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Dokumentenidentifikation DE60027216T2 01.02.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001021959
Titel Verwendung eines Tierfutters zur Herstellung von einem mit N-3 mehrfachungesättigten Fettsäuren angereicherten Fleisch
Anmelder Valorex SA, Javene, FR
Erfinder Weill, Pierre, 35770 Vern sur Seiche, FR
Vertreter Zenz, Helber, Hosbach & Partner GbR, 45128 Essen
DE-Aktenzeichen 60027216
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 25.01.2000
EP-Aktenzeichen 004600094
EP-Offenlegungsdatum 26.07.2000
EP date of grant 12.04.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.02.2007
IPC-Hauptklasse A23K 1/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A23K 1/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   A23K 1/18(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft das Gebiet der Tierfütterung und genauer das Gebiet der Fütterung von Tieren, die zur Produktion von Fleisch vorgesehen sind.

Noch genauer betrifft die Erfindung die Verwendung eines Futters, das speziell zur Produktion von mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren angereichertem Fleisch entwickelt wurde.

Die wichtigsten mehrfach ungesättigten Fettsäuren weisen eine erste Ungesättigtheit auf, die sich entweder am dritten Kohlenstoffatom oder am sechsten Kohlenstoffatom befindet. Die Ersteren werden mehrfach ungesättigte n-3-Fettsäuren oder ungesättigte Omega-3-Fettsäuren und die Zweiten mehrfach ungesättigte n-6-Fettsäuren oder ungesättigte Omega-6-Fettsäuren genannt.

Es sei daran erinnert, daß die mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren im wesentlichen umfassen:

  • – die Alpha-Linolensäure (ALA), die oft als C18:3, n-3 bezeichnet wird und Vorstufe aller mehrfach ungesättigter n-3-Fettsäuren ist;
  • – die Eicosapentaensäure (EPA), C20:5, n-3;
  • – die Docosapentaensäure (DPA), C22:5, n-3;
  • – die Docosahexaensäure (DHA), C22:6, n-3.

Zahlreiche Studien haben die bedeutende Rolle dieser Moleküle bei dem Menschen gezeigt. Man hat insbesondere bewiesen, daß die mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren die Fließeigenschaft des Blutes verbessern und daß ihre Absorption eine Verringerung der mit einer Hypertriglyceridämie verbundenen kardiovaskulären Risiken ermöglicht. Genauer gesagt wurde bewiesen, daß die Präsenz von mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren in der täglichen Nahrungsaufnahme den Fettstoffwechsel entscheidend beeinflußt und die Risiken von kardiovaskulären Krankheiten verringert, indem der Serumtriglyceridspiegel gesenkt wird. Andere Studien haben die Bedeutung dieser Moleküle für die sexuellen Funktion und für die Widerstandskraft gegen Infektionen gezeigt.

Die kardiovaskulären Krankheiten stellen die häufigste Todesursache in den wesentlichen Ländern dar. Nun weist die menschliche Nahrung in diesen Ländern meistens einen Mangel an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren auf. Es ist daher für den Menschen wünschenswert, Nahrungsmittel zu konsumieren, die einen bedeutenden Gehalt an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren haben.

Die Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Produktion eines reichlich in der menschlichen Ernährung verwendeten Nahrungsmittels zu ermöglichen, nämlich von Fleisch, das mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren angereichert ist.

Die mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren gibt es in den Pflanzen in großen Mengen und insbesondere reichlich in den Pflanzen während der Periode des schnellen Wachstums, beispielsweise im jungen Gras im Frühling. Die Tiere, die diese Pflanzen konsumieren, finden dort eine wichtige Quelle für diese Verbindungen. Nun bevorzugen die modernen Zuchtverfahren allerdings eine Fütterung, die reich an (unverarbeitetem oder silliertem) Getreide ist, das wesentlich weniger ungesättigte n-3-Fettsäuren enthält als das Grünfutter. Infolgedessen ist im Fleisch der Gehalt an diesen Verbindungen verringert, wohingegen dessen Gehalt an gesättigten Fettsäuren erhöht ist.

Die Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Produktion von Fleisch (von Rindern, Schafen, Schweinen oder von Geflügel...) zu ermöglichen, das angereichert ist mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren. Derartiges Fleisch könnte seinen Platz insbesondere in solchen Diäten finden, die Verbrauchern vorgeschlagen werden, die bei ihrer Ernährung auf eine ausgewogene Ernährungsweise bedacht sind.

Diese Aufgabe wird gelöst durch die Verwendung eines extrudierte Flachssamen enthaltenden Futters zur Fütterung von Tieren zur Zucht, die zur Produktion von mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren angereichertem Fleisch vorgesehen sind.

Dank eines solchen Futters ist das Fleisch, das von auf diese Weise ernährten Tieren produziert wird, reicher an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren als gewöhnliches Fleisch.

Seine cholesterinerhöhende Wirkung ist verringert. In bestimmten Fällen wird der Gehalt an gesättigten Fettsäuren gleichzeitig gesenkt.

Es sei darauf hingewiesen, daß – soweit es die Anmelderin weiß – noch nie ein Futter für Zuchttiere im Stand der Technik vorgeschlagen wurde, das speziell entwickelt wurde, um den Erhalt von mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren angereichertem Fleisch zu ermöglichen und welches extrudierte Flachssamen (Leinsamen) enthält. In der US 5 069 903 wird dieses Ziel mit Hilfe von rohen und zerkleinerten Flachssamen erzielt. Außerdem hat man extrudierte Flachssamen verwendet, um den Fettgehalt der Milch zu verringern (FR 2 732 560).

Der Flachs- bzw. Leinsamen hat den zweifachen Vorteil, daß er ungefähr 40 % Öl enthält, das einen sehr hohen ALA-Gehalt in der Größenordnung von 55 % hat, und daß er zwischen 20 und 25 % Proteine enthält. Allerdings hat dieser Samen auch den Nachteil, daß er reich an Schleim und an antinutritiven Faktoren ist (Cyanverbindungen). Das Extrudieren ermöglicht das Entgiften der Flachssamen. Eine derartige Behandlung, welche eine mechanische Einwirkung und Wärmeeinwirkung kombiniert, ermöglicht, daß die Samenzellen aufgebrochen werden, ihre Bestandteile freigesetzt werden und deren Hydrolyse begünstigt wird. Dieses Verfahren besteht darin, daß das Produkt unter Einwirkung von Dampf einer Temperatur von ungefähr 125°C durch eine Düse gedrängt wird, wobei es mit Hilfe einer sich mit hoher Geschwindigkeit drehenden Schnecke komprimiert wird. Das Extrudieren ermöglicht es, wichtige Modifikationen der physikalisch-chemischen Merkmale der Bestandteile der extrudierten Substanz zu erzielen und eine bemerkenswerte Verbesserung ihrer Verdaulichkeit aufgrund der Zerstörung der antinutritiven Faktoren, die Beseitigung von Infektionskeimen und die Beseitigung von unangenehmen Gerüchen. Unter Berücksichtigung der hohen Wärmeempfindlichkeit der antinutritiven Cyan-Faktoren des Flachssamens hat sich das Extrudieren als eine besonders wirksame Technik zur Entgiftung dieser Flachssamen erwiesen.

Vorzugsweise enthält das Futter gemäß der vorliegenden Erfindung wenigstens 1 Gew.-% Flachssamen.

Vorzugsweise stammt der verwendete Flachs ferner von wenigstens einer Abart des Flachses, die aufgrund ihres hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren ausgewählt ist. Eine derartige Abart enthält vorzugsweise mehr als 20 Gew.-% mehrfach ungesättigte n-3-Fettsäuren.

Die Erfindung betrifft auch jedes Verfahren zur Fütterung von Zuchttieren, die zur Produktion von mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren angereichertem Fleisch vorgesehen sind, das dadurch gekennzeichnet ist, daß diesen Tieren eine täglich Ration eines solchen Futters, wie es weiter oben beschrieben ist, während eines Zeitraums von wenigstens 30 Tagen vor dem Schlachten für die Rinder, Schafe oder Schweine und während der ganzen Lebensdauer der Tiere für die Vögel gegeben wird.

Die Erfindung sowie die verschiedenen Vorteile, die sie bietet, sind leichter mit Hilfe der folgenden Beschreibung von Ausführungsformen dieser zu verstehen, die lediglich zur Veranschaulichung angegeben sind.

Beispiel 1: Rinder.

Man hat in die tägliche Futterration von Rindern extrudierte Flachssamen (Leinsamen) integriert.

Die Extrudierbehandlung der Flachssamen bestand aus den folgenden Schritten:

  • – Zerkleinerung;
  • – Vorbehandlung durch Dampfimprägnierung;
  • – Reifung (30 Minuten bei 90°C in gesättigter Dampfatmosphäre);
  • – Extrusion;
  • – Trocknen durch Zufuhr von Heißluft.

Zwei Gruppen von 17 männlichen Rindern der Rasse Charolais (Versuchsgruppe Nr. 1 und Versuchsgruppe Nr. 2) wurden gemästet mit Futterrationen, die extrudierte Flachssamen im Verhältnis von 4 Gew.-% und 2 Gew.-% enthielt. Eine dritte Gruppe von 17 männlichen Rindern (Kontrollgruppe) wurde mit einer Futterration gemästet, die keine Flachssamen enthielt. Die Zusammensetzung der täglichen Futterrationen, die den verschiedenen Rindergruppen verabreicht wurden, sind in der folgenden Tabelle 1 angegeben, wobei alle Werte in Kilogramm Trockenmasse (TS) ausgedrückt sind.

Nach dem Schlachten hat man den Gehalt des von jedem der Tiere stammenden Fleisches an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren und an konjugierter Linolsäure (CLA) gemessen. Diese Verbindungen befinden sich im inneren Fett des Fleisches, das 2 bis 3 Gew.-% von diesem ausmacht.

Der Gehalt des erhaltenen Fleisches an diesen Verbindungen ist in der folgenden Tabelle 2 angegeben.

Das Einbringen von extrudierten Flachssamen in die Fütterung von Rindern ermöglicht folglich, den Gehalt des Rinderfleischs an mehrfach ungesättigter n-3-Fettsäure deutlich zu erhöhen, und den Gehalt an Linolsäure.

Parallel hat man auch den Gehalt dieses Fleisches an gesättigten Fettsäuren gemessen. Diese Beobachtung hat es ermöglicht, einen Rückgang von 70 mg/kg des Anteils an Hexadecansäure (Hypercholesterinämikum) festzustellen. Das erfindungsgemäße Futter ermöglicht somit nicht nur, den Anteil an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren zur erhöhen, die gut für die Gesundheit sind, sondern auch den Anteil an gesättigten Fettsäuren zu senken, von denen ein Übermaß schädlich für die Gesundheit ist.

Beispiel 2: Schweine

Man hat in die tägliche Futterration von Schweinen extrudierten Flachssamen eingebracht.

Die Extrusionsbehandlung der Flachssamen entsprach derjenigen, die beim Beispiel 1 erwähnt wurde.

Zwei Gruppen von 40 männlichen und weiblichen Schweinen (Versuchsgruppe Nr. 1 und Versuchsgruppe Nr. 2) wurden über 60 Tage vor dem Schlachten mit Futterrationen gefüttert, in die extrudierte Flachssamen mit einem Anteil von 3 Gew.-% und von 1,5 Gew.-% eingebracht waren. Eine dritte Gruppe von 40 männlichen und weiblichen Schweinen (Kontrollgruppe) wurde über 60 Tage vor dem Schlachten mit einer Futterration gefüttert, die keine Flachssamen enthielt. Die Zusammensetzungen der täglichen Futterrationen, die den verschiedenen Gruppen von Schweinen verabreicht wurden, sind in der folgenden Tabelle 3 angegeben, in welcher alle werte in Gew.-% ausgedrückt sind.

Nach dem Schlachten hat man den Gehalt des von jedem der Tiere stammenden Fleisches an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren gemessen. Diese Verbindungen befinden sich im Fett und im intramuskulären Fett des Fleisches. Die Ergebnisse sind nachfolgend in der Tabelle 4 angegeben.

Das Einbringen von extrudierten Flachssamen in die Fütterung von Schweinen ermöglicht es folglich, den Gehalt des Schweinefleisches an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren deutlich zu erhöhen.

Beispiel 3: Geflügel

Es wurde ein Futter für Geflügel mit 1 Gew.-% extrudiertem Flachssamen realisiert.

Die Extrusionsbehandlung der Flachssamen entsprach derjenigen, die weiter oben unter Bezugnahme auf Beispiel 1 beschrieben wurde.

Geflügel von 1 kg, 2 kg, 3 kg und 4 kg wurde mit diesem Futter jeweils mit 1,5 kg, 4 kg, 6 kg Gesamtmenge über dessen Lebensdauer gefüttert.

Die Geflügelkontrollgruppe mit dem gleichen Gewicht wurde mit einem Standardfutter gefüttert.

Der Gehalt des erhaltenen Fleisches an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren ist in der nachfolgenden Tabelle 5 angegeben.

  • * man bemerkt variierende Werte in Abhängigkeit von den verschiedenen Tieren jeder Gruppe

Das verwendete Futter erlaubt folglich, den Gehalt des Geflügelfleisches an mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren deutlich zu erhöhen.


Anspruch[de]
Verwendung eines extrudierte Flachssamen enthaltenden Futters zur Fütterung von Tieren zur Zucht, die zur Produktion von mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren angereichertem Fleisch vorgesehen sind. Verwendung nach Anspruch 1 eines wenigstens 1 Gew.-% extrudierte Flachssamen enthaltenden Futters.






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