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Dokumentenidentifikation DE202005020903U1 21.12.2006
Titel Vorrichtung zur Erhaltung der Wassertemperatur in vorgebbaren Bereichen von Gewässern
Anmelder Goldschmidt, Rolf, 07381 Langenorla, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bock, Bieber, Donath, 07745 Jena
DE-Aktenzeichen 202005020903
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 21.12.2006
Registration date 16.11.2006
Application date from patent application 09.06.2005
File number of patent application claimed 10 2005 027 330.0
IPC-Hauptklasse E04H 4/14(2006.01)A, F, I, 20060825, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erhaltung oder Erhöhung der Wassertemperatur von erwärmbaren oder warmen Wasser in vorgebbaren Bereichen von Gewässern, insbesondere von natürlichen Gewässern.

Das Baden kann in natürlichen Gewässern, wie bspw. Flüssen, Teichen, Seen, Meeren und Ozeanen bzw. in künstlich angelegten Gewässern, wie bspw. Schwimmbecken in Hallen oder Freibädern, Pools auf Kreuzfahrtschiffen, erfolgen.

Dabei legen die meisten Badegäste Wert auf angenehme Wassertemperaturen.

Diese warmen Wassertemperaturen können auf natürlichem Weg oder durch gezielte Eingriffe des Menschen entstehen, wie durch Sonnenstrahlung, warme Quellen oder durch die Erwärmung vermittels verschiedenster Erwärmungsmethoden.

Bei Gewässern erfolgt in aller Regel eine Erwärmung auf natürlichem Weg, insbesondere die Sonnenstrahlung, wobei die geologische Beschaffenheit des Gewässers einen Einfluss auf die Erwärmung und die Aufrechterhaltung der warmen Wassertemperaturen hat, wie in Lagunen im Gegensatz zum offenen Meer.

Der Nachteil der künstlich angelegten, meist gut bezüglich der Wassertemperatur regelbaren Gewässer ist, dass diese geschlossene oder abgeschlossene Wasserbehälter verschiedenster Größe sind und das Badeerlebnis nur in einer vom Menschen technisch gesteuerten Anlage stattfindet.

Diese Nachteile bringen natürliche, offene Gewässer nicht mit sich, haben jedoch ihrerseits den Nachteil, dass ihre Wassertemperatur nicht vom Menschen beeinflusst werden kann. Eingriffe des Menschen könnten bspw. nur partielle Warmwasserzuführungen oder Heizquellen sein, die aus Gründen der Wasserbewegung, insbesondere Zirkulation und Strömungen, ökonomisch nicht sinnvoll sind.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, die Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden, insbesondere eine Vorrichtung anzugeben, die zur Erhaltung oder Erhöhung der Wassertemperatur von erwärmbaren oder warmen Wasser in vorgebbaren Bereichen von Gewässern, insbesondere von natürlichen Gewässern, wie bspw. Flüssen, Teichen, Seen, Meeren und anderen natürlichen Badegewässern einsetzbar ist, um das Badewasser während und nach seiner Erwärmung vor Abkühlung durch an den vorgebbaren Bereich angrenzendes Wasser, wie bspw. kalte Wasserströmungen oder verwirbeltes kaltes Tiefenwasser, zu schützen.

Gleichzeitig soll die natürliche Umgebung durch die Vorrichtung weitestgehend ungestört sein, so dass bspw. Wassertiere in und aus dem vorgebbaren Bereich gelangen können, so dass ein naturbelassenes Badeerlebnis für den Badenden in diesem Bereich bei angenehmer Wassertemperatur gegeben ist.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch die Merkmale des ersten Patentanspruchs gelöst und durch die Merkmale der Unteransprüche vorteilhaft ausgestaltet.

Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass die Vorrichtung zur Erhaltung der Wassertemperatur von erwärmbaren oder warmen Wasser in vorgebbaren Bereichen von Gewässern aus einem vorgebbaren Raum besteht, welcher von einer geschlossenen Wand umgeben ist und an seiner ober- sowie Unterseite nicht begrenzt ist, so dass durch die Wand ein horizontaler Austausch von Wasser zwischen dem Bereich und den, diesen Bereich umgebenden Wasser des Gewässers unkontrolliert nicht möglich ist, jedoch gleichzeitig in vertikaler Richtung ein Ein- und Ausführen von Badegästen, Tieren und Pflanzen möglich ist.

Die Erfindung wird nachstehend an Hand der schematischen Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

1 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in schematischer räumlicher Darstellung,

2 die Vorrichtung gemäß 1 in einem Längsschnitt.

Die in den 1 und 2 dargestellte Ausführungsform einer Vorrichtung zur Erhaltung der Wassertemperatur von erwärmbaren oder warmen Wasser in vorgebbaren Bereichen von Gewässern besteht aus einem vorgebbaren Raum (1), der von einer geschlossenen Wand (2) umgeben ist und an seiner Oberseite (11) und seiner Unterseite (12) nicht begrenzt ist, so dass durch die Wand (2) ein Austausch von Wasser zwischen dem Bereich und den, diesen Bereich umgebenden Wasser des Gewässers in Richtung X nicht möglich ist, jedoch gleichzeitig in Richtung Y Gegenstände, Menschen, Tiere sowie Pflanzen ein- und ausführbar sind.

Die Wand (2) kann verschiedenste geometrische Räume (1) umschließen und ist starr oder flexibel ausgeführt. Besonders vorteilhaft ist sie von kubischer oder röhrenartiger Form.

Die Wand (2) kann erfindungsgemäß einteilig oder, aus Segmenten (21) bestehend, mehrteilig zusammengesetzt sein.

Die mehrteiligen Wände (2) weisen zwischen ihren Segmenten (21) Scharniere (211) oder Steckverbindungen (212) auf.

Gemäß der Erfindung ist die Wand (2) in der Art schwimmfähig, dass sie, wenn sie in ein Gewässer eingebracht ist, in Y-Richtung mit der Oberseite (11) des Raums (1) an der Oberfläche des Gewässes schwimmt. Dabei kann die Oberseite (11) mit der Oberfläche des Gewässers abschließen oder sich etwas über bzw. unter der Oberfläche des Gewässers befinden.

Die Wand (2) besteht aus Holz, Metall oder Kunststoff. Die Schwimmfähigkeit der Wand (2) ergibt sich erfindungsemäß entweder aus der natürlichen Beschaffenheit dieser Materialien und der Dimensionierung der Wand (2) bzw. durch Hohlräume/Kammern (23) in der Wand (2), die über Luftkanäle (24) mit Luft befüllbar bzw. von der Luft entleert werden können. Durch die Luftzu- bzw. abfuhr über die Kanäle (24), die mit Ventilen versehen sein können, erfolgt eine Regulierung des Auftriebs der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Gewässer.

Erfindungsgemäß kann die Wand (2) der Vorrichtung auf der Seite der Unterseite mit Ballast (26) beaufschlagt sein, so dass eine Stabilisierung der Wand (2) im schwimmenden Zustand erreicht wird.

Die im Gewässer schwimmenden Wand (2) kann vorteilhaft über eine Haltevorrichtung (3) am Gewässerboden verankert sein, wobei Unterseite (12) des Raums vorteilhafter Weise mindesten 1 Meter vom Gewässegrund entfernt ist. Diese Haltevorrichtung können bspw. Seile, Ketten oder Pfosten sein.

Die Wand (2) kann aus wärmeisolierenden Stoffen bestehen bzw. mit einer Wärmeisolierung versehen sein.

Der an der Oberseite (11) des Raums (1) befindliche Teil der Wand (2) kann als Rand (25) ausgeführt sein, der von Menschen begehbar ist.

Erfindungsgemäß sind die mehrteiligen, aus den Segmenten (21) bestehenden Wände bei Bedarf öffenbar, über weitere Segmenten (21) und die Steckverbindungen (212) erweiterbar sowie aufgrund der ggf. vorhandenen Scharniere (211) gegeneinander in X-Richtung bewegbar.

Vorteilhaft beträgt die Länge der Wand (1) in Y-Richtung ca. 3 m und die Breite der Segmente (21) in X-Richtung ca. 3 m.

Gemäß der Erfindung ist die Oberseite (11) abdeckbar, um bspw. über Nacht das Wasser des Raums (1) vor Wärmeabstrahlung bzw. vor Windeintrag zu schützen.

Die Vorteile der erfindungsgemäße Vorrichtung sind u.a.:

Die erfindungsgemäße Vorrichtung bewirkt einen geringen Eingriff in die Natur und ist biologisch neutral, da u.a auch keine chemischen Zusätze einzubringen sind.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass in die erfindungsgemäße Vorrichtung bei deren Verwendung zusätzliches Warmwasser in den Raum (1) zugeführt wird bzw. dass das Wasser in dem Raum (1) durch eine Heizvorrichtung erwärmt wird bzw. das Wasser von außen über einen Wärmetauscher mit dem Innenwasser ausgetauscht wird, wobei das warme Wasser nicht gleich durch Strömungen/Zirkulationen des natürlichen Gewässers mit kaltem Wasser durchmischt wird, was insbesondere bei Flüssen und strömungsreichen Gewässern sinvoll ist. Darüber hinaus kann in Meeresgewässern auch zusätzliches Süßwasser zugefüllt werden.

Besonders in Seen, Flüssen oder sehr bewegten Gewässern sind mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung Bereiche mit warmen Wasser in natürlicher Umgebung für einen angenehmen Badespass schaffbar und verwirklichen eine Badesaisonverbesserung und -verlängerung.

Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.

1
Raum
11
Oberseite
12
Unterseite
2
Wand
21
Segment
211
Scharniere
212
Steckverbindungen
23
Hohlräume/Kammern
24
Kanäle
25
Rand
26
Ballast
3
Haltevorrichtung
X, Y
Raumachsen


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Erhaltung der Wassertemperatur in vorgebbaren Bereichen von Gewässern bestehend aus einem vorgebbaren Raum (1), der von einer geschlossenen Wand (2) umgeben ist und an seiner Oberseite (11) und seiner Unterseite (12) nicht begrenzt ist, so dass durch die Wand (2) ein Austausch von Wasser zwischen dem Bereich und den, diesen Bereich umgebenden Wasser des Gewässers in Richtung X nicht möglich ist, jedoch gleichzeitig in Richtung Y Gegenstände, Menschen, Tiere sowie Pflanzen ein- und ausführbar sind. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) verschiedenste geometrische Räume (1) umschließt. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) von kubischer oder röhrenartiger Form ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) starr oder flexibel ausgeführt. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) einteilig oder mehrteilig ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) aus Segmenten (21) bestehen. Vorrichtung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen den Segmenten (21) Scharniere (211) oder Steckverbindungen (212) befinden. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) schwimmfähig ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) aus Holz, Metall oder Kunststoff besteht. Vorrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) Hohlräume/Kammern (23) aufweist, die über Luftkanäle (24) mit Luft befüllbar bzw. von der Luft entleert werden können. Vorrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) auf der Seite der Unterseite einen Ballast (26) aufweist. Vorrichtung gemäß einem oder mehrerer der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) über eine Haltevorrichtung (3) am Gewässerboden verankert ist, wobei Unterseite (12) des Raums vorteilhafter Weise mindestens 1 Meter vom Gewässergrund entfernt ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung Seile, Ketten oder Pfosten sind. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) aus wärmeisolierenden Stoffen besteht bzw. wärmeisoliert ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) auf der Seite der Oberseite (11) einen Rand (25) besitzt, der begehbar ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der an der Oberseite (11) des Raums (1) befindliche Teil der Wand (2) als Rand ausgeführt ist, der von Menschen begehbar ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mehrteilige, aus den Segmenten (21) bestehende Wand (2) öffenbar ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (2) über weitere Segmente (21) und die Steckverbindungen (212) erweiterbar ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (21) der Wand (2) vermittels der Scharniere (211) gegeneinander in X-Richtung bewegbar sind. Vorrichtung gemäß einem oder mehrerer der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Wand (2) in Y-Richtung bis zu 3 Meter beträgt. Vorrichtung gemäß einem oder mehrerer der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Segmente (21) in X-Richtung bis zu 1 Meter beträgt. Vorrichtung gemäß einem oder mehrerer der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite (11) abdeckbar ist.






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