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Dokumentenidentifikation DE102005028927A1 28.12.2006
Titel BAW-Vorrichtung
Anmelder Infineon Technologies AG, 81669 München, DE
Erfinder Aigner, Robert, Dr.-Ing., 82008 Unterhaching, DE;
Handtmann, Martin, Dr.-Ing., 81737 München, DE
Vertreter Schoppe, Zimmermann, Stöckeler & Zinkler, 82049 Pullach
DE-Anmeldedatum 22.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005028927
Offenlegungstag 28.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2006
IPC-Hauptklasse H03H 9/15(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Es wird eine BAW-Vorrichtung mit einem ersten BAW-Resonator (72, 84, 90, 96) und einem zweiten BAW-Resonator (74, 86, 92, 98) beschrieben, die zueinander antiparallel geschaltet sind, um nichtlineare Effekte insbesondere Oberschwingungen zu reduzieren.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine BAW-Vorrichtung (BAW = Bulk Acoustic Wave), wie z.B ein BAW-Filter.

BAW-Resonatoren finden aufgrund ihrer hohen Resonanzfrequenz und ihrer hohen Güte insbesondere im Mobilfunk weite Verbreitung. Die einfachste Ausführung eines BAW-Resonators weist eine dünne Schicht aus piezoelektrischem Material auf, das zwischen zwei Metallelektroden angeordnet ist. Übliche piezoelektrische Materialien sind beispielsweise Aluminiumnitrid (AlN) oder Zinkoxid (ZnO).3 zeigt einen beispielhaften BAW-Resonator 30 mit einer statischen Kapazität C, der eine Schicht aus piezoelektrischem Material aufweist, die im weiteren als Piezo-Schicht 32 bezeichnet wird und zwischen einer ersten Elektrode bzw. einer Top-Elektrode T, und einer zweiten Elektrode bzw. einer Bottom-Elektrode B angeordnet ist. Wobei die Bezeichnung Top-Elektrode bzw. Bottom-Elektrode lediglich Defintionszwecken dient und keine Einschränkung bezüglich der räumlichen Anordnung und Positionierung des BAW-Resonators bedeutet. Die Bezeichnung Top-Elektrode bzw. Bottom-Elektrode dient vielmehr der Definition der Lage dieser Elektroden relativ zu einer Polarisierung des piezoelektrischen Materials, wie es im folgenden noch erläutert wird, so dass aus einem Ersatzschaltbild, das die T- und B-Elektroden nennt, die Polarisation der jeweiligen BAW-Resonatoren hervorgeht.

Wird ein elektrisches Feld zwischen der ersten Elektrode T und der zweiten Elektrode B des BAW-Resonators 30 angelegt, so expandiert oder kontrahiert der BAW-Resonator 30 mechanisch aufgrund des reziproken bzw. inversen piezoelektrischen Effektes, wobei der Fall Expansion oder Kontraktion, wie oben erwähnt, von der Polarisation des piezoelektrischen Materials abhängt. Das bedeutet, wird das elektrische Feld umgekehrt zwischen T- und B-Elektrode angelegt, tritt der umgekehrte Fall ein. Im Fall eines Wechselfeldes wird in der Piezo-Schicht 32 eine akustische Welle erzeugt, die sich je nach Ausführung des BAW-Resonators beispielsweise als Longitudinalwelle parallel zu dem elektrischen Feld oder als Transversalwelle quer zu dem elektrischen Feld ausbreitet und beispielsweise an der Grenzfläche der Piezo-Schicht 32 reflektiert wird. Dabei treten immer dann Resonanzzustände bzw. akustische Resonanzschwingungen auf, wenn die Dicke d der Piezo-Schicht 32 gleich einem ganzzahligen Vielfachen der halben Wellenlänge &lgr; der akustischen Wellen ist. Die Grundresonanzfrequenz, also die kleinste Resonanzfrequenz fres, ist dann umgekehrt proportional zu der Dicke d der Piezo-Schicht 32. Daß heißt, der BAW-Resonator schwingt mit der von extern vorgegebenen Frequenz.

Die piezoelektrischen Eigenschaften und damit auch die Resonanzeigenschaften eines BAW-Resonators hängen von verschiedenen Faktoren ab, z.B. von dem piezoelektrischen Material, dem Herstellungsverfahren und der dem BAW-Resonator bei der Herstellung eingeprägten Polarisation und der Größe der Kristalline ab. Insbesondere die Resonanzfrequenz aber hängt, wie erwähnt, von der Dicke d der Piezo-Schicht ab.

Wie oben erwähnt, weisen BAW-Resonatoren eine elektrische Polarisation auf. Dabei hängt die Richtung der mechanischen Verformung, Extraktion oder Kontraktion, des BAW-Resonators von der Richtung des an der ersten Elektrode T und der zweiten Elektrode B angelegten elektrischen Feldes und der Richtung der Polarisation des BAW-Resonators 30 ab. Sind die Polarisation des BAW-Resonators und die Richtung des elektrischen Feldes gleich gerichtet, kontrahiert der BAW-Resonator 30 beispielsweise, während wenn die Polarisation des BAW-Resonators 30 und die Richtung des elektrischen Feldes entgegengesetzt gerichtet sind, der BAW-Resonator 30 expandiert.

BAW-Resonatoren sind in verschiedensten Konfigurationen bekannt. Typischerweise unterscheidet man sogenannte FBAR (FBAR = Film Bulk Acoustic Resonator) und SMR (SMR = Solidly Mounted Resonator). Darüber hinaus sind nicht nur BAW-Resonatoren mit einer Piezo-Schicht 32 sondern auch BAW-Resonatoren mit mehreren Piezo-Schichten bekannt.

BAW-Resonatoren werden beispielsweise für Filter eingesetzt. 4 zeigt ein Schaltbild eines möglichen BAW-Filters in Leiter-Struktur, der eine elektrische Masse 42, einen Signaleingang 44, einen Signalausgang 46, einen ersten Serienresonator 48, einen zweiten Serienresonator 50, einen dritten Serienresonator 52, einen ersten Parallelresonator 54, einen zweiten Parallelresonator 56, einen dritten Parallelresonator 58 und einen vierten Parallelresonator 60 aufweist, wobei die Serienresonatoren 48, 50, 52 in Serie zwischen den Signaleingang 44 und den Signalausgang 46 geschaltet sind und der erste Parallelresonator 54 parallel zwischen den Signaleingang 44 und die elektrische Masse 42, der zweite Parallelresonator zwischen einen Verbindungsknoten zwischen dem ersten Serienresonator 48 und dem zweiten Serienresonator 50 sowie die elektrische Masse 42, der dritte Parallelresonator 58 zwischen einen Verbindungsknoten zwischen den zweiten Serienresonator 50 und den dritten Serienresonator 52 sowie die elektrische Masse und der vierte Parallelresonator 60 parallel zwischen den Signalausgang 46 und die elektrische Masse 42 geschaltet ist. Die Serienresonatoren werden im Englischen auch als „series resonators" bezeichnet und die Parallelresonatoren als „shunt resonators". Jeder der Serien- und Parallelresonatoren weist eine Top-Elektrode T und Bottom-Elektrode B auf, die in dem Ersatzschaltbild von 4 angezeigt sind, um die Polarisation der BAW-Resonatoren anzuzeigen.

Ein Problem bei beispielsweise Filterschaltungen ist die thermische Belastung der BAW-Resonatoren. Dieses Problem kann jedoch beispielsweise durch die Methode des „Kaskadierens" von BAW-Resonatoren gelöst werden, und wird bei BAW-Bauelementen viel genutzt. Unter Kaskade soll im folgenden eine Kette bzw. Serienschaltung von Schaltelementen verstanden werden. Ein BAW-Resonator mit der statischen Kapazität C wird durch eine Kaskade von zwei BAW-Resonatoren ersetzt, die jeweils eine statische Kapazität von 2C haben, so dass die Gesamtkapazität wieder C beträgt. Im Grundsatz hat solch ein kaskadierter BAW-Resonator dieselben Impedanzeigenschaften wie ein einzelner entsprechender BAW-Resonator. Die hauptsächliche Motivation für das Kaskadieren ist, wie zuvor erwähnt, die thermische Belastung von BAW-Resonatoren um einen Faktor 4 zu reduzieren, wobei die Reduzierung der thermischen Belastung daraus resultiert, dass ein kaskadiertes Paar von BAW-Resonatoren mit der statischen Kapazität 2C um einen Faktor 4 größer als ein einzelner entsprechender BAW-Resonator mit der statischen Kapazität C ist.

Die US 005231327 A beschreibt beispielsweise einen solchen Ansatz für das Kaskadieren, bei dem ein BAW-Resonator mit der statischen Kapazität C durch eine Serienschaltung von zwei BAW-Resonatoren der statischen Kapazität 2C ersetzt wird, wobei diese zwei BAW-Resonatoren eine gemeinsame Piezo-Schicht aufweisen.

Ein weiteres Problem liegt darin, dass bei BAW-Bauelementen beispielsweise BAW-Resonatoren, BAW-Filtern oder BAW-Antennenduplexern, die direkt an der Antenne eines Mobilfunksystems betrieben werden, ein nichtlineares Verhalten zu beobachten ist. Dieses Problem tritt beispielsweise bei BAW-Antennenduplexern auf, wenn die Sendeleistungspegel 0,1W überschreiten.

Ein Nebeneffekt des oben genannten Kaskadierens ist nun, dass die Energiedichte auch um einen Faktor 4 geringer ist und damit nichtlineare Effekte bei einem kaskadierten Resonator um 6 DB reduziert sind.

Allerdings besteht ein großer Nachteil des Kaskadierens darin, dass das Kaskadieren die Größe des BAW-Bauelements erheblich erhöht, wenn dies für alle BAW-Resonatoren eines Filters gemacht wird. Es ist im allgemeinen unmöglich, das Kaskadieren für alle Resonatorzweige eines Filters zu nutzen, üblicherweise wird das Kaskadieren nur für die kleinsten BAW-Resonatoren im direkten Signalweg angewendet, beispielsweise den Serienresonatoren 48, 50, 52 in einem Filter mit Leiterstruktur gemäß 4, weil diese BAW-Resonatoren am meisten von dem Risiko des Überhitzens betroffen sind.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine BAW-Vorrichtung zu schaffen, die es dann ermöglichen wird, die nichtlinearen Eigenschaften von BAW-Resonatoren zu reduzieren ohne die Abmessungen des BAW-Resonators wesentlich zu vergrößern.

Diese Aufgabe wird durch eine BAW-Vorrichtung nach Patentanspruch 1 gelöst.

Die vorliegende Erfindung schafft eine BAW-Vorrichtung mit einem ersten BAW-Resonator und einem zweiten BAW-Resonator, die zueinander antiparallel geschaltet sind.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Beobachtung zugrunde, dass die hauptsächlichen Effekte bei dem nichtlinearen Verhalten die Erzeugung einer ausgeprägten zweiten harmonischen Welle bzw. ersten Oberwelle in dem Ausgangsspektrum des BAW-Antennenduplexers sowie Intermodulationseffekte sind. Die Hauptursache für die Nicht-Linearität liegt in der sehr hohen Energiedichte, die bei diesen Leistungspegeln in allen aktiven Schichten des BAW-Bauelements zu finden ist, so dass der Piezoeffekt selbst nicht mehr länger einer rein linearen Beziehung zwischen der Verformung bzw. Beanspruchung (stress) und dem elektrischen Feld folgt.

Der vorliegenden Erfindung liegt weiterhin die Erkenntnis zugrunde, dass sich die Oberwellen der zwei BAW-Resonatoren aufgrund der antiparallelen Verschaltung, d.h. ihrer Parallelschaltung mit zueinander umgekehrter Polarisierung, und der daraus resultierenden Umkehrung des Vorzeichens der angelegten Spannungen bzw. der daraus resultierenden Phasenverschiebungen zwischen den angelegten Spannungen reduzieren und im Idealfall bei entsprechender Dimensionierung auslöschen, so dass nichtlineare Effekte reduziert bzw. ausgelöscht werden.

Genauer ausgedrückt berücksichtigt die vorliegende Erfindung, dass für kleine Spannungen bzw. elektrische Felder eine Verformung des BAW-Resonators proportional zu dem die Verformung erzeugenden elektrischen Feld ist und umgekehrt. Für größere Spannungen bzw. elektrische Felder ist das Verhältnis zwischen dem elektrischen Feld und der dadurch erzeugten Verformung jedoch nicht mehr proportional zueinander, d.h. es wird nichtlinear. Folgende Beobachtungen und Überlegungen führten dies aufgreifend zu der vorliegenden Erfindung.

Zunächst basiert die Erfindung auf der neuartigen Beobachtung, dass der hauptsächliche Mechanismus, der die Abweichung des BAW-Resonators von dem linearen Verhalten verursacht, die Verschiebung der Resonanzfrequenz bei Vorhandensein einer Vorbeanspruchung (bias-stress) bzw. einer zusätzlichen Beanspruchung ist. Diese Vorbeanspruchung kann mechanischer oder elektrischer Natur sein und bewirkt eine Beanspruchungsversteifung (stress stiffening). Diese Beanspruchungsversteifung kann nicht durch lineare Piezo-Gleichungen beschrieben werden.

Die Vorbeanspruchung kann beispielsweise durch mechanischen Druck auf die Piezo-Schicht aber auch durch hohe Spannungen insbesondere durch große Gleichspannungen, die über die Piezo-Schicht angelegt werden, verursacht werden. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Resonanzfrequenz sich fast linear auf und ab verändert, während die Gleichspannung in einem weiten Bereich von hohen negativen Spannungen zu hohen positiven Spannungen variert bzw. gewobbelt wird. Dieser Effekt wird VCF-Effekt (VCF = Voltages Coefficient of Frequency, Frequenzspannungskoeffizient) genannt. Dabei ist die Verschiebung der Resonanzfrequenz des BAW-Resonators bezüglich der Richtung der Verschiebung von beispielsweise dem Vorzeichen der Gleichspannung abhängig und bezüglich des Betrags der Verschiebung von dem Betrag der Spannung abhängig. Die Werte für die Frequenzänderung, die für die Aluminiumnitrid basierten BAW-Resonatoren bei 2 Gigahertz gemessen wurden, lagen beispielsweisein in einem Bereich von 20 ppm/V. Für hohe Amplituden von Hochfrequenzsignalen wird diese Belastungsversteifung nun relevant und erzeugt einen starken Anteil bzw. Ton bei dem zweifachen der Frequenz des Erregersignals bzw. Eingangssignals. Hochfrequenzmessungen an dem gleichen, obengenannten BAW-Resonatoren zeigten, dass die reflektierte Leistung eine zweite harmonische bzw. erste Oberwelle aufwies, die sich bei einer Grundwelle von +30 dBm in einem Bereich von –10 dBm befand.

Basierend auf diesen Ergebnissen wurde ein Simulationsmodell realisiert, das den VCF-Effekt berücksichtigt, mit dem Fazit, dass der VCF-Effekt das nichtlineare Verhalten der BAW-Resonatoren dominiert bzw. maßgeblich beeinflusst und der Schlüssel für eine verbesserte Leistungsfähigkeit ist. Da der VCF-Effekt durch Wechsel des Vorzeichens der angelegten Spannung invertiert werden kann, ist es auch möglich, die Auswirkung des VCF-Effekts auf einen Resonator zu kompensieren, indem derselbe in zwei Bereiche gleicher Größe unterteilt wird und diese zwei Bereiche mit invertierter Phase betrieben werden, in dem nämlich ein BAW-Resonator mit einer statischen Kapazität C in zwei Bereiche unterteilt wird, wobei beide Bereiche eine statische Kapazität von C/2 haben und die zwei Bereiche in antiparalleler Konfiguration betrieben bzw. geschaltet werden, so dass sie sich wie ein BAW-Resonator der statischen Kapazität C verhalten, der jedoch erheblich reduzierte Nicht-Linearität zeigt, weil der VCF-Effekt der zwei Bereiche sich auslöscht. Die Oberschwingungen der erfindungsgemäßen BAW-Vorrichtung bzw. der zwei antiparallel geschalten BAW-Resonatoren überlagern sich, schwächen sich gegenseitig ab und löschen sich bei entsprechender Dimensionierung ganz aus.

Erfindungsgemäß werden damit BAW-Vorrichtungen geschaffen, die zwei antiparallel geschaltete BAW-Resonatoren aufweisen, und gegenüber entsprechenden, herkömmlichen BAW-Resonatoren verbesserte Eigenschaften, d.h. reduzierte nichtlineare Eigenschaften bzw. reduzierte Oberschwingungen aufweisen.

Erfindungsgemäß können damit beispielsweise Filterschaltungen verbessert werden, indem anstelle eines BAW-Resonators eine erfindungsgemäße BAW-Vorrichtung verwendet wird. Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung weisen zwei BAW-Resonatoren auf, deren Resonanzfrequenz den gleichen Wert hat und die einen gleichen VCF aufweisen, deren Resonanzfrequenz also aufgrund des VCF-Effektes eine Verschiebung in die gleiche Richtung und um den gleichen Betrag erfährt. Durch eine derartige Abstimmung wird gewährleistet, dass die Oberschwingungen der beiden den gleichen Frequenzwert aufweisen.

Ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist darüber hinaus zwei BAW-Resonatoren auf, die nicht nur die gleiche Resonanzfrequenz und den gleichen VCF haben, sondern auch die gleiche Impedanz und insbesondere die gleiche statische Kapazität aufweisen, so dass die Amplituden der Oberwellen der antiparallel geschalteten BAW-Resonatoren gleich groß sind und sich somit die ersten Oberschwingungen gegenseitig auslöschen.

Erfindungsgemäße Ausführungsbeispiele der BAW-Vorrichtung haben damit den großen Vorteil, dass sie die Linearität der BAW-Vorrichtung verbessern und die Erzeugung von Oberschwingungen erheblich reduzieren bzw. auslöschen ohne die räumlichen Anforderungen des BAW-Bauelements zu erhöhen.

Im Gegensatz zu der Kaskadierungsmethode erhöht eine BAW-Vorrichtung den für ein Filter benötigten Gesamtbereich nur geringfügig. Diese Methode ist daher höchst vorteilhaft für BAW-Resonatorzweige insbesondere für Filter, die zu groß für eine Kaskadierung sind.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend bezugnehmend auf die beiliegenden Zeichnungen detailliert erläutert. Es zeigen:

1 einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels;

2 ein Blockschaltbild eines verbesserten BAW-Filters in Leiterstruktur mit drei erfindungsgemäßen BAW-Vorrichtungen;

3 einen schematischen Querschnitt eines BAW-Resonators;

4 Blockschaltbild eines üblichen BAW-Filters in Leiterstuktur.

1 zeigt einen schematischen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels einer BAW-Vorrichtung mit einem ersten BAW-Resonator 72, der ein Piezo-Schicht 72P, eine erste Elektrode 72T und eine zweite Elektrode 72B aufweist, und einem zweiten BAW-Resonator 74, der eine Piezo-Schicht 74P, eine erste Elektrode 74T und eine zweite Elektrode 74B aufweist. Dabei ist der erste BAW-Resonator 72 von der ersten Elektrode 72T in Richtung der zweiten Elektrode 72B polarisiert und der zweite BAW-Resonator 74 ebenfalls von der ersten Elektrode 74T in Richtung der zweiten Elektrode 74B polarisiert, und die erste Elektrode 72T des ersten BAW-Resonators 72 mit der zweiten Elektrode 74B des zweiten BAW-Resonators 74 und einem ersten elektrischen Anschluss 76 der BAW-Vorrichtung elektrisch verbunden ist, während die zweite Elektrode 72B des ersten BAW-Resonators 72 mit der ersten Elektrode 74T des zweiten BAW-Resonators 74 und einem zweiten elektrischen Anschluss 78 der BAW-Vorrichtung elektrisch verbunden ist. Der Pfeil 72R zeigt eine beispielhafte Richtung einer Polarisation des ersten BAW-Resonators 72 und der Pfeil 74R eine beispielhafte Richtung einer Polarisation des zweiten BAW-Resonators 74. Dabei ist für die erfindungsgemäße BAW-Vorrichtung bzw. antiparallele Schaltung der zwei BAW-Resonatoren 72, 74 nur wesentlich, dass die Polarisationen 72R, 74R der beiden BAW-Resonatoren 72, 74 bezüglich der ersten Elektrode 72T, 74T und der zweiten Elektrode 72B, 74B die gleiche Richtung aufweisen. Alternativ kann beispielsweise die Polarisation beider BAW-Resonatoren 72, 74 auch von der zweiten Elektrode 72B, 74B zu der ersten Elektrode 72T, 74T gerichtet sein.

Die BAW-Vorrichtung besteht also aus einem antiparallel geschalteten BAW-Resonatorpaar.

Der erste BAW-Resonator 72 und der zweite BAW-Resonator 74 weisen dieselbe Kapazität, z.B. C/2 auf, so dass die BAW-Vorrichtung insgesamt als ein BAW-Resonator mit der Kapazität C wirkt, der jedoch gegenüber einem entsprechenden, üblichen BAW-Resonator der Kapazität C wesentlich reduzierte nichtlineare Eigenschaften und damit ein verbessertes Signalübertragungsverhalten bzw. Frequenzverhalten aufweist.

Wie zuvor im Stand der Technik dargestellt, gibt es verschiedenste Ausführungen von BAW-Resonatoren. So können die BAW-Resonatoren 72, 74 alternativ auch mehrere Piezo-Schichten aufweisen, auch wenn 1 nur eine Piezo-Schicht 72P, 74P zeigt. Darüber hinaus kann die BAW-Vorrichtung durch Zusammenschalten zweier separater bzw. individueller BAW-Resonatoren 72, 74 erfolgen, alternativ beispielsweise aber auch durch zwei BAW-Resonatoren 72, 74 die eine gemeinsame Piezo-Schicht aufweisen. Vorzugsweise werden für eine erfindungsgemäße BAW-Vorrichtung baugleiche BAW-Resonatoren 72, 74 verwendet.

4 zeigt ein beispielhaftes Schaltbild eines verbesserten BAW-Filters mit Leiterstruktur mit drei erfindungsgemäßen BAW-Vorrichtungen bzw. antiparallelen BAW-Resonatorpaaren als Parallelelemente, wobei eine erste erfindungsgemäße BAW-Vorrichtung 82 aus einem antiparallel geschalteten BAW-Resonatorenpaar 84 und 86, eine zweite erfindungsgemäße BAW-Vorrichtung 88 aus einem antiparallel geschalteten BAW-Resonatorenpaar 90, 92 und eine dritte erfindungsgemäße BAW-Vorrichtung 94 aus einem antiparallel geschalteten BAW-Resonatorenpaar 96 und 98 besteht. Dabei weist der erste BAW-Resonator 84 der ersten BAW-Vorrichtung 82 eine erste Elektrode 84T und eine zweite Elektrode 84B auf, der zweite BAW-Resonator 86 der ersten BAW-Vorrichtung 82 eine erste Elektrode 86T und eine zweite Elektrode 86B auf, der erste BAW-Resonator 90 der zweiten BAW-Vorrichtung 88 eine erste Elektrode 90T und eine zweite Elektrode 90B auf, der zweite BAW-Resonator 92 der zweiten BAW-Vorrichtung 88 eine erste Elektrode 92T und eine zweite Elektrode 92B auf, der erste BAW-Resonator 96 der dritten BAW-Vorrichtung 94 eine erste Elektrode 96T und eine zweite Elektrode 96B auf und der zweite BAW-Resonator 98 der dritten BAW-Vorrichtung 94 eine erste Elektrode 98T und eine zweite Elektrode 98B auf. Als viertes Parallelelement weist 2 einen üblichen BAW-Resonator 100 auf, der eine erste Elektrode 100T und eine zweite Elektrode 100B aufweist. Des Weiteren weist 2 in einem Serienpfad zwischen einem Signaleingang 102E und einem Signalausgang 102A drei herkömmliche BAW-Resonatoren auf, wobei ein erster Serien-BAW-Resonator 104 eine erste Elektrode 104T und eine zweite Elektrode 104B aufweist, ein zweiter Serien-BAW-Resonator 106 eine erste Elektrode 106T und eine zweite Elektrode 106B aufweist sowie ein dritte Serien-BAW-Resonator 108 eine erste Elektrode 108T und eine zweite Elektrode 108B aufweist. Sowohl der Signaleingang 102E (IN) als auch der Signalausgang 102A (OUT) sind auf die gemeinsame elektrische Masse 102G (GND) bezogen. Damit zeigt 2 im Vergleich zu 4 ein verbessertes BAW-Filter mit Leiterstruktur, bei dem die Parallelresonatoren 56, 58, 60 in 4 durch die erfindungsgemäßen BAW-Vorrichtungen 82, 88, 94 mit vorzugsweise gleicher Kapazität ersetzt wurden. Dabei sind die BAW-Resonatoren der einzelnen BAW-Vorrichtungen erfindungsgemäß antiparallel zueinander geschaltet, beispielsweise ist der erste BAW-Resonator 84 und der zweite BAW-Resonator 86 der ersten BAW-Vorrichtung 82 antiparallel geschaltet, was bildlich durch die Vertauschung der ersten Elektrode 86T des zweiten BAW-Resonators 86 gegenüber der ersten Elektrode 84T des ersten BAW-Resonators 84 bzw. der Vertauschung der zweiten Elektrode 86B des zweiten BAW-Resonators 86 gegenüber der zweiten Elektrode 84B des ersten BAW-Resonators 84 in dem Schaltbild dargestellt wird. Dadurch ist die erste Elektrode 84T, 90T, 96T des ersten Resonators 84, 90, 96 der BAW-Vorrichtungen 82, 88, 94 mit der zweiten Elektrode 86B, 92B, 98B des zweiten BAW-Resonators 86, 92, 98 der BAW-Vorrichtung 82, 88, 94 elektrisch verbunden und umgekehrt.

Ungeachtet des in 4 beschriebenen erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels können erfindungsgemäße BAW-Vorrichtungen überall und natürlich auch dem Serienpfad, also anstelle der Serien-BAW-Resonatoren 104, 106, 108 eingesetzt werden.

Alternativ können die BAW-Resonatoren 72, 74, 104, 106, 108 auch andere Kapazitäten als C/2 aufweisen.

Ungeachtet der zuvor dargestellten bzw. erläuterten erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiele, kann die erfindungsgemäße BAW-Vorrichtung prinzipiell auf alle BAW-Resonatorausführungen angewendet werden, so beispielsweise auch auf BAW-Resonatoren mit mehreren Piezo-Schichten, auf BAW-Resonatoren des Typs FBAR oder SMR, auf BAW-Resonatoren, deren Polaristation nicht parallel zu den Elektroden ausgerichtet ist oder bei denen beide Elektroden auf der gleichen Seite der Piezo-Schicht angeordnet sind.

Erfindungsgemäße Ausführungsbeispiele der BAW-Vorrichtungen ermöglichen daher auf effiziente und platzsparende Weise dieselben als BAW-Resonatoren, BAW-Filter oder BAW-Duplexer bzw. anstelle von BAW-Resonatoren beispielsweise in Filterschaltungen, Duplexerschaltungen oder Oszillatorschaltungen so einzusetzen, dass deren Frequenzeigenschaften verbessert werden bzw. deren Nicht-Linearitäten verringert werden.

Darüber hinaus können erfindungsgemäße BAW-Vorrichtungen nicht nur zwei BAW-Resonatoren sondern auch mehrere BAW-Resonatoren aufweisen, die antiparallel geschaltet sind. Zusammenfassend kann daher gesagt werden, dass erfindungsgemäße BAW-Vorrichtungen es ermöglichen, nichtlineare Effekte beispielsweise in BAW-Filtern zu reduzieren bzw. auszulöschen, in dem antiparallel geschaltete Resonatorenpaare oder Resonatorengruppen in diesen Filtern eingesetzt werden. Diese antiparallel geschalteten Resonatorenpaare oder Resonatorengruppen ermöglichen eine erhebliche Reduzierung der nichtlineare Effekte bzw. verringern die Erzeugung von harmonischen bzw. Oberschwingungen erheblich ohne jedoch die Abmessungen der BAW-Bauelemente oder der gesamten Filter oder die Kosten für die BAW-Bauelemente oder die gesamten Filter zu erhöhen.

30
BAW-Resonator
32
Piezo-Schicht
T
erste bzw. Top-Elektrode
B
zweite bzw. Bottom-Elektrode
42
elektrische Masse
44
Signaleingang
46
Signalausgang
48
erster Serienresonator
50
zweiter Serienresonator
52
dritter Serienresonator
54
erster Parallelresonator
56
zweiter Parallelresonator
58
dritter Parallelresonator
60
vierter Parallelresonator
72
erster BAW-Resonator
72P
Piezo-Schicht des ersten BAW-Resonators
72T
erste Elektrode des ersten BAW-Resonators
72B
zweite Elektrode des ersten BAW-Resonators
74
zweiter BAW-Resonator
74P
Piezo-Schicht des zweiten BAW-Resonators
74T
erste Elektrode des zweiten BAW-Resonators
74B
zweite Elektrode des zweiten BAW-Resonators
76
erster elektrischer Anschluss der BAW-Vorrichtung
78
zweiter elektrischer Anschluss der BAW-Vorrichtung
82
erste BAW-Vorrichtung
84
erste BAW-Resonator der ersten BAW-Vorrichtung
84T
erste Elektrode des ersten BAW-Resonators der ersten
BAW-Vorrichtung
84B
zweite Elektrode des ersten BAW-Resonators der ersten
BAW-Vorrichtung
86
zweiter BAW-Resonator der ersten BAW-Vorrichtung
86T
erste Elektrode des zweiten BAW-Resonators der ersten
BAW-Vorrichtung
86B
zweite Elektrode des zweiten BAW-Resonators der ersten
BAW-Vorrichtung
88
zweite BAW-Vorrichtung
90
erster BAW-Resonator der zweiten BAW-Vorrichtung
90T
erste Elektrode des ersten BAW-Resonators der zweiten
BAW-Vorrichtung
90B
zweite Elektrode des ersten BAW-Resonators der zweiten
BAW-Vorrichtung
92
zweiter BAW-Resonator der zweiten BAW-Vorrichtung
92T
erste Elektrode des zweiten BAW-Resonators der zweiten
BAW-Vorrichtung
92B
zweite Elektrode des zweiten BAW-Resonators der zwei
ten BAV-Vorrichtung
94
dritte BAW-Vorrichtung
96
erste BAW-Resonator der dritten BAW-Vorrichtung
96T
erste Elektrode des ersten BAW-Resonators der dritten
BAW-Vorrichtung
96B
zweite Elektrode des ersten BAW-Resonators der dritten
BAW-Vorrichtung
98
zweite BAW-Resonator der dritten BAW-Vorrichtung
98T
erste Elektrode des zweiten BAW-Resonators der dritten
BAW-Vorrichtung
98B
zweite Elektrode des zweiten BAW-Resonators der drit
ten BAW-Vorrichtung
100
üblicher BAW-Resonator
100T
erste Elektrode des üblichen BAW-Resonators
100B
zweite Elektrode des üblichen BAW-Resonators
102E
Signaleingang
102A
Signalausgang
102G
elektrische Masse


Anspruch[de]
BAW-Vorrichtung (BAW = Bulk Acoustic Wave), mit folgenden Merkmalen:

mit einem ersten BAW-Resonator (72, 84, 90, 96) und einem zweiten BAW-Resonator (74, 86, 92, 98), die zueinander antiparallel geschaltet sind.
BAW-Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der eine Resonanzfrequenz des ersten BAW-Resonators (72, 84, 90, 96) und eine Resonanzfrequenz des zweiten BAW-Resonators (74, 86, 92, 98) den gleichen Wert aufweisen. BAW-Vorrichtung nach Anspruch 2, bei der die Resonanzfrequenz des ersten BAW-Resonators (72, 84, 90, 96) und die Resonanzfrequenz des zweiten BAW-Resonators (74, 86, 92, 98) eine gleiche Verschiebung in Betrag und Richtung der Resonanzfrequenz aufgrund eines VCF-Effektes (VCF = Voltage Coefficient of Frequency) aufweisen. BAW-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der eine Impedanz des ersten BAW-Resonators (72, 84, 90, 96) und eine Impedanz des zweiten BAW-Resonators (84, 86, 92, 98) gleich sind. BAW-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der eine Kapazität des ersten BAW-Resonators (72, 84, 90, 96) und eine Kapazität des zweiten BAW-Resonators (74, 86, 92, 98) gleich sind und einen Wert C/2 aufweisen und somit die BAW-Vorrichtung eine Gesamtkapazität C aufweist. BAW-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der der erste BAW-Resonator (72, 84, 90, 96) und der zweite BAW-Resonator (74, 86, 92, 98) baugleich sind. BAW-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, die als Resonator ausgebildet ist. BAW-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der die erste Elektrode 72T des ersten BAW-Resonators 72 mit der zweiten Elektrode 74B des zweiten BAW-Resonators 74 und einem ersten elektrischen Anschluss 76 der BAW-Vorrichtung elektrisch verbunden ist und die zweite Elektrode 72B des ersten BAW-Resonators 72 mit der ersten Elektrode 74T des zweiten BAW-Resonators 74 und einem zweiten elektrischen Anschluss 78 der BAW-Vorrichtung elektrisch verbunden ist und ferner die BAW-Resonatoren 72, 74 bzgl. ihrer ersten Elektrode 72T, 74T und ihrer zweiten Elektrode 7B, 74B die gleiche Polarisation aufweisen. BAW-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, die als Filter ausgebildet ist. BAW-Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, die als Duplexer ausgebildet ist.






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