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Dokumentenidentifikation DE102005004022B4 28.12.2006
Titel Verschlussvorrichtung eines Hydrolysereaktors
Anmelder Kerr-McGee Pigments GmbH, 47829 Krefeld, DE
Erfinder Rössler, Helmut, 47800 Krefeld, DE;
Laubach, Benno, Dr., 47800 Krefeld, DE
Vertreter Viering, Jentschura & Partner, 46047 Oberhausen
DE-Anmeldedatum 28.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005004022
Offenlegungstag 17.08.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2006
IPC-Hauptklasse B01J 19/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einer Reaktorverschlussvorrichtung (1) eines Reaktors (8) oder Behälters, insbesondere eines Rührreaktors oder Rührbehälters, vorzugsweise einer Verschlussvorrichtung eines Hydrolysereaktors zur Umwandlung von Titanylsulfat zu Titanoxidhydrat mittels Hydrolyse, soll eine Lösung geschaffen werden, die längere Standzeiten und geringere Service- und Instandhaltungsintervalle ermöglicht. Dies wird dadurch erreicht, dass die Reaktorverschlussvorrichtung (1) einen die freie Querschnittsfläche des Reaktors (8) überspannenden und dichtend auf dem oberen Randbereich (10) der Reaktorumfangswand (11) aufliegenden Deckel (9), der aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht und ausdehnfähig auf dem oberen Randbereich (10) gelagert ist, und eine Tragbrücke (2) oder Traverse, die, ohne die Ausdehnmöglichkeit des Deckels (9) zu beeinträchtigen, unabhängig von diesem auf an dem Reaktor (8) angeordneten Auflagesegmenten (6) gelagert ist, umfasst.

Beschreibung[de]

Die Erfindung richtet sich auf eine Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung für einen Reaktor oder einen Reaktionsbehälter, insbesondere eines Rührreaktors oder Rührbehälters, vorzugsweise eine Verschlussvorrichtung eines Hydrolysereaktors zur Umwandlung von Titanoxidsulfat zu Titanoxidhydrat mittels Hydrolyse, sowie einen eine solche Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung aufweisenden Reaktionsbehälter, insbesondere Hydrolysereaktor.

Bei der Herstellung von Titandioxidpigmenten nach dem Sulfatverfahren wird das aus dem eingesetzten Rohstoff bzw. dem jeweiligen Ausgangsmaterial, in der Regel Ilmenit oder Titanschlacke, nach dem Aufschluss mit Schwefelsäure erhaltene gelöste Titanylsulfat in einem nachfolgenden Verfahrensschritt mittels Einblasen von Dampf zu Titanoxidhydrat, das ausfällt, und Schwefelsäure hydrolysiert. Dieser Hydrolyseverfahrensschritt erfolgt in Rührbehältern/Rührreaktoren bei einer Temperatur zwischen 90 und 110 °C.

Auf Grund der Schwefelsäurekonzentration um 25 % und der Temperaturen um 100 °C herum herrschen in dem Rührreaktor bzw. Hydrolysereaktor aggressive Bedingungen, so dass die Werkstoffe für diesen Reaktor besonders ausgewählt sein müssen. Bei den Reaktoren handelt es sich üblicherweise um innenseitig gummierte Stahlbehälter, die zusätzlich an den Baden- und Wandflächen mit säurefesten Steinen ausgemauert sind. Die Gummierung der die Innenraumfläche des in der Regel zylinderförmigen Reaktors ausbildenden Wand- und Bodenflächen werden von einer Weich- oder Hartgummierungsschicht gebildet, die auf die Fläche des Stahlmantels aufgebracht, in der Regel aufgeklebt ist. Auf seiner der Bodenfläche gegenüberliegenden Deckelseite ist ein Hydrolysereaktor üblicherweise mit einem Stahldeckel verschlossen, auf dessen reaktorinnenseitiger Oberfläche ebenfalls eine Gummierungsschicht aufgeklebt oder aufvulkanisiert ist. Die Gummierungsschicht hat die Aufgabe, den Stahlmantel des Hydrolysereaktors vor den aggressiven Medien, z. B. sich in dem Behälter bildende Brüden, zu schützen, die insbesondere auf Grund der säurehaltigen Materialien sehr aggressiv sowie korrosiv und damit materialangreifend und -abnutzend wirken.

Die durchschnittliche Standzeit einer solchen Deckelkonstruktion liegt derzeit bei maximal drei bis fünf Jahren. Danach muss der Deckel ausgetauscht werden. Dies führt zu hohen Wartungs- und Instandhaltungskosten und ist auch noch mit entsprechenden Produktionsausfallszeiten verbunden. Der Grund für die mangelnde Haltbarkeit der derzeitigen Deckelkonstruktionen besteht darin, dass die sich bildenden Gas-/Dampf-Gemische und Brüden durch die Gummierungsschicht hindurch diffundieren und sich die Substanzen/Medien zwischen der Gummierungsschicht und dem Stahl absetzen. Dies führt zu Korrosionserscheinungen an der Stahlfläche des Deckels und zu einem Aufwölben der Gummierung. Dies wiederum beschleunigt die Diffusion des korrosiven Materials durch die Gummierungsschicht hindurch und führt allmählich zu einem Ablösen der Gummierungsschicht.

Der Deckel dient neben der Abdichtung des Hydrolysereaktors auch noch zur Abstützung und Lagerung des Rührwerkes einschließlich des Schaftes eines Rührers, der in den Reaktorinnenraum hineinreicht, und muss daher eine ausreichende mechanische Stabilität aufweisen, um dieses Rührwerk tragen zu können. Dies auch angesichts der Temperaturen von ca. 80 °C, die der Deckel im Laufe eines Hydrolysevorganges aufweist.

Derartige Hydrolysereaktoren weisen in den industriellen Produktionsanlagen Höhen von ca. 5,5 m und Durchmesser von ebenfalls ca. 5,5 m auf und sind üblicherweise zylinderförmig ausgebildet. Insbesondere auf solche großtechnischen Hydrolysebehälter bzw. -reaktoren bezieht sich die vorliegende Erfindung.

Aus der WO 00/51723 A1 ist ein Reaktionsbehältnis mit einem Kunststoffdeckel, das in einem Träger angeordnet ist, bekannt. In dem Träger ist eine Schraube mit Gewinde angeordnet, mit welcher sich der Deckel mit Druck auf den Behälter aufpressen lässt. Der Behälter weist in einer Ausführungsform einen Stopfenfortsatz auf, der dichtend an der Innenwand des Behälters anliegt.

Weiterhin offenbart die DE 38 28 144 A1 die Herstellung von Schokoladenmasse mithilfe eines Mischbehälters, der einen flachen Deckel und eine aufgesetzte Rührwerks-Traverse aufweist. Einfache, mit Verschlussdeckeln versehene Behälter sind weiterhin aus der US 22 42 643 und US 11 19 235 bekannt.

Daneben ist es des weiteren allgemein bekannter Stand der Technik, dass Deckel aus Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyethylen (PE) herzustellen sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die längere Standzeiten und geringere Service- und Instandhaltungsintervalle ermöglicht.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der Ausprüche 1 oder 13 gelöst. Vorteilhafte Ausgaskaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen genannt.

Bei einer Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung sowie einem Reaktionsbehälter der eingangs bezeichneten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass

die Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung einen die freie Querschnittsfläche des Reaktors überspannenden und dichtend auf dem oberen Randbereich der Reaktorumfangswand aufliegenden Deckel, der aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht und ausdehnfähig auf dem oberen Randbereich gelagert ist, und eine Tragbrücke oder Traverse, die, ohne die Ausdehnmöglichkeit des Deckels unter Wärmeeinfluss zu beeinträchtigen, unabhängig von diesem an an dem Reaktor angeordneten Auflagesegmenten gehaltert ist, umfasst.

Mit der Erfindung wird somit eine Lösung geschaffen, die die ursprünglich in dem Deckel vereinten Funktionen, nämlich die mechanische Stützfunktion und die Überdachungs- bzw. Abdichtungsfunktion des Reaktors voneinander trennt. Die Abdichtungs- und Überdachungsfunktion wird nun von einem Deckel übernommen, der aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht und ausdehnfähig auf dem Randbereich des Reaktors gelagert ist. Thermoplastische Kunststoffe sind widerstandsfähig zum einen gegen die aggressiven und korrosiven Substanzen, insbesondere die Gas-/Dampfgemische bzw. Brüden, die innerhalb des Hydrolysereaktors entstehen, und zum anderen gegenüber den Temperaturbedingungen, wie sie in einem Hydrolysereaktor während der Hydrolysereaktion herrschen. Üblicherweise liegen die Temperaturen in der Flüssigphase zwischen 90 und 110 °C, wobei die der Hydrolyse ausgesetzte Lösung bis zu einem halben Meter unterhalb des Deckels ansteht, so dass der Behälterdeckel sich während eines Hydrolysezykluses deutlich erwärmt.

Andererseits ist bei der Erfindung eine Tragbrücke oder Traverse vorgesehen, die die mechanische Stabilität und Funktion bereitstellt, die notwendig ist, um beispielsweise ein Rührwerk an dieser Tragbrücke oder Traverse zu lagern.

Hierbei ist weiterhin darauf geachtet, dass sich der der erhöhten Temperatur ausgesetzte Deckel aus thermoplastischem Kunststoff auf Grund der Wärmebeeinflussung ausdehnen kann, ohne dabei von der schweren Tragbrücke oder Traverse beeinträchtigt zu werden. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass die Tragbrücke oder Traverse unabhängig von dem Deckel auf/an Auflagesegmenten gelagert bzw. gehaltert ist, die an dem Hydrolyse- bzw. Rührreaktor oder allgemein Reaktor oder Reaktionsbehälter angeordnet sind. Die Standzeiten und die Service- und Instandhaltungsintervalle sind gegenüber dem vorbekannten Stand nun deutlich verlängert. An dem aus thermoplastischem Kunststoff bestehenden Deckel kann sich keine Gummierungsschicht mehr ablösen, da der Deckel selbst aus widerstandsfähigem, korrosions- und temperaturbeständigem thermoplastischem Kunststoff besteht.

Die Erfindung sieht in Ausgestaltung vor, dass der Deckel aus einem bis mindestens 80 °C, vorzugsweise bis mindestens 100 °C, temperaturbeständigen Kunststoff aus der Gruppe der Thermoplaste besteht. Dieses sind besonders geeignete Materialien für einen Reaktor, der aggressiven, säurehaltigen Medien ausgesetzt ist.

Besonders gute Widerstandseigenschaften weist ein Deckel gemäß Ausgestaltung der Erfindung dann auf, wenn der Deckel aus Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen (PE), einem Fluor-Kunststoff, insbesondere Polytetrafluorethylen (PTFE), oder vorzugsweise Polypropylen (PP) oder aus einer Mischung, die einen oder mehrere der vorgenannten Kunststoffe enthält, besteht.

Damit der Deckel eine ausreichende mechanische Stabilität aufweist, ist es weiterhin zweckmäßig, wenn der Deckel eine Dicke von 25 bis 75 mm, vorzugsweise 30 bis 50 mm, insbesondere 40 mm, aufweist, was die Erfindung weiterhin vorsieht.

Eine besonders einfache Deckelkonstruktion lässt sich dann realisieren, wenn der Deckel gemäß Weiterbildung der Erfindung scheibenförmig ausgebildet ist.

Eine auch bei gegebener Ausdehnung des Deckels auf Grund von Temperaturänderungen ausreichend stabile Lagerung und Halterung des Deckels wird gemäß Weiterbildung der Erfindung dadurch erreicht, dass der Deckel ausdehnfähig hängend an der Tragbrücke oder Traverse gehaltert ist. Insbesondere bei großtechnischen Reaktorbehältern, die einen Durchmesser von 4 bis 5 m aufweisen, reicht gegebenenfalls allein eine Lagerung des kreisrunden Deckels in seinem Außenrandbereich oberhalb der ausgemauerten Wandung des Rührreaktors nicht aus. Es kann in Abhängigkeit von der Temperatur, der der Deckel ausgesetzt ist, zu Verwölbungen, insbesondere einem Durchhängen des Deckels, kommen. Um diesem entgegen zu wirken, ist der Deckel hängend an mehreren Angriffspunkten an der darüber angeordneten Tragbrücke/Traverse befestigt. Hierbei sind die Befestigungen so ausgelegt, dass der grundsätzlichen Ausdehnmöglichkeit des Deckels nichts entgegensteht.

In Bezug auf die Tragbrücke oder Traverse sieht die Erfindung weiterhin vor, dass an der Tragbrücke oder Traverse ein Rührwerk, insbesondere ein Rührer, gelagert ist.

Eine besonders einfache Befestigungsmöglichkeit für die Auflagesegmente wird dadurch gebildet, dass die Auflagesegmente an einem Stahlmantel des Reaktors oder Reaktionsbehälters angeschweißt sind, was die Erfindung ebenfalls vorsieht.

Eine Ausbildung der Tragbrücke oder Traverse, die eine ausreichende Stabilität, die stabilisierende Anhängung des Deckels, die Anordnung des Rührwerks sowie die Nutzung der Tragbrücke oder Traverse zu Inspektions- und Instandhaltungszwecken, insbesondere aller Bereiche des Deckels, gewährleistet, wird dadurch erreicht, dass die Tragbrücke oder Traverse aus zwei rechtwinklig zueinander angeordneten Stegen und einem umlaufenden Tragring besteht, wodurch sich die Erfindung ebenfalls auszeichnet.

Hierbei lässt sich die Tragbrücke oder Traverse insbesondere dann als Inspektionsbrücke für Wartungs- und Reparaturzwecke benutzen, wenn die Tragbrücke oder Traverse oberhalb des Deckels angeordnet ist, was die Erfindung ebenfalls vorsieht.

In den Reaktor münden Zuleitungen und aus dem Reaktor führen Ableitungen, durch welche Reaktionsmaterialien dem Reaktorinnenraum zugeführt oder aber Reaktionsprodukte oder auch Nebenprodukte wie Gase oder Dämpfe aus dem Behälter herausgeführt werden können. Diese Leitungen führen zum Teil durch die Deckelkonstruktion, so dass diese entsprechende Anschlussstutzen aufweist. Im vorliegenden Fall müssen diese Leitungen teilweise durch die Tragbrücke oder Traverse und den Deckel geführt werden. Da sich der Deckel ausdehnen soll, muss die Verbindung zwischen diesen Stutzen flexibel und beweglich sein, so dass erfindungsgemäß die Verbindung zwischen diesen Stutzen mittels flexibler Manschetten, insbesondere Gummimanschetten, vorgesehen ist, wobei diese natürlich dicht – leitungsdicht – auf den Stutzen angeordnet sind. Die Erfindung sieht daher ebenfalls vor, dass in dem Deckel ausgebildete oder angeordnete Anschlussstutzen mit in der Tragbrücke oder Traverse ausgebildeten oder angeordneten Anschlussstutzen mittels flexibler Manschetten, insbesondere Gummimanschetten, leitungsdicht verbunden sind.

Die Anschlussstutzen des Deckels bestehen zweckmäßigerweise aus angeschweißten Kunststoffhülsen aus einem thermoplastischen Kunststoff, wodurch sich die Erfindung auch auszeichnet. Die Tragbrücke oder Traverse und/oder deren Anschlussstutzen bestehen zweckmäßigerweise aus Stahl.

Schließlich betrifft die Erfindung einen Reaktionsbehälter, insbesondere einen Hydrolysereaktor, der eine Reaktorverschlussvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 aufweist.

Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert. Diese zeigt in

1 eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Reaktorverschlussvorrichtung,

2 eine Seitenansicht eines Reaktors mit darauf angeordneter Reaktorverschlussvorrichtung und in

3 in schematischer Darstellung einen Schnitt durch einen Teilbereich der Reaktorverschlussvorrichtung.

Die in den 1 und 2 insgesamt mit 1 bezeichnete Reaktorverschlussvorrichtung umfasst eine Tragbrücke 2, die rechtwinklig zueinander angeordnete Stege 3, 4 und einen kreisförmig umlaufenden Tragring 5 umfasst. Die Stege 3, 4 und der Tragring 5 sind miteinander verschweißt, so dass diese insgesamt die aus Stahl bestehende Tragbrücke 2 ausbilden. Die Tragbrücke 2 liegt mit jedem der außenseitigen Randbereiche der Stege 3 und 4 auf jeweils diagonal gegenüberliegenden Auflagesegmenten 6 auf und ist dort befestigt. Wie aus der 2 ersichtlich ist, sind die einzelnen Auflagesegmente 6 an der Metallummantelung 7 des Reaktors 8 angeschweißt. Die Tragbrücke 2 ist damit unabhängig von einem Deckel 9 in die obere Reaktorquerschnittsfläche übergreifender Weise an dem Reaktor 8 abgestützt und gelagert. In nicht dargestellter Weise ist auf oder an der Tragbrücke 2 ein Rührwerk gelagert, das einen in den Reaktorinnenraum hineinragenden Rührschaft mit Rührer antreibt. In ebenso nicht dargestellter Weise ist der Reaktor 8 mit einer für bei der Herstellung von Titandioxidpigmenten verwendeten Hydrolysereaktoren üblichen Ausmauerung versehen. Bei dem Reaktor 8 soll es sich um einen Hydrolyse-Rührreaktor handeln, in welchem durch die Zugabe von Wasser Titanylsulfat zu Titanoxidhydrat unter Bildung von Schwefelsäure umgewandelt und ausgefällt wird. Bei dieser Reaktion wird üblicherweise Dampf in den Reaktor eingeleitet und läuft die Hydrolysereaktion bei Temperaturen zwischen 90 und 110 °C in dem Reaktor 8 ab. Der Reaktor weist ungefähre Abmessungen von einem Durchmesser von 5,5 m und einer Höhe von 5 bis 5,5 m auf.

Weiterhin umfasst die Reaktorverschlussvorrichtung 1 einen die freie Querschnittsfläche des Reaktors 8 überspannenden Deckel 9. Dieser Deckel 9 liegt dichtend auf dem oberen Randbereich 10 der Reaktorumfangswand 11 auf. Er bildet somit den oberseitigen, dem Reaktorboden 12 gegenüberliegenden Abschluss bzw. Verschluss des Reaktorinnenraumes aus. Der Deckel 9 besteht aus einem thermoplastischen Kunststoff und ist ausdehnungsfähig auf dem Randbereich 10 gelagert und verrutschfest gefasst. Der Deckel 9 besteht aus einem bis mindestens 100 °C temperaturbeständigen Polypropylen (PP) als thermoplastischem Kunststoff. Er weist eine Dicke von 40 mm auf und ist scheibenförmig ausgebildet. Außerhalb seiner ringförmigen Auflagefläche auf dem oberen Randbereich 10 ist der Deckel 9 ergänzend an verschiedenen Stellen jeweils mittels einer Aufhängevorrichtung 13 ausdehnungsfähig hängend an der über dem Deckel angeordneten Tragbrücke 2 gehaltert.

Insgesamt wird durch die Reaktorverschlussvorrichtung 1 somit eine Konstruktion geschaffen, die aus einem den korrosiven und aggressiven Medien des Behälterinnenraumes widerstehenden Deckels 9 aus thermoplastischem Kunststoff mit dafür ausreichender mechanischer Stabilität und einer die mechanische Festigkeit der Reaktorverschlussvorrichtung 1 bewirkenden Tragbrücke 2 besteht.

Um Zu- oder Ableitungen ausbilden zu können, durch welche Substanzen und/oder Medien von oben durch die Reaktorverschlussvorrichtung hindurch in den Reaktorinnenraum gefördert bzw. aus diesem heraus gefördert werden können, sind auf der Reaktorverschlussvorrichtungsoberseite diverse, nicht näher dargestellte Anschlussstutzen vorgesehen. Ein Beispiel für einen Anschlussstutzen zeigt schematisch die 3. Dieser Anschlussstutzen umfasst zum einen als Anschlussstutzen 14 des Deckels 9 eine Kunststoffhülse 15, die in den Deckel 9 dicht eingeschweißt ist. An dem Steg 4 der Traverse 2 ist fluchtend zu der Hülse 15 ein Anschlussstutzen 16 der Tragbrücke 2 angeordnet. Die beiden Stutzen 14 und 16 sind miteinander mittels einer Manschette, insbesondere einer Gummimanschette 17 leitungsdicht verbunden, so dass eine durchgängige Leitungsverbindung von der Innenseite des Reaktors 8 zur Außenumgebung ausgebildet ist. An diese Leitung kann dann jeweils eine weitere Zu- oder Abführleitung angeschlossen werden. Die Gummimanschette 17 bewirkt, dass der sich frei zur und unabhängig von der Tragbrücke ausdehnen könnende Deckel 9 Ausdehnungsbewegungen vollziehen kann, die die Gummimanschette 17 ausgleicht, so dass die Leitungsverbindung durch die beiden Stutzen 14 und 16 hindurch dauerhaft bestehen und dicht bleibt.


Anspruch[de]
Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung (1) für einen Reaktor (8) oder Reaktionsbehälter, insbesondere eines Rührreaktors oder Rührbehälters, vorzugsweise eine Verschlussvorrichtung eines Hydrolysereaktors zur Umwandlung von Titanoxidsulfat zu Titanoxidhydrat mittels Hydrolyse,

umfassend

einen die freie Querschnittsfläche des Reaktors (8) überspannenden und dichtend auf dem oberen Randbereich (10) der Reaktorumfangswand (11) aufliegenden Deckel (9), der aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht und unter Wärmeeinfluss ausdehnungsfähig auf dem oberen Randbereich (10) gelagert ist,

und

eine Tragbrücke (2) oder Traverse, die, ohne die Ausdehnungsmöglichkeit des gelagerten Deckels (9) unter Wärmereinfluss zu beeinträchtigen, unabhängig von diesem an an dem Reaktor (8) angeordneten Auflagesegmenten (6) gehaltert ist.
Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (9) aus einem bis mindestens 80 °C, vorzugsweise bis mindestens 100 °C, temperaturbeständigen Kunststoff aus der Gruppe der Thermoplaste besteht. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (9) aus Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen (PE), einem Fluor-Kunststoff, insbesondere Polytetrafluorethylen (PTFE), oder vorzugsweise Polypropylen (PP) oder aus einer Mischung, die einen oder mehrere der vorgenannten Kunststoffe enthält, besteht. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (9) eine Dicke von 25 bis 75 mm, vorzugsweise 30 bis 50 mm, insbesondere 40 mm, aufweist. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (9) scheibenförmig ausgebildet ist. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der gelagerte Deckel (9) unter Wärmeeinfluss ausdehnungsfähig hängend an der Tragbrücke (2) oder Traverse gehaltert ist. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Tragbrücke (2) oder Traverse ein Rührwerk, insbesondere ein Rührer, gelagert ist. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflagesegmente (6) an einem Stahlmantel (7) des Reaktors (8) oder Reaktionsbehälters angeschweißt sind. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragbrücke (2) oder Traverse aus zwei rechtwinklig zueinander angeordneten Stegen (3, 4) und einem umlaufenden Tragring (5) besteht. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragbrücke (2) oder Traverse oberhalb des Deckels (9) angeordnet ist. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Deckel (9) ausgebildete oder angeordnete Anschlussstutzen (14) mit in der Tragbrücke (2) oder Traverse ausgebildeten oder angeordneten Anschlussstutzen (16) mittels flexibler Manschetten, insbesondere Gummimanschetten (17), leitungsdicht verbunden sind. Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussstutzen (14) des Deckels (9) aus angeschweißten Kunststoffhülsen aus einem thermoplastischen Kunststoff gebildet sind. Reaktionsbehälter, insbesondere Hydrolysereaktor, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Reaktionsbehälterverschlussvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 aufweist.






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