PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202005011255U1 21.12.2006
Titel Verbundkörper mit magnetischen Eigenschaften
Anmelder HÜHOCO Metalloberflächenveredelung GmbH, 42279 Wuppertal, DE
Vertreter Patentanwälte Dr. Solf & Zapf, 42103 Wuppertal
DE-Aktenzeichen 202005011255
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 21.12.2006
Registration date 16.11.2006
Application date from patent application 14.07.2005
IPC-Hauptklasse B32B 15/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B32B 25/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B32B 15/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Verbundkörper mit magnetischen Eigenschaften, bestehend aus einem metallischen Träger und einem elastomeren magnetischen Werkstoff.

Ein zusammengesetzter Körper mit magnetischen Eigenschaften ist beispielsweise aus der AT 239 819 bekannt. Dort wird eine Anordnung zum Verschließen und Abdichten von Behältnissen, insbesondere von Kühlmöbeln, beschrieben, die einen magnetischen Dichtungsstreifen, insbesondere mit einen biegsamen Dauermagnetstreifen, umfaßt, der mechanisch, beispielsweise über eine formschlüssig wirkende T-Nut-Verbindung, mit einem Träger verbunden ist.

Es ist außerdem bekannt, synthetischen Gummi oder auch Naturkautschuk mit Hartferritbeimischungen, z. B. Strontium- oder Bariumferritpulver, in unterschiedlichsten Geometrien, wie Folien, Profilen, Bändern oder Formteilen, für die verschiedensten industriellen Anwendungen herzustellen. Die als Füllstoffe eingesetzten Hartferrite machen es dabei möglich, dass man solche Artikel dauerhaft magnetisieren kann. Die Magnetkräfte sind dabei abhängig vom Füllgrad und von der Art der Hartferrite, beispielsweise davon, ob es sich um isotrope oder anisotrope Qualitäten handelt. Nach der Magnetisierung sind die elastomeren magnetischen Werkstoffe in der Regel nur einseitig magnetisch, wobei eine der Befestigung an einem Träger dienende Rückseite üblicherweise die nichtmagnetische Seite ist und zur Anbringung dieser Rückseite am Träger Kleber oder Klebefolien eingesetzt werden.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Verbundkörper der eingangs genannten Art zu schaffen, der sich durch eine einfache und kostengünstige Herstellungsweise auszeichnet und bei dem, insbesondere auch bei einem hohen Füllgrad an Teilchen mit magnetischen Eigenschaften, wie den genannten magnetisierbaren Hartferriten, der metallische Träger und der elastomere magnetische Werkstoff sicher und fest aneinander gebunden sind.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der elastomere magnetische Werkstoff durch Vulkanisation mittels eines zumindest aus zwei Schichten bestehenden Haftvermittlersystems, welches mindestens eine unmittelbar auf dem metallischen Träger angeordnete Primerschicht und eine darüber liegende Coverschicht umfaßt, an den metallischen Träger gebunden ist.

In alternativer Ausführung der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der elastomere magnetische Werkstoff aus mit einem magnetischen Füllstoff versehenen Kautschuk besteht, der in Lösung unmittelbar auf dem metallischen Träger oder auf das vorstehend genannte Haftvermittlersystem aufgebracht und dort getrocknet ist.

Die Bindung zwischen dem metallischen Träger und dem elastomeren magnetischen Werkstoff ist somit eine rein stoffschlüssige und basiert erfindungsgemäß auf der Vulkanisation der Elastomere, die in dem Haftvermittlersystem initiiert wird und sich in den elastomeren Werkstoff hinein fortsetzt, und/oder auf der Adhäsion des Kautschuks am Träger.

Durch die Erfindung ergibt sich eine Vielzahl von fertigungs- und anwendungstechnischen Vorteilen. So ist es möglich, auch hochgefüllte Magnetwerkstoffe auf Elastomerbasis, die in einem kontinuierlich wirkenden Ko-Extrusionsverfahren auf den Träger aufgebracht werden, sicher binden können. Trägerwerkstoffe, insbesondere für die Herstellung von Gerüstbändern, können dabei alle in Bandform denkbaren metallischen Werkstoffe sein. So kann der metallische Träger beispielsweise aus kaltgewalztem Bandstahl, bevorzugt in den Qualitäten DC 01 bis DC 04 nach DIN EN 10 139, aus Fein- oder Feinstblech oder aus einem Edelstahl-, Aluminium- oder Buntmetallband bestehen. Auch der Einsatz profilierter Träger ist möglich.

Alternativ zur Ko-Extrusion ist es auch möglich, ein periodisch wirkendes, z. B. getaktetes, Herstellungsverfahren für den erfindungsgemäßen Verbundkörper zu realisieren, bei dem der, insbesondere mit dem Haftvermittlersystem beschichtete, Träger, z. B. ein metallisches Bauteil, im Formvulkanisationsverfahren (Injection Moulding), an eine, insbesondere schichtartige, mit Hartferriten gefüllten Gummiauflage vulkanisiert wird, wobei diese Auflage dann später partiell magnetisiert wird.

Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verbundkörpers besteht darin, dass basierend auf dem festen Verbund des Metallträgers mit dem elastomeren Magnetwerkstoff, sich zahlreiche konstruktive Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Dies ist z. B. eine Verwendung als Sensor, wie in einer Ausbildung als ringförmiger Signalgeber zur Drehzahlmessung. Generell sind mit Stanzteilen aus magnetfolienbeschichtetem Band zahlreiche Anwendungen in der Sensorik denkbar. Die Bauteile, welche flach oder auch z. B. profiliert oder tiefgezogen sein können, bieten dabei den Vorteil, dass eine Formvulkanisationsoperation entfallen kann oder auch die Möglichkeit, dass man ein "Endlosband" als Träger hat, das weitaus geringere Schrumpfungen und Dehnungen aufweist als eine elastomere Folie.

Die hohe Affinität zwischen Träger und elastomeren Werkstoff ermöglicht auch eine Verwendung als Federelement. Neben der bereits erwähnten Verwendung als Gerüstband ist auch eine Verwendung als ein- oder beidseitig magnetisierte Unterlegscheibe möglich. Kleber zur gegenseitigen Fixierung von metallischem Träger und elastomerem magnetischem Werkstoff können durch die Erfindung entfallen, wodurch auch die thermische Beständigkeit des erfindungsgemäßen Verbundkörpers erhöht wird.

Weitere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden speziellen Beschreibung enthalten. Anhand mehrerer in den beiliegenden Zeichnungsfiguren dargestellter Ausführungsbeispiele wird die Erfindung dabei näher erläutert. Es zeigen:

1 eine erste Ausführung eines erfindungsgemäßen Verbundkörpers im Querschnitt,

2 eine zweite Ausführung eines erfindungsgemäßen Verbundkörpers im Querschnitt,

3 und 4 eine dritte Ausführung eines erfindungsgemäßen Verbundkörpers in der Draufsicht und im Querschnitt.

In den verschiedenen Figuren der Zeichnung sind gleiche Teile in der Regel stets mit denselben Bezugszeichen versehen, so dass sie auch jeweils nur einmal beschrieben werden.

Wie zunächst 1 zeigt, besteht ein erfindungsgemäßer Verbundkörper, bei dem es sich im Speziellen um ein als Z-förmiges Federelement ausgebildetes Gerüstband handelt, aus einem metallischen Träger 1 und einem elastomeren magnetischen Werkstoff 2, die in einem Ko-Extrusionsverfahren miteinander verbunden sind. Der metallische Träger 1 ist in der dargestellten Ausführung ein rollgeformtes Metallträgerprofil. Der elastomere magnetische Werkstoff 2 ist ein Magnet auf Elastomerbasis.

Der elastomere magnetische Werkstoff 2 ist durch Vulkanisation mittels eines zumindest aus zwei Schichten bestehenden Haftvermittlersystems 3, welches mindestens eine unmittelbar auf dem metallischen Träger 1 angeordnete Primerschicht 3a und eine darüber liegende Coverschicht 3b umfaßt, an den metallischen Träger 1 gebunden.

Bohrungen zur Fixierung des Verbundkörpers sind mit dem Bezugszeichen 4 und eine am Rand des Magneten liegende Haft-Grenzschicht mit dem Bezugszeichen 5 gekennzeichnet.

Bei der in 2 gezeigten Ausführung eines erfindungsgemäßer Verbundkörpers handelt es sich ebenfalls um ein Gerüstband, das aus einem metallischen Träger 1 und einem elastomeren magnetischen Werkstoff 2 besteht, die in einem Ko-Extrusionsverfahren miteinander verbunden und mit Hilfe des aus Primerschicht 3a und Coverschicht 3b bestehenden Haftvermittlersystems 3 aneinander vulkanisiert sind. Der metallische Träger 1 ist wiederum ein rollgeformtes Metallträgerprofil, das jedoch eine umgekehrt topfförmige Ausbildung mit seitlichen, der Befestigung dienenden Flanschansätzen 6 aufweist.

Wie 1 und 2 veranschaulichen, bedeckt das aus Primerschicht 3a und Coverschicht 3b bestehende Haftvermittlersystem 3 eine Seite des metallische Träger 1 vollständig, könnte aber bedarfsweise auch auf beide Seiten aufgetragen sein oder eine Seite jeweils nur partiell bedecken. Einem solchen Verbund wird, insofern er als Zwischenprodukt separat zur weiteren Verarbeitung bei einem Anwender lieferbar ist, ebenfalls erfinderische Bedeutung beigemessen.

Bei der in 3 und 4 dargestellten dritten Ausführung eines erfindungsgemäßen Verbundkörpers handelt es sich um einen ringförmigen Körper mit einem Außendurchmesser D und einem Innendurchmesser d, der als elastomeren magnetischen Werkstoff 2 eine magnetpulver-gefüllte Gummiauflage aufweist. Diese Auflage ist wiederum über ein aus einer Primerschicht 3a und einer Coverschicht 3b bestehendes Haftvermittlersystem 3 an den metallischen, insbesondere als Stanzteil gefertigten Träger 1 gebunden. In 4 ist durch das Bezugszeichen „A" angedeutet, dass die Primerschicht 3a durch Adhäsion an den Träger 1 gebunden ist. Die Coverschicht 3b ist durch Vulkanisation einerseits an die Primerschicht 3a und andererseits an den elastomeren magnetischen Werkstoff 2 gebunden, wofür das Bezugszeichen „V" steht. Der Ring kann nach einer Magnetisierung des magnetischen Werkstoffs 2 insbesondere als Encoder eingesetzt werden.

Die Palette der zur Bildung von elastomeren magnetischen Werkstoffen 2 einsetzbaren Basis-Werkstoffen ist weit gefächert und reicht beispielsweise von NBR- über EPDM- und HNBR- bis zu FPM-Ausführungen. Auch Naturkautschuk kann verwendet werden.

Ein gut geeigneter Werkstoff ist beispielsweise EPDM mit einer Shore-A-Härte von 65, dessen Rezeptur prinzipiell aus einer elastomeren Basismischung, Prozesshilfsmitteln, Füllstoffen und einem Weichmacher besteht, die in folgenden Mischungsanteilen zusammengebracht werden: Grundmischung, insbesondere bestehend aus einem Ethylen-Propylen-Dien-Terpolymer, vorzugsweise mit nicht konjugierter Doppelbindung des Diens (z. B. Royalene X 4594 und 525) zu etwa 52 Masseteilen, bestehend aus Zinkoxid (z. B. ZnO Silox 2C) zu etwa 2 Masseteilen und bestehend aus Schwefel zu weniger als 0,5 Masseteilen; Prozesshilfsmittel, wie Stearinsäure, Polyethylenglykol, Trocknungshilfsmittel, Reaktionskontrollagenzien, wie Beschleunigern, Retardern oder Stoffen zur Beschränkung der Reaktionstemperatur (z. B. 2-Mercaptobenzothiazol/Vulkacit Merkapto MG, N-Cyclohexyl-2-benzothiazolsulfenamid/Ekaland CBS, Perkazit TBZDT, Zinkdithiophosphat/ZDTP 50 GE, Schwefel, N-Phenyl-N-(trichlormethylsulphenyl)-benzensulfonamid/Vulkalent E/C), in einem mittleren Gesamtanteil von etwa 6 bis 8 Masseteilen; schwarzen Füllstoffen, wie Ruß (z. B. Sphären 5000A und/oder 6000 A) in einem Anteil von etwa 46 Masseteilen und weißen Füllstoffen, wie Kreide und/oder Kieselerde in einem Anteil von 36 Masseteilen;

Weichmacher, beispielsweise Tudalen 4124, zu etwa 18 Masseteilen. Die angegebenen Masseteile beziehen sich dabei jeweils auf den Anteil an der Gesamtmischung

Der elastomere magnetische Werkstoff 2 kann bevorzugt mehr als 35 Prozent, insbesondere bis zu 80 Prozent isotrope und/oder anisotrope magnetische Füllstoffe, insbesondere hartferritische Füllstoffe, wie Strontium- und/oder Bariumferrit, enthalten. Ein solcher gut geeigneter ferritischer Werkstoff ist beispielsweise Strontiumferritpulver SrFe12O19 mit einem Molverhältnis von SrO zu Fe2O3 von 1 : 5,7, einer mittleren Schüttdichte von etwa 0,6 g/cm3, einer Dichte von etwa 5,0 g/cm3, einer spezifischen Oberfläche nach Blaine von etwa 7400 cm2/g, einer Fisherzahl von etwa 0,9 &mgr;m, einer Feuchte von etwa 0,1 Prozent und einer granulometrischen Zusammensetzung, die durch einen Siebrückstand von etwa 42,2 Masseprozent bei einer Maschenweite von 10 &mgr;m gekennzeichnet ist, wobei sämtliche Teilchen ein Sieb mit der Maschenweite von 60 &mgr;m passieren.

Wenn ein solches Pulver zu Tabletten mit einer Dichte von 3,6 g/cm3 gepresst wird, können daran die in der nachstehenden Tabelle 1 wiedergegebenen magnetische Kennwerte bestimmt werden.

Aus einer EPDM-Basismischung der oben angegebenen Zusammensetzung wurde mit hartferritischen Teilchen, wie sie vorstehend charakterisiert sind, der elastomere magnetische Werkstoff 2 gefertigt und auf einen Träger 1 in Schichtform aufgebracht. Die, insbesondere mit gleichmäßiger Dicke ausgebildete, Schicht des elastomeren magnetischen Werkstoffs wies eine mittlere Dicke im Bereich von 10 &mgr;m bis 120 &mgr;m, insbesondere im Bereich von unter 80 &mgr;m, auf.

Im Detail wurde eine Lösung der beschriebenen EPDM-Basismischung unter Verwendung von Butylacetat als Lösemittel mit einem Festkörpergehalt von etwa 23 bis 24 Masseprozent hergestellt, die dann mit 50 Masseprozent Strontiumferrit – Pulver der genannten Spezifikation gefüllt wurde. Daraus wurde auf einem Blech als Träger 1 ein Trockenfilm von 50 &mgr;m Dicke erzeugt.

In dem Verbundkörper wurde mit einem Magnetisator in einem Abstand von 6 mm eine laterale Magnetisierung aufgebracht. Diese Magnetisierung reichte zwar nicht für Haftzwecke an ferromagnetischen Materialien aus, war jedoch geeignet, ein Signal in der Größenordnung von 1 bis 2 mT (=10 bis 20 G) zu liefem, das den Anforderungen in der Sensorik gerecht wird. Bei größeren Schichtdicken und höherem Füllungsgrad ist das meßbare Signal stärker.

Sowohl Verbundkörper mit in Lösung aufgebrachtem magnetischem Werkstoff 2 als auch mit dem zweischichtigen Haftvermittlersystem 3 können als Sensoren ausgebildet werden. So kann – wie bereits angedeutet – bei einem Verbundkörper der letztgenannten Art ein mit dem Haftvermittlersystem 3 beschichtetes Bauteil im Formvulkanisationsverfahren mit einer ringförmigen Gummiauflage durch Vulkanisation verbunden werden, die mit Hartferriten gefüllt ist und später partiell magnetisiert wird, um als Signalgeber in einem Getriebe, beispielsweise zur Abnahme einer Wellendrehzahl als Signal für ein ABS-System, eingesetzt zu werden.

Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die vorstehenden Ausführungsbeispiele. So ist es beispielsweise auch möglich, auf die Oberfläche des Trägers 1 auch andere magnetische elastomere Werkstoffe 2 als die beschriebene EPDM-Basismischung in Kombination mit Strontium- und/oder Bariumferritteilchen aufzubringen.

Außerdem bestehen vielfältige weitere vorteilhafte Gestaltungsmöglichkeiten des erfindungsgemäßen Verbundkörpers bzw. von unter dessen Verwendung hergestellten erfindungsgemäßen Teilen – so beispielsweise, wie schon erwähnt, die Herstellung einer ein- oder beidseitig mit dem elastomeren magnetischen Werkstoff beschichteten magnetisierbaren Unterlegscheibe.

Der metallische Träger 1 kann – wie ebenfalls bereits erwähnt – in bevorzugter Ausführung in Bandform vorliegen und aus Stahl, Leicht- oder Buntmetall bestehen, wobei auch entsprechende Legierungen, wie Messing, Verwendung finden können. So ist es in technologisch äußerst vorteilhafter Weise möglich, einen erfindungsgemäßen Verbundkörper durch eine Fertigung im Coil-Coating-Verfahren, d.h. in einem kontinuierlichen Prozeß von Rolle zu Rolle, zu fertigen. Das Band mit dem metallischen Träger 1 kann dabei von einer Rolle ("Coil") abgewickelt, flach durch eine Beschichtungsanlage laufend beschichtet und anschließend wieder zu einer Rolle aufgewickelt werden.

Der Träger 1 ist jedoch nicht auf die Bandform beschränkt, so dass auch Anordnungen, die einen ähnlichen Zweck erfüllen, wie die aus der AT 239 819 bekannten Anordnungen, und profilierte Träger 1 aufweisen, in den Bereich der Erfindung fallen können, sofern der elastomere magnetische Werkstoff 2 durch Vulkanisation mittels des erfindungsgemäß ausgebildeten Haftvermittlersystems 3 an den metallischen Träger 1 gebunden ist oder der elastomere magnetische Werkstoff 2 aus mit einem magnetischen Füllstoff versehenen Kautschuk besteht, der in Lösung unmittelbar auf den metallischen Träger 1 bzw. das Haftvermittlersystem 3 aufgebracht und dort getrocknet ist.

Als Konstituenten des Haftvermittlersystems 3 können teilweise an sich bekannte Produkte eingesetzt werden. So kann die Coverschicht 3b z. B. als Nasslack mit einem organischen Lösungsmittel, wie Xylol, durch Sprühen, Tauchen oder mit dem Pinsel, beispielsweise in einer Dicke Sb (4) von 8 bis 30 &mgr;m, aufgetragen und dann getrocknet werden. Ein diesbezüglich geeignetes Produkt ist das Haftmittel Parlock PC 6019, welches aus in Xylol dispergierten Polymeren und Füllstoffen mit einem Feststoffgehalt von 28 bis 32 Masseprozent besteht und eine Dichte von 0,99 bis 1,03 g/cm3, eine Viskosität von 80 bis 120 s (gemessen im 4 mm Ford Becher), einen Flammpunkt von 24 °C und eine Lagestabilität von neun Monaten aufweist.

Die Schichtdicke S des Haftvermitlersystems 3 kann bei Prüfung nach DIN EN 13523–1 bevorzugt im Bereich von 6,0 ± 3,0 &mgr;m (Trockenfilmdicke) liegen und in einer T-Biegeprüfung nach DIN EN 13523–7 je nach Werkstoff des Trägers 1 Gütewerte von T4 bis T7 aufweisen. Insbesondere bei einem phenolbasierenden Primer kann dabei die Dicke Sa der Primerschicht 3a beispielsweise bei 1,0 bis 4,0 &mgr;m liegen.

Bei einer Haftungsprüfung „Gummi-Metall-Verbund" nach zehnminütiger Vulkanisation mit einer Standardgummimischung bei 180 °C in einer Heizpresse unter Verwendung des erfindungsgemäßen Haftvermittlersystems 3 sollte der herbeigeführte Riss zu 80 bis 90 Prozent im elastomeren Werkstoff 2 entstehen.

Der Beginn der unter Einsatz des Haftvermittlersystem 3 initiierten Vulkanisationsreaktion kann dabei bei mit Vorteil bei etwa 130 °C liegen, wobei eine Überschreitung von Temperaturen des Trägers von 160 °C vermieden werden sollte.

Ferner ist die Erfindung nicht auf die in den unabhängigen Ansprüchen 1 und 2 definierten Merkmalskombinationen beschränkt, sondern kann auch durch jede beliebige andere Kombination von bestimmten Merkmalen aller insgesamt offenbarten Einzelmerkmale definiert sein. Dies bedeutet, dass grundsätzlich praktisch jedes Einzelmerkmal der genannten Ansprüche weggelassen bzw. durch mindestens ein an anderer Stelle der Anmeldung offenbartes Einzelmerkmal ersetzt werden kann. Insofern sind die Ansprüche lediglich als ein erster Formulierungsversuch für eine Erfindung zu verstehen.

1
Träger für 2
2
elastomerer magnetischer Werkstoff
3
Haftvermittlersystem
3a
Primerschicht von 3
3b
Coverschicht von 3
4
Bohrung
5
Haft-Grenzschicht
A
Adhäsion
D
äußerer Ringdurchmesser
d
innerer Ringdurchmesser
S
Schichtdicke von 3
Sa
Schichtdicke von 3a
Sb
Schichtdicke von 3b
V
Vulkanisation


Anspruch[de]
Verbundkörper mit magnetischen Eigenschaften, bestehend aus einem metallischen Träger (1) und einem elastomeren magnetischen Werkstoff (2), dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) durch Vulkanisation mittels eines zumindest aus zwei Schichten (3a, 3b) bestehenden Haftvermittlersystems (3), welches mindestens eine unmittelbar auf dem metallischen Träger (1) angeordnete Primerschicht (3a) und eine darüber liegende Coverschicht (3b) umfaßt, an den metallischen Träger (1) gebunden ist. Verbundkörper nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) aus mit einem magnetischen Füllstoff versehenen Kautschuk besteht, der in Lösung unmittelbar auf den metallischen Träger (1) oder auf das Haftvermittlersystem (3) aufgebracht und dort getrocknet ist. Verbundkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) aus mit einem magnetischen Füllstoff versehenen synthetischem Kautschuk, wie NBR, EPDM, HNBR, FPM, oder aus Naturkautschuk besteht. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) mehr als 35 Prozent, insbesondere bis zu 80 Prozent isotrope und/oder anisotrope magnetische Füllstoffe, insbesondere hartferritische Füllstoffe, wie Strontium- und/oder Bariumferrit, enthält. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Träger (1) in Bandform vorliegt. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Träger (1) aus kaltgewalztem Bandstahl, vorzugsweise in den Qualitäten DC 01 bis DC 04 nach DIN EN 10 139, aus Fein- oder Feinstblech oder aus einem Edelstahl-, Aluminium- oder Buntmetallband besteht. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Träger (1) in Profilform vorliegt. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) auf dem Träger (1) in Schichtform vorliegt. Verbundkörper nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die, insbesondere mit gleichmäßiger Dicke ausgebildete, Schicht des elastomeren magnetischen Werkstoffs (2) eine mittlere Dicke im Bereich von 10 &mgr;m bis 150 &mgr;m, insbesondere im Bereich von unter 80 &mgr;m, vorzugsweise von etwa 50 &mgr;m, aufweist. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) durch Ko-Extrusion auf den metallischen Träger (1) aufgebracht ist. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) durch Formspritzen auf den metallischen Träger (1) aufgebracht und vorzugsweise durch ein Formvulkanisationsverfahren an den Träger (1) gebunden ist. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) beidseitig auf den Träger (1) aufgetragen ist. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere magnetische Werkstoff (2) eine, insbesondere streifenförmige und vorzugsweise in einem Abstand von 2 bis 10 mm verlaufende, permanente Magnetisierung aufweist. Verbundkörper nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetisierung quer zu einer Längsrichtung des Trägers (1), beispielsweise eines bandförmigen Trägers, verlaufende Pole wechselnder Polarität aufweist. Verbundkörper nach Anspruch 13 oder 14, insbesondere nach Anspruch 13 oder 14 und Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die permanente Magnetisierung einen Wert aufweist, der im Bereich von 1 bis 2 mT bzw. 10 bis 20 G liegt. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 15, gekennzeichnet durch eine Ausbildung als Sensor, z. B. als ringförmiger Signalgeber zur Drehzahlmessung. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 15, gekennzeichnet durch eine Ausbildung als Federelement. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 15, gekennzeichnet durch eine Ausbildung als Gerüstband. Verbundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 15, gekennzeichnet durch eine Ausbildung als Unterlegscheibe. Zwischenprodukt zur Herstellung eines Verbundkörpers nach einem der Ansprüche 1 bis 19, bestehend aus einem metallischen Träger (1), der ein- oder beidseitig, vollflächig oder zumindest partiell mit einem aus einer Primerschicht (3a) und aus einer Coverschicht (3b) bestehenden Haftvermittlersystem (3) bedeckt ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com