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Dokumentenidentifikation DE102005024661A1 07.12.2006
Titel Sicherheitsdokument mit einem den Dokumentinhaber charakterisierenden Individualhologramm
Anmelder Bundesdruckerei GmbH, 10969 Berlin, DE
Erfinder Gutmann, Roland, Dr., 14612 Falkensee, DE
Vertreter Leske, T., Dipl.-Ing. Dr.-Ing. Dr.-Ing.habil., Pat.-Anw., 81679 München
DE-Anmeldedatum 30.05.2005
DE-Aktenzeichen 102005024661
Offenlegungstag 07.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.12.2006
IPC-Hauptklasse B42D 15/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G06K 9/62(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B44F 1/12(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsdokument mit einem maschinenlesbaren Sicherheitselement, das ein den Dokumenteninhaber charakterisierendes Individualhologramm enthält, wobei das Individualhologramm als Volumenhologramm ausgebildet ist, in dem ein Abbild des Dokumenteninhabers sowie darin steganografisch verschlüsselte personenbezogene und/oder dokumentbezogene Daten gespeichert sind, die an zumindest einer weiteren Stelle außerhalb des Hologramms im Sicherheitsdokument enthalten sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsdokument mit einem maschinenlesbaren Sicherheitselement, das ein den Dokumenteninhaber charakterisierendes Individualhologramm enthält gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1.

Sicherheitsdokumente, wie Personalausweise, Reisepässe, Identitätskarten u.dgl. enthalten eine Vielzahl von Sicherheitsmerkmalen, die Fälschungen erschweren sollen. Dazu gehören bspw. Hologramme, die in Rekonstruktion bei bestimmter Beleuchtung und unter entsprechendem Betrachtungswinkel Bilder, Symbole oder auch alphanumerische Information wiedergeben sowie kinematische Bewegungsstrukturen, die sich bei Kippbewegung des Ausweises im Motiv, bezüglich ihrer Position oder ihrer Hell-Dunkel-Verteilung ändern. Andere Sicherheitsmerkmale sind Mikroschriften, Sicherheitsdrucke mit mehrfarbigen Guillochen, also Schutzmustern aus feinen, miteinander verschlungenen Linien, sowie Wasserzeichen, Laserdrucke u.v.a.

Bekannt ist auch (DE 198 12 826 C1; US 6 345 104 B1) die Authentifizierung von Bildern durch verschlüsselt im Bild enthaltene Information. Sie wird bestimmten Bildpunkten nach einem vorgegebenen Algorithmus überlagert, ohne dass der optische Gesamteindruck visuell erkennbar beeinträchtigt wird. Diese Methode wird auch digitales Wasserzeichen oder Steganografie (Lehre vom verdeckten Schreiben) genannt. Mit ihr können bspw. geheime Nachrichten durch Bilder übermittelt, die Urheberschaft nachgewiesen und die Fälschungssicherheit von Dokumenten erhöht werden. Im Vergleich mit kryptographischen Verfahren, bei denen die Nachricht lediglich verschlüsselt wird, liegt der Vorteil steganographischer Methoden darin, dass über den geheimen Inhalt hinaus bereits die Existenz einer Nachricht verborgen bleibt.

Bekannt ist ferner, bspw. von deutschen Personalausweisen oder Reisepässen, ein im Ausweis gespeichertes individuelles holografisches Portrait. Das Hologramm ist dabei auf einer dem Ausweis einlaminierten, durchsichtigen Kunststofffolie aufgezeichnet und gibt das Lichtbild des Dokumenteninhabers neben weiteren Motiven in holografischer Rekonstruktion wieder. Die Ausweise enthalten darüber hinaus maschinenlesbare Zeilen mit personenbezogenen Daten, die zusätzlich ebenfalls holografisch gespeichert sind.

Mit der Erfindung soll die Fälschungssicherheit von Sicherheitsdokumenten weiter erhöht werden.

Erfindungsgemäß weist das Sicherheitsdokument ein maschinenlesbares Sicherheitselement auf, das ein den Dokumenteninhaber charakterisierendes Individualhologramm enthält. In diesem Individualhologramm, das als Volumenhologramm ausgebildet ist, sind ein Abbild des Dokumenteninhabers sowie darin steganografisch verschlüsselte personenbezogene und/oder dokumentbezogene Daten gespeichert, die auch noch an zumindest einer weiteren Stelle außerhalb des Hologramms im Sicherheitsdokument enthalten sind. Damit ergibt sich eine erhöhte Sicherheit, weil die verschiedenen Informationsfelder auf dem Ausweis noch stärker miteinander verknüpft werden und praktisch nicht feststellbar ist, wo die Information tatsächlich abgelegt ist.

Vorzugsweise ist das Individualhologramm auf einer ersten Seite des Sicherheitsdokuments, insbesondere auf der Rückseite einer Identitätskarte angeordnet, während sich die weitere Stelle, an der personenbezogene Daten auf dem Ausweis erscheinen, auf einer andere Seite des Sicherheitsdokuments, insbesondere auf der Vorderseite der Identitätskarte befindet.

Wenn die personenbezogenen Daten des Dokumenteninhabers als Hash-Wert verschlüsselt im holgrafisch rekonstruierten Abbild des Dokumenteninhabers enthalten sind, ergibt sich durch die zusätzliche Verschlüsselung eine nochmals höhere Sicherheitsstufe.

Bevorzugt sind die personenbezogenen Daten zusätzlich in einem elektronisch auslesbaren, auf dem Sicherheitsdokument angebrachten Chip enthalten, der damit über das Hologramm sowohl mit dem Portrait des Dokumenteninhabers als auch mit dessen persönlichen Daten untrennbar verknüpft ist. Besonders vorteilhaft ist, wenn die im Hologramm gespeicherten Daten einen maschinell lesbaren Schlüssel enthalten, mit dem das Auslesen des Chips freigebbar ist. Die Rekonstruktion des Hologramms liefert dabei das Portrait des Dokumenteninhabers, in dem seine persönlichen Daten und ein Schlüssel versteckt sind, der maschinell detektiert wird und danach den Chip zum Auslesen freigibt. Das Identitätsdokument ist somit selbstverifizierend und sichert zugleich den Chip gegen missbräuchliches Auslesen ab.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.

Es zeigen

1: Die Vorderseite eines erfindungsgemäßen Sicherheitsdokuments

2: Die Rückseite des Sicherheitsdokuments

In 1 ist die Vorderseite eines erfindungsgemäßen Sicherheitsdokuments 1 dargestellt. Auf dieser befinden sich in üblicher Weise Kennzeichnungen, von welcher Art 2 und aus welchem Land 3 das Sicherheitsdokument ist. Im dargestellten Falle handelt es sich also um einen Identitätsausweis. In weiteren Feldern sind die Dokumentennummer 4 und die Gültigkeitsdauer 5 angegeben. Außerdem sind Name 6, Geschlecht 7 und Geburtsdatum 8 vermerkt. Ein Lichtbild 9 zeigt den Inhaber des Sicherheitsdokuments, dessen Signatur 10 ebenfalls wiedergegeben wird. In einem elektronisch auslesbaren Chip 11 sind ebenfalls gleiche und/oder weitere personenbezogene Daten enthalten. Falls einzelne Sicherheitselemente diesbezüglich nicht übereinstimmen, kann das Dokument schnell als gefälscht erkannt werden.

Der Absicherung dient auch noch das weitere Feld 12, das bspw. als nur mit hohem Aufwand fälschbares variables Laser-image oder Kippbild ausgeführt sein kann. Die Sicherheitsüberlegungen zielen somit nicht nur darauf ab, dass die einzelnen Sicherheitselemente für sich schwer nachzumachen sind, sondern dass sie auch gegenseitig verknüpft sind und so nicht einzeln gefälscht, ausgetauscht oder wiederverwendet werden können.

Diesem Zweck dient auch ein holografisches Portrait, das sich auf der Rückseite des Sicherheitsdokuments 1 befindet, die in 2 dargestellt ist. Auf dem Trägermaterial des Sicherheitsdokuments 1 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel weitere personenbezogenen Daten wie Adresse 13, Augenfarbe 14 und Größe 15 aufgedruckt, ebenso wie die Ausstellungsbehörde 16 und maschinenlesbare Zeilen 17, in denen ebenfalls die personenbezogenen Daten wiederholt werden. Eine Hologrammfolie 18 ist dem Träger so aufkaschiert, dass sie nicht zerstörungsfrei von diesem getrennt werden kann. Sie weist eine ausreichende Dicke auf, um eine Mehrzahl von Bragg-Ebenen und somit Volumenhologramme speichern zu können. In Rekonstruktion erscheint unter geeignetem Beleuchtungs- und Betrachtungswinkel das Portrait 19 des Dokumenteninhabers, in dem ein maschinell lesbarer Code eingebettet ist, in dem personenbezogene Daten des Inhabers des Sicherheitsdokuments verschlüsselt sind. Nach deren Verifizierung dient der Code als Schlüssel zur Freischaltung des auf der Vorderseite des Identitätsausweises vorgesehenen elektronisch auslesbaren Chips 11.

Mit der vorliegenden Erfindung werden somit neue, zusätzliche Möglichkeiten zur Absicherung von Identitätsausweisen und dgl. gegen Fälschung geschaffen. Insbesondere wird die maschinelle Überprüfung der Dokumentenechtheit und der Übereinstimmung zwischen Dokumentdaten und Dokument und die datentechnische Anbindung der verschiedenen Seiten eines Ausweises weiter verbessert. Im Hologrammbild können darüber hinaus weitere Zusatzinformationen, bspw. die Meldestellennummer in verschlüsselter Form eingebettet werden, wobei das Hologramm eine überlagerte Speicherung von frequenz- und/oder ortsmodulierten Daten zur optischen Struktur ermöglicht. Die Integration der Merkmale kann dabei beim Belichtungsprozess des Hologramms parallel zur Bildbelichtung erfolgen.

1
Sicherheitsdokument
2
Typbezeichnung
3
Land
4
Dokumentennummer
5
Gültigkeitsdauer
6
Name
7
Geschlechtsbezeichnung
8
Geburtsdatum
9
Passbild
10
Signatur
11
elektronisch auslesbarer Chip
12
Kippbild
13
Adresse
14
Bezeichnung der Augenfarbe
15
Größe
16
Ausstellungsbehörde
17
maschinenlesbare Zeilen mit personenbezogenen Daten
18
holografisch rekonstruiertes Bild mit steganografisch eingebettetem
Code


Anspruch[de]
Sicherheitsdokument mit einem maschinenlesbaren Sicherheitselement, das ein den Dokumenteninhaber charakterisierendes Individualhologramm enthält, wobei das Individualhologramm (18) als Volumenhologramm ausgebildet ist, in dem ein Abbild (19) des Dokumenteninhabers sowie darin steganografisch verschlüsselte personenbezogene und/oder dokumentbezogene Daten gespeichert sind, die an zumindest einer weiteren Stelle außerhalb des Hologramms im Sicherheitsdokument (1) enthalten sind. Sicherheitsdokument nach Anspruch 1, wobei das Individualhologramm (18) auf einer ersten Seite des Sicherheitsdokuments, insbesondere auf der Rückseite (2) einer Identitätskarte angeordnet ist, während sich die an einer weiteren Stelle enthaltenen personenbezogenen Daten auf einer andere Seite des Sicherheitsdokuments, insbesondere auf der Vorderseite (1) der Identitätskarte befinden. Sicherheitsdokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei die personenbezogenen Daten des Dokumenteninhabers in Form eines Hash-Werts im holografisch rekonstruierten Abbild (19) des Dokumenteninhabers enthalten sind. Sicherheitsdokument nach einem der vorausgehenden Ansprüche, wobei die weitere Stelle außerhalb des Hologramms ein elektronisch auslesbarer, auf dem Sicherheitsdokument angebrachter Chip (11) ist. Sicherheitsdokument nach Anspruch 4, wobei die im Hologramm gespeicherten Daten einen maschinell lesbaren Schlüssel enthalten, mit dem das Auslesen des Chips (11) freigebbar ist.






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