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Dokumentenidentifikation DE102005043790A1 15.03.2007
Titel Innenrundfräsmaschine
Anmelder Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH, 72622 Nürtingen, DE
Erfinder Märker, Wolfgang, 72636 Frickenhausen, DE
Vertreter Rüger und Kollegen, 73728 Esslingen
DE-Anmeldedatum 13.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005043790
Offenlegungstag 15.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.03.2007
IPC-Hauptklasse B23C 3/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23C 9/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B23Q 1/38(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Innenrundfräsmaschine (1) weist einen drehbar gelagerten Werkzeugträgerring (8) auf, der mittels einer hydrostatischen Lagereinrichtung gelagert ist. Die hydrostatische Lagereinrichtung umgreift den Werkzeugträgerring (8), lagert diesen präzise und dämpft insbesondere bei der Schruppbearbeitung auftretende Schwingungen an der Stelle ihrer Entstehung.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Innenrundfräsmaschine, wie sie beispielsweise zur Nocken- und Kurbelwellengrobbearbeitung Anwendung finden kann, wobei sie jedoch auf derartige Verwendungen nicht beschränkt ist.

Innenrundfräsmaschinen sind prinzipiell bekannt. Sie weisen einen ringförmigen Werkzeugträger auf, der das Werkstück umfasst. Der Werkzeugträger ist dabei als Ring ausgebildet. Sein Durchmesser ist wesentlich größer als der Au ßendurchmesser der zu bearbeitenden, in der Regel zylindrischen Fläche des Werkstücks. Zur Lagerung solcher Werkzeugträger werden in der Regel Wälzlager, insbesondere Kugellager eingesetzt.

Bei der Schruppbearbeitung treten erhebliche Schwingungen auf, die die Innenrundfräsmaschine aufnehmen muss. Die Schwingungen dürfen nicht überhand nehmen, um die Bearbeitungsgenauigkeit und die Standzeit nicht zu gefährden. Häufig werden deshalb an dem Maschinengestell Dämpfungsmaßnahmen vorgesehen, beispielsweise indem das Maschinengestell und Führungen des Fräskopfes geeignet steif ausgebildet werden. Werden als Führungen Gleitführungen verwendet, können diese eine gewisse Dämpfungswirkung, beispielsweise aufgrund eines zwischen ihren bewegten Teilen vorhandenen Ölfilms haben.

Aus dem Stand der Technik, beispielsweise der DE 36 41 621 sowie der DE 199 31 936 C2 sind zur Lagerung von Arbeitsspindeln hydrostatische Lager bekannt. Diese weisen ein die zu lagernde Welle umfassendes Teil auf, das mit Taschen für unter Druck stehendes Öl versehen ist. In den Taschen bauen sich Druckpolster auf, die die drehende Welle tragen.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Innenrundfräsmaschine anzugeben, wobei mit einfachen Mitteln auch bei hoher dynamischer Belastung eine hohe Arbeitsgenauigkeit erreicht werden soll.

Diese Aufgabe wird mit der Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 1 gelöst:

Die erfindungsgemäße Innenrundfräsmaschine weist einen an dem Maschinenbett verfahrbar gelagerten Fräskopf auf, an dem seinerseits ein Werkzeugträgerring um ein Drehzentrum drehbar gelagert ist. Der Werkzeugträgerring ist dabei an seiner Außenseite von einem hydrostatischen Lager gefasst, das sowohl die radiale Lagerung als auch die axiale Lagerung des Werkzeugträgerrings übernimmt. Das hydrostatische Lager ist so eingestellt, dass es zwar steif, dabei aber nicht vollkommen starr ist. Es ermöglicht die durch den periodischen Eingriff zwischen Schneidplatten des Werkzeugträgerrings und Werkstück zustande kommenden Schwingungen oder schwingenden Belastungen in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Entstehungsort zu dämpfen. Die hydrostatischen, den Außenumfang des Werkzeugträgerrings umfassenden Lager und die Schneidwerkzeuge liegen somit in radialer Fluchtung zueinander. Mit anderen Worten, es lassen sich zu dem Drehzentrum orthogonale Ebenen finden, die sowohl die hydrostatischen Lager als auch die Schneidkanten der Werkzeuge schneiden. Hinsichtlich der den Stirnflächen des Werkzeugträgerrings zugeordneten hydrostatischen Lagern gilt ebenfalls, dass diese im Wesentlichen in der gleichen Ebene liegen wie die randständigen Schneidplatten des Fräswerkzeugs. Der von dem Fräswerkzeug umschlossene flachzylindrische Arbeitsraum wird somit von den hydrostatischen Lagern in Radialrichtung und bezüglich der Axialrichtung umschlossen.

Die hydrostatischen Lager sind dabei unmittelbar zwischen dem Werkzeugträgerring und dem Rahmen des Fräskopfs angeordnet. Durch die dadurch erfolgende Dämpfung der entstehenden Schwingungen, möglichst nahe am Entstehungsort, ist der Fräskopf weniger Schwingungen ausgesetzt als bei Verwendung vergleichsweise steiferer, aber dämpfungsärmerer Lager, wie beispielsweise Wälzlager. Entsprechend geringer ist die Schwingungsbelastung der Führungseinrichtung des Fräskopfes und des Maschinenbetts. Die vorgeschlagene Maßnahme gestattet deshalb wahlweise eine Erhöhung der Bearbeitungsgeschwindigkeit, eine Erhöhung der Zerspanungsleistung, eine Erhöhung der Bearbeitungspräzision oder eine Kombination davon.

Bei der Innenrundfräsmaschine ist der Fräskopf vorzugsweise in zumindest einer Richtung quer zu dem Werkstück bewegbar. Er kann zusätzlich bezüglich der Axialrichtung des Werkstücks bewegbar gelagert sein. Falls erforderlich, kann er außerdem in einer dritten Richtung bewegbar sein. Die dämpfende Lagerung des Werkzeugträgerrings entlastet die entsprechend zu verwendenden Kreuztischanordnungen hinsichtlich auftretender Schwingungsbelastungen deutlich.

Vorzugsweise ist der Fräskopf an einer Linearführung linear verstellbar gelagert, von der er einseitig weg ragt. Die Linearführung kann horizontal, vertikal oder schräg angeordnet sein. Vorzugsweise trägt der Werkzeugträgerring mittelbar oder unmittelbar Schneidplatten, die somit starr mit dem Werkzeugträgerring verbunden sind. Der Werkzeugträgerring ist dabei mit geeigneten Verbindungsmitteln zur Aufnahme eines Werkzeugkörpers oder von Schneidplatten versehen. Außerdem ist der Werkzeugträgerring mit einer Antriebseinrichtung verbunden, über die er drehend antreibbar ist. Er kann dabei mit hohen Drehzahlen betrieben werden. Hinsichtlich der Lagerung des Werkzeugträgerrings an dem Fräskopf sind ausreichende Reserven hinsichtlich der Erhöhung der Schnittgeschwindigkeit vorhanden, die die zu beobachtende gegenwärtige und fortwährende Verbesserung der eingesetzten Schneidstoffe erwarten lässt.

Die zur hydrostatischen Lagerung des Werkzeugträgerrings vorgesehenen Taschen sind vorzugsweise mit Zuflussreguliermitteln verbunden, wie beispielsweise im einfachsten Fall Drosseleinrichtungen. Diese ergeben eine relativ weiche Lagerung des Werkzeugträgerrings und somit eine besonders gute Dämpfungswirkung hinsichtlich Schwingungsdämpfung. Jedoch ist die erreichbare Positioniergenauigkeit der Verwendung von Mengenreglern zur Speisung der vorgesehenen Taschen unterlegen. Die Mengenregler sind so eingestellt, dass sie unabhängig von der Größe des jeweils vorhandenen Ringspalts eine im Wesentlichen konstante Ölmenge in die Taschen zufließen lassen. Dadurch wird der Werkzeugträgerring radial nach innen vorgespannt und es wird eine erhebliche Lagersteifigkeit erhalten, ohne die Dämpfungswirkung aufzugeben. Vorzugsweise sind die Mengenregler der der Außenumfangsfläche zugeordneten Taschen auf den gleichen Mengenwert eingestellt, so dass der Werkzeugträgerring in dem Lagerring zentriert läuft. Zur Kompensation von Schnittkräften können jedoch um den Umfang des Werkzeugträgerrings herum unterschiedliche Zuflussmengenwerte gewählt werden, um eine gezielte Dezentrierung des Werkzeugträgerrings d.h. einen zu dem Lagerring geringfügig exzentrischen Lauf zu erreichen, was die Schnittkräfte kompensiert.

Es wird bevorzugt, die Mengenregler mittels einer Steuereinrichtung zu steuern. Diese kann die zu den Taschen geleiteten Ölmengen beispielsweise bei schwacher Belastung oder in Betriebspausen reduzieren oder abschalten. Es ist auch möglich, adaptiv auf bestimmte Betriebssituationen einzugehen, indem beispielsweise einige Taschen mit verminderten Zuflussmengen beaufschlagt werden. Vorzugsweise sind die einzelnen Mengenregler individuell und stufenlos steuerbar.

Wenn die Außenumfangsfläche und die Stirnfläche des Werkstückträgerrings feinbearbeitet, z.B. poliert ist, lassen sich besonders hohe Drehzahlen erreichen. Durch die geringe Oberflächenrauheit einer polierten Fläche wird wenig Öl in Umfangsrichtung verschleppt. Dies kommt der Stabilität der Lagerung auch bei hohen Drehzahlen zugute.

Die Taschen können prinzipiell unterschiedlich geformt sein. Bevorzugt werden Taschen mit rechteckigem oder parallelogrammförmigem Umriss und gerundeten Ecken oder auch ovale Taschen. Diese Formen lassen sich einerseits einfach herstellen und erbringen andererseits eine gute hydrostatische Abstützung des Werkzeugträgerrings.

Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Beschreibung, der Zeichnung oder von Ansprüchen.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:

1 eine Innenrundfräsmaschine in schematisierter Seitenansicht,

2 die Lagerung des Fräskopfs der Innenrundfräsmaschine gemäß 1 in schematisierter, quer geschnittener Darstellung mit Veranschaulichung verschiedener Ausführungsformen hydrostatischer Lager,

3 die Lageranordnung nach 2 in einer auszugsweisen Detaildarstellung,

4 die Lageranordnung des Fräskopfs nach 2 und 3 in Prinzipdarstellung und

5 eine Kennlinie einer für die Lageranordnung verwendbaren Mengenregeleinrichtung.

In 1 ist eine Innenrundfräsmaschine 1 im Prinzip veranschaulicht, die zur Bearbeitung von Werkstücken mit runden Strukturen, wie beispielsweise einer Kurbelwelle 2 dient. Vorzugsweise wird die Innenrundfräsmaschine 1 zur Vorbearbeitung eingesetzt. Sie weist ein Maschinenbett 3 auf, auf dem eine Werkstückhalteeinrichtung 4 z.B. in Form eines Spannfutters für die Kurbelwelle 2 und einer axial gegenüber liegenden Spanneinrichtung oder Spitze angeordnet ist. Die Werkstückhalteeinrichtung 4 kann mit dem Maschinenbett 3 starr verbunden oder, wie dargestellt, in zumindest einer Richtung X beweglich sein. Zusätzliche Verfahrrichtungen können, falls erforderlich, vorgesehen sein.

An dem Maschinengestell 3 ist außerdem ein Fräskopf 5 gelagert, der zur Fräsbearbeitung des Werkstücks beispielsweise der Kurbelwelle 2 dient. Der Fräskopf 5 kann prinzipiell starr mit dem Maschinenbett 3 verbunden sein. In der Regel ist er jedoch in zumindest einer Richtung Y verfahrbar, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel die Vertikalrichtung ist. Dazu dient eine Linearführungseinrichtung 6, zu der in Führungsrichtung angeordnete Führungsschienen und ein darauf laufender Schlitten gehören. Außerdem gehört zu der Linearführungseinrichtung 6 eine nicht weiter veranschaulichte Antriebseinrichtung.

Die Linearführungseinrichtung 6 ist im Ausführungsbeispiel auf einem Schlitten 7 gelagert, der in horizontaler Z-Richtung an dem Maschinenbett 3 verfahrbar gelagert ist. Zur Verstellung in Z-Richtung dient eine nicht weiter veranschaulichte Antriebseinrichtung.

Der Fräskopf 5 ragt somit freitragend seitlich von dem Schlitten 7 und der Linearführungseinrichtung 6 weg. Er weist einen ringförmigen Werkzeugträger 8 auf, der in einem zu dem Fräskopf 5 gehörigen Gestell 9 um ein Drehzentrum 10 drehbar gelagert ist. Der Werkzeugträgerring 8 kann in einen drehbar gelagerten Ring und einen ringförmigen Werkzeugkörper unterteilt, ringförmig geschlossen, segmentiert d.h. aus mehreren Teilen oder bedarfsweise auch aus lediglich einem einzigen ringförmigen Teil aufgebaut sein. Er trägt an seiner der Kurbelwelle 2 zugewandten Seite vorzugsweise mehrere Schneidplatten 11, 12, 13, 14 usw., die an dem Werkzeugträgerring 8 radial innen angeordnet sind.

Der Werkzeugträgerring 8 ist in 2 weiterhin schematisch veranschaulicht. Wie erkennbar, ist er an dem Gestell 9 mittels einer hydrostatischen Lagereinrichtung 15 derart gelagert, dass sowohl seine Radialposition d.h. seine um das Drehzentrum 10 zentrierte Position als auch seine Axialposition festgelegt sind. Zu der Lagereinrichtung 15 gehört ein äußerer Lagerteil 16, der in mehrere Lagerringe 17, 18, 19 unterteilt sein kann. Das Lagerteil 16 umfasst den Werkzeugträgerring 8 an zumindest einer vorzugsweise zylindrischen Außenfläche 20 und zwei von einander weg weisenden oder auch alternativ zwei auf einander zu weisenden Stirnflächen 21, 22, die vorzugsweise Planflächen sind. Alternativ können sie als Kegelflächen ausgebildet sein.

Der Werkzeugträger 8 steht mit einer Antriebseinrichtung in Verbindung. Zur Verdeutlichung ist in 2 ein mit dem Werkzeugträgerring 8 verbundenes oder an diesem angeformtes Zahnrad 23 dargestellt, das mit einem nicht weiter veranschaulichten motorgetriebenen Ritzel kämmt.

Die Lagerringe 17, 18, 19 sind jeweils mit Taschen 24, 25, 26 versehen, die über Kanäle mit Öl beaufschlagt werden. In 2 sind in dem Lagerring 18 Taschen 25 mit verschiedenen Formen 25', 25'', 25''' veranschaulicht. Wie ersichtlich, können die Taschen 25 rechteckig, trapezförmig, parallelogrammförmig, oval ausgebildet sein und weisen vorzugsweise gerundete Ecken auf. Die Taschen 25 sind jeweils von Rändern umgrenzt, die mit der jeweils gegenüber liegenden Fläche, d.h. der Außenumfangsfläche 20, Ölspalte definieren. Entsprechendes gilt für die seitlichen Taschen 24, 26. Zur Verdeutlichung wird auf 3 verwiesen. Der Rand der Tasche 25 definiert mit der Außenumfangsfläche 20 einen Spalt 27, der zu Ölsammelkanälen 28, 29 führt. Diese sind beispielsweise als Ringnuten in den Lagerring 18 eingearbeitet. Ebenso findet sich zu beiden Seiten, d.h. radial innen und radial außen bezüglich der Tasche 24 ein Spalt 30, 31, der wiederum zu Ölsammelkanälen 32, 33 führt. Des Weiteren geht aus 3 hervor, dass zu dem Werkzeugträgerring 8 ein Werkzeugkörperring 8a gehören kann, der Schneidplatten 36, 37, 38 trägt.

4 veranschaulicht die Verteilung von Taschen 25, die zur Unterscheidung mit einem Buchstabenindex a bis k versehen sind um die Außenumfangsfläche 20 des Werkzeugträgerrings 8. Jede Tasche 25a bis 25k ist mit ihrem jeweils eigenen Mengenregler 39a bis 39k verbunden, der die der jeweiligen Tasche 25a bis 25k zugeleitete Ölmenge im Wesentlichen konstant hält. Das so zugeleitete Öl fließt über die die Taschen 25a bis 25k begrenzenden Spalte ab und wird von den entsprechenden Ölsammelkanälen 28, 29 (nicht veranschaulicht in 4) aufgefangen und abgeleitet. Somit ist der nicht drehende Werkzeugträgerring 8 zu seinem Drehzentrum 10 zentriert.

Zur Veranschaulichung der Funktion wird im einfachsten Fall angenommen, dass alle Mengenregler 39 auf die gleiche Ölmenge eingestellt sind sowie um den Umfang der Stirnflächen gleichmäßig verteilt angeordnete Taschen 24, 26 ebenfalls individuell mit Mengenreglern verbunden sind, die auf gleiche Ölmengen eingestellt sind. Der Werkzeugträgerring 8 wird somit zentrisch zu dem Drehzentrum 10 ohne metallische Berührung zu den Lagerringen 17 bis 19 gehalten. Er kann nun in Drehung versetzt werden und es kann eine Fräsbearbeitung ausgeführt werden. Dazu wird der Fräskopf 5 so verstellt, dass die Schneidplatten des Werkzeugträgerrings 8 mit der Kurbelwelle 2 in Eingriff kommen. Um den Kurbelzapfen der Kurbelwelle rund zu fräsen, führen der Fräskopf 5 und die Werkstückhalteeinrichtung 4 in X- bzw. Y-Richtung eine Ausgleichsbewegung aus, so dass der Kurbelzapfen der Kurbelwelle zylindrisch gefräst wird. Die dabei an der Eingriffsstelle zwischen Werkstück und Werkzeug entstehenden periodischen Kräfte werden von dem Werkzeugträgerring 8 und dem Ölspalt, d.h. die hydrostatische Lagereinrichtung 5 nur gedämpft auf das Gestell 9 des Fräskopfs 5 übertragen. Der von dem Schlitten 7 frei auskragende Fräskopf 5 unterliegt deshalb nur geringen Schwingungsbeanspruchungen. Seine träge Masse kann bereits zur Dämpfung der Schwingungen herangezogen werden, d.h. die Schwingungen werden am Entstehungsort geschwächt. Das Lager trägt zur mechanischen Entkopplung zwischen Werkzeugträgerring 8 und den übrigen Teilen des Fräskopfs 5 bei. Bei einer Wälzlagerung des Werkzeugträgerrings 8 hingegen würden die Schwingungen in weitaus stärkerem Maße auf die Linearführungseinrichtung 6 einwirken und, wenn diese aus Genauigkeitsgründen sehr steif ist, auf das Maschinenbett 3 übertragen werden.

Die Mengenregler 39 können die in 5 schematisch veranschaulichte Kennlinie, d.h. Beziehung zwischen Massenstrom und Druck in der jeweils angeschlossenen Tasche aufweisen. Die Idealkennlinie ist mit I veranschaulicht. Der Massenstrom ist unabhängig vom Druck. Akzeptabel sind jedoch auch Kennlinien, wie beispielsweise die gestrichelt veranschaulichte Kennlinie II, die mit zunehmendem Druckabfall &Dgr;P im Spalt einen zunehmenden Massenstrom liefert. Während die Kennlinien I und II gegenwärtig als vorteilhafteste Varianten angesehen werden, wird darauf hingewiesen, dass die Mengenregler 39 bedarfsweise auch durch einfache Drosseln ersetzt werden können. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Steifigkeit der hydrostatischen Lagereinrichtung beispielsweise aus Schwingungsdämpfungsgründen nicht zu groß sein soll.

Prinzipiell ist es möglich, die Mengenregler 39 auf eine feste Durchflussmenge einzustellen. Es wird jedoch als vorteilhafte Ausführungsform in Betracht gezogen, die Mengenregler 39 mit einer Steuereinrichtung 40 zu verbinden, über die die von den Mengenreglern geregelten Ölflüsse in vorzugsweise mehreren Stufen oder stufenlos individuell vorgegeben werden können. Damit ist es möglich, den Öldruck in den Taschen 25 sowie 24, 26 zur Vergrößerung der Dämpfung gezielt abzusenken, zur Erhöhung der Steifheit der Lagereinrichtung 15 gezielt zu erhöhen oder an ausgewählten Stellen des Umfangs zu erhöhen oder zu vermindern. Damit ist nicht nur eine Anpassung der Steifigkeit der Lagereinrichtung 15 sondern auch eine gezielte Dezentrierung derselben möglich, beispielsweise um die lediglich an einer Umfangsstelle des Werkzeugträgerrings 8 auftretenden Schnittkräfte zu kompensieren. Z.B. wird die im Leerlauf auftretende Exzentrizität so eingestellt, dass sie von den Schnittkräften wieder vermindert, vorzugsweise zu Null gemacht wird. Mit der ungleichen Druckverteilung ist es prinzipiell möglich, mit einer vergleichsweise geringen Steifheit der Lagereinrichtung 15 präzise Bearbeitungsergebnisse und zugleich eine hohe Schwingungsdämpfung zu erreichen. Darüber hinaus kann der Ölverbrauch in Ruhephasen oder in Phasen gesenkt werden, in denen der Werkzeugträgerring 8 zwar rotiert aber nicht mit dem Werkstück in Eingriff ist.

Eine Innenrundfräsmaschine 1 weist einen drehbar gelagerten Werkzeugträgerring 8 auf, der mittels einer hydrostatischen Lagereinrichtung 15 gelagert ist. Die hydrostatische Lagereinrichtung umgreift den Werkzeugträgerring 8, lagert diesen präzise und dämpft insbesondere bei der Schruppbearbeitung auftretende Schwingungen an der Stelle ihrer Entstehung. Das beschriebene Hydrolager ist unabhängig von der Anordnung und Aufteilung der Achsen in der Innenrundfräsmaschine 1 verwendbar. Es können auch mehrere Fräsköpfe vorgesehen werden, mit denen an ein und derselben Kurbelwelle gleichzeitig verschiedene Fräsoperationen durchgeführt werden. Dabei wird es bevorzugt, die einzelnen Bewegungsachsen der Fräsköpfe so aufzuteilen, dass auch in unterschiedlicher Winkelausrichtung an der Kurbelwelle vorhandene Hubzapfen gleichzeitig bearbeitet werden können. Bevorzugterweise ist der Fräskopf 5 dann in zumindest zwei Querrichtungen zu der Kurbelwelle bewegbar, beispielsweise in Y-Richtung und in X-Richtung sowie gegebenenfalls zusätzlich noch in Z-Richtung. Bei solchen Anordnungen wirkt sich die Fernhaltung der entstehenden Bearbeitungsschwingungen von dem Fräskopf 5, d.h. die durch das Lager verursachte Dämpfung besonders wohltuend aus.


Anspruch[de]
Innenrundfräsmaschine (1), insbesondere zur Nocken- und Kurbelwellenvorbearbeitung,

mit einem Maschinenbett (3),

mit wenigstens einer Werkstückhalteeinrichtung (4), die an dem Maschinenbett (3) gelagert ist,

mit wenigstens einem Fräskopf (5), der an dem Maschinenbett (3) in wenigstens einer Richtung verfahrbar gelagert ist und einen Rahmen (9) aufweist,

mit einem an dem Fräskopf (5) drehbar gelagerten Werkzeugträgerring (8), wobei zur drehbaren Lagerung des Werkzeugträgerings (8) eine hydrostatische Lagereinrichtung (15) vorgesehen ist, die unmittelbar zwischen dem Werkzeugträgerring (8) und dem Rahmen (9) angeordnet ist.
Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkstückhalteeinrichtung (4) eine Drehantriebsvorrichtung für das Werkstück (2) aufweist, um das Werkstück (2) während der Bearbeitung zu drehen. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fräskopf (5) das Werkstück (2) umfasst. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fräskopf (5) an einer Linearführung (6) linear verstellbar gelagert ist, von der er einseitig weg ragt. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführung (6) wenigstens eine Führungsachse (y) aufweist, die sich an dem Werkzeugträgerring (8) vorbei erstrecken. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von dem Werkzeugträgerring (8) Schneidplatten (36, 37, 38) getragen sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeugträgerring (8) an seiner Innenumfangsfläche (20) und an seinen beiden voneinander weg weisenden Stirnflächen (21, 22) von Lagerflächen umfasst ist, in denen Taschen (24, 25, 26) zur Aufnahme eines Druckfluids angeordnet sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenumfangsfläche (20) des Werkzeugträgerrings (8) mit der zugeordneten Lagerfläche einen Ringspalt (27) definiert, der die Taschen (25) mit Ölabflusskanälen (28, 29) verbindet. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnflächen (21) des Werkzeugträgerrings (8) mit den zugeordneten Lagerflächen jeweils Ringspalte (30, 31) definieren, die die Taschen (24) mit Ölabflussnuten (32, 33) verbinden. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Taschen (24) jeweils über wenigstens einen Zuflusskanal mit Zuflussreguliermitteln (39) verbunden sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuflussreguliermittel (39) Drosseleinrichtungen sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuflussreguliermittel (39) Mengenregler sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Mengenregler (39a–k) der der Umfangsfläche (20) zugeordneten Taschen (25a–k) jeweils auf die gleiche Durchflussmenge eingestellt sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Mengenregler (39a–k) der der Umfangsfläche (20) zugeordneten Taschen (25a–k) auf eine Durchflussmenge eingestellt ist, die von der Durchflussmenge der anderen Mengenregler (39a–k) abweicht. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Mengenregler der den Stirnflächen (21, 22) zugeordneten Taschen (24, 26) jeweils auf die gleiche Durchflussmenge eingestellt sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Mengenregler (39a–k) mit einer Steuereinrichtung (40) zur Beeinflussung der Durchflussmenge verbunden sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangsfläche (20) des Werkzeugträgerrings (8) feinbearbeitet ist. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnflächen (21, 22) des Werkzeugträgerrings (8) feinbearbeitet sind. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Taschen (24, 25, 26) einen im Wesentlichen rechteckigen Umriss aufweisen. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Taschen (24, 25, 26) einen parallelogrammartigen Umriss aufweisen. Innenrundfräsmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Taschen (24, 25, 26) einen ovalen Umriss aufweisen.






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