Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einem stärkehaltigen
Futtermittel für Tauben, insbesondere für Brieftauben. Ein derartiges
Futtermittel für Tauben kommt für Brieftauben in der Reisezeit nur an
bestimmten Wochentagen und für alle Taubenrassen in der Ruhephase zum Einsatz.
Zur Erreichung eines regulären Stoffwechsels für Tauben
sind diesem Spezialfutter alle anderen notwendigen Nähr- und Wirkstoffe zugesetzt.
So ein vollwertiges Rohprotein in der Größenordnung von ca. 10% und ein
Rohfett mit ungesättigten Fettsäuren (Omega 3 – Fettsäuren)
mit einem Fettgehalt von max. 5%. Außerdem sind alle Wirkstoffe und Vitamine
sowie pflanzliche Stoffe zur Förderung der Gesundheit in diesem Spezial-Futtermittel
enthalten.
Besonders wichtig für den Stärke-Stoffwechsel in der Reisezeit
sind die Vitamine B1; B2; B6 und das Spurenelement
Kalium. Alle anderen Vitamine von A bis H (Biotin) stehen den Tauben mit diesem
Futtermittel ebenfalls ausreichend zur Verfügung.
Im Futter sind alle notwendigen Mineralien und Spurenelemente vorhanden.
Besonders hervorzuheben ist hierbei das Element Eisen (Fe) zur Förderung
der Sauerstoff-Aufnahme in den roten Blutkörperchen. Gingko macht das Blut
fließfähiger, was ebenfalls für die Sauerstoffversorgung der Körperzellen
sehr wichtig ist.
Zur Abtötung von Krankheitserregern im Atmungs- und im Verdauungstrakt
sind dem Futtermittel pflanzliche Wirkstoffe wie Oreganum, Thymian und Süßholzwurzel
zugesetzt. Das macht die Tiere resistenter gegen Bakterien. Denn die Aufnahme von
Krankheitserregern ist bei den Brieftauben während des Transportes zum Auflassort
im Transportfahrzeug sehr groß. Oft werden schon bereits erkrankte Brieftauben
eingesetzt, die dann andere Tiere infizieren.
Stärkehaltige Futtermittel-Komponenten für dieses Spezialfutter
sind vor allen Dingen Getreidearten aus der hiesigen landwirtschaftlichen Produktion
mit einem Stärkegehalt von mindestens 50%. Dazu gerechnet werden lässt
sich noch der Zuckergehalt dieser speziellen Komponenten. Die wichtigsten Komponenten
für dieses Spezialfutter sind: Gerste, Gerste geschält, Nackthafer, Hirse,
Hirse geschält, Mais. Aber auch Reis in Minder-Qualität, sogenannter Futterreis.
Der Rest von 4% entfällt auf den Zusatz von Vitaminen und Wirkstoffen,
die als Umhüllung der Körner eingesetzt werden können.
Durch so ein stärkehaltiges Futtermittel steht den Brieftauben
beim Auflass zum Flug sofort ein hohes Energiepotential zur Verfügung. Mit
der Energie aus der Stärkeverbrennnung erreichen die Brieftauben eine höhere
Fluggeschwindigkeit als mit der Energie aus der Fettverbrennung. Wichtig bei dieser
Ernährung ist auch der Zeitpunkt der Futtergabe. Dieser Zeitpunkt richtet sich
vor allen Dingen nach der Transportzeit zum Auflassort und den Auflassbedingungen
für die Brieftauben. Der Fütterungszeitpunkt darf nicht über 30 Stunden
vor dem Flugauflass erfolgen.
Besonders vorteilhaft ist die Pelletierung der stärkehaltigen
Komponenten, indem sie erst gemahlen und dann zu kleinen Korrels gepresst werden,
oder aber die Korrelbildung über einen Extruder erfolgt. Bei diesem Verfahren
wird bei Bedarf auch industriell gewonnene Stärke zugesetzt, um, wenn nötig,
den Stärkegehalt zu erhöhen.
Die Pelletierung hat für die Ernährung der Tauben einige
Vorteile:
- 1. Alle Tauben nehmen die gleichen Nährstoffe auf
- 2. Der Energieverbrauch für die Verdauung ist geringer, was vor allen Dingen
Vorteile für die Brieftauben bringt. Dadurch haben sie mehr Energie für
die Flugleistung zur Verfügung.
- 3. Zur Pelletierung können auch alle Zusatzstoffe mit eingebracht werden,
was eine Vereinfachung der Futteraufbereitung bedeutet.
Stärkehaltige Futtermittel sind in der jährlichen Ruhezeit
für alle Taubenrassen von Vorteil. In dieser Ruhephase benötigen die Tauben
weniger Eiweiß und Fett. Da die Rohfaser erhöht werden muss, sollte täglich
Hafer zugefüttert werden. Hafer hat einen hohen Rohfasergehalt von ca. 10%.
Durch diese Fütterung wird eine Verfettung der Tiere vermieden. Zur Pelletierung
kann auch industriell gewonnene Stärke eingesetzt werden. Wenn diese Stärke
auch zu höheren Futterkosten führt, so ist doch der Stärkeanteil
im Futter dadurch wesentlich zu steigern. Der Stärkegehalt von industriell
hergestellter Weizenstärke beträgt z.B. 85%.