PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10123672B4 21.12.2006
Titel Verfahren und System zum Bebildern in Druckmaschinen
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Jentzsch, Arndt, Dipl.-Ing., 01640 Coswig, DE
DE-Anmeldedatum 16.05.2001
DE-Aktenzeichen 10123672
Offenlegungstag 05.12.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.12.2006
IPC-Hauptklasse B41C 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41C 1/055(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41C 1/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bebildern eines als Plattenzylinder ausgebildeten Druckbildträgers oder eines als Druckplatte oder Sleeve ausgebildeten Druckbildträgers innerhalb einer Druckmaschine.

Die Erfindung betrifft weiterhin ein Bebilderungssystem in Druckmaschinen, enthaltend einen als Plattenzylinder, Druckplatte oder Sleeve ausgebildeten Druckbildträger, eine Beschichtungseinrichtung, welche eine ablatierbare Beschichtung auf den Druckbildträger aufträgt, und eine thermisch arbeitende Bebilderungseinrichtung, mittels der die Beschichtung ablatierbar ist.

Aus der WO 9936266 A1 ist ein Verfahren und eine Einrichtung zum Bebildern in Druckmaschinen bekannt, bei dem auf die hydrophobe Oberfläche eines Plattenzylinders eine hydrophile Beschichtung aufgebracht wird. Als Option wird angegeben, eine hydrophobe Beschichtung auf die hydrophile Oberfläche des Plattenzylinders aufzubringen. Die Einrichtung beinhaltet einen Beschichtungskopf zum Auftragen der Beschichtung, eine Trockner zum Aushärten der Beschichtung, eine Einrichtung zum Ablatieren der aufgetragenen Beschichtung, eine Einrichtung zum Reinigen der entwickelten Schicht und eine Löscheinrichtung zum Entfernen der Beschichtung von der Oberfläche des Plattenzylinders.

Aus Kipphahn, „Handbuch der Printmedien", Springer Verlag 2000, Seite 668, 669, ist eine Lösung bekannt, bei der eine Beschichtung einer Druckplatte durch ein hydrophiles Polymer erfolgt, in das oleophile Mikrokapseln eingelagert sind. Durch einen Ablationslaser werden die oleophilen Mikrokapseln zerstört, so dass das Beschichtungsmaterial an diesen Stellen oleophil wird.

Ferner ist aus der EP 1 065 053 A1 eine Druckplatte für einen Plattenzylinder einer Druckmaschine bekannt, welche durch thermische Ablation einer Beschichtung bebildert wird, wobei die ablatierbare Schicht Sauerstoffdonatoren enthalten soll.

Diese genannten Lösungen haben den Nachteil, dass hier ein hoher Energieeintrag sowohl beim Bebildern als auch beim Löschen der aufgebrachten Beschichtung erforderlich ist.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren und ein System zum Bebildern in Druckmaschinen zu entwickeln, durch welche der Energieeintrag wesentlich verringert wird.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1, 5 und 6 gelöst.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass bei dem erfindungsgemäßen Bebilderungsvorgang Energie eingespart wird. Der Laser oder die Erodiereinrichtung verbrennt das abgetragene Material rückstandslos, so dass keine Entwicklung bzw. kein Entfernen dieses Materials erforderlich ist.

Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Die dazugehörigen Zeichnungen haben folgende Bedeutung:

1 Schematische Darstellung einer Bogenoffsetdruckmaschine

2 Darstellung der Beschichtung mit dem Plattenzylinder als Druckbildträger

3 Darstellung der Beschichtung mit einer Druckplatte oder einem Sleeve als Druckbildträger

4 Darstellung eines Ablationslasers mit Sauerstoffsonde

Die 1 zeigt ein Druckwerk 1 einer Mehrfarben-Bogenoffsetrotationsdruckmaschine. Jedes Druckwerk 1 enthält als bogenführenden Zylinder einen Druckzylinder 2 und einen Übergabezylinder 3 und als druckbildübertragenden Zylinder einen Plattenzylinder 4 und einen Gummizylinder 5.

Jedem Druckformzylinder 4 ist ein Farbwerk 6 und ein Feuchtwerk 7 zugeordnet. Auf dem Plattenzylinder 4 kann auch eine Druckplatte 11 oder ein Sleeve 12 aufgespannt sein (siehe hierzu die 2 und 3).

Dem Plattenzylinder 4 kann weiterhin zum Auftragen der Beschichtung in der Druckmaschine eine als Kammerrakel/Rasterwalzen-Kombination ausgeführte Beschichtungseinrichtung 8 und eine Bebilderungseinrichtung 91 zugeordnet werden. Die Bebilderungseinrichtung 91 zur Bebilderung des Plattenzylinders 4 bzw. der Druckplatte 11 ist auf der Basis eines thermischen Ablations-Lasers ausgeführt. Das Material kann aber auch thermisch auf eine andere Art abgetragen werden, z.B. durch eine thermisch arbeitende Erodiereinrichtung (Funkenerosion).

In der 2 wird eine erste Variante gezeigt, bei der die Oberfläche 41 des Plattenzylinders 4 als Druckbildträger dient. Dabei befindet sich auf der vorzugsweise aus Chrom, Aluminium oder Keramik bestehenden wasseraufnehmenden Oberfläche 41 des Plattenzylinders 4 eine farbaufnehmende, geschlossene und mechanisch stabile Beschichtung 101 in einer Stärke von maximal 2 &mgr;m. Ein Material für diese Beschichtung 101 kann zum Beispiel ein Polymer sein, das durch die Beschichtungseinrichtung 8 inline aufgebracht und durch einen hier nicht dargestellten Trockner getrocknet wird.

In 3 wird eine weitere Variante gezeigt. Hier ist die Beschichtung 102 auf einem Druckbildträger aufgebracht, der in Form einer Druckplatte 11 oder in Form eines Sleeves 12 auf der Oberfläche des Plattenzylinders 42 aufgezogen ist. Dabei ist die Oberfläche der Druckplatte 11 oder die Oberfläche des Sleeves 12 farbaufnehmend. Die auf die Druckplatte 11 oder den Sleeve 12 aufgebrachte Beschichtung 102 hat analoge Eigenschaften zu der unter 2 erläuterten Beschichtung 101.

In weiteren, hier nicht dargestellten und auch nicht näher beschriebenen Ausführungen ist der Druckbildträger 4, 11, 12 wasseraufnehmend und die Beschichtung ist farbaufnehmend.

Die Erfindung kann auch beim wasserlosen Offsetdruck mit den bekannten Trockenoffset-Druckplatten realisiert werden.

Allen oben genannten Ausführungen ist gemeinsam, dass die Beschichtung 10, 101, 102 hinsichtlich ihrer Farbaufnahmefähigkeit zum Druckbildträger 4, 11, 12 entgegengesetzte Eigenschaften aufweist. Die Beschichtung 10, 101, 102 kann aus einem Polyester oder einem anderen geeigneten kostengünstigen Stoff mit den geforderten Eigenschaften bestehen. In jedem Fall sind in die Beschichtung 10, 101, 102 neben den bekannten Sensibilisatoren Sauerstoffdonatoren in homogener, mikroskopisch feiner Verteilung eingebracht. Diese Sauerstoffdonatoren werden entweder im Zuge der Herstellung dieses Werkstoffs eingebracht oder werden beim Beschichten in die Beschichtung 10, 101, 102 dispergiert.

Bevorzugte Sauerstoffdonatoren sind Chlorate. Insbesondere Kaliumchlorat ist für diese Zwecke besonders geeignet. Es ist aber auch möglich, Salpeterverbindungen, Peroxide und ähnliche Verbindungen einzusetzen, die ähnlich den oben genannten Materialien Sauerstoff in lockerer Bindung enthalten.

Beim Energieeintrag wird eine fokussierbare Bebilderungseinrichtung 91, 92 eingesetzt. durch einen thermischen Laser (siehe hierzu die 2 und 3) oder durch ein erodierendes Werkzeug reagiert der Sauerstoff mit dem Beschichtungsmaterial. Es kommt zu lokal begrenzten exothermen Reaktionen. Diese Reaktion bleibt, bedingt durch die geringe Stärke der Schicht, örtlich begrenzt, da das Grundmaterial der Reaktion Wärme entzieht. Das Material an diesen Stellen verbrennt rückstandslos, so dass keine Nachbehandlung erforderlich wird.

Um die Bildmotive nach dem Druckvorgang zu löschen, entfalten die eingelagerten Sauerstoffdonatoren ebenfalls eine vorteilhafte Wirkung. Mit einem Flächenlaser oder mit anderen geeigneten Einrichtungen erfolgt ein großflächiger Energieeintrag, so dass die Beschichtung auf dem Druckbildträger 4, 11, 12 rückstandslos verbrennen kann.

In der 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel dargestellt. Dabei wird von einer Zusammensetzung der Beschichtung 103 ausgegangen, die weitgehend der unter den oben genannten Ausführungsbeispielen beschrieben Beschichtung entspricht. Im Gegensatz zu diesen ist der Sauerstoff aber nicht in Form von Sauerstoffdonatoren in die Beschichtung 103 eingebunden, sondern wird an die aktuelle Wirkungsstelle der Bebilderungseinrichtung 92 herangebracht. Das erfolgt, wie aus der 4 ersichtlich, durch eine Sauerstoffsonde 922, die an dem Grundkörper 921 der Bebilderungseinrichtung 92 angeordnet ist. Auch hier kommt es zu lokal begrenzten exothermen Reaktionen. Diese Reaktionen bleiben ebenfalls, bedingt durch die geringe Stärke der Schicht, örtlich begrenzt.

1
Druckwerk
2
Druckzylinder
3
Übergabezylinder
4
Plattenzylinder
41
Oberfläche des Plattenzylinders
42
Oberfläche des Plattenzylinders
5
Gummituchzylinder
6
Farbwerk
7
Feuchtwerk
8
Beschichtungseinrichtung
91
Bebilderungseinrichtung
92
Bebilderungseinrichtung
921
Grundkörper
922
Sauerstoffsonde
10
Beschichtung
101
Beschichtung
102
Beschichtung
103
Beschichtung
11
Druckplatte
12
Sleeve


Anspruch[de]
Verfahren zum Bebildern eines als Plattenzylinder (4) ausgebildeten Druckbildträgers oder eines als Druckplatte (11) oder Sleeve (12) ausgebildeten Druckbildträgers innerhalb einer Druckmaschine,

– bei dem mittels einer Beschichtungseinrichtung (8) eine ablatierbare Beschichtung (10, 101, 102, 103) auf den Druckbildträger (4, 11, 12) aufgebracht wird,

– bei dem die Beschichtung (10, 101, 102, 103) mittels einer thermisch arbeitenden Bebilderungseinrichtung (9) ablatiert wird und dadurch motivbildende Stellen erzeugt werden

– und bei dem zeitlich begrenzt während der thermischen Reaktion unmittelbar an der Reaktionsstelle zusätzlicher Sauerstoff eingebracht wird oder

– der zusätzliche Sauerstoff durch Reaktion von Sauerstoffdonatoren zur Verfügung steht, welche in der Beschichtung enthalten sind oder im Zuge des Beschichtungsvorgangs beigefügt werden.
Verfahren zum Bebildern nach Anspruch 1, bei dem die ablatierbare Schicht hinsichtlich ihrer Farbaufnahmefähigkeit entgegengesetzte Eigenschaften zum Druckbildträger (4, 11, 12) aufweist. Verfahren zum Bebildern nach Anspruch 1, wobei die Sauerstoffdonatoren in homogener, mikroskopisch feiner Verteilung vorliegen und/oder im Zuge des Beschichtungsvorgangs die Sauerstoffdonatoren in homogener, mikroskopisch feiner Verteilung in die Beschichtung (10, 101, 102) dispergiert werden. Verfahren zum Bebildern nach Anspruch 1, bei dem der zusätzliche Sauerstoff mittels einer separaten Sauerstoff-Zuführeinrichtung zugeführt wird. Bebilderungssystem in Druckmaschinen, enthaltend einen als Plattenzylinder (4), Druckplatte (11) oder Sleeve (12) ausgebildeten Druckbildträger, eine Beschichtungseinrichtung (8), welche eine ablatierbare Beschichtung auf den Druckbildträger (4, 11, 12) aufträgt, und eine thermisch arbeitende Bebilderungseinrichtung (9), mittels der die Beschichtung (10, 101, 102) ablatierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Bebilderungseinrichtung (92) eine Sauerstoffsonde (922) zugeordnet ist, deren Sauerstoff-Austrittsöffnung auf die thermische Reaktionsstelle ausgerichtet ist. Bebilderungssystem in Druckmaschinen, enthaltend einen als Plattenzylinder (4), Druckplatte (11) oder Sleeve (12) ausgebildeten Druckbildträger, eine Beschichtungseinrichtung (8), welche eine ablatierbare Beschichtung auf den Druckbildträger (4, 11, 12) aufträgt, und eine thermisch arbeitende Bebilderungseinrichtung (9), mittels der die Beschichtung (10, 101, 102) ablatierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung Sauerstoffdonatoren in homogener, mikroskopisch feiner Verteilung aufweist. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach den Ansprüchen 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (10, 101, 102, 103) hinsichtlich ihrer Farbaufnahmefähigkeit entgegengesetzte Eigenschaften zu den Eigenschaften des Druckbildträgers (4, 11, 12) aufweist. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckbildträger (4, 11, 12) eine wasseraufnehmende Oberfläche (41, 42) und die Beschichtung (10, 101, 102, 103) eine farbaufnehmende Eigenschaften aufweist. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Bebilderungseinrichtung (91, 92) eine fokussierte Energiequelle eingesetzt wird. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bebilderungseinrichtung (91) als ein thermisch arbeitender Laser und/oder als ein thermisch arbeitendes erodierendes Werkzeug ausgebildet ist. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Grundbestandteil der Beschichtung (101) ein Polymer mit eingelagerten Sensibilisatoren verwendet wird. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der Beschichtung maximal 2 &mgr;m beträgt. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass als Sauerstoffdonator ein Chlorat eingesetzt wird. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass als Sauerstoffdonator Kaliumchlorat eingesetzt wird. Bebilderungssystem in Druckmaschinen nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass als Sauerstoffdonatoren Salpeterverbindungen oder Peroxide eingesetzt werden.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com