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Dokumentenidentifikation DE202005020894U1 21.12.2006
Titel Leitsystem für Flucht- und Rettungswege
Anmelder DORMA GmbH + Co. KG, 58256 Ennepetal, DE
DE-Aktenzeichen 202005020894
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 21.12.2006
Registration date 16.11.2006
Application date from patent application 03.03.2005
File number of patent application claimed 10 2005 010 313.8
IPC-Hauptklasse G09F 27/00(2006.01)A, F, I, 20060808, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Leitsystem für Flucht- und Rettungswege.

Flucht- und Rettungswege müssen so gekennzeichnet sein, dass sie im Gefahrenfall leicht und schnell aufgefunden werden können. Dazu sind Leitsysteme z. B. in Form von Hinweisschildern, Markierungen o. dgl. vorgesehen. Auch ist es bekannt, eine oder mehrere Lichtquellen in Form einer Kette in den Boden einzulassen, die den Weg zu dem Flucht- und Rettungswege weisen sollen.

Insbesondere bei Bränden in geschlossenen Räumen mit starker Rauchentwicklung ist das Auffinden der Flucht- und Rettungswege im Gefahrenfall jedoch infolge der unzureichenden Sichtverhältnisse erschwert, da die vorgeschriebenen Orientierungshilfen keinen sicheren Anhaltspunkt mehr bieten können. Somit haben es Personen in Not schwer, einen Fluchtweg zu finden, da die Sicht praktisch gleich null ist.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Orientierungshilfe bereitzustellen, die auch bei ungünstigen Sichtverhältnissen ein sicheres Auffinden der Flucht- und Rettungswege ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Maßnahmen gelöst.

Durch das erfindungsgemäße Leitsystem ist es möglich, auch unter ungünstigen Bedingungen und bei starker Rauchentwicklung ein sicheres Auffinden der Flucht- und Rettungswege zu ermöglichen, da die am Eingang zum Flucht- und Rettungsweg oder in dessen unmittelbarer Umgebung vorgesehene Emissionsquelle akustische und/oder optische Signale aussendet, mit deren Hilfe eine Orientierung ermöglicht wird. Somit kann in Not befindlichen Personen besser geholfen werden, da ihnen durch optische und/oder akustische Signale der Weg zu dem Flucht- und Rettungsweg auch dann noch gewiesen werden kann, wenn infolge unzureichender Sichtverhältnisse bekannte Leitsysteme versagen müssen.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Leitsystemes sind in den Unteransprüchen angegeben.

Damit die in Not befindlichen Personen sicher zu dem Flucht- und Rettungsweg geführt werden, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Eingang von einem Rahmen, insbesondere einem Türrahmen, gebildet ist und die Emissionsquelle in den Türrahmen, insbesondere in dessen Zargen, integriert ist. Somit ist sichergestellt, dass der Flucht- und Rettungsweg unmittelbar und ohne Verwechslungsgefahr aufgefunden werden kann.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung weist die Emissionsquelle mindestens eine Schallquelle auf. Eine solche Schallquelle kann leicht unter ausschließlicher Verwendung des Hörsinns geortet werden, so dass selbst bei völliger Dunkelheit und/oder bei stark verqualmten Räumen ein sicheres Auffinden des Flucht- und Rettungsweges gewährleistet ist.

Die Schallquelle kann vorzugsweise einen Schallwandler, z. B. auf Ultraschallbasis, aufweisen, der ein für Menschen hörbares, stark gebündeltes, beliebig geartetes Schallsignal erzeugt. Da das Schallsignal infolge dieser Maßnahme stark gebündelt und somit schart begrenzt ist, haben eingeschlossene Personen die Möglichkeit, sofern sie einmal in den "Schallstrahl" gelangt sind, diesem in Richtung des rettenden Ausgangs zu folgen.

Das Schallsignal kann vorteilhafterweise aus Tönen, Sprache, Musik o. dgl. bestehen. Somit kann durch die Auswahl geeigneter Schallsignale z. B. beruhigend auf die eingeschlossenen Personen eingewirkt werden, um eine Panik zu vermeiden.

Vorzugsweise sind mehrere solcher Schallquellen vorgesehen, die so angeordnet sind, dass sich ihre Schallsignale nicht gegenseitig stören. Somit können auch Personen aus unterschiedlichen Richtungen sicher zum Flucht- und Rettungsweg geleitet werden, ohne dass diese durch verschiedene Schallquellen verwirrt werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung kann die Emissionsquelle mindestens eine Lichtquelle aufweisen. Anstatt durch akustische Signale kann der Weg zum Flucht- und Rettungsweg somit auch oder zusätzlich durch Lichtsignale angezeigt werden.

Wenn diese Lichtquelle gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung einen Lichtstrahl mit einer ausgeprägten Strahl- bzw. Richtcharakteristik aussendet, kann den in Not befindlichen Personen durch den konzentrierten Lichtstrahl ein genauer Hinweis auf den Flucht- und Rettungsweg gegeben werden.

Vorzugsweise ist die Lichtquelle ein Laser, eine LED o. dgl. Gerade Laser-Licht, das von der rettenden Tür ausgestrahlt wird, kann den Rauch zumindest zum Teil durchdringen und so den Personen den Zugang zum Flucht- und Rettungsweg weisen.

Wenn die Lichtquelle in Bodennähe angeordnet ist, kann sich vorteilhafterweise der Umstand zunutze gemacht werden, dass sich die Rauchentwicklung in Bodennähe weniger stark bemerkbar macht, so dass der Lichtstrahl besonders gut erkannt werden kann und dadurch die Sichtbarkeit des Fluchtweges verstärkt wird.

Der Lichtstrahl wird nach einer bevorzugten Ausgestaltung gepulst, bewegt und/oder abgelenkt, um ein bewegtes Muster, z. B. einen Punkt, einen Strahl, ein Bild o. dgl. auf den Fußboden zu projizieren. Somit können die eingeschlossenen Personen z. B. über einen sich bewegenden Punkt oder Pfeil intuitiv zum Flucht- und Rettungsweg geführt werden.

Der Lichtstrahl kann sowohl geradlinig als auch unter einem Winkel in den zu evakuierenden Raum abgestrahlt werden, so dass je nach Anordnung der Lichtquellen eine optimale Richtwirkung erzeugt werden kann.

Insbesondere, wenn nach einer weiteren Ausgestaltung der Lichtstrahl, z. B. durch einen motorischen Antrieb der Lichtquelle, ständig in beliebige, sich ändernde Teile des zu evakuierenden Raumes gelenkt wird, können sich bewegende Muster, wie Pfeile o. dgl., auf den Boden bzw. an die Wand projiziert werden, durch die das Auffinden des Flucht- und Rettungsweges besonders einfach gemacht wird.

Weitere Vorteile, Merkmale und Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen.

Es zeigen:

1: Das erfindungsgemäße Leitsystem nach einer ersten Ausführungsform,

2: das erfindungsgemäße Leitsystem nach einer zweiten Ausführungsform,

3: das erfindungsgemäße Leitsystem nach einer dritten Ausführungsform und

4: das erfindungsgemäße Leitsystem nach einer vierten Ausführungsform.

In den 1 bis 4 ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Leitsystemes dargestellt, bei dem als Lichtstrahl, der von einer Emissionsquelle ausgesendet wird, ein Laserstrahl verwendet wird. Genauso gut kann jedoch auch eine andere Art von optischen und/oder akustischen Signalen ausgestrahlt werden.

In 1 ist eine erste Ausführungsform dargestellt. Man erkennt den Zugang 1 zu einem Flucht- und Rettungsweg, der durch eine Tür, ein Fenster o. dgl. gebildet sein kann.

Der Zugang 1 ist von einem Rahmen 2 umgeben, in dem bei diesem Ausführungsbeispiel zwei Lichtquellen 3 angeordnet sind. Die Lichtquellen 3 erzeugen einen stark gebündelten Lichtstrahl 4, z. B. in Form eines Laserlichts.

Bei dieser Ausführungsform befinden sich die Lichtquellen 3 in der Nähe des Bodens und strahlen je einen geradlinigen Lichtstrahl 4 aus, der sich in einen zu evakuierenden Raum erstreckt.

Kommt es in dem Raum zu einer Rauchentwicklung wird das Laserlicht durch den Rauch als Strahl sichtbar gemacht, der direkt zum Ausgang zeigt, so dass den gefährdeten Personen der Weg zum Flucht- und Rettungsweg auch dann noch gezeigt werden kann, wenn andere Orientierungshilfen bereits infolge der Rauchentwicklung unsichtbar geworden sind.

In 2 ist eine zweite Ausführungsform dargestellt. Diese unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform nach 1 dadurch, dass mehrere Lichtquellen 3 vorgesehen sind, die übereinander liegend in dem Rahmen 2 angeordnet sind. Außerdem ist eine weitere Lichtquelle 3 oberhalb des Zugangs 1 zum Flucht- und Rettungsweg vorgesehen. Diese Lichtquellen 3 können die Lichtstrahlen 4 unter beliebigen Winkeln – wie dargestellt – oder auch geradlinig – wie in 1 – aussenden und z. B. auf den Boden oder an die Wand projizieren.

In 3 ist eine dritte Ausführungsform dargestellt, bei der eine Anordnung der Lichtquellen 3 wie in 2 vorgesehen ist. Die Lichtquellen 3 erzeugen hier jedoch keine einfachen Strahlen, sondern ein oder mehrere beliebige Muster und/oder Symbole, z. B. auf den Boden projizierte Pfeile 5, die auf den Zugang 1 weisen und so die Fluchtrichtung anzeigen.

4 zeigt eine Anordnung der Lichtquellen 3, wie sie in 1 dargestellt ist. Auch mit dieser Art der Anordnung ist es bei entsprechender Ausgestaltung der Lichtquellen 3 möglich, beliebige Muster z. B. in Pfeilform auf den Boden oder an die Wand zu projizieren.

Bei allen dargestellten Ausführungsformen kann die Lichtquelle 3 durch geeignete Maßnahmen, wie einen motorischen Antrieb, ständig in beliebige, sich ändernde Bereiche des Raumes gelenkt werden, um so einen größeren Bereich zu erfassen. Der motorische Antrieb kann auch dazu dienen, die von der Lichtquelle 3 erzeugten Muster, Pfeile o. dgl. zu bewegen, so dass das Auffinden des Flucht- und Rettungsweges erleichtert wird.

1
Zugang
2
Rahmen
3
Lichtquelle
4
Lichtstrahl
5
Pfeil


Anspruch[de]
Leitsystem für Flucht- und Rettungswege mit einer Orientierungshilfe, die mindestens eine am Eingang zum Flucht- und Rettungsweg oder in dessen unmittelbarer Nähe vorgesehene Emissionsquelle umfasst, die akustische und/oder optische Signale in den zu evakuierenden Raum aussendet, dadurch gekennzeichnet, dass der Eingang von einem Rahmen (2) gebildet ist und die Emissionsquelle in den Rahmen integriert ist, wobei die Emissionsquelle mindestens eine Lichtquelle (3) aufweist, die in Bodennähe angeordnet ist. Leitsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Emissionsquelle mindestens eine Schallquelle aufweist. Leitsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schallquelle einen Schallwandler, z. B. auf Ultraschallbasis, aufweist, der ein für Menschen hörbares, stark gebündeltes, beliebig geartetes Schallsignal erzeugt. Leitsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schallsignal aus Tönen, Sprache, Musik o. dgl. besteht. Leitsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Schallquellen so angeordnet sind, dass sich ihre Schallsignale nicht gegenseitig stören. Leitsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (3) einen Lichtstrahl (4) mit einer ausgeprägten Strahl- bzw. Richtcharakteristik aussendet. Leitsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (3) ein Laser, eine LED o. dgl. ist. Leitsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtstrahl (4) gepulst, bewegt und/oder abgelenkt wird, um ein bewegtes Muster, z. B. einen Punkt, einen Strahl, ein Bild, einen Pfeil (5) o. dgl. auf den Fußboden und/oder die Wand zu projizieren. Leitsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Lichtstrahl (3) geradlinig oder unter einem Winkel in den zu evakuierenden Raum abgestrahlt wird. Leitsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Lichtstrahl (4), z. B. durch einen motorischen Antrieb der Lichtquelle (3), ständig in beliebige, sich ändernde Teile des zu evakuierenden Raumes gelenkt wird.






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