist es möglich, die Betriebseigenschaften des Wälzlagers 1 temperaturabhängig selbsttätig an die aktuellen Betriebsbedingungen anzupassen. Durch die Anordnung eines hier nicht gezeigten Heiz- oder Kühlelementes in der Nähe des Einbauortes des Wälzlagers 1 ist ebenfalls eine aktive Beeinflussung der Taschenluft 16, 17 und damit des Lagerwiderstands des Wälzlagers 1 möglich.

Wenn die Drahtbügel 15 jeweils an ihren Enden in der betreffenden Innennut 13 verankert sind, treten diese jeweils in Abhängigkeit von der Betriebstemperatur mittig mehr oder weniger weit aus der Innennut 13 hervor, wodurch im Wesentlichen die axiale Taschenluft 16 reguliert wird. Bei mittiger Verankerung in den Innennuten 13 treten die Drahtbügel 15 jeweils mit ihren Enden temperaturabhängig mehr oder weniger weit aus den Innennuten 13 hervor, wodurch im Wesentlichen die umfangsseitige Taschenluft 17 reguliert wird. Des weiteren können die Drahtbügel 15 bei biegeweichen axialen Seitenwänden 11 auch vollständig in den Innennuten 13 verankert sein und diese temperaturabhängig elastisch verformen, wodurch sowohl die axiale als auch die umfangsseitige Taschenluft 16, 17 regulierbar ist.

In 2 ist ein Ausschnitt eines als Kugellager 2 ausgebildeten Wälzlagers 1 in einer Radialansicht abgebildet, bei dem ein als Kugel 10 ausgebildeter Wälzkörper 9 in einer Lagertasche 8 eines Lagerkäfigs 3 beliebiger Bauart angeordnet ist. Innerhalb der einen elliptischen Querschnitt aufweisenden Lagertasche 8 ist in Drehrichtung 12 vor und hinter der Kugel 10 jeweils ein temperatursensitives passives Stellelement 14 angeordnet, das jeweils als bogenförmiger Drahtbügel 18 ausgebildet und zwischen den axialen Seitenwänden 11 der Lagertasche 8 aufgespannt ist.

Die Stellelemente 14 bestehen zumindest teilweise aus einer Formgedächtnislegierung, wie einer Nickel-Titan-Legierung, und weisen daher eine temperaturabhängige Formänderung, also eine Dehnung und/oder eine Biegung, auf, die sich vorliegend im wesentlichen in Form einer Verkürzung oder Verlängerung der Drahtbügel 18 sowie damit einhergehend in einer Verkleinerung, Vergrößerung oder Konstanthaltung der bogenförmigen Ausbuchtung der Drahtbügel 18 und somit der umfangsseitigen Taschenluft 17 der Kugel 10 äußert. Somit können bei entsprechender Ausbildung der Stellelemente 14 auch bei dieser Ausführung die Betriebseigenschaften des Wälzlagers 1 temperaturabhängig selbsttätig an die aktuellen Betriebsbedingungen angepasst werden.

In 3 ist ein Ausschnitt eines als Zylinderrollenlager 19 ausgebildeten Wälzlagers 1 in einer Radialansicht abgebildet, bei dem ein als Zylinderrolle 20 ausgebildeter Wälzkörper 9 in einer Lagertasche 8 eines Lagerkäfigs 3 beliebiger Bauart angeordnet ist. Innerhalb der einen rechteckigen Querschnitt aufweisenden Lagertasche 8 ist in Drehrichtung 12 vor und hinter der Zylinderrolle 20 jeweils ein temperatursensitives passives Stellelement 14 angeordnet, das jeweils als ein gerader Drahtbügel 21 ausgebildet und zwischen den axialen Seitenwänden 11 der Lagertasche 8 aufgespannt ist.

Auch diese Stellelemente 14 bestehen zumindest teilweise aus einer Formgedächtnislegierung, insbesondere einer Nickel-Titan-Legierung. Der temperaturabhängige Wirkzusammenhang ist ähnlich wie schon zuvor anhand von 2 beschrieben wurde, wobei die Drahtbügel 21 ausgehend von dem in 3 abgebildeten geraden Zustand bei ansteigender Temperatur durch eine relativ zu den anderen Bauteilen 3, 20 erhöhte Wärmedehnung im wesentlichen umfangsseitig nach außen ausweichen, so dass die umfangsseitige Taschenluft 17 der Zylinderrolle 20 erhöht oder zumindest konstant gehalten wird.

Das ausschnittweise in 4 in den Teilbildern 4a und 4b in Radialansichten abgebildete Wälzlager 1 ist ähnlich demjenigen gemäß 1 als ein Kugellager 2 mit einem genieteten Lagerkäfig 3 ausgebildet. Die beiden Käfigringe 4 sind nunmehr aber mittels Nietelementen 5 miteinander verbunden, die als temperatursensitive passive Stellelemente 14 ausgebildet sind und zumindest teilweise aus einer Formgedächtnislegierung, wie einer Nickel-Titan-Legierung, bestehen. Ausgehend von dem in dem Teilbild 4a für eine erste Temperatur T1 dargestellten Zustand, bei dem die Verbindungsstege 6 der Käfigringe 4 aufgrund kurzer Nietschäfte 22 von den Nietköpfen 23 der Nietelemente 5 axial aneinander gedrückt sind, sind die Nietschäfte 22 der Nietelemente 5 in der für eine zweite Temperatur T2 gültigen Darstellung in dem Teilbild 4b verlängert, so dass die Käfigringe 4 an den Verbindungsstegen 6 axial beabstandet voneinander sind, welches vorwiegend zu einer Vergrößerung der axialen Taschenluft 16 der Kugeln 10 führt.

Alternativ oder zusätzlich können die Nietelemente 5 aber auch als Stellelemente 14 mit vorwiegend temperaturabhängiger Biegung ausgebildet sein, so dass eine Temperaturänderung einen umfangsseitigen Versatz der Käfigringe 4 und damit verbunden eine Veränderung der umfangsseitigen Taschenluft 17 der Kugeln 10 zur Folge hätte.

1
Wälzlager
2
Kugellager
3
Lagerkäfig
4
Käfigring
5
Nietelement
6
Verbindungssteg
7
Taschenabschnitt
8
Lagertasche
9
Wälzkörper
10
Kugel
11
Axiale Seitenwand
12
Drehrichtung
13
Innennut
14
(passives) Stellelement
15
Drahtbügel
16
axiale Taschenluft
17
Umfangsseitige Taschenluft
18
Drahtbügel
19
Zylinderrollenlager
20
Zylinderrolle
21
Drahtbügel
22
Nietschaft
23
Nietkopf


Anspruch[de]
Wälzlager (1 ), mit einem Innenlaufring, einem Außenlaufring, mehreren zwischen den Laufringen angeordneten und in einem Lagerkäfig (3) geführten Wälzkörpern (9), wobei der Lagerkäfig (3) zur Aufnahme der Wälzkörper (9) umfangsseitig gleich verteilt angeordnete Lagertaschen (8) aufweist, die axial und umfangsseitig weitgehend geschlossen sind und jeweils einen der Wälzkörper (9) enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerkäfig (3) an jeder der Lagertaschen (8) mindestens ein passives Stellelement (14) aufweist, durch das die Taschenluft (16, 17) des zugeordneten Wälzkörpers (9) durch eine temperaturabhängige Formänderung des Stellelementes (14) veränderbar ist. Wälzlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die temperaturabhängige Formänderung in einer Dehnung und/oder einer Biegung des Stellelementes (14) besteht. Wälzlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (14) zumindest teilweise aus einer Formgedächtnislegierung besteht. Wälzlager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Formgedächtnislegierung des Stellelementes (14) als eine Nickel-Titan-Legierung ausgebildet ist. Wälzlager nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (14) als ein Drahtbügel (15) ausgebildet ist, der jeweils in einer zugeordneten im Wesentlichen umfangsseitig ausgerichteten Innennut (13) einer axialen Seitenwand (11) der Lagertasche (8) angeordnet ist. Wälzlager nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (14) als ein Drahtbügel (18) ausgebildet ist, der jeweils innerhalb der Lagertasche (8) in Drehrichtung (12) vor und/oder nach dem Wälzkörper (9) zwischen den axialen Seitenwänden (11) der Lagertasche (8) aufgespannt ist. Wälzlager nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement bei einem genieteten Lagerkäfig (3), der aus zwei mittels Nietelementen (5) verbundenen Käfigringen (4) besteht, jeweils als ein Nietelement (5) ausgebildet ist.






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