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Dokumentenidentifikation DE102005034315A1 25.01.2007
Titel Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Schölzig, Jürgen, 55126 Mainz, DE
DE-Anmeldedatum 22.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005034315
Offenlegungstag 25.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.01.2007
IPC-Hauptklasse B41F 31/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine, insbesondere einer Bogendruckmaschine, mit mindestens einem Druckwerk, wobei das oder jedes Druckwerk einen Druckzylinder bzw. Gegendruckzylinder, einen Übertragungszylinder (2) bzw. Gummizylinder, einen Formzylinder (1) bzw. einen Plattenzylinder, ein Farbwerk (3) sowie gegebenenfalls ein Feuchtwerk (4) aufweist und wobei in dem Farbwerk (3) des oder jedes Druckwerks Druckfarbe und mindestens ein Zusatzmittel verarbeitet wird. Erfindungsgemäß wird bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs zur Beibehaltung eines Fortdruckzustands in dem Farbwerk (3) des oder jedes Druckwerks als Zusatzmittel ein Trocknungsverlangsamungsmittel in das jeweilige Farbwerk (3) eingebracht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. 10. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 16.

Aus dem Stand der Technik bekannte Druckmaschinen, insbesondere Bogendruckmaschinen, verfügen über mindestens ein Druckwerk sowie gegebenenfalls über mindestens ein Lackwerk, wobei das oder jedes Lackwerk dem oder jedem Druckwerk in Transportrichtung des Bedruckstoffs gesehen vorgeschaltet oder nachgeschaltet sein kann. In einem Druckwerk wird Druckfarbe auf den Bedruckstoff aufgetragen, in einem Lackwerk hingegen wird Lack auf den Bedruckstoff übertragen. Die Druckwerke einer Druckmaschine sind vorzugsweise als Offset-Druckwerke ausgebildet, sie können jedoch auch als Flexo-Druckwerke oder als Anilox-Druckwerke ausgeführt sein. Jedes Druckwerk verfügt über einen Druckzylinder, einen auf dem Druckzylinder abrollenden Übertragungszylinder, einen auf dem Übertragungszylinder abrollenden Formzylinder, sowie über ein Farbwerk sowie gegebenenfalls über ein Feuchtwerk. Mit Hilfe des Farbwerks wird Druckfarbe und mit Hilfe des Feuchtwerks Feuchtmittel in Richtung auf den Formzylinder des jeweiligen Druckwerks transportiert. Der Formzylinder wird auch als Plattenzylinder bezeichnet. Der Übertragungszylinder wird auch als Gummizylinder und der Druckzylinder als Gegendruckzylinder bezeichnet. Lackwerke verfügen ebenfalls über einen Druckzylinder und einen auf dem Druckzylinder abrollenden Übertragungszylinder, wobei in Lackwerken mit dem Übertragungszylinder eine Lackauftrageinrichtung zusammenwirkt, um Lack dem Übertragungszylinder zuzuführen. Auf dem Übertragungszylinder rollt dabei eine sogenannte Lackauftragwalze der Lackauftrageinrichtung ab.

Wie bereits erwähnt, wird mit Hilfe eines Druckwerks Druckfarbe auf einen Bedruckstoff und mit Hilfe eines Lackwerks Lack auf den Bedruckstoff aufgetragen. Dabei ist es aus dem Stand der Technik bereits bekannt, dass in einem Druckwerk Druckfarbe zusammen mit mindestens einem Zusatzmittel verarbeitet wird. Auch in einem Lackwerks kann Lack zusammen mit mindestens einem Zusatzmittel verarbeitet werden. So offenbart die DE 101 49 009 A1 eine Druckmaschine, bei welcher in einem Druckwerk eine Inhibitoren und Oligomere enthaltene Druckfarbe verarbeitet wird, wobei nach dem Passieren eines Druckspalts auf die bereits auf den Bedruckstoff aufgetragene Druckfarbe eine Katalysatormischung aufgetragen wird, die den Zerfall der Inhibitoren innerhalb der Druckfarbe beschleunigt. Durch den beschleunigten Zerfall der Inhibitoren kann die Druckfarbe beschleunigt vernetzen und demnach beschleunigt trocknen.

Beim Betreiben einer Druckmaschine im Fortdruck können drucktechnische Störungen des Fortdrucks oder Betriebszustände auftreten, die den Fortdruck bzw. den Druckvorgang unterbrechen. Beispielhaft sei hier ein durch einen Einrichtbetrieb oder durch eine Farbabstimmung verursachtes Kurzzeitstoppen oder ein durch einen Falschbogen wie einen Doppelbogen verursachter Stopper im Transport des Bedruckstoffs, nämlich der Druckbogen, genannt. Bei einer derartigen Unterberechung des Fortdrucks sammelt sich in einem Farbwerk eines Druckwerks Druckfarbe sowie in einer Lackauftrageinrichtung eines Lackwerks Lack, sodass es zu einem Antrocknen der Druckfarbe im Druckwerk sowie zu einem Antrocknen des Lacks im Lackwerk kommen kann. Ein solches Antrocknen der Druckfarbe bzw. des Lacks im Druckwerk bzw. Lackwerk stellt eine Veränderung der Druckbedingungen dar, die vom sogenannten Fortdruckzustand abweichen. Soll nach Beseitigung der drucktechnischen Störung wieder der Fortdruck aufgenommen werden, so liegt dann kein Fortdruckzustand im Druckwerk bzw. Lackwerk mehr vor, sodass unmittelbar anschließend an die Beseitigung der drucktechnischen Störung zuerst Makulatur bzw. mit geringerer Qualität gedruckt wird. Gegebenenfalls kann es sogar erforderlich sein, ein Druckwerk bzw. Lackwerk neu einzurichten und hierzu das Farbwerk sowie die Zylinder zu reinigen.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde ein neuartiges Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine sowie eine neuartige Druckmaschine zu schaffen.

Nach einem ersten Aspekt der hier vorliegenden Erfindung wird dieses Problem durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst. Hiernach wird bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs zur Beibehaltung eines Fortdruckzustands in dem Farbwerk des oder jedes Druckwerks als Zusatzmittel ein Trocknungsverlangsamungsmittel in das jeweilige Farbwerk eingebracht.

Nach einem zweiten Aspekt der hier vorliegenden Erfindung wird dieses Problem durch ein Verfahren gemäß Anspruch 10 gelöst. Hiernach wird bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs zur Beibehaltung eines Fortdruckzustands in der Lackauftrageinrichtung des oder jedes Lackwerks als Zusatzmittel ein Trocknungsverlangsamungsmittel in die jeweilige Lackauftrageinrichtung eingebracht.

Mit den obigen erfindungsgemäßen Verfahren wird vorgeschlagen, dass bei Auftreten einer zum Beispiel durch eine drucktechnische Störung verursachten Unterbrechung des Fortdrucks zur Beibehaltung eines Fortdruckzustands eines Druckwerks bzw. Lackwerks in das Farbwerk des Druckwerks bzw. in die Lackauftrageinrichtung des Lackwerks ein Trocknungsverlangsamungsmittel eingebracht wird, wobei das Trocknungsverlangsamungsmittel ein Trocknen der Druckfarbe bzw. des Lacks verlangsamt. Hierdurch kann gewährleistet werden, dass ein Antrocknen der Druckfarbe bzw. des Lacks im Druckwerk bzw. im Lackwerk bei Vorliegen eines den Fortdruck unterbrechenden Betriebszustands, zum Beispiel bei Vorliegen einer drucktechnischen Störung oder bei Vorliegen eines Einrichtbetriebs oder bei Durchführung eines Plattenwechsels oder auch Waschvorgangs, für eine gewisse Zeit verhindert wird, sodass nach Beseitigung der drucktechnischen Unterbrechung noch Fortdruckbedingungen im Druckwerk bzw. Lackwerk vorliegen.

Nach Beseitigung der drucktechnischen Störung kann dann unmittelbar mit hoher Qualität gedruckt werden. Durch die Erfindung kann das Drucken von Makulatur reduziert werden. Des Weiteren können Rüstzeiten bzw. Einrichtzeiten an der Druckmaschine verringert werden.

Die erfindungsgemäße Druckmaschine ist in Patentanspruch 16 definiert.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert.

Dabei zeigt:

1: eine schematisierte Darstellung eines Druckwerks einer Druckmaschine.

Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf 1 am Beispiel eines Druckwerks einer Druckmaschine in größerem Detail beschrieben.

1 zeigt schematisiert ein als Offset-Druckwerk ausgebildetes Druckwerk einer Bogendruckmaschine, wobei das Druckwerk einen Formzylinder 1 umfasst, auf welchem mindestens eine Druckform angeordnet ist. Der Formzylinder 1 wird auch als Plattenzylinder bezeichnet. Der Formzylinder 1 rollt auf einem Übertragungszylinder 2 ab, der auch als Gummizylinder bezeichnet wird. Der Übertragungszylinder 2 rollt auf einem nicht-dargestellten Druckzylinder bzw. einem Gegendruckzylinder ab, wobei zu bedruckende Druckbogen durch einen zwischen dem Übertragungszylinder 2 und dem nicht-dargestellten Druckzylinder ausgebildeten Spalt hindurch bewegt werden.

Mit Hilfe eines Farbwerks 3 wird Druckfarbe in Richtung auf den Formzylinder 1 bewegt und auf die oder jede auf dem Formzylinder 1 positionierte Druckform übertragen. Mit Hilfe eines Feuchtwerks 4 wird ein Feuchtmittel in Richtung auf den Formzylinder 1 befördert und auf die oder jede auf den Formzylinder 1 positionierte Druckform aufgetragen. Wie 1 entnommen werden kann, umfasst das Feuchtwerk 4 eine Feuchtauftragwalze 5, die auf dem Formzylinder 1 abrollt. In einem Farbkasten bereitgehaltene Druckfarbe wird über mehrere Farbwerkwalzen des Farbwerks 3 in Richtung auf den Formzylinder 1 bewegt, wobei in 1 die als Farbreiberwalzen 6 bzw. 7 und als Farbauftragwalzen 8 ausgebildeten Farbwerkwalzen des Farbwerks 3 beziffert sind. Die Farbauftragwalzen 8 des Farbwerks 3 rollen ebenso wie die Feuchtauftragwalze 5 des Feuchtwerks 4 auf dem Formzylinder 1 bzw. auf der oder jeder auf dem Formzylinder 1 positionierten Druckform ab.

Tritt an einer Druckmaschine mit einem solchen Druckwerk eine Unterbrechung des Druckvorgangs zum Beispiel in Folge einer drucktechnische Störung des Fortdrucks auf, so liegt es im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, zur Beibehaltung eines Fortdruckzustands bzw. der Fortdruckbedingungen in dem Farbwerk 3 des Druckwerks 3, ein Trocknungsverlangsamungsmittel in das Farbwerk 3 einzubringen. Vorzugsweise wird als Trocknungsverlangsamungsmittel ein Anti-Oxidationsmittel in das Farbwerk 3 eingebracht, insbesondere eingesprüht, wobei hierzu dem Farbwerk 3 eine Sprüheinrichturg 9 zugeordnet ist. Wie 1 entnommen werden kann, wird mit Hilfe der Sprüheinrichtung 9 das Trocknungsverlangsamungsmittel in den Walzenzug des Farbwerks 3 eingesprüht, vorzugsweise in eine zwischen zwei Walzen des Farbwerks ausgebildete Spaltstelle. Das Trocknungsverlangsamungsmittel kann auch an mehreren Stellen in den Walzenzug des Farbwerks 3 eingebracht werden. Das in den Walzenzug des Farbwerks 3 eingesprühte Trocknungsverlangsamungsmittel verhindert bzw. verlangsamt bei einer Unterbrechung des Fortdrucks das Antrocknen der Druckfarbe, sodass der Fortdruckzustand im Farbwerk 3 für eine gewisse Zeitdauer aufrechterhalten werden kann. Nach Beseitigung der Unterbrechung des Fortdrucks kann dann ohne die Gefahr des Makulaturdrucks wieder in den Fortdruck eingestiegen werden.

Wie 1 entnommen werden kann, wird das mit Hilfe der Sprüheinrichtung 9 in den Walzenzug des Farbwerks 3 eingebrachte Trocknungsverlangsamungsmittel in einem Vorratsbehälter 10 bereitgehalten und ausgehend vom Vorratsbehälter 10 der Sprüheinrichtung 9 über ein Leitungssystem 11 zugeführt. In das Leitungssystem 11 können dabei nicht-dargestellte Ventile sowie nicht-dargestellte Pumpen integriert sein, um das Sprühmittel in den Walzenzug des Farbwerks 3 mit einer hohen Genauigkeit einzusprühen. Das Trocknungsverlangsamungsmittel kann dabei entweder im Sinne eines kontinuierlichen Sprühvorgangs oder im Sinne mehrerer, zeitlich hintereinander folgender Sprühstöße in den Walzenzug des Farbwerks 3 eingebracht werden. Auch ist es möglich, dass Trocknungsverlangsamungsmittel in einem unter Druck stehenden Vorratsbehälter bereitzuhalten und hierüber in das Farbwerk einzusprühen. Auch kann das Trocknungsverlangsamungsmittel in einem hochliegenden Vorratsbehälter bereitgehalten werden und unter Ausnutzten der Schwerkraft in das Farbwerk eingeträufelt bzw. eingetropft werden.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der hier vorliegenden Erfindung kann vorgesehen werden, dass bei einer Unterberechung des Fortdrucks das Farbwerk 3 unabhängig von den übrigen Baugruppen des Druckwerks, nämlich unabhängig vom Formzylinder 1, Übertragungszylinder 2, Druckzylinder sowie Feuchtwerk 4, angetrieben wird, damit sich das Trocknungsverlangsamungsmittel im Walzenzug des Farbwerks 3 gleichmäßig verteilen kann. Hierzu wird dann das Farbwerk 3 von einem Hauptantrieb der Druckmaschine abgekoppelt und die Farbauftragwalzen 8 des Farbwerks 3 werden vom Formzylinder 1 des Druckwerks abgestellt, sodass sämtliche den Walzenzug des Farbwerks 3 bildende Farbwerkwalzen eigenmotorisch über einen separaten Antrieb angetrieben werden. Dies kann über den gesamten Zeitraum des Vorliegens der Unterberechung des Fortdrucks erfolgen, sodass über den gesamten Zeitraum der Unterberechung des Fortdrucks ein Antrocknen der Druckfarbe im Farbwerk 3 vermieden wird. Hierzu muss lediglich dem Farbwerk 3 ein eigener Antrieb zugeordnet sein.

Alternativ ist es möglich, dass bei einer Unterberechung des Fortdrucks das Farbwerk 3 über einen dem Formzylinder 1 zugeordneten Antrieb unabhängig von den weiteren Baugruppen des Druckwerks, nämlich unabhängig vom Plattenzylinder 2, Druckzylinder und Feuchtwerk 4, angetrieben wird. In diesem Fall kann sich das Trocknungsverlangsamungsmittel im Walzenzug des Farbwerks 3 sowie auf dem Formzylinder 1 gleichmäßig verteilen, sodass sowohl auf den auf dem Formzylinder 1 positionierten Druckformen als auch auf den Farbwerkwalzen des Farbwerks 3 ein Antrocknen der Druckfarbe effektiv vermieden wird. Hierbei bleiben dann die Farbauftragwalzen 8 des Farbwerks 3 am Formzylinder 1 angestellt, der Formzylinder 1 wird Jedoch vom Übertragungszylinder 2 und vorzugsweise von der Feuchtauftragwalze 5 des Feuchtwerks 4 abgestellt.

Unter Bezugnahme auf 1 wurde die Erfindung am Beispiel eines als Offset-Druckwerk ausgebildeten Druckwerks beschrieben. Die Erfindung kann auch bei als Flexo-Druckwerken oder Anilox-Druckwerken ausgebildeten Druckwerken zum Einsatz kommen, wobei bei Flexo-Druckwerken oder Anilox-Druckwerken die Sprüheinrichtung 9 vorzugsweise auf eine Rasterwalze des Farbewerks eines solchen Druckwerks gerichtet ist.

Weiterhin kann die Erfindung auch bei Lackwerken zum Einsatz kommen, wobei Lackwerke neben einem Druckzylinder einen auf dem Druckzylinder des Lackwerks abrollenden Übertragungszylinder und eine mit dem Übertragungszylinder des Lackwerks zusammenwirkende Lackauftrageinrichtung umfassen. Die Lackauftrageinrichtung verfügt über eine Lackauftragwalze, die auf dem Übertragungszylinder des Lackwerks abrollt und auf denselben Lack überträgt. Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung kann auch in Lackwerken bei einer Unterberechung des Fortdrucks ein Trocknungsverlangsamungsmittel in die Lackauftrageinrichtung eines Lackwerks eingebracht werden, wobei das Trocknungsverlangsamungsmittel wiederum vorzugsweise als Anti-Oxidationsmittel ausgebildet ist und in die Lackauftrageinrichtung des Lackwerks eingesprüht wird. Auf diese Art und Weise kann auch in Lackwerken ein Antrocknen des Lacks bei einer Unterberechung des Fortdrücks vermieden werden.

Auch in einem Lackwerk kann in Weiterbildung der Erfindung bei einer Unterberechung des Fortdrucks die Lackauftrageinrichtung unabhängig von den übrigen Baugruppen des jeweiligen Lackwerks eigenmotorisch angetrieben werden, sodass sich das Trocknungsverlangsamungsmittel in der Lackeinrichtung gleichmäßig verteilt. Hierzu wird dann die Lackauftragwalze der Lackauftrageinrichtung des Lackwerks vom Formzylinder des Lackwerks abgestellt, und die Lackauftrageinrichtung wird eigenmotorisch, entkoppelt vom Hauptantrieb der Druckmaschine angetrieben.

Alternativ kann bei einer Unterberechung des Fortdrucks die Lackauftrageinrichtung von einem dem Formzylinder zugeordneten Antrieb angetrieben werden, und zwar unabgängig von den weiteren Baugruppen des jeweiligen Lackwerks, wobei sich dann das Trocknungsverlangsamungsmittel in der Lackauftrageinrichtung sowie auf dem Formzylinder gleichmäßig verteilt. In diesem Fall kann dann auch das Antrocknen von Lack auf einer auf dem Formzylinder positionierten Lackform vermieden werden. Hierzu bleibt die Lackauftragswalze am Formzylinder des Lackwerks angestellt und wird über einen dem Formzylinder zugeordneten Antrieb mit angetrieben, wobei der Formzylinder vom Übertragungszylinder des Lackwerks abgestellt wird.

Bei einem Lackwerk kann die Einbringung des Trocknungsverlangsamungsmittels in eine als Zweiwalzenwerk oder Mehrwalzenwerk ausgebildete Lackauftrageinrichtung in eine Spaltstelle zwischen zwei Walzen der Lackauftrageinrichtung erfolgen. Das Trocknungsverlangsamungsmittel wird dann vorzugsweise mittels einer Sprüheinrichtung in die Spaltstelle zwischen zwei Walzen eingesprüht. Bei einer als Rastersystem oder Rakelsystem ausgebildeten Lackauftrageinrichtung wird das Trocknungsverlangsamungsmittel auf eine Walze gesprüht oder getropft, da hier keine geeignete Spaltstelle vorhanden ist.

Die Erfindung findet bevorzugt Verwendung bei Bogendruckmaschinen mit mindestens einem Druckwerk sowie gegebenenfalls mindestens einem Lackwerk. Dem oder jedem Druckwerk sowie dem oder jedem Lackwerk kann eine Einrichtung zugeordnet sein, um das Trocknungsverlangsamungsmittel in das Farbwerk des jeweiligen Druckwerks und/oder die Lackauftrageinrichtung des jeweiligen Lackwerks einzubringen. Das Einbringen des Trocknungsverlangsamungsmittels in das Farbwerk eines Druckwerks bzw. in die Lackauftrageinrichtung eines Lackwerks erfolgt dabei automatisiert mit Hilfe der Maschinensteuerung der Druckmaschine, die bei Vorliegen einer den Fortdruck unterbrechenden, drucktechnischen Störung das Trocknungsverlangsamungsmittel automatisiert in ein Farbwerk bzw. eine Lackauftragseinrichtung einbringt.

1
Formzylinder/Plattenzylinder
2
Übertragungszylinder/Gummizylinder
3
Farbwerk
4
Feuchtwerk
5
Feuchtauftragwalze
6
Farbreiberwalze
7
Farbreiberwalze
8
Farbauftragwalze
9
Sprüheinrichtung
10
Vorratsbehälter
11
Leitungssystem


Anspruch[de]
Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine, insbesondere einer Bogendruckmaschine, mit mindestens einem Druckwerk, wobei das oder jedes Druckwerk einen Druckzylinder bzw. Gegendruckzylinder, einen Übertagungszylinder bzw. Gummizylinder, einen Formzylinder bzw. einen Platenzylinder, ein Farbwerk sowie gegebenenfalls ein Feuchtwerk aufweist, und wobei in dem Farbwerk des oder jedes Druckwerks Druckfarbe und mindestens ein Zusatzmittel verarbeitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs zur Beibehaltung eines Fortdruckzustands in dem Farbwerk (3) des oder jedes Druckwerks als Zusatzmittel ein Trocknungsverlangsamungsmittel in das jeweilige Farbwerk (3) eingebracht wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Trocknungsverlangsamungsmittel ein Antioxidationsmittel in das Farbwerk (3) des oder jedes Druckwerks eingebracht wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Trocknungsverlangsamungsmittel in das jeweilige Farbwerk (3) eingesprüht wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Trocknungsverlangsamungsmittel in einen Walzenzug des jeweiligen Farbwerks (3) eingebracht wird, vorzugsweise in eine zwischen zwei Walzen des jeweiligen Farbwerks (3) ausgebildete Spaltstelle. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs das Farbwerk (3) des oder jedes Druckwerks unabhängig von den übrigen Baugruppen des jeweiligen Druckwerks eigenmotorisch angetrieben wird, um das Trocknungsverlangsamungsmittel im Walzenzug des Farbwerks (3) gleichmäßig zu verteilen. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass hierzu Farbauftragwalzen (8) des Farbwerks (3) des oder jedes Druckwerks vom Formzylinder (1) des jeweiligen Druckwerks abgestellt werden. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass hierzu das Farbwerk (3) des oder jedes Druckwerks von einem Hauptantrieb der Druckmaschine abgekoppelt wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs das Farbwerk (3) über einen dem Formzylinder (1) zugeordneten Antrieb unabhängig von den weiteren Baugruppen des jeweiligen Druckwerks angetrieben wird, sodass sich das Trocknungsverlangsamungsmittel im Walzenzug des Farbwerks (3) sowie auf dem Formzylinder (1) gleichmäßig verteilt. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass hierzu die Farbauftragwalzen (8) des Farbwerks (3) des oder jedes Druckwerks am Formzylinder (1) des jeweiligen Druckwerks angestellt bleiben und der Formzylinder (1) vom Übertagungszylinder (2) des jeweiligen Druckwerks abgestellt wird. Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine, insbesondere einer Bogendruckmaschine, mit mindestens einem Lackwerk, wobei das oder jedes Lackwerk einen Druckzylinder bzw. Gegendruckzylinder, einen Übertagungszylinder bzw. Gummizylinder und eine Lackauftrageinrichtung aufweist, und wobei in der Lackauftrageinrichtung Lack und mindestens ein Zusatzmittel verarbeitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs zur Beibehaltung eines Fortdruckzustands in der Lackauftrageinrichtung des oder jedes Lackwerks als Zusatzmittel ein Trocknungsverlangsamungsmittel in die jeweilige Lackauftrageinrichtung eingebracht wird. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Trocknungsverlangsamungsmittel ein Antioxidationsmittel in die Lackauftrageinrichtung des oder jedes Lackwerks eingebracht wird, wobei das Trocknungsverlangsamungsmittel entweder auf eine Walze der Lackauftrageinrichtung aufgebracht oder in eine Spaltstelle zwischen zwei Walzen der Lackauftrageinrichtung eingebracht wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs die Lackauftrageinrichtung des oder jedes Lackwerks unabhängig von den übrigen Baugruppen des jeweiligen Lackwerks eigenmotorisch angetrieben wird, um das Trocknungsverlangsamungsmittel in der Lackauftrageinrichtung gleichmäßig zu verteilen. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass hierzu eine Lackauftragwalze der Lackauftrageinrichtung des oder jedes Lackwerks vom Formzylinder des jeweiligen Lackwerks abgestellt und die Lackauftrageinrichtung von einem Hauptantrieb der Druckmaschine abgekoppelt wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs die Lackauftrageinrichtung des oder jedes Lackwerks von einen dem Formzylinder zugeordneten Antrieb unabhängig von den weiteren Baugruppen des jeweiligen Lackwerks angetrieben wird, sodass sich das Trocknungsverlangsamungsmittel in der Lackauftrageinrichtung sowie auf dem Formzylinder gleichmäßig verteilt. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass hierzu die Lackauftragwalze der Lackauftrageinrichtung des oder jedes Lackwerks am Formzylinder des jeweiligen Lackwerks angestellt bleibt und der Formzylinder vom Übertagungszylinder des jeweiligen Lackwerks abgestellt wird. Druckmaschine, insbesondere Bogendruckmaschine, mit mindestens einem Druckwerk sowie gegebenenfalls mindestens einem Lackwerk, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Unterbrechung des Druckvorgangs zur Beibehaltung eines Fortdruckzustands das oder jedes Druckwerks und/oder das oder jedes Lackwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15 betreibbar ist. Druckmaschine nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass dem oder jedem Druckwerk und/oder dem oder jedem Lackwerk mindestens jeweils eine Einrichtung zugeordnet ist, um Trocknungsverlangsamungsmittel in das Farbwerk des oder jedes Druckwerks und/oder die Lackauftrageinrichtung des oder jedes Lackwerks einzubringen.






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