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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Lautsprecher nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Derartige Lautsprecher sind nach dem Stand der Technik allgemein bekannt. Zur Erzeugung von Schwingungen einer Membran des Lautsprechers ist eine damit verbundene Spule vorgesehen, welche mittels eines elektrischen Felds in Schwingungen versetzt wird. Herkömmliche Lautsprecher erfordern einen relativ hohen Herstellungsaufwand.

Die WO 02/080359 A2 beschreibt ein akustisches Oberflächenwellenbauelement, bei dem auf einem aus SiO2 hergestellten Substrat eine aus einem piezoelektrischen Material hergestellte Schicht aufgebracht ist. Oberhalb und/oder unterhalb der Schicht befindet sich ein Interdigitalwandler.

Aus der WO 94/27331 ist eine aus piezoelektrischen Schichten hergestellte Anordnung bekannt, welche auf einer Aluminiumplatte aufgebracht ist. Die Aluminiumplatte wird durch Schall in Schwingungen versetzt. Zur Absorption des Schalls können mit dem piezoelektrischen Schichten entgegengesetzte Schwingungen erzeugt werden.

Die EP 1 250 827 B1 und die WO 03/098964 A2 beschreiben einen Lautsprecher, bei dem auf einer Lautsprecherplatte mittels einer Stütze piezoelektrische Balken befestigt sind.

Nach dem Stand der Technik sind ferner piezoelektrische Lautsprecher bekannt. Dabei handelt es sich um Lautsprecher zur Erzeugung hoher Frequenzen. Die Schwingungen werden dabei durch einen piezoelektrischen Kristall oder eine piezoelektrische Keramik erzeugt. Derartige Lautsprecher eignen sich lediglich als Komponenten in einer Mehrwegelautsprecherbox. Auch deren Herstellung ist aufwändig.

Es besteht insbesondere im Bereich der Werbemittelindustrie ein Bedarf an billig verfügbaren Lautsprechern oder Schallquellen.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen möglichst einfach und kostengünstig herstellbaren Lautsprecher bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 8.

Durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Kombination einer Membran mit einem piezoelektrischen elektrostriktiven Biegewandler kann auf überraschend einfache und kostengünstige Weise ein Lautsprecher hergestellt werden. Der piezoelektrische Biegewandler ist dabei vorzugsweise mit seiner Unter- und/oder Oberseite vollflächig mit der Membran verklebt.

Die Membran kann eine Dicke im Bereich von 10 bis 1000 &mgr;m, vorzugsweise 50 bis 250 &mgr;m, aufweisen. Sie kann aus einer Vielzahl von Werkstoffen, insbesondere Kunststoff, Papier, Pappe, Glas, Metall oder Holz, hergestellt sein. Beispielsweise kann ein piezoelektrischer Biegewandler in geeigneter Kombination mit einem Plakat versehen werden. Das Plakat kann damit nicht nur optisch eine Information übermitteln. Es kann zusätzlich auch als Lautsprecher zur akustischen Übermittlung von Informationen genutzt werden. In ähnlicher Weise können auch in Gebäuden beispielsweise aus Glas hergestellte Bauelemente als Lautsprechermembran genutzt werden. Auch ist es denkbar, Holzverkleidungen in Räumen als Lautsprechermembran zu nutzen.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der Biegewandler mit der Membran verklebt oder in die Membran einlaminiert. Die Membran kann aus mehreren miteinander verklebten Schichten hergestellt sein. Dabei ist der piezoelektrische Biegewandler vorteilhafterweise in eine der Schichten integriert. Es kann sich dabei um eine Schicht handeln, welche beidseits mit weiteren Schichten versehen ist. In diesem Fall ist der piezoelektrische Biegewandler also in die Membran integriert. Die Membran ist ähnlich einer herkömmlichen Lautsprechermembran flexibel ausgestaltet. Selbstverständlich ist es auch möglich, den piezoelektrischen Biegewandler auf andere Weise an der Membran anzubringen. Die Verklebung mit der Membran kann beispielsweise mit einem doppelseitigen Klebeband oder dgl. erfolgen.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Biegewandler eine aus piezokeramischen Platten, Filmen oder Fasern und dem ersten Kunststoff oder einem zweiten Kunststoff hergestelltes Komposit ist. Ein geeigneter piezoelektrischer Biegewandler ist beispielsweise in der DE 102 18 936 B4 beschrieben. Der Offenbarungsgehalt dieses Dokuments wird hiermit einbezogen. Falls die Membran ebenfalls aus dem ersten Kunststoff hergestellt ist, ergibt sich eine besonders innige Verbindung des Biegewandlers mit der Membran.

Nach einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass mehrere Biegewandler mittels auf oder in der Membran geführten Leiterbahnen miteinander elektrisch verbunden sind. In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung weist die Membran eine elektrisch leitfähige Schicht auf, welche eine gemeinsame Elektrode zum Anschluss mehrerer Biegewandler bildet. Eine solche elektrisch leitfähige Schicht kann eine Schicht eines aus mehreren Schichten aufgebauten Laminats sein, welches die Membran bildet. Dabei kann die elektrisch leitfähige Schicht von einer elektrisch isolierenden Schicht überlagert sein.

Auf der elektrisch isolierenden Schicht wiederum können eine oder mehrere Elektroden zur Ansteuerung der Biegewandler vorgesehen sein.

Nachfolgend werden vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine Draufsicht auf einen ersten Lautsprecher,

2 eine Draufsicht auf einen zweiten Lautsprecher und

3 eine schematische Schnittansicht durch eine Membran mit Biegewandler.

Bei dem in 1 gezeigten Lautsprecher ist eine Membran 1 aus einem glasfaserverstärktem Epoxydharz hergestellt. Die Membran 1 weist eine Dicke im Bereich von 200 &mgr;m auf. Ein mit dem Bezugszeichen 2 bezeichneter piezoelektrischer Biegewandler ist aus demselben Epoxydharz hergestellt, wie das zur Herstellung der Membran 1 verwendete Epoxydharz. Darin sind piezoelektrische Fasern, welche beispielsweise aus PZT hergestellt sind, eingebettet. Der Biegewandler kann auch aus piezoelektrischen oder elektrostiktiven Platten oder Filmen hergestellt sein, welche beispielsweise aus PZT, PVDF, Polypropylen oder Polyorethan bestehen können. Der Biegewandler weist zweckmäßigerweise an seiner Ober- und Unterseite jeweils eine Elektrode auf. Es kann sich dabei auch um eine von außen isolierte interdigitale Elektrode handeln. Mit dem piezoelektrischen Biegewandler 2 werden die damit erzeugten Schwingungen auf die Membran 1 übertragen. Der Flächeninhalt der Membran 1 beträgt ein Vielfaches des Flächeninhalts des oder der piezoelektrischen Biegewandler 2. Zweckmäßigerweise beträgt der Flächeninhalt der Membran 1 mehr als das 5-fache, vorzugsweise mehr als das 10-fache besonders vorzugsweise mehr als das 20-fache des/der Flächeninhalt/e des/der piezoelektrischen Biegewandler/s 2.

Die Membran 1 kann zur verbesserten Auskopplung auch eine gekrümmte Oberfläche aufweisen. Ferner kann die Membran 1 in einen Rahmen eingespannt sein und/oder Ausnehmungen aufweisen. Es ist auch möglich, an einer Rückseite der Membran 1 rechteckige, runde oder ovale Versteifungsstrukturen anzubringen, welche in der Draufsicht die piezoelektrischen Biegewandler 2 umgehen. Bei den Versteifungsstrukturen kann es sich z. B. um umlaufende Kunststoffrahmen, umlaufende Verdickungen in der Membran oder dgl. handeln. Durch die vorgenannten Maßnahmen kann die Klangqualität des Lautsprechers optimiert werden.

Die Elektroden des Biegewandlers 2 sind über einen, ggf. mit einem Vorverstärker versehenen, Spannungsverstärker 3 und einem dem Spannungsverstärker 3 vorgeschalteten Signalgeber 4 verbunden. Bei dem Signalgeber 4 kann es sich z. B. um ein Radio, einen Funktionsgenerator, einen MP3-Player oder dgl. handeln. Die vom Biegewandler 2 wegführenden Leitungen können zumindest im Bereich der Membran 1 als Leiterbahnen 5 ausgeführt sein.

Bei dem in 2 gezeigten Lautsprecher sind auf der Membran 1 mehrere Biegewandler 2 vorgesehen. Die Biegewandler 2 sind über Leiterbahnen 5 mit einer ersten E1 und einer zweiten Sammelelektrode E2 verbunden. Die erste E1 und die zweite Sammelelektrode E2 sind wiederum mit dem Spannungsverstärker 3 und den ggf. vorgeschalteten Signalgeber 4 verbunden.

3 zeigt eine schematische Schnittansicht durch eine weitere Ausgestaltung des Lautsprechers. Dabei besteht die Membran 1 aus einem Laminat, welches aus einer ersten, aus einem elektrisch isolierenden Material hergestellten Kunststoff-Schicht 6 hergestellt ist. Es kann sich dabei beispielsweise um mit Glasfasern verstärktes Epoxydharz handeln. Auf der ersten Kunststoffschicht 6 ist in Form einer ersten Metallschicht 7 eine erste Sammelelektrode E1 ausgebildet, mit der eine Elektrode des piezoelektrischen Biegewandlers 2 kontaktiert ist. Der piezoelektrische Biegewandler 2 ist im Übrigen von einer zweiten Kunststoffschicht 8 umgeben, welche ebenfalls elektrisch isolierend ausgebildet sein kann. Die zweite Kunststoffschicht 8 kann aus demselben Material wie die erste Kunststoffschicht 6 hergestellt sein. Die zweite Kunststoffschicht 8 ist von einer zweiten Metallschicht 9 überlagert, welche die zweite Sammelelektrode E2 bildet. Die zweite Sammelelektrode E2 ist mit der anderen Elektrode des piezoelektrischen Biegewandlers 2 verbunden. Die zweite Metallschicht 9 ist von einer dritten Kunststoffschicht 10 überlagert, welche wiederum aus einem elektrisch isolierenden Kunststoff hergestellt sein kann. Es kann sich dabei um denselben Kunststoff handeln, aus dem die erste 6 oder die zweite Kunststoffschicht 8 hergestellt ist/sind.

Nach einer weiteren Ausgestaltung kann die Membran 1 großflächig nach Art einer Leinwand ausgebildet sein. Sie kann in eine Vielzahl gleichförmiger, beispielsweise quadratischer, Felder eingeteilt sein, wobei in jedem Feld ein piezoelektrischer Biegewandler 2 vorgesehen ist. Jeder der piezoelektrischen Biegewandler 2 definiert einen Lautsprecher, welcher separat ansteuerbar ist. Bei der Projektion eines Films auf eine solchermaßen hergestellte Leinwand kann der Schall dann jeweils genau dort erzeugt werden, wo ein entsprechendes Bild gerade projiziert wird. Damit wird eine besonders authentische Filmvorführung ermöglicht. In diesem Fall weist die Membran 1 an ihrer einen Seite eine lichtreflektierende Schicht auf.

Der vorgeschlagene Lautsprecher zeichnet sich insbesondere durch ein geringes Gewicht und eine platzsparende kompakte Bauweise aus. Er weist eine hohe Leistungsdichte auf und kann kostengünstig und einfach hergestellt werden. Damit gelingt es beispielsweise Poster, Leinwände, Werbeflächen und dgl. als Lautsprecher zu verwenden. Es kann damit eine gleichmäßige Raumbeschallung erzielt werden, welche beispielsweise durch eine Integration piezoelektrischer Biegewandler 2 in Gipsplatten, Fenster, Türen und dgl. ermöglicht. Insoweit können die vorgenannten Bauelemente auch als Membran 1 dienen.

Abgesehen davon können die vorgeschlagenen Lautsprecher zur Herstellung abhörsicherer Räume verwendet werden. Mit den Lautsprechern kann ein das Abhören erschwerendes Geräusch an den Wänden erzeugt werden. Auch ist es denkbar, mit den vorgeschlagenen Lautsprechern eine aktive Schalldämmung zu erreichen, indem damit zu in einem Raum erzeugten Frequenzen weitere Frequenzen erzeugt werden, welche die im Raum vorherrschenden Frequenzen nach außen hin kompensieren.

Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Anordnung, bei der eine flexible Membran mit einem piezoelektrischen Biegewandler verbunden ist, kann selbstverständlich nicht nur als Lautsprecher sondern auch als Mikrofon Anwendung finden. Durch Schall in der Membran 1 erzeugte Schwingungen erzeugen im piezoelektrischen Biegewandler 2 Spannungssignale, welche über einen einfachen Spannungs- oder Ladungsverstärker verstärkt und beispielsweise mit einem Computer, Speicher-Osziloskop, Spannungs- oder Ladungsmeßgeräten aufgezeichnet und wiedergegeben werden können.

Anstelle der in den vorstehenden Ausführungsbeispielen verwendeten piezoelektrischen Biegewandler 2 kann selbstverständlich auch ein elektrostriktiver Biegewandler mit der flexiblen Membran verbunden sein.

1
Membran
2
piezoelektrischer Biegewandler
3
Spannungsverstärker
4
Signalgeber
5
Leiterbahn
6
erste isolierende Schicht
7
erste elektrisch leitfähige Schicht
8
zweite isolierende Schicht
9
zweite elektrisch leitfähige Schicht
10
dritte isolierende Schicht
E1
erste Sammelelektrode
E2
zweite Sammelelektrode


Anspruch[de]
Lautsprecher mit einer Membran (1) zur Übertragung von Schwingungen, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung der Schwingungen zumindest ein piezoelektrischer oder elektrostriktiver Biegewandler (2) mit der Membran (1) verbunden ist. Lautsprecher nach Anspruch 1, wobei die Membran (1) eine Dicke im Bereich von 10 bis 1000 &mgr;m, vorzugsweise 50 bis 250 &mgr;m, aufweist. Lautsprecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Membran (1) aus einem, vorzugsweise, glasfaserverstärktem erstem Kunststoff, Papier, Pappe, Glas, Metall oder Holz hergestellt ist. Lautsprecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Biegewandler (2) mit der Membran (1) verklebt oder in die Membran (1) einlaminiert ist. Lautsprecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Biegewandler (2) eine aus piezokeramischen Platten, Filmen oder Fasern und dem ersten Kunststoff (6) oder einem zweiten Kunststoff (8) hergestelltes Komposit ist. Lautsprecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei mehrere Biegewandler (2) mittels auf oder in der Membran (1) geführte Leiterbahnen (5) miteinander elektrisch verbunden sind. Lautsprecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Membran (1) eine elektrisch leitfähige Schicht (7, 9) aufweist, welche eine gemeinsame Elektrode (E1, E2) zum Anschluss mehrerer Biegewandler (2) bildet. Lautsprecher nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die elektrisch leitfähige Schicht (7, 9) von einer elektrisch isolierenden Schicht (6, 8, 10) überlagert ist.






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