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Dokumentenidentifikation DE102005041710A1 15.03.2007
Titel Verfahren und Messanordnung zur Feststellung der Position des Augapfels, einschließlich der Verrollung
Anmelder Taneri, Suphi, Dr. med., 48145 Münster, DE
Erfinder Taneri, Suphi, Dr. med., 48145 Münster, DE
Vertreter Dr. Hoffmeister & Tarvenkorn, 48147 Münster
DE-Anmeldedatum 01.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005041710
Offenlegungstag 15.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.03.2007
IPC-Hauptklasse A61B 3/113(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61F 9/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G06K 9/62(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Feststellung der Position des Augapfels eines Patienten. Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Messanordnung zur Durchführung des Verfahrens.

Mit Hilfe von optoelektronischen Verfolgungssystemen, so genannten Eye-Trackern, können Bewegungen des Augapfels eines liegenden Patienten in der Horizontalebene verfolgt werden. Derartige Systeme sind insbesondere für die Erkennung der Augenposition bei refraktiven, also die Brechkraft der Hornhaut ändernden Laser-Operationen am Auge erforderlich. Es sind beispielsweise Systeme bekannt (vergleiche WO 00/27273), mit denen die Verschiebungen in der Vertikalachse, insbesondere in einer x-y-Ebene, erfasst werden können. Diese Informationen werden genutzt, um die Auslenkung des Laserstrahls bei der Behandlung an die Augenbewegungen anzupassen. Bei unerwünscht großen Abweichungen („Exkursionen") des Auges wird der Laserstrahl abgeschaltet. Das Ziel ist, dadurch die einzelnen ablativen Laserpulse korrekt zu platzieren.

Nachteilig bei bekannten Eye-Trackern ist, dass sie vom Prinzip her nicht die Positionen der Hornhautoberfläche selbst verfolgen können. Die gesunde Hornhaut und die Hornhautoberfläche, also die Orte, an denen die Laserenergie wirken soll, sind durchsichtig und ohne zusätzlich Markierung optisch nicht festlegbar. Um ohne zusätzlich Markierungen unterscheidbare und ausmachbare Orte im Auge zu finden, werden daher beispielsweise das Pupillenzentrum oder der kreisförmige Limbus der Augen als erkennbare „Haltepunkte" verwendet. Es kommt damit, wie noch erläutert werden wird, zu Parallaxenfehlern, sobald das Auge verrollt wird, das heißt, sobald die Pupillarebene nicht mehr senkrecht zum Sensor des Eye-Trackers ausgerichtet ist. Es kann damit zu Fehlbehandlungen kommen, da die Wirkungslokation des Laserstrahls nicht mit der berechneten Lokation übereinstimmt. Außerdem trifft der Lichtstrahl nicht im berechneten Winkel auf die Hornhaut auf, wodurch sich die Energiedichte (fluence) am Wirkungsort ändert und damit der Gewebeabtrag am Wirkungsort anders als berechnet erfolgt.

Es stellt sich demnach die Aufgabe, die Bewegungen des Augapfels nicht nur parallel und senkrecht zur Pupillarebene zu erfassen, sondern auch Verrollungen des Auges, also die Neigung der Pupillarebene, relativ zum Behandlungslaser oder zu einer definierten Behandlungsebene zu berücksichtigen.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Feststellung der Position des Augapfels eines Patienten, bei dem folgende Verfahrensschritte durchgeführt werden:

  • – Von wenigstens einem außerhalb des Auges liegenden Ursprungspunkt werden Lichtstrahlen auf das Auge gerichtet, die von mehreren Reflektionszonen, die auf der Pupillarebene oder einer dazu im wesentlichen parallelen Ebene liegen, reflektiert werden;
  • – das reflektierte Licht wird aufgefangen und es werden die jeweiligen Entfernungen von dem oder den Ursprungspunkten festgestellt;
  • – ausgehend von einer Bezugsstellung der Pupillarebene werden anhand der Entfernungsdifferenzen bei Verstellung des Augapfels und der Pupillarebene Änderungen der Pupille und der Lage der Pupillarebene und damit die Lage des Augapfels festgestellt.

Vorzugsweise wird die Entfernung jeweils mittels einer interferometrischen Distanzmessung bestimmt.

Die Reflektionszonen sollen auf einem leicht auffindbaren und wiederholbar ansteuerbaren Bereich des Auges liegen. Hierzu eigenen sich insbesondere die Iris und/oder der Limbus, die im Wesentlichen auf der Pupillarebene liegen. Wenigstens ein Teil der Reflektionszonen kann auch auf einem Ring aus augenverträglichem Material liegen, der auf die Hornhaut gelegt wird.

Möglich ist auch, dass durch eine hohe Dichte von Reflektionszonen und Interpolieren der Messergebnisse an diesen Reflektionszonen die Entfernung diskreter Lagepunkte auf der Pupillarebene interpoliert wird.

Weiterhin können sich bei Anordnung einer Matrix von Reflektionszonen um die Pupille mit ausreichend hoher Messzonen-Dichte zwei deutlich unterschiedliche Entfernungswert-Gruppen ergeben, nämlich die Entfernungswerte bis zur Pupillarebene und die Entfernungswerte bis zur Retina, wobei die letztgenannten Werte der Pupille zugeordnet werden und die Position der Pupille hierdurch ermittelt wird.

Eine Anordnung von Reflektionszonen kann in wenigstens einem Polygonzug verteilt um die Pupillenmitte erfolgen. Darüber hinaus können die Reflektionszonen auf mehreren, um die Pupillenmitte konzentrischen Polygonzügen liegen, wobei der radiale Abstand der Polygonzüge untereinander sich von der Pupillenmitte nach außen vergrößern kann, um zentral eine höhere Dichte von Messwerten zu erhalten.

Sollen auch die Rotation um die Fixierlinie des Auges, das heißt um die Sehachse in Blickrichtung, erfasst werden, so können optisch unterscheidbare Reflektionsbereiche auf der Iris als Referenz für eine Lageerfassung bei einer Zyklorotation der Pupillarebene dienen.

Die Erfindung betrifft auch eine Messanordnung zur Durchführung des Verfahrens, die durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist:

  • – Wenigstens eine Lichtquelle, von der aus Lichtstrahlen auf das Auge zu richten sind, die von mehreren Reflektionszonen, die auf der Pupillarebene oder einer dazu im Wesentlichen parallelen Ebene liegen, reflektiert werden,
  • – Photorezeptoren, mit denen das reflektierte Licht aufgefangen und die jeweilige Entfernung von dem oder den Ursprungspunkten festgestellt wird,
  • – so dass ausgehend von einer Bezugsstellung der Pupillarebene anhand der Entfernungsdifferenzen bei Verstellung des Augapfels und der Pupillarebene Änderungen der Lage der Pupillarebene und der Pupille und damit die Lage des Augapfels feststellbar sind.

Weitere Unteransprüche, die die Messanordnung betreffen, werden anhand der nachfolgenden Beschreibung erläutert.

Die Figuren der Zeichnungen zeigen im Einzelnen:

1 Schematisch einen Schaltkreis eines Eye-Trackers mit zusätzlicher Vorrichtung gemäß Erfindung;

2 das menschliche Auge und seine möglichen Freiheitsgrade der Bewegung;

3 schematisch die zur Ausführungsform der Vorrichtung gehörenden Elemente;

4a bis 4c Anordnung von Reflektionszonen im Bereich der Iris und des Limbus;

5a und 5b eine Anordnung einer Messmatrix mit zahlreichen Reflektionspunkten im Bereich des Auges.

In 1 ist schematisch eine Vorrichtung zur Feststellung der Hornhaut-Position im Zusammenhang mit einem Operationsplatz zur Operation an der Hornhaut mit Hilfe eines Laser-Systems dargestellt. Es wird gemäß Ausführungsbeispiel ein Excimer-Laser 1 verwendet, der einen für Hornhaut-Operationen verwendbaren Laserstrahl 2 entsprechender Wellenlänge und Energiedichte erzeugt. Der Laserstrahl 2 wird durch einen Spiegel 3 steuerbar auf das Auge 4, speziell auf die Hornhaut 40, gelenkt. Durch intermittierende Pulse wird ein Teil der Hornhaut 40 abgetragen, wie durch Punkte angedeutet ist.

Der Spiegel 3 ist durchsichtig für infrarotes und sichtbares Licht. Blickt das Auge des Patienten nach oben, kann es durch ein Mikroskop 6 beobachtet werden (Strahl 6').

Um den willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen des Auges 4 und der Pupille folgen zu können, ist ein als „Eye-Tracker" oder Pupillen-Verfolgungssystem 30 bekanntes System vorgesehen. Hierbei wird ausgegangen von zwei Infrarot-Lichtquellen 11, 12, die ein Bild der Pupille des Auges 4 erzeugen, das durch den Spiegel 3 geführt und durch den Spiegel 10 abgelenkt wird, so dass es direkt zu einer CCD-Kamera 13 gelangt, der eine Bildfangschaltung (frame grabber) 14 zur Digitalisierung des empfangenen Bildes nachgeschaltet ist. Das digitalisierte Bild wird in einem Computer 15 eingegeben, der auch die Funktion des Lasers 1 steuert.

Durch Vergleich der Bilder der Pupille mit einem Ausgangswert, der einer Bezugsstellung entspricht, kann das jeweils sich in der x-y-Ebene verstellte Zentrum der Pupille bei jeder Bildsequenz festgestellt werden. Damit können die x-y-Koordinaten des Pupillenzentrums ermittelt und über einen Steuerungskreis, der eine Nachstellung vornimmt, dem Laser 1 zugeführt werden. Für die Nachstellung können auch optische Systeme, die hier nicht weiter dargestellt sind, eingesetzt werden.

2 zeigt die Freiheitsgrade der Bewegungsmöglichkeiten des Augapfels im Raum durch entsprechende Pfeile. Die am Augapfel angreifenden Muskeln ermöglichen eine willensgesteuerte Rotationsbewegung um eine Achse eines gedachten Koordinatensystems (gepunktete Linien) mit dem Ursprung im Augendrehpunkt M. Diese Bewegung wird als Verrollung (Pfeil P1) bezeichnet. Auch kann das Auge um die Sehachse rotieren (Pfeil P2). Diese Bewegung wird als Zyklorotation bezeichnet. Bei Augenoperationen kommen außerdem noch lineare und rotierende Bewegungen des Auges mitsamt des Kopfes in allen Richtungen des Raumes hinzu, welche – mathematisch vereinfacht – so betrachtet werden, als ob sie sich in einer Ebene vollziehen, wobei angenommen wird, dass diese Bewegung mit einem Eye-Tracker mit ausreichender Genauigkeit ebenso wie die Rotation um die Sehachse verfolgt werden können.

3 zeigt schematisch eine weitere Überwachungsvorrichtung, die über dem Auge 4 angeordnet ist. E handelt sich um eine Anordnung von mehreren, beispielsweise vier Entfernungsmessern in Form von Fotodetektoren 5.1, 5.2, 5.3, 5.4. Die Fotodetektoren gehören zu interferometrischen Messkreisen, die im Folgenden noch beschrieben werden.

Hierbei sei zur Verdeutlichung angenommen, dass sich im Ausgangszustand das Pupillenzentrum als Referenzpunkt im Kartesischen Koordinatensystem mit x-, y-, z-Achse gemäß 3 im Koordinatenursprung x = y = z = 0 befindet. Bei geringer Abweichung, ausgehend von diesem Ursprung in x- oder y-Richtung, ändert sich die Position des Scheitels S der Hornhaut. Der sich damit auch ändernde Auftreffpunkt des Laserstrahls 2 kann bis zu einem gewissen Grade dieser Veränderung folgen. Hierbei wird angenommen, dass der Wert der z-Koordinate zunächst bei dieser Änderung nicht beeinflusst ist.

Rollt dagegen das Auge, so ändert sich der z-Wert des Hornhaut-Scheitels. Der Laserstrahl 2, hier mit 2' bezeichnet, der sich weiterhin an der x-y-Verrückung des Pupillen-Mittelpunkts P zu P' orientiert um beispielsweise den Hornhautscheitel zu treffen, trifft die Hornhaut seitlich außerhalb des Scheitels und damit nicht an dem erwünschten Operationspunkt.

Um diese Fehlsteuerung auszuschließen, werden von vier Fotodetektoren 5.1, 5.2, 5.3, 5.4 die Entfernungen a1, a2, a3, a4 als Abstände zu einer Pupillarebene am Auge gemessen. Innerhalb des Gehäuses der Fotodetektoren befinden sich jeweils frequenzstabile Helium-Neon-Laser, deren Laserstrahl über einen Strahlteiler in einen Messstrahl und einen Referenzteil aufgeteilt wird und nach dem Prinzip des Michelson-Interferometers in einem Fotodetektor auf Interferenz überprüft wird. Anhand der Interferenzwerte kann bis zur Größenordnung der Lichtwellenlänge genau eine Entfernung zu einer Reflektionszone am Auge festgestellt werden.

Auf einer Pupillarebene E liegen mehrere Reflektionszonen 7.1, ... 7.4 entsprechend der Anzahl von Fotodetektoren 5.1 ...5.4. Der reflektierte Lichtstrahl, der zu dem jeweiligen Fotodetektor zurück gelangt, erlaubt es, die genauen Entfernungen a1...a4 festzustellen. Kippt jetzt beispielsweise das Auge um den Winkel &agr; um den Augendrehpunkt M, so dass sich gemäß 3 ein wesentlich neues Wertetripel x, y, z für das Pupillenzentrum ausstellt, so ist auch die Pupillarebene E verkippt, so dass sich andere Werte für a1...a4 ergeben. Es kann sogar so sein, dass der zu a1 gehörende Strahl in die Pupille selbst fällt und damit einen wesentlich höheren Wert ergibt als der Ausgangswert, da eine Reflektion des Strahls an der tiefer liegenden Retina erfolgt. Damit kann mit Sicherheit festgestellt werden, dass durch Verrollung und/oder Verschiebung des Auges die Hornhaut sich nicht mehr im Bereich der richtigen Arbeitsposition befindet.

Durch Feststellung der Entfernungen bei Verstellung des Augapfels und der Pupillarebene wird die Veränderung auch bei einem Verrollen festgestellt. Die Entfernungsweite wird ebenfalls in den Computer 15 eingegeben und dort verarbeitet. Bei Überschreitung eines bestimmten Wertes kann der Laserstrahl 2 abgeschaltet werden.

Als Beispiel seien der Parallaxenfehler und dessen Berücksichtigung für eine vereinfachte Modellrechnung dargestellt (vergl 3).

Der Augapfel soll sich dabei um einen fiktiven Augendrehpunkt M, der sich etwa in der Mitte des Augapfels befindet, verrollen. Der Abstand vom Hornhautscheitel S zum Pupillarebenen-Mittelpunkt P sei mit 3,5 mm und der Abstand vom Hornhautscheitel S bis zum Augendrehpunkt M mit 13,5 mm angenommen.

Bei einer Verrollung oder Rotation des Augapfels um den Augendrehpunkt M um einen Winkel &agr; folgt aus dem Strahlensatz:

Dabei bedeutet [SS'] die Entfernung von Punkt S zu Punkt S', [MP] die Entfernung vom Augendrehpunkt M zur Pupillenmitte P usw.

Bei einer Verrollung um den Augendrehpunkt M gemäß Beispiel ist die Verschiebung der Hornhaut in der Horizontalebene senkrecht zum Sensor am Laser um den Faktor 1,35 größer als die Verschiebung der Pupillenmitte in der Pupillarebene, oder, im vorliegenden Beispiel: bei 1 mm Verschiebung der Pupillenmitte ist die Verschiebung des Hornhautscheitels [SS'] 1,35 mm, entsprechend bei 2 mm Verschiebung der Pupillenmitte ist die Verschiebung des Hornhautscheitels [SS'] 2,70 mm. Der durch den Verrollungswinkel &agr; hervorgerufene Fehler in der Horizontalverschiebung muss demnach korrigiert werden. folgt bei einem Abstand [MP] von 10 mm eine Verschiebung der Pupillenmitte von 0,5 mm ein Verrollungswinkel von &agr; = 2,87°, bei 1 mm ein Verrollungswinkel von &agr; = 5,74°, bei 2 mm ein Verrollungswinkel von &agr; = 11,53°. Das bedeutet, dass bei einer Verrollung um 11,53° die Pupillenmitte um 2 mm in der Horizontalebene verschoben wird und der Laserspot um 0,7 mm falsch platziert wird.

Der Verrollungswinkel &agr; kann bestimmt werden, wenn angenommen wird, dass die Messstrahlen annähernd parallel oder parallel auf die Pupillarebene fallen (vergl. 5b). Aus der Weglängendifferenz zweier Strahlen und ihrem horizontalen Abstand ergibt sich aus der Winkel &agr;.

Das in den 1 und 3 dargestellte System erlaubt die Feststellung, dass die Pupillarebene außer einer Bewegung in x- oder y-Richtung auch eine Verrollung vorgenommen hat. In einem begrenzten Bereich kann der Laserstrahl dann entsprechend geführt werden, so dass das Muster aus einzelnen Laserpulsen weiterhin an den geplanten Orten auf der Hornhautoberfläche platziert und ein Parallaxenfehler vermieden wird. Wird ein Grenzwert überschritten, so wird der Laserstrahl abgeschaltet.

Das Messverfahren lässt sich jedoch auch dahingehend variieren, dass nicht nur drei oder vier Reflektionszonen als Messpunkte verwertet werden, sondern eine wesentlich größere Anzahl. In 4a sind beispielsweise acht Reflektionszonen 7.1...7.8 auf der Iris 22 verteilt angeordnet, die polygonal symmetrisch um die Pupille 23 verteilt sind.

Auch können Reflektionszonen an der durch den Limbus 20, also der Grenze zwischen Iris und Sklera (Lederhaut) gebildeten Pupillarebene angeordnet sein (vergleiche 4c). Auch können um das Pupillenzentrum mehrere, in Form von Polygonzügen angeordnete Reflektionszonen-Anordnungen liegen. Dabei kann sich der radiale Abstand der Polygonzüge untereinander vergrößern, so dass die höchste Zonendichte nahe der Pupille besteht.

Es wurde allerdings festgestellt, dass so verteilte Reflektionszonen auf der Oberfläche der Iris wie auch am Limbus nicht auf einer „mathematischen" Ebene liegen, sondern mit Varianzen quasi auf Höhen und Tiefen angeordnet sind. Insbesondere die Iris ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich zerklüftet. Daher reicht eine Messung von nur wenigen Reflektionspunkten nicht aus. Es werden daher, wie 4b zeigt, die vier Reflektionsbereiche jeweils in ein Messtripel 26 von drei Punkten aufgelöst, deren Werte gemittelt werden.

Um die Drehung des Augapfels, also die Zyklorotation, gesehen vom Zentrum der Pupille, zu erfassen, kann das Verfahren auch durch eine Bilderfassungseinheit erweitert werden. Zusätzlich zu Entfernungen werden optisch unterscheidbare Reflektionsbereiche auf der Iris durch einen Scanner-Strahl erfasst, die dem optischen Digitalisierungssystem zugeführt werden. Bei einer Zyklorotation des Augapfels kann diese erfasst und gleichermaßen die Neigung der Pupillarebene verfolgt werden. Entsprechend kann eine Korrektur des operierenden Laserstrahls 2 erfolgen.

Eine weitere Variation des Messverfahrens wird anhand der 5a und 5b erläutert. Gemäß dargestelltem, nicht einschränkend zu verstehenden Ausführungsbeispiel misst eine 9 × 11-Matrix von Messdetektoren die entsprechende Anordnung von Reflektionszonen 7, die sich über den Hornhaut-Bereich 21, die Iris 22, die Pupille 23 und die Sklera 24 des Augapfels verteilen. Geht man von einer Neutral-Stellung des Auges aus, ergeben sich verschiedene Entfernungen, die eine räumliche Topographie des Auges ermitteln lassen. Dies geht auch aus der Seitenansicht gemäß 5b hervor. Da die durch die Pupille gemessene Entfernung zur Netzhaut (Retina) wesentlich größer ist als die Entfernung bis zur Iris, die die Pupille umgibt, kann mit einem solchen Messergebnis auch festgestellt werden, wenn das Auge aus der Nulllage soweit abweicht, dass eine Verschiebung der Pupille angenommen werden muss. Aus dem Vergleich der Weglängendifferenzen von z.B. sich paarweise in Bezug auf die Pupillenmitte gegenüber liegenden Reflektionszonen kann auf die Neigung der Pupillarachse, also auch auf Verrollen des Auges geschlossen werden, wie bereits beschrieben wurde.

Eine solche Matrix-Anordnung, verbunden mit einer optischen Unterscheidung bestimmter Irisbereiche, kann auch einen optischen Vergleich gemäß der Anordnung der 1 ersetzen, wobei nicht nur eine x-y-Erfassung der Pupillenmitte erfasst wird, sondern auch die Zyklorotation und das Verrollen durch die Auswertung aller möglichen Messwerte ermittelt werden können. Dies kann insbesondere auch während einer in-vivo-Operation bei Menschen erfasst und zum Nachführen des Behandlungsstrahls benutzt werden. Bei Überschreitung eines Grenzwertes kann der Laserstrahl abgeschaltet werden. Damit können Fehler bei der Diagnostik und Therapie des Patientenauges vermieden werden.

Beispielsweise können die gewonnenen Werte eingesetzt werden bei der Hornhautbehandlung mit einem LASER, wie z. B. bei der phototherapeutische Keratektomie (PTK), der photorefraktiven Keratektomie (PRK), der Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) oder der EPI-LASIK oder der Laserassistierten subepithelialen Keratektomie (LASEK).

Im Rahmen der präoperativen Diagnostik ist das beschriebene Verfahren beispielsweise bei der Aberrometriebestimmung des Auges und bei der Hornhauttopographie einsetzbar, um genauere Messungen zu ermöglichen. Desweiteren können durch eine so bestimmte Hornhauttopografie individualisierte Kontaktlinsenanpasssungen vorgenommen werden, die regionale Irregularitäten der Hornhaut beispielsweise nach Verletzungen, Degenerationen (besonders Keratokonus) oder Operationen ausgleichen können.


Anspruch[de]
Verfahren zur Feststellung der Position des Augapfels eines Patienten, dadurch gekennzeichnet,

– dass von wenigstens einem außerhalb des Auges liegenden Ursprungspunkt Lichtstrahlen auf das Auge gerichtet werden, die von mehreren Reflektionszonen, die auf der Pupillarebene oder einer dazu im wesentlichen parallelen Ebene liegen, reflektiert werden,

– dass das reflektierte Licht aufgefangen und die jeweilige Entfernung von dem oder den Ursprungspunkten festgestellt wird,

– und dass ausgehend von einer Bezugsstellung der Pupillarebene anhand der Entfernungsdifferenzen bei Verstellung des Augapfels und der Pupillarebene Änderungen der Pupillen und der Lage der Pupillarebene und damit die Lage des Augapfels festgestellt werden.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Entfernung mittels einer interferometrischen Distanzmessung bestimmt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Reflektionszonen auf der Iris liegt. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Reflektionszonen auf dem Limbus liegt. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Reflektionszonen auf einem Ring aus augenverträglichem Material liegt, der auf die Hornhaut gelegt ist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine hohe Dichte von Reflektionszonen und Interpolieren der Messergebnisse an diesen Reflektionszonen die Entfernung diskreter Lagepunkte auf der Pupillarebene interpoliert wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anordnung einer Matrix von Reflektionszonen um die Pupille sich zwei deutlich unterschiedliche Entfernungswert-Gruppen ergeben, nämlich die Entfernungswerte bis zur Pupillarebene und die Entfernungswerte bis zur Retina, wobei letztere der Pupille zugeordnet werden und die Position der Pupille hierdurch ermittelt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anordnung von Reflektionszonen in wenigstens einem Polygonzug verteilt um die Pupillenmitte erfolgt. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass Reflektionszonen auf mehreren, um die Pupillenmitte konzentrische Polygonzüge liegen, wobei der radiale Abstand der Polygonzüge untereinander sich von der Pupillenmitte nach außen vergrößert, um zentral eine höhere Dichte von Messpunkten und damit eine höhere Auflösung zu erreichen. Messanordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch

– wenigstens eine Lichtquelle, von der aus Lichtstrahlen auf das Auge zu richten sind, die von mehreren Reflektionszonen, die auf der Pupillarebene oder einer dazu im Wesentlichen parallelen Ebene liegen, reflektiert werden,

– Photorezeptoren, mit denen das reflektierte Licht aufgefangen und die jeweilige Entfernung von dem oder den Ursprungspunkten festgestellt wird,

– so dass ausgehend von einer Bezugsstellung der Pupillarebene anhand der Entfernungsdifferenzen bei Verstellung des Augapfels und der Pupillarebene Änderungen der Lage der Pupillarebene und der Pupille und damit die Lage des Augapfels feststellbar sind.
Messanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Photorezeptoren Teil eines interferometrischen Messkreises sind. Messanordnung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine große Anzahl von Photorezeptoren in einer Matrix angeordnet sind, die von zahlreichen Reflektionszonen reflektiertes Licht empfangen und dass die Reflektionszonen sowohl die den Bereich der Pupille, der Iris als auch die Sklera oder andere Augenbereiche umfassen. Messanordnung nach Anspruch 10 bis 12, dass die ermittelte Augenverstellung dazu genutzt ist, den auf der Hornhaut operierenden Laserstrahl – um den Parallaxenfehler korrigiert – nachzuführen. Messanordnung nach Anspruch 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die von den Photorezeptoren empfangenen Signale bei Überschreitung eines Grenzwertes der Augenverstellung über einen Signalschaltkreis ein Abschalten des operierenden Laserstrahls bewirken. Messanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 10–14, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Reflektionszonen in Form von reflektierenden Körpern oder Plättchen, die vorzugsweise untereinander in einer fixierten Anordnung, beispielsweise über einen Ring, verbunden sind, um die Cornea gelegt sind.






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