Die vorliegende Erfindung geht von den Anforderungen aus, welche bei
Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten und dabei insbesondere Hinter-dem-Ohr-Hörhilfegeräten
erkannt wurden. Obwohl die Erfindung von solchen Geräten ausgeht, kann sie
nichtsdestotrotz auf alle Hörsysteme angewandt werden, bei denen eine Mikrofonanordnung
nicht innerhalb des Gehörgangs angebracht ist, dabei insbesondere hinter der
Ohrmuschel des Ohrs einer Person, deren Ausgang wirkungsmäßig auf einen
elektrischen mechanischen Ausgangsumformer wirkt, der an dem gleichen und/oder dem
anderen Ohr der Person angebracht ist. Das Hörgerät kann ein Gerät
zur Erhöhung der Hörleistung oder ein Gehörschutzgerät sein.
Die heutigen Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte und dabei insbesondere
Hinter-dem-Ohr-Hörhilfegeräte können steuerbar freigegeben werden,
um im sogenannten ungerichteten Modus zu arbeiten. Die Mikrofonanordnung, welche
für diesen Modus aus einem ungerichteten Mikrofon bestehen kann, sorgt an sich
für eine ungerichtete Übertragungscharakteristik, was bedeutet, dass akustische
Signale, welche die Mikrofonanordnung beaufschlagen, unabhängig von der Richtung,
in welcher solche akustischen Signale die Anordnung beaufschlagen, mit einer vorbestimmten
konstanten Verstärkung in ein elektrisches Ausgangssignal umgeformt werden.
Nichtsdestotrotz wird nach dem Anbringen am Oberteil der Ohrmuschel
oder dahinter die akustische/elektrische Übertragungscharakteristik nicht mehr
unabhängig von der Richtung, in welcher akustische Signale an dem Mikrofon
erscheinen, und zwar aufgrund der sogenannten kopfbezogenen Übertragungsfunktion
HRTF (head-related transfer function), welche sich zu einem gewissen Grad aus der
"Abschattung" der akustischen Signale ergibt, je nachdem, wo sich die akustische
Signalquelle bezüglich der Mikrofonanordnung befindet.
Wenn die akustische Empfangskennlinie des Ohrs einer Person an sich
untersucht wird, z.B. mittels eines Ganz-im-Ohr-Hörgeräts, CIC, werden
als Standard die folgenden Übertragungscharakteristiken erkannt:
Wenn nach 1 die 0°-Richtung als die Richtung ist,
in welche der Kopf H der Person gewandt ist, und die 90°-Richtung senkrecht
dazu in einer Richtung definiert ist, die aus dem rechten Ohr ER der
Person zeigt, dann erkennt man an diesem rechten Ohr eine Übertragungscharakteristik
von akustischen Signalen bei einer Frequenz f von 0,5 kHz, wie sie in
2 gezeigt ist. Wie zu sehen ist, sind die akustischen
Signale von akustischen Quellen aus der Sicht unter einem Winkel von 180° bis
0° erheblich gedämpft, was vorwiegend durch den Abschattungseffekt des
Kopfs der Person bewirkt wird, d.h. durch die HRTF. In Richtungen symmetrisch zu
der 90°-Richtfaktorachse, d.h. bei etwa 45° und bei etwa 135° ist
die Verstärkung im wesentlichen gleich.
In 3 sowie in 4
sind die jeweiligen Übertragungscharakteristiken für akustische Signale
bei 1 kHz und bei 2 kHz gezeigt.
In 5 ist die Übertragungscharakteristik
bei 4 kHz gezeigt. Vergleicht man die Übertragungscharakteristiken bei 2 kHz
und diejenige bei 4 kHz nach 4 bzw. 5, dann erkennt
man einen erhöhten Richtfaktor der Übertragungscharakteristiken bei 4kHz.
Ausgehend von Frequenzen von ca. 2 kHz der akustischen Signale wird nämlich
der Richtfaktor der Ohrmuschel wirksam. Da Frequenzen über 7 kHz nicht von
Interesse sind, wann immer das Sprachverständnis angesprochen wird, und zwar
im Hinblick auf dieses Sprachverständnis, ist es nichtsdestotrotz wichtig zu
bemerken, dass die Ohrmuschel für einen Richtcharakteristikeinstellungseffekt
in einem Fequenzband von 2 kHz bis 7 kHz sorgt, also mit einer signifikanten Frequenz
bei 5 kHz. Der Richtcharakteristikeinstellungseffekt ergibt eine höhere Verstärkung
in der 45°-Richtung als in der 135°-Richtung. Auch für Anwendungen
des Geräts, wo das Sprachverständnis wenigstens nicht vorwiegend angesprochen
wird, ist nichtsdestotrotz die Frequenz 5 kHz signifikant für einen ausgeprägten
Ohrmuschelrichtfaktoreffekt.
Wie oben erwähnt, sind die durch 2
bis 5 beispielhaft dargestellten Übertragungscharakteristiken
Übertragungscharakteristiken bei akustischen Signalfrequenzen des Ohrs einer
Person an sich.
Wird bei einer solchen Person eine Mikrofonanordnung nicht in dem
Gehörgang angebracht, z.B. hinter der Ohrmuschel, wie dies üblicherweise
bei Anbringen eines Hinter-dem-Ohr-Hörhilfegerät gemacht wird, dann wird
die Richtfaktorkennlinie der Ohrmuschel fraglich, während die HRTF-basierte
Kennlinie wie in 2 bis 4
noch wirksam ist.
Ein immanent ungerichteter Strahlungsbündler mit einem Mikrofon,
das nicht im Gehörgang angeordnet ist, sondern insbesondere hinter der Ohrmuschel
wird also eine Übertragungscharakteristik mit im wesentlichen gleicher Verstärkung
symmetrisch zu der 90°-Richtung herstellen. Die durch die Ohrmuschel bewirkte
Kennlinie mit einer Dämpfung von Signalen, die nach 4
etwa +6 dB ist, und die aus 45° beaufschlagen, ist, relativ zu solchen Signalen
aus 135°, verloren. Daraus ergibt sich, dass wann immer das freigegebene oder
im ungerichteten Modus steuerbar geschaltete Hörgerät nicht für eine
Übertragungscharakteristik sorgt, welche der natürlichen Strahlenbündelung
des Ohrs bei Frequenzen über 2 kHz entspricht, und bezüglich des Sprachverständnisses
in dem relevanten Frequenzband bis zu etwa 7 kHz, es statt dessen eine Übertragungscharakteristik
erstellen wird, als ob keine Ohrmuschel vorhanden wäre, wie dies in
5 in gestrichelten Linien gezeigt ist.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, ein Hörgerät
mit einer Mikrofonanordnung vorzusehen, die nicht in den Gehörgang des Ohrs
zu stecken, also insbesondere hinter die Ohrmuschel einer Person anzubringen, die
wenigstens in einem Betriebsmodus für eine Übertragungscharakteristik
sorgt, welche wenigstens derjenigen des natürlichen Ohrs ähnlich ist.
Diese Aufgabe ist durch ein Hörgerät mit einer Hinter-dem-Ohr-Mikrofonanordnung
gelöst, die nicht in den Gehörgang des Ohrs einer Person zu stecken ist,
wobei die Mikrofon-Anordnung wenigstens ein Mikrofon mit einem Ausgang hat, wobei
das Gerät ferner einen elektrischen/mechanischen Ausgangsumformer sowie ein
weiteres Mikrofon und eine Richtcharakteristikeinstellungseinheit hat. Letztere
hat wenigstens zwei Eingänge und einen Ausgang. Ein Eingang der Richtcharakteristikeinstellungseinheit
ist wirkungsmäßig mit dem Ausgang des einen Mikrofons verbunden ist, und
der zweite Eingang ist wirkungsmäßig mit dem Ausgang des weiteren Mikrofons
verbunden. Der Ausgang der Richtcharakteristikeinstellungseinheit ist wirkungsmäßig
mit einem Eingang des Ausgangsumformers verbunden und stellt zusammen mit dem einen
und dem weiteren Mikrofon eine Übertragungscharakteristik von akustischen Signalen
her, welche das eine und das weitere Mikrofon zu einem elektrischen Signal an dem
Ausgang der Richtcharakteristikeinstellungseinheit mit einer Verstärkung beaufschlagen,
die von der Richtung, mit welcher die akustischen Signale das Mikrofon beaufschlagen,
sowie von der Frequenz solcher akustischen Signale abhängt. Ist die 0°-Richtung
in Richtung der Stirn der Person und die 90°-Richtung im wesentlichen in Richtung
von dem betrachteten Ohrs nach außen, dann hat die von der Richtcharakteristikeinstellungseinheit
und den wenigstens zwei Mikrofonen hergestellte Übertragungskennnlinie folgende
Merkmale:
- – eine im wesentlichen konstante Verstärkung unabhängig von
der Beaufschlagungsrichtung bei einer Frequenz des akustischen Signals von 1 kHz,
und
- – für eine Richtung von 45° eine stärkere Verstärkung
als für eine Richtung von 135° der die Mikrofone beaufschlagenden akustischen
Signale bei einer Frequenz von 5 kHz.
Also verhält sich die Richtcharakteristikeinstellungseinheit
bei Frequenzen unter 2 Hz einerseits wie bei der signifikanten Frequenz von 1 Hz
wie ein ungerichtetes Mikrofon. Am Kopf angebracht, ist die HRTF so wirksam wie
bei dem nicht ausgestatteten Ohr. Bei höheren Frequenzen über 2 kHz, wie
durch die charakteristische Frequenz von 5 kHz hergestellt, stellen die Richtcharakteristikeinstellungseinheit
und die Mikrofone eine höhere Verstärkung in Vorwärtsrichtung als
in der 45°-Richtung im Vergleich zu der Dämpfung in Rückwärtsrichtung
von 135° her. Damit wird der Hörmuschelrichtfaktoreffekt simuliert.
Das Verhältnis der Verstärkung in der 135°-Richtung
zu der Verstärkung in 45°-Richtung ist derart ausgewählt, dass es
ca. –6 dB beträgt. In einer bevorzugten Ausführungsform des Hörgeräts
nach der vorliegenden Erfindung ist bei einer Frequenz von 5kHz von beaufschlagenden
akustischen Signalen die Verstärkung in 45°-Richtung wenigstens ca. 6
dB höher als die Verstärkung in der 135°-Richtung.
Wie bereits oben angesprochen, sind Hörgeräte des erwähnten
Typs und dabei inbesondere Hinter-dem-Ohr-Geräte üblicherweise mit verschiedenen
Betriebsmodi oder Programmen ausgestattet, welche von Hand oder automatisch freigegeben
werden können, sei es durch Fernsteuerung oder durch automatische Bewertung
der akustischen Umgebung. Dabei ist es üblich, im Zusammenhang mit solchen
schaltbaren Betriebsmodi verschiedene selektiv freigegebene Strahlbündelungsfähigkeiten
vorzusehen. Im Hinblick auf solche Multimodenhörgeräte und nach der vorliegenden
Erfindung ist ein Betriebsmodus durch den beschriebenen Modus gekennzeichnet, d.h.
den Modus, der eine Simulation des natürlichen Ohrs aufgrund der spezifischen
frequenzabhängigen Strahlenbündelung ermöglicht.
Trotz der Tatsache, dass im Rahmen der vorliegenden Erfindung das
weitere Mikrofon, das dazu nötig ist, die Richtcharakteristikeinstellungsfähigkeit
herzustellen, und fern von der Mikrofonanordnung vorgesehen sein kann, welche hinter
der Ohrmuschel anzubringen ist, am bevorzugtesten als Teil der angesprochenen Mikrofonanordnung
vorgesehen ist. Ferner ist das Gerät nach der vorliegenden Erfindung bevorzugt
ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät, und dabei insbesondere ein Hinter-dem-Ohr-Hörhilfegerät.
Wir verstehen unter einem Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ein Gerät mit einem
Ausgangsumformer, das an dem gleichen Ohr wie die Mikrofonanordnung angebracht ist.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das angesprochene weitere Mikrofon Teil
eines zweiten Hörgeräts, welches an das zweite Ohr der Person zu setzen
ist, so dass die Vorrichtung nach der vorliegenden Erfindung z.B. Teil eines binauralen
Hörsystems ist.
Das Hörgerät kann ferner ein Gerät zur Erhöhung
der Hörfähigkeit oder ein Gerät zum Gehörschutz sein, d.h. zum
Dämpfen des Effekts von akustischen Signalen.
Die vorliegende Erfindung wird nun weiter beispielhaft
mit Hilfe weiterer Figuren dargestellt. Darin zeigen:
6 ein schematisches vereinfachtes Signalfluß-/Funktionsblockdiagramm
eines Hörgeräts nach der vorliegenden Erfindung;
7 mittels einer schematischen Darstellung eines Hinter-dem-Ohr-Hörhilfegeräts
eine bevorzugte Anordnung der wenigstens zwei Mikrofone, welche vorzusehen sind,
um ein Gerät nach der vorliegenden Erfindung herzustellen, und
8 mittels einer schematischen Darstellung analog zu
7 eine weitere bevorzugte Ausführungsform des
Hörgeräts nach der vorliegenden Erfindung.
Nach 6 weist eine Mikrofonanordnung
1 des Geräts nach der vorliegenden Erfindung wenigstens ein Mikrofon
3 auf, z.B. und in der einfachsten Realisierungsform mit einer ungerichteten
Übertragungscharakteristik, wie dies schematisch bei T1 gezeigt
ist. Die Mikrofonanordnung 1 ist z.B. hinter, z.B. angrenzend an das Oberteil
der Ohrmuschel 5 des Ohrs einer Person zu setzen. Fern von dem Mikrofon
3 ist ein weiteres Mikrofon 7 angeordnet, welches wieder in der
einfachsten Form eine ungerichtete Übertragungscharakteristik T7
hat. Die elektrischen Ausgänge A3 bzw. A7 der Mikrofone
3 und 7 sind wirkungsmäßig mit einer Richtcharakteristikeinstellungseinheit
9 verbunden. Bei der einfachsten Ausführungsform ist die Richtcharakteristikeinstellungseinheit
9 eine "Verzögerungs-und-Summations"-Richtcharakteristikeinstellungseinheit.
Nichtsdestotrotz kann eine solche Richtcharakteristikeinstellungseinheit
9 für eine ausgeklügelte, besser zugeschnittene Richtcharakteristikeinstellungswirkung
der Einheit realisiert sein, wie dies im einzelnen in der WO 99/04598, in der WO
01/60112 oder in der WO 99/09786 beschrieben ist, alle von dem gleichen Anmelder
wie die vorliegende Anmeldung. Dabei ist sich der Fachmann einer Vielzahl von verschiedenen
Formen der Realisierung einer solchen Richtcharakteristikeinstellungseinheit bewußt.
Nach der vorliegenden Erfindung sorgen die Mikrofone 3, 7 und
die Richtcharakteristikeinstellungseinheit 9 für eine ungerichtete
Kennlinie bis zu etwa 2 kHz und wenden sich für höhere Frequenzen einer
gerichteten Richtcharakteristikeinstellungskennlinie zu, wie z.B. einer Kardioiden-Übertragungscharakteristik
erster Ordnung.
Wie in 6 beispielhaft bei der einfachsten
Ausführungsform dargestellt, wird dies erreicht, indem man das elektrische
Signal von dem Ausgang A7 des weiteren ungerichteten Mikrofons
7 zuerst über eine Hochpaßfiltereinheit 10 mit einer
Grenzfrequenz von etwa 2 kHz führt, ehe ein solches Signal der Summationseinheit
11 der Richtcharakteristikeinstellungseinheit 9 zugeführt
wird. Das elektrische Signal an dem Ausgang A3 des Mikrofons
3 wird über die Verzögerungseinheit 13 der Summationseinheit
11 zugeführt, was dem Fachmann in der Technik der Verzögerungs-
und Summations-Strahlenbündelung ebenfalls bekannt ist.
Bis zu der Grenzfrequenz von etwa 2 kHz ist das Mikrofon
7 also nicht wirksam bezüglich der Strahlenbündelung, und damit
wird das Ausgangssignal A11 der Summationseinheit 11 für
die ungerichtete Kennlinie des Mikrofons 3 nach T1 sorgen. Erst
ab der Grenzfrequenz der Filtereinheit 10 beginnt das weitere Mikrofon
7, bezüglich der Strahlenbündelung wirksam zu werden, und erstellt
am Ausgang A11 eine Kardioiden-Übertragungscharakteristik erster
Ordnung nach T11 (< 2 kHz) für Frequenzen von akustischen Signalen,
welche die Mikrofone 3 und 7 über der Grenzfrequenz der Filtereinheit
10 beaufschlagen.
Der Ausgang A11 der Summationseinheit 11 oder
allgemeiner der Richtcharakteristikeinstellungseinheit 9 ist wirkungsmäßig
mit einem elektrischen/mechanischen Ausgangsumformer 15 wie mit einer Lautsprechereinheit
des Geräts verbunden.
Ist das Gerät an dem Ohr der Person angebracht ist, wird die
Übertragungscharakteristik T11 der HRTF der Person unterworfen,
so dass die hergestellte Übertragungscharakteristik wesentlich von dem Kopf
der Person zwischen 180° und 0° abgeschattet ist, woraus sich eine Übertragungscharakteristik
T110 ergibt, wie dies auch in 6 schematisch
gezeigt ist.
Die wenigstens zwei Mikrofone 3 und 7, die dazu
vorgesehen worden sind, die erwünschte Strahlenbündelung nach der vorliegenden
Erfindung herzustellen, werden ferner bevorzugt dazu verwendet, an dem Hörgerät
zusätzliche erwünschte Strahlkennlinien durch Techniken zu realisieren,
wie sie z.B. in den oben erwähnten Druckschriften gezeigt ist; so kann das
Gerät in verschiedenen Betriebsmodi betrieben werden, z.B. akustische Konzentration
auf erwünschte akustische Quellen, wodurch ungewolltes Rauschen gedämpft
wird. In einem solchen Fall ist die spezifische frequenzabhängige Strahlenbündelung,
wie in 6 beispielhaft dargestellt, nur als eine von
mehreren verschiedenen Betriebsmodi des Hörgeräts realisiert. Wie dies
in 6 gezeigt ist, muß ferner das weitere Mikrofon
7 gattungsgemäß von dem Mikrofon 3 entfernt sein. Dabei
kann es Teil eines Hörgeräts sein, welches an dem zweiten Ohr angebracht
ist, z.B. als Teil eines binauralen Hörsystems. Wie dies in 7
schematisch gezeigt ist, sind beide Mikrofone bevorzugt Teile der Mikrofonanordnung
1, welche angrenzend an das Oberteil der Ohrmuschel gesetzt ist und damit
Teil eines integrierten einzigen Hinter-dem-Ohr-Geräts, dabei
insbesondere eines Hörhilfegeräts, ist.
In 8 ist eine weitere bevorzugte Ausführungsform
des Hörgeräts nach der vorliegenden Erfindung gezeigt. Es wurde bereits
angesprochen, dass bevorzugt mehrere (mehr als einer) verschiedene Betriebsmodi
des Hörgeräts vorgesehen sind. In 8 ist eine
erste Richtcharakteristikeinstellungseinheit 9 gezeigt, die derart arbeitet,
wie dies bereits beschrieben wurde, d.h. das Richtverhalten der Ohrmuschel simuliert.
Die Einheit 9x stellt ein zweites Richtcharakteristikeinstellungsprogramm
oder eine Richtcharakteristikeinstellungseinheit dar, an welcher nach spezifischen
Anforderungen in einer spezifischen akustischen Situation eine unterschiedliche
Strahlenbündelungsaktion implementiert wird. Die Ausgänge A9
und A9x der Einheiten 9 und 9x sind mit einer Gewichtungseinheit
13 wirkverbunden, welche einen Ausgang A13 hat, der mit dem
elektrischen Eingang des elektrischen/mechanischen Ausgangsumformer 15
wirkverbunden ist. Wie dies schematisch innerhalb der Gewichtungseinheit
13 gezeigt ist, und bevorzugt an einem Steuereingang C13 gesteuert,
kann das Verhältnis eingestellt werden, mit welchem der Ausgang der Einheit
9 und der Ausgang der Einheit 9x wirksam wird. Wie dies auch schematisch
in 8 gezeigt ist, kann also das Hörgerät
abrupt von dem durch die Einheit 9 gesteuerten Betriebsmodus zu dem von
der Einheit 9x gesteuerten Betriebsmodus umgeschaltet werden, indem abrupt
der Ausgang A9 freigegeben wird, um auf den Ausgang A13 zu
wirken, wodurch eine solche Wirkung an dem Ausgang A9x deaktiviert wird.
Dies ist durch die Verläufe (a) in 8a gezeigt.
Statt dem abrupten Umschalten einer solchen Wirkung, und wie dies durch die Verläufe
(b) gezeigt ist, kann die Wirkung der wenigstens zwei Modi stetig variiert werden,
indem die Gewichtungskoeffizienten &agr;9 und &agr;9x
in der Einheit eingestellt werden, wie durch den Steuereingang C13.
In 8 ist das Gerät mit den zwei
Betriebsmodi gezeigt und beispielhaft mit zwei "Einheiten" 9 und
9x dargestellt, wobei dem Fachmann klar ist, dass die zwei Einheiten
9 und 9x durch eine einzige Einheit mit einer programmierten Übertragungsfunktion
realisiert sein können. Das Wirkungsverhältnis in Steuerung durch die
Einheit 13 von 8 wird dann hergestellt, indem
z.B. stetig oder abrupt Koeffizienten des Programms eingestellt werden.
Im Hinblick auf 6 ist ferner zu bemerken,
dass das Gerät nach der vorliegenden Erfindung insbesondere mit einer Richtcharakteristikeinstellungseinheit
9 eher in analoger Technik gezeigt worden ist. Nichtsdestotrotz ist vollkommen
klar, dass die Strahlenbündelung bevorzugt mit einer digitalen Signalverarbeitungseinheit
durchgeführt wird, wobei das Ausgangssignal des Mikrofons analog-digital-umgeformt
und bevorzugt zeitbereich-fequenzbereich-umgeformt wird, um eine Signalverarbeitung
im Frequenzbereich zu ermöglichen. Bevor das Ausgangssignal dem elektrischen/mechanischen
Ausgangsumformer zugeführt wird, wird das berechnete Ausgangssignal wieder
von digital zu analog bzw. von Frequenzbereich zu Zeitbereich umgeformt.