PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19816526B4 21.12.2006
Titel Verwendung von alkoxylierten Aminen zur Stabilisierung von flüssigen oder festen Verbindungen gegen Alterungsprozesse
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Dinsch, Stefan, 01993 Schipkau, DE;
Rotermund, Udo, Dr., 01990 Ortrand, DE;
Falke, Peter, Dr., 01987 Schwarzheide, DE;
Hempel, Renate, 01945 Ruhland, DE;
Schröter, Horst, 49448 Lemförde, DE
DE-Anmeldedatum 15.04.1998
DE-Aktenzeichen 19816526
Offenlegungstag 21.10.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.12.2006
IPC-Hauptklasse C07B 63/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C09K 15/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C08K 5/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Verwendung von alkoxylierten Aminen zur Stabilisierung von flüssigen oder festen Verbindungen gegen Alterungsprozesse.

Polyetherpolyalkohole auf der Basis von Aminen sind allgemein bekannt und finden beispielsweise Verwendung bei der Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten, z.B. Polyurethanen und Polyisocyanuraten, thermisch belastbaren Ölen, Trennmitteln, Weichmachern und Hilfsmitteln für die Textilindustrie. Probleme in der Verwendung der Polyetherpolyalkohole ergaben sich bislang durch Alterungsprozesse, denen die Polyetherpolyalkohole insbesondere bei hohen Temperaturen in Gegenwart von oxidierenden Verbindungen ausgesetzt waren. Dieser Oxidationsempfindlichkeit der Polyetherpolyalkohole insbesondere bei Temperaturen über 25°C wird üblicherweise durch Zugabe von bekannten Stabilisatoren abgeholfen.

Als Stabilisatoren, die die Polyetherpolyalkohole gegen eine oxidative Schädigung schützen, sind beispielsweise sterisch gehinderte Phenole, z.B. 2,6-Di-tertierbutyl-4-methylphenol (BHT), bekannt, die als Antioxidantien Peroxoradikale abfangen. Die Wirksamkeit der sterisch gehinderten Phenole ist begrenzt und ihre Anwendung auf vielen Gebieten eingeschränkt. So kann z.B. das relativ niedermolekulare BHT auf Grund seines niedrigen Dampfdruckes und damit seiner hohen Flüchtigkeit bei erhöhten Temperaturen die Stabilität der Polyetherpolyalkohole insbesondere bei hohen Temperaturen nur unzureichend garantieren. Sterisch gehinderte Phenole mit größeren Molmassen und einem geringeren Dampfdruck sind zwar schwerer flüchtig, aber auch schwieriger zu synthetisieren, deshalb nicht allgemein verfügbar, teurer und damit in vielen Anwendungen nicht einsetzbar.

Neben den phenolischen Substanzen werden sehr häufig sekundäre aromatische Amine als Antioxidantien eingesetzt. Ihr Wirkungsmechanismus ist vergleichbar mit den phenolischen Substanzen, ihre Wirkung aber oftmals intensiver und effektiver. Diese aminischen Substanzen sind üblicherweise vom Diphenylamin ableitbar, wobei unterschiedliche Substituenten gegeben sein können.

Eine Steigerung der Wirksamkeit kann durch eine synergistische Wirkung von sterisch gehinderten Phenolen und aminischen Substanzen erreicht werden. Trotzdem gibt es bei sehr hohen Temperaturbelastungen Anwendungsgebiete, die auch für diese Kombination kritisch sind. Dies ist auch darauf zurückzuführen, daß die beschriebenen Substanzen weitere wichtige Kriterien erfüllen müssen. So ist der Einsatz von flüssigen Stabilisatoren in vielen Anwendungsgebieten vorteilhaft, um die Einarbeitbarkeit zu verbessern. Des weiteren sollten durch die Zugabe der Stabilisatoren keine Farbveränderungen in den zu stabilisierenden Mischungen auftreten und zudem ein "Ausschwitzeffekt" der Stabilisatoren aus festen Stoffen oder ein Niederschlag der Stabilisatoren in flüssigen Substanzen vermieden werden. Außerdem ist eine Geruchsbelästigung durch die Stabilisatoren nach Möglichkeit zu vermeiden.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand somit darin, Stabilisatoren für flüssige oder feste Verbindungen gegen Alterungsprozesse, insbesondere gegen einen oxidativen Angriff oder Abbau, zu entwickeln, wobei die Stabilisatoren niedrige Dampfdrücke und Geruchsentwicklungen, geringe Farbeffekte in der zu stabilisierenden Verbindung und möglichst keine Neigung zum Ausschwitzen oder Absetzen aus den zu stabilisierenden Verbindungen aufweisen sollten.

Diese Aufgabe konnte erfindungsgemäß dadurch gelöst werden, daß man alkoxylierte Amine zur Stabilisierung von flüssigen oder festen Verbindungen gegen Alterungsprozesse verwendet.

Als alkoxylierte Amine kann man erfindungsgemäß Anlagerungsprodukte von üblichen Alkylenoxiden an aminische Verbindungen, bevorzugt aromatische Amine, verwenden.

Die erfindungsgemäßen alkoxylierten Amine weisen üblicherweise ein Molekulargewicht von 75 bis 10000, bevorzugt 75 bis 2000, besonders bevorzugt 75 bis 1000 auf, wobei die alkoxylierten Amine auf der Basis von aromatischen Aminen bevorzugt ein Molekulargewicht von 130 bis 1000 und die alkoxylierten Amine auf der Basis von aliphatischen Aminen bevorzugt ein Molekulargewicht von 75 bis 800, besonders bevorzugt 148 bis 560 besitzen.

Die Hydroxylzahl der erfindungsgemäßen alkoxylierten Amine beträgt üblicherweise 25 bis 1000 mg KOH/g, bevorzugt 200 bis 650 mg KOH/g.

Als Amine, die zur Herstellung der erfindungsgemäßen Stabilisatoren geeignet sind, können allgemein bekannte Amine eingesetzt werden, beispielsweise aliphatische, cycloaliphatische, araliphatische und/oder aromatische Amine, bevorzugt aromatische Amine. Beispielhaft seien folgende Amine genannt: Amine auf der Basis von Methylendi(phenylamin) (MDA), beispielsweise 2,2'-, 2,4'- und/oder 4,4'-MDA, polymeres MDA mit mehr als zwei aromatischen Systemen, substituiertes MDA, Anilin, Toluylendiamin, Toluidin, Alkylamine, beispielsweise Methylamin und/oder Ethylamin, Alkylenpolyamine, beispielsweise Ethylendiamin, Diethylentriamin und/oder Triethylentetraamin, Alkanolamine, beispielsweise Ethanol-, Diethanol- und/oder Triethanolamin, Dimethylpropylendiamin, Dimethyldipropylentriamin, alkoxylierte Amine auf der Basis beispielsweise der bereits genannten Amine und/oder Gemische der beispielhaft genannten Amine.

Als Alkylenoxide, die zur Herstellung der alkoxylierten Amine verwendbar sind, können allgemein bekannte Alkylenoxide eingesetzt werden, beispielsweise Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid, bevorzugt Ethylenoxid und/oder Propylenoxid, wobei die Alkylenoxide einzeln, in einer Mischung untereinander oder auch blockweise an die Amine angelagert werden können. Beispielsweise können die Amine erst nur mit Ethylenoxid, nur mit Propylenoxid, mit einer Mischung aus Ethylenoxid und Propylenoxid oder auch erst mit Propylenoxid und anschließend mit Ethylenoxid umgesetzt werden, wobei in letzterem Fall die Reaktivität der alkoxylierten Amine gegenüber Isocyanaten aufgrund des hohen Anteils an primären Hydroxylgruppen erhöht ist.

Die Anlagerung der Alkylenoxide an die Amine kann nach allgemein bekannten Verfahren durchgeführt werden. Beispielsweise kann in einem üblichen Reaktor (Rührkesselreaktoren, Rohrreaktoren usw.), der bevorzugt mit üblichen Einrichtungen zur Kühlung des Reaktionsgemisches ausgestattet sein kann, die Amine bei einer Temperatur von beispielsweise 70 bis 160, bevorzugt 80 bis 150°C mit dem Alkylenoxid versetzt werden. Die Zugabe der Alkylenoxide kann bevorzugt derart erfolgen, daß die Reaktionstemperatur innerhalb eines Bereiches von 70 bis 160, bevorzugt 80 bis 150°C, liegt. Die Reaktionszeiten richten sich üblicherweise nach dem Temperaturverlauf des Reaktionsgemisches und sind somit unter anderem von der Ansatzgröße, dem Reaktortyp und den Kühleinrichtungen abhängig. Die Reaktion kann man bei Drücken zwischen 0,1 MPa und 1 MPa, vorzugsweise zwischen 0,1 MPa und 0,7 MPa durchführen. Die erfindungsgemäß hergestellten Polyetherpolyalkohole kann man in bekannter Weise reinigen, z.B. indem man das Reaktionsgemisch mit Mineralsäuren, wie beispielsweise Salzsäure, Schwefelsäure und/oder vorzugsweise Phosphorsäure, mit organischen Säuren oder mit Kohlendioxid auf einen pH von üblicherweise 6 bis 8 nahezu neutralisiert, dem Polyetherpolyalkohol durch übliche Vakuumdestillation das Wasser entzieht und die Salze abfiltriert.

Der Mischung enthaltend die Amine, die alkoxyliert werden sollen, kann eine übliche Menge, beispielsweise 0,02 bis 1 Gew.-%, bevorzugt 0,04 bis 0,08 Gew.-%, bezogen auf die Mischung enthaltend die Amine, einer starken Base zugegeben werden. Als starke Base können bevorzugt Alkalimetallhydroxide, besonders bevorzugt NaOH und/oder KOH in gelöster oder bevorzugt fester Form eingesetzt werden.

Erfindungsgemäß werden die alkoxylierten Amine in den flüssigen oder festen Verbindungen bevorzugt in einer Menge von 0,5 bis 45 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht von Amin und Flüssigkeit oder Feststoff, eingesetzt.

Der Gehalt an Stickstoff bezogen auf das Gesamtgewicht von Amin und Flüssigkeit oder Feststoff beträgt bevorzugt 0,02 bis 3 Gew.-%.

Die erfindungsgemäßen alkoxylierten Amine eignen sich zur Stabilisierung von festen oder flüssigen Substanzen, Verbindungen oder Mischungen, beispielsweise Polyestern, Polyamiden, Polyethern, Polyolefinen, Polyetherpolyalkoholen, Polyesterpolyalkoholen und/oder Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten gegen Alterungsprozesse. Die alkoxylierten Amine könne des weiteren beispielsweise zur Stabilisierung von festen oder flüssigen Substanzen, Verbindungen oder Mischungen, die z.B. einer hohen Wärmebelastung ausgesetzt sind, beispielsweise Getriebeölen, Wärmeträgerölen, Hydraulikflüssigkeiten und/oder Ölen zur Metallverarbeitung eingesetzt werden.

Die erfindungsgemäße stabilisierende Wirkung der alkoxylierten Amine gegen Alterungsprozesse wirkt sich insbesondere dadurch aus, daß ein oxidativer Angriff, beispielsweise durch Sauerstoff, Ozon und/oder Radikale auf die flüssigen oder festen Verbindungen verringert wird. Unter Alterungsprozessen ist somit beispielsweise eine Verfärbung, eine Änderung des Molekulargewichtes, eine chemische Modifizierung, beispielsweise Oxidation und/oder kovalente Vernetzung der flüssigen oder festen Substanzen zu verstehen. Als flüssige bzw. feste Verbindungen sind solche Substanzen, Verbindungen oder Mischungen zu verstehen, die bei einer Temperatur von 25 °C und einem Druck von 1013 mbar in flüssiger bzw. fester Form vorliegen.

Insbesondere wirkt die erfindungsgemäße Verwendung der alkoxylierten Amine gegen einen oxidativen Abbau der flüssigen oder festen Verbindungen.

Die festen oder flüssigen Substanzen, Verbindungen oder Mischungen, insbesondere die Getriebeöle, Wärmeträgeröle, Hydraulikflüssigkeiten und/oder Öle zur Metallverarbeitung enthaltend die erfindungsgemäßen alkoxylierten Amine weisen eine erheblich verbesserte Stabilität gegen Alterungsprozesse auf.

Die erfindungsgemäßen alkoxylierten Amine können des weiteren unter anderem als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen bei der Herstellung von Polyisocyanat-Polyadditionsverbindungen, beispielsweise kompakten oder zelligen, thermoplastischen oder vernetzten Polyurethanen, Hart-, Halbhart- oder Weichschaumstoffen auf der Basis von Polyurethanen oder Polyurethanen/Polyisocyanuraten, durch Umsetzung von Isocyanaten mit gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen gegebenenfalls in Gegenwart von üblichen Treibmitteln, Katalysatoren und/oder Zusatz- und/oder Hilfsstoffen eingesetzt werden. Die Herstellung der Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte mit den erfindungsgemäßen alkoxylierten Aminen kann nach allgemein üblichen Verfahren kontinuierlich oder diskontinuierlich durchgeführt werden. Die Umsetzung kann nach dem in der Literatur beschriebenen one-shot Verfahren im allgemein üblichen Temperaturbereich von 30°C bis 180°C, vorzugsweise 40°C bis 150°C mit einem Äquivalenzverhältnis von NCO- Gruppen zur Summe der reaktiven Wasserstoffe von 0,8 bis 1,3 : 1, vorzugsweise 0,95 bis 1,1 : 1 oder beispielsweise nach dem bekannten Prepolymerverfahren, bei dem insbesondere Isocyanat aufweisende Prepolymere Verwendung finden, durchgeführt werden.

Falls die Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte zumindest teilweise Isocyanuratgruppen gebunden enthalten sollen, wird üblicherweise ein Verhältnis von NCO-Gruppen zur Summe der reaktiven Wasserstoffatome von 1,5 bis 60 : 1, vorzugsweise 1,5 bis 8 : 1, angewandt.

Als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen können gegebenenfalls zusätzlich zu den alkoxylierten Aminen weitere bekannte Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 60 bis 10000 und einer Funktionalität von 1,8 bis 6, die beispielsweise primäre und/oder sekundäre Aminogruppen und/oder Hydroxylgruppen aufweisen, eingesetzt werden, beispielsweise bekannte Polythioetherpolyole, Polyesteramide, hydroxylgruppenhaltigen Polyacetale, hydroxylgruppenhaltige aliphatische Polycarbonate Polyesterpolyalkohole, Polyetherpolyalkohole, Polyesterpolyetherpolyalkohole, aliphatische, araliphatische und/oder aromatische Di-, Tri-, und/oder Tetraole, beispielsweise Butan-1,4-diol.

Die Herstellung der Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte kann je nach Produkt nach üblichen Verfahren, beispielsweise in offenen oder geschlossenen, gegebenenfalls beheizbaren Formen, durch Extrusion oder mit bekannten Bandanlagen erfolgen.

Als Polyisocyanate für die Polyisocyanat-Polyadditionsreaktion können allgemein bekannte aromatische, aliphatische oder/und cycloaliphatische Diisocyanate verwendet werden, beispielsweise 1,5-Naphtylen-diisocyanat (1,5-NDI), 2,4- und 2,6-Toluylen-diisocyanat (TDI) sowie deren Gemische, 2,4'-, 2,2'-, und vorzugsweise 4,4'-Diphenylmethan-diisocyanat (MDI) sowie Mischungen aus mindestens zwei dieser Isomere, Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanate (Polymer-MDI, PMDI) mit zwei oder mehr aromatischen Systemen, Mischungen aus 2,4'-, 2,2'- und 4,4'-Diphenylmethandiisocyanaten und Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanaten (Roh-MDI), Mischungen aus Roh-MDI und Toluylen-Diisocyanaten, Polyphenyl-Polyisocyanate, 1,6-Hexamethylen-diisocyanat (HDI) und/oder 1-Isocyanato-3,3,5,-trimethyl-5-isocyanato-methylcyclohexan (IPDI). Außerdem können allgemein bekannte modifizierte Isocyanate eingesetzt werden.

Die mit den erfindungsgemäßen alkoxylierten Aminen hergestellten Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte weisen eine hervorragende Stabilität gegen Alterungsprozesse auf. Zudem sind die alkoxylierten Amine aufgrund ihrer Reaktivität gegenüber Isocyanaten kovalent in der Polyaddionsprodukt-, beispielsweise Polyurethan- und/oder Polyisocyanurat-matrix verankert und neigen damit nicht zum "Ausschwitzen", d.h. auswandern aus dem Produkt.

Die Erfindung soll beispielhaft mit den folgenden Beispielen dargestellt werden.

Vergleichsbeispiel 1

Ein durch alkalische Alkoxylierung hergestelltes Polyetherol auf Basis Glycerin, Propylenoxyd und Ethylenoxyd und einer mittleren OHZ von 28 mg KOH/g, einer Viskosität von ca. 1125 m Pas und einer Jodzahl von maximal 2 mg Jod/1008 Substanz wurde mit Hilfe der DSC (Diffrent scanning Chromatography) analysiert. Die Messung mit DSC in Anwesenheit von Luft ist ein erfahrungsgemäß gutes Maß für die Thermostabilität. Je höher die beobachtete Zersetzungstemperatur ist, um so besser ist die Thermostabilität.

Die Temperatur der beginnenden Zersetzung betrug:

DSC: 147°C

Ausführungsbeispiel 1

Das im Vergleichsbeispiel 1 beschriebene Polyetherol wurde mit 2 % eines Polyetherols auf Basis Toluylendiamin, Ethylen- und Propylenoxyd mit einer OHZ von 392 mg KOH/g versetzt und nach 24 h der DSC-Messung unterworfen.

DSC: 183°C

Ausführungsbeispiel 2

Das im Vergleichsbeispiel 1 beschriebene Polyetherol wurde mit 1% eines Produktes bestehend aus 1 Mol Diphenylmethan-di-n-butyl-diamin versetzt und nach 24 h der DSC Messung entworfen.

DSC: 212°C

Ausführungsbeispiel 3

Das im Vergleichsbeispiel 1 beschriebene Polyetherol wurde mit 2 % eines Polyetherols auf Basis Ethylendiamin und Propylenoxyd mit einer OHZ von 461 mg KOH/g versetzt und nach 24 h der DSC Messung unterworfen:

DSC: 194°C

Ausführungsbeispiel 4

Das im Vergleichsverfahren 1 beschriebene Polyetherol wurde mit 2% eines Polyetherols erhältlich mit 1 Mol Anilin und 2 Mol Ethylenoxyd versetzt und nach 24 h der DSC Messung unterworfen:

DSC: 172°C

Vergleichsbeispiel 2

Ein durch alkalische Alkoxylierung hergestelltes Polyetherol auf Basis von Sorbit und Propylenoxyd mit einer mittleren OHZ von 340 mg KOH/g und einer Viskosität von ca. 3540 mPas wurde mit Hilfe der DSC analysiert und die Temperatur der beginnender Zersetzung festgestellt.

DSC: 162°C

Ausführungsbeispiel 5

Das im Vergleichsbeispiel 2 beschriebene Polyetherol wurde mit 3 % eines Polyetherols auf Basis Toluylendiamin, Ethylenoxyd und Propylenoxyd mit einer OHZ von 392 mg KOh/g versetzt und nach 24 h der DSC unterworfen.

DSC: 207°C

Vergleichsbeispiel 3

Ein durch alkalische Alkoxylierung hergestelltes Polyetherol auf Basis von Saccharose, Glycerin und Propylenoxyd mit einer mittleren OHZ von 490 mg KOH und einer Viskosität bei 25°C von ca. 8300 mPas wurde mit Hilfe der DSC analysiert und die Temperatur der beginnenden Zersetzung festgestellt:

DSC: 175°C

Ausführungsbeispiel 6

Das im Vergleichsbeispiel 3 beschriebene Polyetherol wurde mit a) 1 % und b) 3 % eines Polyetherols auf Basis Toluylendiamin, Ethylenoxyd und Propylenoxyd mit einer OHZ von 392 mg KOH/g versetzt und nach 24 h der DSC unterworfen:

DSC: a) 212°C

b) 233°C

Vergleichsbeispiel 4 und Ausführungsbeispiel 7 Herstellung des Polyolgemisch V4:

  • 65,7 g eines Polyols, hergestellt aus 25,2 Teilen Sorbit und 74,8 Teilen Propylenoxid mit KOH als Katalysator und 0,5 Teile Wasser als Costarter (Hydroxylzahl 495 mgKOH/g, Viskosität bei 25°C 17900 mPas), und
  • 34,3 g Teilen eine Polyols hergestellt aus Saccharose (1 Teil), Pentaerythrit (1 Teil), Diethylenglykol (2 Teile), Wasser als Costarter und Propylenoxid mit Kalilauge als Katalysator (Hydroxylzahl 400 mgKOH/g; Viskosität bei 25°C 2200 mPas). Herstellung des Polyolgemisch A7:
  • 65,7 g des Polyolgemisches V4 und
  • 34,3 g eines Polyols, hergestellt aus 28 Masse-% 2,3 und 3,4 Toluylendiamin, 22 Masse-% Ethylenoxid und 50 Masse-% Propylenoxid mit KOH als Katalysator (Hydroxylzahl 395 mg KOH/g; Viskosität bei 25°C 8200 mPas).

Die Polyolgemische V4 und A7 wurden in folgender Hartschaumformulierung eingesetzt:

Die Angaben in der Tabelle 1 beziehen sich auf Gewichtsteile.

Zur Herstellung der Prüfkörper betrug der Gesamtansatz für einen Prüfkörper 672 g. Die in der Tabelle angegebenen Gewichtsteile sind mit einem entsprechenden Faktor zu multiplizieren, um dieses Gesamtgewicht zu erreichen. Die in Tabelle 1 genannten Bestandteile wurden von Hand intensiv vermischt und unmittelbar danach in ein auf 45°C temperiertes Formwerkzeug der Abemessung 400 mm × 300 mm × 80 mm gegeben, das anschließend fest verschlossen wurde, und verschäumt. Die Prüfkörper wiesen eine Gesamtrohdichte von 70 kg/m3 auf. Damit sind die Prüfkörper des Vergleichsbeispiels 4 und des Ausführungsbeispiels 7 unmittelbar vergleichbar. Ihre Unterschiede lassen sich direkt auf die unterschiedlichen Polyolgemische V4 und A7 zurückführen.

Nach einer Entformzeit von 30 min wurden nach 24 Stunden Prüfkörper aus dem Inneren des Schaumblockes herausgesägt, um die Druckfestigkeit und die Wärmeformbeständigkeit zu messen.

Die Wärmeformbeständigkeit wurde in Anlehnung an DIN 18164 an Körpern der Abmessung 50 mm × 50mm × 50mm nach einer Belastung von 0,04 N/mm2 über 24 Stunden als Prozent Verformung gemessen. Die Prüftemperaturen sind in der Tabelle 2 angegeben.

Es wurden folgende Kennwerte gemessen:

Mit dem gegen erhöhte Temperatur erfindungsgemäß stabilierten Polyolgemisch erhält man auch eine bessere Temperaturstabilität des daraus hergestellten Schaumstoffes, ausgedrückt in einer geringeren Verformung.

In weiteren Versuchen wurden je 212,5 g der in Tabelle 1 genannten Mischungen direkt nach intensivem Vermischen in 2,5 – Liter Aluminium – Druckflaschen gefüllt und verschäumt. Die Flaschen wurden vor Beendigung der Verschäumung verschlossen, so daß durch die Verdichtung eine Dichte des Schaumes von 85 kg/m3 entstand. Diese Flaschen wurden 5 Wochen bei 180 °C gelagert. Anschließend wurde die Offenzelligkeit nach DIN 3576 als Maß der Zerstörung der Zellwände gemessen. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 3 dargestellt.

Die erfindungsgemäß hergestellten Hartschaumstoffe werden durch die erfindungsgemäßen alkoxylierten Amine hervorragend stabilisiert. Dies ist sowohl anhand der geringen Verformung, d.h. der hohen wärmeformbeständigkeit, als auch anhand der geringen Offenzelligkeit nach der Temperaturbelastung der Hartschaumstoffe ersichtlich.

Zusätzlich dazu weist die erfindungsgemäße Verwendung folgende Vorteile auf:

Die alkoxylierten Amine sind in die Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte, beispielsweise die Polyurethane, einbaubar und zeigen deshalb kein Ausschwitzen oder Ausdunsten.

Die alkoxylierten Amine sind gegenüber gängigen Stabilisatoren wesentlich kostengünstiger.

Die Herstellung der alkoxylierten Amine kann in großen Mengen nach einfachen Verfahren erfolgen.

Polyisocyanat-Polyadditionsprodukte weisen nach dem Einbau der alkoxylierten Amine weder ein Verfärbung noch einen unangenehmen Geruch auf.

Die alkoxylierten Amine sind gut mit gängigen Polyetherpolyalkoholen oder Polyesterpolyalkoholen mischbar.

Die alkoxylierten Amine können in Bezug auf Molgewichte, Strukturen und Funktionalitäten in einem weiten Bereich variiert werden, um so in verschiedensten Bereichen Anwendung zu finden.


Anspruch[de]
Verwendung von alkoxylierten Aminen zur Stabilisierung von flüssigen oder festen Verbindungen gegen Alterungsprozesse. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man alkoxylierte aromatische Amine einsetzt. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die alkoxylierten Amine ein Molekulargewicht von 75 bis 10000 aufweisen. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die alkoxylierten Amine eine Hydroxylzahl von 25 bis 1000 mg KOH/g aufweisen. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Stabilisierung von Polyetherpolyalkoholen, Polyesterpolyalkoholen und/oder Polyisocyanat-Polyadditionsprodukten gegen Alterungsprozesse. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Amine in den flüssigen oder festen Verbindungen in einer Menge von 0,5 bis 45 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht von alkoxyliertem Amin und Flüssigkeit oder Feststoff, einsetzt. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an Stickstoff bezogen auf das Gesamtgewicht von alkoxyliertem Amin und Flüssigkeit oder Feststoff 0,02 bis 3 Gew.-% beträgt. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zur Stabilisierung gegen einen oxydativen Abbau. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zur Stabilisierung von Getriebeölen, Wärmeträgerölen, Hydraulikflüssigkeiten und/oder Ölen zur Metallverarbeitung. Getriebeöle, Wärmeträgeröle, Hydraulikflüssigkeiten und/oder Öle zur Metallverarbeitung enthaltend alkoxylierte Amine.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com