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Dokumentenidentifikation DE102005034602A1 01.02.2007
Titel Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs mit einer Brennkraftmaschine
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Jünemann, Thorsten, 71069 Sindelfingen, DE;
Dörr, Bernd, 74731 Walldürn, DE;
Niemann, Holger, 71634 Ludwigsburg, DE;
Hagmann, Per, 70469 Stuttgart, DE
DE-Anmeldedatum 25.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005034602
Offenlegungstag 01.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.02.2007
IPC-Hauptklasse F02N 17/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Kraftfahrzeug mit einer Brennkraftmaschine hängt eine Freigabebedingung (42) von mindestens einer Betriebsgröße (u_k150), gear, clutch) des Kraftfahrzeugs und/oder der Brennkraftmaschine ab. Abhängig von der Freigabebedingung (42) wird ein Starten und/oder Stoppen der Brennkraftmaschine freigegeben. Es wird vorgeschlagen, dass das Vorliegen der Freigabebedingung (42) redundant (44a, 44b) im Rahmen eines 3-Ebenen-Überwachungskonzepts geprüft wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs mit einer Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner ein Computerprogramm, ein elektrisches Speichermedium, sowie eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung für ein Kraftfahrzeug.

Ein Verfahren der eingangs genannten Art ist vom Markt her bekannt. Es kommt vor allem bei Kraftfahrzeugen mit einer "Stopp/Start-Automatik" zum Einsatz. Hierunter versteht man das automatische Abstellen und Starten der Brennkraftmaschine entsprechend der aktuellen Fahrsituation des Kraftfahrzeugs. Hierdurch sollen der Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen reduziert werden. Realisiert wird eine solche Stopp/Start-Automatik, indem mindestens eine Betriebsgröße des Kraftfahrzeugs, beispielsweise seine Geschwindigkeit, ein Bremszustand, etc., und/oder eine Betriebsgröße der Brennkraftmaschine, beispielsweise eine Drehzahl, erfasst und abhängig von dieser Betriebsgröße das automatische Stoppen beziehungsweise Starten der Brennkraftmaschine freigegeben wird.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Sicherheit im Betrieb eines Kraftfahrzeugs, welches mit einer Stopp/Start-Automatik ausgerüstet ist, zu erhöhen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Ferner beinhaltet die Lösung auch ein Computerprogramm, ein elektrisches Speichermedium, sowie eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung entsprechend den nebengeordneten Ansprüchen. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung finden sich in Unteransprüchen.

Vorteile der Erfindung

Durch die erfindungsgemäß vorgesehene redundante Prüfung des Vorliegens der Freigabebedingung wird die Systemsicherheit erheblich erhöht. Letztlich wird durch diese Maßnahme die Funktion "Starten der Brennkraftmaschine" und "Stoppen der Brennkraftmaschine" in die Funktionsüberwachung der sogenannten "Ebene 2" eingebunden. Eine solche Funktionsüberwachung stellt sicher, dass entsprechende Aktionen nur dann ausgeführt werden können, wenn sie über einen zusätzlichen und unabhängigen Pfad überprüft werden. Kern der erfindungsgemäßen Maßnahme ist es, ein unzulässiges Starten oder ein unzulässiges Stoppen zuverlässig zu verhindern.

Die Unzulässigkeit beziehungsweise die Zulässigkeit eines Stoppens oder Startens der Brennkraftmaschine wird letztlich aus dem Verhalten des Fahrers, welches die Betriebsgrößen des Kraftfahrzeugs und der Brennkraftmaschine beeinflusst, abgeleitet. Dabei ist es wichtig, dass eine Situation erkannt wird, in der ein Starten der Brennkraftmaschine auch ohne Fahrerwunsch gefahrlos möglich ist.

Die redundante Prüfung wird vorzugsweise nach einem 3-Ebenen-Überwachungskonzept durchgeführt. Bei diesem erfolgt die Vorgabe der Startfreigabe in einer als Funktionsebene bezeichneten ersten Ebene. Eine kontinuierliche Überwachung des Vorliegens der Freigabebedingung ist in der zweiten Ebene, der "Überwachungsebene" vorgesehen. Diese zweite Ebene wird aufwändig abgesichert, beispielsweise durch Doppelablage aller Variablen, zyklische RAM- und ROM-Überprüfung, Programmablaufkontrolle, Befehlstests, etc.. Die dritte Ebene dient zur Rechnerabsicherung. Ein solches 3-Ebenen-Überwachungskonzept kann beispielsweise die Verwendung unabhängiger und unterschiedlicher Prüfalgorithmen beinhalten. Eine nochmalige Erhöhung der Sicherheit wird durch eine Plausibilitätsprüfung erreicht, durch die die Freigabebedingung oder die ihr zugrundeliegende Betriebsgröße auf ihren physikalischen Sinngehalt überprüft wird.

Erfolgt nach einer Betätigung eines Zündschlosses die Umsetzung eines Startens der Brennkraftmaschine durch die Steuerung der Brennkraftmaschine, kann auch für einen solchen "Schlüsselstart" eine Funktionsüberwachung erfolgen, die mindestens die Freigabebedingung umfasst, dass ein Startanforderungssignal von einem Zündschloss vorliegt. Optional kann zusätzlich gefordert werden, dass ein Antriebsstrang offen ist, was beispielsweise dann der Fall ist, wenn eine Kupplung geöffnet ist oder/und sich ein Getriebe in Leerlauf- beziehungsweise Neutralstellung befindet. Voraussetzung hier und nachfolgend ist, dass die zugrundeliegenden Betriebsgrößen auf Eingangssignalen basieren, welche sicher im Sinne der erfindungsgemäß vorgesehenen redundanten Funktionsüberwachung sind. Dies bedeutet, dass entsprechende Sensoren zweikanalig ausgeführt sind und eine sichere Signalübertragung gewährleistet sein muss.

Im Gegensatz zu dem eben beschriebenen "Schlüsselstart" ist ein automatischer Start generell dann zulässig, wenn aus den Eingangssignalen und den entsprechenden Betriebsgrößen eindeutig der entsprechende Fahrerwunsch abgeleitet werden kann, und wenn keine sonstigen Bedingungen gegen einen Start der Brennkraftmaschine sprechen. Darüber hinaus gibt es aber auch Situationen, in denen ein Starten der Brennkraftmaschine auch ohne erkennbaren Fahrerwunsch freigegeben wird, wenn ein solches Starten gefahrlos möglich ist. Eine solche Situation kann beispielsweise dann vorliegen, wenn ein Bordnetzmanagement des Kraftfahrzeugs elektrische Energie anfordert. Gegen einen automatischen Start spricht insbesondere ein geschlossener Antriebsstrang mit der Gefahr eines ungewollten Vortriebs.

Bei einem Kraftfahrzeug mit einem Automatikgetriebe und einem hydraulischen Wandler wird ein automatisches Starten der Brennkraftmaschine bei dem Vorliegen einer der folgenden Freigabebedingungen zugelassen: Eine Fahrpedalstellung ist gleich groß wie oder größer als ein Grenzwert; ein Bremsmoment ist gleich groß wie oder größer als ein Grenzwert (wobei der Grenzwert derartig ist, dass das Kraftfahrzeug beim Starten der Brennkraftmaschine nicht anrollen kann; das Bremsmoment kann entweder über eine Fußbremse oder über einen sogenannten "Hillholder" erzeugt werden); ein Getriebe befindet sich in Neutralstellung. Auch hier ist Voraussetzung für das erfindungsgemäße Sicherheitskonzept, dass die den Betriebsgrößen zugrundeliegenden Eingangssignale sicher im Sinne der Funktionsüberwachung sind.

Ein Sonderfall wird durch das Vorliegen eines hydraulischen Wandlers ermöglicht: Bei einem Kraftfahrzeug mit einem solchen hydraulischen Wandler kann ein automatischer Stopp/Startbetrieb der Brennkraftmaschine auch bei eingelegter Fahrstufe erwünscht sein. Zur Verkürzung der Startzeit kann das Starten der Brennkraftmaschine nicht erst bei Betätigen des Fahrpedals, sondern bereits beim Lösen der Bremse erfolgen. Aus einem solchen Lösen der Bremse kann nämlich der Fahrerwunsch nach einer Vorwärtsbewegung des Kraftfahrzeugs und damit nach einem Starten der Brennkraftmaschine abgeleitet werden.

Daher kann hier zusätzlich noch die Freigabebedingung eingeführt werden, wonach eine Zeit seit dem Lösen einer Bremse kleiner ist oder gleich wie ein Grenzwert.

Ähnliches gilt für ein Fahrzeug mit einem Handschaltgetriebe oder mit einem automatisierten Schaltgetriebe. Hier gilt in jedem Fall, dass ein automatisches Starten der Brennkraftmaschine freigegeben werden kann, wenn der Antriebsstrang offen ist, also bei geöffneter Kupplung oder wenn das Getriebe im Leerlauf ist. Auch hier ist zusätzlich ein Sonderfall zu beachten: Beim Anfahrvorgang kann es vorkommen, dass der Fahrer des Kraftfahrzeugs bereits vor Abschluss des Startvorgangs der Brennkraftmaschine das Getriebe aus der Leerlaufstellung heraus betätigt oder die Kupplung zum Anfahren betätigt (Einkuppeln). In diesen beiden Fällen wäre der Antriebsstrang geschlossen. Um zu verhindern, dass das Starten der Brennkraftmaschine vorzeitig abgebrochen wird, wird als zusätzliche mögliche Freigabebedingung für diesen Fall definiert, dass eine Zeit seit dem Schließen des Antriebsstranges kleiner ist oder gleich wie ein Grenzwert.

Hierzu kann gegebenenfalls auch zusätzlich noch die Pedalbewegung einer Bremse und eines Fahrpedals ausgewertet werden, so dass ein Anfahrvorgang zuverlässig erkannt werden kann.

Die Sicherheit im Betrieb des Kraftfahrzeugs wird nochmals erhöht, wenn nach einer Freigabe eines Startvorgangs ein maximal zulässiges Drehmoment für den Starter der Brennkraftmaschine gebildet und mit dem Ist-Moment des Starters verglichen wird. Dies gestattet es, den Start der Brennkraftmaschine im Fehlerfall zu sperren.

Die obigen Maßnahmen gelten entsprechend auch für das Stoppen der Brennkraftmaschine. Relevante Freigabebedingungen sind beispielsweise, dass eine Fahrgeschwindigkeit gleich ist wie oder kleiner als ein Grenzwert, oder dass ein Bremsmoment gleich ist wie oder größer als ein Grenzwert.

Für eine durchgängige Realisierung der erfindungsgemäßen Überwachungsphilosophie ist es sinnvoll, dass diese Überwachungsfunktion einen unabhängigen Zugriff auf die Ansteuerung des Starters, beispielsweise über einen CAN-Bus oder einen Schaltendstufenbaustein, und/oder auf den für das Stoppen der Brennkraftmaschine vorgesehenen Abschaltpfad haben. Auf diese Weise kann dann, wenn die redundante Prüfung des Vorliegens der Freigabebedingungen zu einem negativen Ergebnis geführt hat, ein unzulässiges Starten beziehungsweise Stoppen der Brennkraftmaschine zuverlässig unterbunden werden.

Zeichnungen

Nachfolgend werden besonders bevorzugte Ausführungsbespiele der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert.

In der Zeichnung zeigen:

1 eine schematische Darstellung eines Kraftfahrzeugs mit einer Brennkraftmaschine und anderen Komponenten;

2 ein Funktionsdiagramm eines ersten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zur Freigabe eines Startens der Brennkraftmaschine von 1;

3 eine Darstellung ähnlich 2 eines zweiten Ausführungsbeispiels;

4 eine Darstellung ähnlich 2 eines dritten Ausführungsbeispiels;

5 eine Darstellung ähnlich 2 eines vierten Ausführungsbeispiels;

6 eine Darstellung ähnlich 2 eines fünften Ausführungsbeispiels;

7 ein Funktionsdiagramm einer zusätzlichen Funktion, die bei den Verfahren der 2 bis 6 eingesetzt werden kann; und

8 ein Funktionsdiagramm eines Verfahrens zur Freigabe eines automatischen Stoppens der Brennkraftmaschine von 1.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

Ein Kraftfahrzeug ist in 1 nur schematisch durch ein Rechteck dargestellt, es trägt dort das Bezugszeichen 10. Das Kraftfahrzeug 10 wird von einer Brennkraftmaschine 12über ein Getriebe 14 angetrieben, wobei zwischen Getriebe 14 und Brennkraftmaschine 12 eine Kupplung 16 zwischengeschaltet ist. Diese kann, wie nachfolgend dargelegt werden wird, auch als hydraulischer Wandler ausgeführt sein.

Ein gewünschtes Drehmoment der Brennkraftmaschine 12 wird von einem Fahrer des Kraftfahrzeugs 10 durch entsprechendes Betätigen eines Fahrpedals 18 zum Ausdruck gebracht. Ein Bremsmoment eines Bremssystems 20 des Kraftfahrzeugs 10 wird vom Fahrer durch entsprechendes Betätigen eines Bremspedals 22 zum Ausdruck gebracht. Zum Starten der Brennkraftmaschine 12 verfügt das Kraftfahrzeug 10 über ein Zündschloss 24. Eine nicht gezeigte Kurbelwelle der Brennkraftmaschine 12 wird zum Starten von einem Elektrostarter 26 in Drehung versetzt.

Der Betrieb des Kraftfahrzeugs 10 wird von einer Steuer- und Regeleinrichtung 28 gesteuert beziehungsweise geregelt. Eingangssignale erhält die Steuer- und Regeleinrichtung 28 von verschiedenen Sensoren, beispielsweise einem die Stellung des Fahrpedals 18 abgreifenden Fahrpedalsensor 30 und einem die Stellung des Bremspedals 22 abgreifenden Bremspedalsensor 32, sowie von weiteren Sensoren, welche aktuelle Betriebsgrößen des Kraftfahrzeugs 10 und der Brennkraftmaschine 12 erfassen. Hierzu gehört beispielsweise ein Sensor 34, welcher die Drehgeschwindigkeit eines Rades erfasst, was die Bestimmung der Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs 10 ermöglicht. Ein weiterer typischer Sensor ist ein Getriebesensor 36, welcher die aktuelle Stellung des Getriebes 14 erfasst, sowie ein Kupplungssensor 38, welcher erfasst, ob die Kupplung 16 gelöst oder geschlossen ist.

Die Sensoren 30 bis 38 sind zweikanalig ausgeführt, wie durch die gestrichelt gezeichneten und zur Steuer- und Regeleinrichtung 28 weisenden doppelten Pfeile, die jedoch kein Bezugszeichen tragen, angedeutet ist. Darüber hinaus ist die Signalübertragung so ausgeführt, dass sie als sicher gelten kann. Die Steuer- und Regeleinrichtung 28 steuert verschiedene Stelleinrichtungen des Kraftfahrzeugs 10 und der Brennkraftmaschine 12 an, so auch den Elektrostarter 26. Hierzu ist auf einem Speicher der Steuer- und Regeleinrichtung 28 ein Computerprogramm abgelegt, welches so programmiert ist, dass bestimmte Verfahrensschritte ausgeführt werden.

Ein erstes Ausführungsbeispiel eines solchen Verfahrens ist in 2 gezeigt. Es dient dazu, ein Starten der Brennkraftmaschine 12 durch Betätigen des Zündschlosses 24 zuzulassen oder zu sperren. Hierzu werden nach einem Startblock 40 drei Abfragen durchgeführt: In einem Block 42a wird geprüft, ob ein Signal u_kl5o vorliegt, also größer 0 ist. Im Block 42b wird geprüft, ob sich das Getriebe 14 im Leerlauf befindet, und im Block 42c wird geprüft, ob die Kupplung 16 gelöst ist. Wenn eine dieser Bedingungen ("Freigabebedingungen") vorliegt, was im Block 48 erfasst wird, wird im Block 50 ein Bit B_start gleich 1 gesetzt, was bedeutet, dass ein Starten der Brennkraftmaschine 12 zulässig ist. Das Verfahren endet im Block 52.

Wie durch die doppelten Pfeile 44a und b, die aus Darstellungsgründen nur für den Block 42a mit Bezugszeichen versehen sind und von und den Blöcken 42a, 42b und 42c jeweils zum Erfassungsblock 48 führen, angedeutet ist, erfolgt die Prüfung, ob die in den Blöcken 42, 44 und 46 definierten Freigabebedingungen vorliegen, redundant mittels unabhängiger und unterschiedlicher Algorithmen. Im Block 48 wird darüber hinaus noch eine Plausibilitätsprüfung durchgeführt, durch die die physikalische Richtigkeit der jeweiligen Freigabebedingung 42a, 42b und 42c verifiziert wird.

Ein alternatives Verfahren zeigt 3. Dabei gilt hier wie nachfolgend, dass solche Blöcke, welche äquivalente Funktionen zu vorhergehend beschriebenen Blöcken aufweisen, nicht nochmals im Detail erläutert sind und die gleichen Bezugszeichen tragen.

Während bei dem in 2 dargestellten Verfahren die Freigabe des Startens der Brennkraftmaschine 12 bei einem "Schlüsselstart" (Signal u_kl50 vom Zündschloss 24) freigegeben wurde, betrifft 3 das Verfahren bei einem automatischen Starten der Brennkraftmaschine 12.

Ein solches kann beispielsweise erforderlich sein, wenn der Fahrer nach einem Stoppen der Brennkraftmaschine 12 bei einem Ampelhalt wieder weiterfahren möchte und die Brennkraftmaschine 12 zuvor abgeschaltet worden war. Darüber hinaus betrifft das in 3 gezeigte Verfahren ein Kraftfahrzeug mit einem automatischen Getriebe 14, welches mit der Brennkraftmaschine 12 über einen hydraulischen Wandler 16 anstelle einer Kupplung gekoppelt ist. Auch hier werden wieder verschiedene Freigabebedingungen geprüft: So wird in einem Block 42d geprüft, ob eine Fahrpedalstellung wped größer ist als ein Grenzwert G1. In einem Block 42e wird geprüft, ob ein Bremsmoment mbrake größer ist als ein Grenzwert G2. Wieder wird dann, wenn eine der Freigabebedingungen 42d, 42e und 42b erfüllt ist, ein Starten der Brennkraftmaschine 12 im Block 50 freigegeben.

Eine Alternative hierzu zeigt 4: Dort wird im Block 42f die zusätzliche Freigabebedingung geprüft, ob eine Zeit tbrakeoff kleiner ist als ein Grenzwert G3. Hierdurch wird ein Starten der Brennkraftmaschine 12 auch dann ermöglicht, wenn eine Fahrstufe eingelegt ist, was die Startzeit der Brennkraftmaschine 12 verkürzt, denn auf diese Weise wird ein automatischer Start nicht erst zugelassen, wenn das Fahrpedal 18 betätigt wird, sondern bereits beim Lösen der Bremse 20 durch ein entsprechendes Loslassen des Bremspedals 22. Ein automatischer Start wird also auch für eine kurze Zeit G3 nach dem Freigeben des Bremspedals 22 zugelassen.

5 betrifft ein Verfahren zum automatischen Starten der Brennkraftmaschine 12 bei einem Schaltgetriebe 14 mit einer Kupplung 16. Hier wird ein automatisches Starten der Brennkraftmaschine 12 nur freigegeben, wenn sich das Getriebe 14 im Leerlauf befindet (Block 42b) oder wenn ausgekuppelt ist (Block 42c). Um zu verhindern, dass ein bereits eingeleitetes Starten der Brennkraftmaschine 12 abgebrochen wird, weil der Fahrer noch vor Ende des Startens die Kupplung 16 betätigt, kann, wie aus 6 ersichtlich ist, in einem Block 42g eine Fortsetzung des Startens der Brennkraftmaschine 12 für einen Zeitraum G4 nach einem Schließen der Kupplung 16 zugelassen werden. Hierzu wird die Zeit tc1utch1 überwacht, die nach dem Schließen der Kupplung 16 verstrichen ist.

In allen vorgenannten, in den 2 bis 6 beschriebenen Verfahren, kann nach der Freigabe eines Startens der Brennkraftmaschine 12 wie in 7 gezeigt vorgegangen werden: Danach wird in einem Block 54 ein maximal zulässiges Drehmoment mstart_max für den Elektrostarter 26 ermittelt und in einem Block 56 mit einem in einem Block 58 bereitgestellten aktuellen Ist-Drehmoment mstart_ist des Elektrostarters 26 verglichen. Überschreitet das tatsächliche Drehmoment mstart_ist das zulässige Drehmoment mstart_max, wird im Block 60 auf einen Fehler erkannt und der Start abgebrochen, indem das Bit B_start zu Null gesetzt wird (Block 62).

8 zeigt ein Verfahren für die Freigabe eines automatischen Stoppens der Brennkraftmaschine 12: Hier wird geprüft, ob eine Geschwindigkeit vfzg des Kraftfahrzeugs 10 gleich Null ist (Block 42h), das Kraftfahrzeug 10 also steht, oder ob ein Bremsmoment mbrake größer als ein Grenzwert G5 ist (Block 42i), also das Bremspedal 22 betätigt ist. Ist eine dieser Freigabebedingungen 42h und 42i erfüllt, wird im Block 64 ein Stoppbit B_stopp zu Eins gesetzt und hierdurch ein automatisches Stoppen der Brennkraftmaschine 12 freigegeben.


Anspruch[de]
Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs (10) mit einer Brennkraftmaschine (12), bei dem abhängig von mindestens einer Freigabebedingung (42), die von mindestens einer Betriebsgröße (u_kl50, gear, clutch, wped, mbrake, tbrakeoff, tclutch, vfzg, B_brake) des Kraftfahrzeugs (10) und/oder der Brennkraftmaschine (12) abhängt, ein Starten und/oder Stoppen der Brennkraftmaschine (12) freigegeben wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorliegen der Freigabebedingung (42) redundant (44a, 44b) geprüft wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die redundante Prüfung ein 3-Ebenen-Überwachungskonzept verwendet wird, insbesondere unabhängige und unterschiedliche Algorithmen verwendet werden (44a, 44b). Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die redundante Prüfung eine Plausibilitätsprüfung umfasst (48). Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Freigabebedingung für ein Starten aus der folgenden Gruppe ausgewählt wird: eine Fahrpedalstellung (wped) ist gleich groß wie oder größer als ein Grenzwert (G1) (42d); ein Bremsmoment (mbrake) ist gleich groß wie oder größer als ein Grenzwert (G2) (42e); ein Antriebsstrang (14, 16) ist offen (42b, 42c); eine Zeit (tbrakeoff) seit dem Lösen einer Bremse (20) ist kleiner als oder gleich wie ein Grenzwert (G3) (42f); eine Zeit (tclutch) seit dem Schließen des Antriebsstranges (14, 16) ist kleiner als oder gleich wie ein Grenzwert (G4) (42g); ein Startanforderungssignal (u_kl50) von einem Zündschloss (24) liegt vor (42a). Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf einen offenen Antriebsstrang erkannt wird, wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist: eine Kupplung (16) ist geöffnet (42c); ein Getriebe (14) befindet sich in Leerlauf- bzw. Neutralstellung (42b). Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Freigabebedingung für ein Stoppen aus der folgenden Gruppe ausgewählt wird: eine Fahrgeschwindigkeit (vfzg) ist gleich Null (42h); ein Bremsmoment (mbrake) ist gleich wie oder größer als ein Grenzwert (G5) (42i). Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn festgestellt wird, dass eine Freigabebedingung (42a42g) für ein Starten nicht vorliegt, eine Ansteuerung eines Starters (26) unmittelbar beeinflusst wird, insbesondere direkt über einen CAN-Bus oder einen Schaltendstufenbaustein. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn festgestellt wird, dass eine Freigabebedingung (42h, 42i) für ein Stoppen nicht vorliegt, ein Abschaltpfad unmittelbar beeinflusst wird, insbesondere direkt über einen CAN-Bus. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn festgestellt wird, dass eine Freigabebedingung (42a42g) für ein Starten vorliegt, ein maximal zulässiges Startermoment (mstart_max) gebildet und für eine Überwachung (56) der korrekten Funktion des Starters (26) verwendet wird. Computerprogramm, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Anwendung in einem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche programmiert ist. Elektrisches Speichermedium für eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung (28) eines Kraftfahrzeugs (10), dadurch gekennzeichnet, dass auf ihm ein Computerprogramm zur Anwendung in einem Verfahren der Ansprüche 1 bis 9 abgespeichert ist. Steuer- und/oder Regeleinrichtung (28) für ein Kraftfahrzeug (10), dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Anwendung in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 programmiert ist.






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