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Dokumentenidentifikation DE102005031317A1 01.02.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Aufrechterhaltung einer Farbverteilung im Farbwerk von Druckmaschinen
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Heinen, Jürgen, 65189 Wiesbaden, DE;
Hummel, Peter, 63069 Offenbach, DE;
Ortner, Robert, 63755 Alzenau, DE
DE-Anmeldedatum 05.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005031317
Offenlegungstag 01.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.02.2007
IPC-Hauptklasse B41F 31/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 33/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Beschrieben wird ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Aufrechterhaltung einer Schichtdickenverteilung im Farbwerk einer Druckmaschine, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine, bei welchem bei laufender Maschine im Fortdruck und an einem Plattenzylinder angestellten Farbauftragwalzen über mit einer Farbkastenwalze zusammenwirkende Farbdosierelemente und angetriebener Heberwalze Farbe in der Verteilung eines Farbschichtdickengefälles in das Farbwerk gefördert wird. Aufgabe der Erfindung ist es, ein solches Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens so zu erweitern, dass die Farbflussbedingungen eines gerade ausgeführten Druckauftrages auch bei Druckunterbrechungen aufrechterhalten bleibt.
Erfindungsgemäß gelingt dies dadurch, dass während einer Druckunterbrechung der Antrieb des Farbwerkes wenigstens zeitweise unterbrochen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Erzeugung einer Farbverteilung im Farbwerk von Druckmaschinen gemäß dem Oberbegriff des Verfahrens- bzw. Vorrichtungsanspruches.

Bei Bogenoftsetdruckmaschinen wird die zu verdruckende Druckfarbe über einen Farbkasten und mit einer Farbkastenwalze zusammenwirkenden Dosierelementen in dem Farbbedarf entsprechenden Schichtdicken auf der Farbkastenwalze aufgetragen. Über eine Heberwalze wird Farbe von der Farbkastenwalze abgenommen und über Reiber- und weitere Farbwerkswalzen und Farbauftragwalzen auf eine Druckform aufgetragen. Durch die Farbwerkswalzen und die Vielzahl von Spaltstellen wird die im oberen Teil des Farbwerkes befindliche und noch relativ dicke Farbschicht auf eine einige um dicke Farbschicht auf den Auftragwalzen heruntergespalten. Durch mehrere Farbauftragwalzen ist eine vom Sujet unabhängige und schablonierfreie, d.h. rückwirkungsfreie Einfärbung der Druckform möglich. Durch Walzenanzahl sowie Anordnung der Walzen können auf diese Weise auch großformatige Drucksachen über die gesamte Formatbreite und Drucklänge optimal eingefärbt werden.

Auf Grund der Walzenanzahl befindet sich im Farbwerk eine relativ große Farbmenge. Entsprechend den Sujetverhältnissen d.h. je nach dem Anteil von druckenden zu nicht druckenden Flächen, nimmt die Farbschichtdicke vom oberen Teil des Farbwerkes zu den Farbauftragwalzen hin ab. Bei einem „schweren" Sujet (hoher Anteil druckender Fläche) ist die Farbschichtdicke im oberen Teil des Farbwerkes größer, verglichen mit den Farbschichtdicken im gleichen Teil des Farbwerkes bei einem „leichten" Sujet (geringer Anteil druckender Fläche).

Bei einem Auftragswechsel bzw. bei Schichtende muss die im Farbwerk befindliche Farbe entfernt und daraufhin das Farbwerk mit der für den jeweiligen Druckauftrag vorgesehenen Farbe gefüllt werden. Das Entfernen der Druckfarbe eines vorangegangenen Druckauftrages kann durch im Farbwerk angeordnete Waschvorrichtungen (Waschrakel plus Sprühvorrichtung) erfolgen. Ggf. sind zusätzliche manuelle Eingriffe nötig.

Auf Grund der großen Oberfläche eines Farbwerkes sowie der Vielzahl von Spaltstellen (Anzahl Farbwalzen) sind nach Befüllen des Farbwerkes eine Vielzahl von Maschinenumdrehungen nötig, bis sich ein sujetabhängiges Farbprofil in Form eines Farbschichtdickengefälles – das so genannte Fortdruckprofil – eingestellt hat. Zur Reduzierung von Anlaufmakulatur ist vor einem neuen Druekauftrag das Farbwerk möglichst so vorzufüllen, dass ein Fortdruckprofil bzw. ein Farbschichtdickengefälle erzeugt wird, wie es auch während des Fortdruckes vorliegt.

Die gleichen Bedingungen gelten, wenn während eines Druckauftrages eine Unterbrechung aus verschiedenen Gründen eintritt, die zur Zerstörung des sujetabhängigen Farbprofiles führen können. Durch die Vielzahl der Walzen ist das genannte Farbprofil sehr anfällig gegen eine die Kontinuität des Farbflusses unterbrechende Situation. Sollten die Walzen des Farbwerkes sich weiterdrehen, ohne dass Druckfarbe abgenommen wird, ergibt sich aus dem Vorgang der Rückspaltung der auf den Walzen aufliegenden Farbschicht eine sehr schnelle Einebnung bzw. Vergleichmäßigung der Farbschicht über die Oberflächen der Walzen des gesamten Farbwerkes. Damit ist auf den unteren, der Auftragsstelle an der Druckplatte nahen Walzen eine viel zu dicke Farbschicht vorhanden. Diese muss zunächst wieder abgebaut werden und erzeugt demgemäß durch einen zu starken Farbauftrag auf der Druckplatte überfärbte Druckbogen und damit Makulatur.

Um gerade während kurzzeitiger Druckunterbrechungen den Farbflusszustand (Farbschichtdickengefälle) auch bei weiterlaufender Maschine und abgestellten Farbauftragwalzen aufrecht zu erhalten, weisen Farbwerke von Bogenoffsetdruckmaschinen Einrichtungen zur Farbwerkstrennung auf. Dabei kann der Walzenzug des Farbwerkes an einer oder mehreren Stellen durch zugeordnete Stellmittel unterbrochen werden, sodass trotz weiterlaufender Farbwalzen das Farbschichtdickengefälle sich nicht über das gesamte Farbwerk (alle Farbwalzen) ausgleicht, sondern nur in der durch die Abstellung gebildeten Gruppe von Farbwalzen. Ein derartiges Farbwerk zeigt beispielsweise die DE 36 40 295 A1, wobei hier der durch die Trennung abgespalteten Walzenzug beispielsweise während des Druckbetriebes gewaschen werden kann.

Hierzu ist auch aus der DE 101 15 121 A1 bereits ein Verfahren und eine zugehörige Vorrichtung zur Erzeugung einer Farbverteilung im Farbwerk von Druckmaschinen bekannt. Die Vorrichtung weist ebenfalls Mittel zur so genannten Farbwerkstrennung auf. Die Farbwerkstrennung wird in diesem Zusammenhang verwendet, wenn das Farbwerk nicht gewaschen wurde und ein neuer Druckauftrag in diesem Druckwerk mit der gleichen Farbe ausgeführt werden soll. Dazu kann am Ende des vorhergehenden Druckauftrages bereits die Farbwerkstrennung eingeschaltet werden. Vor Beginn des Druckbetriebes wird dann die Farbwerkstrennung aufgehoben, d.h. der unterbrochene Walzenzug wird wieder geschlossen. Sodann beginnt der Druckbetrieb durch Anstellen der Farbauftragwalzen sowie Anstellen des Gummituchzylinders an den Plattenzylinder.

Die DE 40 13 740 A1 beschreibt darüber hinaus eine Offset-Druckmaschine sowie ein Verfahren zum schnellen Erreichen des Fortdruckzustandes, bei welchem die Auftragwalzen dauernd oder zeitweise während des vor Druckbeginn erfolgenden Farbeinlaufes bzw. während eines den Fortdruckprozess unterbrechenden Stoppers an die Druckform angestellt sind. Dadurch nimmt die Druckform Farbe auf, sodass auch während des Stoppers bzw. während der Druckunterbrechung ein Farbfluss stattfindet.

Die zuvorstehend beschriebenen Verfahren zum Vorfüllen eines Farbwerkes mit dem Ziel eine dem Fortdruck nahe Farbschichtdickenverteilung auf den Farbwalzen zu erzielen oder entsprechend die Aufrechterhaltung der Farbschichtdickenverteilung zu gewährleisten, berücksichtigen aber nicht, dass sich ein Farbschichtdickengefälle, welches im Fortdruckzustand herrscht, nach einer noch so geringen Änderung nur schwer während einer vorgegebenen Anzahl von Maschinenumdrehungen und bei abgestellten Farbauftragwalzen erzielen lässt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß dem Oberbegriff des Verfahrens- bzw. Vorrichtungsanspruchs dahingehend zu erweitern, dass eine differenziert auf die Farbflussbedingungen des gerade ausgeführten Druckauftrages aufrechtzuerhaltende Einfärbung mit entsprechendem Farbschichtdickenaufbau auch nach Druckunterbrechungen erzielt wird.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Verfahrens- bzw. Vorrichtungsanspruches. Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen.

Nach der Erfindung ist verfahrensgemäß vorgesehen, dass während der Zeitdauer einer Druckunterbrechung im Verlauf eines Fortdruckprozesses das Farbwerk wenigstens zeitweise stillgesetzt wird. Hierzu wird mittels einer Steuerung der Antrieb des Farbwerkes abgekoppelt oder stillgesetzt. Auf diese Weise wird das sich im Fortdruckbetrieb einstellende Farbschichtdickengefälle innerhalb des Farbwerkes unverändert gelassen und führt dazu, dass bei Druckbeginn sofort wieder optimale Druckbedingungen hinsichtlich der Farbversorgung der Druckplatte vorliegen.

Vorrichtungsgemäß ist dazu eine fernbedienbare Kupplungseinrichtung im Antrieb des Farbwerkes oder ein separater Antrieb für das Farbwerk vorgesehen. Die Kupplungseinrichtung oder der Antrieb sind mit einer Steuerung verbunden, die abgeleitet von Kommandos einer der Druckmaschine zugeordneten Maschinensteuerung entsprechende Befehle ausgibt.

Das Farbschichtdickengefälle wird als Farbschichtdickenverteilung erzeugt, die im unteren und insbesondere die Auftragwalzen umfassenden Teil des Farbwerkes eine vom Anteil druckender Fläche des künftigen Druckauftrages nahezu unabhängige Schichtdicke zeigt, wohingegen in den oberen, den Farbdosierelementen zugewandten Teilen des Farbwerkes eine Schichtdicke vorliegt, welche in Abhängigkeit des Farbbedarfes der Druckform (Sujet-Anteil druckender Fläche) steht. Dieses Schichtdickengefälle stellt sich auch während des Fortdruckes längerfristig ein, sodass die Erfindung keine hoch differenzierte Anpassung an die Farbflusssituation des Fortdruckes erforderlich macht. Makulatur nach Ende eine Druckunterbrechung wird dadurch weitestgehend vermieden.

Des Weiteren erfolgt die Erläuterung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Zeichnungen. Es zeigt:

1 ein Farbwerk mit einer Farbschicht auf den Farbwerkswalzen, und

2 eine das erfindungsgemäße Verfahren ausführende Steuerung in Verbindung mit einem Farbwerk.

1 zeigt ein erfindungsgemäßes Farbwerk, bei welchen von einem Farbkasten 1 aus Druckfarbe über eine Farbkastenwalze 2 und eine Heberwalze 3 einem oberen Teil 4 des Farbwerkes zugeführt wird. Mit der Farbkastenwalze 2 wirken an der Unterseite des Farbkastens 1 angebrachte Farbdosierelemente zusammen, welche von einer Steuerung 16 über zugeordnete Stellmittel 11 betätigbar sind. Die Freigabe bzw. das Sperren der Bewegung der Heberwalze 3 erfolgt seitens der Steuerung 16 über Stellmittel 12.

Über die Walzen des oberen Farbwerkes 4 gelangt die Farbe über insgesamt zwei Walzenzüge zu den mit dem Plattenzylinder 9 zusammenwirkenden Farbauftragwalzen 8. In Drehrichtung des Plattenzylinders 9 ist im unteren Teil 6 des Farbwerkes ein Feuchtwerk 7 zugeordnet.

Wie durch die Doppelpfeile angedeutet ist der obere Teil 4 des Farbwerkes von einem unteren Teil 6 des Farbwerkes durch insgesamt zwei Farbwalzentrennungen 5 auftrennbar. Jede Farbwerkstrennung 5 ist durch zugeordnete Stellmittel seitens der Steuerung 16 betätigbar. Beim gezeigten Beispiel ist der obere Teil 4 des Farbwerkes über insgesamt zwei Walzen mit dem unteren Teil 6 des Farbwerkes verbunden.

Der die vorletzte mit der letzten Auftragwalze verbindenden Brückenwalze ist eine Waschvorrichtung zugeordnet, durch welche die auf dieser Walze befindliche Farbe aufnehmbar und so der gesamte Walzenzug des oberen und des unteren Farbwerkes 4, 6 gereinigt werden kann. Auch die Waschvorrichtung sind seitens der Steuerung 16 über zugeordnete Stellmittel betätigbar. Letztlich sind seitens der Steuerung 16 über Stellmittel 15 auch die Farbauftragwalzen 8 des unteren Farbwerkes 6, das Feuchtwerk 7 sowie der Plattenzylinder 9 und ein weiterer Zylinder 10, ggf. ein Drucktuchzylinder, schaltbar, d.h. die entsprechenden Walzen und Zylinder können zueinander an- bzw. abgestellt, d.h. in Berührstellung zueinander gebracht oder voneinander getrennt werden.

In 1 ist weiterhin die Farbflusssituation im Farbwerk ausgehend vom Farbkasten 1, über die Farbkastenwalze 2, die Heberwalze 3, die Walzen des oberen Farbwerkes 4, über die Farbwerkstrennungen 5 weg bis zu den Walzen des unteren Farbwerkes 6 und den Farbauftragwalzen 8 während des Druckvorganges gezeigt. Hierbei sind die Farbauftragwalzen 8 des unteren Farbwerksteiles 6 an den Plattenzylinder 9 angestellt, der Plattenzylinder 9 und der weitere Zylinder 10 (Drucktuchzylinder) sind auf Druck geschaltet, d.h. sie rollen aufeinander ab, die Farbwerkstrennung 5 ist abgeschaltet, d.h. der Walzenzug zwischen oberem Farbwerk 4 und unterem Farbwerk 6 ist durchgängig geschaltet. Wie angedeutet weisen die oberen Farbwerkswalzen 2, 3, 4 eine höhere Schichtdicke auf als die Walzen des unteren Farbwerkes 6. Die Schichtdicken im oberen Teil 4 des Farbwerkes hängen dabei vom Sujet ab, d.h. vom Anteil druckender Fläche auf dem Plattenzylinder 9. Im unteren Teil des Farbwerkes 6 herrscht dabei eine vom Sujet weitestgehend unabhängige Farbschichtdicke.

Erfindungsgemäß ist nunmehr vorgesehen, im Fall einer Druckunterbrechung das sich während des Fortdruckes bei der Bearbeitung eines Druckauftrages einstellende Farbschichtdickenprofil auf den Farbwerkswalzen 2 bis 8 vollständig aufrecht zu herhalten.

Hierzu wird in 2 schematisch eine entsprechende Vorrichtung aufgezeigt. Die Druckmaschine weist in Verbindung mit ihrer Maschinensteuerung eine nicht dargestellte Steuerungsvorrichtung auf, mittels derer über geeignete Stellmittel der Plattenzylinder 9, der Drucktuchzylinder 10 und die Farbauftragwalzen 8 an- und abgestellt werden können. Das bedeutet, dass die genannten Funktionselemente mittels der geeigneten Stellmittel mit dem jeweils mit ihnen zusammenwirkenden Funktionselement in Funktionsverbindung gebracht oder von diesem getrennt werden können.

Weiterhin ist eine Steuerung 16 vorgesehen, die über eine Steuerleitung 13 einem Antrieb der Farbkastenwalze 2 und ggf. mit Dosiereinrichtungen im Farbkasten 1 gegenüber der Farbkastenwalze 2, die weiterhin über eine Steuerleitung 14 mit einem Heberantrieb 11 und schließlich über eine Steuerleitung 15 mit einem Farbwerksantrieb 12 verbunden ist. Die Steuerung 16 ist über eine weitere Steuerleitung 17 wenigstens mit der Maschinensteuerung oder mit dieser in Verbindung stehenden Steuerungen der Druckmaschine verbunden.

Die Farbkastenwalze 2 weist einen steuerbaren Rotationsantrieb auf, der in 2 nicht näher bezeichnet ist.

Der Heberantrieb 11 kann vom Farbwerksantrieb 12 oder von einem Maschinenantrieb abgeleitet werden und versetzt die Heberwalze 3 in eine zwischen der Farbkastenwalze 2 und der ersten Farbwerkswalze des oberen Farbwerksteiles 4 pendelnde Bewegung. Der Heberantrieb 11 kann durch eine Verriegelung stillgesetzt werden.

Der Farbwerksantrieb 12 treibt zumindest einige der Farbwerkswalzen 4, 6 – in der Regel sind dies Reiberwalzen – rotativ an. Der Farbwerksantrieb 12 wird meist von dem Antrieb der Druckmaschine abgeleitet. Zusätzliche – beispielsweise changierende – Bewegungen der Walzen werden normalerweise von dem rotativen Antrieb abgeleitet.

Durch die Koppelung der Steuerung 16 mit der Maschinensteuerung wird es ermöglicht Maschinenkommandos in der Steuerung 16 zu verarbeiten. Hierbei kann die Steuerung 16 erkennen, wenn sich die Druckmaschine in einem Fortdruckzustand befindet. Für diesen Zustand ist vorgesehen, dass im Fall einer Druckunterbrechung die Antriebe 11, 12 der Heberwalze 3 und der Farbwerkswalzen 4, 6 stillgesetzt werden. Weiterhin kann auch der Antrieb der Farbkastenwalze 2 beeinflusst werden, indem z.B. die Farbwerkswalze 2 bei still stehender Heberwalze 3 und still stehenden Farbwerkswalzen 4, 6, 8, wobei die Farbauftragwalzen 8 zusätzlich vom Plattenzylinder 9 abgestellt sind, langsamer oder intermittierend angetrieben wird.

Bei der so beschriebenen Verfahrensweise wird also das im Farbwerk auf den Farbwerkswalzen 2, 3, 4, 6, 8 aufgebaute – an den Druckauftrag angepasste – Farbschichtdickengefälle nicht verändert und steht nach der Druckunterbrechung unverändert und sofort wieder zur Verfügung.

Druckunterbrechungen können vorkommen, wenn der Bogentransport gestört ist oder wenn Reinigungsarbeiten vorzunehmen sind. Als Druckunterbrechung wird hier verstanden, dass der als Fortdruck bezeichnete Produktionsbetrieb der Druckmaschine für kurze Zeit unterbrochen werden muss. Hierbei soll aber erfindungsgemäß das vorhandene Farbschichtdickengefälle aufrechterhalten werden. Gründe für Druckunterbrechungen sind

  • – Störungen im Bereich einer Bogenzuführung der Druckmaschine
  • – Störungen im Bereich des Bogentransportes
  • – Störungen bei der Farbversorgung
  • – Austauschzeiten für Anleger- oder Auslegerstapel
  • – Reinigungszeiten für Farbwerke, Drucktuchzylinder oder Feuchtwerke
  • – o. ä.

Die Stillsetzung der Heberwalze 3 erfolgt über eine Abkoppelung bzw. Blockierung des Heberantriebes 11 gegenüber dem Farbwerksantrieb 12 oder dem Maschinenantrieb. Die Stillsetzung des Farbwerks erfolgt durch eine Abkoppelung des Farbwerksantriebes 12 vom Maschinenantrieb. Hierfür können jeweils fernsteuerbar ein- und auskuppelbare Kupplungseinrichtungen an den jeweiligen Antrieben vorgesehen sein.

In vorteilhafter Weise kann auch jeweils ein eigener motorischer Antrieb für die Heberwalze 3 bzw. die Farbwerkswalzen 4, 6 oder das ganze Farbwerk 2, 3, 4, 6, 8 vorgesehen sein. Dann kann die Stillsetzung der beteiligten Walzen jeweils über ein einfaches Abschalten des Antriebsmotors erfolgen.

Die Steuerung 16 ist so konfiguriert, dass sie zwischen Druckunterbrechungen und anderen Zuständen des Maschinenstillstands unterscheiden kann.

Als Zustand einer Druckunterbrechung ist hierbei insbesondere nicht zu verstehen, wenn der Druckauftrag beendet ist und die Druckmaschine abgerüstet werden soll. Zustände einer Druckunterbrechung liegen auch nicht vor, wenn Not-Aus-Bedingungen wegen Schadenfällen zu einem Stillsetzen der Druckmaschine führen. Daher wird der Zustand des stillstehenden Farbwerkes bei abgestellten Farbauftragwalzen 8 wenigstens in den genannten Fällen nicht herbeigeführt.

Wird bei einem Umrüsten von einem beendeten Auftrag auf einen neuen Auftrag das Farbwerk 1 bis 6 nicht gewaschen bzw. vollständig entleert, soll vorgesehen sein, dass nach Abstellen der Farbauftragwalzen 8 vom Plattenzylinder 9 gleichzeitig auch die Farbwerkstrennung geschaltet wird. So ist nun durch Schließen der Farbdosierelemente im Farbkasten 1 und weiterlaufendem Heber 3 der obere Teil 4 des Farbwerkes entleerbar, sodass die Farbschichtdicke im oberen Farbwerk 4 abgebaut werden kann. Sodann erfolgt das Füllen des oberen Teils des Farbwerkes 4 durch Einstellen eines vorgesehenen Farbprofils am Farbkasten 1 sowie Betreiben des Hebers 3. Nach dem im oberen Farbwerk 4 die Farbwerkswalzen die vorgesehene Schichtdicke aufweisen, wird durch Schalten der Farbwerkstrennung der Farbfluss geschlossen und die Farbauftragwalzen können an den Plattenzylinder 9 angestellt werden, sodass der erfindungsgemäße Fortdruckzustand wieder hergestellt ist. Dieser Zustand wird von der Steuerung 16 wieder erkannt, sodass die Bedienung des Farbwerkes wieder im erfindungsgemäßen Sinn bei Druckunterbrechungen erfolgen kann.

1
Farbkasten
2
Farbkastenwalze
3
Heberwalze
4
Farbwerk (oberer Teil)
5
Farbwerkstrennung
6
Farbwerk (unterer Teil)
7
Feuchtwerk
8
Farbauftragwalzen
9
Plattenzylinder
10
Drucktuchzylinder
11
Heberantrieb
12
Farbwerksantrieb
13
Steuerleitung (Farbkastenwalze)
14
Steuerleitung (Heberantrieb)
15
Steuerleitung (Farbwerksantrieb)
16
Steuerung
17
Steuerleitung (Plattenzylinder)
18
Steuerleitung (Drucktuchzylinder)


Anspruch[de]
Verfahren zur Aufrechterhaltung einer sich im Fortdruck ergebenden Schichtdickenverteilung in einem Farbwerk einer Druckmaschine, insbesondere einer Bogenoffsetdruckmaschine, bei welchem während eines Fortdruckvorganges bei laufender Maschine und an einen Plattenzylinder angestellten Farbauftragwalzen über mit einer Farbkastenwalze zusammenwirkende Farbdosierelemente, eine angetriebene Heberwalze und die Heberwalze mit den Farbauftragwalzen verbindende Farbwerkswalzen Farbe auf eine auf dem Plattenzylinder befindliche Druckform zur Einfärbung von durch die Druckmaschine geförderten Druckbogen gefördert wird, dadurch gekennzeichnet, dass während einer Druckunterbrechung im Verlauf der Durchführung eines Druckauftrages mit Stillsetzung der Druckmaschine, sodass keine Förderung von Druckbogen mit Farbabnahme vom Plattenzylinder (9) erfolgt, zumindest der Rotationsantrieb (12) des Farbwerkes wenigstens zeitweise derart unterbrochen ist, dass bei aneinander angestellten Farbwerkswalzen (2, 3, 4, 6, 8) und vom Plattenzylinder (9) abgestellten Farbauftragwalzen (8) ein Abwälzen der Farbwerkswalzen (2, 3, 4, 6, 8) untereinander nicht erfolgen kann. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Beginn der Druckunterbrechung ein Antrieb (11) der Heberwalze (3) stillgesetzt wird, dass die Farbauftragwalzen (8) vom Plattenzylinder (9) abgestellt werden und dass wenigstens der Rotationsantrieb (12) der Farbwerkswalzen (4, 6, 8) stillgesetzt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass während einer Druckunterbrechung ein Antrieb der Farbkastenwalze (2) auf eine niedrigere oder intermittierende Geschwindigkeit eingestellt wird. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Beendigung der Druckunterbrechung der Antrieb (11) der Heberwalze (3) in Bewegung gesetzt wird, dass der Rotationsantrieb (12) des Farbwerkes in Bewegung gesetzt wird und dass nach Anfahren der Druckmaschine mit Förderung von Druckbogen die Farbauftragwalzen (8) an den Plattenzylinder (9) angestellt werden und der Druck wieder aufgenommen wird. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Beendigung der Druckunterbrechung die Farbkastenwalze (2) mit einer für den Fortdruck geeigneten Geschwindigkeit angetrieben wird. Vorrichtung in einem Farbwerk einer Druckmaschine, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine, mit einer Farbkastenwalze, mit der Farbkastenwalze zusammenwirkenden Dosierelementen, einer Heberwalze, mit einem Plattenzylinder zusammenwirkenden und an diesen an- und abstellbaren Farbauftragwalzen, einem Heberwalze und Farbauftragwalzen in Farbflussverbindung bringenden Walzenzug, einem Antrieb für die Druckmaschine, einer Antriebseinrichtung für wenigstens mehrere der Walzen des Farbwerkes, einer Steuerung für die Druckmaschine, sowie mit einer Steuerung, welche über Stellmittel mit den Farbdosierelementen, der Heberwalze, den Farbauftragwalzen, der Antriebseinrichtung sowie den Druckwerkszylindern in Verbindung steht, zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine steuerbare Einrichtung für Antriebe (11, 12) des Farbwerkes vorgesehen ist und dass durch eine Steuerung (16) während einer Druckunterbrechung zumindest der Rotationsantrieb (12) des Farbwerkes wenigstens zeitweise abschaltbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein separater Antriebsmotor für den Rotationsantrieb (12) der Farbwerkswalzen (4, 6, 8) und/oder für den Antrieb (11) der Heberwalze (3) vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Getriebeverbindung zwischen dem Maschinenantrieb der Druckmaschine und dem Antrieb (12) der Farbwerkswalzen (4, 6, 8) für den Rotationsantrieb der Farbwerkswalzen (4, 6, 8) und/oder für den Antrieb (11) der Heberwalze (3) vorgesehen ist und dass die Getriebeverbindung fernsteuerbar trennbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der Getriebeverbindung eine fernsteuerbar schaltbare Kupplung vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein steuerbarer Antrieb für den Rotationsantrieb der Farbkastenwalze (2) vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung mit dem Maschinenantrieb derart verbunden ist, dass bei einer prozess- oder bedienungsabhängigen Druckunterbrechung zumindest der Rotationsantrieb (12) des Farbwerkes stillsetzbar ist.






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