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Dokumentenidentifikation DE102005029968A1 11.01.2007
Titel Anordnung von Drehwinkelgebern
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Hefftler, Victor, Dr.-Ing., 01640 Coswig, DE;
Halbach, Lutz, 01640 Coswig, DE;
Keil, Tasso, 01445 Radebeul, DE
DE-Anmeldedatum 28.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005029968
Offenlegungstag 11.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.01.2007
IPC-Hauptklasse B41F 13/008(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01P 3/42(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Anordnung von Drehwinkelgebern für die Synchronisierung der Drehbewegung zweier benachbarter Rotationskörper.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zu schaffen, die ohne zusätzliche Lagegeber und mit geringem wirtschaftlichen Aufwand Synchronitätsfehler bei der Schwenkbewegung eines Rotationskörpers relativ zu einem benachbarten Rotationskörper, wobei die Rotationskörper voneinander mechanisch unabhängige Antriebe aufweisen, beseitigt.
Die Aufgabe wird gelöst mit einem ersten und zweiten Drehwinkelgeber zur Erfassung der Drehwinkellage des ersten und zweiten Rotationskörpers, wobei
- der zweite Drehwinkelgeber einen zentrisch und drehfest auf der Drehachse des zweiten Rotationskörpers gelagerten Rotor aufweist,
- der Stator des zweiten Drehwinkelgebers drehwinkelspielfrei gelagert ist
- und Mittel vorgesehen sind, die den Stator (6.S) auf den Abwälzpunkt der Rotationskörper in der ersten Betriebsart ausrichten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anordnung von Drehwinkelgebern für die Synchronisierung der Drehbewegung zweier benachbarter Rotationskörper gemäß dem Oberbegriff des ersten Patentanspruchs.

In zunehmendem Maße werden Rotationsdruckmaschinen, beispielsweise Bogenoffsetdruckmaschinen, eingesetzt, bei denen einzelne Zylinder aus dem zentralen durchgehenden Antriebsräderzug, der von mindestens einem Hauptantrieb angetrieben wird, ausgegliedert und einzeln angetrieben werden. Beispielsweise können Plattenzylinder einen separaten Antriebsmotor (Einzelantrieb) besitzen, um z.B. alle Plattenzylinder gleichzeitig in die Plattenwechselposition zu drehen und den Plattenwechsel an allen Druckwerken gleichzeitig durchzuführen. Dadurch werden Rüstzeiten eingespart.

Zur Synchronisierung der Drehbewegung einzeln angetriebener Plattenzylinder mit den jeweils benachbarten Gummituchzylindern, die gemeinsam mit den weiteren Trommeln oder Zylindern über einen zentralen Antriebsräderzug von einem Hauptantrieb angetrieben werden, sind sowohl auf der Antriebswelle des Plattenzylinders als auch auf der Welle des benachbarten Gummituchzylinders Drehwinkelgeber angeordnet, deren Stator (Gehäuse) mittels einer beliebig angeordneten Verdrehsicherung mit dem Maschinengestell verbunden ist. Aus den gemessenen Drehwinkelwerten des Drehwinkelgebers am Gummituchzylinder werden die Drehwinkel-Sollwerte für die Regelung des Einzelantriebes am Plattenzylinder ermittelt und dem Antriebsregler des Einzelantriebes zugeführt. Durch die synchrone Rotation der benachbarten Zylinder soll sichergestellt werden, dass die Mantelflächen stets schlupffrei aufeinander abrollen und keine Relativbewegungen an den Kontaktstellen der Mantelflächen zustande kommen, die die Druckbildübertragung beeinträchtigen oder den Verschleiß an Zylinderoberflächen und den zugeordneten Schmitzringen fördern. Schmitzringe sind jeweils paarweise seitlich auf der Welle des Plattenzylinders und des Gummituchzylinders angeordnet und rollen kraftschlüssig aufeinander ab, um einen konstanten Achsabstand (konstante Pressung der Gummituchoberfläche) und eine mechanische Feinsynchronisierung zu sichern.

Besondere Maßnahmen zur Synchronisierung sind dann erforderlich, wenn einer der miteinander synchronisierten Zylinder relativ zum anderen die Lage seiner Drehachse ändert, wie dies bei Gummituch- und Plattenzylinderpaarungen der Fall ist. Zu Beginn eines Druckprozesses muss ein am Druck beteiligter Gummituchzylinder, der das Druckbild vom Plattenzylinder auf den Bedruckstoff übertragen soll, an den Druckzylinder angestellt werden (Druck-an-Position), bei Druckunterbrechungen muss er von diesem abgeschwenkt werden (Druck-ab-Position). Hierzu ist der Gummituchzylinder in Exzenterlagern oder Schwingen gelagert. Bei Verwendung eines Exzenterlagers ist die Welle des Gummituchzylinders exzentrisch bezüglich der Drehachse des Exzenterlagers in der Seitenwand gelagert.

Aufgrund der geringen Schwenkwege verbleibt der Gummituchzylinder selbst in der Druck-ab-Position im Zahneingriff mit dem Antriebsräderzug (Antriebszahnrad am benachbarten Druckzylinder), so dass der abschwenkende Gummituchzylinder eine Drehung infolge des Abrollens der Zahnflanken am Zahneingriffspunkt vollzieht. Diese Drehung wird überlagert von einer translatorischen Bewegung der Zylinderwelle infolge der Drehung des Exzenterlagers. Den Bewegungskomponenten der Schwenkbewegung ist die Drehbewegung der Druckmaschine überlagert.

Innerhalb eines ersten Schwenkwinkelbereiches (Kontaktbereich) vollzieht sich die translatorische Schwenkbewegung des Gummituchzylinders näherungsweise tangential zur Plattenzylinderoberfläche, so dass das Gummituch in Kontakt mit der auf dem Plattenzylinder aufgespannten Druckplatte bleibt. Auch die den Gummituch- und Plattenzylindern beiderseitig zugeordneten Schmitzringe, bleiben in der Anfangsphase des Abschwenkens miteinander in Kontakt. Aufgrund des Oberflächenkontaktes der aufeinander abrollenden Zylinder und zugeordneten Schmitzringe ist eine exakt synchrone Rotation der Rotationskörper zumindest innerhalb des Kontaktbereiches zur Vermeidung von Verschleiß anzustreben.

In einem zweiten Schwenkwinkelbereich außerhalb des Kontaktbereiches entfernt sich der Gummituchzylinder vom Plattenzylinder bis in eine Druck-ab-Position, in der kein Kontakt der Zylinderoberflächen und Schmitzringe mehr besteht. Dieser zweite Bereich ist für die Synchronisierung der Drehbewegung beider Zylinder weniger problematisch.

Synchronisierungsprobleme beim Schwenken im Kontaktbereich entstehen dadurch, dass nur die Rotationsbewegung des Gummituchzylinders beim Abrollen der Zahnflanken auf dem Antriebszahnrad des Druckzylinders während des Abschwenkens durch den an der Gummituchzylinderwelle angeordneten Drehwinkelgeber erfasst und über die Antriebsregelung des Einzelantriebs danach die Drehwinkelposition des Plattenzylinders synchron nachgeführt werden kann. Dagegen ist die Erfassung der translatorischen Bewegung der Zylinderwelle mit dem Drehwinkelgeber nicht möglich, so dass die tangentiale Verschiebung der Gummituchzylinderoberfläche relativ zur Plattenzylinderoberfläche nicht von der Antriebsregelung erkannt wird und demzufolge auch nicht mit einer äquivalenten zusätzlichen Drehung des benachbarten Plattenzylinders nachvollzogen wird.

Der Plattenzylinder wird durch den reibschlüssigen Oberflächenkontakt zwischen Gummituch und Druckplatte bzw. zwischen den Schmitzringen zu einer Drehung veranlasst. Dem wirkt aber die Positionsregelung des Plattenzylinderantriebes, die die Verschiebung der Gummituchzylinderwelle nicht erfasst, entgegen.

Beim Abschwenken des Gummituchzylinders im Kontaktbereich geht deshalb die Drehwinkel-Soll-Lage des benachbarten, einzeln angetriebenen Plattenzylinders gegenüber dem Gummituchzylinder verloren und es kommt zu einem Schlupf zwischen Gummituch und Druckplatte sowie zwischen den Schmitzringen und damit zu einem unerwünschten Drehmomentensprung am Einzelantrieb sowie zu einem Verwischen des Druckbildes. Schwingungen in der Druckmaschine und Druckstörungen sind weitere Folgen.

Das gleiche Problem tritt beim Zurückschwenken des Gummituchzylinders an den Plattenzylinder auf.

Aus der DE 197 20 952 C2 ist eine Drehwinkelkorrektureinrichtung für einen schwenkbaren Zylinder mit Einzelantrieb bekannt, die mit Hilfe zusätzlicher Messmittel entweder die Translationsbewegung der Zylinderachse bestimmt oder den Schwenkwinkel erfasst und einer mehrstufigen Regeleinrichtung zuführt, die daraus den erforderlichen Korrekturwinkel für den Einzelantrieb ermittelt zur Unterdrückung von Relativbewegungen zwischen den benachbarten Zylinderoberflächen. Nachteilig ist der wirtschaftliche Aufwand für zusätzliche Lagegeber und Regelungseinrichtungen.

Andere bekannte Lösungen beinhalten konstruktive Näherungslösungen zur selbsttätigen Lageanpassung des Drehwinkelgebers am bewegten Zylinder, um die translatorische Bewegungskomponente der Stellbewegung über eine äquivalente Nulllageänderung des Drehwinkelgebers in die Lagesynchronisierung einbeziehen zu können. Diese Varianten sind konstruktiv aufwändig und für jede Anordnung individuell auszulegen. Weiterhin sind Schwenkbewegungen nur jeweils des Gummituchzylinders erfassbar. Eine zusätzliche Bewegung des Plattenzylinders kann nicht berücksichtigt werden.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Anordnung zu schaffen, die ohne zusätzliche Lagegeber und mit geringem wirtschaftlichen Aufwand Synchronitätsfehler bei der Schwenkbewegung eines Rotationskörpers relativ zu einem benachbarten Rotationskörper, wobei die Rotationskörper voneinander mechanisch unabhängige Antriebe aufweisen, beseitigt.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des ersten Anspruchs gelöst.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass im Kontaktbereich der Schwenkbewegung eine Synchronität der Drehbewegung bzgl. der relativen Drehwinkellage und der Rotationsgeschwindigkeit zwischen den benachbarten Rotationskörpern gewährleistet ist. Die erfindungsgemäße Drehwinkelgeberlagerung ermöglicht mit einfachen Mitteln die Nachführung insbesondere der Plattenzylinderdrehwinkellage bei kleinen Schwenkwinkeln des Gummituchzylinders, so dass beim Auftreffen der Schmitzringe von Gummituch- und Plattenzylinder die absolute Drehwinkelposition und die Drehgeschwindigkeit übereinstimmen. Damit wird der Verschleiß gesenkt und die Druckqualität angehoben. Von besonderem Vorteil ist die erfindungsgemäße Anordnung überall dort, wo eine konstruktive Verbindung zwischen den Drehwinkelgeberlagerungen, die den synchronisierbaren Schwenkwinkelbereich erweitern würden, wegen ungünstiger Einbauverhältnisse nicht möglich ist.

Die erfindungsgemäße Drehwinkelgeberlagerung ist nicht auf Gummituchzylinderbewegungen in Bogenoffset-Druckmaschinen beschränkt, sondern sie ist überall dort für die Synchronisierung der relativen Drehwinkellagen zweier zusammenwirkender Rotationskörper nutzbar, wo benachbarte Rotationskörper mit unterschiedlichen Antriebsquellen verbunden sind und Lageveränderungen einer Drehachse gegenüber einer anderen Drehachse auftreten.

Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Die dazugehörige Zeichnung zeigt in

1 eine Darstellung der Drehwinkelgeberlagerung an einer Plattenzylinder/Gummituchzylinderpaarung einer Bogenoffsetdruckmaschine

1 zeigt in schematischer Darstellung einen Druckwerksausschnitt einer Bogenoffsetdruckmaschine in Seitenansicht mit einem einfachgroßen Plattenzylinder 1 und einem schwenkbaren einfachgroßen Gummituchzylinder 2, der dazu mit seinen Wellenzapfen 12 beiderseitig in Exzenterlagern 4 gelagert ist. Dem Plattenzylinder 1 ist ein erster Antrieb zugeordnet, der beispielsweise ein bekannter Einzelantrieb sein kann, der der Welle 10 des Plattenzylinders 1 zugeordnet ist und der von einem Antriebsregler bzgl. Drehwinkellage, Rotationsgeschwindigkeit und Beschleunigung mit dem Gummituchzylinder 2 synchronisiert wird. Der Gummituchzylinder 2 wird über einen zentralen Antriebsräderzug von einem zweiten (Haupt-)Antrieb angetrieben. Zwischen Plattenzylinder 1 und Gummituchzylinder 2 besteht keine mechanische Antriebsverbindung.

Dem einzeln angetriebenen Plattenzylinder 1 sind Schmitzringe auf beiden Wellenzapfen 10 zugeordnet, die in bekannter Weise mit zwei weiteren Schmitzringen auf der Welle 12 des Gummituchzylinders 2 zusammenwirken. Die Schmitzringe rollen paarweise kraftschlüssig aufeinander ab. Aus Vereinfachungsgründen wurde in der 1 nicht zwischen dem Kontakt der Schmitzringe und dem Kontakt der Zylinderoberflächen differenziert.

Auf der Welle 10 des Plattenzylinders 1 ist ein erster Drehwinkelgeber 5 zur Erfassung der absoluten Drehwinkellage (Inkrementalgeber bzw. Encoder) zentrisch angeordnet, dessen Rotor 5.R drehfest mit der Plattenzylinderwelle 10 verbunden ist und dessen Stator 5.S (Drehwinkelgebergehäuse) drehbeweglich auf der Welle 10 gelagert ist. Analog zum ersten Drehwinkelgeber 5 ist ein zweiter Drehwinkelgeber 6 auf der Welle 12 des benachbarten Gummituchzylinders 2 zentrisch gelagert. Die Welle 12 kann durch Drehung der Exzenterlager 4 von einer „Druck-an" -Position über eine Zwischenposition in eine „Druck-ab"-Position geschwenkt werden.

Während der Stator 5.S des Drehwinkelgebers 5 am Plattenzylinder 1 über eine beliebig angeordnete Statorabstützung als Verdrehsicherung für das Drehwinkelgebergehäuse gegenüber dem Maschinengestell lagefixiert ist, ist am Stator 6.S eine biegesteife Statorabstützung 7 fest und in radialer Richtung angeordnet, die eine drehwinkelspielfreie Lagerung des Stators 6.S sichert. Erfindungsgemäß ist die Statorabstützung 7 an ihrem vom Stator 6.S abgewandten Ende an einem gestellfesten Anschlag 8 drehbeweglich gelagert, um die Schwenkbewegung des Gummituchzylinders 2 nachzuvollziehen, wobei der Drehpunkt im Abwälzpunkt der Rotationskörper 1, 2 in der Druck-an-Stellung des Gummituchzylinders 2 in der ersten Betriebsart liegt. Die Statorabstützung 7 ist beispielsweise als eine am Drehwinkelgebergehäuse angeschweißte stabförmige Verdrehsicherung ausgebildet. Am freien Ende liegt die Statorabstützung 7 an einer Anschlagkontur an, die so ausgerichtet ist, dass die verlängerte Längsachse der Statorabstützung 7 auf den Mittelpunkt der Drehachse des Plattenzylinders 1 gerichtet ist. Die Statorabstützung 7 ist zur spielfreien Lagerung am Anschlag 8 über eine Zugfeder 9 kraftschlüssig mit dem Anschlag 8 verbunden. Da die Schwenkbewegungen des Gummituchzylinders 2 auch eine Änderung des Abstandes zum Anschlag 8 bewirken, ist die Statorabstützung 7 in ihrer Längsrichtung am Anschlag 8 verschiebbar gelagert. Die Statorabstützung 7 kann ebenso in einem Drehlager mit dem Anschlag 8 verbunden sein. Dies erfordert dann jedoch eine längenvariable Gestaltung der Statorabstützung 7, die dazu beispielsweise zweiteilig mit in Längsrichtung überlappenden Teilen ausgebildet ist, die in Längsrichtung relativ zueinander beweglich sind. Dies kann beispielsweise mit einer Teleskopführung realisiert werden, wobei ein Teil der Statorabstützung 7 eine Führungshülse für den zweiten, darin gleitend geführten Teil bildet, der am Anschlag 8 gelagert ist. Selbstverständlich sind auch andere konstruktive Lösungen zur Kompensation der Abstandsänderung zwischen Anschlag 8 und Gummituchzylinder 2 im Rahmen der Erfindung möglich.

Zur Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung:

In der „Druck-an"-Position (erste Betriebsart) ist der Gummituchzylinder 2 in bekannter Weise sowohl an den Plattenzylinder 1 als auch an einen (nicht dargestellten) Druckzylinder angestellt und überträgt das Druck(teil)bild vom Plattenzylinder 1 auf die auf dem Druckzylinder geführten Bogen. Der zweite Drehwinkelgeber 6 auf der Welle 12 des Gummituchzylinders 2 erfasst den zeitlichen Verlauf der Drehwinkelwerte des Gummituchzylinders 2 und übermittelt diese an die Antriebsregelung des Einzelantriebes für den Plattenzylinder 1, um die Rotation des Plattenzylinders 1 mit dem vom Antriebsräderzug angetriebenen Gummituchzylinder 2 zu synchronisieren. Beide Zylinder 1, 2 rotieren somit mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit und mit einer vorgegebenen relativen Drehwinkellage.

Wird der Gummituchzylinder 2 durch Verdrehen der Exzenterlager 4 vom Druckzylinder und Plattenzylinder 1 auf einer entsprechend der vom Exzenterlager 4 vorgegebenen gekrümmten Bahn abgeschwenkt, um die Druck(teil)bildübertragung auf den Bogen zu unterbrechen (zweite Betriebsart), liegt der Schwenkweg im Millimeterbereich. Dabei bleibt der Zahneingriff der Antriebsräder von Gummituch- und Druckzylinder fortbestehen. Beim Abschwenken kommt es deshalb neben der Verschiebung des Gummituchzylinders 2 gegenüber dem Plattenzylinder 1 zu einer Abrollbewegung des Antriebszahnrades des Gummituchzylinders 2 auf dem Druckzylinderzahnrad um den Zahneingriffspunkt, die eine zusätzliche Drehung des Gummituchzylinders 2 bewirkt. Diese Zylinderdrehung wird vom zweiten Drehwinkelgeber 6 erfasst und daraufhin der Plattenzylinder 1 durch die Antriebsregelung des Einzelantriebes synchron ebenfalls um diesen Winkel verdreht, so dass es deswegen zu keiner Relativbewegung an den Kontaktstellen mit dem Plattenzylinder 1 (Gummituch-Druckplatte, Schmitzringe) kommt.

Zur Abrollbewegung infolge Zahneingriffs zum Druckzylinder kommt die Translation der Drehachse des Gummizylinders 2 annähernd tangential zur Oberfläche des Plattenzylinders 1 hinzu, die zur Vermeidung von verschleißförderndem Schlupf an den Kontaktstellen zwischen Platten- und Gummituchzylinder 1, 2 und dadurch bedingten Abweichungen von der vorgegebenen Drehwinkel-Relativlage durch eine zusätzliche Rotation des Plattenzylinders 1 mit einer dem Translationsweg entsprechenden Umfangsdrehung kompensiert werden muss.

Mit der erfindungsgemäßen Abstützung des Stators 6.S des Drehwinkelgebers 6 wird erreicht, dass beim Abschwenken des Gummituchzylinders 2 der Stator 6.S entgegen der Drehrichtung des Gummituchzylinders 2 um einen Winkel gedreht wird. Da vom Stator 6.S der Nullpunkt der Drehwinkelmessung vorgegeben wird, stellt die Verdrehung des Nullpunktes entgegen der Drehrichtung für die Antriebsregelung eine zusätzliche Drehung des Rotors 6.R des Drehwinkelgebers 6 dar. Der Gummituchzylinder 2 ändert also infolge der Translationsbewegung scheinbar seine Winkellage in Drehrichtung. Die Antriebsregelung korrigiert daraufhin die Drehwinkellage des Plattenzylinders 1 ebenfalls mit einer Vorwärtsdrehung gleichen Betrages.

Die Korrekturdrehung des Plattenzylinders 1 ergibt einen Umfangsweg, der dem Translationsweg eines Oberflächenpunktes auf dem Gummituchzylinder 2 näherungsweise entspricht. Die Güte der Annäherung von Umfangsweg und Translationsweg verbessert sich mit abnehemendem Schwenkwinkel, d.h. zunehmender Annäherung des Gummituchzylinders 2 an seine Druck-an-Position, so dass der Plattenzylinder 1 bei Wiederherstellung des Oberflächenkontaktes der Schmitzringe exakt synchron mit dem Gummituchzylinder 2 rotiert.

Somit vollzieht der Plattenzylinder mit seiner Korrekturdrehung die translatorische Verlagerung des Gummituchzylinders 2 nach, ohne dass es zu einem Verlust der Drehwinkellagezuordnung der beiden Zylinder kommt.

Die Genauigkeit der Synchronisierung ist bei dieser Anordnung abhängig von der Streubreite der zu verarbeitenden Bedruckstoffdicken, da von der Bedruckstoffdicke die Endstellung des Gummizylinders 2 und damit die Lage des Abwälzpunktes abhängen. Es ist daher möglich, dass bei extremen Bedruckstoffstärken der Abwälzpunkt von Platten- und Gummituchzylinder 1, 2 und der gestellfeste Ort für den Anschlag 8 der Statorabstützung 7 geringfügig auseinanderdriften. Das "Übersetzungsverhältnis" Translationsweg/Statordrehung wird davon jedoch praktisch nicht beeinflusst, so dass die erfindungsgemäße Drehwinkelgeberlagerung im kritischen Kontaktbereich der Zylinder die synchrone Rotation gewährleistet.

Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen

1
erster Rotationskörper, Plattenzylinder
2
zweiter Rotationskörper, Gummituchzylinder
3
4
Exzenterlager
5
erster Drehwinkelgeber
5.R
Rotor
5.S
Stator
6
zweiter Drehwinkelgeber
6.R
Rotor
6.S
Stator
7
Statorabstützung
8
Anschlag
9
Zugfeder
10
Welle, Wellenzapfen
12
Welle, Wellenzapfen


Anspruch[de]
Anordnung von Drehwinkelgebern für die Synchronisierung der Drehbewegung zweier benachbarter Rotationskörper, wobei

– der erste Rotationskörper (1) gestellfest gelagert ist und von einem ersten Antrieb angetrieben wird,

– der zweite Rotationskörper (2) von einem zweiten Antrieb angetrieben wird,

– der zweite Rotationskörper (2) in einer ersten Betriebsart mit einer vorgegebenen relativen Drehwinkellage und schlupffrei auf dem ersten Rotationskörper (1) abrollt,

– der zweite Rotationskörper (2) schwenkbar gelagert ist und in einer zweiten Betriebsart relativ zum ersten Rotationskörper (1) Schwenkbewegungen ausführt,

mit einem ersten und zweiten Drehwinkelgeber (5, 6) zur Erfassung der Drehwinkellage des ersten und zweiten Rotationskörpers (1, 2),

wobei

– der zweite Drehwinkelgeber (6) einen zentrisch und drehfest auf der Drehachse des zweiten Rotationskörpers (2) gelagerten Rotor (6.R) aufweist,

– der Stator (6.S) des zweiten Drehwinkelgebers (6) drehwinkelspielfrei gelagert ist,

dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, die den Stator (6.S) auf den Abwälzpunkt der Rotationskörper (1, 2) in der ersten Betriebsart ausrichtet.
Anordnung nach Anspruch 1, dass als Mittel zur Ausrichtung des Stators (6.S) eine Statorabstützung (7) vorgesehen ist, die fest und in radialer Richtung am Stator (6.S) angeordnet und an ihrem anderen Ende an einem gestellfesten Anschlag (8) drehbeweglich gelagert ist, wobei der Drehpunkt im Abwälzpunkt der Rotationskörper (1, 2) in der ersten Betriebsart liegt. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Statorabstützung (7) mittels Feder (9) kraftschlüssig am Anschlag (8) gelagert ist. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Statorabstützung (7) am Anschlag (8) in einem Drehlager gelagert ist und zum Ausgleich von Abstandsänderungen zwischen der Drehachse des zweiten Rotationskörpers (2) und dem Anschlag (8) längenvariabel ausgebildet ist. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Statorabstützung (7) zweiteilig mit in Längsrichtung überlappenden Teilen ausgebildet ist, die in Längsrichtung relativ zueinander beweglich sind. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Statorabstützung (7) eine Teleskopführung aufweist. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Antrieb ein Einzelantrieb ist.






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