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Dokumentenidentifikation DE102005040308A1 01.03.2007
Titel Thermosicherung, insbesondere für ein Leistungsmodul eines Kraftfahrzeugs, sowie Leistungsmodul mit einer derartigen Thermosicherung
Anmelder Wehrle Autoelektronik GmbH, 79761 Waldshut-Tiengen, DE
Erfinder Stallmann, Siegfried, 79848 Bonndorf, DE;
Föllner, Karsten, 03205 Calau, DE
Vertreter Patentanwälte Westphal Mussgnug & Partner, 78048 Villingen-Schwenningen
DE-Anmeldedatum 24.08.2005
DE-Aktenzeichen 102005040308
Offenlegungstag 01.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.2007
IPC-Hauptklasse H01H 37/76(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60R 16/03(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Thermosicherung 1, insbesondere für ein Leistungsmodul 5 eines Kraftfahrzeugs, mit einer Leiterbahn 10, die durch eine Trennstelle 20 unterbrochen ist und die jeweils benachbart zur Trennstelle 20 einen ersten Leiterbahnabschnitt 12 und einen zweiten Leiterbahnabschnitt 14 aufweist, einer Kontaktbrücke 30, die im Bereich der Trennstelle 20 angeordnet ist, und einander gegenüberliegend einen ersten Kontaktabschnitt 32 und einen zweiten Kontaktabschnitt 34 aufweist, wobei die Kontaktabschnitte 32, 34 an den Leiterbahnabschnitten 12, 14 mittels Lot 42, 44 befestigt sind, und die Kontaktbrücke 30 mittels Federkraft beaufschlagt ist, derart, dass bei Erreichen des Schmelzpunktes des Lots 42, 44 die Kontaktbrücke 30 von der Leiterbahn 10 getrennt wird, sowie mit einem Feder-Element 60, das bevorzugt im vorgespannten Zustand zwischen der Leiterbahn 10 und der Kontaktbrücke 30 wirkend angeordnet ist, und das bei Erreichen des Schmelzpunktes des Lots 42, 44 eine translatorische Verschiebebewegung der Kontaktbrücke 30 auslöst.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Thermosicherung, insbesondere für ein Leistungsmodul eines Kraftfahrzeugs, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft weiterhin eine mit einer derartigen Thermosicherung ausgestattetes Leistungsmodul.

Aus der DE 196 39 427 A1, von der die Erfindung ausgeht, ist eine Thermosicherung bekannt, bei der eine Blattfeder aus elektrisch leitendem Material quer über einem Spalt angeordnet, der einen elektrischen Leiter trennt. Die Blattfeder ist an ihren Enden an den durch den Spalt getrennten Leiterenden mittels Lot befestigt, wobei die Blattfeder elastisch verformt – und damit vorgespannt – fixiert ist. An den Verbindungsstellen werden Lotlegierungen mit unterschiedlichen Schmelzpunkten verwendet, so dass im Falle einer durch eine Fehlfunktion ausgelöste unzulässige Erwärmung zunächst die Lötstelle mit dem niedrigeren Schmelzpunkt erweicht und damit das Ende der Blattfeder freigibt. Durch die Vorspannung schnellt das freigegebene Ende nach oben, wodurch die Blattfeder ihre geometrische Ausgangsform erreicht und das freigegebene Ende einen Abstand zu dem Leiter einnimmt und somit die Stromzufuhr unterbrochen ist. Die gegenüberliegende Lötstelle erreicht hierbei den Schmelzpunkt nicht, so dass die Blattfeder sicher gehalten wird und nicht auf die Kontaktstelle zurückfallen kann.

Obwohl sich derartige Thermosicherungen dem Grunde nach bewährt haben, weisen sie doch einige Nachteile auf, die je nach Anwendungsfall zu Problemen führen können.

Ganz generell ist festzuhalten, dass derartige Blattfedern meist aus einer Kupfer-Berilliumlegierung, die aus Gründen des Umweltschutzes an sich unerwünscht sind.

Weiterhin ist bei kostensensitiven Anwendungen zu beachten, dass derartige Federstahlelemente als Stanz-Biegeteile hohe Werkzeugkosten verursachen. Dies kommt speziell dann zum Tragen, wenn im Rahmen einer standardisierten Baureihenfertigung unterschiedliche Auslösekräfte realisiert werden müssen, die eine größere Zahl von unterschiedlich dimensionierten Blattfedern erforderlich macht.

Schließlich ist bei den gebräuchlichen Werkstoffen für derartige Federstahlelemente zu berücksichtigen, dass die Federcharakteristik gegensinnig zur elektrischen Belastung verläuft. Dies kann im Extremfall dazu führen, dass die über die Blattfeder geleiteten Ströme unerwünscht hohe Verlustleistungen erzeugen. Dies kann nicht nur die sichere Funktion der Thermosicherung beeinträchtigen, sondern auch den Einsatz in bestimmten Anwendungsgebieten erschweren oder gar unmöglich machen. In diesem Zusammenhang sind Thermosicherungen für Leistungsmodule in Kraftfahrzeugen zu nennen, die prinzipbedingt dauernd an der Bordspannung anliegen und deren Stromzufuhr beim Abschalten der Zündung nicht unterbrochen wird. Als Beispiel hierfür ist das Steuergerät für die Glühkerzen eines Dieselmotors zu nennen, das an der sogenannten Klemme 30 angeschlossen und daher permanent an der Bordspannung anliegt. Es besteht daher die Gefahr, dass auch im abgestellten Zustand ein Brand entstehen kann. Dies ist besonders gefährlich, da derartige Brände lange unbemerkt bleiben und sehr hohe Schäden anrichten.

Weiterhin ist aus der DE 10 2004 014 660 A1 ein Leistungsmodul für ein Kraftfahrzeug bekannt, bei dem das Leistungshalbleiterbauelement an einem Trägerkörper angelötet ist. Das Lot wird hierbei so ausgewählt, dass bei Erreichen eines bestimmten vorgegebenen Temperaturniveaus das Leistungshalbleiterbauelement ausgelötet und damit außer Funktion gesetzt wird. Der Trennvorgang wird hierbei entweder alleine durch das Eigengewicht des Bauelements bewirkt und kann gegebenenfalls durch eine auf das Bauelement einwirkende Kraft unterstützt werden.

Nachteilig hierbei ist der vergleichsweise hohe konstruktive Aufwand. So ist es insbesondere erforderlich, einen Durchbruch in der Leiterplatte vorzusehen, um den Trägerkörper mit dem Leistungshalbleiterbauelement einsetzen zu können. Auch ist es erforderlich, bei der Konzeption des Leistungsmoduls die Einbaulage zu berücksichtigen, da der Trennvorgang primär durch Schwerkraft bewirkt wird. Schließlich spricht die Thermosicherung nur für den Fall an, dass der Defekt im Leistungshalbleiterelement selbst auftritt. Eine Absicherung anderer Defekte, beispielsweise der Leiterplatte oder von benachbarten Chip-Keramikkondensatoren, ist hierdurch nicht möglich. Eine vollständige Absicherung des Gesamtmoduls ist somit nicht gegeben.

Der Erfindung lag daher das Problem zu Grunde, eine Thermosicherung der eingangsgenannten Art bzw. ein mit einer derartigen Thermosicherung versehenes Leistungsmodul zur Verfügung zu stellen, das die beschriebenen Nachteile nicht mehr aufweist.

Gelöst wird dieses Problem durch eine Thermosicherung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Leistungsmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 7.

Vorteilhafte die Ausgestaltungsformen der Erfindung sind durch die Merkmale der jeweils hierauf rückbezogenen Unteransprüche angegeben.

Die Erfindung basiert auf der Idee, eine aufgelötete Kontaktbrücke, die die Trennstelle zwischen den einander gegenüber stehenden Leiterbahnabschnitten überbrückt, mit einem Federelement zu beaufschlagen. Bei Erreichen der Schmelztemperatur, die für beide Lötstellen gleich ist, wird eine translatorische Verschiebebewegung der Kontaktbrücke ausgelöst. Der Verschiebeweg kann hierbei so eingestellt werden, dass ein sicherer Abstand der Kontaktbrücke zu den Leiterbahnabschnitten erreicht wird, um den Stromfluss dauerhaft zu unterbrechen.

Dieses Konzept weist eine Reihe von Vorteilen gegenüber den Lösungen aus dem Stand der Technik auf.

Gegenüber der konventionellen Blattfeder können nunmehr die elektrischen Eigenschaften unabhängig von den mechanischen eingestellt werden. So kann insbesondere die Kontaktbrücke hinsichtlich ihrer Dimensionierung weitgehend frei gestaltet werden. Beispielsweise kann eine verbesserte elektrische Leitfähigkeit durch einen deutlich vergrößerten Querschnitt erreicht werden. Als Material können die Elektrolytkupfer oder andere Kupferlegierungen verwendet werden, wodurch sich insgesamt ein geringer elektrischer Übergangswiderstand realisieren lässt. Auch bei sehr hohen Strömen tritt nur ein geringer Spannungsabfall auf, die Eigenerwärmung kann auf diese Weise minimal gehalten werden. Insgesamt ist deshalb das Ansprechverhalten der Thermosicherung weitgehend stromunabhängig.

Im Gegensatz zu den bisher verwendeten Federmaterialien können vergleichsweise billige und umweltgerechte Werkstoffe eingesetzt werden. Dies ist u.a. bei Anwendungen im KfZ-Bereich von Bedeutung, da die sogenannte RoHS-Konformität eingehalten werden muss.

Wegen der weitgehend uneingeschränkten geometrischen Gestaltungsfreiheit ist es möglich die Thermosicherung problemlos an verschiedenste geometrische Vorgaben anzupassen. Es kann ein einfaches, robustes Design gewählt werden, das fertigungstechnisch einfach umzusetzen ist und große fertigungstechnische Toleranzen zulässt.

Weitere Vorteile ergeben sich bei der Auswahl der Werkstoffe für das Lot. So kann die Auslösetemperatur in Abhängigkeit der verwendeten Legierung innerhalb einer großen Bandbreite von ca. 135°C bis 240°C gezielt, also auch insbesondere unterhalb des Flammpunkts von Kunststoff, ausgewählt werden. Auch ist es möglich, ein anderes Lot zu verwenden als auf der Leiterplatte, insbesondere bleifreies Lot, welches die RoHS-Konformität gewährleistet.

Schließlich ist es problemlos möglich, die Vorspannkraft der Feder an unterschiedliche Vorgaben dadurch anzupassen, dass Federelemente mit einer anderen Federcharakteristik verwendet werden. Da es sich bei den bevorzugt verwendeten Druckfederelementen um kostengünstige Bauteile handelt, ist der Übergang zu einer anderen Federcharakteristik hier besonders problemlos möglich.

Gegenüber der aus der DE 10 2004 014 6660 A1 bekannten Thermosicherung ergibt sich der Vorteil, dass bei Integration der erfindungsgemäßen Thermosicherung in Leistungsmodule eine Komplettabschaltung des gesamten Leistungsmoduls ermöglicht wird, somit Defekte auch anderer Bauteile zu einer Auslösung führen.

Der Auslösevorgang funktioniert lageunabhängig, so dass das Leistungsmodul nicht mehr speziell auf die Einbaulage abgestimmt werden muss.

Weiterhin können bei der Leiterplattenbestückung konventionelle Fertigungsverfahren angewendet werden, insbesondere sind keine speziellen Durchbrüche für die Anbringung des Trägerkörpers notwendig.

Weitere Vorteile ergeben sich in Verbindung mit den Ausführungsvarianten, die Gegenstand der Unteransprüche sind.

Bevorzugt wird als Federelement eine Druckfeder verwendet, die im vorgespannten Zustand zwischen der Leiterbahn und der Kontaktbrücke wirkend eingesetzt ist. Dies ermöglicht einen platzsparenden Aufbau der Thermosicherung.

Kostenvorteile ergeben sich beispielsweise dann, wenn als Federelement eine Spiralfeder eingesetzt wird. Derartige Federn ermöglichen die einfache Anpassung an die gewünschte Federcharakteristik.

Bevorzugt ist ein Führungssteg für die Kontaktbrücke vorgesehen, an dem diese längsverschieblich geführt ist. Beim Auslösevorgang stellt dieser sicher, dass die Kontaktbrücke eine definierte Translationsbewegung vollziehen kann, wodurch eine sichere Unterbrechung des Stromflusses möglich ist.

Darüber hinaus kann der Führungssteg auch die seitliche Führung des Druckfederelements übernehmen, wodurch sich ein besonders einfacher konstruktiver Aufbau ergibt.

Bevorzugt wird der Führungssteg aus einer Lasche gebildet, die zunächst zusammen mit einem der beiden Leiterbahnenabschnitte ausgestanzt und anschließend spannlos geformt wird. Damit ist für die Aufnahme des Druckfederelements und die Führung der Kontaktbrücke kein gesondertes Bauteil erforderlich.

Die Thermosicherung kann in einem Gehäuse eingebaut und somit als eigenständiges Bauteil konfiguriert werden.

Bevorzugt werden die Leiterbahnabschnitte in einem definiertem Abstand zur Innenwand des Gehäuses derart geführt, dass die Verschiebebewegung der Kontaktbrücke durch Anliegen an der benachbarten Innenwand des Gehäuses begrenzt ist. Hierdurch ist einerseits sichergestellt, dass ein ausreichender Verschiebeweg erreicht wird, um einen genügend großen Abstand bei hohen Spannungen zu garantieren. Andererseits ist eine exakt definierte Endlage der Kontaktbrücke nach dem Auslösevorgang erreicht, die durch eine entsprechende Auslegung des Druckfederelements sicher eingehalten werden kann. Auch ist sichergestellt, dass die Kontaktbrücke keinen Folgeschaden dadurch auslösen kann, dass sie beim Auslösevorgang andere Bauelemente beschädigt oder einen weiteren Kurzschluss erzeugt.

Das erfindungsgemäße Konzept erlaubt auch die Bereitstellung eines Leistungsmoduls, bei dem die Thermosicherung in einem gemeinsamen Gehäuse integriert ist.

Bevorzugt ist der zweite Leiterbahnabschnitt Bestandteil einer Stromzuführung für das Leistungsmodul, wodurch sich fertigungsbedingte Vorteile erzielen lassen.

Besonders bevorzugt ist die Stromzuführung mit dem integrierten Leiterbahnabschnitt als Kühlkörper ausgebildet. Durch ein einfaches Stanzteil kann somit ein hoher Grad an Integration erreicht werden, ohne dass zusätzliche thermische Isolationen am Bauteil oder weitere Kühlkörper erforderlich sind.

Der Erfindung wird näher anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert.

Es zeigen:

1 Thermosicherung, integriert in ein Leistungsmodul, vorgespannt,

2 Thermosicherung gemäß 1, ausgelöst,

3 Thermosicherung gemäß 1, eingesetzt in ein Gehäuse,

4 Thermosicherung gemäß 2, eingesetzt in ein Gehäuse,

5 Thermosicherung gemäß 3, perspektivische Ansicht,

6 Thermosicherung gemäß 4, perspektivische Ansicht, und

7 Schaltschema mit Thermosicherung.

Sämtliche Figuren mit Ausnahme von 7 zeigen eine Schnittdarstellung (axialer Halbschnitt). 1, 3 und 5 zeigen den Normalzustand, 2, 4 und 6 zeigen den Zustand, bei dem die Sicherungsfunktion ausgelöst ist.

Eine Leiterbahn 10 ist gebildet durch einen Steckkontakt 11 und eine Stromzuführung 15, die auf eine Platine 80 aufgesetzt ist und zur Stromversorgung für ein elektrisches Bauteil 82 dient. Bei dem elektrischen Bauteil 82 kann es sich beispielsweise um einen Leistungshalbleiter handeln, der zur Ansteuerung von hier nicht näher dargestellten Glühkerzen eines Motors dient. Der Steckkontakt 11 ist bei einem derartigen Anwendungsfall mit der sogenannten Klemme 30 des Bordnetzes (nicht dargestellt) verbunden.

Die Leiterbahn 10 ist an einer Trennstelle 20 (mechanisch und elektrisch) unterbrochen. In diesem Bereich ist eine Thermosicherung 1 in der nachstehend beschriebenen Art und Weise realisiert.

Der Trennstelle 20 benachbart enden die Stromzuführung 15 in einem Leiterbahnabschnitt 12 und der Steckkontakt 11 in einem Leiterbahnabschnitt 14.

Im Bereich der Trennstelle 20 ist eine Kontaktbrücke 30 vorgesehen. Die Kontaktbrücke 30 ist längsverschieblich an einem Führungssteg 16 geführt, der senkrecht zur Leiterbahn 10 verlaufend die Trennstelle 20 durchsetzt. Der Führungssteg 16 ist aus einer Lasche 17 geformt, die aus einem Abschnitt benachbart zum Leiterbahnabschnitt 12 freigestanzt und im Wesentlichen U-förmig gebogen ist. Die Lasche 17 ist so geformt, dass sie ein Widerlager für eine Schraubenfeder 60 bildet. Ein mittlerer Teilbereich der Lasche 17 ist nach oben geführt und bildet den Führungssteg 16.

Die Schraubenfeder 60 umgibt somit seitlich den Führungssteg 16 und wirkt zwischen der Lasche 17 (und damit der Leiterbahn 10) und der Kontaktbrücke 30.

Die Kontaktbrücke 30 weist endseitig Kontaktabschnitte 32, 34 auf, die korrespondierend zu den Leiterbahnabschnitten 12, 14 gestaltet und mit diesen mittels eines Lots 42, 44 verbunden sind. In dieser Position, wie sie in den 1, 3 und 5 dargestellt ist, ist die Schraubenfeder 60 vorgespannt. Der Strom kann somit über den Steckkontakt 11, die Kontaktbrücke 30 und die Stromzuführung 15 der Platine 80 bzw. dem elektrischen Bauteil 82 zugeführt werden.

Für das Lot 42, 44 ist eine Legierung gewählt, die bei einer bestimmten, vorgegebenen Auslösetemperatur schmilzt. Hierdurch wird die Verbindung zwischen den Kontaktabschnitten 32, 34 und den Leiterbahnabschnitten 12, 14 gelöst und die Kontaktbrücke 30 durch die Schraubenfeder 60 translatorisch verschoben. Die Leiterbahn 10 ist damit unterbrochen, ein Stromfluss ist nicht mehr möglich.

Die Verschiebebewegung der Kontaktbrücke 30 ist durch die Einbausituation, wie es in den 3 bis 6 dargestellt ist, konstruktiv begrenzt und damit auf einen exakten Wert einstellbar. Hierzu verläuft die Leiterbahn 10 in einem Abstand A von einer Innenwand 72 eines die Thermosicherung 1 einschließlich des Leistungsmoduls 5 aufnehmenden Gehäuses 70. Zu diesem Zweck ist der Steckkontakt 11 in einem Kontaktträger 74 geführt, der stirnseitig in das Gehäuse 70 eingesetzt ist. Jenseits der Trennstelle 20 setzt sich der Leiterbahnabschnitt 12 fort, der im hier vorliegenden Ausführungsbeispiel einstückig mit der Stromzuführung 15 aus einem Stanzteil geformt ist, das zusätzlich seitliche Abschnitte zur Ausbildung eines Kühlkörpers 50 aufweist. Der Abschnitt, der die Stromzuführung 15 bildet, ist auf der Platine 80 aufgesetzt, die sich wiederum am Gehäuse 70 abstützt.

Die Kontaktbrücke 30 befindet sich im angelöteten Zustand im wesentlichen im Abstand A von der gegenüberliegenden Innenwand 72 des Gehäuses 70. Beim Lösen der Lötverbindung drückt die Schraubenfeder 60 die Kontaktbrücke 30 soweit nach oben, bis er mit den Kontaktabschnitten 32, 34 zu Anlage an die Innenwand 72 gelangt. Die Dimensionierung der Schraubenfeder 60 ist so gewählt, dass sie die Kontaktbrücke 30 unter Restvorspannung gegen die Innenwand 72 gedrückt hält und somit ein definierter Abstand zwischen den Leiterbahnabschnitten 12, 14 einerseits und den Kontaktabschnitten 32, 34 andererseits eingehalten wird. Durch diese Maßnahme in Verbindung mit der Führung der Kontaktbrücke 30 am Führungssteg 16 ist sichergestellt, dass beim Auslösen keine Gefahr durch lose umherfliegende Teile besteht.

Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass sich auf einfache Art und Weise eine thermische Absicherung eines Schaltkreises kostengünstig und betriebssicher realisieren lässt. Hierbei kann die Thermosicherung 1 als unabhängiges Bauteil ausgeführt sein oder in ein Gehäuse 70, das eine elektrische Schaltung beinhaltet, integriert werden.

7 zeigt ein Schaltschema, dass der letzt genannten Konfiguration entspricht.

Die Thermosicherung 1. ist in diesem Falle in einem Steuergerät integriert, das eine Elektronik bzw. eine Leiterplatte aufnimmt. Die Thermosicherung 1 ist der Elektronik bzw. der Leiterplatte vorgeschaltet. Das dargestellte Ausführungsbeispiel stellt das Schaltprinzip eines Steuergeräts für Glühkerzen eines Dieselmotors dar. Es versteht sich von selbst, dass das beschriebene Prinzip auch außerhalb des Anwendungsgebiets der Kraftfahrzeugtechnik eingesetzt werden kann.

1
Thermosicherung
5
Leistungsmodul
10
Leiterbahn
11
Steckkontakt
12
Leiterbahnabschnitt
14
Leiterbahnabschnitt
15
Stromzuführung
16
Führungssteg
17
Lasche
20
Trennstelle
30
Kontaktbrücke
32
Kontaktabschnitt
34
Kontaktabschnitt
42
Lot
44
Lot
50
Kühlkörper
60
Schraubenfeder
70
Gehäuse
72
Innenwand
74
Kontaktträger
80
Platine
82
elektrisches Bauteil
A
Abstand


Anspruch[de]
Thermosicherung (1), insbesondere für ein Leistungsmodul (5) eines Kraftfahrzeugs, mit

– einer Leiterbahn (10), die durch eine Trennstelle (20) unterbrochen ist, und die jeweils benachbart zur Trennstelle (20) einen ersten Leiterbahnabschnitt (12) und einen zweiten Leiterbahnabschnitt (14) aufweist,

– einer Kontaktbrücke (30), die im Bereich der Trennstelle (20) angeordnet ist, und einander gegenüberliegend einen ersten Kontaktabschnitt (32) und einen zweiten Kontaktabschnitt (34) aufweist, wobei

– die Kontaktabschnitte (32, 34) an den Leiterbahnabschnitten (12, 14) mittels Lot (42, 44) befestigt sind, und

– die Kontaktbrücke (30) mittels Federkraft beaufschlagt ist, derart, dass

– bei Erreichen des Schmelzpunktes des Lots (42, 44) zumindest ein Kontaktabschnitt (32, 34) von dem korrespondierenden Leiterbahnabschnitt (12, 14) getrennt wird,

gekennzeichnet durch ein Federelement (60), das bei Erreichen des Schmelzpunktes des Lots (42, 44) eine translatorische Verschiebebewegung der Kontaktbrücke (30) auslöst.
Thermosicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Federelement ein Druckfeder-Element (60), bevorzugt eine Spiralfeder, ist, das im vorgespannten Zustand zwischen der Leiterbahn (10) und der Kontaktbrücke (30) wirkend angeordnet ist. Thermosicherung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen Führungssteg (16), an dem die Kontaktbrücke (30) längsverschieblich geführt ist. Thermosicherung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckfeder-Element (60) den Führungssteg (16) seitlich umgibt. Thermosicherung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leiterbahnabschnitte (12, 14) als Stanzteile ausgebildet sind und dass der Führungssteg (16) aus einer Lasche (17) abzweigt, die zusammen mit dem zweiten Leiterbahnabschnitt (12) freigestanzt und spanlos umgeformt ist. Thermosicherung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, gekennzeichnet durch ein Gehäuse (70), in dem die Kontaktbrücke (30) in einem Abstand (A) zu einer benachbart verlaufenden Innenwand (72) des Gehäuses (70) geführt ist, wobei die Verschiebebewegung der Kontaktbrücke (30) durch Anliegen an der Innenwand (72) begrenzt ist. Leistungsmodul (5) für ein Kraftfahrzeug mit einer Thermosicherung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche. Leistungsmodul nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Leiterbahnabschnitt (14) Bestandteil einer Stromzuführung (15) für die Platine (80) ist. Leistungsmodul nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stromzuführung (15) als Bestandteil eines Kühlkörpers (50) ausgebildet ist.






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