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Dokumentenidentifikation DE10131742B4 21.12.2006
Titel Anordnung und Verfahren zur Regelung des Ausgangsdrehmoments eines Zylinders einer Brennkraftmaschine
Anmelder Ford Global Technologies, LLC (n.d.Ges.d. Staates Delaware), Dearborn, Mich., US
Erfinder Hammoud, Mazen, Dearborn, Mich., US;
Haghgooie, Mohammad, Ann Arbor, Mich., US
Vertreter Bonsmann & Bonsmann Patentanwälte, 41063 Mönchengladbach
DE-Anmeldedatum 03.07.2001
DE-Aktenzeichen 10131742
Offenlegungstag 24.01.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.12.2006
IPC-Hauptklasse F02D 13/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zur Regelung des Zylinder-Ausgangsdrehmoments einer Brennkraftmaschine, insbesondere eine Anordnung und ein Verfahren, bei welcher bzw. bei welchem die Drehmomentabgabe jedes individuellen Zylinders selektiv innerhalb einer Brennkraftmaschine geregelt wird, um eine kontrollierte Verteilung der durch jeden Zylinder des Motors produzierten Leistung zu bewirken.

Systeme, Anordnungen und Einrichtungen zur Zeitsteuerung von Ventilen werden in Brennkraftmaschinen verwendet, um die Zeitfolge des Öffnens und Schließens der Einlass- und/oder Auslassventile des Motors zu verändern. Bekannte Zeitsteuerungsanordnungen für Ventile enthalten typischerweise eine oder mehrere Nockenwellen sowie Nockensteuerungen, durch welche die Rotation der einen oder der mehreren Nockenwellen selektiv vorverlegt und/oder verzögert wird, wodurch die Betätigung der Einlass- und Auslassventile entsprechend zeitversetzt erfolgt.

Diese bekannten Anordnungen und die bei diesen Anordnungen eingesetzten Ventil-Zeitsteuerungsprofile leiden unter mehreren Nachteilen. Insbesondere basieren diese bekannten nockengetriebenen Systeme allein auf dem physikalischen Profil der Nockenvorsprünge, welches in die Nockenwelle zum Heben und Senken der individuellen Ventile eingearbeitet ist. Die allgemeine Leistungs- und/oder Drehmomentproduktion eines Motors stellt eine kombinierte Funktion sämtlicher einzelner Zylinder dar. Die Leistung jedes individuellen Zylinders ist wiederum eine Funktion seiner Ventil-Zeitsteuerung, die den Einlass des Kraftstoff/Luft-Gemisches und den nachfolgenden Ausstoß der verbrannten Kraftstoffgase kontrolliert. Die Zylinder-für-Zylinder-Leistung des Motors hängt daher maßgeblich von der Ausgestaltung des Profils der Nockenwelle für die Ventil-Zeitsteuerung ab.

Bei der Herstellung eines Motors werden die Nockenwellen mit einem festen Nockenvorsprung für jedes Ventil des Motors hergestellt. Das Produktionsverfahren der Nockenwellen ist derart, dass alle Nockenprofile für die Einlassventile und alle Nockenprofile für die Auslassventile für jeden Zylinder jeweils identisch sind. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass jeder Zylinder, jeder Kolben und jede zugehörige Zylinderkopf-Verbrennungskammer innerhalb der gegebenen und erlaubten Toleranzen hergestellt wurde und arbeitet, was zu einem Motor führt, der in jedem Zylinder im Wesentlichen die gleiche Leistung und das gleiche Drehmoment erzeugen kann.

In der Praxis können jedoch die Herstellungstoleranzen erheblich variieren und schon allein herstellungsbedingt Leistungsungleichgewichte von Zylinder zu Zylinder verursachen. Zusätzlich können beim Altern des Motors die Zylinderbauteile unterschiedlich schnell verschleißen; Kohlenstoff und Nebenprodukte der Verbrennung können sich in der Verbrennungskammer in unterschiedlichem Ausmaß ansammeln, und Toleranzen können sich vergrößern, was insgesamt neue und zusätzliche Abweichungen der Motorleistung verursacht. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass der Motor – da die Vorsprünge einer mechanischen Nockenwelle physikalisch innerhalb des Motors fixiert sind, ohne dass eine Möglichkeit zur Anpassung oder Kompensation der Leistungsvarianzen zwischen den individuellen Zylindern besteht – den Betrieb mit einem einmal bestehenden Leistungsungleichgewicht fortsetzen muss, was Vibrationen, unzureichende Effizienz sowie eventuell mechanische Schäden verursachen kann.

Mit anderen Worten arbeitet der Motor aufgrund der Unfähigkeit der bekannten Anordnungen, die Zeitsteuerung der Ventile zur Kompensation verschiedener Leistungsabgaben der Zylinder dynamisch anzupassen, über seine Lebensdauer in einem mehr oder minder unausgeglichenen Zustand. Aus diesem Grund kann der Motor nicht mit voller Effizienz arbeiten. Weiterhin können Probleme hinsichtlich Vibrationen, der Schaltung und den Fahreigenschaften auftreten.

Es sind Versuche unternommen worden, die Effizienz der Fahrzeugmotoren durch Elimination der Nockenwellen und den Betrieb der Einlass- und Auslassventile mittels selektiv regelbarer elektromagnetischer Aktuatoren zu erhöhen. Mit derartigen Anordnungen kann eine Reihe von Problemen beseitigt werden, die mit den physikalischen Eigenschaften von nockenwellengetriebenen Anordnungen verbunden sind. Weiterhin ermöglichen derartige Anordnungen eine erhöhte Präzision in der Ventil-Zeitsteuerung. Die bekannten nockenlosen Anordnungen werden jedoch typischerweise zur Verbesserung der Kraftstoffausnutzung und der Emissionen eingebaut und haben nicht die Beseitigung von Unausgewogenheiten zwischen den Zylindern zur Aufgabe.

In der DE 690 23 663 T2 wird eine Brennkraftmaschine mit elektromagnetischen Einlass- und Auslassventilen beschrieben, bei welcher über die rückgekoppelte Bewegungsregelung der Ventile Diskrepanzen zwischen einer gewünschten Basis-Zeitsteuerung und der realen Ventilbewegung minimiert werden.

Die WO 92/14919 A1 beschreibt eine Brennkraftmaschine mit mehreren Zylindern, deren Einlass- und Auslassventile individuell in verschiedenen Modi unabhängig voneinander betrieben werden können.

Aus der US 4 721 089 ist eine Brennkraftmaschine bekannt, bei welcher die Gemischverdünnung in den Zylindern über eine Variation der gemeinsamen Abgasrückführung geregelt wird.

Es besteht daher ein Bedarf für eine neue und verbesserte Zeitsteuerungsanordnung für Ventile zur Verwendung in einem nockenlosen Motor, durch welche die Nachteile beseitigt werden, die durch die Leistungsungleichheit von Zylinder zu Zylinder auftreten.

Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Bereitstellung von Mitteln zur Ausbalancierung der Drehmoment- oder Leistungsabgabe aller Zylinder des Motors.

Mit der vorliegenden Erfindung wird eine Anordnung und ein Verfahren zur dynamischen Regelung der Ventil-Zeitsteuerungsereignisse eines nockenlosen Motors bereitgestellt, durch welche bzw. durch welches die Auswirkungen von Leistungsungleichheiten zwischen den einzelnen Zylindern kompensiert werden können.

Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Zeitsteuerungsanordnung für Ventile zur Verwendung in einer Brennkraftmaschine bereitgestellt, die wenigstens einen zu steuernden Zylinder mit wenigstens einem zu steuernden Ventil enthält. Die Anordnung umfasst wenigstens einen Aktuator, welcher das wenigstens eine Ventil selektiv betätigt; einen Drehmomentüberwachungssensor, welcher betriebswirksam innerhalb des Zylinders angeordnet und dahingehend ausgebildet ist, eine Drehmomentabgabe des Zylinders zu messen und ein Signal zu erzeugen, das die gemessene Drehmomentabgabe repräsentiert; und einen Regler, welcher kommunikativ mit dem Drehmomentüberwachungssensor und dem wenigstens einen Aktuator gekoppelt ist, wobei der Regler dahingehend ausgebildet ist, das Signal zu empfangen und den wenigstens einen Aktuator zu veranlassen, das wenigstens eine Ventil gemäß einem vorgegebenen Zeitsteuerungsprofil zu betätigen, wobei der Regler weiterhin dahingehend ausgebildet ist, basierend auf dem empfangenen Signal selektiv das vorgegebene Zeitsteuerungsprofil zu verändern, wodurch die Drehmomentabgabe des Zylinders selektiv geändert wird.

Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Regelung der Ventilbetätigung bei einer nockenlosen Brennkraftmaschine vorgeschlagen, die (neben evtl. weiteren Zylindern) einen ersten Zylinder und einen zweiten Zylinder enthält, die jeweils wenigstens ein Ventil aufweisen, das für eine bestimmte Zeitdauer selektiv betätigt wird. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte: Überwachung der Betätigung der Ventile; Überwachung der Drehmomentabgabe des ersten und des zweiten Zylinders; Vergleich der Drehmomentabgabe des ersten Zylinders mit der Drehmomentabgabe des zweiten Zylinders; und dynamische Veränderung der Zeitdauer, während der das wenigstens eine Ventil des ersten Zylinders betätigt wird, dahingehend, dass die Drehmomentabgabe des ersten Zylinders im Wesentlichen der Drehmomentabgabe des zweiten Zylinders entspricht.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert.

1 zeigt eine Anordnung zur Zeitsteuerung der Ventilzustände einer Brennkraftmaschine gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.

Die in 1 dargestellte Anordnung 70 zur Ventil-Zeitsteuerung gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist zur Verwendung bei einer Brennkraftmaschine mit mehreren, im Wesentlichen identischen Zylindern 10 ausgelegt. Jeder Zylinder 10 weist einen Zylinderkopf 20 auf, welcher die folgenden Elemente enthält: ein Einlassventil 12, das selektiv eine Luft-Kraftstoff-Mischung 15 durch einen Einlassschlitz 16 dem Zylinder 10 zuführt, ein Auslassventil 14, welches Abgase 17 selektiv vom Zylinder 10 durch einen Auslassschlitz 18 ableitet, und einen herkömmlichen Kolben 24, welcher gleitbeweglich in dem Zylinder 10 angeordnet ist. Obwohl aus Gründen der Übersichtlichkeit in 1 nur ein einziger Zylinder 10 gezeigt ist, weist der Motor bei der bevorzugten Ausführungsform mehrere, im Wesentlichen identische Zylinder 10 auf.

Die Anordnung 70 enthält weiterhin eine Regelungseinheit bzw. einen Controller 50, zwei Aktuatoren 22, die elektrisch und kommunikativ mit dem Regler 50 gekoppelt sind, und einen Wandler 25, der innerhalb des Zylinderkopfes 20 angeordnet und kommunikativ mit dem Regler 50 gekoppelt ist. Wie weiter unten ausführlicher erläutert werden wird, empfängt der Regler 50 die von dem Wandler 25 jedes Zylinders 10 erzeugten Signale und verarbeitet und verwendet die empfangenen Signale, um zu bestimmen, wie – insbesondere wann – die Ventile betätigt werden sollen.

Bei der bevorzugten Ausführungsform wird als Regler 50 ein herkömmlicher Regler verwendet, der einen oder mehrere Mikroprozessoren und Sub-Prozessoren enthält, welche gemeinsam das nachstehend beschriebene Verfahren ausführen. In einer alternativen Ausgestaltung ist der Regler 50 Teil einer herkömmlichen Motorregelungseinheit ("ECU"). Bei einer weiteren alternativen Ausgestaltung ist der Regler 50 extern an die Motorregelungseinheit gekoppelt.

Die Wandler 25 umfassen herkömmliche und allgemein im Handel erhältliche Sensoren für das Ausgangsdrehmoment oder die Ausgangsleistung. Die Wandler 25 dienen dazu, die Leistungsabgabe jedes Zylinders durch Messung des Zylinderdruckes zu bestimmen und entsprechende Signale, die die gemessenen Werte repräsentieren, zu erzeugen und an den Regler 50 (und/oder eine Motorregelungseinheit) zu übermitteln. Der Regler 50 empfängt die Signale und ist dahingehend ausgebildet, Variationen im Ausgangsdrehmoment von einem oder von mehreren Zylindern 10 basierend auf den empfangenen Signalen zu erfassen bzw. zu detektieren. Wie nachstehend ausführlicher beschrieben werden wird, verlängert oder verkürzt der Regler 50 abhängig von den detektierten Signalen selektiv die Dauer bzw. die Zeitperiode, während der die Einlassventile 12 in einer betätigten oder "offenen" Position verbleiben.

Die Aktuatoren 22 sind als herkömmliche elektromechanische oder elektrohydraulische Ventilstellglieder ausgebildet, die Signale von dem Regler 50 empfangen und die Ventile 12, 14 in Reaktion auf die empfangenen Signale betätigen. In einem Mehrzylindermotor wird für jedes Ventil 12, 14 ein separater Aktuator 22 verwendet. Jeder der Aktuatoren 22 ist dabei unabhängig an den Regler 50 angebunden. Auf diese Weise kann jedes Ventil 12, 14 von dem Regler 50 selektiv und unabhängig angesteuert werden.

Während des Betriebs bestimmt der Regler 50, ob in irgendeinem der Zylinder 10 eine Varianz hinsichtlich der Drehmomentabgabe auftritt (d.h., ob die von den Wandlern 25 empfangenen Daten eine derartige Varianz in einem der Zylinder 10 anzeigen). Insbesondere bestimmt der Regler 50, ob das Ausgangsdrehmoment eines Zylinders größer als, kleiner als oder gleich einem vorgegebenen "Standard" oder gewünschten Wert oder Wertebereich ist. In einer nicht begrenzend zu verstehenden Ausführungsform basiert der gewünschte Wert oder Bereich auf dem Ausgangsdrehmoment eines oder mehrerer „Ziel"-Zylinder innerhalb des Motors. Sobald der Regler 50 irgendeinen "abweichenden" Zylinder oder mehrere "abweichende" Zylinder (d.h. Zylinder mit einem Ausgangsdrehmoment größer oder kleiner als der gewünschte Wert oder Bereich) identifiziert hat, unterbricht der Regler 50 das aktuelle Profil bzw. die Strategie zur Ventil-Zeitsteuerung, welche im Regler für den einen oder die mehreren identifizierten Zylinder gespeichert sind, und stellt den jeweiligen Ventilaktuatoren 22, die mit dem/den identifizierten Zylinder(n) verbunden sind, ein modifiziertes Regelungssignal zur Verfügung.

In einer (nicht begrenzend zu verstehenden) Ausführungsform der Erfindung wird das modifizierte Regelungssignal dahingehend gewählt, dass die Zeitdauer verändert wird, während der die Ventile 12, 14 in einer betätigten oder offenen Position bleiben, und/oder die Zeitdauer verändert wird, während der die Ventile relativ zueinander oder relativ zum Takt des Kolbens 24 geöffnet sind. Beispielsweise reduziert der Regler 50 selektiv die Luft/Kraftstoffmenge (bzw. „air charge mass"), welche in den Zylinder eingelassen wird, wenn das gemessene Ausgangsdrehmoment eines Zylinders größer als der gewünschte Wert oder Bereich ist (d.h., wenn das Ausgangsdrehmoment größer als das Ausgangsdrehmoment des "Ziel"-Zylinders ist), um das Ausgangsdrehmoment im Zylinder zu verringern. Insbesondere übermittelt der Regler 50 ein Signal an den Aktuator 22, welches eine selektive Verkürzung der Dauer bewirkt, die das Einlassventil 12 geöffnet bleibt.

Durch diese verkürzte Betätigung eines Einlassventils 12 wird die Luft/Kraftstoffmenge reduziert, welche in den Zylinder 10 eingelassen wird, wodurch das Ausgangsdrehmoment des Zylinders 10 verringert wird. Die Anordnung 70 erreicht diesen Ausgleich dynamisch während des Fahrzeugbetriebs und ohne die Ventil-Zeitsteuerung der anderen, ordnungsgemäß arbeitenden Zylinder dabei zu beeinflussen. Der Regler 50 fährt anschließend mit der Beobachtung des Ausgangsdrehmoments des abweichenden Zylinders fort. Die Zeitdauer, während der das Ventil 12 geöffnet bleibt, wird dabei weiter verringert, bis das Ausgangsdrehmoment des Zylinders den gewünschten Wert oder Bereich erreicht. In einer (nicht als begrenzend zu verstehenden) Ausführungsform fährt der Regler 50 mit der Verkürzung der Zeitdauer fort, bis das Ausgangsdrehmoment des Zylinders im Wesentlichen dem Ausgangsdrehmoment des "Ziel"-Zylinders entspricht.

Wenn ferner das Ausgangsdrehmoment eines Zylinders kleiner als ein gewünschter Wert ist (d.h., wenn das Ausgangsdrehmoment kleiner als das Ausgangsdrehmoment eines "Ziel-" Zylinders ist), erhöht der Regler 50 selektiv das Ausgangsdrehmoment im Zylinder 10 durch selektives Erhöhen der Luft/Kraftstoffmenge, welche in den Zylinder 10 eingelassen wird. Insbesondere übermittelt der Regler 50 ein Signal an den Aktuator 22, welches eine selektive Erhöhung der Zeitdauer bewirkt, während der das Einlassventil 12 geöffnet bleibt, wodurch die Luft/Kraftstoffmenge erhöht wird, die in den Zylinder 10 eingelassen wird. Diese Erhöhung der Aktivierungsdauer der Ventil-Zeitsteuerung wird ebenfalls dynamisch durchgeführt, während das Fahrzeug betrieben wird. Auch in diesem Fall wird die Ventil-Zeitsteuerung der anderen, ordnungsgemäß arbeitenden Zylinder nicht beeinflusst. Der Regler 50 fährt mit der Überwachung des Ausgangsdrehmoments des abweichenden Zylinders fort und erhöht die Zeitdauer, während der das Ventil 12 geöffnet bleibt, weiter, bis das Ausgangsdrehmoment den gewünschten Wert oder Bereich erreicht. In einer (nicht als begrenzend zu verstehenden) Ausführungsform fährt der Regler 50 mit der Erhöhung der Zeitdauer fort, bis das Ausgangsdrehmoment des Zylinders im Wesentlichen gleich dem Ausgangsdrehmoment des "Ziel"-Zylinders wird. Auf diese Weise ist die Anordnung 70 in der Lage, die Drehmomentabgabe innerhalb der verschiedenen einzelnen Zylinder 10 einer Brennkraftmaschine selektiv und dynamisch zu verändern, ohne die Strategie oder das Profil der Ventil-Zeitsteuerung der anderen Zylinder zu beeinflussen.

Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass eine Erhöhung der Drehmomentabgabe durch andere Faktoren und Bedingungen begrenzt sein kann, deren Auftreten im Zylinder 10 unerwünscht ist. Insbesondere kann eine übermäßige Verlängerung der Zeit, während der das Einlassventil geöffnet bleibt, eine zu dichte Luftmassenladung verursachen, wodurch ein "Klopfzustand" auftreten kann. In einer (nicht begrenzend zu verstehenden) bevorzugten Ausgestaltung ist der Regler 50 in der Lage, festzustellen, ob die geforderte oder gewünschte Erhöhung einen potentiellen Klopfzustand mit sich bringt. Weiterhin ist der Regler 50 dahingehend ausgestaltet, als Reaktion auf eine derartige Feststellung einige oder alle der anderen Ventil-Zeitsteuerungsprofile zu verändern, um eine Balance der Drehmomentabgabe unter den Zylindern zu erzielen. Beispielsweise kann der Regler 50 selektiv die Zeit reduzieren, während der die Einlassventile der übrigen Zylinder geöffnet bleiben, wodurch die Drehmomentabgabe der anderen Zylinder reduziert wird.

Der Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt in einer kontinuierlichen, dynamischen und individuellen Zylinder-für-Zylinder-Anpassung der Ventil-Zeitsteuerungsprofile, wodurch über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges ein hinsichtlich des Drehmoments ausbalancierter Motor erzielt wird. In einer weiteren Ausführungsform kann die Anordnung 70 auch bereits in der Produktionsstätte initialisiert werden, was es dem Hersteller erlaubt, eine Zylinder-für-Zylinder-Drehmomentbalance als Anfangskalibrierung vorzugeben, bevor das Fahrzeug die Produktionsstätte verlässt. Auf diese Weise kann der Hersteller sicherstellen, dass der Motor bezüglich des Drehmoments ausgeglichen ist und dass keine internen Defekte in dem jeweiligen Motor aufgetreten sind. Weiterhin kann der Hersteller ermitteln, ob die Anordnung 70 daran gehindert ist, die dynamische Zylinder-für-Zylinder-Drehmomentkalibrierung aufrechtzuerhalten.


Anspruch[de]
Anordnung zur Zeitsteuerung von Ventilen in einer Brennkraftmaschine, die wenigstens einen Zylinder (10) mit wenigstens einem Ventil (12, 14) enthält, wobei der zu steuernde Zylinder umfasst:

wenigstens einen Aktuator (22), welcher selektiv das wenigstens eine Ventil betätigt;

einen Drehmomentüberwachungssensor (25), welcher betriebswirksam innerhalb des Zylinders (10) angeordnet ist und welcher dahingehend ausgebildet ist, die Drehmomentabgabe des Zylinders zu messen und ein die gemessene Drehmomentabgabe repräsentierendes Signal zu erzeugen; und

einen Regler (50), welcher kommunikativ mit dem Drehmomentüberwachungssensor (25) und dem wenigstens einen Aktuator (22) gekoppelt ist, wobei der Regler dahingehend ausgebildet ist, das Signal zu empfangen und den wenigstens einen Aktuator zu veranlassen, das wenigstens eine Ventil (12, 14) gemäß einem vorgegebenen Zeitsteuerungsprofil zu betätigen, wobei der Regler (50) weiterhin dahingehend ausgebildet ist, das vorgegebene Zeitsteuerungsprofil basierend auf dem empfangenen Signal selektiv zu verändern, wodurch die Drehmomentabgabe des Zylinders selektiv modifiziert wird.
Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Ventil ein Einlassventil (12) umfasst. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Aktuator (22) dahingehend ausgebildet ist, das Einlassventil (12) für eine bestimmte Zeitdauer zu betätigen, in welcher eine bestimmte Luft/Kraftstoffmenge in den Zylinder (10) eintritt, und wobei der Regler dahingehend ausgebildet ist, zu bestimmen, ob die Drehmomentabgabe größer als ein bestimmter wert ist, und selektiv die bestimmte Zeitdauer in Reaktion auf diese Feststellung zu verkürzen, was eine Verringerung der vorbestimmten Luft/Kraftstoffmenge bewirkt, wodurch die Drehmomentabgabe des Zylinders (10) reduziert wird. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (50) weiterhin dahingehend ausgebildet ist, festzustellen, ob die Drehmomentabgabe geringer als ein vorbestimmter Wert ist, und dass die bestimmte Zeitdauer in Reaktion auf diese Feststellung selektiv verlängert wird, was einen Anstieg der bestimmten Luft/Kraftstoffmenge bewirkt, wodurch die Drehmomentabgabe des Zylinders ansteigt. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Aktuator (22) einen elektromechanischen Aktuator umfasst. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Aktuator einen elektrohydraulischen Aktuator umfasst. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (50) einen Teil einer Motorregelungseinheit darstellt. Verfahren zur Regelung der Ventilbetätigung einer nockenlosen Brennkraftmaschine, die einen ersten Zylinder (10) und einen zweiten Zylinder aufweist, die jeweils wenigstens ein Ventil (12, 14) aufweisen, das für eine bestimmte Zeitdauer selektiv betätigt wird, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:

Überwachung der Betätigung der Ventile;

Überwachung der Drehmomentabgabe des ersten und zweiten Zylinders;

Vergleich der Drehmomentabgabe des ersten Zylinders mit der Drehmomentabgabe des zweiten Zylinders; und

dynamische Veränderung der bestimmten Zeitdauer, während der das wenigstens eine Ventil des ersten Zylinders betätigt wird, dahingehend, dass die Drehmomentabgabe des ersten Zylinders im Wesentlichen gleich der Drehmomentabgabe des zweiten Zylinders wird.
Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Ventil (12, 14) selektiv durch Verwendung wenigstens eines elektromechanischen Aktuators (22) betätigt wird. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Ventil (12, 14) durch Verwendung wenigstens eines elektrohydraulischen Aktuators betätigt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Ventil ein Einlassventil (12) umfasst, welches die Zufuhr einer Luft/Kraftstoffmenge in den ersten und zweiten Zylinder bewirkt, wobei das Verfahren weiterhin den folgenden Schritt enthält:

wenn die Drehmomentabgabe des ersten Zylinders größer als die Drehmomentabgabe des zweiten Zylinders ist, Verkürzung der Zeitdauer, während der das wenigstens eine Einlassventil (12) innerhalb des ersten Zylinders betätigt wird, was eine Reduktion der Luft/Kraftstoffmenge bewirkt, wodurch die Drehmomentabgabe des ersten Zylinders verringert wird.
Verfahren nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch den folgenden Schritt:

wenn die Drehmomentabgabe des ersten Zylinders geringer als die Drehmomentabgabe des zweiten Zylinders ist, Verlängerung der Zeitdauer, für die das wenigstens eine Einlassventil im ersten Zylinder betätigt wird, was einen Anstieg Luft/Kraftstoffmenge bewirkt, wodurch die Drehmomentabgabe des genannten ersten Zylinders ansteigt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehmomentabgabe des ersten und zweiten Zylinders durch Verwendung eines ersten beziehungsweise zweiten Wandlers (25) überwacht wird. Verfahren zur Zeitsteuerung von Ventilen in einer Brennkraftmaschine, die einen Zylinder (10) mit wenigstens einem Ventil (12, 14) aufweist, umfassend die folgenden Schritte:

Bereitstellung wenigstens eines Aktuators (22), welcher selektiv das wenigstens eine Ventil gemäß einem bestimmten Ventil-Zeitsteuerungsprofil betätigt; Bereitstellung eines Drehmomentüberwachungssensors (25), welcher dahingehend ausgebildet ist, dass dieser die Drehmomentabgabe des Zylinders misst und ein der gemessenen Drehmomentabgabe entsprechendes Signal erzeugt;

betriebswirksame Anordnung des Drehmomentüberwachungssensors innerhalb des Zylinders;

Empfangen des genannten Signals;

Vergleich des genannten Signals mit einem vorgegebenen Wert; und

selektive Veränderung des bestimmten Ventil-Zeitsteuerungsprofils basierend auf dem Vergleich, wodurch die Drehmomentabgabe des Zylinders selektiv verändert wird.
Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Ventil ein Einlassventil (12) umfasst. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Aktuator (22) dahingehend ausgebildet ist, das Einlassventil (12) für eine bestimmte Zeitdauer zu betätigen, in welcher eine bestimmte Luft/Kraftstoffmenge in den Zylinder eintritt, wobei das Verfahren weiterhin den folgenden Schritt umfasst:

Bestimmung, ob die Drehmomentabgabe größer als der vorgegebene Wert ist, und selektive Verkürzung der bestimmten Zeitdauer in Reaktion auf diese Bestimmung, was eine Verringerung der bestimmten Luft/Kraftstoffmenge bewirkt, wodurch die Drehmomentabgabe des Zylinders reduziert wird.
Verfahren nach Anspruch 16, gekennzeichnet durch den Schritt:

selektive Verlängerung der bestimmten Zeitdauer, falls die Drehmomentabgabe geringer als der vorgegebene Wert ist, was einen Anstieg der bestimmten Luft/Kraftstoffmenge bewirkt, wodurch die Drehmomentabgabe des genannten Zylinders (10) ansteigt.






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