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Dokumentenidentifikation DE102005036946A1 08.02.2007
Titel Umfangswickler
Anmelder A. Monforts Textilmaschinen GmbH & Co. KG, 41238 Mönchengladbach, DE
Vertreter von Creytz, D., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 41844 Wegberg
DE-Anmeldedatum 05.08.2005
DE-Aktenzeichen 102005036946
Offenlegungstag 08.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.02.2007
IPC-Hauptklasse B65H 18/26(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 18/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 18/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Es wird ein Umfangswickler zum Wickeln eines bahnförmigen Guts auf einen Ballen beschrieben, dessen Wickelarm an seinem freien Ende eine erste angetriebene Zugwalze trägt. Um einen Ballen vorgegebener Wickelhärte herstellen zu können, wird am freien Ende des Wickelarms außer der ersten Zugwalze eine achsparallel aber abweichend von der ersten Zugwalze antreibbare zweite Zugwalze vorgesehen, die am Ballenumfang anliegt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Umfangswickler zum Wickeln eines bahnförmigen Guts, insbesondere einer textilen Stoffbahn, auf einen Ballen mit einem schwenkbar um eine horizontale Achse gelagerten Wickelarm, der an seinem freien Ende eine angetriebene Zugwalze trägt, über welche das Gut auf der Umfang des Ballens zu fördern ist, wobei die Ballenachse und die Achse der Zugwalze parallel zueinander verlaufen.

Umfangwickler werden auch als Peripherie- oder Sochor-Wickler bezeichnet. Sie dienen unter anderem dazu, bahnförmiges Gut faltenfrei auf Ballen zu wickeln. Oft werden die Ballen Großkaulen oder Großdocken genannt. Es gibt Umfangswickler mit Peripherieantrieb und solche mit Zentrumsantrieb. Die im vorliegenden Zusammenhang vor allem interessierenden Umfangswickler mit Peripherieantrieb haben den Vorteil, daß das bahnförmige Gut über eine mit konstanter Geschwindigkeit angetriebene Zugwalze mit immer gleicher Geschwindigkeit auf den Ballen gelangt, ohne daß der Zugwalzenantrieb den sich beim Wickeln ändernden Ballendurchmesser berücksichtigen müßte.

Ein Beispiel eines Umfangswicklers wird beschrieben in dem Buch von Walter Bernard „Appretur der Textilien", Springer-Verlag 1967, insbesondere Seiten 22/23. Ein Umfangswickler besteht aus einem Wickelarm, der an seinem einen Ende um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert ist und an seinem anderen Längsende eine angetriebene Zugwalze trägt. Die Zugwalze kann zum Wickeln an die Oberfläche eines Ballens bzw. Ballenkerns gelegt werden, wobei die Achsen von Zugwalze und Ballenkern parallel zueinander auszurichten sind. Der Ballen wird (bei Peripherieantrieb) um seine Achse frei drehbar gelagert. Das bahnförmige Gut wird über die angetriebene Zugwalze auf den Ballenumfang geleitet.

Probleme bereitet beim bekannten Umfangswickler das Einstellen einer vorgegebenen Wickelhärte, also das bewußte Herstellen eines weichen oder harten Ballens. Diese sogenannte Wickelhärte kann in gewissem Maße durch die Andruckkraft, mit der die Zugwalze gegen die Ballenoberfläche gepreßt wird, eingestellt werden. Diese Verfahrensweise führt aber leicht zu Faltenbildung. Die Wickelhärte kann auch durch einen zusätzlichen Zentrumsantrieb des Ballens vorgegeben werden. Ein Zentrumsantrieb ist aber abhängig vom Durchmesser des Ballens zu steuern und damit entsprechend aufwendig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Umfangswickler zu schaffen, der bei Peripherieantrieb in der Lage ist, in vorbestimmter Weise weich oder hart gewickelte Ballen bzw. Docken herzustellen, ohne die Gefahr einer Faltenbildung in Kauf nehmen zu müssen.

Die erfindungsgemäße Lösung wird für den eingangs genannten Umfangswickler, der an seinem Wickelarm eine (erste) Zugwalze trägt, im Anspruch 1 beschrieben. Die Lösung besteht insbesondere darin, daß der Wickelarm an seinem freien Ende eine achsparallele, aber abweichend von der ersten Zugwalze antreibbare zweite Zugwalze trägt, die am Ballenumfang anliegt. Einige Verbesserungen und weitere Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen angegeben.

Erfindungsgemäß wird das bahnförmige Gut der ersten Zugwalze in herkömmlicher Weise zugeführt und auf den Ballen aufgewickelt. Die erfindungsgemäß hinzukommende zweite Zugwalze kann in ihrer Umfangsgeschwindigkeit relativ zur ersten Zugwalze variiert werden. Dadurch kann bei geringer Voreilung (oder Nacheilung) ein weicher Ballen oder großer Voreilung ein harter Ballen gewickelt werden. Zur Vorgabe der gegebenenfalls unterschiedlichen Geschwindigkeit der ersten und zweiten Zugwalze kann ein Aggregat mit Einzelantrieb für die Walzen vorgesehen werden. Alternativ liegt es auch im Rahmen der Erfindung, für beide Walzen einen gemeinsamen Antrieb einzusetzen und die unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten der Zugwalzen durch ein zwischengeschaltetes, bevorzugt steuerbares Getriebe vorzugeben. In jedem Fall ist der für die zweite Zugwalze zusätzlich konstruktive Aufwand relativ gering, da beide Zugwalzen in einem gemeinsamen Schild am freien Ende des Wickelarms aufgenommen werden können.

Anhand der schematischen Darstellung in der beiliegenden Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert.

In der beiliegenden Zeichnung wird eine Anlage mit einem insgesamt mit 1 bezeichneten Umfangswickler mit Peripherieantrieb dargestellt. Der Umfangswickler 1 besteht aus einem im Boden 2 verankerten Ständer 3 für den Wickelarm 4. Der zu wickelnde Ballen 5 ruht mit seiner Achse 6 frei drehbar in einem Lager 7, das auf einem Dockenwagen 8, z.B. mit auf dem Boden 2 rollenden Rädern, fixiert ist. Der Wickelarm 4 wird in einem Schwenklager 10 des Ständers 3 so aufgenommen, daß er in der als Doppelpfeil gekennzeichneten Schwenkrichtung 11 frei nach oben und unten schwenkbar ist. Im Bereich seines freien Endes 12 trägt der Wickelarm 4 eine erste angetriebene Zugwalze 13, über welche die Stoffbahn 14, die über Leitwalzen 15 heranzutransportieren ist, auf den Umfang 16 des Ballens 5 geleitet werden kann. Die Achsen von allen fünf, erster Zugwalze 13 und Schwenklager 10 sollen bei Betrieb der Anlage parallel zueinander verlaufen.

Erfindungsgemäß wird am freien Ende 12 des Wickelarms 4 außer der ersten Zugwalze 13 eine zweite angetriebene Zugwalze 17, vorzugsweise im gleichen Schild 18, montiert. Eine in der als Pfeil dargestellten Transportrichtung 19 zugeführte Stoffbahn 14 wird über die erste Zugwalze 13, die in der als Pfeil angegebenen Umdrehungsrichtung 20 angetrieben ist, auf den Ballen 5 bzw. dessen Umfang 16 gefördert, wobei sich der Ballen 5 – durch die Wirkung der anliegenden zweiten Zugwalze 17 – in der dargestellten Richtung 21 dreht. Die zweite Zugwalze 17 soll mit vorgegebener Andruckkraft am Umfang 16 des Ballen 5 anliegen.

Wenn sich die zweite Zugwalze 17 mit geringfügig, z.B. fünf bis zehn Prozent, größerer oder kleinerer Geschwindigkeit in der Richtung 20 dreht, wird der Ballen 5 entsprechend schneller oder langsamer in seiner Drehrichtung 21 bewegt. Dreht sich die zweite Zugwalze 17 schneller als die erste Zugwalze 13, wird die zugeführte Stoffbahn 14 beim Auftreffen auf die Ballenoberfläche straft gezogen, und es entsteht ein relativ harter Ballen. Wird die zweite Zugwalze 17 geringfügig langsamer als die erste Zugwalze 13 gedreht, gelangt die Stoffbahn 14 auf eine Ballenoberfläche die sich langsamer bewegt als die Stoffbahn zuläuft. Dabei entsteht also ein relativ weicher Ballen.

Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der ersten und zweiten Zugwalze 13 und 17 lassen sich durch Einzelantriebe der beiden Walzen oder durch einen gemeinsamen Antrieb mit Getriebe, z.B. PIV-Getriebe 23 einstellen.

1
Umfangswickler
2
Boden
3
Ständer
4
Wickelarm
5
Ballen
6
Ballenkern
7
Lager
8
Dockenwagen
10
Schwenklager
11
Schwenkrichtung
12
freies Ende von 4
13
erste Zugwalze
14
Stoffbahn
15
Leitwalzen
16
Ballenumfang
17
zweite Zugwalze
18
Schild
19
Transportrichtung
20
Umdrehungsrichtung (13)
21
Drehrichtung (5)
22
Achse (13, 17)
23
Getriebe


Anspruch[de]
Umfangswickler (1) zum Wickeln eines bahnförmigen Guts (14) auf einen Ballen (5) mit einem schwenkbar um eine horizontale Achse (10) gelagerten Wikkelarm (4), der an seinem freien Ende (12) eine angetriebene Zugwalze (13) trägt, über welche das Gut (14) auf den Umfang (16) des Ballens (5) zu fördern ist, wobei die Ballenachse (6) und die Achse (22) der Zugwalze (13) parallel zueinander verlaufen, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelarm (4) an seinem freien Ende (12) eine achsparallele, aber abweichend von der ersten Zugwalze (13) antreibbare zweite Zugwalze (17) trägt, die am Ballenumfang (16) anliegt. Umfangswickler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste und zweite Zugwalze (13, 17) in einem Schild (18) am freien Ende (12) des Wickelarms (4) aufgenommen sind. Umfangswickler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zum Einstellen einer Geschwindigkeitsdifferenz zwischen erster und zweiter Zugwalze (13, 17) Einzelantriebe der Walzen oder ein gemeinsamer Antrieb mit Getriebe (23) als Verbindung zur jeweils anderen Walze vorgesehen sind. Umfangswickler nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Wesentlichen nur die zweite Zugwalze (17) am Umfang (16) des Ballens (5) anliegt und die erste Zugwalze (13) das Gut (14) auf den Ballenumfang (16) fördert






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