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Dokumentenidentifikation DE102006036511A1 01.03.2007
Titel Antrieb für eine Offsetdruckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Friedrichs, Jens, 69151 Neckargemünd, DE;
Görbing, Christian, 69121 Heidelberg, DE;
Jünger, Arno, 69226 Nußloch, DE;
Knabe, Alexander, 69124 Heidelberg, DE;
Perialis, Daniel, 76135 Karlsruhe, DE
DE-Anmeldedatum 04.08.2006
DE-Aktenzeichen 102006036511
Offenlegungstag 01.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.2007
IPC-Hauptklasse B41F 13/008(2006.01)A, F, I, 20060804, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Antrieb für eine Offsetdruckmaschine. Aufgabe der Erfindung ist es, einen Antrieb zu entwickeln, der den Zeitaufwand bei einem Druckplattenwechsel verringert und der mit geringem Aufwand realisierbar ist. Die Erfindung besteht darin, dass bei einem Antrieb für eine Offsetdruckmaschine, mit einem Zahnräderzug und mindestens einem Motor zum synchronen Antreiben von Zylindern mehrerer Druckwerke während des Druckens, wobei die Zylinder benachbarter Druckwerke voneinander verschiedene Phasenlagen aufweisen, und mit mindestens einem schaltbaren Übersetzungsgetriebe zum Antreiben von Zylindern während eines außerhalb des Druckens liegenden Betriebsvorganges, die Übersetzungsgetriebe (65-68; 82, 122, 123) ein der jeweiligen Phasenlage entsprechendes Übersetzungsverhältnis aufweisen, wobei bei gemeinsamer Drehung die Zylinder (36-39; 70-72) auf gleiche Phasenlage stellbar sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Antrieb für eine Offsetdruckmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aus der DE 196 40 649 A1 ist ein Antrieb für eine Bogendruckmaschine bekannt, bei der in den Antriebsräderzügen der einzelnen Platten- bzw. Formzylinder Schaltkupplungen angeordnet sind. Werden die Kupplungen betätigt, sind die Plattenzylinder vom Hauptantriebsräderzug getrennt und können mit Hilfsmotoren für einen Druckplattenwechsel, zum Voreinfärben und Vorfeuchten, zur Zylinderreinigung oder zur Erzeugung einer neuen Druckform einzeln angetrieben werden. Das Vorsehen von Kupplungen und Hilfsmotoren ist material- und kostenaufwendig.

Bei einem Antrieb einer Offsetdruckmaschine nach der DE 103 48 030 A1 werden Plattenzylinder mit einer Kupplung vom Hauptantriebsräderzug getrennt und im Bebilderungsbetrieb durch Hilfsmotoren angetrieben. Die Kupplungen sind jeweils als Zahnkupplungen mit unregelmäßiger Verzahnung auf einer Welle eines Übertragungszylinders angeordnet. Die Herstellung einer gewünschten Phasenlage der Plattenzylinder für einen Druckbetrieb ist zeitaufwendig.

In der DE 102 22 002 A1 ist eine Vorrichtung zum Wechseln von Druckplatten an einer Druckmaschine beschrieben, bei der die Plattenzylinder mit schaltbaren Kupplungen von einem geschlossenen Räderzug getrennt werden können. Der Räderzug bildet zusammen mit einem Motor einen Hauptantrieb. Die Kupplungen besitzen jeweils zwei Einraststellungen, die so ausgelegt sind, dass die Plattenzylinder im Druckbetrieb eine Phasenlage zueinander aufweisen und beim Druckplattenwechsel in einer einheitlichen Druckplattenwechselstellung liegen. Die Plattenzylinder müssen sequentiell ausgekuppelt und phasenrichtig wieder eingekuppelt werden, so dass ein Wechsel aller Druckplatten zeitaufwendig ist.

Eine Rotationsdruckmaschine nach DE 102 34 830 A1 enthält einen Antrieb, bei dem zwischen im Druckbetrieb Formzylinder antreibenden Zahnrädern und dem jeweiligen Formzylinder selbst ein schaltbares Geschwindigkeitswechselgetriebe angeordnet ist. In einem Bebilderungsbetrieb werden die Formzylinder von einem Hauptantriebsmotor mit erhöhter Geschwindigkeit angetrieben. Die Formzylinder behalten im Druckbetrieb und im Bebilderungsbetrieb stets die gleiche Phasenlage.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Antrieb für eine Offsetdruckmaschine zu entwickeln, der den Zeitaufwand bei einem Druckplattenwechsel verringert und der mit geringem Aufwand realisierbar ist.

Die Aufgabe wird mit einem Antrieb gelöst, welcher die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Gemäß der Erfindung ist zum gleichzeitigen Einstellen einer Druckplattenwechselstellung mehrerer Druckformzylinder ein Drehmomentenfluss zwischen einem Hauptantrieb und mindestens einem Druckformzylinder schaltbar über ein Übersetzungsgetriebe geleitet. Mit mindestens einer schaltbaren Kupplung wird der Drehmomentenfluss wahlweise direkt mit einer beim Drucken verwendeten Übersetzung oder über eine Getriebestufe mit einer anderen Übersetzung zum betreffenden Druckformzylinder geleitet.

Gemäß einer Variante der Erfindung ist bei einer Druckmaschine in Reihenbauweise jedem Druckformzylinder ein Übersetzungsgetriebe zugeordnet. Die Übersetzungsgetriebe liegen zwischen dem die Bogen führenden Zylinder treibenden Hauptantriebsräderzug und dem Antriebszahnrad des jeweiligen Druckformzylinders. Die Übersetzungsverhältnisse der Übersetzungsgetriebe sind von Druckwerk zu Druckwerk verschieden. Bei Rotation der Zahnräder im Hauptantriebzahnräderzug werden die Druckformzylinder relativ zueinander in der Phase verschoben. Die Übersetzungsverhältnisse werden so gewählt, dass bei möglichst wenigen Rotationen im Hauptantriebsräderzug die Druckformzylinder in Druckplattenwechselposition liegen. Die Anzahl der Rotationen muss nicht ganzzahlig sein und kann weniger als eine volle Umdrehung betragen.

Bei einer weiteren Variante der Erfindung liegen Übersetzungsgetriebe im Hauptantriebsräderzug der bogenführenden Zylinder bzw. Trommeln. Wenn im Druckbetrieb der Phasenversatz benachbarter Druckformzylinder gleich ist, können die Übersetzungsverhältnisse dieser Übersetzungsgetriebe gleich groß gewählt werden.

Befinden sich die Druckformzylinder in Druckplattenwechselposition, dann werden die Übersetzungsgetriebe auf Druckbetrieb geschaltet. Anschließend können durch Ansteuern eines Hauptantriebsmotors die Druckformzylinder gemeinsam in Rotation versetzt werden, wobei an allen Druckformzylindern jeweils eine Druckform abgeführt bzw. aufgezogen werden kann. Nach dem Druckplattenwechsel werden die Übersetzungsgetriebe wieder zwischengeschaltet und über den Hauptantriebsräderzug so verdreht, dass die Druckformzylinder eine für den Druckbetrieb geeignete Drehstellung einnehmen. Anschließend können die Übersetzungsgetriebe wieder auf Druckbetrieb geschaltet werden und ein Druckauftrag mit den neuen Druckformen abgearbeitet werden.

Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert werden, es zeigen:

1 eine Offsetbogendruckmaschine in Reihenbauweise mit Druckformzylindern in Phasenlage beim Drucken,

2 ein Schema zur Drehphasenlage von Plattenzylindern beim Drucken,

3 ein Schema einer Offsetdruckmaschine mit phasengleich gestellten Plattenzylindern,

4.14.6 Schemata zum Ablauf eines Plattenwechselvorganges,

516: Ausführungen von Übersetzungsgetrieben an einem Druckwerk, und

17 ein Ausführungsbeispiel mit Übersetzungsgetrieben im Hauptantriebsräderzug.

1 zeigt eine Offsetbogendruckmaschine mit vier Druckwerken 14 in Reihenbauweise. Dem Druckwerk 1 ist ein Anleger 5 vorgeordnet. Dem Druckwerk 4 ist ein Ausleger 6 nachgeordnet. Beim Drucken werden Bogen 7 von einem Anlegerstapel 8 vereinzelt und über einen Tisch zu einer Zuführtrommel 10 des Druckwerkes 1 gefördert. Der Weitertransport eines Bogens 7 durch die Druckmaschine geschieht mit Hilfe eines Druckzylinders 11, von Trommeln 1214, eines Druckzylinders 15, einer Transporttrommel 16, einer Speichertrommel 17, einer Wendetrommel 18, einem Druckzylinder 19, von Transporttrommel 2022, einem Druckzylinder 23 und den Transporttrommel 24, 25. Von der Transporttrommel 25 werden die Bogen 7 mittels eines Kettengreifersystems 26 auf einen Auslegerstapel 27 gefördert. Alle Bogen 7 führenden Zylinder bzw. Trommeln 1025 besitzen Greifersysteme, die die Bogen an den Vorderkanten halten und sind in einem Hauptantriebsräderzug miteinander gekoppelt. Jedes Druckwerk 1-4 enthält einen Übertragungszylinder 2831 mit Gummitüchern 3235, die beim Drucken in Kontakt mit dem Bogen 7 auf den Druckzylindern 11, 15, 19, 23 stehen. Weiterhin enthält jedes Druckwerk 14 Plattenzylinder 3639 mit aufgespannten Druckplatten 4043, die beim Drucken in Kontakt mit den Gummitüchern 3235 stehen. Die Übertragungszylinder 2831 sind mit Vorrichtungen von den Druckzylindern 11, 15, 19, 23 und den Plattenzylindern 3639 an- und abstellbar. Die Plattenzylinder 3639 besitzen parallel zur Drehachse verlaufende Kanäle, in denen Klemmschienen zur Aufnahme der Vorder- und Hinterkante der Druckplatten 4043 angeordnet sind. Beim Drucken besitzen die Kanäle der Plattenzylinder 3639 unterschiedliche Drehstellungen, die mit Pfeilen 4447 symbolisch dargestellt sind. An jedem Druckwerk 14 ist eine Plattenzuführ- und -abführeinheit 4851 befestigt.

Die Druckmaschine ist mit einer Wendevorrichtung ausgestattet, um den Druck auf beiden Seiten eines Bogens 7 zu ermöglichen. Die Transporttrommel 16, die Speichertrommel 17 und die Wendetrommel 18 sind Bestandteil der Wendevorrichtung. Die Druckmaschine enthält einen Hauptantriebsmotor 52 der über ein Getriebe 53 und ein Ritzel 54 mit dem Antriebszahnrad der Transporttrommel 20 verbunden ist.

Zur Steuerung der Druckmaschine im Druckbetrieb und beim Plattenwechsel ist eine Steuereinrichtung 55 vorgesehen. Die Steuereinrichtung 55 ist mit Drehgebern 5663 verbunden, deren Ausgangssignale die Drehstellung der Übertragungszylinder 2831 und der Plattenzylinder 3639 wiedergeben. Ein weiterer Drehgeber 64 liefert die Drehstellung der Antriebswelle des Hauptantriebsmotors 52. Die Steuereinrichtung 55 ist weiterhin mit dem Hauptantriebsmotor 52 und den Plattenzuführ- und -abführeinheiten 4851 verbunden. In jedem Druckwerk 14 ist im Antriebsräderzug zwischen den Druckzylindern 11, 15, 19, 23 und den Plattenzylindern 3639 ein zuschaltbares Übersetzungsgetriebe 6568 vorgesehen. Die Übersetzungsgetriebe 6568 besitzen ebenfalls eine Verbindung zur Steuereinrichtung 55. In den Übersetzungsgetrieben 6368 befinden sich fernbetätigbare Kupplungen, die auf ein Stellsignal hin eine Umschaltung der Übersetzungsverhältnisse der Übersetzungsgetriebe 6568 bewirken.

Wenn in der nachstehenden Beschreibung bereits eingeführte Bezugszeichen verwendet werden, handelt es sich um Elemente oder Symbole mit äquivalenter Funktion bzw. Sinngehalt.

2 zeigt näher die Drehphasenlagen &agr;1, &agr;2, &bgr;1, &bgr;2 der Plattenzylinder 3639 beim Drucken bezüglich einer Horizontalen 69. Zwischen den Plattenzylindern 36, 37, der Druckwerke 1, 2 vor der Wendevorrichtung besteht ein Phasenversatz &ggr; = &agr;1 – &agr;2. Die Wendevorrichtung ist vom Drucken auf eine Seite eines Bogens 7 auf beidseitiges Drucken umstellbar. Entsprechend der Länge der Bogen 7 werden die Druckwerke 1, 2 vor der Wendevorrichtung gegenüber den Druckwerken 3, 4 nach der Wendevorrichtung mit einem Phasenversatz 6 eingestellt. Damit ergibt sich für Druckwerk 3 beim Drucken auf nur einer Seite eine Drehphasenlage &bgr;1 mit &bgr;1 = &agr;2 + &ggr;. Beim Drucken auf beiden Seiten eines Bogens 7 und eingeschaltetem Wendebetrieb besitzt das Druckwerk 3 eine Drehphasenlage &bgr;1 = &agr;2 + &ggr; + &dgr;. Zwischen den Druckwerken 3, 4 besteht ebenfalls ein Phasenversatz &ggr;.

Für einen simultanen Wechsel der Druckplatten 4043 in allen Druckwerken 14 werden die Plattenzylinder 3639 in die gleiche Drehphase gestellt, was näher in 3 dargestellt ist. War die Offsetdruckmaschine bei der Abarbeitung eines Druckauftrages auf beidseitiges Drucken eingestellt, muss beim Inphasestellen der Zahnräderzug vor der Wendetrommel 18 gegenüber dem Zahnräderzug nach der Wendetrommel 18 um einen bestimmten Winkel verdreht werden. Dieser Winkel ist von der Länge der Bogen 7 abhängig. Durch diese Verdrehung verändert sich die relative Winkelstellung der Plattenzylinder 3639 in den Druckwerken 1, 2 bzw. 3, 4 vor bzw. nach der Wendetrommel 18 zueinander.

Für den simultanen Plattenwechsel mittels der Übersetzungsgetriebe 6568 ergeben sich mehrere Optionen. Die Übersetzungsgetriebe 6568 sind so dimensioniert, dass ein simultaner Plattenwechsel in der Betriebsart bzw. in der Plattenzylinderdrehphasenlage ermöglicht wird, in der ein Drucker die Mehrzahl seiner Aufträge druckt. Befinden sich die Plattenzylinder 3638 in einer davon abweichenden Ist-Drehphasenlage, dann kann in einer ersten Variante der Drucker die Druckmaschine vor jedem Plattenwechsel in die Soll-Drehphasenlage bringen, auf die die Übersetzungsgetriebe 6568 ausgerichtet sind.

Gemäß einer zweiten Variante kann ein Plattenwechsel in zwei Schritten durchgeführt werden. In einem ersten Schritt werden mittels der Übersetzungsgetriebe 6568 jeweils nur die Plattenzylinder 3638 in den Druckwerken 14 vor bzw. nach der Wendetrommel 18 zueinander in Drehphase gebracht. Im zweiten Schritt erfolgt ein Plattenwechsel erst simultan für die Druckwerke 1, 2 vor und dann simultan für die Druckwerke 3, 4 im Bogenlauf nach der Wendetrommel 18.

Weiterhin können gemäß einer dritten Variante die Übersetzungsgetriebe 6568 so gestaltet werden, dass sie sich der Ist-Drehphasenlage anpassen können. Hierzu können die Übersetzungsgetriebe 6568 mit mehreren Übersetzungsstufen ausgestattet werden, zwischen denen eine Auswahl getroffen werden kann. Oder es kommen Übersetzungsgetriebe 6568 mit stufenlos einstellbaren Übersetzungsverhältnissen zum Einsatz.

Anhand der 4.14.6 soll anhand von drei Plattenzylindern 7072 ein simultaner Plattenwechsel beispielhaft beschrieben werden. Wie in 4.1 dargestellt, werden die Plattenzylinder 7072 von einem Hauptantriebsmotor 73 angetrieben. Der Drehmomentenfluss verläuft vom Hauptantriebsmotor 73 über ein Getriebe 74, einen Hauptantriebsräderzug 75 und Nebenantriebsräderzügen 7678 zum Antriebszahnrad des jeweiligen Plattenzylinders 7072. Nach Abarbeitung eines Druckauftrages steht eine Druckmaschine still, wobei die Plattenzylinder 7072 die durch Pfeile 7981 gekennzeichneten Drehstellungen einnehmen. Die Übertragungszylinder und die Auftragswalzen für Feuchtmittel und Druckfarbe sind von den Plattenzylindern 7072 abgestellt.

Zur Einleitung des Plattenwechsels wird der Drehmomentenfluss zwischen dem Hauptantriebsräderzug 75 und den Plattenzylindern 71, 72 getrennt. Der Nebenantriebsräderzug 76 bleibt wirksam, was näher in 4.2 gezeigt ist. In einem nächsten Schritt wird ein Drehmomentenfluss zwischen dem Hauptantriebsräderzug 75 und den Plattenzylindern 71, 72 über Übersetzungsgetriebe 82, 83 hergestellt. Die in 4.3 dargestellten Übersetzungsgetriebe 82, 83 besitzen unterschiedliche Übersetzungsverhältnisse ix, iy. Wie in 4.4 gezeigt, werden die Plattenzylinder 70, 71 mit dem Hauptantriebsmotor 73 in Rotation versetzt. Nach einer Maschinenumdrehung befinden sich alle Plattenzylinder 7072 in einer gemeinsamen Drehstellung nach 4.5. In einem weiteren Schritt wird der Drehmomentenfluss über die Übersetzungsgetriebe 82, 83 unterbrochen und über die Nebenantriebsräderzüge 77, 78 wieder hergestellt. Danach werden die Plattenzylinder 7072 synchron angetrieben, bis eine Drehstellung erreicht ist, in der die Hinterkanten der Druckplatten ausgespannt werden können. Diese Situation ist in 4.6 dargestellt. Zum Ausspannen der Hinterkanten werden Klemmschienen geöffnet, die in einem Kanal der Plattenzylinder 7072 angeordnet sind. Durch synchrones Drehen der Plattenzylinder 7072 mit dem Hauptantriebsmotor 73 werden die Druckplatten mit den Hinterkanten voran aus den Druckwerken abgeführt. Wenn die Vorderkanten der Druckplatten eine Ausspannposition erreicht haben, werden die Klemmschienen der Vorderkantenten geöffnet, jeweils die alte Druckplatte abgeführt und eine neue Druckplatte zugeführt. Die neuen Platten werden an der Vorderkante in den entsprechenden Klemmschienen eingespannt. Danach werden die Übertragungszylinder an die Plattenzylinder 7072 angestellt. Während einer weiteren synchronen Rotation der Plattenzylinder 7072 werden die neuen Druckplatten aufgezogen. Das Anstellen der Übertragungszylinder bzw. ein alternatives Anstellen von Andrückwalzen bewirkt ein Aufbügeln der neuen Druckplatten auf die Mantelflächen der Plattenzylinder 7072. Danach werden die Hinterkanten der Druckplatten mit Andrückrollen in die entsprechenden Klemmschienen eingeführt und eingespannt. Anschließend werden die Übertragungszylinder wieder von den Plattenzylindern 7072 abgestellt und die Übersetzungsgetriebe 8283 an Stelle der Nebenantriebsräderzüge 77, 78 eingeschaltet. Bei Rotation der Plattenzylinder 7072 mit dem Hauptantriebsmotor 73 werden die Plattenzylinder 7072 in die für das Drucken erforderliche Drehstellung gebracht. Danach werden die Übersetzungsgetriebe 8283 ausgeschaltet und der Drehmomentenfluss über die Nebenantriebsräderzüge 77, 78 eingeschaltet, so dass der nachfolgende Druckauftrag abgearbeitet werden kann.

Die 516 zeigen Ausführungen für Übersetzungsgetriebe 6568 bzw. 82, 83 beispielhaft am Druckwerk 1 nach 1.

Der Druckzylinder 11, der Übertragungszylinder 28, der Plattenzylinder 36 und Walzen 84, 85 eines Feuchtwerks und eines Farbwerks sind bei der Ausführung nach 5 mit Wellenzapfen 8695 in Seitenwänden 96, 97 des Druckwerkes 1 gelagert. Auf den Wellenzapfen 87, 89, 93, 95 sind Zahnräder 98101 drehfest gelagert. Auf dem Wellenzapfen 91 sind Zahnräder 102, 103 gelagert, die mit fernbetätigbaren Kupplungen 104, 105 mit dem Wellenzapfen 91 koppelbar sind. Das Zahnrad 102 ist ein Sonnenrad eines Planetengetriebes, dessen Planetenräder 106, 107 auf Wellenzapfen 108, 109 drehbar gelagert sind. Das Doppelzahnrad 103 kämmt mit einem Zahnrad 110, welches gemeinsam mit einem Zahnrad 111 drehfest auf einem Wellenzapfen 112 einer in der Seitenwand 97 gelagerten Hilfswelle angeordnet ist. Über ein glockenförmiges Teil 113 ist das Doppellzahnrad 103 mit einer weiteren Hilfswelle gekoppelt, auf deren Wellenzapfen 114 ein Zahnrad 115 drehfest sitzt, welches mit dem Zahnrad 99 kämmt.

Ist die Kupplung 104 offen und die Kupplung 105 geschlossen, wird der Plattenzylinder 36 wie im Druckbetrieb ohne Übersetzung angetrieben. Das Zahnrad 98 gehört zum Hauptantriebsräderzug und erhält ein Drehmoment vom Hauptantriebsmotor 52. Die Zahnräder 99, 115, 103 bilden einen Nebenantriebsräderzug. Ist die Kupplung 104geschlossen und Kupplung 105 offen, dann wird das Planetengetriebe mit den Planetenrädern 106, 107 und dem Sonnenrad 102 wirksam, so dass bezogen auf die Drehzahl des Zahnrades 115 der Plattenzylinder 36 vom Sonnenrad 102 mit einem richtungsumkehrenden Übersetzungsverhältnis angetrieben wird.

Die Ausführung des Übersetzungsgetriebes 6568 bzw. 82, 83 ist nicht auf die Verwendung eines Planetengetriebes beschränkt. Unter anderem können Cyclo-Drive-Getriebe oder Harmonic-Drive-Getriebe zum Einsatz kommen.

Bei der Variante nach 6 werden anstelle des Planetengetriebes nach 5 ein Zwischenrad 116 auf dem Wellenzapfen 112 und ein Zahnrad 117 auf dem Wellenzapfen 91 verwendet. Der Plattenzylinder 36 wird mit einer Übersetzung angetrieben, wenn die Kupplung 104 geschlossen und die Kupplung 105 offen ist. Der Drehmomentenfluss verläuft über die Zahnräder 98, 99, 115, 103, 110, 116, 117, wobei der Plattenzylinder 36 mit einem richtungsumkehrenden Übersetzungsverhältnis getrieben wird.

Die Variante nach 7 entspricht im Wesentlichen der Variante nach 6, wobei die Kupplung 104 zwischen der Nabe des Zahnrades 116 und dem Wellenzapfen 112 wirkt und das Zahnrad 117 drehfest mit dem Wellenzapfen 91 verbunden ist.

8 zeigt eine Ausführungsform ähnlich 6, wobei die Welle-Nabe-Kupplung 104 am Zahnrad 117 durch ein auf dem Wellenzapfen 91 verschiebbares Zahnrad 117 realisiert ist.

Das Ausführungsbeispiel nach 9 entspricht im Wesentlichen dem in 7, wobei die Welle-Nabe-Kupplung 104 am Zahnrad 116 durch ein auf dem Wellenzapfen 112 verschiebbares Zahnrad 116 ersetzt ist.

Bei der Variante nach 10 ist ein Zwischenrad 118 auf dem Wellenzapfen 89 des Übertragungszylinders 28 drehfest angeordnet. Im Übrigen wird mit zwei Welle-Nabe-Kupplungen 104, 105 gearbeitet, wie zu 6 beschrieben.

Gemäß 11 ist die Welle-Nabe-Kupplung 104 nach 10 auf den Wellenzapfen 89 des Übertragungszylinders 28 verlegt. Das Zahnrad 117 sitzt drehfest auf dem Wellenzapfen 91, während das Zahnrad 118 mittels der Kupplung 104 mit dem Wellenzapfen 89 verbindbar ist.

Die Variante nach 12 entspricht im Wesentlichen der Variante nach 10, wobei die Kupplungen 104, 105 auf dem Wellenzapfen 114 sitzen und die Zahnräder 115, 117 wahlweise mit dem Wellenzapfen 114 verbunden werden können.

Gemäß 13 sind die Zahnräder 115 und 118 mit Kupplungen 104, 105 mit dem Wellenzapfen 114, 89 kuppelbar. Das Zahnrad 118 kämmt mit einem Zahnrad 117, welches fest auf dem Wellenzapfen 114 sitzt.

Eine weitere Variante mit einem Planetengetriebe am Wellenzapfen 114 ist in 14 dargestellt. Die Planetenräder 106, 107 sind drehbar an Wellenzapfen 119, 120 gelagert, wobei die Wellenzapfen 119, 120 an einer Zwischenwand 121 befestigt sind. Das Sonnenrad 102 und ein Doppelzahnrad 103 sind mittels Kupplungen 104, 105 mit dem Wellenzapfen 114 verbindbar. Das Doppelzahnrad 103 kämmt mit dem Zahnrad 99 am Wellenzapfen 89 des Übertragungszylinders 28.

Als Umschaltgetriebe dient nach 15 ein Planetengetriebe, welches im Unterschied zu 14 dem Wellenzapfen 89 des Übertragungszylinders 28 zugeordnet ist. Neben dem Antriebszahnrad 99 befindet sich auf dem Wellenzapfen 89 ein Doppelzahnrad 103, welches mit einer Kupplung 104 mit dem Wellenzapfen 89 kuppelbar ist und mit dem Antriebszahnrad 115 des Plattenzylinders 36 kämmt.

16 zeigt eine weitere Variante mit einem Planetengetriebe am Wellenzapfen 89 des Übertragungszylinders 28. Im Unterschied zu 15 kämmt das Doppelzahnrad 103 mit dem Antriebszahnrad 98 des Druckzylinders 11. Die Drehmomentübertragung vom Übertragungszylinder 28 zum Plattenzylinder 38 geschieht über die Zahnräder 99, 115.

Bei der Variante nach 17 ist ein Planetengetriebe auf dem Wellenzapfen 87 des Druckzylinders 11 angeordnet. Das Zahnrad 98 steht im Verbund mit benachbarten Zahnrädern des Hauptantriebsräderzuges. Das Sonnenrad 102 und das Doppellzahnrad 103 sind mittels Kupplungen 104, 105 mit dem Wellenzapfen 87 verbindbar.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach 18 sind Übersetzungsgetriebe 122, 123 nicht in den Nebenantriebsräderzügen 7678 angeordnet, sondern sind zwischen Zahnrädern der Bogen 7 führenden Zylinder im Hauptantriebsräderzug 75 angeordnet. Vorteilhaft ist, dass Übersetzungsgetriebe 122, 123 mit gleichen Übersetzungsverhältnis verwendet werden können, wenn der Phasenversatz &ggr; zwischen zwei aufeinander folgenden Druckwerken 14 gleich ist. Gemäß 17 sind die Übersetzungsgetriebe 122, 123 jeweils im Hauptantriebsräderzug 75 zwischen zwei Druckwerken angeordnet. Die Übersetzung zwischen zwei benachbarten Druckwerken wird auch für nachgeordnete Druckwerke wirksam. Die Übersetzungen übertragen sich.

1–4
Druckwerk
5
Anleger
6
Ausleger
7
Bogen
8
Anlegetrommel
9
Tisch
10
Zuführtrommel
11
Druckzylinder
12–14
Transporttrommel
15
Druckzylinder
16
Transporttrommel
17
Speichertrommel
18
Wendetrommel
19
Druckzylinder
20–22
Transporttrommel
23
Druckzylinder
24, 25
Transporttrommel
26
Kettengreifersystem
27
Auslegerstapel
28–31
Übertragungszylinder
32–35
Gummituch
36–39
Plattenzylinder
40–43
Druckplatte
44–47
Pfeil
48–51
Plattenzufuhr- und Abführeinheit
52
Hauptantriebsmotor
53
Getriebe
54
Ritzel
55
Steuereinrichtung
56–64
Drehgeber
65–68
Übersetzungsgetriebe
69
Horizontale
70–72
Plattenzylinder
73
Hauptantriebsmotor
74
Getriebe
75
Hauptantriebsräderzug
76–78
Nebenantriebsräderzug
79–81
Pfeil
82, 83
Übersetzungsgetriebe
84, 85
Walze
86–95
Wellenzapfen
95, 97
Seitenwand
98–102
Zahnrad
103
Doppelzahnrad
104, 105
Kupplung
106, 107
Planetenrad
108, 109
Wellenzapfen
110, 111
Zahnrad
112
Wellenzapfen
113
Teil
114
Wellenzapfen
115
Zahnrad
116
Zwischenrad
117, 118
Zahnrad
119, 120
Wellenzapfen
121
Zwischenwand
122, 123
Übersetzungsgetriebe


Anspruch[de]
Antrieb für eine Offsetdruckmaschine, mit einem Zahnräderzug und mindestens einem Motor zum synchronen Antreiben von Zylindern mehrerer Druckwerke während des Druckens, wobei die Zylinder benachbarter Druckwerke voneinander verschiedene Phasenlagen aufweisen, und mit mindestens einem schaltbaren Übersetzungsgetriebe zum Antreiben von Zylindern während eines außerhalb des Druckens liegenden Betriebsvorganges, dadurch gekennzeichnet, dass die Übersetzungsgetriebe (6568; 82, 83; 122, 123) ein der jeweiligen Phasenlage entsprechendes Übersetzungsverhältnis aufweisen, wobei bei gemeinsamer Drehung die Zylinder (3639; 7072) auf gleiche Phasenlage stellbar sind. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Offsetdruckmaschine in Reihenbauweise die Übersetzungsgetriebe (6568) jeweils zwischen dem Zahnräderzug (75) und einem Antriebszahnrad (102, 103, 115, 117) eines Druckformzylinders (3639) angeordnet sind, wobei sich die Übersetzungsverhältnisse der Übersetzungsgetriebe (6568) der jeweiligen Phasenlage entsprechend unterscheiden. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Übersetzungsgetriebe (6568, 82, 83; 122, 123) ein einstellbares Übersetzungsverhältnis aufweisen. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Bogenoffsetdruckmaschine in Reihenbauweise, bei der ein Phasenversatz zwischen den Zylindern (7072) zweier Druckwerke (14) stets gleich ist, die Übersetzungsgetriebe (122, 123) jeweils zwischen zwei Druckwerken (14) im Zahnräderzug (75) der Bogen (7) führender Zylinder angeordnet sind, wobei die Übersetzungsverhältnisse der Übersetzungsgetriebe (122, 123) gleich sind. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Übersetzungsgetriebe (6568; 82, 83; 122, 123) als Planetenradgetriebe ausgebildet ist.






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