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Dokumentenidentifikation DE202006013856U1 21.12.2006
Titel Mehrfach gemusterter Filz
Anmelder Richter, Nadine, 21395 Tespe, DE
Vertreter Vonnemann, Kloiber & Kollegen, 20099 Hamburg
DE-Aktenzeichen 202006013856
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 21.12.2006
Registration date 16.11.2006
Application date from patent application 07.09.2006
IPC-Hauptklasse D06N 7/00(2006.01)A, F, I, 20060907, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D04H 1/20(2006.01)A, L, I, 20060907, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen mehrschichtigen, insbesondere mehrfarbigen, gemusterten Filz bestehend aus einem Untergrundfilz und mindestens einer applizierten weiteren Filzschicht.

Zur Herstellung eines solchen mehrschichtigen Filzes ist aus der österreichischen Patentschrift Nummer 31071 ein Verfahren zur Herstellung einer innigen Verbindung von duplierten Geweben, Filz oder dergleichen bekannt. Bei diesem Verfahren werden die zu verbindenden Stoffe vor und nach dem Bestreichen mit einem Klebemittel mit geeigneten Vorrichtungen an der Oberfläche aufgeraut, um dem zu verbindenden Stoff einen erhöhten Widerstand gegen Trennung zu verleihen.

Desweiteren ist zur Herstellung von Mustern auf Geweben, Filz, Leder usw. aus der deutschen Patentschrift 538529 bekannt, Streumaterialien mittels Klebstoff auf den Stoffen zu befestigen, um ihnen ein gefälliges Aussehen zu geben.

Daneben ist auch das Bedrucken von Filzen möglich. Ansonsten ist das sogenannte Musterfilzen nur als eine Art der Handfilzkunst bekannt. Eine industrielle Herstellung von gemustertem Filz ist der Anmelderin nicht bekannt.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen gemusterten Filz herzustellen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem mehrschichtigen, insbesondere mehrfarbigen, gemusterten Filz bestehend aus einem Untergrundfilz und mindestens einer applizierten weiteren Filzschicht dadurch gelöst, dass die applizierte Filzschicht mit dem Untergrundfilz mittels eines gemeinsamen, vorzugsweise kontinuierlichen, Filzvorgangs miteinander verbunden ist. Erfindungsgemäß ist man also in der Lage, mit üblichen Nass- und Trockenfilzmaschinen gemusterten Filz herzustellen. Der Filz gewinnt dadurch eine neue interessante Oberfläche. Die traditionellen Verwendungsmöglichkeiten des Filzes können neu definiert werden und sich neue Märkte erschließen. Neue Märkte ergeben sich insbesondere daraus, dass auch ganz neue Verwendungsmöglichkeiten entstehen können. Der Untergrundfilz und die applizierte Filzschicht können durch einen an sich bekannten Prozess des industriellen Nass- oder Trockenfilzens innig miteinander verbunden werden. Als applizierte Filzschicht wird vorzugsweise ein sogenannter Vorfilz oder auch Nadelfilz, Nadelpelz oder Kreuzpelzflöre verwandt. Diese Vorfilze sind in verschiedenen Farben handelsüblich zu kaufen. Solche Vorfilze bestehen vorzugsweise aus Wolle oder filzbaren Wollgemischen. Zur Verbindung der Schichten können sowohl Nassfilzprozesse wie auch Trockenfilzprozesse mittels Nadelfilzmaschinen herangezogen werden.

In Ausgestaltung des Filzes ist vorgesehen, dass die applizierte Filzschicht vor dem gemeinsamen Filzvorgang auf eine Transferfolie fixiert ist. Die Transferfolie vermeidet, dass das Vlies in den weiteren Arbeitsschritten reißt oder auseinanderfällt. Darüber hinaus begünstigt die Transferfolie ein saubereres und präziseres Kantenergebnis beim Schneiden. Grundsätzlich lassen sich mit Hilfe der Transferfolien auch andere Materialien zunächst auf den Untergrundfilz bringen und mit ihm verbinden. Es sind dabei Tests mit Baumwollstoffen, Textilpapieren und Spinnvliesen durchgeführt worden. Der Begriff der anspruchsgemäß verwendeten Bezeichnung „Filzschicht" versteht sich erfindungsgemäß somit auch auf diese Materialien. Die Transferfolie kann auch selbst aus diesen Materialien bestehen.

In weiterer Ausgestaltung des Filzes ist vorgesehen, dass die Transferfofie wasserlöslich ausgebildet ist. Nachdem eine solche Transferfolie auf den Vorfilz aufgebracht ist, ist dieser gesichert und ausreichend starr, um ihn zur Herstellung eines Musters einer Lasercutting-Maschine zuzuführen. Mit Hilfe des Lasercut können gewünschte Muster industriell präzise und effizient geschnitten werden. Da die wasserlösliche Transferfolie sich bei einem Nassfilzprozess auflöst, können die verschiedenen Lagen von Vorfilzen während des Filzprozesses Kontakt miteinander bekommen und so verfilzen. Die Wasserlöslichkeit der Transferfolie ist somit insbesondere für einen Nassfilzprozess sehr vorteilhaft. Aber auch beim Trockenfilzen, insbesondere dem Nadelfilzen, werden die verschiedenen Vorfilze durch die Folie hindurch miteinander verbunden und so das Muster dauerhaft fest appliziert. Durch die Wasserlöslichkeit kann die Folie dann anschließend in einem Waschprozess entfernt werden, ohne die Verfilzungen bzw. den Faserverbund zu zerstören. Das Herauslösen der Transferfolie kann auch gleich beim anschließenden Walken erfolgen.

Dadurch, dass die applizierte Filzschicht eine Trägerfolie aufweist, die durch Aufbringen, vorzugsweise Aufsprühen eines Klebers auf mindestens einen der Kleberpartner befestigt ist, lässt sich auch die Trägerfolie in industrieller Weise, d. h. kontinuierlich, auf der zu applizierenden Filzschicht befestigen.

Der Kleber sollte vorzugsweise ebenfalls löslich, vorzugsweise wasserlöslich, sein, damit er anschließend aus dem Filz herausgelöst werden kann.

Besonders filigrane Muster können im industriellen Maßstab hergestellt werden, wenn die applizierte Filzschicht mittels eines Laserstrahlverfahrens aus einer Filzbahn ausgeschnitten ausgebildet ist.

Optisch besonders ansprechende Muster ergeben sich, wenn der Untergrundfilz mehr als eine applizierte Filzschicht aufweist.

Eine qualitative Verbesserung ergibt sich dadurch, dass die applizierte Filzschicht aus einem gepressten Vorfilz besteht. Dies erleichtert nicht nur das Aufbringen der Trägerfolie, sondern lässt auch die Ränder des Musters schärfer werden.

Wenn die applizierte Filzschicht aus einer bedruckten und/oder bestickten und/oder mit Materialien, vorzugsweise Garnfäden, benadelten und/oder Patchworkschicht besteht, lassen sich weitere ansprechende Oberflächen gestalten.

Die Erfindung wird in einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf eine Zeichnung beispielhaft beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten den Figuren der Zeichnung zu entnehmen sind.

Funktionsmäßig gleiche Teile sind dabei mit denselben Bezugszeichen versehen.

Die Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen:

1: schematisch das Verfahren zur Herstellung der zu applizierenden Schicht,

2: das Verfahren zur Herstellung eines mehrschichtigen Filzes und

3: die Entstehung eines Musters aus verschiedenen Vorfilzen.

In 1 wird das Verfahren zur Herstellung eines ersten Musters aus einem Vorfilz erläutert. Auf einem Transportband 11 läuft eine bereits mit einer Transferfolie versehene Bahn 12 des Vorfilzes. Von links kommend folgt zunächst eine Lasercutmaschine 9. Dort wird das gewünschte Muster ausgeschnitten. Hinter der Lasercutmaschine wird dann die durch die Transferfolie zusammenhängende Negativbahn 13 aufgerollt und so von den positiven Teilen des Musters 14 getrennt. Die vereinzelten positiven Muster 14 werden dann mit Kleber 8 besprüht und durch Aufbringen einer weiteren Transferfolie 7 auf dieser fixiert. Die so entstandene Transferfolie mit darauf befestigtem positiven Muster kann aufgerollt werden und beispielsweise in einem Prozess gemäß 2 zu einem erfindungsgemäßen mehrschichtigen Filz verarbeitet werden.

In 2 wird beispielhaft ein Verfahren zur Herstellung eines mehrschichtigen Filzes dargestellt, bei dem mehrere zu applizierende Filzschichten 3, 4 und 5 von den Vorratsrollen 15 verarbeitet werden. Dabei wird der Untergrundfilz 2 von der Vorratsrolle 16 abgezogen und über ein Transportband 17 synchron mit den zu applizierenden Filzschichten 3, 4 und 5, die auf der Trägerfolie fixiert sind, durch eine Vorrichtung 18 zum Verfilzen in einer geeigneten Maschine geführt, in der der Filzvorgang 6 stattfindet. In 2 sind schematisch beidseitig des mehrschichtigen Filzes 1 zwei Nagelbretter 19 oder Nassfilzplatten angedeutet, die mit den Nadeln alle vier Filzschichten durchdringen und auf diese Weise einen mehrfarbig gemusterten Filz herstellen. Anschließend, hinter der strichpunktierten Linie 20 können die in der Industrie üblichen Prozesse anschließen, wie beispielsweise Walken und/oder Waschen und/oder Trocknen.

3 zeigt die Entstehung eines mehrfarbigen Musters aus verschiedenen Vorfilzen. Dabei sind wie in 1 beschrieben, drei unterschiedliche Muster aus verschieden farbigen Vorfilzen 3, 4 und 5 auf Trägerfolien 7 fixiert worden. Legt man diese aufeinander, entsteht ein mehrfarbiges Muster 21, wie es in der oberen Zeile der 3 rechts dargestellt ist. In der unteren Zeile der 3 ist links wiederum das mehrfarbige Muster 21 dargestellt, das mit dem Untergrundfilz 2 zusammengelegt das Ergebnis 22 zeigt. Nach dem gemeinsamen Verfilzen durch einen Nassfilzvorgang oder in einer Nadelfilzmaschine entsteht der mehrfarbige Filz 1.

Auf diese Weise ist ein mehrschichtiger mehrfarbiger Filz zur Verfügung gestellt, der zusätzlich nach eigenem Geschmack bearbeitet werden kann. Er kann z. B. bedruckt, bestickt oder bepatchworkt werden. Dadurch ist es möglich, Musterfilze nun auch industriell herzustellen.

1
Filz mehrschichtig
2
Untergrundfilz
3
zu applizierende Filzschicht
4
zu applizierende Filzschicht
5
zu applizierende Filzschicht
6
Filzvorgang
7
Transferfolie
8
Kleber
9
Lasercutter
10
Filzbahn
11
Transportband
12
Bahn
13
Negativbahn
14
Positiv
15
Vorratsrollen
16
Vorratsrolle Untergrundfilz
17
Transportband
18
Vorrichtung zum Verfilzen
19
Nadelbrett
20
Linie
21
mehrfarbiges Muster
22
Ergebnis


Anspruch[de]
Mehrschichtiger, insbesondere mehrfarbigen, gemusterten Filz (1) bestehend aus einem Untergrundfilz (2) und mindestens einer applizierten weiteren Filzschicht (3, 4, 5) oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass die applizierte Filzschicht (3, 4, 5) mit dem Untergrundfilz (2) mittels eines gemeinsamen, vorzugsweise kontinuierlichen, Filzvorgangs (6) miteinander verbunden sind. Mehrschichtiger Filz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die applizierte Filzschicht (3, 4, 5) vor dem gemeinsamen Filzvorgang (8) auf einer Transferfolie (7) fixiert ist. Mehrschichtiger Filz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Transferfolie (7) wasserlöslich ausgebildet ist. Mehrschichtiger Filz nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die applizierte Filzschicht (3, 4, 5) eine Transferfolie (7) aufweist, die durch Aufbringen, vorzugsweise Aufsprühen, eines Klebers (8) auf mindestens einen der Klebepartner (3, 4, 5, 7) befestigt ist. Mehrschichtiger Filz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber löslich, vorzugsweise wasserlöslich, ausgebildet ist. Mehrschichtiger Filz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die applizierte Filzschicht (3, 4, 5) mittels eines Laserschneidverfahrens (9) aus einer Filzbahn (10) ausgeschnitten ausgebildet ist. Mehrschichtiger Filz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Untergrundfilz (2) mehr als eine applizierte Filzschicht (3, 4, 5) aufweist. Mehrschichtiger Filz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die applizierte Filzschicht aus mindestens einem, vorzugsweise gepressten, Vorfilz besteht. Mehrschichtiger Filz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die applizierte Filzschicht (3, 4, 5) aus einer bedruckten und/oder bestickten und/oder mit Materialien, vorzugsweise Garnfäden benadelten und/oder Patchworkschicht besteht.






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