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Dokumentenidentifikation DE102005010005A1 28.12.2006
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Beschichtung von Kleinteilen
Anmelder Nunner, Dieter, 90592 Schwarzenbruck, DE
Erfinder Brendel, Gerhard, 91275 Auerbach, DE
Vertreter LangRaible Patent- und Rechtsanwälte, 80331 München
DE-Anmeldedatum 04.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005010005
Offenlegungstag 28.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2006
IPC-Hauptklasse B05B 13/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beschichtungsvorrichtung (1) für Kleinteile (23), insbesondere für die Lackierung von Massenkleinteilen, wie Schrauben, Kunststoffkleinteilen und dergleichen sowie ein Verfahren hierfür mit einem bewegbaren Aufnahmeelement (6) zur Aufnahme und Bewegung der Kleinteile und einer in dem Aufnahmeelement angeordneten Abgabevorrichtung (19) zur kontinuierlichen oder portionsweisen Abgabe des Beschichtungsstoffes in das Aufnahmeelement, wobei in dem Aufnahmeelement ein Strahlungsgerät (20) zur Abgabe von Strahlung zur Trocknung und/oder Aushärtung des Beschichtungsstoffes vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Beschichtung von Kleinteilen, insbesondere Massenkleinteilen, wie Schrauben, Kunststoffkleinteile und dergleichen.

Aus der DE 85 24 347 U1 ist eine Vorrichtung zum Überziehen von Kleinkörpern, insbesondere Pharmazeutika bekannt, welche eine sich drehende Trommel und eine im Innenraum der Trommel angeordnete Spritzpistole zur Verteilung der Überzugsmasse aufweist. Eine derartige Vorrichtung wird auch zur Lackierung von Kleinteilen eingesetzt, wobei der Lack durch Warmluft, die durch die Trommel geführt wird, getrocknet wird. Durch das Umwälzen der Kleinteile während der Beschichtung wird sichergestellt, dass die Beschichtungsmasse oder der Lack gleichmäßig auf alle Kleinteile verteilt wird. Um zu vermeiden, dass die nicht getrocknete oder ausgehärtete Beschichtung durch die Bewegung der Kleinteile und das damit verbundene Zusammenstoßen beschädigt wird, müssen die Kleinteile eine bestimmte Mindesttemperatur aufweisen, die eine schnelle Trocknung des Lacks oder Beschichtungsstoffs ermöglicht. Aus diesem Grund ist es erforderlich die Kleinteile vor Beginn der eigentlichen Beschichtung durch Umwälzen und Durchleiten der Warmluft zu erwärmen. Dies erfordert jedoch einen großen Zeitbedarf, so dass die Beschichtung mit einer derartigen Vorrichtung nicht effizient ist.

Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung die Nachteile der bekannten Vorrichtung zu beseitigen und insbesondere eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, welches eine schnelle und wirtschaftliche Beschichtung von Kleinteilen, insbesondere Massenkleinteilen bei hoher Oberflächengüte ermöglicht. Insbesondere sollen auch alle möglichen Geometrien von Kleinteilen, die zum Teil mit der bekannten Vorrichtung nicht beschichtet werden können, einer effizienten Beschichtung zugeführt werden.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass bei einer Vorrichtung bzw. einem Verfahren, bei dem die zu beschichtenden Kleinteile während einer Bewegung, wie eines ständigen Umwälzens oder Schüttelns, mit Beschichtungsstoff versehen werden, die Trocknung und/oder Aushärtung mittels Strahlungsenergie erfolgt. Als Energiestrahler kommen hierbei insbesondere Infrarot (IR) – Strahler und/oder Ultraviolett (UV) – Strahler zum Einsatz, da mit diesen eine schnelle und gleichmäßige Erwärmung der zu beschichtenden Teile und/oder Aushärtung des Beschichtungsstoffs, wie beispielsweise UV – aushärtenden Lacks, ermöglicht wird. Darüber hinaus sind derartige Energiestrahler leicht zu bedienen und/oder zu steuern bzw. zu regeln, was den Beschichtungsprozess weiter vereinfacht und eine Steigerung der Effizienz ermöglicht. Insbesondere ist eine deutliche Verkürzung der Vorwärm- oder Anlaufzeit zu beobachten, die beispielsweise nötig ist, um die zu beschichtenden Kleinteile auf eine für die Beschichtung erforderliche Mindesttemperatur zu bringen. Außerdem ergibt sich insgesamt durch die schnelle und gleichmäßige Aushärtung des aufgegebenen Beschichtungsstoffs auch eine im Vergleich zum Stand der Technik deutlich verbesserte Schichtgüte und Oberflächenqualität. Als weiterer Vorteil ist zu nennen, dass Körper mit jeglicher Geometrie beschichtbar sind, die nach dem Stand der Technik nicht zufriedenstellend beschichtet werden konnten.

Als IR-Strahler kommen kurz-, mittel- und langwellige IR-Strahler in Betracht sowie Strahler mit einem Wellenlängenspektrum nahe dem IR-Bereich. Auch sogenannte Carbon IR-Strahler mit einem speziellen mittelwelligen Wellenlängenspektrum haben sich als sehr wirksam erwiesen. Es können sowohl ein oder mehrere Strahlungsgeräte als auch ein oder mehrere Strahler pro Strahlungsgerät vorgesehen sein.

Die Bewegung der Kleinteile erfolgt vorzugsweise durch Aufnahme in einer sich drehenden Trommel, welche insbesondere Mitnehmerrippen aufweist, die das Umwälzen der Kleinteile in der Trommel durch die Drehbewegung erleichtern. Neben der Drehbewegung einer Trommel kommen auch weitere Arten von Vorrichtungen zur Bewegungserzeugung in Betracht, die eine kontinuierliche oder sich ständig wiederholende Bewegung der Kleinteile ermöglichen. Hier sind insbesondere Schüttel – oder Rüttelapparaturen zu nennen.

Die Abgabe des Beschichtungsstoffes, insbesondere eines lösemittelhaltigen oder wasserbasierten Lacks oder eines Pulvers, erfolgt durch eine Abgabevorrichtung, die es ermöglicht dünne, feine Filme auf den zu beschichtenden Kleinteilen zu erzeugen, so dass durch die eingebrachte Strahlungsenergie eine sofortige Trocknung und/oder Aushärtung erfolgt.

Vorzugsweise ist die Abgabevorrichtung eine Sprüh- oder Spritzeinrichtung, die eine feine Zerstäubung des Beschichtungsstoffs ermöglicht, so dass sich dieser in feinsten Tropfen oder Pulverschichten auf den Kleinteilen abscheidet. Die Sprüh- oder Spritzeinrichtung kann durch jede geeignete bekannte Vorrichtung gebildet werden, wobei die Zerstäubung des Beschichtungsstoffes mit einem Hilfsstoff oder – gas, wie Luft oder Wasserdampf bevorzugt ist. Insbesondere die Wasserdampf unterstütze Abscheidung mittels Spritzen hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen. Entsprechend umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung entsprechenden Mittel zur Zuführung und Bereitstellung des Beschichtungsstoffs und/oder Hilfsstoffs.

Die Abgabevorrichtung ermöglicht neben der kontinuierlichen Abgabe von geringen Mengen an Beschichtungsstoff insbesondere auch die Abgabe von kleinsten Mengen an Beschichtungsstoff in intermittierenden kleinen Portionen, so dass dadurch auch eine sofortige Trocknung und/oder Aushärtung ermöglicht wird.

Vorzugsweise ist hier eine entsprechende Steuerung und/oder Regelung vorgesehen, die vorzugsweise auf einem programmierbaren Prozessor beruht. Diese Steuerung und/oder Regelung kann ebenfalls die Steuerung und/oder Regelung der Strahlungsleistung und/oder – dauer des oder der Strahlungsgeräte übernehmen. Selbstverständlich ist jedoch auch eine separate Steuerung und/oder Regelung für den oder die Strahler möglich.

Zur Regelung der Strahler und/oder der Abgabevorrichtung sind vorzugsweise Sensoren vorgesehen, die Regelparameter, wie die Temperatur der Kleinteile oder den Wasserdampf- oder Lösemitteldampfgehalt oder der Pulvermenge in der Beschichtungsvorrichtung ermitteln.

Vorzugsweise sind in dem Aufnahmeelement, in dem die Kleinteile zur Beschichtung aufgenommen sind, Lüftungsöffnungen vorgesehen, die eine Be- und Entlüftung insbesondere zur Entfernung der Lösemittel oder des Wasserdampfs oder des Pulverstaubes ermöglichen, wobei insbesondere eine Abgaugvorrichtung mit einem Ventilator mit der Abluftöffnung verbunden ist. Vorteilhaft ist hierbei, wenn die Belüftungsöffnungen so gestaltet sind, dass eine komplette Entlüftung des Aufnahmeelements bzw. der Trommel ermöglicht wird. Hierzu können an den Öffnungen Stutzen vorgesehen sein, die zumindest teilweise weit in den Aufnahmeraum ragen können.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind die Lüftungsöffnungen mit ihren Stutzen an einem oder mehreren Verschlusselementen oder Deckeln, die den Aufnahmeraum des Aufnahmeelements, z.B. einer Trommel, verschließen, angeordnet, so dass sie beim Öffnen des Aufnahmeelements aus dem Aufnahmeraum entfernt werden können. Entsprechend können auch das oder die Strahlungsgeräte und/oder die Abgabevorrichtung, z.B. die Sprühpistole an einem oder mehreren Verschlusselementen angeordnet sein. Dies ermöglicht eine einfache Entleerung und Reinigung des Aufnahmeelements. Hierzu dient auch die Verschwenkbarkeit des Aufnahmeelements nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform.

Weitere Vorteile, Kennzeichen und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden bei der nachfolgenden, detaillierten Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Zeichnungen deutlich. Die Zeichnungen zeigen hierbei rein schematisch in

1 eine Schnittansicht von der Seite durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung;

2 eine Schnittansicht von oben der Vorrichtung aus 1;

3 eine teilweise Frontansicht der Vorrichtung aus 1 und 2; und in

4 eine teilweise Schnittansicht von der Seite entsprechend 1 in größerem Detail.

1 zeigt eine seitliche Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 1, bei der, wie sich insbesondere auch aus 2 ergibt, eine um eine Achse 21 drehbare Trommel 6 verschwenkbar an einem Gestell mit zwei senkrechten Säulen 2 und daran angeordneten Horizontalstreben 3 angeordnet ist, welche die zu beschichtenden Kleinteile 23 (siehe 4) aufnimmt. Zwischen den Horizontalstreben 3 ist ein Stab 4 vorgesehen, an dem die Trommel 6 über die Haltebleche 12 und 14 sowie die Drehlagerungen 13 und 15 verschwenkbar angeordnet ist, und zwar in eine Position 6', wie in 1 dargestellt. Durch das Verschwenken um den Stab 4 bzw. dessen Längsachse in die Position 6' kann die Trommel 6 in einfacher Weise geleert werden. Zum Verschwenken ist ein Antrieb in Form eines Elektromotors 7 vorgesehen.

Neben der Verschwenkbarkeit um den Stab 4 ist die Trommel um die Achse 21 drehbar, wobei hierzu der Elektromotor 5 als Drehantrieb vorgesehen ist.

Die Trommel 6 weist, wie insbesondere in 2 und 3 zu sehen ist, an der Trommelöffnung 24 (siehe 1 und 4) einen Verschluss in Form von zwei Verschlussklappen 10 und 11 auf, die aus einer geschlossenen Position in eine geöffnete Position 10' und 11' verschwenkt werden können und umgekehrt. Der hierfür vorgesehene Öffnungsmechanismus (siehe 2 und 3 sowie das dazwischen dargestellte Detail) umfasst einen Elektromotor 8 und ein Gestänge 9, 16, an welchem die Verschlussklappen 10 und 11 angeordnet sind. Durch eine Betätigung des Motors 8 und dadurch ausgelöste Bewegung des Gestänges 9 und 16 können die Verschlussklappen 10 und 11 geöffnet und geschlossen werden.

Wie sich insbesondere aus den 1 und 4 ergibt, sind an zumindest einer Verschlussklappe Öffnungen in Form von Durchführstutzen 17 und 18 vorgesehen. Diese Durchführstutzen 17 und 18 dienen als Zuluftöffnung 18 und Abluftöffnung 17. Der Zuluftstutzen 18 erstreckt sich hierbei lediglich durch die Verschlussklappe 10 und ist somit nur geringfügig länger als die Verschlussklappe 10 dick ist. Dagegen ist der Abluftstutzen 17 deutlich länger und entspricht in etwa der Tiefe der Trommel 6, so dass die abgeführte Luft unmittelbar von der der Trommelöffnung 24 gegenüber liegenden Rückwand 26 abgeführt wird. Damit wird eine vollständige Entlüftung des gesamten Trommelraums gewährleistet.

Für die Absaugung ist eine Absaugeinrichtung vorgesehen (nicht gezeigt), die mit dem Abluftstutzen 17 verbunden ist und vorzugsweise über einen Ventilator die Luft aus der Trommel 6 absaugt und über einen Abluftfilter die Restpartikel aus der Abluft entfernt.

Durch die Anordnung von Zu- und Abluftstutzen 18 und 17 an der Verschlussklappe 10 wird erreicht, dass die Stutzen 17 und 18 beim Entleeren, also wenn die Trommel 6 in der Position 6' ist, nicht mehr in den Trommelraum hineinragen und den Entleerungsprozess stören könnten.

Ebenfalls an der Verschlussklappe 10 oder an der zweiten Verschlussklappe 11 ist das schematisch dargestellte Strahlungsgerät 20 und die ebenfalls schematisch dargestellte Sprühpistole 19 angeordnet, wobei dies nicht im einzelnen gezeigt ist.

Die Sprühpistole 19 ist so angeordnet, dass sie in Richtung der Mulde 27, die durch die umlaufende Seitenwand 25 und die der Trommelöffnung 24 gegenüber liegende Rückwand 26 gebildet ist, ausgerichtet ist. Dies gilt auch für des Strahlungsgerät 20, das benachbart zur Sprühpistole 20 angeordnet ist.

In der Mulde 27 sammeln sich die in der Trommel 6 aufgenommenen Kleinteile 23, wenn die Trommel 6 in der Beschichtungsposition ist, wie in den 1 und 4 gezeigt. Die Beschichtungsposition ist gekennzeichnet durch eine Neigung der Drehachse 21 gegenüber der Horizontalen, damit die zu beschichtenden Kleinteile in der Mulde 27 angehäuft werden. Durch die Verschwenkbarkeit der Trommel 6 um den Stab 4 bzw. dessen Längsachse kann die Neigung der Trommel 6 bzw. der Drehachse 21 beliebig variiert werden, und zwar vorzugsweise zwischen 0° und 90°.

An der Trommelinnenwand sind beabstandet entlang des Umfangs an der Seitenwand 25 sternförmig an der Rückwand 26 zur Trommelachse 21 zusammen laufend Mitnehmerrippen 22 vorgesehen, die in den Trommelraum hervor stehen und dazu dienen die in der Trommel 6 aufgenommenen Kleinteile 23 auf Grund der Drehbewegung der Trommel 6 umzuwälzen.

Die Form der Trommel 6 mit kreisrundem Querschnitt und ebenfalls kreisrunde Trommelöffnung 24 sowie einer trichterförmigen Rückwand 26 und der zylinderförmigen Seitenwand 25 ist so gewählt, um eine gute Durchmischung sowie Applizierung des Beschichtungsstoffes bei gleichzeitig hohem Fassungsvermögen zu gewährleisten. Insbesondere der gerundete Übergang von Seitenwand 25 zur Rückwand 26 trägt hierzu bei.

Die Sprühpistole 19 ist über eine Versorgungsleitung (nicht gezeigt) mit der Versorgungseinrichtung des Beschichtungsstoffes sowie entsprechend bei Bedarf mit der Zuführeinrichtung für einen Hilfs- oder Trägerstoff, wie Luft oder Wasserdampf verbunden. Die Sprühpistole 19 sorgt für eine Zerstäubung des Beschichtungsstoffes und eine feine Abscheidung des Beschichtungsstoffes auf den zu beschichtenden Kleinteilen, wobei hierfür sämtliche bekannte Verfahren eingesetzt werden können, wie insbesondere auch Wasserdampf unterstütztes Spritzen. Insbesondere ist die Sprühpistole 19 so ausgelegt, dass kleinste Mengen an Beschichtungsstoff in feinsten Tropfen oder Pulvermengen abgegeben werden können, um dünne Filme mit sehr kleiner Schichtdicke auf den zu beschichtenden Kleinteilen zu erzeugen. Dabei sind die erzeugten Schichtdicken so gering, dass der erzeugte Beschichtungsfilm bei den vorherrschenden Temperaturen bzw. Umgebungsbedingungen unmittelbar trocknet und/oder aushärtet.

Die entsprechende Temperatur bzw. die notwendigen Umgebungsbedingungen werden bei der vorliegenden Erfindung durch Strahlungsenergie erzeugt, wobei als Energiestrahler vorzugsweise Infrarot (IR) – Strahler oder Ultraviolett (UV) – Strahler eingesetzt werden. Bei den IR-Strahlern kommen kurzwellige, mittelwellige oder langwellige IR-Strahler mit Wellenlängen vorzugsweise im Bereich von 800 bis 5000 nm oder IR-Strahler mit einem dem Infraroten nahen Wellenlängenspektrum (near IR oder NIR) zum Einsatz. Geeignet haben sich auch sogenannte Carbon IR-Strahler mit mittelwelligem Spektrum erwiesen. UV-Strahler kommen insbesondere bei UV-aushärtenden Lacksystemen zum Einsatz.

Durch die Energiestrahler des Strahlungsgeräts 20 können die Kleinteile 23 sehr schnell auf die für die Trocknung und/oder Aushärtung erforderliche Temperatur von beispielsweise 50 bis 100°C, vorzugsweise 60 bis 80°C, insbesondere 70°C gebracht werden und/oder der Beschichtungsstoff insbesondere Lack kann in kürzester Zeit getrocknet und/oder ausgehärtet werden.

Die Vorrichtung 1 wird so betrieben, dass in der in 1 gezeigten Beschichtungsposition oder einer anderen geeigneten Neigung der Trommel 6 durch die geöffnete Trommelöffnung 24 das zu beschichtende Gut in Form von Kleinteilen 23 aufgegeben wird. Nach Verschließen der Trommelöffnung 24 durch die Betätigung der Verschlussklappen 10 und 11 wird die Trommel 6 mittels des Motors 5 in eine Drehbewegung um die Achse 21 versetzt, wodurch die Kleinteile 23 umgewälzt werden. Gleichzeitig mit der Drehbewegung der Trommel wird das Strahlungsgerät 20 aktiviert, so dass die Kleinteile 23 erwärmt werden. Nach Erreichen der notwendigen Mindesttemperatur der Kleinteile, welche durch entsprechende Sensoren ermittelt werden kann, beginnt die Sprühpistole 19 mit der Abgabe des Beschichtungsstoffs in kleinen Portionen. Der Beschichtungsstoff, der sich durch die feine Zerstäubung durch die Sprühpistole 19 in einer sehr dünnen Schicht auf den Kleinteilen 23 abscheidet, wird durch die Strahlungsenergie bzw. die dadurch erzeugte Temperatur sofort getrocknet bzw. ausgehärtet, so dass durch die weitere Bewegung der Kleinteile 23 keine unerwünschten Schichtfehler entstehen.

Das Strahlungsgerät 20 kann ausgehend von der beispielsweise durch die Sensoren (nicht gezeigt) ermittelten Temperatur in der Trommel 6 bzw. der Kleinteile 23 bedarfsgerecht an- und ausgeschaltet oder in der Leistung reguliert werden. Hierfür kann eine entsprechende Steuerung oder Regelung vorgesehen sein, die vorzugsweise durch einen programmierbaren Computer gebildet wird. Auch die Abgabevorrichtung in Form der Sprühpistole 19 kann hierdurch gesteuert bzw. mittels entsprechender Parameter, wie Lösemittel- oder Wasserdampfgehalt in der Trommel 6 geregelt werden.

Während der Beschichtung werden über die Zu- und Abluftstutzen 18 und 17 die durch den trocknenden Beschichtungsstoff freigesetzten Lösemittel oder der entsprechende Wasserdampf bzw. entsprechender Pulverstaub abgesaugt und der Entsorgung zugeführt.

Nach einer gewissen Beschichtungszeit, wenn alle Kleinteile 23 gleichmäßig mit Beschichtungsstoff überzogen sind, wird die Drehbewegung der Trommel 6 gestoppt, das Strahlungsgerät 20 abgeschaltet oder zur Nachtrocknung noch eine gewisse Zeit betrieben und die Sprühpistole 19 abgedreht. Die Verschlussklappen 10 und 11 werden vorzugsweise nach einer kurzen Wartezeit geöffnet, wodurch auch die Stutzen 17 und 18 sowie das Strahlungsgerät 20 und die Sprühpistole 19 aus dem Trommelraum entfernt werden. Danach kann die Trommel 6 in die Entleerposition 6' gekippt werden, wodurch die beschichteten Kleinteile 23 in eine Auffangeinrichtung (nicht gezeigt) gelangen. Nach dem Zurückkippen der Trommel 6 in die Beschichtungsposition kann ein neuer Beschichtungsprozess beginnen.

Durch die schnelle Trocknung und/oder Aushärtung auf Grund der eingebrachten Strahlungsenergie führt das erfindungsgemäße Verfahren zu einer Leistungssteigerung, was Beschichtungsdauer, Mengendurchsatz und Beschichtungsqualität anbelangt.

Obwohl das vorher beschriebene Ausführungsbeispiel eine bevorzugte Realisierung der Erfindung darstellt, können doch einzelne Komponenten durch gleichartige und gleich wirkende Mittel ersetzt werden. Neben den vorher dargestellten Verschlusselementen 10 und 11 können so auch andere geeignete Mittel vorgesehen werden, wie beispielsweise ein einziger Deckel. Dieser kann insbesondere auch durch eine andersartige Verschlussbewegung betätigt werden, z.B. durch eine Schiebebewegung. Auch die beschriebenen Verschwenk- und Öffnungsmechanismen können durch andere geeignete Mechanismen ersetzt werden. Gleiches gilt für die Antriebe, die nicht nur durch die dargestellten Elektromotoren realisiert werden können. Auch andere geeignete Strahlungsquellen sind denkbar.


Anspruch[de]
Beschichtungsvorrichtung für Kleinteile, insbesondere für die Lackierung von Massenkleinteilen, wie Schrauben, Kunststoffkleinteilen und dergleichen mit einem bewegbaren Aufnahmeelement (6) zur Aufnahme und Bewegung der Kleinteile (23) und mindestens einer vorzugsweise in dem Aufnahmeelement angeordneten Abgabevorrichtung (19) zur Abgabe des Beschichtungsstoffes in das Aufnahmeelement dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Strahlungsgerät (20) zur Abgabe von Strahlung in das Aufnahmeelement zur Trocknung und/oder Aushärtung des Beschichtungsstoffes vorgesehen ist. Beschichtungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeelement eine drehbare Trommel (6) insbesondere mit an der Innenwand vorgesehenen Mitnahmerippen (22) oder ein Rüttel- oder Schüttelkörper ist. Beschichtungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgabevorrichtung eine Sprüh- oder Spritzeinrichtung, insbesondere Luft- oder Wasserdampf unterstützte Spritz- oder Sprühpistole (19) ist, die insbesondere so ausgestaltet ist, dass eine kontinuierliche Abgabe des Beschichtungsstoffs oder Sprüh- oder Spritzstöße von sehr kurzer Dauer erfolgen. Beschichtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Strahlungsgerät (20) mindestens einen Strahler aus der Gruppe umfassend UV-Strahler, kurz-, mittel- oder langwellige IR-Strahler, CIR-Strahler und NIR-Strahler umfasst. Beschichtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Verschlusselement (10,11) zum Verschließen einer Aufnahmeöffnung (24) des Aufnahmeelements zum Be- und Entladen der zu beschichtenden Teile vorgesehen ist, insbesondere ein verschwenkbarer Deckel zum Verschließen der Trommel. Beschichtungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Verschlusselement (10) das Strahlungsgerät (20) und/oder die Abgabevorrichtung (19) angeordnet sind, so dass das Strahlungsgerät (20) und/oder die Abgabevorrichtung (19) insbesondere durch Betätigung des Verschlusselements in den Aufnahmeraum des Aufnahmeelements hinein und heraus bewegbar sind. Beschichtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Aufnahmeelement (6) und/oder dem Verschlusselement (10, 11) Öffnungen für Zu- und Abluft (17, 18) vorgesehen sind, wobei vorzugsweise die Zuluftöffnung einen Zuluftstutzen (18) aufweist, dessen Auslassöffnung in der Nähe des Verschlusselements endet, und die Abluftöffnung einen Abluftstutzen (17) aufweist, dessen Eingangsöffnung in der Nähe der dem Verschlusselement gegenüberliegenden Rückwand (26) angeordnet ist. Beschichtungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Abluftöffnung (17) eine Abgaugvorrichtung, insbesondere mit einem Ventilator vorgesehen ist. Beschichtungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Sensoren, insbesondere Temperatur- und/oder Gas- oder Dampfsensoren vorgesehen sind, deren Ausgangssignal durch eine insbesondere programmtechnisch eingerichtete Steuerung oder Regelung zur Steuerung oder Regelung des Strahlungsgeräts (20) und/oder die Abgabevorrichtung (19) verarbeitet werden. Verfahren zum Beschichten von Kleinteilen, insbesondere zur Lackierung von Massenkleinteilen, wie Schrauben, Kunststoffkleinteilen und dergleichen, vorzugsweise mit einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

gekennzeichnet durch

die Bereitstellung einer Beschichtungseinrichtung (1) mit einem bewegbaren Aufnahmeelement (6) zur Aufnahme und Bewegung der Kleinteile, insbesondere kontinuierliches Umwälzen oder Schütteln der Kleinteile, mit mindestens einer Abgabevorrichtung (19) zur Abgabe des Beschichtungsstoffes, insbesondere Lacks oder Pulvers, in das Aufnahmeelement, und mit mindestens einem Strahlungsgerät (20) zur Abgabe von Strahlen in das Aufnahmeelement,

Einfüllen der zu beschichtenden Kleinteile (23) in das Aufnahmeelement (6) der Bewegungseinrichtung,

Bewegen der Kleinteile in der Beschichtungseinrichtung unter gleichzeitiger zumindest intervallartiger Bestrahlung,

zumindest intervallartige, vorzugsweise kontinuierliche Abgabe des Beschichtungsstoffs durch die Abgabevorrichtung (19) auf die sich bewegenden Kleinteile und

Entfernen der Kleinteile nach einem Zeitraum der Beschichtung.
Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Abgabe des Beschichtungsstoffes die Kleinteile durch Bestrahlung auf eine Mindesttemperatur gebracht werden. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschichtungsstoff in kleinen Mengen kontinuierlich oder in kleinen Dosen durch einzelne aufeinander folgende Sprüh- oder Spritzstöße abgegeben wird, so dass der Beschichtungsstoff durch die durch die Strahlung erzeugte Temperatur und/oder Umgebungsbedingungen auf den Kleinteilen unmittelbar trocknet und/oder aushärtet. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschichtungsstoff durch Luft oder Wasserdampf unterstütztes Spritzen aufgebracht wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kleinteile Metallteile oder Kunststoffteile mit insbesondere beliebig geformten dreidimensionalen Konturen sind. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschichtungsstoff lösemittelhaltiger oder wasserlöslicher Lack, ein UV-aushärtender Lack oder Pulver ist.






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