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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Schneideinsatz, ein Werkzeug, sowie ein Verfahren zur spanenden Bearbeitung eines Werkstücks, wobei der Schneideinsatz einen n-eckigen Grundkörper mit n ≥ 6 aufweist und dessen n-eckige Grundfläche begrenzenden n-Kanten abwechselnd als Schlichtschneiden zur Feinbearbeitung und als Schruppschneiden zur Grobbearbeitung des Werkstücks ausgebildet sind.

Unter Schruppen oder Schruppbearbeitung wird allgemein eine Grobbearbeitung und unter Schlichten oder Schlichtbearbeitung allgemein eine Fein- oder Nachbearbeitung der durch eine vorhergehende Schruppbearbeitung erzeugten rauen Oberfläche verstanden.

Ein derartiger als Schlichteinsatz bezeichneter Schneideinsatz ist beispielsweise in der WO 97/27967 beschrieben. Der Schlichteinsatz weist einen hexagonalen Grundkörper auf, dessen Kanten abwechselnd als Schlichtschneiden und Schruppschneiden ausgebildet sind. Schruppschneiden werden hierbei als Hauptschneiden und die Schlichtschneiden als Nebenschneiden bezeichnet. Mehrere der Schneideinsätze sind zur Anordnung an einem als Planfräser ausgebildeten Werkzeug vorgesehen. Hierbei werden um die stirnseitige Umfangsfläche des Planfräsers verteilt mehrere Schruppeinsätze zur Grobbearbeitung und an definierten Positionen Schlichteinsätze zur Feinbearbeitung angeordnet.

Aus der US 6,604,893 B2 ist ein Schneideinsatz mit oktagonaler Geometrie zu entnehmen, wobei jede der acht Seitenkanten jeweils eine Schlicht- und eine Schruppschneide aufweist. Hierzu sind die einzelnen Schneiden auf unterschiedlichen Höhen angeordnet, liegen also nicht in einer gemeinsamen Ebene. Eine sich an die Schneidkanten jeweils radial zu der Mittenachse des Schneideinsatzes anschließende Spanfläche ist abfallend ausgebildet, so dass sich eine sehr komplexe Oberflächentopographie des Schneideinsatzes ergibt.

Bei der spanenden Bearbeitung eines Werkstücks insbesondere mit einem Planfräser besteht insbesondere bei höheren Vorschubgeschwindigkeiten das Problem, dass die bearbeitete Oberfläche eine nur ungenügende Oberflächengüte mit kreisbogenartigen Erhebungen aufweist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine verbesserte Oberflächengüte bei der spanenden Werkstückbearbeitung zu ermöglichen.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst, durch einen Schneideinsatz gemäß Patentanspruch 1. Der Schneideinsatz weist einen n-eckigen Grundkörper mit sechs oder mehr Kanten auf. Die seine n-eckige Grundfläche begrenzenden Kanten sind abwechselnd als Schlichtschneiden und als Schruppschneiden ausgebildet. Eine jeweilige Schneide ist hierbei zu ihren benachbarten Schneiden unter unterschiedlichen Winkeln angeordnet. Der Grundkörper weist daher eine im Unterschied zu den herkömmlichen Schneideinsätzen ungleichmäßige Grundfläche auf. Die herkömmlichen hexagonalen oder oktagonalen Schneideinsätze weisen nämlich jeweils eine gleichmäßige Grundfläche auf, so dass die einzelnen die Grundfläche aufspannenden Kanten zueinander unter identischen Winkeln angeordnet sind.

Durch die ungleichmäßige Ausgestaltung, also den unterschiedlichen Winkeln zwischen benachbarten Schneiden, sind die einzelnen Schneiden unterschiedlich lang ausgebildet. Durch diese Maßnahme wird erreicht, dass mehrere der Schneiden im Vergleich zu einer gleichmäßigen Ausgestaltung etwas nach außen gezogen sind, also weiter von der Mittellängsachse des Schneideinsatzes entfernt sind. Diese nach außen gezogenen Schneiden sind zweckdienlicherweise die Schlichtschneiden. Durch diese Maßnahme wird erreicht, dass bei der spanenden Bearbeitung des Werkstücks die Schlichtschneide mit einer vergleichsweise großen Schneidenlänge zusätzlich zu der vorhergehenden Schruppschneide in Eingriff mit der Werkstückoberfläche steht. Da die Schlichtschneide über eine vergleichsweise große Länge mit der Werkstückoberfläche in Eingriff steht, erfolgt eine effektive Schlicht- oder Feinbearbeitung. Die durch die Schruppschneide bei hohen Vorschüben des Werkzeugs erzeugte Oberflächenrauigkeit mit den periodisch beabstandeten rippenartigen Erhebungen wird durch die Schlichtschneide effizient abgetragen, so dass insgesamt eine Oberfläche mit sehr hoher Oberflächengüte in nur einem Arbeitsvorgang selbst bei hoher Vorschubgeschwindigkeit erzielt ist.

Im Hinblick auf eine möglichst einfache Ausgestaltung des Schneideinsatzes sind die n-Kanten, die die Schneiden bilden, innerhalb einer gemeinsamen Ebene angeordnet.

Vorzugsweise sind beim Schneideinsatz benachbarte Schneiden alternierend unter einem großen und einem kleinen Winkel zueinander angeordnet. Durch die periodisch wiederkehrenden Winkelpaare ist jeweils ein Schneidenpaar bestehend aus einer Schrupp- und einer Schlichtschneide gebildet, wobei jedes Schneidenpaar identisch ausgebildet ist. Insgesamt weist dadurch der Schneideinsatz eine Symmetrie auf. Bei einem hexagonalen Grundkörper ist der Schneideinsatz daher bezüglich einer 120° Drehung um die Mittenachse rotationssymmetrisch ausgebildet. Diese symmetrische Ausgestaltung hat den besonderen Vorteil, dass der Schneideinsatz auch in bestehende Werkzeugtragkörper für herkömmliche, gleichmäßige Schneideinsätze eingesetzt werden kann, ohne dass große Änderungen am Plattensitz im Werkzeugtragkörper vorgenommen werden müssen.

Vorzugsweise ist hierbei der große Winkel jeweils um zumindest 5° größer als der n-te Teil der Winkelsumme des n-eckigen Grundkörpers. Bei einem sechseckigen Grundkörper weist der große Winkel daher mindestens 125° auf. Mit zunehmendem Winkel wird die Schlichtschneide zunehmend weiter nach außen gezogen, so dass eine zunehmend größere Länge der Schlichtschneide bei der Werkstückbearbeitung in Eingriff mit der Werkstückoberfläche steht.

Nach oben hin ist der große Winkel zweckdienlicherweise durch einen Wert von etwa 140° beschränkt. Bei dieser Ausgestaltung wird noch ein ausreichend großer und für die Bearbeitung zweckmäßiger Einstellwinkel der Schruppschneide bezüglich einer durch die Werkstückoberfläche definierten Bearbeitungsebene ermöglicht. Unter Einstellwinkel wird hier allgemein der Winkel verstanden, unter dem die Haupt- oder Schruppschneide zu der Bearbeitungsebene, also der Werkstückoberfläche orientiert ist.

Um einen möglichst großen Eingriff der Schlichtschneide mit der Werkstückoberfläche zu erzielen, ist gemäß einer zweckdienlichen Weiterbildung vorgesehen, dass die Winkelsumme des Einstellwinkels und des großen Winkels sich zu etwa 180° ergänzen. Durch diese Maßnahme wird erreicht, dass die Schlichtschneide im Wesentlichen in etwa parallel zu der Bearbeitungsebene verläuft. In Abhängigkeit des Einstellwinkels ist daher über die oben genannte Beziehung der große Winkel festgelegt. Bei einem Einstellwinkel von 45° beträgt daher der große Winkel 135°. Da aufgrund der symmetrischen Ausgestaltung der große und der kleine Winkel sich zu dem doppelten der n-ten der Winkelsumme der n-eckigen Grundfläche ergeben, ist hierdurch zugleich der Wert für den kleinen Winkel festgelegt. Dieser beträgt bei einer sechseckigen Grundgeometrie und einem Einstellwinkel von 45° daher 105°.

Um ein sauberes Schneiden mit der als Nebenschneide ausgebildeten Schlichtschneide zu erzielen, weist diese zu der Bearbeitungsebe vorzugsweise einen geringen Nebenschneiden-Freigang auf. Unter Nebenschneiden-Freigang wird hierbei eine Beabstandung der Schlichtschneide von der Bearbeitungsebene verstanden, und zwar im rückwärtigen Bereich der Schlichtschneide, der von der als Hauptschneide ausgebildeten Schruppschneide beabstandet ist.

Zur Ausbildung dieses Nebenschneiden-Freigangs besteht prinzipiell die Möglichkeit, die Nebenschneide unter einem geringen Winkel von beispielsweise 1 bis 2° schräg zur Bearbeitungsebene verlaufend auszubilden. In diesem Fall würde dann die Schlichtschneide nicht mehr parallel zur Bearbeitungsebene verlaufen und die Winkelsumme des Einstellwinkels und des großen Winkels würde um diesen Winkel vermindert unter 180° liegen.

Vorzugweise ist zur Ausbildung des Nebenschneiden-Freigangs die Schlichtschneide jedoch als so genannte Wiper-Schneide ausgebildet. Zweckdienlicherweise ist hierbei vorgesehen, dass die Schlichtschneide leicht gerundet ausgebildet ist und entlang einer Bogenlinie verläuft. Diese ist insbesondere eine Kreislinie mit einem sehr großen Radius, der bevorzugt im Bereich zwischen 500 mm und 3000 mm liegt. Durch die Ausgestaltung der Schlichtschneide als gekrümmte Schneide im Unterschied zu einer sich geradlinig erstreckenden Schneide weist die Schlichtschneide im Eckbereich zu der vorausgehenden Schruppschneide einen höchsten Punkt auf, so dass die Schichtschneide definiert in Eingriff mit der Werkstückoberfläche steht. Durch die bogenförmige Ausbildung der Schlichtschneide nimmt der Abstand zu der Bearbeitungsebene und damit der Nebenschneiden-Freigang im weiteren Verlauf der Schlichtschneide zunehmend zu.

Zweckdienlicherweise ist der Schneideinsatz für einen Einstellwinkel zwischen 40° und 55°, insbesondere für einen Einstellwinkel von 45° vorgesehen. Da in Abhängigkeit des Einstellwinkels sich die Werte für den großen und kleinen Winkel bestimmen, ist für jeden Einstellwinkel ein spezieller Schneideinsatz vorgesehen. Bevorzugt weist hierbei der Schneideinsatz ausgehend von einer hexagonalen Grundgeometrie eine sechseckige Grundgeometrie auf.

Um eine möglichst hohe Standzeit des Schneideinsatzes zu ermöglichen ist dieser bevorzugt als doppelseitige Wendeschneidplatte mit 2n Schneiden ausgebildet, d. h. sowohl an seiner Oberseite als auch an seiner Unterseite sind Schneidkanten ausgebildet. Da aufgrund der gewählten speziellen Ausgestaltung bei einem Bearbeitungsvorgang jeweils ein Schneidenpaar, bestehend aus Schuppschneide und Schlichtschneide, in Eingriff mit dem Werkstück steht, kann der Schneideinsatz pro Seite lediglich n/2 mal gewechselt werden. Bei einer sechseckigen Grundgeometrie kann der Schneideinsatz daher pro Seite 3 mal und insgesamt 6 mal gewechselt werden, bis er vollständig verschlissen ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß weiterhin gelöst durch ein Werkzeug mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 13 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 14. Die im Hinblick auf den Schneideinsatz angeführten Vorteile und bevorzugten Ausgestaltungen sind sinngemäß auch auf das Werkzeug und das Verfahren zu übertragen. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in teilweise schematischen Darstellungen

1 eine perspektivische Ansicht eines als Planfräser ausgebildeten Werkzeugs,

2 Eine Schnittansicht des Planfräsers gemäß 1,

3 eine vergrößerte, ausschnittsweise und vereinfachte Darstellung eines Schneideinsatzes in seiner Einbaulage in einem Plattensitz eines Werkzeugtragkörpers,

4 eine vereinfachte Darstellung eines Einsatzes, der für einen Einstellwinkel von 40° ausgebildet ist,

5 eine vereinfachte Darstellung eines Einsatzes, der für einen Einstellwinkel von 55° ausgebildet ist,

6 eine vereinfachte perspektivische Darstellung eines Schneideinsatzes,

7 eine stirnseitige Ansicht eines Schneideinsatzes und

8 eine vergrößerte Darstellung des in 2 mit einem Kreis markierten Ausschnitts im Bereich des gerundeten Übergangs zwischen einer Schruppschneide zu einer Schlichtschneide.

In den Figuren sind gleichwirkende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Das im Ausführungsbeispiel als Planfräser 2 ausgebildete Werkzeug umfasst einen Werkzeugtragkörper 4, der eine stirnseitige Bearbeitungsseite 6 aufweist. Um den Umfang der Bearbeitungsseite 6 verteilt sind eine Anzahl von Schneideinsätzen 8 angeordnet. Die Schneideinsätze 8 liegen jeweils in einem unmittelbar in den Werkzeugtragkörper 4 eingearbeiteten Plattensitz 10 (vgl. 2 und 3) ein. Alternativ hierzu besteht die Möglichkeit, dass die Schneideinsätze 8 in Kassetten angeordnet sind, welche wiederum im Werkzeugtragkörper 4 gehalten sind. Die Schneideinsätze 8 sind mit Hilfe von Schrauben 12 im Werkzeugtragkörper 4 in einer definierten Position gehalten.

Zur Bearbeitung einer Werkstückoberfläche wird der Planfräser mit seiner Bearbeitungsseite 6 in Eingriff mit der Werkstückoberfläche gebracht. Die Werkstückoberfläche definiert hierbei eine Bearbeitungsebene 14, wie sich insbesondere aus 2 ergibt. Die Bearbeitungsebene wird von den einzelnen Schneideinsätzen 8 des Planfräsers 2 aufgespannt.

Die Schneiden 16A, B sind als Haupt- und Nebenschneiden ausgebildet und gehen über ein gerundet ausgebildetes Scheideneck 17 ineinander über. Der Schneideinsatz 8 ist bevorzugt als doppelseitige Wendeschneidplatte ausgebildet, dessen Kanten jeweils als Schneiden 16A, B ausgebildet sind. Eine der Schneiden, nämlich eine Schruppschneide 16A, ist bezüglich der Bearbeitungsebene 14 unter einem Einstellwinkel &kgr; angeordnet, der im Ausführungsbeispiel 45° beträgt.

Die Grundgeometrie des Schneideinsatzes 8, also seine senkrecht zu seiner Mittenachse 18 orientierte Querschnittsfläche, sowie seine Einbaulage im Plattensitz 10 wird nun anhand von 3 erläutert. Im Ausführungsbeispiel weist der Schneideinsatz 8 eine sechseckige Grundgeometrie, ausgehend von einer gleichmäßigen hexagonalen Querschnittsgeometrie auf. Der Plattensitz 10 weist zwei Anlageflächen 19 auf, an denen sich zwei Stirnseiten 20A, B (vgl. 6) des Schneideinsatzes 8 abstützen. Die Anlageflächen 19 schließen zueinander einen Winkel von 60° ein. Der Plattensitz 10 ist dadurch insbesondere auch für die Aufnahme eines herkömmlichen hexagonalen Schneideinsatzes ausgebildet. Die Querschnittsgeometrie eines solchen herkömmlichen Schneideinsatzes ist durch eine ein Hexagon 21 bildende gestrichelte Linie in 3 angedeutet. Der Plattensitz 10 weist an seiner Rückseite eine Aufnahmetasche 22 auf, in die ein Teilbereich des Schneideinsatzes 8 eindringt.

Im Unterschied zu der hexagonalen Querschnittsfläche weist der Schneideinsatz 8 eine ungleichmäßige Ausgestaltung auf, und zwar sind die die einzelnen Schneiden 16A, B bildenden Kanten des Schneideinsatzes 8 zueinander abwechselnd unter einen kleinen Winkel &agr; und einem großen Winkel &bgr; zueinander angeordnet. Bei der 3 beträgt der Einstellwinkel &kgr; 45°, der kleine Winkel &agr; jeweils 105° und der große Winkel &bgr; jeweils 135°. Durch die ungleichmäßige Ausgestaltung sind paarweise abwechselnd eine lange Schneide 16A und eine kürzere Schneide 16B ausgebildet. Die längere Schneide 16A ist hierbei als Schruppschneide und die kürzere Schneide 16B als Schlichtschneide nach Art einer Wiper-Schneide ausgebildet.

Wie sich durch Vergleich mit der gestrichelt eingezeichneten hexagonalen Geometrie unmittelbar erkennen lässt, ist durch die ungleichmäßige Ausgestaltung die Schlichtschneide 16B von der Mittenachse 18 etwas weiter nach außen zur Bearbeitungsebene 14 hin gezogen. Im Ausführungsbeispiel sind die Winkel &agr;, &bgr; sowie der Einstellwinkel &kgr; derart gewählt, dass die Schlichtschneide 16B im Wesentlichen parallel zur Bearbeitungsebene 14 verläuft.

In 3 ist weiterhin gestrichelt ein Innenkreis 24 eingezeichnet. Die einzelnen Seiten des ebenfalls gestrichelt eingezeichneten Hexagons 21 bilden Tangenten dieses Innenkreises. Gleichzeitig bilden die Anlageflächen 19 Tangenten zum Innenkreis 24. Der Schneideinsatz 8 in seiner ungleichmäßigen Ausgestaltung ist nunmehr derart ausgebildet, dass abwechselnd jede zweite Kante, also jeweils die Schruppschneide 16A, ebenfalls tangential am Innenkreis 14 anliegt. Durch diese Ausgestaltung wird sichergestellt, dass der Schneideinsatz 8 mit der ungleichmäßigen Geometrie auch in Plattensitzen 10 für herkömmliche hexagonale Schneideinsätze einsetzbar ist. Lediglich am Grund des Plattensitzes ist die Aufnahmetasche 22 erforderlich, um die Schlichtschneide 16B aufnehmen zu können.

In 3 sind weiterhin schematisch und stark vereinfacht angrenzend zu den einzelnen Schneiden 16A, 16B Spanstufen 28 angedeutet, die im Ausführungsbeispiel nach Art von sich geradlinig erstreckende Mulden ausgebildet sind. Die Spanstufen 28 dienen zur gezielten und definierten Behandlung des von den Schneiden 16A, 16B abgetragen Spans, d. h. zur gezielten Spanleitung, Spanformung und auch zum gezielten Brechen des Spans. Die Spanstufen können auch in anderen Geometrie ausgebildet werden.

In den 4 und 5 sind jeweils Schneideinsätze 8 gezeigt, die für einen Einstellwinkel &kgr; von 40° (4) sowie für einen Einstellwinkel &kgr; von 55° (5) ausgebildet sind.

Beim Schneideinsatz 8 gemäß 4 und dem Einstellwinkel &kgr; von 40° beträgt der große Winkel &bgr; 140° und der kleine Winkel &agr; 100°.

Beim Schneideinsatz 8 gemäß 5, der für einen Einstellwinkel &kgr; von 55° ausgebildet ist, beträgt demgegenüber der große Winkel &bgr; 125° und der kleine Winkel &agr; 115°. Die Winkelsumme dieser beiden Winkel ergibt jeweils 240°, also das Doppelte des Winkels von 120° zwischen zwei benachbarten Seiten eines gleichmäßigen Hexagons 21.

Anhand der perspektivischen Darstellung des Schneideinsatzes 8 gemäß 6 ist zu erkennen, dass die Schneiden 16A, B innerhalb einer gemeinsamen Ebene liegen. Der Schneideinsatz 8 weist eine Oberseite 30 und eine dieser gegenüberliegende und zur Oberseite 30 planparallel ausgerichtete Unterseite 32 auf. Sowohl die Kanten der Oberseite 30 als auch die Kanten der Unterseite 32 sind als Schneiden 16A, B ausgebildet. Gegenüberliegende Schneiden 16A, B der Oberseite 30 und der Unterseite 32 sind jeweils über die Stirnseite 20A, B des Schneideinsatzes 8 verbunden. Gegenüberliegende Schneiden 16A, B liegen in einer gemeinsamen Ebene, die zu den von der Oberseite 30 und der Unterseite 32 aufgespannten Ebenen rechtwinklig angeordnet ist. Die zwei gegenüberliegende Schruppschneiden 16A verbindende Stirnseite ist mit dem Bezugszeichen 20A und die zwei gegenüberliegende Schlichtschneiden 16B verbindende Stirnseite mit dem Bezugszeichen 20B bezeichnet.

Beim Ausführungsbeispiel gemäß 6, bei dem der Schneideinsatz 8 als doppelseitige Wendeschneidplatte ausgebildet ist, weist die Stirnseite 20B, die die gegenüberliegenden Schlichtschneiden 16B miteinander verbindet, zwei Teil-Stirnseiten auf. Diese beiden Teil-Stirnseiten sind unter einem Winkel &ggr; (vgl. 7) nach innen fallend zueinander geneigt angeordnet. Diese geneigte Anordnung ergibt sich insbesondere auch aus der Darstellung gemäß 7, in der ein lediglich als einseitige Wendeschneidplatte ausgebildeter Schneideinsatz 8 in einer Seitenansicht auf die Stirnseiten 20A, B dargestellt ist. Die hier einstückige Stirnseite 20B ist um den Winkel &ggr; gegenüber der Senkrechten zu der Oberseite 30 geneigt. Der Winkel &ggr; beträgt im Ausführungsbeispiel 2° und liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 0,5 und 5°. Der Winkel &ggr; ist insgesamt nach Art eines Freiwinkels ausgebildet und die Stirnseite 20B bildet eine Freifläche zur Schlichtschneide 16B. Bei der doppelseitigen Wendeschneidplatte gemäß 6 sind daher die beiden Teil-Stirnseiten ausgehend von den gegenüberliegenden Schlichtschneiden 16B jeweils um den Winkel &ggr; nach innen geneigt angeordnet und treffen sich an einer gemeinsamen Mittenlinie 36.

Die Schlichtschneide 16B ist zur Erzielung eines möglichst guten Schneidergebnisses als Wiper-Schneide ausgebildet. Aus der vergrößerten Darstellung des in 2 mit einem Kreis gekennzeichneten Ausschnitts im Bereich des gerundeten Schneidenecks 17 ist zu entnehmen, dass der gerundete Übergang von der Schruppschneide 16A zur Schlichtschneide 16B sich aus mehreren Radien r1, r2 zusammensetzt. Hierbei weist der zur Schruppschneide 16A hin orientierte Radius r1 einen kleineren Wert als der zur Schlichtschneide 16B hin orientierte Radius r2 auf. Durch diese Maßnahme wird eine bessere Oberflächengüte bei der Werkstückbearbeitung erzielt.

Wie aus 8 weiterhin zu entnehmen ist, schließt sich an den zweiten Radius r2 ein weiterer, sehr großer Radius r3 an. Die durch den großen Radius r3 definierte Kreis- oder Bogenlinie definiert den Verlauf der Schlichtschneide 16B. D.h. die Schlichtschneide 16B ist insgesamt gekrümmt oder bogenförmig verlaufend ausgebildet. Der Radius r3 liegt hierbei je nach Anwendungsfall in einem Bereich zwischen 500 mm und 3000 mm. Aufgrund des sehr großen Durchmessers erscheint selbst in der vergrößerten Darstellung gemäß 8 die Schlichtschneide 16B als eine gerade Linie. Durch die gerundete Ausgestaltung schließt sich der höchste Punkt der Schlichtschneide 16B in Bezug zu der Bearbeitungsebene 14 unmittelbar an das Schneideneck 17 an. Mit zunehmender Entfernung vom Schneideneck 17 entfernt sich die Schlichtschneide 16B zunehmend von der Bearbeitungsebene 14, so dass ein Nebenschneiden-Freigang &Dgr; ausgebildet ist. Der Nebenschneiden-Freigang &Dgr; definiert daher einen Abstand zwischen der Schlichtschneide 16B und der Bearbeitungsebene 14. Der Nebenschneiden-Freigang &Dgr; ist im Ausführungsbeispiel ausschließlich durch den gekrümmten Verlauf der Schlichtschneide 16B gebildet.

Der Schneideinsatz 8 wurde in den Figuren im Zusammenhang mit dem Planfräser 2 als Werkzeug und mit einer sechseckigen Grundfläche beschrieben. Prinzipiell ist ein derartiger Schneidsatz auch für andere Werkzeugtypen und auch mit anderen Grundgeometrien, beispielsweise einer 8-, 10- oder 12-eckigen Grundfläche möglich.

Bei der Bearbeitung der Oberfläche eines Werkstücks rotiert der Planfräser 2 einerseits um seine Längs- und Drehachse. Bezüglich der Darstellung gemäß 3 liegt die Drehachse in der Papierebene in einer Horizontalen, also senkrecht zur Bearbeitungsebene 14. Gleichzeitig wird der Planfräser 2 in die durch einen Pfeil angedeutete Vorschubrichtung 34 (vgl. 2 und 3) parallel zur Bearbeitungsebene 14 verfahren. Bei dieser Bewegung wird über die Schruppschneide 16A kontinuierlich Material von der Oberseite des Werkstücks abgetragen. Die über die Schruppschneide 16A grob bearbeitete Werkzeugoberfläche wird unmittelbar durch die benachbarte Schlichtschneide 16B des gleichen Scheideinsatzes 8 fein bearbeitet, die im Ausführungsbeispiel durch Ihre parallel zur Bearbeitungsebne 14 ausgerichtete Orientierung über ihre gesamte Länge wirksam ist. Hierdurch wird eine sehr effiziente Feinbearbeitung erzielt und eine sehr hohe Oberflächengüte des bearbeiteten Werkstücks erreicht.


Anspruch[de]
Schneideinsatz (8) zur spanenden Bearbeitung eines Werkstücks mit einem n-eckigen Grundkörper mit n ≥ 6, dessen die n-eckige Grundfläche begrenzenden n-Kanten abwechselnd als Schlichtschneiden (16B) zur Feinbearbeitung und als Schruppschneiden (16A) zur Grobbearbeitung des Werkstücks ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils eine Schneide (16A, B) zu ihren benachbarten Schneiden (16B, 16A) unter unterschiedlichen Winkeln (&agr;, &bgr;) angeordnet ist, so dass die Schneiden (16B, 16A) wechselweise unterschiedlich lang ausgebildet sind. Schneideinsatz (8) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die n-Kanten in einer Ebene liegen. Schneideinsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Schneiden (16A, B) alternierend unter einem großen Winkel (&bgr;) und einem kleinen Winkel (&agr;) zueinander angeordnet sind. Schneideinsatz (8) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der große Winkel (&bgr;) um zumindest 5° größer ist als der n-te Teil der Winkelsumme des n-eckigen Grundkörpers. Schneideinsatz (8) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der große Winkel (&bgr;) maximal 140° beträgt. Schneideinsatz (8) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schruppschneide (16A) in einer Einbaulage in einem Werkzeugtragkörper (4) unter einem definierten Einstellwinkel (&kgr;) bezüglich einer Bearbeitungsebene (14) orientiert angeordnet ist, wobei die Winkelsumme des Einstellwinkels (&kgr;) und des großen Winkels (&bgr;) etwa 180° beträgt. Schneideinsatz (8) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlichtschneide (16B) einen Nebenschneiden-Freigang (&Dgr;) zur Befestigungsebene (14) aufweist. Schneideinsatz (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlichtschneide (16B) als Wiper-Schneide ausgebildet ist. Schneideinsatz (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlichtschneide (16B) entlang einer Bogenlinie verläuft. Schneideinsatz (8) nach einem Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogenlinie eine Kreislinie mit einem Radius (r3) ist, der im Bereich zwischen 500 mm und 3000 mm liegt. Schneideinsatz (8) nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass er für Einstellwinkel (&kgr;) zwischen 40° und 55°, insbesondere für einen Einstellwinkel (&kgr;) von 45°, vorgesehen ist. Schneideinsatz (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er als doppelseitige Wendeschneidplatte mit 2n Schneiden (16A, B) ausgebildet ist. Werkzeug (2) zur spanenden Bearbeitung eines Werkstücks, insbesondere Fräser, mit einem Werkzeugtragkörper (4), an dem zumindest ein Schneideinsatz (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche befestigt ist. Verfahren zur spanenden Bearbeitung eines Werkstücks mit Hilfe eines Werkzeugs (2) nach Anspruch 13, aufweisend zumindest einen Schneideinsatz (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei eine der Schruppschneiden (16A) unter einem definierten Einstellwinkel (&kgr;) zu einer Bearbeitungsebene (14) des Werkstücks orientiert und bei einer Vorschubbewegung des Werkzeugs in Eingriff mit dem Werkstück ist, wobei gleichzeitig die an die Schruppschneide (16A) angrenzende Schlichtschneide (16B) in Eingriff mit dem Werkstück steht.






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