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Dokumentenidentifikation DE102005007032B4 16.11.2006
Titel Fahrzeugdach mit einem oberhalb des Daches verschiebbaren Dachteil
Anmelder Webasto AG, 82131 Gauting, DE
Erfinder Färber, Manfred, 82407 Wielenbach, DE;
Langguth, Karin, 82152 Krailling, DE;
Kiedl, Martin, 80638 München, DE
Vertreter Patentanwälte Wiese & Konnerth, 82152 Planegg
DE-Anmeldedatum 15.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005007032
Offenlegungstag 17.08.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2006
IPC-Hauptklasse B60J 7/043(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Fahrzeugdach mit einem mit seiner Hinterkante ausstellbaren und oberhalb des Daches verschiebbaren Dachteil gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Aus der EP 0 863 817 B1 ist ein derartiges Fahrzeugdach bekannt. Bei diesem wird ein öffnungsfähiges Dachteil mittels einer hinteren Ausstellmechanik angehoben und zu Beginn der Verschiebebewegung an einen separaten Stützhebel übergeben, der in einer nach oben offenen, seitlich versetzten Verlängerung der Führungsschiene mit seinem unteren Ende verschiebbar gelagert ist. Während der Übergabe von der Ausstellmechanik an den Stützhebel sind für eine kurze Bewegungsphase beide Elemente im Eingriff, wodurch eine statische Überbestimmung entsteht. Der Antrieb erfordert in dieser Phase unter Umständen erhöhte Antriebskräfte, die auch eine Sensorik für einen Einklemmschutz negativ beeinflussen.

Aus der US 2002/0125743 A1 ist ein Fahrzeugdach bekannt, bei dem ein außen geführtes öffnungsfähiges Dachteil mit einer sehr einfachen, starre Halter aufweisenden Mechanik geführt ist. Die Anhebung erfolgt über geneigte Rampen in den Führungsschienen, so dass die Ausstellung der Hinterkante nur gleichzeitig mit einer Verschiebung des Dachteils erfolgen kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeugdach derart weiterzuentwickeln, dass das öffnungsfähige Dachteil bei der Ausstellung und bei der Verschiebung kontinuierlich durch die Ausstellhebel abgestützt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Patentansprüche 1 und 12 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung sieht im Kern vor, dass die Hinterkante des verschiebbaren Dachteils in allen Bewegungspositionen kontinuierlich durch dieselben Ausstellhebel abgestützt wird, so dass keinerlei Übergabe an separate Stützhebel erfolgen muß. Die Ausstellhebel werden durch Steuerschlitten betätigt, die ausgehend von der Schließposition über die Lüfterposition bis in die vollständige Öffnungsposition in derselben Richtung verschoben werden. Die Steuerschlitten betätigen auch eine Verriegelungseinrichtung, die eine Verschiebung des Dachteils während der Ausstellbewegung blockiert.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Verriegelungseinrichtung von einem schwenkbar am Ausstellhebel angelenkten Verriegelungshebel gebildet. An diesem ist ein Verriegelungsbolzen angeordnet, der mit einer dachfesten Kulisse im Eingriff steht. Am Verriegelungshebel ist ferner ein Steuerstift angeordnet, der mit einer Steuerkulisse des Steuerschlittens im Eingriff steht.

Besonders vorteilhaft ist eine Ausführungsform, bei der der Ausstellhebel gleichzeitig mit einem vorderen Gleitelement und mit einem hinteren Gleitelement in Eingriff mit der Steuerkulisse des Steuerschlittens steht.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das verschiebbare Dachelement nahe seiner Vorderkante an einem vorderen Schlitten zumindest schwenkbar angelenkt, wobei dieser vordere Schlitten mit dem Steuerschlitten über einen Steuerhebel in Verbindung steht. Der Steuerhebel ist dabei bevorzugt am vorderen Schlitten über ein Gelenk schwenkbar angelenkt. Der Steuerhebel weist bevorzugt eine Kulisse auf, in die der Steuerschlitten mit einem Steuerstift eingreift. Diese Kulisse weist bevorzugt einen geraden Abschnitt auf, der eine Verschiebung des Steuerschlittens relativ zum noch stillstehenden vorderen Schlitten beim Ausstellen in die Lüfterposition ermöglicht. Die Kulisse weist ferner bevorzugt einen gebogenen Abschnitt auf, durch welchen ein am Steuerhebel angeordneter Riegelstift mittels des Steuerstifts beim Verfahren des Dachteils nach hinten entriegelt wird und dadurch im weiteren Verlauf der Öffnungsbewegung eine synchrone Bewegung des vorderen Schlittens mit dem Steuerschlitten ermöglicht.

Der Ausstellhebel ist bevorzugt zweiteilig mit einer äußeren Schenkel und einem inneren Schenkel ausgebildet. Die beiden Schenkel umgreifen den Steuerschlitten teilweise zu beiden Seiten. An einem der Schenkel ist die Verriegelungseinrichtung befestigt, während zumindest am anderen Schenkel Gleitelemente für den Eingriff in die Steuerkulisse angeordnet sind.

Das vordere Gleitelement weist bevorzugt eine Kulisse mit wenigstens einem ansteigenden Abschnitt auf, in welcher ein Gleitelement einer vorderen Anbindung des verschiebbaren Dachteils verschiebbar gelagert ist. Dadurch ist das verschiebbare Dachteil vorne zusätzlich anhebbar und kann dadurch zum einen von einer Dichtung im vorderen Bereich der Dachöffnung abgehoben werden und zum anderen kann das Dachteil dadurch beim Verschieben nach hinten eine flachere Neigung einnehmen, die dem Fahrtwind weniger Widerstand entgegengesetzt.

Die Erfindung eignet sich insbesondere für ein außen geführtes Schiebedach (ASD). Dieses kann auch vorteilhaft Bestandteil eines sogenannten Festelement-Cabriolets sein, bei dem eine Schiebedachfunktion zunächst eine Teilöffnung des Daches ermöglicht, bevor sich das gesamte Dach in einen Stauraum bewegt und dadurch den gesamten Innenraum nach oben freigibt.

Nachfolgend wird das Fahrzeugdach anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:

1 eine schematische teilweise Draufsicht auf ein Fahrzeugdach mit einem bewegbaren und einem festen Dachteil in geschlossener Position;

2 eine schematische perspektivische Ansicht des Fahrzeugdachs gemäß 1 mit geöffnetem Dachteil;

3 einen Längsschnitt durch die Mechanik des bewegbaren Dachteils in geschlossener Position;

4 einen Längsschnitt durch die Mechanik des bewegbaren Dachteils bei ausgestellter Deckelhinterkante (Lüfterposition);

5 einen Längsschnitt durch den vorderen Teil der Mechanik des bewegbaren Dachteils in vollständig geöffneter Position;

6 eine vergrößerte Ansicht des vorderen Teils der Mechanik des bewegbaren Dachteils bei geschlossener Position;

7 eine vergrößerte Ansicht des vorderen Teils der Mechanik des bewegbaren Dachteils bei ausgestellter Deckelhinterkante (Lüfterposition);

8 eine vergrößerte Ansicht des vorderen Teils der Mechanik des bewegbaren Dachteils bei Beginn der Verschiebebewegung;

9 eine vergrößerte Ansicht des hinteren Teils der Mechanik des bewegbaren Dachteils bei geschlossener Position;

10 eine vergrößerte Ansicht des hinteren Teils der Mechanik des bewegbaren Dachteils bei ausgestellter Deckelhinterkante (Lüfterposition);

11 eine vergrößerte Ansicht des hinteren Teils der Mechanik des bewegbaren Dachteils zu Beginn während der Verschiebebewegung; und

12 eine perspektivische Darstellung der gesamten Mechanik auf der linken Seite des Fahrzeugdachs.

Das in 1 gezeigte Fahrzeugdach 1 weist von vorne nach hinten hintereinander liegend eine an einen Windlauf oberhalb der Frontscheibe anschließende, mit ihrer Hinterkante ausstellbare Windabweiserlamelle 2, ein bewegbares Dachteil 3 und ein hinteres festes Dachteil 4 auf. Das bevorzugt in Form eines Deckels aus Glas ausgebildete bewegbare Dachteil 3 ist mittels einer im folgenden detailliert beschriebenen Mechanik mit seiner Hinterkante in eine Lüfterposition ausstellbar und ausgehend von dieser über das feste Dachteil 4 nach hinten veschiebbar, wobei eine Dachöffnung 5 weitestgehend freigelegt wird und wobei der bewegbare Deckel 3 im Unterschied zu herkömmlichen, auch als Spoilerdächern bezeichneten Hebe-Schiebedächern auch bei seiner Verschiebung nach hinten stets nahe seiner Hinterkante 32 abgestützt wird. Solche aus der eingangs genannten EP 0 863 817 B1 bekannten öffnungsfähigen Fahrzeugdächer werden als außengeführte Schiebedächer (ASD) bezeichnet, da ein die Hinterkante 32 des Deckels 3 abstützender Teil der Mechanik – hier ein Ausstellhebel 40 – in einer zur Oberseite des Fahrzeugdachs 1 offenen Führung 46 auch bei einer Verschiebung hinter die Dachöffnung 5 verschiebbar abgestützt wird. Die Führung 46 wird nach oben durch eine Dichtung 49 abgedeckt, die dem Ausstellhebel 40 beim Verfahren nach hinten ausweicht.

Die Windabweiserlamelle 2 ist lediglich optional vorhanden; sie ist daher auch in den 3 bis 12 weggelassen. Stattdessen ist in 12 ein konventioneller Windabweiser 73 dargestellt, der bei geschlossenem Dach am vorderen Rand der Dachöffnung 5 unterhalb des bewegbaren Dachteils 3 liegt und erst bei nach hinten verschobenem Dachteil 3 bevorzugt federbelastet in seine Wirkstellung nach oben schwenkt.

Die Dachöffnung 5 wird seitlich begrenzt von seitlichen Dachholmen 6. Diese können Bestandteil des festen Fahrzeugdachs 1 sein, sie können jedoch auch bei einem Festelementcabrio am hinteren Dachteil 4 beweglich angeordnet sein und nach dem Verfahren des bewegbaren Dachteils 3 über das Dachteil 4 vom vorderen Bereich des festen Fahrzeugdachs 1 gelöst und beispielsweise nach Anschwenken an das Dachteil 4 mit dem gesamten Dachpaket in einen Stauraum versenkt werden.

An den seitlichen Dachholmen 6 ist jeweils eine Führungsschiene 7 angeordnet, die sich sowohl seitwärts der Dachöffnung 5 als auch hinter die Dachöffnung 5 in das Dachteil 4 hinein erstreckt, wo sie die Führung 46 für die untere Abstützung des Ausstellhebels 40 bei der Verschiebung des Dachteils 3 über das Dachteil 4 bildet. In den Führungsschienen 7 ist jeweils ein Kabelkanal 8 ausgebildet, in dem ein zug- und druckfestes Antriebskabel 9 geführt ist, das mit einem nicht dargestellten elektrischen Antrieb verbunden ist. In den 3 bis 12 ist jeweils nur eine Führungsschiene 7 auf einer Seite mit der zugehörigen Mechanik dargestellt. Alle Teile sind jedoch spiegelbildlich zu einer Mittellängsachse auf beiden Seiten der Dachöffnung 5 vorhanden.

Das bewegbare Dachteil 3 ist nahe seiner Vorderkante 31 über eine vordere Anbindung 33 mit einem Gleitelement 35 schwenkbar und verschiebbar an einem vorderen Schlitten 10 gelagert. Der vordere Schlitten 10 ist mit einem Paar von vorderen Gleitelementen 11 und einem Paar von hinteren Gleitelementen 12 in gegenüberliegenden Führungsbahnen der Führungsschiene 7 verschiebbar geführt. Am vorderen Schlitten 10 ist eine Kulisse 13 vorgesehen, die einen ersten horizontalen Abschnitt 14, daran nach hinten anschließend einen zweiten ansteigenden Abschnitt 15 und daran anschließend einen horizontalen dritten Abschnitt 16 aufweist. In diese Kulisse 13 greift das Gleitelement 35 der vorderen Anbindung 33 des Dachteils 3 verschiebbar ein.

Nahe dem hinteren Ende 32 des bewegbaren Dachteils 3 ist der Ausstellhebel 40 mit einem Gelenk 43 an einer mit dem Dachteil 3 verbundenen hinteren Anbindung 34 schwenkbar angelenkt. Wie am besten in 12 zu erkennen, ist der Ausstellhebel 40 in seinem vorderen Bereich zweiteilig ausgebildet: ein äußerer Schenkel 42 und ein mit diesem verbundener innerer Schenkel 41 umgreifen von unten her einen Steuerschlitten 50 im Bereich einer nach oben gewölbten bogenförmigen Steuerkulisse 54. Die Steuerkulisse 54 ist an der Außenseite des Steuerschlittens 50 in dessen hinterem Bereich vorgesehen. In die Steuerkulisse greift der Ausstellhebel 40 mit einem vorderen Gleitelement 44 und einem etwa in der Mitte des Ausstellhebels 40 an dessen Unterseite angeordneten hinteren Gleitelement 45 ein. Eine in der Form zur Steuerkulisse 54 identische Steuerkulisse ist vorzugsweise auch auf der Innenseite des Steuerschlittens 50 in dessen hinterem Bereich in derselben Höhe in X-Richtung und in Z-Richtung gesehen ausgebildet. Das im Fahrzeugbau übliche Koordinatensystem ist in 12 angedeutet. Die X-Richtung wird parallel zur Fahrzeuglängsachse, die Y-Richtung parallel zur Fahrzeugquerachse und die Z-Richtung parallel zur Fahrzeughochachse festgelegt. In diese nach innen geöffnete Steuerkulisse greifen spiegelbildlich zum vorderen Gleitelement 44 und zum hinteren Gleitelement 45 angeordnete Gleitelemente am inneren Schenkel 41 des Ausstellhebels 40 ein. Der Eingriff von jeweils zwei Gleitelementen 44 und 45 in die Steuerkulissen 54 am Steuerschlitten 50 gewährleistet eine symmetrische Krafteinleitung und eine besonders stabile Abstützung des Deckels 3. Die Funktion ist aber auch durch einen Ausstellhebel 40 gewährleistet, der nur mit zwei Gleitelementen 44 und 45 auf einer Seite in eine Steuerkulisse 54 eingreift.

Der Steuerschlitten 50 ist mit einem Paar vorderer Gleitschuhe 51 und einem Paar hinterer Gleitschuh 52 in einer Führungsbahn der Führungsschiene 7 verschiebbar gelagert. In Höhe des hinteren Gleitschuhs 52 ist gleichzeitig an der Außenseite eine Anbindung 53 zum Antriebskabel 9 vorgesehen. Der nicht dargestellten Antriebsmotor betätigt somit das bewegbare Dachteil 3 ausschließlich über eine Verschiebung des Steuerschlittens 50. Am Steuerschlitten 50 ist in dessen vorderem Bereich zur Innenseite hin geöffnet eine weitere Kulisse 55 angeordnet. Ferner ist im vorderen Bereich des Steuerschlittens 50 ein nach außen weisender Steuerstift 56 vorgesehen. Die Kulisse 55 dient zur Betätigung einer Verriegelungseinrichtung 60, die von einem parallel zum inneren Schenkel 41 des Ausstellhebels 40 und des Steuerschlittens 50 angeordneten Verriegelungshebel 61 gebildet wird, der an seinem hinteren Ende mit einem Gelenk 62 am inneren Schenkel 41 des Ausstellhebels 40 schwenkbar gelagert ist und der an seinem vorderen Ende an der Innenseite, d. h. der Dachöffnung 5 zugewandt, einen Verriegelungsbolzen 63 und an der Außenseite einen Steuerstift 64 trägt, wobei der Steuerstift 64 gegenüber dem Verriegelungsbolzen 63 leicht nach unten und hinten versetzt ist.

Der Verriegelungsbolzen 63 greift in eine an der Innenseite der Führungsschiene 7 vorgesehene Kulisse 72 ein, die von vorne nach hinten einen zunächst schräg abfallenden Verlauf aufweist, der dann in eine horizontale Führungsbahn der Führungsschiene 7 übergeht.

Der Steuerstift 64 greift in die Kulisse 55 am Steuerschlitten 50 ein.

Der Steuerstift 56 des Steuerschlittens 50 steht in Eingriff mit einer Kulisse 22 an einem Steuerhebel 20. Der Steuerhebel 20 ist an seinem vorderen Ende mit einem Gelenk 21 am vorderen Schlitten 10 angelenkt. Die Kulisse 22 weist von vorne nach hinten zunächst einen geraden Abschnitt 23 auf, der nahe des hinteren Endes in einen bogenförmig nach oben gebogenen Abschnitt 24 übergeht. Am hinteren Ende des Steuerhebels 20 ist darüber hinaus nach außen vorspringend ein Riegelstift 25 angeordnet, der in eine Kulisse 70 an der Führungsschiene 7 eingreift, die am vorderen Ende wie eine kurze vertikale Kulisse ausgebildet ist und nach unten bogenförmig in eine horizontale Führungsbahn 71 der Führungsschiene 7 übergeht.

Nachfolgend wird die Funktion der vorstehend beschriebenen Mechanik ausgehend von der Schließposition (siehe 1, 3 und 6) beschrieben.

In der Schließposition wird das öffnungsfähige Dachteil 3 bündig mit dem festen Fahrzeugdach 1 und dem hinteren Dachteil 4 in der Dachöffnung 5 gehalten. Dabei wird das vordere Ende des Deckels 3 über die vordere Anbindung 33 und das Gleitelement 35 im horizontalen Abschnitt 14 der Kulisse 13 des vorderen Schlittens 10 gehalten. Der vordere Schlitten 10 seinerseits wird über seine Gleitelemente 11 und 12 in Y-Richtung und in Z-Richtung gehalten und über den Steuerhebel 20, dessen Riegelstift 25 in der vertikalen Kulisse 70 liegt, in X-Richtung gesichert.

Das hintere Ende des Deckels 3 wird über den Ausstellhebel 40, dessen Gleitelemente 44 und 45 in Eingriff mit der Steuerkulisse 54 des Steuerschlittens 50 stehen, in Y-Richtung und in Z-Richtung gehalten und durch den Eingriff des Verriegelungsbolzens 63 in die Kulisse 72 in X-Richtung gesichert.

Die Öffnungsbewegung des Deckels 3 beginnt mit einer Austellbewegung der Hinterkante 32. Dazu bewegt der nicht dargestellte Antriebsmotor das Antriebskabel 9 nach hinten. Über die Kabelanbindung 53 wird dabei der Steuerschlitten 50 um den selben Betrag X, (siehe 3) nach hinten verschoben. Dabei bewegt sich die Steuerkulisse 54 relativ zu den Gleitelementen 44 und 45 des Ausstellhebels 40 von der in 4 oder 9 dargestellten Position in die in 10 dargestellte Position. Während das vordere Gleitelement 44 in der Schließposition (9) im oberen Bereich und das hintere Gleitelement 45 am hinteren unteren Übergang der bogenförmigen Steuerkulisse 54 liegt, hat sich das vordere Gleitelement 44 in der Ausstellposition der Hinterkante 32 des Deckels 3 in den unteren vorderen Übergangsbereich und das hintere Gleitelement 45 in den oberen mittleren Bereich der Steuerkulisse 54 bewegt. Dadurch wird dem Steuerhebel 40 eine Schwenkbewegung im Gegenuhrzeigersinn aufgezwungen, die zu der in 10 gezeigten Ausstellposition des Deckels 3 führt. Bei der Verschiebung des Steuerschlittens 50 zur Herstellung der Ausstellposition hat der Steuerstift 56 im geraden Abschnitt 23 der Kulisse 22 am Steuerhebel 20 einen entsprechenden Leerweg zurückgelegt, d. h. der Steuerhebel 20 hält den vorderen Schlitten 10 über den Eingriff des Riegelstifts 25 in den vertikalen Teil der Kulisse 70 unverändert in seiner Position. Gleichzeitig ist durch den Eingriff des Steuerstift 64 in die Kulisse 55 der Verriegelungsbolzen 63 im schräg abfallenden Teil der Kulisse 72 etwas nach hinten und unten geführt worden, ohne jedoch bereits in die horizontale Führungsbahn der Führungsschiene 7 eingetreten zu sein. Dadurch sichert der Verriegelungsbolzen 63 den Ausstellhebel 40 in dessen Ausstellposition noch gegen eine Verschiebung nach hinten. Wie aus 7 zu ersehen, hat sich bei der Austellbewegung der Hinterkante 32 des Deckels 3 auch das Gleitelement 35 an der vorderen Anbindung 33 des Deckels 3 um einen kleinen Betrag X2 im horizontalen Abschnitt 14 der Kulisse 13 nach hinten bewegt. Dadurch kommt die Vorderkante 31 des Deckels 3 von der Vorderkante der Dachöffnung 5 frei, wodurch ein Quetschen einer dort angeordneten Dichtung mit entsprechender Geräuschbildung und entsprechendem Verschleiß verhindert wird.

Zur vollständigen Öffnung des Deckels 3 wird der Steuerschlitten 50 durch das Antriebskabel 9 aus der Ausstellposition weiter nach hinten verschoben. Dabei wird der Verriegelungsbolzen 63 durch die Führung des Steuerstifts 64 in der Kulisse 55 in den horizontalen Abschnitt der Kulisse 72 überführt (siehe Übergang von 7 auf 8). Gleichzeitig fährt das Gleitelement 35 an der vorderen Anbindung 33 des Deckels über den zweiten geneigten Abschnitt 15 nach oben in den horizontalen dritten Abschnitt 16 der Kulisse 13, so dass auch die Vorderkante 31 des Deckels 3 angehoben wird. Der vordere Schlitten 10 wird dabei zunächst über den Steuerhebel 20 unverändert in seiner Position gehalten (8), da sich der Steuerstift 56 des Steuerschlittens 50 noch im horizontalen Teil 23 der Kulisse 22 befindet. Wenn dieser Steuerstift 56 auf den gebogenen Abschnitt 24 der Kulisse 22 betrifft, drückt er das hintere Ende des Steuerhebels 20 nach unten, so dass der Riegelstift 25 aus dem vertikalen Teil der Kulisse 70 nach unten in die Führungsbahn 71 eintreten kann. Damit ist auch die Verriegelung des vorderen Schlittens 10 aufgehoben und dieser wird durch Anlage des Steuerstifts 56 am hinteren Ende der Kulisse 22 vom Steuerschlitten 50 und dem mit diesem gekoppelten Steuerhebel 20 nach hinten gezogen.

In der Endposition (5) ist die Dachöffnung 5 weitestgehend freigelegt. Die Anbindung 33 nahe der Vorderkante 31 des Deckels 3 steht unmittelbar vor dem hinteren Dachteil 4. Die Schließbewegung des Deckels 3 erfolgt genau in umgekehrter Reihenfolge zu der vorstehend beschriebenen Abfolge.

Vorteilhaft an der vorstehend beschriebenen Mechanik für ein außen geführtes Schiebedach ist, dass der Antrieb von der Schließposition über die Ausstellposition der Hinterkante bis zur vollständigen Öffnungsposition über einen einzigen Steuerschlitten 50 in derselben Richtung erfolgt. Alle dazu erforderlichen zeitweisen Verriegelungen des vorderen Schlittens 10 und des Ausstellhebels 40 gegen eine vorzeitige Verschiebung werden unmittelbar oder mittelbar von diesem Steuerschlitten 50 gesteuert. Die Mechanik baut gegenüber dem eingangs gewürdigten Stand der Technik deutlich kleiner. In X-Richtung wird auf jeder Seite eine einzige durchgehende Führungsschiene 7 verwendet, die in die hintere Führung 46 für die Abstützung des Ausstellhebels 40 übergeht. Dadurch ist die Breite der Mechanik in Y-Richtung ebenfalls deutlich reduziert. Auch bezüglich der Höhe (Z-Richtung) ist die vorstehend beschriebenen Mechanik auf ein Minimum reduziert. Die flache bogenförmige Kulisse 54 erfordert minimale Antriebskräfte zur Erzeugung der Austellbewegung für den Ausstellhebel 40. Es ist eine kontinuierliche ruckfreie Betätigung des Dachteils 3 gewährleistet, die auch ein Durchfahren von der Schließposition in die vollständige Öffnungsposition ermöglicht, ohne dass dabei hohe und sprunghafte Antriebskräfte notwendig wären, die einen Einklemmschutzsensor täuschen könnten.

1
Fahrzeugdach
2
Windabweiserlamelle
3
(bewegbares) Dachteil
4
(festes) Dachteil
5
Dachöffnung
6
(seitlicher) Dachholm
7
Führungsschiene
8
Kabelkanal
9
Antriebskabel
10
(vorderer) Schlitten
11
(vorderes) Gleitelement
12
(hinteres) Gleitelement
13
Kulisse
14
erster Abschnitt (von 13)
15
zweiter Abschnitt (von 13)
16
dritter Abschnitt (von 13)
20
Steuerhebel
21
Gelenk
22
Kulisse
23
gerader Abschnitt (von 22)
24
gebogener Abschnitt (von 22)
25
Riegelstift
31
Vorderkante (von 3)
32
Hinterkante (von 3)
33
Anbindung (vorn)
34
Anbindung (hinten)
35
Gleitelement (an 33)
40
Ausstellhebel
41
innerer Schenkel (von 40)
42
äußere Schenkel (von 40)
43
Gelenk (Verbindung zu 34)
44
vorderes Gleitelement
45
hinteres Gleitelement
46
Führung
49
Dichtelement
50
Steuerschlitten
51
(vorderer) Gleitschuh
52
(hinterer) Gleitschuh
53
Anbindung zum Antriebskabel
54
Steuerkulisse (für 40)
55
Kulisse (für 64)
56
Steuerstift
60
Verriegelungseinrichtung
61
Verriegelungshebel
62
Gelenk
63
Verriegelungsbolzen
64
Steuerstift
70
Kulisse (an 7 für 25)
71
Führungsbahn (für 25)
72
Kulisse (an 7 für 63)
73
Windabweiser (12)


Anspruch[de]
Fahrzeugdach (1) mit einem mittels eines nahe seiner Hinterkante (32) angelenkten Ausstellhebels (40) zunächst in eine Lüfterposition ausstellbaren und anschließend oberhalb des Daches bzw. eines zumindest zeitweise festen Dachteils (4) verschiebbaren Dachteil (3) zum wenigstens teilweisen Freigeben einer Dachöffnung (5) im Fahrzeugdach (1), wobei das Dachteil (3) beim Verschieben aus der Lüfterposition nach hinten auch über die Hinterkante der Dachöffnung (5) hinaus im Bereich seiner Hinterkante (32) weiterhin abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützung der Hinterkante (32) des Dachteils (3) sowohl bei der Ausstellbewegung als auch bei der Verschiebebewegung kontinuierlich mittels des Ausstellhebels (40) erfolgt, der mittels eines wenigstens eine Steuerkulisse (54) aufweisenden verschiebbaren Steuerschlittens (50) betätigbar ist, wobei der Steuerschlitten (50) beim Verschieben aus der Lüfterposition zusätzlich eine Verriegelungseinrichtung (60) entriegelt, die eine Verschiebung des Dachteils (3) während der Ausstellbewegung blockiert. Fahrzeugdach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinrichtung (60) von einem schwenkbar am Ausstellhebel (40) angelenkten Verriegelungshebel (61) gebildet wird, der einen mit einer dachfesten Kulisse (72) im Eingriff stehenden Verriegelungsbolzen (63) aufweist und mittels einer weiteren Steuerkulisse (55) des Steuerschlittens (50) betätigbar ist. Fahrzeugdach nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausstellhebel (40) mit einem vorderen Gleitelement (44) und mit einem hinteren Gleitelement (45) im Eingriff mit der Steuerkulisse (54) des Steuerschlittens (50) steht. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das öffnungsfähige Dachteil (3) nahe seiner Vorderkante (31) an einem vorderen Schlitten (10) zumindest schwenkbar angelenkt ist, der mit dem Steuerschlitten (50) über einen Steuerhebel (20) in Verbindung steht. Fahrzeugdach nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerhebel (20) am vorderen Schlitten (10) über ein Gelenk (21) schwenkbar angelenkt ist. Fahrzeugdach nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerhebel (20) eine Kulisse (22) aufweist, in die der Steuerschlitten (50) mit einem Steuerstift (56) eingreift. Fahrzeugdach nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (22) einen geraden Abschnitt (23) aufweist, der eine Verschiebung des Steuerschlittens (50) relativ zum noch still stehenden vorderen Schlitten (10) beim Ausstellen in die Lüfterposition ermöglicht, und das die Kulisse (22) ferner einen gebogenen Abschnitt (24) aufweist, durch welchen der Steuerstift (56) beim Verfahren des Dachteils (3) nach hinten einen am Steuerhebel (20) angeordneten Riegelstift (25) entriegelt und somit im weiteren Verlauf eine synchrone Bewegung des vorderen Schlittens (10) mit dem Steuerschlitten (50) ermöglicht. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausstellhebel (40) zweiteilig mit einem äußeren Schenkel (42) und einem inneren Schenkel (41) ausgebildet ist, wobei die beiden Schenkel (41 bzw. 42) den Steuerschlitten (50) umgreifen, wobei an einem der Schenkel (41) die Verriegelungseinrichtung (60) befestigt ist, und wobei an wenigstens einem der Schenkel (41, 42) Gleitelemente (44, 45) für den Eingriff in die Steuerkulisse (54) angeordnet sind. Fahrzeugdach nach wenigstens einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Gleitelement (10) eine Kulisse (13) mit wenigstens einem ansteigenden Abschnitt (15) aufweist, in welcher ein Gleitelement (35) einer vorderen Anbindung (33) des verschiebbaren Dachteils (3) verschiebbar gelagert ist. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschlitten (50) mit einem Antriebskabel (9) verbunden ist. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerkulisse (54) am Steuerschlitten (50) in der Seitenansicht einen bogenförmigen Verlauf aufweist. Fahrzeugdach (1) mit einem zunächst in eine Lüfterposition ausstellbaren und anschließend oberhalb des Daches bzw. eines zumindest zeitweise festen Dachteils (4) in eine Öffnungsposition verschiebbaren Dachteil (3) zum wenigstens teilweisen Freilegen einer Dachöffnung (5) im festen Fahrzeugdach (1), wobei das verschiebbare Dachteil (3) beim Verschieben aus der Lüfterposition nach hinten auch über die Hinterkante der Dachöffnung (5) hinaus im Bereich seiner Hinterkante (32) weiterhin abgestützt ist, mit einem vorderen Schlitten (10) zur Abstützung des verschiebbaren Dachteils (3) nahe von dessen Vorderkante (31), gekennzeichnet durch

– einen Ausstellhebel (40) zur kontinuierlichen Abstützung der Hinterkante (32) des Dachteils (3) sowohl bei der Ausstellbewegung als auch bei der Verschiebebewegung,

– einen verschiebbaren Steuerschlitten (50), der mittels wenigstens einer Steuerkulisse (54) den Ausstellhebel (40) betätigt, wobei der Steuerschlitten (50) beim Verschieben aus der Lüfterposition zusätzlich eine Verriegelungseinrichtung (60) entriegelt, die eine Verschiebung des Dachteils (3) während der Ausstellbewegung in die Lüfterposition blockiert, und wobei Steuerschlitten (50) und vorderer Schlitten (10) zusätzlich über einen Steuerhebel (20) verbunden sind, der mittels einer Kulisse (22) eine zeitweise Relativbewegung des Steuerschlittens (50) zum vorderen Schlitten (10) ermöglicht.
Fahrzeugdach nach Anspruch 9 und 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (22) ausgehend von der Lüfterposition bei einer weiteren Verschiebung des Dachteils (3) nach hinten eine weitere Relativbewegung des Steuerschlittens (50) ermöglicht, während der das Gleitelement (35) für eine Anhebung der Vorderkante (31) des Dachteils (3) den ansteigenden Abschnitt (15) der Kulisse (13) am vorderen Schlitten (10) durchfährt. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschlitten (50) ausgehend von der Schließposition über die Lüfterposition bis zur vollständigen Öffnungsposition in derselben Richtung verschiebbar ist. Fahrzeugdach nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das bewegbare Dachteil (3) Bestandteil eines Festelement-Cabriolets ist, das zur vollständigen Freigabe des Fahrzeuginnenraums nach oben in eine Ablageposition verschwenkbar und/oder verfahrbar ist.






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