Die vorliegende Erfindung betrifft Haustierfutter und insbesondere
einen Trockenkeks für Haustiere.
Tierfutter, insbesondere für den Hund, liegt oft in Form von
Trockenkeksen vor. Eine Art dieses Futters ist als „Leckerchen" für
ein Tier für den Verzehr zwischen den Hauptmahlzeiten vorgesehen. Solche Produkte
sind wünschenswerterweise hart, damit sie lange im Maul des Tieres bleiben,
das Interesse des Tieres halten und eine effektive Zahnreinigungswirkung erbringen.
Bekannte Kekse für Tiere werden durch Kochen eines Teigs mit
geringem Wassergehalt bei hoher Temperatur hergestellt. Der Teig enthält gewöhnlich
Mehl, Fett und Salz und etwa 20 bis 30 % Wasser und wird 5 bis 40 Minuten lang in
einem Ofen bei über 100°C und oft über 150°C getrocknet; eine
schnellere Trocknung kann zur Verbrennung des Produkts führen; durch das Verbrennungsrisiko
wird auch die Wassermenge begrenzt, die aus dem Keks entfernt werden kann. Kürzere
Trocknungszeiten resultieren in der Beseitigung einer geringeren Wassermenge.
Es wäre wünschenswert, einen harten Keks in einer kürzeren
Zeit herzustellen, als dies mit konventionellen Techniken möglich ist.
Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung eines
Nahrungsmittels bereitgestellt, das die folgenden Schritte umfasst: Bilden eines
Gemischs, das vorgelatinierte Stärke, Wasser und einen Weichmacher beinhaltet;
Einleiten des Gemischs in eine Form; und Erhitzen des Gemischs, während es
gleichzeitig einem Druck von wenigstens 5 MPa in der Form ausgesetzt wird.
Vorzugsweise wird das Gemisch einem Druck von wenigstens etwa 10 MPa
ausgesetzt.
Vorzugsweise wird die Formoberfläche auf eine Temperatur von
etwa 90°C bis etwa 170°C erhitzt, bevorzugter auf etwa 100°C bis
etwa 130°C, am bevorzugtesten auf etwa 120°C.
Vorzugsweise wird das Gemisch dem hohen Druck wenigstens etwa 10 s,
bevorzugter wenigstens etwa 15 s und am bevorzugtesten etwa 20 s bis etwa 40 s lang
ausgesetzt. Es wird außerdem bevorzugt, dass das Gemisch dem hohen Druck nicht
länger als etwa 60 s ausgesetzt wird.
Als Stärkequelle werden Brotkrümel bevorzugt.
Zu bevorzugten Weichmachern gehören Glykol (der bevorzugteste
Weichmacher) und Glycerol. Vorzugsweise liegt der Weichmacher in einem Gewichtsanteil
von etwa 6 %, bevorzugter von etwa 1 % bis etwa 6 %, am bevorzugtesten von etwa
1,5 % bis 4 % des Gemischs vor.
Vorzugsweise liegt der Wassergehalt des Gemischs in einem Gewichtsanteil
von nicht mehr als etwa 15 %, bevorzugter von nicht mehr als etwa 10 %, bevorzugter
von etwa 2 % bis 10 % und am bevorzugtesten von etwa 6 % des Gemischs vor.
Zusätzlich zu den Hauptbestandteilen Stärke, Wasser und
Weichmacher können Zusätze vorliegen, einschließlich essbarer Faser
wie z.B. Kleie, vorzugsweise Grobkleie mit einer Partikelgröße von etwa
1 mm bis etwa 4 mm. Sofern verwendet, liegt der Fasergehalt bei einem Gewichtsanteil
von vorzugsweise etwa 5 % bis 20 %, bevorzugter von etwa 8 bis 10 % des Gemischs.
Durch die Anwesenheit der Faser wird dem Keks eine lamellare Materialstruktur verliehen.
Zu anderen bevorzugten Zusätzen gehören Aromastoffe, Farbstoffe,
Konservierungsmittel, Antioxydationsmittel und funktionelle Nahrungszusätze
wie Mineralien und Vitamine. Da die gemäß der Erfindung hergestellten
Kekse während des Kochens lediglich geringen Temperaturen ausgesetzt werden,
können thermisch instabile und flüchtige Zusätze verwendet werden,
die in konventionellen Keksherstellungsverfahren mit höheren Temperaturen nicht
verwendet werden könnten.
Die Arrhenius-Gleichung sagt voraus, dass Reaktionen mit einer Aktivierungsenergie
von 50 kJ/Mol mehr als 10 Mal schneller bei 180°C vonstatten gehen als bei
110°C; dass Reaktionen mit einer Aktivierungsenergie von 200 kJ/Mol mehr als
15.000 Mal schneller bei 180°C vonstatten gehen als bei 110°C. Die meisten
Reaktionen haben eine Aktivierungsenergie zwischen 50 kJ/Mol und 200 kJ/Mol und
es ist zu verstehen, dass durch die Reaktion in erfindungsgemäßen Verfahren
weniger Zusätze verloren gehen als in konventionellen Backverfahren
und dass einige Zusätze, die in konventionellen Backverfahren tatsächlich
nicht benutzt werden können, für erfindungsgemäße Verfahren
geeignet sind. Es ist außerdem zu verstehen, dass die tieferen Temperaturen,
geringeren Kochzeiten und höheren Drücke von erfindungsgemäßen
Verfahren (im Vergleich zu konventionellen Backverfahren) den maximal zulässigen
Kochpunkt geeigneter Zusätze anheben.
Ein Beispiel für einen flüchtigen Zusatz ist Eukalyptusöl.
In konventionellen Verfahren gehen etwa 80 des Eukalyptusöls im Teig während
des Kochvorgangs verloren; in bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren
gehen nicht mehr als 10 % verloren.
Der Stärkegehalt des Gemischs liegt vorzugsweise bei einem Gewichtsanteil
von wenigstens etwa 40 %, vorzugsweise etwa 70 % bis etwa 98 %. Man hat festgestellt,
dass ein Gemisch, das in etwa gleiche Mengen Stärke in Form von Brotkrümeln
und Kaseinat enthält, ein zufrieden stellendes Produkt liefert.
Es wird auch bevorzugt, dass das Gemisch etwa 1 Gew.-% eines fließverbessernden
Zusatzes wie Silika enthält, um den Fluss des Gemischs in die Formen zu verbessern.
Die Erfindung wird ausführlicher anhand des folgenden Beispiels
beschrieben.
Ein Gemisch, bestehend aus:
3 bis 7 %
95,25 Gew.-%
Rinderleberpulver
2 Gew.-%
Glykol
2 Gew.-%
Raucharoma
0,5 Gew.-%
rotes Eisenoxid
0,25 Gew.-%
wurde in einem Bandmischer hergestellt. 25 g des Gemischs wurden in die jeweiligen
Formen von zwei Reihen mit jeweils 32 titanbeschichteten Stahlformen gegeben. Die
untere Hälfte jeder Form war ein ringförmiger Hohlraum, die obere Hälfte
ein komplementärer Kranz. Die Formen hatten Abmessungen für die Produktion
linsenförmiger, ringförmiger Kekse mit einem Durchmesser von 55 mm und
einem mittleren Loch mit einem Durchmesser von 18 mm, einer maximalen Dicke von
12 mm und einer minimalen Dicke am Außenrand von 8 mm.
Jede Form wurde etwa 15 bis 40 s lang einem Druck von etwa 4 Tonnen
ausgesetzt. Während dieser Druck aufrechterhalten wurde, wurde die obere Form
auf etwa 110°C bis 120°C, die untere auf etwa 120°C bis 130°C
erhitzt.
Die zum Aufbringen des Drucks auf die Formen verwendete Presse war
eine Hydraulikpresse, eine JRD/Bipel 170T Unterkolbenpresse.
Die produzierten ringförmigen Kekse hatten eine relativ hohe
Dichte im Vergleich zu ähnlichen Keksen, die durch konventionelle Techniken
hergestellt wurden, keine inneren Hohlräume und einen Wassergehalt von etwa
6 Gew.-%. Sie waren sehr hart und hatten lange Haltbarkeit, wenn sie von einem Hund
gekaut wurden.