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Dokumentenidentifikation DE102005033308A1 25.01.2007
Titel Rohrleitung für ein Rohrpostsystem
Anmelder Swisslog Rohrpostsysteme GmbH, 26655 Westerstede, DE
Erfinder Hellmers, Alrich, 26817 Rhauderfehn, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner Anwaltssozietät GbR, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 16.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005033308
Offenlegungstag 25.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.01.2007
IPC-Hauptklasse F16L 9/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Rohrleitung für ein Rohrpostsystem und insbesondere zur Verlegung im Erdreich, mit einem inneren Fahrrohr (11) und einer Ummantelung (13) für das Fahrrohr. Erfindungsgemäß ist die Ummantelung (13) aus mindestens einer elastischen Lage (14, 15), insbesondere einer Lage Luftpolsterfolie, gebildet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Rohrleitung für ein Rohrpostsystem und insbesondere zur Verlegung im Erdreich, mit einem (inneren) Fahrrohr und einer Ummantelung für das Fahrrohr.

Das Fahrrohr für ein Rohrpostsystem weist einen genau definierten Durchmesser auf. Abweichungen hiervon verringern den Wirkungsgrad des Rohrpostsystems oder gefährden den Transport der Güter. Zum Schutz vor Beschädigungen kann das Fahrrohr ummantelt sein. Dies gilt insbesondere bei einer Verlegung des Fahrrohres im Erdreich. Die Ummantelung schützt das Fahrrohr und bewirkt eine thermische Isolierung zur Vermeidung von Kondensatbildung im Fahrrohr.

Bekannt ist die Ausbildung der Ummantelung durch ein aufschäumendes Material. Dieses ist nach dem Aufschäumen relativ hart und unflexibel. Bei Verwendung eines äußeren Rohres außerhalb der Ummantelung kann durch das Aufschäumen ein unerwünschter Druck auf das Fahrrohr entstehen. Gleiches gilt bei Verlegung der Rohrleitung unter einem Radius. Schlimmstenfalls kann der Innendurchmesser des Fahrrohres stellenweise so weit verringert werden, dass die Transportfunktion nicht mehr gewährleistet ist oder sogar Risse oder Brüche im Fahrrohr entstehen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer Rohrleitung ohne die genannten Nachteile.

Die erfindungsgemäße Rohrleitung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung aus mindestens einer elastischen Lage, insbesondere einer Lage Luftpolsterfolie gebildet ist. Die elastische Lage kann stellenweise auftretenden Druck aufnehmen und verteilen, so dass das Fahrrohr deutlich weniger belastet wird, als bei einer aufgeschäumten und anschließend starren Ummantelung. Als elastische Lage ist vorzugsweise mindestens eine Luftpolsterfolie vorgesehen. Luftpolsterfolien sind aus der Verpackungstechnik bekannt und werden insbesondere zum Schutz gegen Transportbeschädigungen als Umhüllungsmaterial verwendet. Bekannt ist auch die Verwendung der Luftpolsterfolie als Wärmedämmung im Winter in Gewächshäusern.

Vorteilhafterweise ist die elastische Lage, insbesondere die Luftpolsterfolie, Stoß an Stoß um das Fahrrohr gewickelt, mit einer sich parallel zum Fahrrohr erstreckenden Längsnaht. Möglich ist auch eine Wicklung mit einem Überlappungsbereich.

Vorzugsweise besteht die Ummantelung aus zwei oder mehr elastischen Lagen. Insbesondere sind die entstehenden Stöße, Nähte oder Überlappungen versetzt zueinander angeordnet, auch bis zu 180°.

Vorteilhafterweise sind die elastischen Lagen getrennt voneinander auf das Fahrrohr aufgewickelt, nämlich zunächst eine Lage und anschließend eine darüber liegende Lage. Alternativ können die mehreren Lagen durch eine Wicklung um das Fahrrohr gebildet sein, wobei sich die Wicklung über 720° oder mehr erstreckt.

Möglich ist auch eine spiralförmige Wicklung der elastischen Lage um das Fahrrohr, mit einem Winkel der Wickelrichtung zur Senkrechten auf die Längserstreckung des Fahrrohres. Durch fortschreitende Wicklung ergibt sich so automatisch eine fortschreitende Abdeckung des Fahrrohres in Längsrichtung.

Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung sind die Übergänge zwischen der elastischen Lage und benachbarten Teilen durch Dichtmittel verschlossen. Dies gilt auch für Übergänge zwischen benachbarten Rändern der elastischen Lage oder zwischen Rändern und weiteren Bereichen der elastischen Lage. Als Dichtmittel sind vorzugsweise Klebestreifen vorgesehen, die sich in Längsrichtung der Übergänge erstrecken und diese dabei vorzugsweise überdecken.

Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung ist zusätzlich ein äußeres Rohr vorgesehen, insbesondere zum Schutz der Ummantelung. Das äußere Rohr kann ein Wellrohr sein mit Wellen senkrecht zur Längserstreckung des Fahrrohres. Wellrohre sind aus verschiedenen Anwendungen bekannt. Bevorzugt wird hier ein doppelwandiges Wellrohr bzw. ein Wellrohr in Verbundrohrbauweise. Das Wellrohr ist dann außen gewellt und weist zusätzlich ein Innenrohr auf, welches schwächer oder nicht gewellt ist. Das Wellrohr ist dadurch besonders belastbar und zusätzlich zur Ummantelung wärmeisolierend.

Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung sind auf Endbereichen des Fahrrohres Endkappen nach Art von Manschetten angeordnet. Die Endlappen sind mit den Endbereichen vorzugsweise verklebt oder verschweißt, und zwar außerhalb der Ummantelung. Vorzugsweise schließt ein äußeres Rohr, insbesondere ein Wellrohr mit der Manschette ab. Dabei kann die Manschette einen umlaufenden offenen Schlitz aufweisen, in dem ein umlaufender Rand des äußeren Rohres liegt. Manschette und äußeres Rohr sind so sicher miteinander verbunden. Der Schlitz ist vorzugsweise radial außen offen, so dass das äußere Rohr mit seinem umlaufenden Rand von außen nach (radial) innen in den Schlitz eintreten kann. Die Ummantelung erstreckt sich nur unter dem äußeren Rohr, nicht unter den Manschetten.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung im Übrigen und aus den Ansprüchen. Vorteilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine erfindungsgemäße Rohrleitung in perspektivischer Darstellung,

2 einen Ausschnitt A aus 1,

3 einen Ausschnitt B aus 1,

4 einen Längsschnitt durch einen Teil der Rohrleitung gemäß 1,

5 eine perspektivische Darstellung einer Rohrleitung ähnlich 1,

6 einen Ausschnitt C aus 5,

7 einen Querschnitt durch die Rohrleitung gemäß 1 bzw. 5,

8 einen Längsschnitt durch ein doppelwandiges Wellrohr.

Die in 1 gezeigte Rohrleitung 10 ist vorgesehen für ein Rohrpostsystem und zur Verlegung im Erdreich. Die Rohrleitung ist mehrlagig aufgebaut, nämlich mit einem inneren Fahrrohr 11, einem äußeren Wellrohr 12 und einer Ummantelung 13 zwischen Fahrrohr 11 und Wellrohr 12.

Die Ummantelung 13 ist hier aus zwei elastischen Lagen gebildet, nämlich aus zwei Lagen 14, 15 einer Luftpolsterfolie, siehe auch 7. Jede Lage 14, 15 ist für sich gewickelt, nämlich Stoß an Stoß. In 7 sind auch die Stöße 17 der inneren Lage 15 und die hierzu um 180° versetzt angeordneten Stöße 16 der äußeren Lage 14 erkennbar. Andere Wicklungstechniken sind möglich.

Die Luftpolsterfolie ist als solche bekannt und wird unter anderem in Gewächshäusern zur Wärmedämmung in der kalten Jahreszeit verwendet und kann unterschiedlich ausgeführt sein, beispielsweise transparent mit innen liegenden Noppen, so dass sich insgesamt ein dreilagiger Aufbau je Luftpolsterfolie ergibt. Die Ummantelung 13 ist hochwärmedämmend und zugleich elastisch, so dass ein gegebenenfalls durch Krümmung der Rohrleitung auftretender Druck gleichmäßig verteilt werden kann und nicht zur Beeinträchtigung der Form oder gar zur Beschädigung des Fahrrohres 11 führt. Außerdem ist die Rohrleitung insgesamt preiswert herstellbar.

Die Stöße 16, 17 sind durch geeignete Dichtmittel überdeckt. Im vorliegenden Fall sind Klebestreifen 18 als Dichtmittel vorgesehen, die sich entlang der Stöße 16, 17 erstrecken, nämlich parallel zur Längserstreckung der Rohrleitung 10.

Die Rohrleitung 10 weist eine endliche Länge auf mit Enden 19, 20, an denen für die Ummantelung 13 und das Wellrohr 12 jeweils ein Abschluss geschaffen ist. Die Ummantelung 13 endet mit Abstand zum freien Ende 20 bzw. 19 und ist in diesem Bereich durch einen randseitig umlaufenden Klebestreifen 21 auf das Fahrrohr 11 aufgeklebt. Dabei überdeckt der Klebestreifen 21 stufenförmig sowohl die Ummantelung 13 als auch den unmittelbar benachbarten Bereich des Fahrrohres 11, siehe insbesondere 4 und 6. Im Querschnitt verläuft der Klebestreifen 21 stufenförmig. Die Klebestreifen 18, 21 sind so ausgeführt und angeordnet, dass zwischen Fahrrohr 11 und Ummantelung 13 möglichst keine Feuchtigkeit gelangen kann.

Außerhalb des Bereichs der Ummantelung 13 ist auf beiden Enden 19, 20 der Rohrleitung 10 je eine Manschette 22 angeordnet. Diese stellt einen Übergang her zwischen dem Wellrohr 12 und dem Fahrrohr 11. In 1 ist das Fahrrohr 12 im Bereich des Endes 20 über die Ummantelung 13 zurückgeschoben gezeigt. Tatsächlich entspricht der Aufbau der verlegten Rohrleitung der Darstellung am oberen Ende 19 in 1 bzw. 5.

Die genaue Gestaltung der Manschette 22 ist in der Querschnittsdarstellung der 4 gezeigt. Die Manschette 22 liegt insbesondere dicht auf dem Fahrrohr 11 und ist im Querschnitt L-förmig ausgebildet mit einer am Fahrrohr 11 anliegenden Basis 23, die auswärts, also in Richtung auf das Ende 19 gerichtet ist. Ein von der Basis 23 abstehender Schenkel 24 erstreckt sich in radialer Richtung und weist an seinem radial äußeren Ende einen umlaufenden und radial außen offenen Schlitz 25 auf.

Die Manschette 22 sitzt auf dem Fahrrohr 11 möglichst dicht am Klebestreifen 21, vorzugsweise aber ohne diesen zu überdecken, und kann mit dem Fahrrohr 11 verklebt oder verschweißt sein.

In den Schlitz 25 ist ein umlaufender und zugleich radial einwärts gerichteter Rand 26 des Wellrohres 12 eingesetzt. Der Schlitz 25 ist begrenzt durch einen relativ hohen und dünnen Steg 27 und einen niedrigeren und zugleich dickeren Steg 28. Die Dicke des Steges 28 ist an die Wellenform des Wellrohres 12 angepasst, so dass eine Nase 29 des Steges 28 an einem dem Rand 26 gegenüberliegenden Wellenabschnitt 30 des Wellrohres 12 anliegt. Die Nase 29 ist zugleich mit einer schräg gerichteten Auflauffläche ausgebildet, so dass das Wellrohr 12 mit seinem Rand 26 über die Nase 29 und den Steg 28 bis in den Schlitz 25 hinein geschoben werden kann.

Das Wellrohr 12 ist gemäß 8 beispielsweise ein flexibles Rohr aus PE in Verbundrohrbauweise mit Außenrohr 31 und Innenrohr 32 entsprechend dem Typ Aqua-Flex des Herstellers Fränkische Rohrwerke Gebrüder Kirchner GmbH & Co. KG, D-97486 Königsberg. Durch die doppelwandige Ausbildung weist auch das Wellrohr 12 eine thermische Isolierung auf. Zugleich besteht ein größerer Widerstand gegen mechanische Belastung. Das Außenrohr 31 ist stark gewellt ausgebildet, während das Innenrohr 32 nur eine leichte Wellung aufweist. Dadurch sind Kammern 33 zwischen Außenrohr 31 und Innenrohr 32 gebildet. Letztere sind miteinander verklebt oder verschweißt. Das Innenrohr 32 ist um eine Halbwelle kürzer abgeschnitten als das Außenrohr 31 (an beiden Enden), so dass der Steg 28 und die Nase 29 (in 4) genügend Raum vorfinden.

10
Rohrleitung
11
Fahrrohr
12
Wellrohr
13
Ummantelung
14
Lage (Luftpolsterfolie)
15
Lage (Luftpolsterfolie)
16
Stoß
17
Stoß
18
Klebestreifen
19
Ende
20
Ende
21
Klebestreifen
22
Manschette
23
Basis
24
Schenkel
25
Schlitz
26
Rand
27
dünner Steg
28
dicker Steg
29
Nase
30
Wellenabschnitt
31
Außenrohr
32
Innenrohr
33
Kammer


Anspruch[de]
Rohrleitung (10) für ein Rohrpostsystem und insbesondere zur Verlegung im Erdreich, mit einem Fahrrohr (11) und einer Ummantelung (13) für das Fahrrohr (11), dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung (13) aus mindestens einer elastischen Lage (14, 15), insbesondere einer Lage Luftpolsterfolie gebildet ist. Rohrleitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Lage (14, 15) Stoß an Stoß um das Fahrrohr (11) gewickelt ist. Rohrleitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Lage (14, 15) mit einem Überlappungsbereich gewickelt ist. Rohrleitung nach Anspruch 1 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung (13) aus zwei oder mehr elastischen Lagen (14, 15) gebildet ist. Rohrleitung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die elastischen Lagen (14, 15) getrennt voneinander um das Fahrrohr (11) gewickelt sind. Rohrleitung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren elastischen Lagen (14, 15) durch eine Wicklung um das Fahrrohr (11) gebildet sind, wobei sich die Wicklung über 720° oder mehr erstreckt. Rohrleitung nach Anspruch 1 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Lage (14, 15) spiralförmig und unter einem Winkel zur Senkrechten auf die Längserstreckung des Fahrrohres (11) um das Fahrrohr gewickelt ist. Rohrleitung nach Anspruch 1 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Übergänge zwischen der elastischen Lage (14, 15) und benachbarten Teilen durch Dichtmittel verschlossen sind. Rohrleitung nach Anspruch 1 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Übergänge, insbesondere Stöße (16, 17), zwischen benachbarten Rändern der elastischen Lage (14, 15) oder zwischen Rändern und weiteren Bereichen der elastischen Lage durch Dichtmittel verschlossen sind. Rohrleitung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Dichtmittel Klebestreifen (18, 21) vorgesehen sind. Rohrleitung nach Anspruch 1 oder einem der weiteren Ansprüche, gekennzeichnet durch ein äußeres Rohr, insbesondere zum Schutz der Ummantelung. Rohrleitung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das äußere Rohr ein Wellrohr (12) ist mit Wellen senkrecht zur Längserstreckung des Fahrrohres (11). Rohrleitung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Wellrohr (12) doppelwandig ist. Rohrleitung nach Anspruch 1 oder einem der weiteren Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf Endbereichen (19, 20) des Fahrrohres (11) Endkappen nach Art von Manschetten (22) angeordnet sind. Rohrleitung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein äußeres Rohr, insbesondere ein Wellrohr (12), mit der Manschette (22) abschließt. Rohrleitung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (22) einen umlaufenden, offenen Schlitz (25) aufweist, in dem ein umlaufender Rand (26) des äußeren Rohres liegt.






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