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Dokumentenidentifikation DE202005011953U1 21.12.2006
Titel Teleskop-Raupenkran mit Transportsystem
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202005011953
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 21.12.2006
Registration date 16.11.2006
Application date from patent application 29.07.2005
IPC-Hauptklasse B66C 23/36(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Teleskop-Raupenkran mit einem Transportsystem zum Transport sperriger Anlagenteile, vorzugsweise von Teilen einer Windkraftanlage, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Windkraftanlagen werden zunehmend auf Bergzügen aufgestellt, da hier Wind mit einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit zur Verfügung steht und somit eine optimierte Windausnutzung möglich ist. Darüber hinaus sind die Kosten für das zu erwerbende Land niedrig. Nachteilig ist es hier jedoch, dass die Zuwegung zu dem jeweiligen Bauplatz hohe Kosten verursacht. Das Befahren mit normalen Lkws und langen Tiefladern ist insbesondere aufgrund der auftretenden Kuppen und Bodenwellen sowie der engen Serpentinen sehr schwierig und teilweise gänzlich unmöglich. In extremen Fällen muß hier auf einen Transport von der Luft aus, beispielsweise über Hubschrauber, ausgewichen werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fahrzeug zu schaffen, mit welchem sperrige Anlagenteile, insbesondere Teile von Windkraftanlagen auch bei schwierigen Wegverhältnissen transportiert werden können.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Teleskopraupenkran in der Kombination der Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Demnach besteht ein Teleskop-Raupenkran mit einem Transportsystem zum Transport sperriger Anlagenteile, wie vorzugsweise von Teilen einer Windkraftanlage, im wesentlichen aus einem Raupenfahrgestell, einer Drehbühne und einem Teleausleger. Erfindungsgemäß ist zur Aufnahme des sperrigen Anlagenteils auf dem Teleausleger ein Transportrahmen mit einer vorderen Ablage, einer hinteren Ablage und einem vorzugsweise hydraulisch betätigten Halter angeordnet.

Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

Demnach können die vordere wie auch die hintere Ablage jeweils aus Radsätzen bestehen, die als Auflage für die aufzunehmenden Anlagenteile dienen. Um hier eine optimierte Anpassung an die teilweise im Querschnitt drohenden Anlagenteile, wie beispielsweise Turmsegmente von Windkraftanlagen, zu ermöglichen, sind die jeweiligen Radsätze in ihrer Position zueinander hydraulisch verstellbar, so dass sie an den Außenumfang bzw. Durchmesser des jeweils zu transportierenden Anlagenteils anpaßbar sind.

Vorteilhaft sind die Radsätze der Ablagen derart ausrichtbar, dass ihre Symmetrieachse durch das Zentrum des zu transportierenden Anlagenteils, beispielsweise des Turmsegments einer Windkraftanlage, geht. Bei dieser Ausrichtung liegen die Reifen der Radsätze mit ihrer vollen Fläche auf.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die hintere Ablage auf der Drehachse des Teleauslegers drehbar gelagert, während sich die vordere Ablage auf den Teleausleger abstützt.

Der Halter für das Anlagenteil ist vorteilhaft am Rollenkopf des Teleauslegers angeordnet. Er kann vorzugsweise durch eine mechanische oder hydraulische Feder nach unten vorgespannt sein, so dass auch bei einem Schaukeln der Last keine Gefahr besteht, dass sie aus der Führung der Radsätze des vorderen und hinteren Auflagers herausrutscht.

Für besondere zu transportierende Anlagenteile, beispielsweise für den Transport von Flügeln der Windkraftanlage, kann der Transportrahmen um ca. 90 °C gegenüber dem Teleausleger aufgerichtet werden und mittels einer Stütze in dieser aufgerichteten Position fixiert werden. An diesem aufgestellten Transportrahmen kann dann der zu transportierende Flügel der Windkraftanlage mit geeigneten Mitteln befestigt werden.

Der Transport der Anlagenteile wird mittels des erfindungsgemäßen Raupenkrans wie folgt durchgeführt:

Im Tal werden die Teile der zu transportierenden Anlage, beispielsweise der Windkraftanlage, durch einen bauüblichen Telekran oder von einer zweiten Tele-Transportraupe vom Tieflader auf die Tele-Transportraupe umgeladen.

Das zu transportierende Teil wird mit dem Schwerpunkt in etwa mittig bezüglich der Raupenmitte aufgelegt, so dass sich insgesamt eine geringe Bodenpressung dadurch ergibt, dass sich das Gewicht des zu transportierenden Anlagenteils recht gleichmäßig auf das jeweilige Fahrwerk des Teleskop-Raupenkrans verteilt.

Mit dem hydraulisch betätigten Halter am Rollenkopf des Teleauslegers kann das aufgenommene Anlagenteil in axialer Richtung gesichert werden.

Durch Austeleskopieren des Teleskopauslegers kann der hydraulisch betätigte Halter am Telekopf für fast jede beliebige Länge der Turmsektionen eingestellt werden, so dass der Schwerpunkt jeder Last sich nahezu im Zentrum der Raupe befindet. Da sich durch die Aufwippbewegung der Schwerpunkt der Last nach hinten bewegt, muß der Teil ausgeschoben werden, um den Schwerpunkt der Last in der Mitte zu haften. Dadurch kann die Last gegenüber der Horizontalen geneigt werden, was insbesondere in engen Kurven im steilen Gelände bei längeren Teilen von Vorteil ist.

In der Regel ist im Baustellenbereich auch ein Großkran vorhanden, der den Aufbau der Anlage, insbesondere der Windkraftanlage ermöglicht. Kommt der Teleskop-Raupenkran an der Montagestelle für die Anlage, beispielsweise die Windkraftanlage, an, kann der Großkran am vorderen Ende des Turmsegments angeschlagen werden. Um die Last drehen zu können, kann durch Verfahren des Teleskop-Raupenkrans oder durch entsprechendes Heben und Schwenken des Großkranes das zu transportierende Anlagenteil in die vertikale Stellung verbracht werden, ohne dass ein weiterer Hilfskran erforderlich ist. Hier rollt das Anlagenteil über die aus den Rädern bestehende hintere Lagerung ab.

Der entscheidende Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass mit diesem erfindungsgemäßen Transportgerät enge Serpentinen gefahren werden können. Mit dem Drehwerk können die langen Lasten an Hindernissen vorbeigeschwenkt werden. Durch den Wippzylinder kann der Ausleger und damit auch die lange Last angehoben werden, so dass beim Fahren in Steigungen keine Kollisionen mit der Straße oder anderen Hindernissen erfolgt.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:

1: eine Gesamtdarstellung von der Seite eines erfindungsgemäßen Teleskop-Raupenkrans gemäß einer Ausführungsform der Erfindung, auf dem ein Anlagenteil aufgeladen ist,

2: eine Draufsicht auf den Teleskop-Raupenkran gemäß 1, jedoch ohne aufgelegte Anlagenteile,

3: eine Vorderansicht auf den Teleskop-Raupenkran mit aufgelegtem Anlagenteil,

4: eine Rückansicht des Teleskop-Raupenkrans gemäß 1,

5a, b: zwei unterschiedliche Anordnungen des erfindungsgemäßen Teleskop-Raupenkrans gemäß der 1 mit unterschiedlich positioniertem Anlagenteil,

6: den Endladevorgang eines Anlagenteils,

7: eine Darstellung des erfindungsgemäßen Teleskop-Raupenkrans mit einem aufgelegten Maschinenhaus,

8: eine Darstellung des Teleskop-Raupenkrans mit einem aufgelegten Flügel einer Windkraftanlage als zu transportierendes Anlagenteil, wobei der Flügel horizontal ausgerichtet ist und

9: eine Darstellung gemäß 8, wobei der Flügel soweit hochgeschwenkt ist, dass sein Schwerpunkt im Bereich des Teleskop-Raupenkranes liegt.

In 1 ist ein Teleskop-Raupenkran 10 gezeigt, der im Wesentlichen herkömmlicher Bauart ist und ein Raupenfahrgestell 12, eine Drehbühne 14 und einen Teleausleger 16 umfasst. Auf dem Teleausleger 16 ist eine vordere Ablage 20 und eine hintere Ablage 22 angeordnet. Zusätzlich ist auf dem Teleausleger ein Transportrahmen 18 und zur Fixierung des entsprechenden Anlagenteils ein Halter 24 angeordnet. Der Halter 24 ist im Bereich des Rollenkopfs 25 des Teleauslegers 16 angeordnet.

Wie insbesondere der 2 zu entnehmen, weisen die vordere Ablage 20 wie auch die hintere Ablage 22 Radpaare 26 bzw. 28 auf. Dabei sind die Radpaare 26 bzw. 28 jeweils seitlich des Transportrahmens 18 angeordnet. Die Radpaare 26 bzw. 28 können gegenüber dem Transportrahmen mit hydraulischen Hilfsmitteln verstellt werden, d. h. der Abstand der beiden Radsätze voneinander kann verändert werden. Hierdurch können die vordere Ablage 20 bzw. hintere Ablage 22 auf den Durchmesser der zu transportierenden Anlagenteile 30 angepasst werden.

In 1 ist als Anlagenteil 30 beispielsweise ein Turmsegment einer Windkraftanlage aufgenommen. Dieses wird vom Halter 24 axial fixiert, während es gleichzeitig auf der vorderen Ablage 20 und der hinteren Ablage 22 des Transportrahmens 18 lagert.

In 3 ist die Vorderansicht mit der vorderen Ablage 20 gezeigt, bei der jeweils zwei Radpaare 26 drehbar um einen Schwenkpunkt 27 gelagert sind. Wie bereits zuvor ausgeführt, können die beiden Radsätze 26 optional durch beispielsweise hydraulische Verstellung verändert werden, so dass auch Anlagenteile mit kleinerem Rohrdurchmesser aufgelegt werden können.

Die 4 zeigt eine Rückansicht mit der hinteren Ablage 22, auf der Radpaare 28 um einen Schwenkpunkt 29 drehbar gelagert sind. Wie anhand der 3 bzw. der 4 deutlich wird, bestehen die Radpaare aus Reifen, die jeweils so angeordnet sind, dass deren Symmetrieachsen in etwa durch das Zentrum des schwersten Turmsegments 30, das aufgelegt werden kann, verlaufen. Hierdurch liegen die Reifen mit ihrer vollen Fläche auf. Die hintere Achse ist auf der Drehachse des Teleauslegers drehbar gelagert. Vorne stützt sie sich auf dem Teleausleger 16 ab. Das bedeutet, dass beim Aufwippen des Teleauslegers die hintere Ablage mitschwenkt.

Aus den 5a und 5b ergibt sich, dass mit dem hydraulisch betätigbaren Halter 24 am Rollenkopf 25 des Teleauslegers 16 die Last 30 in radialer Richtung gesichert werden kann. Der Hydraulikzylinder ist durch eine mechanische oder hydraulische Feder nach unten vorgespannt, so dass auch bei einem Schaukeln der Last keine Gefahr besteht, dass sie aus der Führung der Radpaare 26 und 28 herausspringt.

Durch Austeleskopieren des Teleskopauslegers 16 in Pfeilrichtung a (vgl. 5b) kann der hydraulisch betätigte Halter 24 am Rollenkopf 25 des Teleauslegers 16 für fast jede beliebige Länge der Turmsektionen 30 eingestellt werden, so dass der Schwerpunkt jeder Last sich nahezu im Zentrum des Teleskop-Raupenkrans 10 befindet, wie dies anhand der 5a und 5b gezeigt ist, wobei der Schwerpunkt 38 eine Last 30 durch Austeleskopieren des Teleauslegers 16 in der 5b in die Schwerpunktlage des Teleskop-Raupenkrans, welche durch die Gerade 40 angedeutet ist, bewegt wurde. Da sich durch die Aufwippbewegung der Schwerpunkt der Last nach hinten bewegt, muß der Teleausleger 16 ausgeschoben werden, um den Schwerpunkt der Last in der Mitte zu halten. Dadurch kann die Last gegenüber der Horizontalen geneigt werden. Dies kann insbesondere in engen Kurven in steilem Gelände bei langen Teilen von Vorteil sein.

In 6 ist gezeigt, wie mittels eines hier nicht näher dargestellten Großkrans ein Turmsegment 30 in die vertikale Stellung verbracht wird (durch strichlinierte Linien angedeutet), ohne dass ein weiterer Hilfskran erforderlich ist. Das Turmsegment 30 rollt hierbei auf der hinteren Ablage 22 ab.

In 7 ist der Transport eines Maschinenhauses 31 gezeigt. Um das Maschinenhaus zum Transport ausreichend befestigen zu können, wird der Transportrahmen 18, der im hinteren Bereich ein Querrohr der hinteren Ablage 22 und im vorderen Bereich auf dem Teleauslger 16 abgestützt ist, vorgesehen. Der Transportrahmen 18 ist so ausgebildet, dass auf der Oberseite das Maschinenhaus 31 verschraubt werden kann.

Aus den 8 und 9 ergibt sich, wie beispielsweise ein Flügel 33 transportiert werden kann. Dieser wird nach Aufstellen des Transportrahmens 18 mittels eines Hilfskrans (hier nicht näher dargestellt) um 90 °C unter Abstützung mit einer Stütze 32 auf der Unterseite des Transportrahmens 18 an entsprechend hierfür vorgesehenen Stellen gesichert, vorzugsweise verschraubt. Insgesamt verläuft der Flügel 33 im wesentlichen parallel zum Teleausleger 16.

Durch Aufwippen des Teleauslegers 16 wird der Flügel 33 so verschwenkt, dass der Gesamtschwerpunkt wieder in der Mitte der Raupe angeordnet ist (vgl. 9).


Anspruch[de]
Teleskop-Raupenkran (10) mit einem Transportsystem zum Transport sperriger Anlagenteile (30), vorzugsweise von Teilen einer Windkraftanlage, im wesentlichen bestehend aus einem Raupenfahrgestell (12), einer Drehbühne (14) und einem Teleausleger (16), dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Teleausleger (16) ein Transportrahmen (18) mit einer vorderen Ablage (20), einer hinteren Ablage (22) und einem vorzugsweise hydraulisch betätigten Halter (24) besteht. Teleskop-Raupenkran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere (20) wie auch die hintere Ablage (22) jeweils Radsätze (26, 28) als Auflager für die aufzunehmenden Anlagenteile (30) aufweist. Teleskop-Raupenkran nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen Radsätze (26, 28) in ihrer Position hydraulisch verstellbar sind. Teleskop-Raupenkran nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Radsätze (26, 28) der Ablagen so ausrichtbar sind, dass ihre Symmetrieachsen durch das Zentrum des transportierten Anlagenteils (30) geht. Teleskop-Raupenkran nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Ablage (22) auf der Drehachse des Teleauslegers (16) drehbar gelagert ist, während sich die vordere Ablage (20) auf dem Teleausleger (16) abstützt. Teleskop-Raupenkran nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der vorzugsweise hydraulisch betätigte Halter (24) am Rollenkopf (25) des Teleauslegers (16) angeordnet ist. Teleskop-Raupenkran nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter (24) durch eine mechanische oder hydraulische Feder (34) vorgespannt ist. Teleskop-Raupenkran nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Transportrahmen (18) um Drehpunkte (36) um ca. 90° hochschwenkbar und mit einer Stütze (32) abstützbar ist.






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