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Dokumentenidentifikation DE10115510B4 16.11.2006
Titel Spielgerät oder Sitzmöbel für öffentliche Anlagen und Verfahren zu seiner Herstellung
Anmelder Linie M - Metall Form Farbe-GmbH, 63674 Altenstadt, DE
Erfinder Bermel, Martin, 61209 Echzell, DE
Vertreter Beyer & Jochem Patentanwälte, 60322 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 28.03.2001
DE-Aktenzeichen 10115510
Offenlegungstag 10.10.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2006
IPC-Hauptklasse A63G 4/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Spielgerät oder Sitzmöbel für öffentliche Anlagen wie z. B. Spielplätze, Sport- und Parkanlagen, Straßen, Marktplätze und Bahnhöfe, bestehend wenigstens teilweise aus Edelstahl.

In den meisten Fällen sind derartige Spielgeräte und Sitzmöbel der Witterung ausgesetzt. Daher ist Korrosionsbeständigkeit eine der Forderungen, die bei der Konstruktion berücksichtigt werden müssen. Schwieriger zu erfüllen ist die weitere Forderung, daß die für öffentliche Anlagen bestimmten Spielgeräte und Sitzmöbel nicht nur dem Mutwillen von Kindern, sondern sogar dem Vandalismus Erwachsener möglichst unbeschadet widerstehen sollen. Diesen Anforderungen kann z. B. eine Sitzfläche, die gemäß der DE 693 24 167 T2 eine durchgehend aus elastischem Polymermaterial bestehende Oberfläche und eine von diesem Material vollständig umschlossene Platte aus Weichstahl aufweist, nicht genügen. Bei beiden Anforderungen hat sich jedoch der Einsatz von rostfreiem Edelstahl bewährt, weil keine Oberflächenbeschichtung erforderlich ist, die beschädigt werden könnte. Andererseits ist Edelstahl sehr teuer, und wenn man damit rechnen muß, daß bestimmte Stand- oder Sitzflächen durch darauf springende, schwere Personen belastet werden, müssen dickwandige und entsprechend kostenintensive Konstruktionen gewählt werden. Diese sind sehr starr und hart, was wegen der Verletzungsgefahr, u. a. zum Beispiel durch Gehirnerschütterung, oft unerwünscht ist. Ohnehin bringen die glatten Oberflächen von Teilen aus Edelstahl eine gewisse Rutschgefahr mit sich. Sie haben außerdem die als unangenehm empfundene Eigenschaft, im Winter sehr kalt zu wirken und sich im Sommer stark aufzuheizen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Spielgerät oder Sitzmöbel der genannten Art und ein Verfahren zu seiner Herstellung zur Verfügung zu stellen, das ebenso wie die bereits bekannten Geräte aus Edelstahl witterungsbeständig und selbst mutwillig kaum zu beschädigen ist, das aber trotz geringer Herstellungskosten mehr Sicherheit und Komfort bietet.

Vorstehende Aufgabe wird durch ein Spielgerät oder Sitzmöbel der eingangs bezeichneten Art gelöst, das erfindungsgemäß einen wenigstens teilweise von einem eine Stand- oder Sitzfläche bildenden und auf dieser mit Löchern versehenen Blechteil aus Edelstahl begrenzten Hohlraum aufweist, in dem ein aus materialschlüssig verbundenem Granulat eines gummielastischen Materials bestehender Körper sitzt, der sich durch die Löcher mindestens bis zu deren äußeren Randkanten erstreckt.

Die Erfindung bietet den Vorteil, daß der teuere Edelstahl auf ein "Furnier" reduziert werden kann und darunter ein sehr kostengünstig herzustellender gummielastischer Körper vorhanden ist, der einem Aufprall die Härte nimmt und durch bestimmte Anordnung und Gestaltung der Löcher im Edelstahlblech die im Einzelfall für zweckmäßig gehaltenen Reibflächen bereitstellen kann. Außerdem lassen sich die Löcher mit Vorteil als Gestaltungselement nutzen, nicht nur im Stillstand, sondern z. B. bei einem Karussell auch für stroboskopische Effekte und andere erst bei der Drehbewegung in Erscheinung tretende Muster. Mit der Anordnung und Gestaltung der Löcher kann außerdem das für das Wohlbefinden bei der Berührung wichtige Verhältnis zwischen stark und schlecht wärmeleitenden Flächen beeinflußt werden.

Vorzugsweise sitzt der Körper aus gummielastischem Material mit Druckvorspannung in dem Hohlraum. Dies fördert die Formstabilität des Spielgeräts oder Sitzmöbels.

Verfahrensmäßig wird die Erfindungsaufgabe dadurch gelöst, daß ein Blechteil aus Edelstahl auf einer späteren Stand- oder Sitzfläche mit Löchern versehen und derart geformt oder mit wenigstens einem anderen Blechteil verbunden wird, daß es mindestens teilweise einen Hohlraum begrenzt, der nach dem Verschließen der Löcher mit Granulat aus gummielastischem Material befüllt wird, das unter Druck zu einem zusammenhängenden Körper verbunden wird.

Besonders niedrige Herstellungskosten lassen sich dann erzielen, wenn das gummielastische Material auf eine Korngröße von etwa 2 bis 6 mm granulierter Gummiabfall, z. B. von Altreifen, ist. Das Granulat wird vorzugsweise mittels eines Bindemittels und Erwärmung auf z. B. etwa 140° C unter Druck zu einem zusammenhängenden Körper vulkanisiert bzw. verbunden. Dabei kann die Auswahl des gummielastischen Materials, des Bindemittels, ggf. eines auf das Blech aufgetragenen Klebers und/oder der Verfahrensparameter so getroffen werden, daß der zusammenhängende Körper materialschlüssig auch mit dem Blechteil verbunden wird.

Das zum Befüllen des Hohlraums mit Granulat und zu dessen Zusammenpressen notwendige Verschließen der Löcher erfolgt zweckmäßigerweise dadurch, daß das Blechteil in eine Form eingesetzt wird. Dies hat außerdem den Vorteil, daß es außen abgestützt ist und die Anwendung hoher Drücke zum Komprimieren des gummielastischen Granulats gestattet. In einer bevorzugten einfachen Ausführung stimmt die Innenkontur der Form mit der Außenkontur des Blechteils ohne Berücksichtigung der Löcher überein, so daß durch die Druckbeaufschlagung das Granulat durch die Löcher bis zu deren Außenkante vordringt und mit seinen äußeren Flächen im Bereich der Löcher bündig liegt mit der angrenzenden Außenfläche des Blechteils. Es kann aber auch durch entsprechende Gestaltung der Form dafür gesorgt werden, daß das Granulat von innen ein bestimmtes Maß über die äußeren Randkanten der Löcher hinaus vorquillt.

Die verhältnismäßig dünnen Blechteile aus Edelstahl von meistens nur etwa 1 bis 4 mm Stärke werden zweckmäßigerweise mittels eines computergesteuerten Lasers zugeschnitten, der auch die Löcher ausschneidet. Nach dem Schneiden werden die Blechteile geformt und/oder ggf. mit anderen Blechteilen oder Tragteilen z. B. verschweißt, verschraubt oder vernietet und dann zur Erzeugung des gummielastischen Innenkörpers in die erwähnte Form eingesetzt.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der beigefügten Zeichnung in zwei um 90° am Umfang versetzten Seitenansichten dargestellt. Es handelt sich um ein kleines Karussell, bestehend aus einer im Boden, dessen Oberfläche in der Zeichnung als "Spielebene" bezeichnet ist, zu verankernden Tragsäule 10, auf der mit verhältnismäßig geringem Abstand über der Spielebene von z. B. etwa 20 bis 30 cm, mittels einer Lagernabe 12 ein Drehteller 14 drehbar gelagert ist. Eine drehfest mit der Tragsäule 10 verbundene, gekrümmte Haltestange 16 mit einem Handknauf 18 am oberen Ende ragt durch ein zentrales Loch im Drehteller 14 bis etwa in Brusthöhe eines auf dem Drehteller 14 stehenden Kindes. Dieses kann somit durch Kraftangriff an der Haltestange 16 und dem Knauf 18 den Drehteller 14 in Drehung versetzen.

Der Drehteller 14 muß so ausgelegt werden, dass er auch durch aufspringende Erwachsene nicht beschädigt wird. Er besteht auf der Ober- bzw. Außenseite aus einem pilzförmig nach Art von Behälterböden (Di-Böden) geformten Mantel 15 aus Edelstahlblech, aus dem vor der Formgebung eine Vielzahl von Löchern 20 mittels eines auf seine Außenseite gerichteten Lasers ausgeschnitten worden ist, einem mit dem Mantel verschweißten Bodenblech aus Edelstahl oder einem anderen, vorzugsweise mit einer Korrosionsschutzschicht versehenen Stahlblech sowie einem konzentrisch, zentral angeordneten Stück Rohr, das mit dem Mantel und dem Bodenblech verschweißt ist und durch das sich die Haltestange 16 erstreckt.

Nachdem der Mantel 15, das Bodenblech und das zentrale Rohr miteinander verschweißt worden sind, wird im Herstellungsprozeß das pilzförmige Mantelblech 15 des Drehtellers 14 in eine Form eingesetzt und dann der sich außerhalb des zentralen Rohrstücks befindende Teil des inneren Hohlraums des Drehtellers 14 durch ein Loch im Bodenblech mit einem mit-Bindemittel benetzten Gummigranulat aufgefüllt, das anschließend durch Erwärmung und Druck zu einem zusammenhängenden, gummielastischen Körper vulkanisiert wird, der bis zu den Außenkanten der Löcher 20 vorquillt. Der im Mantelblech 15 des Drehtellers 14 komprimierte Gummikörper sorgt auch bei hoher Belastung für dessen Formstabilität. Da das Gummi an den Löchern 20 nach außen tritt, finden die Füße der auf dem Drehteller 14 stehenden Person trotz der im übrigen glatten Oberfläche des Edelstahlblechs 15 sicheren Halt. Auch wenn jemand im Sommer oder Winter den Drehteller 14 vorübergehend als Sitzgelegenheit nutzen will, machen sich die Gummiflächen in den Löchern 20 vorteilhaft bemerkbar.

Bei der Montage wird z. B. die Lagernabe 12 auf das obere Ende der Tragsäule 10 aufgesetzt und diese mit der Haltestange 16 verschraubt. Dann wird der Drehteller 14 über die noch nicht mit dem Knauf 18 versehene Haltestange 16 geschoben und sein Bodenblech mit einem nicht gezeigten Flansch an der Lagernabe 12 verschraubt. Zum Schluß wird der Knauf 18 auf dem oberen Ende der Haltestange 16 befestigt.


Anspruch[de]
Spielgerät oder Sitzmöbel für öffentliche Anlagen, bestehend wenigstens teilweise aus Edelstahl, dadurch gekennzeichnet, daß es einen wenigstens teilweise von einem eine Stand- oder Sitzfläche bildenden und auf dieser mit Löchern (20) versehenen Blechteil (15) aus Edelstahl begrenzten Hohlraum aufweist, in dem ein aus materialschlüssig verbundenem Granulat eines gummielastischen Materials bestehender Körper sitzt, der sich durch die Löcher (20) mindestens bis zu deren äußeren Randkanten erstreckt. Spielgerät oder Sitzmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper aus gummielastischem Material mit Druckvorspannung in dem Hohlraum sitzt. Spielgerät oder Sitzmöbel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper aus gummielastischem Material mit Druckvorspannung zwischen dem die Stand- oder Sitzfläche bildenden Bereich des Blechteils (15) und einer diesem wenigstens teilweise gegenüberliegenden Hohlraumbegrenzung eingespannt ist. Spielgerät oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper aus gummielastischem Material materialschlüssig mit dem Blechteil (15) verbunden ist. Verfahren zur Herstellung eines Spielgeräts oder Sitzmöbels für öffentliche Anlagen, bestehend wenigstens teilweise aus Edelstahl, dadurch gekennzeichnet, daß ein Blechteil (15) aus Edelstahl auf einer späteren Stand- oder Sitzfläche mit Löchern (20) versehen und derart geformt oder mit wenigstens einem anderen Blechteil verbunden wird, daß es mindestens teilweise einen Hohlraum begrenzt, der nach dem Verschließen der Löcher (20) mit Granulat aus gummielastischem Material befüllt wird, das unter Druck zu einem zusammenhängenden Körper verbunden wird. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das gummielastische Material auf eine Korngröße von etwa 2 bis 6 mm granulierter Gummiabfall, z. B. von Altreifen, ist. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat mittels eines Bindemittels und/oder Erwärmung zu einem zusammenhängenden Körper verbunden wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswahl des gummielastischen Materials, des Bindemittels, ggf. eines auf das Blechteil aufgetragenen Klebers und/oder der Verfahrensparameter so getroffen wird, daß der zusammenhängende Körper materialschlüssig mit dem Blechteil (15) verbunden wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zum Befüllen des Hohlraums mit Granulat und zu dessen Zusammenpressen das Blechteil (15) in eine Form eingesetzt wird, durch welche die Löcher (20) im Blech verschlossen werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher (20) auf der Außenseite des Blechteils (15) derart verschlossen werden, daß das gummielastische Material ein bestimmtes Maß über die äußeren Randkanten der Löcher (20) hinaus vorquillt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher (20) mit einem Laser von der Außenseite in das Blechteil (15) geschnitten werden.






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